A-184-2 Voltage Controlled Crossfader / Triangle-to-Sine Waveshaper

Das Modul A-184-2 beherbergt eine zunächst ungewöhnlich wirkende Kombination von Teilmodulen: Einen sehr spezialisierten Waveshaper, der aus einem Dreieck- ein Sinus-Signal formen kann (Sinus-Konverter) und dazu noch einen spannungsgesteuerten Crossfader.

Dabei ist der Crossfader intern mit dem Eingang und dem Ausgang des Sinus-Konverters vorverbunden, so dass man das Dreieck und den Sinus überblenden kann.

Die neuen A-111-2 VCOs von Doepfer haben eine vergleichbare Schaltung bereits an Bord, aber ältere VCOs wie der A-110-1 oder der A-111-1 arbeiten noch mit einer einfacheren und ungenaueren Sinus-Konversion, viele andere (A-110-2, A-111-3, A-111-4) verzichten ganz auf den Sinus und können mit dem kleinen Modul „nachgerüstet“ werden.

Sowohl Sinus-Konverter als auch Crossfader können nicht nur mit Signalen im Audiobereich eingesetzt werden, sondern sind durch ihre Gleichspannungskoppelung auch für LFOs usw. geeignet: Auch hier überwiegt die Zahl der Module, die kein Sinus-Signal zur Verfügung stellen (A-143-3, A-143-4, A-145-4, A-146 oder die LFOs im A-111-5).

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A184-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A184-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A184-2-SW

Anpassung erforderlich!

Die beiden Trimmpotis für DC Offset und Sinus-Form.

Ohne weitere Anpassung liefert der Sinus-Konverter bei vielen VCOs eher „abenteuerliche“ Ergebnisse aus dem Dreiecks-Signal, die nur entfernt nach einem sauberen Sinus aussehen und klingen. Das muss freilich kein Nachteil sein und kann auch ganz gezielt zur Klangveränderung eingesetzt werden.

Um das Modul auf einen VCO oder LFO einzustellen, stehen auf der Oberseite der Platine zwei Trimmpotis zur Verfügung. Mit dem linken Trimmpoti kann man einen DC-Offset des Eingangssignals ausgleichen, wenn das Signal durch einen Gleichspannungsanteil asymmetrisch verschoben ist. Mit dem rechten lässt sich die Form der Sinuskonvertierung anpassen: Bei Rechtsanschlag ist das Dreieck fast unverändert, bei Linksanschlag nähert sich der Sinus einem abgerundeten Rechteck-Signal an.

Bei meinem A-143-3 LFO hatte der Konverter eigentlich schon „out of the box“ sehr gute Ergebnisse geliefert:

Dreieck aus dem A-143-3.
Der Sinus-Konverter erzeugt ein recht sauberes Signal, das noch leichte „Anspitzungen“ zeigt.

Auch beim Blick auf die Spektren der beiden Signale sieht man, dass der Sinus nur noch geringe Obertonanteile hat, allerdings noch kein ganz reiner Sinus ist:

Spektrum des Dreiecks aus dem A-143-3.
Spektrum des Sinus-Signals. Noch nicht 100% „sauber“.

Bei einem A-110-1 dagegen gab es bei der unteren Teilschwingung ganz merkwürdige Verzerrungen, die Schwingungsform war auch etwas „breitschultriger“, als ein normaler Sinus. Offensichtlich war das Eingangssignal zu hoch gepegelt und lieferte Verzerrungen, die durch einen Abschwächer und Feineinstellung am Trimmpoti für die Form der Sinus-Konvertierung deutlich verringert werden konnten.

Man kann aber auch den Weg anders herum gehen und gezielt mit zu hohem Eingangspegel und übertriebener Einstellung der Trimmpotis den Klang verändern.

Erster Versuch: Verzerrungen am unteren Rand der Schwingung und noch zu breite Schwingungsform.
Im Analyzer sieht man deutlich die Obertöne aus der Verzerrung.
Die Verzerrung ist mit einem vorgeschalteten Abschwächer reduziert, die Schwingungsform angepasst.
Schon ganz gut, wenn auch nicht 100% optimal.
Erhöhter Eingangspegel, Trimmpoti für DC-Offset verstellt, Trimmpoti für die Sinus-Form in Richtung „Rechteck“ verstellt.
Stark angereichertes Obertonspektrum.

Der Crossfader

Der Crossfader ist vorbelegt mit dem konvertierten Sinus (Eingang „A) und dem ursprünglichen Dreieck (Eingang „B“). Allzu massiv ist der hörbare Unterschied zwischen den beiden Schwingungsformen allerdings nicht gerade (das Dreieck hat aufgrund der ungeraden Obertöne einen leicht hohlen Klangcharakter), aber z.B. im Kontext von Frequenzmodulationen zwischen VCOs dann durchaus signifikant.

Der Sinus-Konverter invertiert übrigens die Schwingung, so dass man evtl. den ursprünglichen Dreiecks-Ausgang des VCOs / LFOs abzweigen und erst nach einem Invertierer in den Crossfader-Eingang „B“ einspeisen sollte, um einen gleichmäßigen Übergang zwischen Dreieck und Sinus zu erhalten. Ansonsten wird es im mittleren Bereich des Crossfaders einen deutlichen Einbruch des Signals aufgrund der Phasenauslöschungen hören (im Prinzip wird der Grundton dabei ausgelöscht und man hört nur noch die unterschiedlichen Obertöne aus Dreieck und Sinus).

Die folgenden Klangbeispiele zeigen eine manuelle Überblendung von einem Dreieck aus dem A-110-1 mit dem erzeugten Sinus. Ich starte jeweils mit Rechtsanschlag des Crossfader-Reglers, also mit dem ursprünglichen Eingangssignal.

Aufgrund von Phasenauslöschungen durch den invertierten Sinus ist ein Lautstärkeeinbruch beim Überblenden zu hören.
Wird stattdessen ein invertiertes Dreieck-Signal dem Crossfader zugeführt, hört man einen weichen Übergang vom Dreieck zum Sinus.

Der Sinus-Konverter als Waveshaper

Sägezahnsignal nach der Bearbeitung durch den Sinus-Konverter. Aus dem fallenden Sägezahn des A-110-1 wird ein stark abgerundeter steigender Sägezahn.

Da die für den eher „experimentellen“ Einsatz nützlichen Parameter leider nur als Trimmpotis ausgelegt sind, ist die Nutzung des Moduls als Waveshaper eingeschränkt. Man muss halt jedes Mal das Modul aus dem Rahmen schrauben und mit einem kleinen Kreuzschlitz-Schraubendreher die Potis bedienen.

Wir haben oben bereits die Klangbearbeitung eines Dreiecks gesehen, aber auch mit einem Sägezahn als Eingangssignal lassen sich hörbare Veränderungen im Obertonspektrum generieren. Rechteck-Signale verändern sich nicht durch den A-184-2.

Für die Klangbeispiele wurden ein Dreieck bzw. ein Sägezahn aus einem A-110-1 verwendet. DC-Offset und Shape-Trimmpotis sind deutlich „verstellt“. Wir hören zunächst jeweils das Original-Signal, das dann manuell zum bearbeiteten Signal aus dem A-184-2 übergeblendet wird. Der Effekt ist allerdings eher subtil als „massiv“.

Dreieck-Signal.
Sägezahn-Signal.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe35 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-182-2 Quad Switch

Das Modul stellt vier unabhängige 2:1. bzw. 1:2-Schalter zur Verfügung. Mit jedem dieser Schalter lassen sich entweder zwei verschiedene Eingänge auf einen Ausgang oder ein Eingang auf zwei verschiedene Ausgänge umschalten.

Das „Nachbarmodul“ A-182-1 stellt dagegen 8 Umschalter zur Verfügung, die allerdings nicht unabhängige Schaltwege bedienen, sondern jede der 8 Buchsen einem von 2 Ein-/Ausgangs-„Schienen“ zuweisen.

Das Modul benötigt keine Stromversorgung, im Inneren werden also tatsächlich nur „Drähte umgeschaltet“.

Bedienelemente

Eingänge / Ausgänge (für jeden der 4 Schalter):

CTRL-A182-2-INOUT

Regler / Schalter (für jeden der 4 Schalter):

CTRL-A182-2-SW

Alternativen

Nach der gleichen 2:1- bzw. 1:2-Logik arbeitet auch der A-150 Dual VC Switch, der das Umschalten zwischen 2 Eingängen auf einen Ausgang (oder einem Eingang auf 2 Ausgänge) über eine Steuerspannung ermöglicht. Dafür hat der A-150 aber keine Möglichkeit, die Ein- und Ausgänge komplett voneinander zu trennen.

Noch eine deutliche Schippe obendrauf legt der recht neue A-150-8 Octal Manual/VC Programmable Switch, der 8 unabhängige (aber auch koppelbare!) 2:1/1:2 Schalter zur Verfügung stellt, die entweder manuell oder per Steuerspannung umgeschaltet werden können.

Eine 4:1 bzw. 1:4-Schaltung bietet der A-151 Sequential Switch. Das Umschalten auf den nächsten der bis zu vier Ein-/Ausgängen erfolgt hier mit einem Triggersignal.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe20 mm
Strombedarf0 mA (+12V) / -0 mA (-12V)

A-139-2 Headphone Amplifier

Nach dem mangels Nachfrage eingestellten A-139 nun eine neue Version? Offensichtlich ändern sich die Zeiten und das Modularsystem hat sich vom reinen Studiogerät gewandelt in ein Instrument, das man auch live mitnimmt oder an dem man auch mal ohne DAW einfach „schrauben“ möchte.

Der neue Headphone Amp hat nahezu die gleichen Features wie sein Vorgänger: getrennte und getrennt pegelbare Eingänge für den linken und rechten Kanal, ein Master-Volume-Regler und ein Kopfhörer Ausgang (Vorgänger: zwei Ausgänge) mit 2×2 Watt Leistung (Vorgänger: 2×1,5 Watt). Im Vergleich zum 8 TE breiten Vorgänger ist der A-139-2 nun sparsamere 6TE breit – Platz im Rack ist halt doch ein kostbares Gut.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A139-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A139-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A139-2-SW

Einsatz

Einen Kopfhörerverstärker wird man immer dann einsetzen, wenn man ein Modulsystem (oder auch nur Teile davon) ohne Mischpult, Audiointerface zum Rechner oder ähnliche Peripherie betreiben möchte. Einfach nur die „Kiste“ anwerfen, ein paar Dinge ausprobieren und das Ergebnis gleich auf dem Kopfhörer kontrollieren.

So manche Inspiration verpufft leider im Nirwana, weil es einfach zu viel Mühe macht, erst einmal das komplette Studio mit DAW, Mischpult, Audio- und Midi-Interface usw. in Betrieb zu nehmen. Mit einem Kopfhörerverstärker genügt der Ein/Aus-Schalter vom A-100.

Wie manch andere Verstärker (bei Endstufen ist das Thema leidlich bekannt), benötigt das Modul beim Einschalten einen deutlich erhöhten Einschaltstrom, um die Kondensatoren zu laden. Das Modul liefert zwar nur überschaubare 2 Watt pro Kanal, der gleichzeitige Einsatz von vielen Headphone-Modulen kann aber dennoch die Leistungsfähigkeit des A-100 – Netzteils überfordern.

Technische Daten

Breite6 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf60 bis 120 mA (+12V) / -60 bis -120 mA (-12V)
Einschaltstrom200 mA (+12V) / -200 mA (-12V)

A-123-2 6/12/18/24 dB Highpass

Nachdem der Curtis-Chip CEM3320 nicht mehr lieferbar war, musste Doepfer die Produktion des A-123 24 dB Highpass Filters einstellen. Sehr schade, denn es gab auf dem Markt schlichtweg keine anderen 24 dB Hochpassfilter!

Mittlerweile ist allerdings mit dem AS3320 ein Nachbau verfügbar, so dass es nun wieder ein 24 dB, nein Verzeihung, ein 24 dB oder 18 dB oder 12 dB oder 6 dB Hochpassfilter bei Doepfer gibt. Abgesehen von den zusätzlichen Einzelausgängen für die verschiedenen Flankensteilheiten wurden die Möglichkeiten und Bedienelemente des A-123 1:1 in das neue Modul übernommen. Der Regler „CV2“ für den Steuerspannungseingang wurde außerdem jetzt bipolar ausgelegt, so dass man z.B. eine Hüllkurve gleich am Filter invertieren kann.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A123-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A123-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A123-2-SW-1

Einsatz

Es erscheint zunächst etwas paradox: Ein Hochpassfilter (mit Resonanz!) kann man natürlich zum „Ausdünnen“ eines Signals verwenden, aber gleichzeitig auch, um ein Signal gezielt über die Eigenschwingung des Filters „anzudicken“ – wenn sich die Eckfrequenz des Filters in einem dafür geeigneten Frequenzbereich befindet.

Dazu wird eine relativ hohe Resonanz eingestellt, die Eckfrequenz sollte nicht allzu hoch sein und auch die Modulation der Eckfrequenz sollte eher moderat bleiben.

Klangbeispiele

Vergleich mit dem Vorgänger

Nachdem der A-123-2 der Nachfolger des (selten zu bekommenen) A-123 ist, stellt sich die Frage, ob sich die beiden Module signifikant unterscheiden. Vorweg: Die Unterschiede scheinen mir eher marginal zu sein und stammen wahrscheinlich von unterschiedlicher Feinabstimmung der Module.

Als Eingangsmaterial verwende ich wieder 3 A-110 VCOs mit ihren Sägezahnschwingungen, eine davon ist 1 Oktave nach unten transponiert. Die Mischung geht gleichermaßen in das A-123 und das A-123-2 Filter. Die Selbstresonanz beider Filter wurde zuvor auf die gleiche Tonhöhe gestimmt. Beide Filter, sowie die nachgeschalteten A-132-3 VCAs werden vom gleichen A-140 ADSR moduliert.

Wir hören jeweils das A-123 Filter auf der linken Seite, das A-123-2 Filter auf der rechten Seite. Ich starte mit einem Eingangslevel von 5 (der noch nicht verzerren sollte) und einer Resonanz (bzw „Q“ beim A-123-2) von 0. Während ein einfaches Arpeggio spielt, fahre ich manuell die Filtereckfrequenz von unten nach oben und zurück – für beide Filter spannungsgesteuert, damit die Eckfrequenzen in etwa parallel verlaufen.

Im zweiten Durchgang ist das Eingangslevel wieder 5, die Resonanz aber auf 5 erhöht. Wieder der manuelle Filtersweep von unten nach oben und zurück.

Im dritten Durchgang ist das Eingangslevel noch immer bei 5, die resonanz ist aber auf 10 erhöht – gleicher Filtersweep wie zuvor.

Vierter Durchgang: Eingangslevel ist jetzt 10, Resonanz wieder auf 0 reduziert, gleicher Filtersweep wie zuvor.

Fünfter Durchgang: Eingangslevel 10, Resonanz 5, Filtersweep.

Sechster Durchgang: Eingangslevel 10, Resonanz 10, Filtersweep.

Zum Abschluss führe ich nochmal den Filtersweep mit Resonanz 10, aber ohne Eingangssignal (Level = 0) durch, um die pure Eigenresonanz zu demonstrieren.

Links: A-123, rechts: A-123-2. Zum Vergleich wird der 24 dB – Ausgang des A-123-2 verwendet.

Verschiedene Flankensteilheiten

Ein Hochpassfilter mit verschiedenen Flankensteilheiten (24 dB, 18 dB, 12 dB und 6 dB) bekommt man nicht alle Tage. Wie deutlich unterscheiden sich die denn tatsächlich?

Wieder werden die Sägezahnschwingungen unserer drei A-110 VCOs verwendet, ein VCO ist wieder 1 Oktave nach unten transponiert. Es wird jeweils nur ein einzelner Ton ausgelöst, mit einer langsamen ADSR-Hüllkurve, die die Filtereckfrequenz von unten nach oben und wieder zurück moduliert (und ebenso den A-132-3 VCA). Ein A-152 hilft mir beim manuellen Umschalten zwischen den vier Filterausgängen. In jedem Durchlauf hören wir zunächst den 24 dB, dann den 18 dB, den 12 dB und schließlich den 6 dB – Ausgang.

Eingangslevel 5, Q = 0.
Eingangslevel 5, Q = 5.
Eingangslevel 5, Q = 10.
Eingangslevel 10, Q = 0.
Eingangslevel 10, Q = 5.
Eingangslevel 10, Q = 10.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-123 24dB High Pass

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Von allen Modulen, die aus dem einen oder anderen Grund nicht mehr produziert werden (meist war es die mangelnde Verfügbarkeit bestimmter Curtis-Chips, wie hier der CEM3320), war das A-123-Filter wahrscheinlich am schwierigsten zu ersetzen. Es gab schlichtweg keine anderen 24dB-Hochpassfilter, weder bei Doepfer noch bei anderen Herstellern.

Mittlerweile hat Doepfer mit dem A-123-2 allerdings einen Nachfolger auf den Markt gebracht, der auf einem Nachbau des CEM3320 basiert und im Funktionsumfang gegenüber dem ursprünglichen Modul deutlich erweitert wurde.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A123-IN

Ausgänge:

CTRL-A123-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A123-SW

Einsatz

Es erscheint zunächst etwas paradox: Ein Hochpassfilter (mit Resonanz!) kann man natürlich zum „Ausdünnen“ eines Signals verwenden, aber gleichzeitig auch, um ein Signal gezielt über die Eigenschwingung des Filters „anzudicken“ – wenn sich die Eckfrequenz des Filters in einem dafür geeigneten Frequenzbereich befindet.

Dazu wird eine relativ hohe Resonanz eingestellt, die Eckfrequenz sollte nicht allzu hoch sein und auch die Modulation der Eckfrequenz sollte eher moderat bleiben.

Klangbeispiele

Nachdem es mit dem A-123-2 einen gut ausgestatteten Nachfolger gibt, stellt sich die Frage, ob sich die beiden Module signifikant unterscheiden. Vorweg: Die Unterschiede scheinen mir eher marginal zu sein und stammen wahrscheinlich von unterschiedlicher Feinabstimmung der Module.

Als Eingangsmaterial verwende ich wieder 3 A-110 VCOs mit ihren Sägezahnschwingungen, eine davon ist 1 Oktave nach unten transponiert. Die Mischung geht gleichermaßen in das A-123 und das A-123-2 Filter. Die Selbstresonanz beider Filter wurde zuvor auf die gleiche Tonhöhe gestimmt. Beide Filter, sowie die nachgeschalteten A-132-3 VCAs werden vom gleichen A-140 ADSR moduliert.

Wir hören jeweils das A-123 Filter auf der linken Seite, das A-123-2 Filter auf der rechten Seite. Ich starte mit einem Eingangslevel von 5 (der noch nicht verzerren sollte) und einer Resonanz (bzw „Q“ beim A-123-2) von 0. Während ein einfaches Arpeggio spielt, fahre ich manuell die Filtereckfrequenz von unten nach oben und zurück – für beide Filter spannungsgesteuert, damit die Eckfrequenzen in etwa parallel verlaufen.

Im zweiten Durchgang ist das Eingangslevel wieder 5, die Resonanz aber auf 5 erhöht. Wieder der manuelle Filtersweep von unten nach oben und zurück.

Im dritten Durchgang ist das Eingangslevel noch immer bei 5, die resonanz ist aber auf 10 erhöht – gleicher Filtersweep wie zuvor.

Vierter Durchgang: Eingangslevel ist jetzt 10, Resonanz wieder auf 0 reduziert, gleicher Filtersweep wie zuvor.

Fünfter Durchgang: Eingangslevel 10, Resonanz 5, Filtersweep.

Sechster Durchgang: Eingangslevel 10, Resonanz 10, Filtersweep.

Zum Abschluss führe ich nochmal den Filtersweep mit Resonanz 10, aber ohne Eingangssignal (Level = 0) durch, um die pure Eigenresonanz zu demonstrieren.

Links: A-123, rechts: A-123-2. Zum Vergleich wird der 24 dB – Ausgang des A-123-2 verwendet.

Alternativen

Die naheliegendste Alternative ist der Nachfolger A-123-2, der zusätzliche Ausgänge für 18, 12 und 6 dB bietet.

Ansonsten wird man sich normalerweise mit einem 12dB-Hochpassfilter gut behelfen können, zumal es hier etwa mit dem A-121-2 auch Modelle mit der Möglichkeit der Selbstoszillation gibt, die das A-123 natürlich ebenso beherrscht hat. Um den klanglichen Unterschied zwischen 24dB und 12dB Hochpass zu verringern, kann man natürlich auch zwei A-121-2 in Reihe schalten, hat dann allerdings viel Material „im Rennen“ und muss die Eckfrequenzen und andere Parameter der beiden Filter sehr fein angleichen, ganz zu schweigen von Multiples für die parallele Ansteuerung per Steuerspannung.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-135-2 Quad VCA / Voltage Controlled Mixer

Der A-135-2 ist ein spannungsgesteuerter Vierfach-Mixer, der mit linearen VCAs arbeitet. Damit bietet er sich als platzsparende Alternative zum älteren A-135-1 an, der auch in der aktuellen Version 3 noch 10 TE zusätzlich zum A-135-2 benötigt.

Die Featureliste ist weitgehend vergleichbar: 4 regelbare CV-Eingänge, 4 Eingänge für Audio oder Steuerspannungen, ein Summen- und 4 Einzelausgänge, die VCAs können auch manuell geregelt werden. Der A-135-1 hat lediglich noch 4 Abschwächer für die zu verstärkenden Eingänge. Die geringe Größe des neuen Moduls ist natürlich praktisch, wenn der Platz im Case begrenzt ist, aber die kleineren Regler der neuen „Slim Line“ Module sind natürlich auch etwas weniger bequem zu handhaben.

Eine Besonderheit ist der „Selected“ Ausgang: Hier werden nur diejenigen Eingangssignale zusammengemischt, die nicht zuvor über die Einzelausgänge abgegriffen wurden. Die individuellen „Out“ Buchsen sind also als Schaltbuchsen ausgelegt – ein Feature, mit dem der ursprüngliche A-135-1 nicht aufwarten kann.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A135-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A135-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A135-2-SW

Betriebsarten

Wie bei fast allen neuen Modulen von Doepfer sind über Steckbrücken („Jumper“) auf der Platine zum Teil gravierende Anpassungen der grundsätzlichen Betriebsart des Moduls möglich. Die werkseitige Konfiguration ist ein 4-in-1 Mixer mit zusätzlichen Einzelausgängen.

Für einen 4-in-2 Stereomixer, der ohne Panoramaregelung usw. einfach zwei Stereosignale zu einem einzigen Stereosignal mischen soll, werden die Eingänge 1 und 3 nur von der ersten Steuerspannung beeinflusst, die Eingänge 2 und 4 nur von der zweiten. Somit kann man zwei Stereosignale spannungsgesteuert mischen.

Stereo-Mixer über Multiples realisiert.

Eine weitere Möglichkeit ist die Steuerung aller vier VCAs gleichzeitig über den Eingang „CV 1“, was etwa bei polyphonen Anwendungen (gemeinsame Volumenregelung, gemeinsame Regelung von vier Modulationsquellen usw.) sinnvoll sein kann. Das ist exakt die Funktion des mittlerweile nicht mehr lieferbaren A-132-2 (der allerdings über zwei CV-Eingänge verfügt).

Beide Varianten lassen sich allerdings auch ganz einfach über Multiples lösen, über die man die Steuerspannungen entsprechend auf die CV-Eingänge verteilt.

Die Jumper für die Normalisierung der Eingänge sitzen an der Unterseite des Moduls auf der Platine nahe der Frontplatte.

Interessanter ist die Möglichkeit, die Eingangssignale „In 2“ bis „In 4“ mit dem jeweils vorhergehenden Eingangssignal vorzubelegen („Normalisierung“ der Eingänge). Damit lässt sich ein einziges Signal spannungsgesteuert auf vier unterschiedliche Filter usw. weiterleiten. Das ist beim „großen Bruder“ A-135-1 ab Werk so eingestellt und für den A-135-2 durchaus als Standard-Konfiguration sinnvoll: Man kann die Vorbelegungen ja jederzeit durch Einstecken eines Patchkabels umgehen. Die Normalisierung erfolgt individuell pro Eingang („In 2“ bis „In 4“) durch einen aufgesteckten Jumper.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -40 mA (-12V)

A-127BOM Breakout Module

Das Modul A-127BOM ist ein Auslaufmodell und wird künftig leider nicht mehr hergestellt werden.

Stand: April 2021

Das A-127 BOM ist eine Erweiterung für das A-127 Triple Resonance Filter. Es ergänzt das Modul um Einzeleingänge für jedes der drei Filter, sowie um separate Ausgänge (pro Filter) für Bandpass, Hochpass, Tiefpass und Notch. Das Original A-127 bot dagegen nur einen gemeinsamen Eingang für alle drei parallel geschalteten Filter, sowie individuelle Ausgänge für die drei Filter – diese zudem lediglich im Bandpass-Modus.

Ganz ehrlich: Um die Menge an Funktionalität aus dem ursprünglichen A-127 herauszukitzeln musste man als „Hobby-Löter“ schon sehr viele Stunden investieren (sowohl an Recherche zu den Möglichkeiten und erforderlichen Lötpunkten als auch für die aufwändige Realisierung). Von der Optik des oft eher „handgeschnitzt“ wirkenden Resultats mal ganz zu schweigen. Im Prinzip macht das BOM drei komplett unabhängige Multimode-Filter aus dem A-127. Und das ist durchaus eine praktische Angelegenheit.

Bedienelemente

Bei der ersten Produktionsserie waren die Beschriftungen der Ausgänge „HP“ und „BP“ für Hochpass- und Bandpassfilter vertauscht. In der aktuellen Produktion (wie auf der Abbildung) wurde das korrigiert.

Erste Produktionsserie bis ca. 2015.

Eingänge (3 mal, für jedes integrierte Filter des A-127 separat):

CTRL-A127BOM-IN

Ausgänge (3 mal, für jedes integrierte Filter des A-127 separat):

CTRL-A127BOM-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A127BOM-SW

A-127 erforderlich

Eigentlich selbstverständlich bei einem „Breakout-Modul“: Ohne das zugrunde liegende A-127 Triple Resonance Filter ist das Breakout Modul natürlich völlig nutzlos.

Anschluss gesucht

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es leider doch beim A-127 BOM. Richtig „einfach“ ist der Anschluss leider nur an einem neueren A-127, das auch den entsprechenden Sockel für das Flachbandkabel des A-127 BOM besitzt. Auf der Platine erkennt man es an dem Aufdruck „Version 4″. Bei älteren Versionen des A-127 müssen manuell vier Lötpunkte zwischen Filter und Breakout Modul verbunden werden. Das ist deutlich weniger Aufwand als bei jedem Selbstbauversuch, aber man sollte schon einmal einen Lötkolben in der Hand gehabt haben. Am richtigen Ende, hoffentlich.

Andererseits ist das auch in manchen Fällen praktisch, denn die erste Auflage des A-127 BOM hatte einen fehlerhaften Aufdruck auf der Frontplatte: HP und BP waren bei allen drei Filtern vertauscht! Wenn man nun selbst löten muss, dann kann man natürlich auch gleich die Zugänge zu HP und BP korrekt anlöten, so dass das Frontpanel wieder stimmt.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-110-4 Quadrature Thru Zero VCO

Zunächst einmal: Wow, was für ein pompöser Name! „Quadrature Thru Zero VCO“! Das klingt doch mindestens nach Warp 11, Quantenfluxkompensatoren und ähnlichen Dingen, oder? Die Bezeichnung wird eigentlich nur noch vom A-110-6 „Trapezoid Thru Zero Quadrature VCO“ getoppt – zu dem kommen wir in einem späteren Blogbeitrag in diesem Hyperraumkontinuum zu sprechen.

Das Wort „Quadrature“ kennen wir von einem anderen Modul, dem A-143-9 VC Quadrature LFO: Hier hatte Doepfer erstmals einen Oszillator angeboten, der eine Sinusschwingung „quadratisch“, d.h. um jeweils 90° in der Phase verschoben erzeugt. Und so wird auch beim A-110-4 ein Sinus und ein Cosinus (um 90° gegen den Sinus verschoben) ausgegeben. Und „Thru Zero“? Das bedeutet schlichtweg, dass der Oszillator bis zu echten 0 Herz moduliert werden kann – hier bleibt die Schwingung einfach auf einer konstanten Spannung stehen – und sogar noch darunter zu „negativen Frequenzen“. Letztere sind allerdings schon wieder recht trivial, es handelt sich einfach um invertierte Schwingungen, die nach dem Nulldurchgang wieder an Frequenz zunehmen.

Wozu braucht man so etwas? Den A-143-9 VC Quadrature LFO z.B. wird man oft für komplexere Modulationen einsetzen, bei denen mehrere Modulationsziele (z.B. VCAs oder VCFs) unterschiedlich, aber in steter gegenseitiger Abhängigkeit moduliert werden sollen. Im Prinzip lässt sich das natürlich auch mit einem A-110-4 durchführen, allerdings kann der deutlich weiter in den Audiobereich vordringen. Der A-143-9 ist dagegen eher ein „gepimpter“ LFO. Zudem ist in den A-110-4 eine Temperaturkompensation eingebaut, die Stimmung wird also auch bei schwankenden Außentempersturen gehalten. FM von mehreren Oszillatoren liegt somit näher – zusätzlich interessant durch die Modulation über den Nullpunkt hinweg.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A110-4-IN

Ausgänge:

CTRL-A110-4-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A110-4-SW

Tonhöhenschwankungen durch FM?

Die lineare Frequenzmodulation kann sehr komplexe Klänge erzeugen, die wir spätestens seit den Yamaha DX-Synthesizern der Achtzigerjahre bestens kennen. Fast alle FM-Synthesizer arbeiten allerdings mit einer digitalen Klangerzeugung, analoge FM gilt als eine eher schwierige Kunst. Warum?

Eines der Hauptprobleme sind sogenannte DC-Offsets bei den modulierenden VCOs: Viele analoge VCOs oszillieren nicht exakt um 0 Volt, sondern weisen eine leichte Verschiebung auf, die manchmal sogar abhängig von der Frequenz variiert. Für ein Audiosignal ist so etwas kein wirkliches Problem, wir hören schlicht nichts von diesen Offset-Spannungen. Ganz anders, wenn man so etwas als Modulationssignal einsetzt: Die leichte zusätzliche Gleichspannung (und nichts anderes ist so ein Offset) verschiebt die Tonhöhe des modulierten VCO ein Stückchen nach oben oder unten. Und wenn wir die Intensität der Modulation erhöhen, dann verschiebt sich die Grund-Frequenz des modulierten VCOs noch weiter. So etwas ist ganz besonders auffällig, wenn die Modulation dynamisch ist, wenn wir also in klassischer FM-Manier die Stärke der Modulation über einen VCA mit einer Hüllkurve steuern – die Grund-Tonhöhe wird dann der Hüllkurve folgen, ein Effekt, den wir in der Regel so nicht beabsichtigt haben…

Im Netz gibt es einige Berichte, dass ausgerechnet unser A-110-4 besonders empfindlich für solche DC-Offsets zu sein scheint. Was tun? Es gibt mehrere Lösungsansätze:

  • Wahl eines Modulators (d.h. eines VCOs, der den A-100 moduliert),  der ein möglichst geringes DC-Offset aufweist. Hier hilft nur ausprobieren…
  • Zwischenschalten eines Hochpassfilters. Ein A-123 oder ein A-123-2 kann den unerwünschten Effekt mildern.
  • Zwischenschalten eines Kondensators: Das ist eine Lösung für die Löt-Fraktion, aber auch sie stößt bei dynamischer Modulation an ihre Grenzen – ein DC-Offset, das über VCA und Hüllkurve moduliert wird, ist nämlich keine echte Gleichspannung mehr, die ein Kondensator eliminieren könnte.
  • Kompensation des DC-Offsets mit einer zugemischten Gleichspannung – auch hier scheitern wir bei dynamischer Modulation.
  • Wir akzeptieren das Problem so wie es ist und setzen den A-110-4 bei dynamischer FM eher für Effekt-Klänge, Perkussives usw. ein, was nicht einerexakten Tonhöhe folgen muss.

Letztlich sind das alles eher Kompromisse. Für tonal zu spielende dynamische FM ist der – allerdings auch teurere – A-110-6 die deutlich bessere Wahl.

Frequenzschieber

Ein leider nicht mehr produziertes Modul von Doepfer ist der A-126 VC Frequency Shifter: Ein komplexes Gerät, mit dem die Teiltöne einer Schwingungsform um einen bestimmten Betrag nach oben und/oder nach unten verschoben werden können. Da diese Verschiebung sämtliche Teiltöne um die gleiche Frequenz verändert, geht das ursprüngliche harmonisches Gefüge verloren und es entstehen glockenartige Klänge, wie man sie von Ringmodulatoren her kennt.

Tatsächlich lässt sich ein Frequenzschieber mit Hilfe eines Quadratur-Oszillators und zwei Ringmodulatoren (z.B. aus einem A-114 Dual Ring Modulator oder – feiner justierbar – aus einem A-133 Dual VC Polarizer) nachbilden. Die Sinus- und die Cosinus-Schwingung aus dem A-110-4 dienen als eines der Eingangssignale (beim A-114, bzw. als Modulationssignal beim A-133), in die beiden freien Eingänge des A-114 oder A-133 wird dann noch (per Multiples aufgeteilt) das zu modulierende Audiosignal geleitet.

Die typischen Frequenzschieber-Signale sind ein „Shifted Up“- und ein „Shifted Down“-Signal, das wir aus einer einfachen 1:1-Mischung (Up) der beiden ringmodulierten Signale, sowie aus einer Mischung aus einem Original-Signal mit einem invertierten Signal erhalten. Unser Nachbau erfordert etwas mehr Platz als das Original, aber kommt durchweg mit „Brot-und-Butter“-Modulen (A-114, A-175 usw.) aus, die auch in kleineren Modularsystemen vorhanden sein sollten. Im Gegensatz zum ursprünglichen A-126, der nur einen recht einfachen Quadratur-Oszillator „an Bord“ hatte, können wir mit dem A-110-4 auch extrem niedrige Modulationsfrequenzen einsetzen und faszinierende Schwebungen erzeugen, die mit dem Original so nicht ohne Weiteres möglich sind.

FM – Frequenzmodulation

Unter „FM“ wird meist eine Frequenzmodulation von Oszillatoren verstanden (im Gegensatz zu einer „Filter-FM“ etwa), die mit Modulationsfrequenzen im Audiobereich arbeitet. Das Prinzip ist aus den digitalen FM-Synthesizern von Yamaha bekannt, obwohl es sich bei dieser FM technisch eher um eine Phasenmodulation handelt.

Bereits mit einem weiteren VCO (z.B. einem A-110-1) als Modulator können FM-Sounds erstellt werden, die durch das „Thru Zero“-Feature und die dadurch entstehende laufende Phasenumkehr (im Audiobereich!) sehr ungewöhnlich klingen. Als Modulator-Schwingungsform sollte man übrigens ruhig auch mal andere Schwingungsformen als nur Sinus verwenden, speziell Pulswellen führen zu recht reizvollen Ergebnissen.

Des Pudels Kern

Der A-110-4 ist einer der wenigen Oszillatoren (neben dem A-143-9), die einen echten Sinus-Kern besitzen. Das bedeutet, dass die Sinus-Schwingungsform hier nicht aus einer anderen Schwingungsform (meist Dreieck wie beim A-111-1, A-111-2 und A-111-3 oder Sägezahn wie beim A-110-1 und A-110-2) abgeleitet werden muss, sondern grundsätzlich bereits als Sinus erzteugt wird. Dem entsprechend ist der Sinus der A-110-4 – VCOs sehr sauber und ohne „Ecken und Kanten“, die ggf. zusätzliche – beim Sinus ungewollte – Obertöne als Seiteneffekt erzeugen.

Temperaturkompensation

Der A-110-4 verfügt über eine kleine Schaltung zur Temperaturkompensation, die ihn unabhängig von Veränderungen der Außentemperatur stimmstabil bleiben lässt.

Sonderedition

Der A-110-4 ist auch in einer Sonderedition mit blauer Frontplatte und weißen Drehreglern erhältlich.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf90 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-101-6 Opto FET Filter/Phaser

Das Opto FET Filter verwendet optische Feldeffekt-Transistoren.

Das ist eine Aussage, die man erst einmal sacken lassen muss. Vielleicht auch darüber meditieren, schadet bestimmt nicht. Bis dann ganz leise die Frage auftaucht, was denn um Himmels Willen ein optischer Feldeffekt-Transistor sein könnte und warum man so etwas für ein Filter braucht.

Was ist zunächst ein „ganz normaler“ Transistor? Das ist ein elektrisches Bauelement, das mit einem kleinen Steuerstrom einen größeren elektrischen Strom regeln kann. Damit lassen sich also zum Beispiel Verstärker bauen, bei denen das zu verstärkende Signal der Steuerstrom ist, der dann den größeren Strom so regelt, dass dieser am Ende (ganz vereinfacht) eine verstärkte Version des schwachen Steuerstroms ist.

Ein Feldeffekt-Transistor ist ein Transistor, bei dem wenig oder fast gar kein (Steuer-)Strom fließt, sondern zur Steuerung lediglich die Spannung verwendet wird. Und das „optisch“ bedeutet, dass hier eine lichtempfindliche Einheit zur Steuerung des Transistors verwendet wird. Im Prinzip kann man mit so etwas „in etwa ähnliche“ Schaltungen wie mit Vactrols (lichtempfindliche Widerstände) aufbauen, die aber deutlich schneller reagieren als die trägen Vactrols. Zur Erinnerung: Vactrols kennen wir aus dem A-101-2 Low Pass Gate oder dem A-101-1 Steiner-Parker Filter. Wir haben es also mit etwas exotischen Bauelementen zu tun, die durch ihre vom Rest des Elektronik-Universums leicht abweichende Charakteristik musikalisch interessante Ergebnisse versprechen.

Wenn man sich die Liste der bisherigen Doepfer-Filter vor Augen hält, wird man schnell erkennen: Das sind bis jetzt schon ganz schön viele – bis zur Einführung vom A-101-6 waren es ganze 23 Stück! Was sollte einen Tüftler wie Doepfer dazu motivieren, noch ein  weiteres Filter zu bauen? Warum sollte man ausgerechnet das dann kaufen? Zusätzlich zu den anderen 23, die sich bereits im Rack befinden. Filter von anderen Herstellern jetzt mal nicht mitgezählt.

Ja genau. Weil es ganz anders klingt.

Aber das ist nur die halbe Miete beim A-101-6. Man kann das Gerätchen nämlich ganz grundlegend umkonfigurieren. Mittels Jumpern (kleine Steckbrücken) auf der Platine kann man bestimmen, wie das Filter im Detail arbeitet. Lowpass? Klaro. Highpass? Sowieso. Allpass (also Phaser)? Kein Problem, gerne auch in zwei ganz verschiedenen Varianten.

Eine weitere Besonderheit ist, dass das Originalsignal und das gefilterte Signal sich stufenlos überblenden lassen. Der Crossfader ist eigentlich für den Einsatz des A-101-6 als Allpass-Filter gedacht, da durch die Mischung mit dem Originalsignal Phaser-typische Klänge erzeugt werden. Bei Tiefpass und Hochpass wird man meist beim zu 100% gefilterten Signal bleiben, ein Zumischen des Originalsignals führt allerdings zu einem manchmal klanglich recht interessanten Notch-Filter (Kerbfilter):

Ein Blick mit dem Spektrum Analyzer: Der A-101-6 in LP-Konfiguration mit Mix auf 100% Filter. Filtereckfrequenz etwa bei „5“. Das Eingangssignal ist ein (halbwegs) über das Frequenzspektrum gleich verteiltes Rauschen aus dem A-118.
A-101-6 in LP-Konfiguration mit Mix auf 50:50 Originalsignal vs. gefiltertes Signal ergibt ein Notchfilter. Eingangssignal und Filtereckfrequenz wie oben.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A101-6-IN

Ausgänge:

CTRL-A101-6-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A101-6-SW

Filter-Konfigurationen

Wie viele der neueren Doepfer-Module lässt sich das A-101-6 Opto Filter über Jumper auf der Platine konfigurieren. Hier ist es allerdings nicht irgend ein Detail wie z.B. beim A-111-3 der Zugriff auf die Steuerspannung des A-100-Gehäusebusses, sondern die grundsätzliche Betriebsart des Filters selbst! Oder sagen wir besser: die grundsätzliche Betriebsart DER Filter, denn wir haben es mit insgesamt 6 in Serie geschalteten 6dB-Filtern zu tun, die einzeln als Tiefpass, Hochpass oder Allpass (in 2 vom Tiefpass bzw. Hochpass abgeleiteten Varianten) konfiguriert werden können.

Doepfer schlägt dafür vier Setups vor, bei denen alle 6 Filter auf die gleiche Betriebsart (d.h. LP, HP oder AP/L bzw. AP/H) konfiguriert werden. Die Reihenschaltung von 6 Filterbausteinen à 6dB verspricht eine durchaus extreme Flankensteilheit von insgesamt 36dB: In der Praxis klingen so steile Filter übrigens viel weniger sensationell, als man vielleicht glauben mag. Dennoch haben sie als gewissermaßen „chirurgische Instrumente“ durchaus wichtige Einsatzgebiete, z.B. beim Herausfiltern der internen Steuer-Oszillatorgeräusche von BBDs, ohne dabei zu viel vom gewünschten Klangspektrum zu dezimieren.

Neben diesen vier vorgeschlagenen Konfigurationen steht es uns natürlich frei, für jede der 6 einzelnen Filterstufen eine andere Konfiguration zu wählen. Besonders nahe liegt natürlich die Möglichkeit, ein Bandpass-Filter aus je drei Tiefpass und drei Hochpass-Stufen zu basteln:

Das A-101-6 Filter in einer Bandpass-Konfiguration aus je drei LP- und HP-Einheiten. Eingangssignal ist wieder ein (halbwegs) gleich verteiltes Rauschen aus dem A-118.

Im Folgenden wollen wir mit dem Oszilloskop etwas näher die Charakteristik des Filters betrachten. Als Eingangssignal habe ich für alle folgenden Beispiele einen Sägezahn aus dem A-111-1 gewählt:

Tiefpass-Konfiguration

Zunächst fällt auf – und das betrifft alle Konfigurationen des A-101-6, dass das Eingangssignal IMMER invertiert wird. Unser aufsteigender Sägezahn aus dem A-111-1 wird also zu einem absteigenden Sägezahn. Hören kann man das freilich nicht, jedenfalls solange man nicht das ursprüngliche Signal mit dem gefilterten Ergebnis mischt. (Dann allerdings löschen sich das Original- und das gefilterte Signal gegenseitig aus.)

A-101-6 in Lowpass-Konfiguration. Die Filtereckfrequenz ist auf „10“ eingestellt, Input Level auf „5“ und „Feedback“ auf „0“. Das gefilterte Signal ist invertiert.

Das A-101-6 Filter ist vom Werk aus auf die Tiefpass-Konfiguration eingestellt. Die Jumper auf der Platine sind wie folgt gesetzt:

A-101-6: Konfiguration für den Tiefpass-Modus aller 6 Filterstufen. Man erkennt nebeneinander drei Blöcke für je 2 Filterstufen.

Bei voller Aussteuerung des Eingangs (Level = „10“) reagiert das Filter recht moderat mit leichtem Clipping im negativen Teil der Schwingungsform:

Gleiche Einstellung wie vorher, aber Input Level auf „10“. Ein leichtes Clipping ist erkennbar – die unteren „Spitzen“ werden abgeschnitten.

Bei sinkender Eckfrequenz nähert sich das Signal erwartungsgemäß einer Sinusschwingung an:

Gleiche Einstellungen wie vorher, Freq. auf „5“.
Wie vorher, Freq. auf „3“. Ein beinahe perfekter Sinus. Bei Freq. auf „0“ macht das Filter dann komplett dicht.

Bei zunehmendem Einsatz des Feedbacks werden zusätzliche Obertöne generiert.

Feedback auf „5“.
Feedback auf „7“.

Filtersweep ohne Feedback, alle folgenden Klangbeispiele mit unserem Sägezahn aus dem A-111-1, Level „5“ für das Eingangssignal und Mix auf 100% Filter (ohne Originalsignal):

Filtersweep wie oben, Feedback „3“:

Filtersweep wie oben, Feedback „7“:

Filtersweep wie oben, Feedback „10“:

Hochpass-Konfiguration

Für den Einsatz als Hochpass-Filter müssen die Jumper auf der Platine umgesetzt werden:

A-101-6: Konfiguration als Hochpass-Filter.

Als Hochpass-Filter arbeitet unser A-101-6 nicht ganz so neutral wie als Tiefpass. Bereits bei komplett „geöffnetem“ Filter (Freq. auf „0“) wird das Eingangssignal bereits leicht bearbeitet, die minimale Eckfrequenz ist also vergleichsweise hoch angesetzt:

A-101-6 in Hochpass-Konfiguration. Level ist wieder auf „5“ und Feedback auf „0“ eingestellt. Trotz Filtereckfrequenz von „0“ wird das Eingangssignal bereits beschnitten.

Bei weiterem Anheben der Filtereckfrequenz werden wie erwartet zunehmend tiefe Anteile herausgefiltert, am Oszilloskop sieht das so aus:

Gleiche Einstellungen wie vorher, aber Freq. auf „3“.

Bei Einsatz von Feedback werden nicht wie beim Tiefpassfilter Obertöne erzeugt, sondern tiefere Frequenzbereiche hervorgehoben:

Einstellungen wie zuletzt, aber Feedback auf „8“.

Filtersweep ohne Feedback, alle folgenden Klangbeispiele mit unserem Sägezahn aus dem A-111-1, Level „5“ für das Eingangssignal und Mix auf 100% Filter (ohne Originalsignal):

Filtersweep wie oben, Feedback „3“:

Filtersweep wie oben, Feedback „7“:

Filtersweep wie oben, Feedback „10“:

Allpass-Konfiguration „L“

Man mag sich wundern, warum es zwei verschiedene Allpass-Konfigurationen gibt. Aber tatsächlich haben beide recht unterschiedliche Charakteristiken, das vom Lowpass abgeleitete Allpass reagiert deutlich „wilder“ und chaotischer bei höherem Feedback, während das vom Highpass abgeleitete Allpass dabei zwar etwas „zahmer“ reagiert, ab einer bestimmten Feedback-Höhe dafür komplett zusammenbricht und kein Ausgangssignal mehr ausgibt.

Für die Allpass-Konfigurationen wird pro Filterstufe ein zusätzlicher Jumper (senkrecht zu den bisherigen Jumpern) pro Filterstufe gesetzt:

A-101-6: Konfiguration aller 6 Filterstufen als Allpass-Filter (L).

Doepfer weist darauf hin, dass insbesondere nach Umstellung auf die Allpässe unbedingt eine Justierung des Feedbacks auf der Platine erforderlich ist. Zum Justieren muss man das Modul bei eingeschaltetem System aus dem Case heraus schrauben, ohne die Verbindung zum Bus zu lösen. Der Feedback-Regler wird auf Maximum gestellt und das gewünschte maximale Feedback über das unten markierte Trimmpoti mit einem kleinen Schraubenzieher eingestellt. Dabei KEINESFALLS IN DAS GEHÄUSE des A-100-Systems greifen! Dort befindet sich der Transformator mit lebensgefährlicher Netzspannung von 230 Volt!!

Das Trimmpoti des A-101-6 für die Einstellung des maximalen Feedbacks.

Um schöne Beispiele für das maximale Chaos zu erhalten habe ich das Feedback etwas höher eingestellt, als man das sonst tun würde (vgl. Klangbeispiele etwas später).

Im Folgenden ein einfacher Durchgang über den Frequenzbereich mit Input Level aus „5“, kein Feedback und ohne Beimischung des Originalsignals (wie man das bei einem „Phaser“ sonst tun würde):

Filtersweep ohne Feedback, alle folgenden Klangbeispiele mit unserem Sägezahn aus dem A-111-1, Level „5“ für das Eingangssignal und Mix auf 100% Filter (ohne Originalsignal):

Filtersweep wie oben, Feedback „3“:

Filtersweep wie oben, Feedback „7“:

Filtersweep wie oben, Feedback „10“:

Nachdem wir es beim Allpass-Filter mit einem Phaser zu tun haben, sollten wir uns anhören, wie das Ganze 50:50 gemischt mit dem Eingangssignal klingt. Hier also der Filtersweep mit 50% gefiltertem Signal und 50% Eingangssignal, Feedback „0“:

Filtersweep 50:50, Feedback „3“:

Filtersweep 50:50, Feedback „7“:

Filtersweep 50:50, Feedback „10“:

Allpass-Konfiguration „H“

Ohne Verwendung des Feedbacks unterscheidet sich die „AH“-Konfiguration nicht nennenswert vom zuvor besprochenen Allpass. Die interessanten Effekte beim Feedback-Einsatz lassen sich besser akustisch demonstrieren – siehe etwas weiter unten.

Einstellung der Jumper auf der Platine:

A-101-6: Konfiguration aller 6 Filterstufen als Allpass-Filter (H).

Auch hier zum Vergleich wieder die Filtersweeps mit dem A-111-1-Sägezahn als Eingangssignal. Zunächst mit 100% gefiltertem Signal ohne zugemischtem Original. Feedback „0“:

Filtersweep wie oben, Feedback „3“:

Filtersweep wie oben, Feedback „7“:

Filtersweep wie oben, Feedback „10“:

Wie auch bei der „Lowpass-Allpass“-Variante, wollen wir hier noch die Phaser-typische Mischung aus Eingangssignal und gefiltertem Signal anhören. Wir starten wieder mit Feedback „0“:

Filtersweep 50:50, Feedback „3“:

Filtersweep 50:50, Feedback „7“:

Filtersweep 50:50, Feedback „10“:

Bandpass

Wenn man je drei der sechs Filterstufen auf „Tiefpass“ bzw. auf „Lowpass“ konfiguriert (Jumperstellungen siehe weiter oben) erhält man ein recht kräftig zupackendes Bandpass-Filter. Ein Filtersweep ohne Feedback mit einem (halbwegs) gleich verteilten Rauschen als Eingangssignal klingt so:

Klangbeispiele

Zum Schluss noch drei Klangbeispiele, die einen eher „musikalischen“ als technischen Eindruck vermitteln sollen. In allen Beispielen wird die Möglichkeit genutzt, in die Feedbackschleife des Filters noch andere Module einzuschleifen. Ausgangssignal ist immer eine Mischung aus Sägezahnsignalen von drei A-110 VCOs, jeweils im Oktavabstand.

Die Modulation erfolgt über einen A-140 ADSR und manuell, Verstärkung über einen A-132-3 VCA (exponentiell).

A-101-6 in Tiefpass-Konfiguration, ein alter A-126 Frequency Shifter im Feedback-Weg (ein Gerät übrigens, das Doepfer unbedingt wieder neu auflegen müsste):

A-101-6 in Hochpass-Konfiguration, ein schön verzerrender A-136-Waveshaper im Feedbackweg:

A-101-6 in Allpass-Konfiguration (L), ein A-128-1 BBD (128 Stages) im Feedbackweg:

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe65 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -40 mA (-12V)