A-135-2 Quad VCA / Voltage Controlled Mixer

Der A-135-2 ist ein spannungsgesteuerter Vierfach-Mixer, der mit linearen VCAs arbeitet. Damit bietet er sich als platzsparende Alternative zum älteren A-135-1 an, der auch in der aktuellen Version 3 noch 10 TE zusätzlich zum A-135-2 benötigt.

Die Featureliste ist weitgehend vergleichbar: 4 regelbare CV-Eingänge, 4 Eingänge für Audio oder Steuerspannungen, ein Summen- und 4 Einzelausgänge, die VCAs können auch manuell geregelt werden. Der A-135-1 hat lediglich noch 4 Abschwächer für die zu verstärkenden Eingänge. Die geringe Größe des neuen Moduls ist natürlich praktisch, wenn der Platz im Case begrenzt ist, aber die kleineren Regler der neuen „Slim Line“ Module sind natürlich auch etwas weniger bequem zu handhaben.

Eine Besonderheit ist der „Selected“ Ausgang: Hier werden nur diejenigen Eingangssignale zusammengemischt, die nicht zuvor über die Einzelausgänge abgegriffen wurden. Die individuellen „Out“ Buchsen sind also als Schaltbuchsen ausgelegt – ein Feature, mit dem der ursprüngliche A-135-1 nicht aufwarten kann.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A135-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A135-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A135-2-SW

Betriebsarten

Wie bei fast allen neuen Modulen von Doepfer sind über Steckbrücken („Jumper“) auf der Platine zum Teil gravierende Anpassungen der grundsätzlichen Betriebsart des Moduls möglich. Die werkseitige Konfiguration ist ein 4-in-1 Mixer mit zusätzlichen Einzelausgängen.

Für einen 4-in-2 Stereomixer, der ohne Panoramaregelung usw. einfach zwei Stereosignale zu einem einzigen Stereosignal mischen soll, werden die Eingänge 1 und 3 nur von der ersten Steuerspannung beeinflusst, die Eingänge 2 und 4 nur von der zweiten. Somit kann man zwei Stereosignale spannungsgesteuert mischen.

Stereo-Mixer über Multiples realisiert.

Eine weitere Möglichkeit ist die Steuerung aller vier VCAs gleichzeitig über den Eingang „CV 1“, was etwa bei polyphonen Anwendungen (gemeinsame Volumenregelung, gemeinsame Regelung von vier Modulationsquellen usw.) sinnvoll sein kann. Das ist exakt die Funktion des mittlerweile nicht mehr lieferbaren A-132-2 (der allerdings über zwei CV-Eingänge verfügt).

Beide Varianten lassen sich allerdings auch ganz einfach über Multiples lösen, über die man die Steuerspannungen entsprechend auf die CV-Eingänge verteilt.

Die Jumper für die Normalisierung der Eingänge sitzen an der Unterseite des Moduls auf der Platine nahe der Frontplatte.

Interessanter ist die Möglichkeit, die Eingangssignale „In 2“ bis „In 4“ mit dem jeweils vorhergehenden Eingangssignal vorzubelegen („Normalisierung“ der Eingänge). Damit lässt sich ein einziges Signal spannungsgesteuert auf vier unterschiedliche Filter usw. weiterleiten. Das ist beim „großen Bruder“ A-135-1 ab Werk so eingestellt und für den A-135-2 durchaus als Standard-Konfiguration sinnvoll: Man kann die Vorbelegungen ja jederzeit durch Einstecken eines Patchkabels umgehen. Die Normalisierung erfolgt individuell pro Eingang („In 2“ bis „In 4“) durch einen aufgesteckten Jumper.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -40 mA (-12V)

A-135-1 Voltage Controlled Mixer / Quad Voltage Controlled Amplifier

Der A-135-1 Voltage Controlled Mixer ist eine praktische Kombination aus vier VCAs und einem Mischer. Nach der überbreiten ersten Version hat Doepfer im Mai 2013 einen schmäleren Nachfolger vorgestellt, der zudem neben dem Summenausgang über vier Einzelausgänge verfügt. „Schmäler“ ist allerdings nach heutigen Doepfer-Standards relativ: Das Modul benötigt immer noch 18 TE. Wem das zu „barock“ für das kleine Modularsystem ist, wird sich eher an die neue „Slim Line“ – Version A-135-2 mit nur 8 TE halten, die zwar über keine Abschwächer für die Eingänge verfügt, dafür aber auch nur 8 TE Platz benötigt.

Die Verstärker arbeiten linear. Bei jedem der vier Kanäle kann das Eingangssignal mit einem Abschwächer angepasst werden, eine konstante Verstärkung (»Gain«-Regler), sowie das Ausmaß der Amplitudenmodulation durch externe Steuerspannungen eingestellt werden.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A135-1-IN

Ausgänge:

CTRL-A135-1-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A135-1-SW

Morphing

Morphing mit dem A-144 und dem A-135-1 (hier noch in der ersten Version ohne Einzelausgänge).

Die Verbindung des VC Mixers mit dem A-144 Morphing Controller ist eine naheliegende Kombination: Vier verschiedene Audiosignale können damit sehr einfach überblendet werden.

Mit dem A-144 Morphing Controller kann der A-135 VC Mixer vier Audioquellen der Reihe nach ineinander überblenden. Das können vier Schwingungsformen eines VCOs sein, verschiedene Geräusche und Töne aus unterschiedlichen Rauschgeneratoren und Oszillatoren, aber auch komplette »Synthesizerstimmen«.

Negative Steuerspannungen

Der »Gain«-Regler kann auch zum Ausgleich verwendet werden, wenn negative Steuerspannungen (z.B. von LFOs) als Modulationssignale eingesetzt werden, die sonst bei Unterschreiten von 0 V keine weitere Modulation der Amplitude bewirken würden.

Versionsunterschiede

Vom A-135-1 existieren mittlerweile drei verschiedene Versionen, die Modulnummer und -bezeichnung wurde beibehalten.

Ursprüngliche Version1 ohne Einzelausgänge.
  • Version 1: 22 TE breit, 55 mm tief, Strombedarf +30/-20 mA. Keine Einzelausgänge, das Modul ist nicht zur Verstärkung von Steuerspannungen, sondern ausschließlich für Audiosignale geeignet.
  • Version 2 ab Mai 2013: 18 TE breit, 50 mm tief, Strombedarf +60/-50 mA. Vier Einzelausgänge, das Modul ist gleichspannungsgekoppelt und verarbeitet sowohl Audio- als auch Steuerspannungen.
  • Version 3 ab Januar 2014: Wie Version 2, zusätzlich sind sämtliche Eingänge normalisiert, d.h. ohne zusätzliche Stecker in den Eingangsbuchsen 2-4 liegt das Signal von Eingang 1 auf allen vier Audiowegen (analog für die vier Steuerspannungseingänge). Per Jumper auf der Platine kann der Summenausghang so konfiguriert werden, dass er bereits aus Einzelausgängen abgegriffene Signale aus der Summe herausnimmt.

Technische Daten

Version 2 & 3Version 1
Breite18 TE22 TE
Tiefe50 mm55 mm
Strombedarf60 mA (+12V) / -50 mA (-12V)30 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-132-4 Quad exponential Voltage Controlled Amplifier / Mixer

Der A-132-4 Quad exponential VCA besteht aus vier Teilmodulen, die separat, aber auch mit einer gemeinsamen Steuerspannung kontrolliert werden können.

Wie der A-132-1 scheint auch der Quad exponential VCA eher spartanisch ausgestattet zu sein: Eingang – Ausgang – zwei Steuerspannungseingänge ohne weitere Regler. Allerdings bietet er auch vier recht hochwertige Verstärker inkl. Summenausgang auf sehr kleinem Raum und wird in Sachen „VCAs pro TE“ wohl nur noch vom neuen A-130-8 übertroffen, der es auf ganze acht (lineare) VCAs bei ebenfalls nur 6 TE bringt. Wir werden aber etwas weiter unten sehen, dass trotz der sparsam ausgestatteten Frontplatte eine ganze Menge an Konfigurationsmöglichkeiten in dem kleinen Modul stecken.

Bedienelemente

Eingänge (für jedes der 4 Teilmodule):

CTRL-A132-4-IN

Ausgänge (für jedes der 4 Teilmodule):

CTRL-A132-4-OUT

Konfigurationsmöglichkeiten

Eine der großen Stärken des Quad VCAs ist seine recht umfangreiche Konfigurierbarkeit über Jumper auf den Platinen des Moduls:

  • Festlegung, welche(s) der Teilmodule im Summenausgang gemischt wird (werkseitig eingestellter Standard: alle).
  • Nutzung der Buchse ganz links unten für den Summenausgang oder als zweiter Steuerspannungs-Eingang (Standard: Summenausgang) für das unterste Teilmodul (VCA4).
  • „Normalisierung“ der Steuerspannungsbuchsen C2, C3 und C4 mit der Spannung an C1 – damit können alle vier Teilmodule gleichzeitig mit einer einzigen Spannung gesteuert werden. Sobald man ein Patchkabel in eine der Schaltbuchsen C2-C4 steckt, wird die Vorbelegung für dieses Teilmodul unterbrochen (Standard: Normalisierung aller 3 Buchsen).
  • Vorbelegung der Steuerspannungsbuchse C1 mit einer geringen negativen Spannung. Damit schließen mit C1 alle verbundenen Teilmodule vollständig, auch wenn an C1 kein Patchkabel angeschlossen ist (Standard: Buchse ist vorbelegt).
  • „Normalisierung“ der Eingänge „In2“, „In3“ und „In4“ mit dem Eingang (oder jeweils wahlweise auch dem Ausgang) des obersten Teilmoduls 1 (Standard: jeweils „In1“). Auch die Eingänge 2-4 sind natürlich als Schalltbuchsen ausgelegt, die diese Vorbelegungen jeweils unterbrechen.
  • Zusätzlich zu den Jumpern existieren vier Trimmpotentiometer um für jeden der VCAs die Empfindlichkeit anzupassen.
BOARD-A132-4A-2

BOARD-A132-4B

Audio gut, Morphing leider nicht

Mit der exponentiellen Charakteristik der Verstärkung ist das Modul besser für die Verstärkung von Audiosignalen als von Steuerspannungen geeignet.

Leider erzeugt es aufgrund dieser Charakteristik gemeinsam mit dem A-144 Morphing Controller keine fließenden Übergänge, so dass es nicht als (platzsparender) Ersatz für den A-135-1 VC Mixer eingesetzt werden kann. Der A-144 liefert linear steigende und fallende Steuerspannungen und benötigt daher auch linear arbeitende Verstärker. Aber vielleicht bringt Doepfer ja mal einen Nachfolger des leider nicht mehr lieferbaren A-144 mit zwischen zwischen linear und exponentiell umschaltbaren Ausgängen?

Bis dahin sind die neuen Module A-130-8 oder auch A-135-2 sehr gute mehrfach-VCAs für Morphing, wenn der A-135-1 zu sperrig ist. Oder auch zwei -132-1, die seit 2013 mit sehr hochwertigen Verstärkerbausteinen ausgestattet sind.

Technische Daten

Breite6 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-132-1 Dual Voltage Controlled Amplifier

Der A-132-1 Dual VCA wurde früher auf der Webseite von Doepfer als »Lowcost« bezeichnet. Damals wurden noch vergleichsweise einfache CA3080 verwendet, deren Qualität gar nicht so »Lowcost« war, wie man das vielleicht vermuten würde. Seit Mitte 2013 wird das überarbeitete Modul mit SSM2164/V2164 betrieben, die nochmal deutlich rauschärmer und verzerrungsfreier arbeiten. „Lowcost“ ist also endgültig Geschichte? Ja, klanglich auf jeden Fall, nur der Preis ist noch immer ziemlich günstig…

Das Modul spart allerdings an der Ausstattung: Keine Abschwächer für Eingangssignal oder Steuerspannung, kein Gain-Regler für die Einstellung einer konstanten Verstärkung. Wer damit leben kann, erhält zwei sehr praktische Verstärker auf kleinem 4 TE-Raum.

Bedienelemente

Eingänge (für jedes der beiden Teilmodule):

CTRL-A132-1-OUT

Ausgänge (für jedes der beiden Teilmodule):

CTRL-A132-1-OUT

Für Steuerspannungen sowieso

Ein A-140 ADSR steuert sowohl die Frequenz des LFOs, als auch dessen Amplitude, d.h. Intensität der Modulation des LFOs auf ein beliebiges Ziel.

Verstärkung / Abschwächung von Steuerspannungen ist eine typische Anwendung für die linear arbeitenden VCAs im A-132-1. Sie können beispielsweise die Intensität der Modulation eines LFOs auf ein Filter mit einem ADSR-Generator steuern, z.B. um ein langsam automatisch abklingendes „Wahwah“ zu realisieren.

Morphing mit Steuerspannungen

Zwei A-132-1 können gut gemeinsam mit einem A-144 Morphing Controller eingesetzt werden, um zwischen vier Signalen überzublenden. Da der A-144 lineare VCAs benötigt, ist der A-132-2 (genauer gesagt zwei davon) dafür perfekt geeignet.

Im Gegensatz zum A-135 VC Mixer (der nur Audio mag) können die A-132-1 VCAs auch sehr gut für die Verstärkung (bzw. in Verbindung mit dem A-144 für das »Morphing«) von Steuerspannungen eingesetzt werden.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe35 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-132-3 Dual linear/exponential Voltage Controlled Amplifier

Der A-132-3 Dual Lin. / Exp. VCA verfügt über zwei identische Teilmodule. Beide Verstärker können unabhängig voneinander zwischen linearer und exponentieller Charakteristik umgeschaltet werden.

Dazu kommt eine zwar nicht üppige, aber solide Ausstattung (CV-Eingang mit Abschwächer und manuellem »Gain«-Regler), so dass das Modul sehr vielseitig einsetzbar ist.

Bedienelemente

Eingänge (für jedes der 2 Teilmodule):

CTRL-A132-3-IN

Ausgänge (für jedes der 2 Teilmodule):

CTRL-A132-3-OUT

Regler / Schalter (für jedes der 2 Teilmodule):

CTRL-A132-3-SW

Einer für alle(s)

Das Modul kann sehr gut sowohl für Audiosignale (dann oft mit exponentieller Charakteristik), als auch für die Verstärkung von Steuerspannungen (normalerweise mit linearer Charakteristik) eingesetzt werden.

Modulversionen

In früheren Versionen wurde ein CEM3360 für den VCA eingesetzt, der ab 2010 nicht mehr lieferbar war. Ab Herbst 2010 wurde deshalb dafür ein SSM2164 verwendet.

Der »alte« A-132-3 hat aufgrund einer Begrenzung des Verstärkungsfaktors auf 1 und einer sehr großzügig bemessenen »zulässigen« Eingangsspannung von bis zu +/- 7,5V praktisch verzerrungsfrei gearbeitet, ein toller und völlig unkomplizierter VCA, wenn man den Klang nicht weiter durch den Verstärker „färben“ wollte.

Bei der auf den SSM-basierten Version kann ab Reglerposition »15 Uhr« (»Gain«-Regler) mit entsprechenden Eingangssignalen ein deutliches Clipping erzeugt werden (stärker als bei den A-130 / A-131 VCAs). Damit ist der A-132-3 gezielt zur »Färbung« einsetzbar und kann zudem tatsächlich über einen Faktor 1 hinaus verstärken (ist also kein »spannungsgesteuerter Abschwächer« wie die meisten anderen VCAs). Dafür ist er aber auch etwas schwieriger zu handhaben, wenn es stets ganz »clean« bleiben soll.

Seit Anfang 2019 ist ein Nachbau des CEM3360 (als AS3360 von Alfa) nun wieder lieferbar, so dass die aktuellen A-132-3 wieder der ursprünglichen, „verfärbungsfreien“ Version entsprechen. Die CEM/AS-basierte Version erkennt man am Aufdruck des Verstärkerbausteins auf der Mitte der Platine:

Die ursprüngliche Version mit dem Curtis 3360 (heute ein baugleicher AS3360), bei der Modulversion mit einem SSM-Baustein sitzt dort ein SSM/V2164.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-131 Exponential Voltage Controlled Amplifier

Das Modul A-131 ist das »Geschwistermodul« des A-130 VCA – im Gegensatz zu diesem arbeitet es mit einer exponentiellen Charakteristik, ist aber ansonsten identisch ausgestattet.

Damit ist es für die Verstärkung von Steuerspannungen eher wenig geeignet, aber in den meisten Fällen sehr gut passend für die Verstärkung von Audiosignalen.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A131-IN

Ausgänge:

CTRL-A131-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A131-SW

Ein leicht »färbender« VCA

Bei hohen Eingangspegeln bzw. großen Verstärkungsfaktoren (Steuerspannung) erzeugt der A-131 VCA leichte Verzerrungen (»Clipping«). Sie haben es also nicht mit einem »Hi-Fi«-Verstärker zu tun, der unter allen Bedingungen eine 1:1-Verstärkung durchführt. Der A-131 ist ein »färbender« Verstärker, der das Signal in Grenzbereichen verändert.

Das kann man mögen oder auch nicht: Die Ergebnisse klingen ja gar nicht schlecht, sondern meist etwas »retro« – aber wenn das Ideal ein »Hi-End-Laborinstrument« ist, dann wird das weniger passend sein.

»Andicken« mit einem zusätzlichen Sinus im VCA

Ein »konservatives« Synthesizer-Patch summiert mehrere VCOs in einem Mischer, sendet das Ergebnis in ein Filter und dann in den VCA. Durch die zwei Eingänge des A-131 kann zusätzlich eine Sinusschwingung aus einem VCO abgezweigt und ungefiltert in das Summensignal eingespeist werden. Auf diese Weise können noch zusätzlich Bässe betont werden.

Der A-131 VCA als letztes (und dabei den Klang etwas färbendes) Glied in einem Standard-Synthesizer.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-130 Linear Voltage Controlled Amplifier

Der A-130 Voltage Controlled Amplifier ist ein (sehr gut ausgestatteter) linear arbeitender VCA. Das »Geschwistermodul« A-131 arbeitet mit exponentieller Charakteristik, ist aber ansonsten identisch ausgestattet.

Bereits bei den Mischern A-138a (linear) und A-138b (exponentiell) hat sich gezeigt, dass eine exponentielle Charakteristik der Verstärkung unserem psychophysiologischen Empfinden einer »gefühlt linearen« Lautstärkeregelung näher kommt.

Daher wird der lineare Verstärker A-130 auch eher für Steuerspannungen eingesetzt.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A130-IN

Ausgänge:

CTRL-A130-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A130-SW

Steuerspannungen

Zwei Steuerspannungen eines A-145 LFOs werden im A-130 gemischt und in der Amplitude durch einen zweiten LFO moduliert.

Das Modul eignet sich hervorragend für die Verstärkung / Abschwächung von Steuerspannungen.

Wenn man mehrere LFOs oder LFO und ADSR zur Verfügung hat, lassen sich damit sehr einfach bereits etwas komplexere Modulationen erzeugen.

»Weichere« Lautstärkeverläufe bei Audio

Wenn es – für Audiosignale – mal etwas weniger »pointierte / zackige« Lautstärke-Verläufe braucht, lohnt sich der Versuch mit einem linearen VCA an Stelle der üblichen exponentiellen Variante (wie dem A-131) durchaus. Der Effekt eines linearen VCAs kann übrigens auch nicht durch längere Decay- usw. Zeiten im ADSR-Generator ersetzt werden.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-111-5 Mini Synthesizer Voice

Der A-111-5 ist kein Oszillator im herkömmlichen Sinn, sondern ein kompletter Mini-Synthesizer mit VCO, VCF, VCA, ADSR und zwei LFOs. Ein »Dark Energy« (erste Generation) für das Modulsystem! Hier ist vieles patchbar, aber bei näherer Betrachtung wird man erkennen, dass einige Signalwege ausschließlich intern geschaltet sind. Es gibt beispielsweise keine Möglichkeit, den Ausgang des Oszillators vor dem Filter abzugreifen. Der A-111-5 ist also kein »Modularsystem im Modularsystem«.

Aber das will der A-111-5 auch gar nicht sein: Er ist eine praktische Lösung, wenn man auf sehr kompaktem Raum noch eine zusätzliche »Stimme« im Modularsystem benötigt, die auch ohne viele Patchkabel unmittelbar und schnell einsetzbar ist. Der A-111-5 beinhaltet einen VCO, ein VCF (24dB Tiefpassfilter), einen VCA, zwei LFOs und einen ADSR-Generator, der Steuerspannungen z.B. für Lautstärkeverlauf oder Filterverlauf erzeugen kann.

Zudem ist das Filter einmalig: Es erlaubt lineare Frequenzmodulation seiner Eckfrequenz und ist – in Selbstoszillation – hervorragend tonal spielbar. Die Rechteck- und Pulsschwingungen des VCOs sind zwar etwas »abgerundet«, in Summe aber noch ziemlich exakt (auch im Vergleich zu A-110 oder A-111-1).

Nachdem der A-111-5 aufgrund der fehlenden Verfügbarkeit von CEM3394 – Bausteinen nicht mehr produziert wurde, hat Doepfer das Modul mit dem AS3394 neu aufgelegt.

Stand: Herbst 2020

Wird auch ein externes Signal »abgerundet«?

Öffnet vielleicht das Filter nicht vollständig und sorgt auf diese Weise für die besondere Schwingungsform? Nein, externe Signale werden nicht abgerundet, obwohl sie ja ebenfalls das Filter im A-111-1 durchlaufen müssen. In der Abbildung z.B. ein Rechtecksignal aus einem A-110 VCO:

A-111-5: Rechteck – leicht abgerundet.
A-111-5: Puls – ebenfalls abgerundet.
Rechteck eines A-110 über den externen Eingang des A-111-5.

Dreieck und Sägezahn

Der Oszillator des A-111-5 hat noch eine weitere Besonderheit: Die Pulsschwingung ist grundsätzlich immer »eingeschaltet«, ein Dreieck oder ein Sägezahn kann per Schalter hinzugefügt werden. Um aber ein reines Dreieck oder einen reinen Sägezahn zu bekommen, muss die Pulsbreite auf 0% oder 100% (»PW«-Regler auf Anschlag links oder rechts) – und somit auf »unhörbar« gestellt werden:

A-111-5: Dreieck.
A-111-5: Sägezahn.

Mischung aus Puls und Dreieck oder Sägezahn

Bei anderen Pulsbreiten-Einstellungen erhält man interessante Mischklänge, die zwar mit jedem anderen VCO ebenfalls erzielbar sind, aber hier eben recht einfach und ohne zusätzliche Patchkabel, Mixer etc.:

A-111-5: Eine Mischung aus Rechteck und Dreieck.
A-111-5: Eine Mischung aus Puls und Sägezahn.

Bedienelemente

Eingänge:

Gate vom Systembus (ohne Abb.): Der ADSR-Generator lässt sich über ein am Systembus anliegendes Gatesignal auslösen. Bei Bedarf kann diese Verbindung intern über einen Jumper aufgetrennt werden. Um ein Gate in einen Systembus einzuspeisen, wird das Modul A-185-1 benötigt.

Mit Ausnahme des ADSR Gate-Eingangs, der die Leitung zu den Gatesignalen des Systembusses unterbricht, werden alle anderen Eingänge (Audio- wie Modulationseingänge) zusätzlich zu den internen Modulations- und Audioquellen addiert.

CTRL-A111-5-IN

Ausgänge:

CTRL-A111-5-OUT

Regler / Schalter (VCO):

CTRL-A111-5-VCO-SW

Regler / Schalter (VCF):

CTRL-A111-5-VCF-SW

Regler / Schalter (VCA, LFO1 und LFO2):

Beide LFOs sind identisch ausgelegt, die Bedienelemente werden daher nur einmal beschrieben.

CTRL-A111-5-VCA-LFO-SW

Regler / Schalter (ADSR):

CTRL-A111-5-ADSR-SW

Ein kompletter Mini-Synthesizer

Der A-111-5 ist die preisgünstigste Möglichkeit, eine komplette Synthesizerstimme in das Modularsystem zu bekommen. Oft kosten bereits VCO und VCF so viel wie dieses Modul, hier sind aber noch zwei einfache LFOs, ein ADSR, ein VCA und ein paar Audio- bzw. CV-Mischer eingebaut. Das ist durchaus praktisch, wenn man mit einem sehr kleinen Modularsystem anfangen möchte.

Bei größeren und großen Systemen kann es attraktiv sein, »mal so eben« eine weitere Stimme einzubauen, die z.B. im Livebetrieb schnell und ohne viel Verkabelung einsatzbereit ist. Und dank der Vor-Verschaltung lassen sich ohne viel Aufwand erstaunlich komplexe Klänge erzielen.

Aber auch für Einsteiger-Modularsysteme ist der A-111-5 eine Überlegung wert: Man kann das Modul gut als Ausgangsbasis verwenden und dann mit weiteren Modulen (VCO, VCF, Waveshaper usw.) ergänzen.

Grundeinstellung für neue Sounds

Als Ausgangspunkt für neue Sounds können Sie folgende Grundeinstellung ausprobieren.

  • VCO: Tune = 5, Range-Schalter in der Mittelstellung, FM = 0, Source-Schalter daneben in der Mittelstellung (»off«), PW = 0 (damit ist die Pulswelle ausgeschaltet), Shape-Schalter daneben auf Sägezahn, PM = 0, Source-Schalter daneben auf Mittelstellung (»off«). Der VCO wird damit einen Sägezahn in mittlerer Oktavlage erzeugen.
  • VCF: Frq im oberen Drittel, Track-Schalter auf »off«, XM und LM auf 0, Source-Schalter auf Mittelstellung (»off«), Res = 0. Das Filter wird etwas an Höhen abschneiden, aber sonst keine auffälligen Verfärbungen des Klangs erzeugen.
  • VCA: A = 0, AM = 10, Source-Schalter auf ADSR. Der Verstärker wird damit ausschließlich vom Hüllkurvengenerator (ADSR) gesteuert.
  • LFO 1 & LFO 2: Beide Shape-Schalter auf Mittelstellung (»off«). Die LFOs sind damit erst einmal ausgeschaltet, die anderen LFO-Bedienelemente haben bei »off« keine Auswirkung.
  • ADSR: ADSR Range-Schalter auf »mid«, A = 0, D = 0, S = 10, R = 0. Die Hüllkurve ist damit eine einfache Orgel-Hüllkurve (Ton ist bei Tastendruck sofort da und verstummt beim Loslassen der Taste sofort wieder). Der Ausgang des Moduls ist mit der Audio-Anlage verbunden, VCO F Eingang und ADSR Gateeingang werden von einer Tastatur o.Ä. angesteuert.

Jetzt wird geschraubt!

Was Sie jetzt versuchen können:

Bewegen Sie per Hand den Regler »Frq« des Filters: Der Klang wird unterschiedlich dumpf oder brillant werden.

Wählen Sie eine mittlere Eckfrequenz und spielen Sie über einen größeren Tastaturbereich: Die höheren Töne werden dumpfer als die tiefen. Schalten Sie jetzt den Schalter »Track« des Filters auf »half« oder »full«: Die Eckfrequenz wird nun an die gespielte Tonhöhe zum Teil (half) oder ganz (full) angepasst.

Wie verändern sich die Klänge, wenn Sie die Resonanz des Filters erhöhen? Was passiert mit den tiefen Frequenzanteilen? Achten Sie auf den Klang bei sehr hoher Resonanz (Selbstoszillation des Filters).?Probieren Sie andere Hüllkurven: Mehr Attack lässt den Ton langsam lauter werden, Release lässt ihn nach dem Loslassen der Taste ausklingen. Attack = 0, Decay und Sustain auf mittlerem Wert lassen den Ton perkussiver werden, die Lautstärke bleibt bei länger gehaltener Taste auf der mit Sustain eingestellten Lautstärke.

Schalten Sie den ADSR-Generator als XM-Modulationsquelle des Filters ein und variieren Sie mit dem Regler »XM« die Intensität der Modulation.

Schalten Sie einen oder beide LFOs ein und setzen Sie sie als Modulationsquellen für VCO, VCF oder VCA (oder einer Kombination davon) ein.

Mischen Sie die Pulsschwingung des Oszillators (mit PW im mittleren Bereich) dazu. Schalten Sie den Sägezahn aus.

Ein alter Trick geht auch hier

Der Audioausgang der A-111-5 Mini Synthesizer Voice wird mit dem A-180 Multiple aufgesplittet und über einen A-183-1 Attenuator wieder in den eigenen »External Audio«-Eingang zurückgeführt.

Versuchen Sie ruhig auch einmal einen alten »Minimoog-Trick«: Der Audioausgang wird über ein Multiple aufgesplittet. Ein Teil geht in die Abhöranlage, ein anderer Teil über einen Abschwächer wieder zurück in den eigenen Audioeingang. Fangen Sie mit stark abgeschwächten Signalen an.

Das Filter als zweiter Oszillator

Die lineare Filter-FM ist ein ungewöhnliches Feature. Zudem ist die Kennlinie zur Steuerung der Eckfrequenz sehr exakt 1 V / Oktave (genauer als bei vielen anderen Filtern). Aufgrund der beiden unabhängigen externen Steuereingänge für VCO und VCF können Sie das Modul sogar zweistimmig spielen – hier mit einem Sequencer:

Ein A-155 Sequencer steuert sowohl die Frequenz des VCOs, als auch die Frequenz des VCFs im A-111-5 Mini Synthesizer. Der A-156 Quantizer erleichtert dabei die Einstellung auf exakte Tonhöhen.

Im folgenden Klangbeispiel wird dieses Setup demonstriert: Zu Beginn hört man den reinen Sinus des selbstoszillierenden Filters, dann kommt der VCO mit einer Pulswelle dazu, später folgen Modulationen von VCO und VCF. Zum Ende wird die Resonanz immer weiter reduziert, bis schließlich nur noch der VCO zu hören ist.

Schnelle LFOs

Die beiden LFOs reichen ein gutes Stück in den Audiobereich: Eingesetzt zur Frequenzmodulation von VCO (LFO1) und / oder VCF (LFO2), erhalten Sie ein breites Spektrum an metallischen und disharmonischen Klängen für die Abteilung »Special Effects«.

»Live«-Eingriffe erwünscht

Die große Zahl an Umschaltmöglichkeiten (das Modul verfügt immerhin über 12 3fach-Schalter!) ist eine schöne Einladung, um schnell und drastisch in den Klang einzugreifen – das ist etwas, das Sie möglicherweise nicht gerade mit einem Modularsystem verbinden, oder?

Technische Daten

Breite24 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf80 mA (+12V) / -50 mA (-12V)

A-101-2 Vactrol Lowpass Gate

Ein Lowpass Gate (LPG) ist ein merkwürdiges Gerät. Es verwendet eine Vactrolschaltung und verbindet ein Tiefpassfilter mit einem Verstärker (VCA).

Warum dann nicht einfach ein Filter und einen Verstärker separat einsetzen? Das LPG lässt sich zwischen VCF, VCA und der Kombination VCF / VCA umschalten! Zudem ist das Modul mit einem Vactrol aufgebaut und klingt – auch als VCA – anders als herkömmliche Filter oder Verstärker. Die Trägheit der Vactrols führt zu einem »natürlichen« Ausklingverhalten des VCAs.

Das Modul steht übrigens in einer Reihe von Modulen, die deutlich von Konzepten des amerikanischen Synthesizer-Pioniers Don Buchla inspiriert sind (ohne ein Buchla-System ersetzen zu wollen): Die Zufallsgeneratoren A-149 / 1 und A-149 / 2 sind weitere Beispiele.

Buchla-Synthesizer unterscheiden sich in der Komplexität der Module, aber auch im Benutzerinterface deutlich von den mehr an Keyboards orientierten Modellen von Moog oder ARP.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A101-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A101-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A101-2-SW

Umschalten per Sequencer

Das A-101-2 lässt sich sehr schön per Sequencer oder Zufallsgenerator zwischen den Betriebsarten umschalten.

Ein A-149-1 / 2 Zufallsgenerator schaltet zwischen den Betriebsarten des A-101-2 LPGs um.

Selbstoszillation nur im LP Modus

Das Filter ist nur im LP Betriebsmodus zur Selbstoszillation fähig. Der Filterklang ändert sich also deutlich hörbar beim Umschalten zwischen »LP« und »LP / VCA«.

Klangbeispiele

Wie in vielen anderen Demos verwende ich auch hier drei A-110 VCOs (alle Sägezahn, ein VCO eine Oktave tiefer), die von einem A-155/156 Sequencer gesteuert werden. Der Mix der drei VCOs geht in das A-101-2 LPG. Die LPG Modes werden von einem Zufallsmodul (A-149-2) umgeschaltet, das mit dem Sequencer synchronisiert ist. Die Filter-Eckfrequenz und / oder Verstärkung wird von einem weiteren Zufallsmodul (A-149-1), sowie einem A-140 ADSR gesteuert. Zuletzt geht das Audiosignal in einen A-132-3 VCA, der nicht unbedingt erforderlich wäre, da unser A-101-2 ebenfalls als VCA arbeiten kann, aber die beiden VCAs reagieren ziemlich unterschiedlich und zeigen dadurch ein paar interessante „Verhaltensweisen“.

Wir starten ohne Filter-Resonanz, einem moderaten LPG Input Level, und weder das LPG noch der A-132-3 werden vom A-140 ADSR moduliert. Dann wird die ADSR Modulation auf das LPG erhöht. Dann (um 0:50) wird die Filter Resonanz erhöht, sowie der Input Level (was zu leichter Verzerrung im LPG führt). Danach wird der A-132-3 vom A-140 moduliert (anstatt einfach konstant zu verstärken). Zuletzt folgen ein paar Veränderungen von Modulationstiefe und Resonanz.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)