A-105-4 Quad Poly SSI VCF

Der A-105-4 ist ein polyphones Filtermodul, das auf dem integrierten Schaltkreis SSM2024 (bzw. dessen Nachbau SSI2144) basiert. Im Prinzip haben wir vier A-105 – Filter mit gemeinsamer Steuerung vor uns: Eckfrequenz, Resonanz (hier „Q“ genannt) und Eingangslevel können für alle vier Filter in gleicher Weise eingestellt werden oder auch gemeinsam über Steuerspannungen geregelt werden.

Zusätzlich hat jedes der 4 Filter noch einen individuellen Modulationseingang für die Eckfrequenz. Die Modulationsintensität dieser 4 Spannungsquellen lässt sich gemeinsam über den Regler „FM“ einstellen oder – und das konnte der originale A-105 auch nicht ohne zusätzlichen VCA – über eine weitere Steuerspannung im Eingang „CVFM“ beeinflussen.

Um das zu realisieren, hat Doepfer offensichtlich eine ganze Menge VCAs in dem Modul verbaut. Polyphonie im Modularsystem ist ein anspruchsvolles Thema: Was sonst ein einfacher Potentiometer erledigt, muss bei Polyphonie über mehrere parallele Verstärker laufen, die auch über vergleichbare Bereiche arbeiten (Abgleichaufwand!), damit alle „Stimmen“ in gleicher Weise steuerbar sind. Das ist schon ein kleines „Wunderwerk“ auf nur 8 TE.

Beim Blick hinter die Frontplatte sehen wir dann auch eine Platine für die eng bestückten Buchsen und Potentiometer, dahinter die eigentliche Hauptplatine und darauf nochmal die vier eigentlichen Filter-Platinen per „Huckepack“.

Anwendungsmöglichkeiten

Kann man mit einem polyphon ausgelegten A-100 einen der modernen polyphonen Synthesizer ersetzen? Oder gar übertreffen?

Das kommt darauf an, was man will.

Einerseits haben wir eine Beschränkung auf nur 4 Stimmen – mehr Stimmen sind zwar grundsätzlich möglich, werden dann aber deutlich umständlicher in der Bedienung. Die gemeinsame Steuerung bei allen polyphonen Doepfer-Modulen umfasst halt nur immer 4 Stimmen, bei 8 Stimmen müsste man fast alles manuell zwischen zwei solchen „Viererblöcken“ angleichen.

Andererseits reichen 4 Stimmen für sehr viele (wirklich SEHR viele) Zwecke und es gibt Eingriffsmöglichkeiten in jede Stimme, die kein anderer Synthesizer bietet, z.B. eine grundsätzlich unabhängige Handhabung von Tonhöhe und Trigger für jede Stimme: Das eine kann von einem Keyboard (z.B. mit dem polyphonen Midi-Interface A-190-5) stammen, das andere von einem Sequencer wie dem A-157 Trigger-Sequencer, der mit seinen 8 Spuren auch noch die Hüllkurven der VCAs und Filter unabhängig voneinander triggern kann.

Bei den Modulationsmöglichkeiten gibt es natürlich harte Konkurrenz von Poly-Synthesizern mit ausgefeilter Modulationsmatrix, aber beim A-100 ist man halt prinzipbedingt doch noch etwas flexibler, wenn man das will und wenn man bereit ist, etwas mehr Aufwand hineinzustecken.

Und ja, das „Manko“ beinahe aller Modularsynthesizer begegnet uns auch in der Polyphonie: Wir können keine Sounds „speichern“. Wir lernen dafür, wo wir hingreifen müssen, um etwas zu verändern, wir haben wirklich und wahrhaftig einen Regler für jede Funktion und ein individuelles Instrument statt einer „Presetschleuder“ mit OLED-Display und Knöpfen für 4 beliebige Funktionen.

Das erfordert etwas Planung im Vorfeld. Sehen wir uns also wie üblich erst einmal an, was das A-105-4 – Filter kann.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A105-4-IN

Ausgänge:

CTRL-A105-4-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A105-4-SW

Damit haben wir 3 „globale“ Steuerungsmöglichkeiten – manuell oder über Steuerspannungen: Den Regler „F“ bzw. den Eingang „CVF“ für die Eckfrequenz, „Q“ und „CVQ“ für die Resonanz sowie „Lev.“ und „CVL“ für den Eingangslevel der 4 im A-105-4 verbauten Filter. Ziel eines polyphonen Filters ist ja, dass sich alle 4 Filter gleich verhalten bzw. näherungsweise gleich klingen.

Zusätzlich gibt es 4 individuelle Steuerspannungseingänge für die Eckfrequenzen, die man in der Praxis meist mit 4 ADSR-Generatoren speisen wird, sofern man nicht kompexere Dinge über einen Matrixmischer (z.B. A-138m) realisieren möchte. Zusätzlich gibt es nun einen vierten globalen Regler „FM“ und den Steuerspannungseingang „CVFM“, die gemeinsam für alle 4 Filter die Modulationsintensität der 4 individuellen „FM“-Eingänge regeln.

Ein minimales Poly-Setup mit dem A-105-4

Wenn wir als Klangquelle einen A-111-4 VCO verwenden, dann werden die Ausgänge der VCOs (z.B. die vier Sägezahn-Ausgänge) mit den vier „In“-Buchsen des Filters verbunden. Analog dazu schließen wir die vier „Out“-Buchsen des Filters an die vier „In“-Buchsen eines A-132-8 Octal Poly VCAs an. Soweit also nicht anders als bei einem monophonen Filter-Modul, nur eben für jede der vier Stimmen separat.

Ebenso können wir die Ausgänge eines A-141-4 Poly VCADSRs mit den vier „FM“-Eingängen des Filters verbinden. Ein zweiter A-111-4 könnte den VCA steuern oder wir splitten die Ausgänge eines einzelnen A-111-4 über Multiples auf und verwenden die Hüllkurven gleichzeitig für Filter und Verstärker, was ich persönlich ganz gerne nutze.

Den Rest kann man manuell einstellen oder aber die jetzt noch freie oberste Reihe der Buchsen für Steuerspannungen einsetzen, die auf alle vier Filter gleichzeitig wirken: Filtereckfrequenz („CVF“), Intensität der individuellen Modulation durch die ADSRs („CVFM“), Resonanz („CVQ“) und Eingangslevel („CVL“). Dafür bieten sich die „CV3“-Ausgänge vom A-190-5 an, die man z.B. mit Noten-unabhängigen Parametern wie Aftertouch, Modulationsrad usw. belegen kann.

Einfacher Poly-Synthesizer

Etwas „modularer“ gedacht

Niemand zwingt uns, ein polyphones Modularsystem genau so wie einen 08/15-Polysynth zu nutzen. Im Gegenteil, damit verschenkt man natürlich einige interessante Möglichkeiten.

Man kann z.B. die vier individuellen CV-Eingänge des Filters an Stelle eines Poly-ADSRs mit vier unterschiedlich schnellen LFOs belegen, während der VCA weiterhin „traditionell“ mit einem A-141-4 gesteuert wird. Das ist eigentlich eine total banale Variante, die aber nur mit wenigen nichtmodularen Synthesizern realisierbar ist.

Die Filter werden nicht von ADSRs, sondern von 4 LFOs gesteuert

Filter-FM in Audiogeschwindigkeit wäre ein weiteres sehr einfaches, aber doch effektives Beispiel: Die Filtereckfrequenz wird durch den (jeweils zu filternden) Oszillator moduliert. Das Klangspektrum liegt irgendwo zwischen metallisch und verzerrt und ist beim A-105-4 recht feinfühlig dosierbar.

Dabei wird das Filter idealerweise zusätzlich durch die Steuerspannungen für die VCO-Frequenzen mit gesteuert. Durch das Filter-Tracking von – sehr nahe an – 1V/Oktave übernehmen die Filter in Selbstoszillation schon mal einen zweiten VCO pro Stimme. (Details zum Filter-Tracking siehe etwas weiter unten.)

Die Audioausgänge der VCOs modulieren die Eckfrequenz der Filter

Steuerungsmöglichkeiten auf der Platine

Wie mittlerweile üblich, bietet Doepfer auch für den A-105-4 einige interessante Eingriffsmöglichkeiten über Jumper auf der Platine des Moduls. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf der Vorverkabelung eines polyphonen Systems, ohne dafür Patchkabel auf den Frontplatten der beteiligten VCOs oder VCAs einsetzen zu müssen.

  • CV-Eingänge für die Frequenzmodulation des Filters (doppelt vorhanden)
  • Vier individuelle Audio-Eingänge
  • Vier individuelle Audio-Ausgänge

Die Verbindungen zum A-190-5, zum A-132-8 Poly VCA (Einzelausgänge des A-105-4) und z.B. zum A-141-4 ADSR (Modulationseingänge des Filters) werden mit female-female Arduino-Kabeln hergestellt.

Filter-Tracking

JP4: oben CV-Eingänge, unten Audio-Ausgänge

Die Modulationseingänge auf der Platine bieten sich geradezu dafür an, ein Filter-Tracking zu realisieren: Man verbindet dazu einfach die vier CV-Ausgänge des A-190-5 Midi-Interfaces mit den FM-Eingängen des Filters (obere Reihe der Steckerleiste JP4). Praktischerweise arbeiten die Modulationseingänge additiv zu den Miniklinkenbuchsen auf dem Frontpanel, so dass man keine Modulationsmöglichkeiten „verschenkt“.

Micro-Multiples

Nun hat man damit aber leider die CV-Ausgänge des A-190-5 „verbaut“, die damit nicht mehr für die Steuerung der VCOs zur Verfügung stehen. Hier gibt es von Doepfer eine kleine Mini-Platine mit 12 Pins, die als „Micro-Multiples“ eingesetzt werden kann: Vier (female) Arduino-Kabel können mit der winzigen Platine auf 2 x 4 weitere Arduino-Kabel aufgesplittet werden. Der A-190-5 besitzt gepufferte CV-Ausgänge, so dass die Verteilung der Steuerspannungen keine Probleme bereitet.

Nochmal Filter-FM

Ab Version 2 des Filters gibt es auf JP6 vier weitere Pins für die Filter-FM. Die sind allerdings nicht additiv wie auf JP4, sondern erlauben eine Default-Belegung der vier „FM“ Schaltbuchsen. Hier bietet sich eine Verbindung zum A-141-4 ADSR an, die man bei Bedarf durch Patchkabel auf dem Frontpanel ersetzen kann.

Die Anschlüsse für die Default-Belegung der „FM“-Buchsen sind etwas versteckt angebracht. Die Kabel sollten übrigens hinter dem Abstandshalter zwischen den Platinen verlaufen, sonst nehmen sie evtl. dem benachbarten Modul Platz weg (habe ich erst nach dem Foto bemerkt…)

Die Steuerspannungseingänge waren bereits in der ersten Version des A-105-4 auf der Platine zugänglich – hier musste man dann allerdings noch zum Lötkolben greifen.

Default-Ein- und Ausgänge

Auf der unteren Reihe von JP4 können die Einzelausgänge des Filters z.B. mit dem A-132-8 VCA verbunden werden (erst ab Version 2 des Filters verfügbar).

Zusätzlich stehen mit JP7 die vier Audio-Eingänge des Filters zur Verfügung. Wenn man nur einen einzelnen A-111-4 verwendet, kann man darüber bequem die „In“-Schaltbuchsen des A-105-4 mit Arduino-Kabeln vorbelegen. In der ersten Version des Moduls waren dafür lediglich Lötpunkte vorhanden.

Für die weiteren vier Steuerspannungseingänge CVL, CVQ, CVFM and CVF gibt es bei Bedarf Lötpunkte zur Vorbelegung der Schaltbuchsen auf dem Frontpanel.

Beispiel: Einfache Verkabelung eines polyphonen Synthesizers

Für ein einfaches Poly-System habe ich die CV-Ausgänge über Micro-Multiples vom A-190-5 mit den CV-Eingängen von einem A-111-4 und dem A-105-4 (für Filter Tracking) verbunden. Zusätzlich werden die ADSR-Steuerspannungen eines A-141-4 an die Default-Eingänge des Filters angeschlossen – über die Buchsen am Frontpanel jederzeit unterbrechbar.

Die Audio-Einzelausgänge des Filters sind zudem mit den Default-Audioeingängen des A-132-8 VCAs verbunden.

Verkabelung „unter der Motorhaube“, v.l.n.r.: A-141-4, A-132-8, A-105-4, A-111-4, A-190-5 mit Micro-Multiples zur Verteilung der Steuerspannungen des Midi-Interfaces auf VCO und VCF

Klangbeispiele

Quad AD/LFO steuert die Filter

Die Puls-Ausgänge eines A-111-4 werden von den 4 Ausgängen eines A-143-9 QLFOs in der Pulsbreite moduliert. Die A-105-4 Filter werden nicht von einem ADSR, sondern von den Ausgängen eines A-143-1 Complex Envelope Generators (alle EGs in LFO Modus) moduliert. Die vier Teilmodule des A-143-1 werden durch vier Trigger-Ausgänge eines A-149-2 zufällig (aber synchronisiert durch eine gemeinsame Clock) immer wieder neu gestartet. Ein A-141-4 steuert ganz traditionell den A-132-8 VCA. Etwas Hall und Delay aus der DAW.

Filtersteuerung durch den A-143-1.

Filter-FM durch die VCOs

Die Dreiecks-Ausgänge eines A-111-4 werden vom A-105-4 gefiltert. Als Modulationsquellen sind die Sägezahn-Ausgänge des A-111-4 mit den „FM“-Eingängen des A-105-4 verbunden. Zusätzlich wird die Filtereckfrequenz durch die „CV Note“-Ausgänge des A-190-5 Midi-Interfaces gesteuert. Ein A-141-4 steuert den nachfolgenden A-132-8 VCA, ebenso wie die vier Velocity-Ausgänge des A-190-5.

Weitere Modulationen: Ein langsamer A-143-9 moduliert die Eckfrequenz aller 4 Filter, ein weiterer (ebenfalls langsamer) A-143-9 steuert phasenverschoben Resonanz und Eingangslevel der vier Filter. Die Velocity-Ausgänge des A-190-5 steuern zudem die vier linearen VCAs im A-132-8.

Filter-FM

Nochmal Filter-FM

Hier verwende ich die Sägezahn-Ausgänge vom A-111-4 als Klangquellen, die Filter-FM übernehmen diesmal die Dreiecks-Ausgänge. Diese werden jetzt mit Hilfe eines A-130-8 Quad Linear VCAs in den Amplituden durch die Hüllkurvensignale des A-141-4 moduliert, bevor sie in den A-105-4 gehen. An Resonanz, Eingangslevel und Gesamt-FM der Filter schraube ich manuell. Delay und Reverb wieder aus der DAW.

Nochmal FilterFM.

Unisono

Warum nicht einmal die polyphonen Module monophon – „unisono“ einsetzen?

Das A-190-5 Interface ist diesmal nicht auf „poly“, sondern auf „unisono“ eingestellt. Damit wird jede Midi-Note auf alle 4 VCOs ausgegeben, Akkorde sind nicht möglich. Dafür ist ein VCO des A-111-4 eine Oktave nach oben, ein weiterer eine Oktave nach unten transponiert. Wir verwenden die Puls-Ausgänge, die Pulsbreite wird von einem A-143-9 moduliert. Das A-105-4 Filter wird (neben dem intern vorgepatchten Tracking) durch die A-141-4 Hüllkurven und durch einen zweiten A-143-9 moduliert. Dazu verwende ich zwei A-130-8 als „polyphone Mixer“. Beide A-143-9 werden zusätzlich durch die Note-CV des A-190-5 gesteuert. Die Sequenz stammt von einem Arturia KeyStep 37, Hall und Echo aus der DAW.

Die Hüllkurven stammen diesmal nicht vom A-141-4 Poly-ADSR, sondern von zwei A-140-2 Dual ADSRs und sind pro Stimme leicht unterschiedlich eingestellt.

Unisono.

Weitere Klangbeispiele mit deutlicher Beteiligung des A-105-4 befinden sich im Beitrag zum A-132-8.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf70 mA (+12V) / -70 mA (-12V)

A-128 Fixed Filter Bank

Eine Festfilterbank ist eine »entfernte Verwandte« des graphischen Equalizers. Wir finden 15 Frequenzbänder, deren Lautstärke individuell regelbar ist. Dahinter stecken 15 parallel geschaltete Bandpassfilter (mit 1/2 Oktave Bandbreite), deren Ausgangssignale eingeblendet werden können.

Im Gegensatz zu einem graphischen Equalizer gibt es bei der Festfilterbank aber keine lineare »Neutralstellung«: Sind alle Regler auf 0, dann gelangt gar kein Signal an die Ausgangsbuchse, sind alle Regler auf 5 oder 10, dann ist der Frequenzverlauf keineswegs linear, sonder hat aufgrund der schmalen Filterbänder viele Kerben. Dafür lassen sich sehr drastische Klangveränderungen mit der Filterbank realisieren. Eine Modulation per Steuerspannung ist leider nicht möglich.

Das Vorbild? Einen „Vorfahren“ des Moduls kann man vielleicht im Modul 914 von Moog sehen, das allerdings zusätzlich ein Hochpass- und einen Tiefpass-Filter besaß. Auch die festen Frequenzen der 12 festen Frequenzbänder lagen etwas anders als beim A-128. Also doch eher ein „entfernter Verwandter“.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A128-IN

Ausgänge:

CTRL-A128-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A128-SW

Schattiertes Rauschen

Mit dem Filter können ganz spezielle »Schattierungen« von Rauschen usw. erzeugt werden. Um Frequenzen hervorzuheben, empfiehlt sich eine Mischung aus Original- und gefiltertem Signal.

Wenn Alle Regler auf »0« stehen, wird nichts mehr zu hören sein. Versuchen Sie, davon ausgehend Ihren gewünschten Klang aufzubauen.

Verschiedene Rauschsignale (aus A-117 und A-118-1) werden mit der A-128 Fixed Filter Bank weiter verfeinert.

Modifikation – Einzelausgänge

Auf der Website von Doepfer wird die Möglichkeit von Einzelausgängen beschrieben. Das kann entweder als Do-It-Yourself-Projekt erfolgen oder von Doepfer als Sonderanfertigung hergestellt werden. Hier wäre z.B. mit 15 VCAs auch eine Spannungssteuerung der Anteile der einzelnen Frequenzbänder denkbar.

Für jedes der drei Filterboards des Moduls gibt es 5 Abgriffspunkte (jeweils entweder vor oder nach dem Abschwächer des Frequenzbands), die mit Buchsen für die Einzelausgänge verbunden werden können. Durch die drei übereinander liegenden Platinen (für je 5 Filter) allerdings eine ziemliche Tüftelarbeit und mit 15 VCAs auch keine ganz kostengünstige Modifikation.

Verwandte und Alternativen

An Stelle der aufwändigen Modifikation mit Einzelausgängen und mehr als einem Dutzend VCAs ist der Einsatz von einem oder mehreren A-127 Triple Resonance Filtern überdenkenswert: Der A-127 schneidet zwar keine einzelnen Frequenzbänder heraus, sondern betont lediglich einzelne Frequenzen. Dafür sind die aber variabel durchstimmbar und sogar über externe Steuerspannungen kontrollierbar, die Einzelausgänge sind von Haus aus integriert.

Das A-104 Formant-Filter ist eine andere mögliche Alternative zum A-128. Wir haben zwar nur vier Bandpass-Filter (jeweils umschaltbar auf Tiefpass), diese sind aber – rein manuell – durchstimmbar und damit ebenfalls sehr nuanciert für die Erzeugung komplexerer Formanten einsetzbar.

Falls Sie eine spannungsgesteuerte Alternative für die Festfilterbank suchen: Sehen Sie sich doch mal den – leider mittlerweile nicht mehr lieferbaren – Vocoder A-129 / 1&2 näher an, er besteht nämlich aus 15 in der Amplitude spannungsgesteuerten Festfrequenz-Filtern (13 Bandpässe, ein Hoch- und ein Tiefpassfilter) mit sehr komplexen Optionen, wenn man die Slew Limiter (pro Band separat schaltbar) gemeinsam mit der Kontrolleinheit einsetzt. Diese Komplexität und der damit verbundene „Kabelsalat“ sind allerdings auch das größte Manko des Vocoders beim schnellen Einsatz in der Praxis.

Klangbeispiele

Ein „typischer“ Einsatz der Festfilterbank ist das gezielte Einfärben von Rauschen. In Unseren Beispielen wird weißes Rauschen aus einem A-118-1 verwendet. Zunächst das ungefilterte Eingangssignal:

Weißes Rauschen aus einem A-118.

Die folgenden zwei Beispiele zeigen eine Bearbeitung des Rauschens durch die Festfilterbank. Zunächst starte ich mit dem 11.000 Hz-Filter (komplett offen, alle anderen Bänder sind auf 0 geregelt), dann wird das nächste Filterband (7.500 Hz) dazu geregelt und das 11.000 hz – Band ausgeblendet. Ich gehe Filter für Filter weiter bis hinunter zum 50 Hz – Band:

Alle Filterbänder von oben nach unten, weißes Rauschen als Eingangssignal.

Beim zweiten Beispiel verwende ich eine „zufällige“ Mischung der Filterbänder, die im Verlauf manuell weiter verändert wird. Man hört immer eine Mischung aus mehreren Filterbändern, die ein- und ausgeblendet werden:

Mehr oder weniger zufällige Zusammenstellung der Filterbänder, die manuell ein- und ausgeblendet werden.

Zum Schluss nochmal das „zufällige“ Ein- und Ausblenden verschiedener Filterbänder, diesmal aber mit einer einfachen Sequenz aus einem A-111-5 Mini Synthesizer:

„Zufälliges“ Ein- und Ausblenden der Filterbänder mit einer Sequenz aus dem A-111-5.

Technische Daten

Breite20 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-171-2 Voltage Controlled Slew Processor/Generator

Der A-171-2 ist eines der ungewöhnlichsten Module im gesamten Doepfer-Sortiment (das neben vielen „Brot-und-Butter“-Modulen nun wirklich mehr als nur ein paar Raritäten zu bieten hat). Wo fangen wir an?

Zunächst: Was macht das Modul eigentlich? Ein Slew Processor also. Ja, schon mal gehört, das ist ziemlich praktisch. Sorgt für den Portamento-Effekt, den man braucht, wenn man zum Beispiel das „Lucky Man“-Solo spielen möchte, alles klar.

Ach so, das Ding hat auch Steuerspannungseingänge für das Portamento. Na gut, wer’s braucht, schadet ja nichts. Und einen Triggereingang haben wir auch. Hmm. Und einen „Cycle“-Schalter, na sowas. Ja wie, in den Eingang kann man auch Audio-Signale schicken, wer macht den sowas?

Also nochmal in Kurzform:

  • Das Modul kann Steuerspannungen glätten (wie bereits der A-171-1).
  • Das Modul kann auch ohne Eingangssignal Spannungen ausgeben, die von einem Trigger ausgelöst werden, wir haben also einen Hüllkurvengenerator.
  • Im Cycle-Modus können wir periodische Schwingungen erzeugen, deren Frequenz und Form über Steuerspannungen beeinflusst werden, wir haben also einen Oszillator, zumindest einen LFO.
  • Wenn wir an Stelle einer Steuerspannung ein Audiosignal in den Eingang schicken, haben wir ein Filter- bzw. LPG-Modul.
  • Am „End“-Ausgang wird ein Rechtecksignal ausgegeben, das beim Über- bzw. Unterschreiten eines Schwellwerts ausgelöst wird, wir haben also auch noch einen Comparator vor uns.
  • Das erzeugte Rechtecksignal wird mit Verzögerung aus dem Eingangs-Trigger erzeugt, also haben wir auch ein Trigger-Delay.
  • Bei geschickter Wahl der aufsteigenden und fallenden Slew Rates werden ganzzahlige Subharmonische aus einem periodischen Eingangs-Trigger (z.B. von einem VCO) erzeugt, also auch noch ein Subharmonic Generator.

Ganz schön viel für so ein unscheinbares 8-TE-Modul, oder?

Tatsächlich geht das Design des Moduls auf eine lizensierte Version des VCS von Ken Stone zurück, das wieder eine Version des ursprünglichen Serge Dual Universal Slope Generator ist.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A171-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A171-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A171-2-SW

Klangbeispiele

Portamento:

Die „Brot-und-Butter“-Anwendung für einen Slew Processor ist die Abrundung von Sprüngen bei Steuerspannungen. Das klassische Beispiel dafür ist der „Portamento“-Effekt, bei dem die Steuerspannung für einen VCO langsam zwischen zwei Tonhöhen gleitet, anstatt abrupt zur nächsten Tonhöhe zu springen.

Dafür wird eine Steuerspannung (hier von einem Sequencer) an die „In“-Buchse des A-171-2 gelegt, der „Cycle“-Schalter ist aus. Die Charakteristik der Abrundung kann linear oder exponentiell sein, die Dauer der Abrundung der Steuerspannung erfolgt separat für aufsteigende und absteigende Schritte über die beiden Regler „“ (Up) und „“ (Down).

Die Steuerspannung für eine einfache Sequenz wird im A-171-2 bearbeitet. Wir hören zunächst die Glättung der aufsteigenden Spannungen, dann die der absteigenden Spannungen und schließlich den A-171-2 im „Cycle“-Modus. Beide Glättungen arbeiten exponentiell.

Audio-Bearbeitung:

Der A-171-2 kann auch ähnlich wie ein Filter eingesetzt werden, wobei man bei komplexerem Audiomaterial keine „übliche“ Filterung erwarten sollte. Das Audiosignal wird in die „In“-Buchse geleitet.

Das Audiosignal einer einfachen Sequenz wird in den Eingang des A-171-2 geleitet. Zuerst hören wir wieder die Glättung der aufsteigenden Spannungen (des Audiosignals), dann der absteigenden Spannungen und schließlich wird der „Cycle“-Modus des A-171-2 eingeschaltet.

Bei einfachen Audiosignalen, insbesondere bei einem Rechteck sind die Klangveränderungen schon deutlicher, da die Schwingungsform sehr deutlich von Rechteck über Sägezahn/Rechteck-Mischungen zu einem Dreieck-Signal verändert wird.

Das Rechteck-Signal eines einzelnen A-110-1 VCOs wird in den Eingang des A-171-2 geleitet. Zuerst wird der „Up „-Regler von 0 bis zur Hälfte erhöht, danach der „Down „-Regler bis zur Hälfte, „Up“ wird wieder bis 0 heruntergeregelt und schließlich „Down“. Beide Glättungen arbeiten linear.

Die folgenden Oszilloskop-Bilder zeigen die Veränderung des Rechtecksignals aus dem A-110-1. Bereits bei Nullstellung der Regler findet eine leichte Glättung zu einem Trapezoid statt.

„Up“ = 0, „Down“ = 0.
„Up“ = 5, „Down“ = 5.
„Up“ = 5, „Down“ = 0.
„Up“ = 0, „Down“ = 5.

Der A-171-2 als VCO:

Wenn man den Schalter „Cycle“ einschaltet (rechte Position), dann verhält sich der A-171-2 wie ein Oszillator. Er gibt dann ganz ohne Eingangssignal laufend eine periodisch steigende und fallende Spannung aus, ähnlich wie der A-143-1 Complex Envelope Generator im „LFO“-Modus. Im Gegensatz zum A-143-1, dessen Frequenz ausschließlich von der Länge der steigenden und fallenden Flanken abhängig ist, lässt sich die Frequenz des A-171-2 über eine Steuerspannung exponentiell beeinflussen.

Doepfer weist darauf hin, dass der „exp. CV“-Eingang keine 1V/Oktave-Charakteristik besitzt, was mit den steigenden und fallenden Flanken, die zudem wahlweise linear oder exponentiell (bzw. invers exponentiell) verlaufen können vermutlich auch kaum realisierbar wäre.

Der A-171-2 ist im „Cycle“-Modus, lediglich der „exp. CV“-Eingang ist mit dem Sequencer von vorhin verbunden. Man hört deutlich, dass hier keine 1V/Oktave-Steuerung vorliegt. Kein Eingangssignal.
Der A-171-2 ist im „Cycle“-Modus und erzeugt eine Dreieckschwingung. Die Shape-Regler („CV “ und „CV „, exponentieller Modus) der Slew Rates für aufsteigende und abfallende Spannung werden von ursprünglich „0“ auf die Maximal- bzw. Minimal-Werte (konkave bzw. konvexe Kurven) verändert. Kein Eingangssignal.

Die folgenden Oszilloskop-Bilder zeigen die Schwingungsformen des A-171-2, ausgehend vom Dreieck mit verschiedenen konvexen oder konkaven (bzw. logarithmischen / exponentiellen) Ausrichtungen der Glättung.

„Up Shape“ = 0, „Down Shape“ = 0.
„Up Shape“ = -5, „Down Shape“ = 5.
„Up Shape“ = 5, „Down Shape“ = 0.
„Up Shape“ = -5, „Down Shape“ = 0.
„Up Shape“ = 5, „Down Shape“ = 5.
„Up Shape“ = -5, „Down Shape“ = -5.
„Up Shape“ = 0, „Down Shape“ = 5.
„Up Shape“ = 0, „Down Shape“ = -5.

Subharmonic Generator:

Hier wird nicht ein Audiosignal direkt bearbeitet, sondern wir setzen das Rechteck-Signal eines Oszillators als Trigger im eingang „Trig“ ein, um den A-171-2 (der dann ein Dreicksignal erzeugt) immer wieder neu zu starten. Am Eingang „In“ liegt dabei kein Signal an. Im Gegensatz zu anderen Frequenzteilern wie dem A-113 entstehen beim Durchfahren des Reglers „“ (Up) allerdings deutliche Artefakte.

Ein A-110-1 wird von einem Sequencer gesteuert, das Rechtecksignal des VCOs dient zum Triggern des A-171-2, der somit als VCO arbeitet. Etwa ab der Mitte des Reglerweges des „Up“-Reglers entstehen Frequenzteilungen des ursprünglichen Signals.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-121-2 12 dB Multimode Filter

Wie sein Vorgänger A-121 ist das A-121-2-Filter ein Multimode-Filter mit 12dB Flankensteilheit, das getrennte Ausgänge für Hochpass, Tiefpass, Bandpass und Notch (Bandsperre) bietet. Technisch ist das Filter ein direkter Ableger aus dem Synthesizer „Dark Energy II“, der im Prinzip die gleiche Schaltung verwendet.

Wie klingt es? Fein, rund, angenehm und hat damit klanglich kaum mehr etwas mit dem eher rauen Vorgänger A-121 gemeinsam. Auch hier kann die Resonanz bis zur Selbstoszillation erhöht werden, die dann ein Sinus-Signal erzeugt. Im Gegensatz zum „Dark Energy II“ ist eine Spannungssteuerung für die Resonanz vorhanden. Zudem wurde die Eingangsverstärkung gegenüber dem A-121 erhöht, so dass jetzt auch mit moderaten Eingangspegeln eine deutliche Verzerrung möglich ist.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A121-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A121-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A121-2-SW

Einsatzmöglichkeiten?

Das Filter hat grundsätzlich ein sehr vergleichbares Einsatzspektrum wie sein Vorgänger A-121 (siehe dort). Im Gegensatz zu diesem ist es jedoch etwas runder und „schöner“ im Klang, dafür mit größerem Spielraum zum Übersteuern der Eingangssignale ausgestattet.

Klangbeispiele

In den folgenden Klangbeispielen möchte ich den A-121-2 direkt mit seinem Vorgänger A-121 vergleichen. Beide Filter werden von 3 A-110-1 VCOs gespeist (Sägezahn-Ausgänge, ein VCO ist 1 Oktave nach unten transponiert), ein A-155 Sequencer steuert die VCOs und zwei A-140 ADSR-Generatoren, die das Filter bzw. den nachgeschalteten A-132-3 VCA steuern.

bei jedem Durchgang starte ich mit maximaler Filtereckfrequenz, die ich manuell auf „0“ drehe und danach wieder zurück zum Maximum. Alle Einstellungen sind gleich, aufgrund der deutlich höheren Eingangsverstärkung des A-121-2 ist dort der Aufnahmepegel etwas reduziert, um Übersteuerungen zu vermeiden.

Für jeden Filtermodus gibt es einen Durchlauf mit Resonanz (bzw. „Q“) auf 0, 5 und 10. Der Input Level ist dabei jeweils in Mittelstellung auf 5. Bei einem vierten Durchlauf ist der Input Level auf 10 (und sorgt damit für Verzerrung des Eingangssignals), die Resonanz/Q steht dabei auf 5.

Notch-Filter:

A-121: Resonance = 0.
A-121-2: Resonance =0.
A-121: Resonance = 5.
A-121-2: Resonance = 5.
A-121: Resonance = 10.
A-121-2: Resonance = 10.
A-121: Input Level = 10 (Res. 5).
A-121-2: Input Level = 10 (Res. 5).

Highpass-Filter:

A-121: Resonance = 0.
A-121-2: Resonance = 0.
A-121: Resonance = 5.
A-121-2: Resonance = 5.
A-121: Resonance = 10.
A-121-2: Resonance = 10.
A-121: Input Level = 10 (Res. 5)
A-121-2: Input Level = 10 (Res. 5).

Bandpass-Filter:

A-121: Resonance = 0.
A-121-2: Resonance = 0.
A-121: Resonance = 5.
A-121-2: Resonance = 5.
A-121: Resonance = 10.
A-121-2: Resonance = 10.
A-121: Input Level = 10 (Res. 5)
A-121-2: Input Level = 10 (Res. 5).

Lowpass-Filter:

A-121: Resonance = 0.
A-121-2: Resonance = 0.
A-121: Resonance = 5.
A-121-2: Resonance = 5.
A-121: Resonance = 10.
A-121-2: Resonance = 10.
A-121: Input Level = 10 (Res. 5)
A-121-2: Input Level = 10 (Res. 5)

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -40 mA (-12V)

A-103 18dB Low Pass Filter

Das 18dB Filter ist nach dem Vorbild eines recht bekannten und beliebten kleinen Bass-Synthesizers entstanden: Im Prinzip wird auch hier eine Transistorkaskade wie beim 24 dB Moog-Filter eingesetzt, aber nur mit drei statt vier Polen, und somit mit einer etwas geringeren Flankensteilheit. Das Design entstammte möglicherweise einem kostenseitigen Rotstift Anfang der achtziger Jahre – heute sind die kleinen Silberkisten längst Kult und auf dem Gebrauchtmarkt sehr teuer.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A103-IN

Ausgänge:

CTRL-A103-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A103-SW

Standardfilter? Acid?

Auch ein A-103 kann problemlos als Standardfilter eingesetzt werden, der Klangcharakter ist allerdings anders als z.B. beim A-102 oder A-120 (schon aufgrund der 18dB Flanken­steilheit beim A-103).

Ob das Modul ein „amtlicher“ Ersatz für die Silberkiste ist, soll hier nicht Thema sein. Eine klangliche Verwandtschaft ist schon da, aber Unterschiede in Details sind wie immer Geschmacksfrage. Im Vergleich zu anderen Filtern ist die Eigenresonanz etwas verhalten und auch die mögliche Übersteuerung ist etwas zurückhaltender als z.B. bei den aktuellen A-120 Filtern.

Klangbeispiele

Unser übliches Setup: Die Sägezahn-Ausgänge von drei A-110-1 VCOs werden gemischt, ein VCO ist eine Oktave nach unten transponiert. Ein A-142-1 VC Decay steuert das Filter und einen A-132-3 VCA. Tonhöhe und Trigger stammen von einem einfachen Arpeggiator.

Während jeder Audioaufnahme wird die Filtereckfrequenz manuell von 0 auf 10 und wieder zurück gedreht, der CV2-Regler für die Steuerung durch die A-142-1-Hüllkurve steht auf etwa 2 (was bereits dazu führt, dass das Filter nicht mehr vollständig schließt).

Eingangslevel: 5, Resonance: 0.
Eingangslevel: 5, Resonance: 5.
Eingangslevel: 5, Resonance: 10.
Eingangslevel: 10, Resonance: 0.
Eingangslevel: 10, Resonance: 5.
Eingangslevel: 10, Resonance: 10.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe55 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-123-2 6/12/18/24 dB Highpass

Nachdem der Curtis-Chip CEM3320 nicht mehr lieferbar war, musste Doepfer die Produktion des A-123 24 dB Highpass Filters einstellen. Sehr schade, denn es gab auf dem Markt schlichtweg keine anderen 24 dB Hochpassfilter!

Mittlerweile ist allerdings mit dem AS3320 ein Nachbau verfügbar, so dass es nun wieder ein 24 dB, nein Verzeihung, ein 24 dB oder 18 dB oder 12 dB oder 6 dB Hochpassfilter bei Doepfer gibt. Abgesehen von den zusätzlichen Einzelausgängen für die verschiedenen Flankensteilheiten wurden die Möglichkeiten und Bedienelemente des A-123 1:1 in das neue Modul übernommen. Der Regler „CV2“ für den Steuerspannungseingang wurde außerdem jetzt bipolar ausgelegt, so dass man z.B. eine Hüllkurve gleich am Filter invertieren kann.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A123-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A123-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A123-2-SW-1

Einsatz

Es erscheint zunächst etwas paradox: Ein Hochpassfilter (mit Resonanz!) kann man natürlich zum „Ausdünnen“ eines Signals verwenden, aber gleichzeitig auch, um ein Signal gezielt über die Eigenschwingung des Filters „anzudicken“ – wenn sich die Eckfrequenz des Filters in einem dafür geeigneten Frequenzbereich befindet.

Dazu wird eine relativ hohe Resonanz eingestellt, die Eckfrequenz sollte nicht allzu hoch sein und auch die Modulation der Eckfrequenz sollte eher moderat bleiben.

Klangbeispiele

Vergleich mit dem Vorgänger

Nachdem der A-123-2 der Nachfolger des (selten zu bekommenen) A-123 ist, stellt sich die Frage, ob sich die beiden Module signifikant unterscheiden. Vorweg: Die Unterschiede scheinen mir eher marginal zu sein und stammen wahrscheinlich von unterschiedlicher Feinabstimmung der Module.

Als Eingangsmaterial verwende ich wieder 3 A-110-1 VCOs mit ihren Sägezahnschwingungen, eine davon ist 1 Oktave nach unten transponiert. Die Mischung geht gleichermaßen in das A-123 und das A-123-2 Filter. Die Selbstresonanz beider Filter wurde zuvor auf die gleiche Tonhöhe gestimmt. Beide Filter, sowie die nachgeschalteten A-132-3 VCAs werden vom gleichen A-140 ADSR moduliert.

Wir hören jeweils das A-123 Filter auf der linken Seite, das A-123-2 Filter auf der rechten Seite. Ich starte mit einem Eingangslevel von 5 (der noch nicht verzerren sollte) und einer Resonanz (bzw „Q“ beim A-123-2) von 0. Während ein einfaches Arpeggio spielt, fahre ich manuell die Filtereckfrequenz von unten nach oben und zurück – für beide Filter spannungsgesteuert, damit die Eckfrequenzen in etwa parallel verlaufen.

Im zweiten Durchgang ist das Eingangslevel wieder 5, die Resonanz aber auf 5 erhöht. Wieder der manuelle Filtersweep von unten nach oben und zurück.

Im dritten Durchgang ist das Eingangslevel noch immer bei 5, die resonanz ist aber auf 10 erhöht – gleicher Filtersweep wie zuvor.

Vierter Durchgang: Eingangslevel ist jetzt 10, Resonanz wieder auf 0 reduziert, gleicher Filtersweep wie zuvor.

Fünfter Durchgang: Eingangslevel 10, Resonanz 5, Filtersweep.

Sechster Durchgang: Eingangslevel 10, Resonanz 10, Filtersweep.

Zum Abschluss führe ich nochmal den Filtersweep mit Resonanz 10, aber ohne Eingangssignal (Level = 0) durch, um die pure Eigenresonanz zu demonstrieren.

Links: A-123, rechts: A-123-2. Zum Vergleich wird der 24 dB – Ausgang des A-123-2 verwendet.

Verschiedene Flankensteilheiten

Ein Hochpassfilter mit verschiedenen Flankensteilheiten (24 dB, 18 dB, 12 dB und 6 dB) bekommt man nicht alle Tage. Wie deutlich unterscheiden sich die denn tatsächlich?

Wieder werden die Sägezahnschwingungen unserer drei A-110-1 VCOs verwendet, ein VCO ist wieder 1 Oktave nach unten transponiert. Es wird jeweils nur ein einzelner Ton ausgelöst, mit einer langsamen ADSR-Hüllkurve, die die Filtereckfrequenz von unten nach oben und wieder zurück moduliert (und ebenso den A-132-3 VCA). Ein A-152 hilft mir beim manuellen Umschalten zwischen den vier Filterausgängen. In jedem Durchlauf hören wir zunächst den 24 dB, dann den 18 dB, den 12 dB und schließlich den 6 dB – Ausgang.

Eingangslevel 5, Q = 0.
Eingangslevel 5, Q = 5.
Eingangslevel 5, Q = 10.
Eingangslevel 10, Q = 0.
Eingangslevel 10, Q = 5.
Eingangslevel 10, Q = 10.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-123 24dB High Pass

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Von allen Modulen, die aus dem einen oder anderen Grund nicht mehr produziert werden (meist war es die mangelnde Verfügbarkeit bestimmter Curtis-Chips, wie hier der CEM3320), war das A-123-Filter wahrscheinlich am schwierigsten zu ersetzen. Es gab schlichtweg keine anderen 24dB-Hochpassfilter, weder bei Doepfer noch bei anderen Herstellern.

Mittlerweile hat Doepfer mit dem A-123-2 allerdings einen Nachfolger auf den Markt gebracht, der auf einem Nachbau des CEM3320 basiert und im Funktionsumfang gegenüber dem ursprünglichen Modul deutlich erweitert wurde.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A123-IN

Ausgänge:

CTRL-A123-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A123-SW

Einsatz

Es erscheint zunächst etwas paradox: Ein Hochpassfilter (mit Resonanz!) kann man natürlich zum „Ausdünnen“ eines Signals verwenden, aber gleichzeitig auch, um ein Signal gezielt über die Eigenschwingung des Filters „anzudicken“ – wenn sich die Eckfrequenz des Filters in einem dafür geeigneten Frequenzbereich befindet.

Dazu wird eine relativ hohe Resonanz eingestellt, die Eckfrequenz sollte nicht allzu hoch sein und auch die Modulation der Eckfrequenz sollte eher moderat bleiben.

Klangbeispiele

Nachdem es mit dem A-123-2 einen gut ausgestatteten Nachfolger gibt, stellt sich die Frage, ob sich die beiden Module signifikant unterscheiden. Vorweg: Die Unterschiede scheinen mir eher marginal zu sein und stammen wahrscheinlich von unterschiedlicher Feinabstimmung der Module.

Als Eingangsmaterial verwende ich wieder 3 A-110-1 VCOs mit ihren Sägezahnschwingungen, eine davon ist 1 Oktave nach unten transponiert. Die Mischung geht gleichermaßen in das A-123 und das A-123-2 Filter. Die Selbstresonanz beider Filter wurde zuvor auf die gleiche Tonhöhe gestimmt. Beide Filter, sowie die nachgeschalteten A-132-3 VCAs werden vom gleichen A-140 ADSR moduliert.

Wir hören jeweils das A-123 Filter auf der linken Seite, das A-123-2 Filter auf der rechten Seite. Ich starte mit einem Eingangslevel von 5 (der noch nicht verzerren sollte) und einer Resonanz (bzw „Q“ beim A-123-2) von 0. Während ein einfaches Arpeggio spielt, fahre ich manuell die Filtereckfrequenz von unten nach oben und zurück – für beide Filter spannungsgesteuert, damit die Eckfrequenzen in etwa parallel verlaufen.

Im zweiten Durchgang ist das Eingangslevel wieder 5, die Resonanz aber auf 5 erhöht. Wieder der manuelle Filtersweep von unten nach oben und zurück.

Im dritten Durchgang ist das Eingangslevel noch immer bei 5, die resonanz ist aber auf 10 erhöht – gleicher Filtersweep wie zuvor.

Vierter Durchgang: Eingangslevel ist jetzt 10, Resonanz wieder auf 0 reduziert, gleicher Filtersweep wie zuvor.

Fünfter Durchgang: Eingangslevel 10, Resonanz 5, Filtersweep.

Sechster Durchgang: Eingangslevel 10, Resonanz 10, Filtersweep.

Zum Abschluss führe ich nochmal den Filtersweep mit Resonanz 10, aber ohne Eingangssignal (Level = 0) durch, um die pure Eigenresonanz zu demonstrieren.

Links: A-123, rechts: A-123-2. Zum Vergleich wird der 24 dB – Ausgang des A-123-2 verwendet.

Alternativen

Die naheliegendste Alternative ist der Nachfolger A-123-2, der zusätzliche Ausgänge für 18, 12 und 6 dB bietet.

Ansonsten wird man sich normalerweise mit einem 12dB-Hochpassfilter gut behelfen können, zumal es hier etwa mit dem A-121-2 auch Modelle mit der Möglichkeit der Selbstoszillation gibt, die das A-123 natürlich ebenso beherrscht hat. Um den klanglichen Unterschied zwischen 24dB und 12dB Hochpass zu verringern, kann man natürlich auch zwei A-121-2 in Reihe schalten, hat dann allerdings viel Material „im Rennen“ und muss die Eckfrequenzen und andere Parameter der beiden Filter sehr fein angleichen, ganz zu schweigen von Multiples für die parallele Ansteuerung per Steuerspannung.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-108 6/12/24/48dB Low Pass Filter

Wie das A-120 basiert auch das A-108 Filter auf der Moog Transistorkaskade, verwendet aber nicht nur 4 Pole, sondern 8 und kann daher maximal eine Flanken­steilheit von 48 dB aufweisen. Das klingt zunächst sensationell, ist im realen Synthesizerleben aber gar nicht so extrem spektakulär. Auffällig ist allerdings der phantastische und stets sehr „musikalische“ Grundklang des Moduls – und zwar in allen verfügbarten Filtermodi. Die Filtermodi sind: Bandpass, 6 dB Lowpass, 12 dB Lowpass, 24 dB Lowpass und eben 48 dB Lowpass. Speziell auch das 6 dB Lowpass Filter kann „zartest schmelzende Flächenklänge“ erschaffen und wäre bestimmt ein Highlight in jedem polyphonen Synthesizer.

Ansonsten ist das Modul vom Grundcharakter ein Filter für „klassische“ Synthesizerklänge, die durchaus an Moog erinnern und dabei sehr schön in die Sättigung gefahren werden können (was einen guten Teil des „vintage“-Klanges ausmacht), das aber deutlich vielseitiger ist als die „Originale“.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A108-IN

Ausgänge:

CTRL-A108-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A108-SW

So ähnlich wie Moog … ?

Das A-108 ist sehr gut für alles, was „Moog-ähnlich“ klingen soll. Beim Einsatz als 24dB, 12dB oder 6dB Filter kann man die Ausgänge splitten und in den Feedbackeingang zurückführen – als Standard ist dort der 48dB-Ausgang geschaltet. Allerdings klingt ein 12 dB Filter mit 48dB Feedback auch nicht schlecht – ausprobieren!

Eine naheliegende Anwendung ist das Mischen oder Überblenden der verschiedenen Flankensteilheiten. Mit einem spannungsgesteuerten Mixer und dem Morphing-Controller lässt sich sogar spannungsgesteuerte Flankensteilheit realisieren (analog zum Morphing-Patch beim A-106-6).

Andere Flankensteilheiten per Jumper

Bei Bedarf kann intern per Jumper die Flankensteilheit der Einzelausgänge verändert werden. So kann der zweite Ausgang (12 dB) auch auf 18 dB gelegt werden, der dritte (24 dB) auch auf 30 dB oder 36 dB und der vierte (48 dB) kann bei Bedarf auf 42 dB geändert werden.

Mit den Jumpern auf der Platine kann die Flankensteilheit der Ausgänge geändert werden. Es werden immer paarweise Jumper versetzt (in der Abbildung gemeinsam umrandet).

Filter für BBDs

Der 48 dB Modus ist zusätzlich noch für einen ganz anderen Zweck interessant: Die große Flankensteilheit kann durchaus „chirurgisch“ die Frequenzen abschneiden, die z.B. durch den internen Oszillator eines analogen Delays (BBD Module A-188-1 und A-188-2) bei sehr langen Verzögerungen entstehen, ohne dabei allzu viel vom „Nutzsignal“ abzuschneiden.

Spannungsgesteuerte Resonanz

Auch wenn das Filter selbst keinen Steuerspannungseingang für die Resonanz besitzt, kann man mit Hilfe eines VCAs eine spannungsgesteuerte Resonanz realisieren. Dazu wird der offene Feedbackweg des Moduls genutzt:

Das 12dB-Ausgangssignal wird mit einem Multiple gesplittet und über einen VCA kontrolliert wieder in den Feedbackweg eingeleitet. Die Resonanz wird somit durch einen A-140 ADSR gesteuert.

Klangbeispiele

Das Klangbeispiel verwendet wieder 3 A-110-1 VCOs als Eingangssignal (Sägezahn, ein VCO ist 1 Oktave nach unten transponiert), ich verwende Filter Key Tracking und ADSR Modulation des Filters mit unterschiedlicher Intensität. Die fünf verschiedenen Ausgänge des A-108 sind wie folgt zu hören:

  1. 48 dB Tiefpass (ab 0’00” und 4’05”),
  2. 24 dB Tiefpass (ab 1’00” und 4’24”),
  3. 12 dB Tiefpass (ab 1’42” und 5’00”),
  4. 6 dB Tiefpass (ab 2’20” und 5’27”) und
  5. Bandpass Filter (ab 3’00” und 5’48”).

Jedes mal starte ich ohne Resonanz (hier „Emphasis genannt, schließlich handelt es sich um einen Moog-Nachbau) und erhöhe bis zur vollen Resonanz . Beim Bandpassfilter wird auch die Filtereckfrequenz manuell verändert. Danach wird der gleiche Ablauf wiederholt, diesmal mit maximalem Eingangslevel, um die schöne Verzerrung zu verdeutlichen. Die VCOs werden von einem A-155 Sequencer gesteuert.

Technische Daten

Breite12 TE
Tiefe75 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -40 mA (-12V)

A-107 Multitype Morphing Filter

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Das A-107 war im Grunde ein Xpander Filter (A-106-6) mit stark erweiterten Filtermodi (36 Stück, statt „nur“ 16) und einer digitalen Steuerung für das Morphing zwischen verschiedenen Filtermodi. Das Filter selbst ist natürlich rein analog.

Das A-107 arbeitet mit »Filter-Chains«: Eine solche Kette besteht aus einer Reihe von 32 Filtermodi, die stufenweise »durchfahren« werden können. Zum Weiterschalten auf die nächste programmierte Stufe dienen entweder Trigger-Eingänge (»Step Clock« für den nächsten Schritt bzw. »Step Reset« zur Rückkehr auf den ersten Schritt) oder alternativ CV-Eingänge (je höher die Steuer­spannung, desto höher die angewählte Stufe in der Filter-Chain).

Der Übergang zwischen den Stufen kann vom harten Umschalten bis zum langsamen »Morphing« geregelt werden (ebenfalls über Steuerspannung oder manuell).

Die Filtertypen lassen sich in praktisch beliebiger Reihenfolge als »Chain« vorbereiten und abspeichern. Lediglich der Wechsel zwischen Filtertypen ohne Selbstoszillation (Nr. 1- 18) und solchen mit Selbstoszillation (Nr. 19-36) muss ohne Morphing auskommen, hier ist aus technischen Gründen nur Umschalten möglich. 64 solcher »Filter-Chains« lassen sich permanent abspeichern.

Bedienelemente

Das Filter hat 5 Sektionen zur Steuerung seiner Parameter, die jeweils identisch aufgebaut sind:

  1. Step zur Kontrolle der Position innerhalb der »Filter-Chain« (und damit für die Auswahl des Filtermodus).
  2. Mit Morph wird die Geschwindigkeit der Überblendung zwischen den Filtermodi bestimmt (ca. im Bereich von 0 bis 5 Sekunden steuerbar).
  3. Über die Frequ.-Sektion wird die Eckfrequenz bestimmt.
  4. Die Res.-Sektion dient zur Steuerung der Filterresonanz.
  5. Mit Amp. kann die Verstärkung des Filters (über einen VCA, der am Ausgang des Filters liegt) beeinflusst werden – das ist recht nützlich, da die Filtermodi aus technischen Gründen teils unterschiedlich laut sind, und man hier noch Anpassungen vornehmen kann.

Steuerung der 5 Parameter

Diese 5 Parameter haben alle die gleichen Bedienelemente – je 2 CV-Eingänge, ein Abschwächer für CV2 und einen manuellen Regler (hier am Beispiel der Bedienelemente für „Step“):

CTRL-A107-General-1

Weitere Eingänge

CTRL-A107-IN

Weitere Ausgänge:

CTRL-A107-OUT

Weitere Regler / Schalter (Display Mode und Programmierung):

Mit der Programmiersektion können sogenannte „Chains“ erstellt werden: Das sind festgelegte Abfolgen, bei denen für 32 „Steps“ jeweils ein Filtertyp eingestellt werden kann. Ein kleiner digitaler Stepsequencer für Filtertypen sozusagen. Im Speicher des Moduls können bis zu 64 solcher „Chains“ abgelegt und später wieder abgerufen werden.

Zur Programmierung der Chains dienen das Display und die darunter liegenden Taster. Mit ihnen kann man den aktuellen Step in der geladenen Chain auswählen, den Filtertyp für diesen Step festlegen, vorbereitete Chains aus dem Speicher laden und eine bearbeitete Chain im Speicher ablegen. Der Endlosregler „Value“ darunter dient dabei zur Auswahl des Steps (von 1 bis 32), zur Festlegung des Filtertyps (von 1 bis 36) für den aktuellen Step sowie zur Auswahl des Speicherplatzes (von 1 bis 64) beim Laden oder Speichern einer kompletten Chain.

CTRL-A107-SW

Um eine Chain zu programmieren, drücken Sie zunächst auf Step und stellen mit dem Value-Regler die Step-Nummer „S.01“ ein. Dann drücken Sie auf Filter und wählen mit dem Value-Regler den gewünschten Filtertyp für diesen ersten Step. Dann geht es wieder zurück zu Step, Sie stellen die Step-Nummer „S.02“ ein, wählen den Filtertyp, dann folgt der nächste Step usw.

Zum Speichern der eben erstellten Chain drücken Sie kurz auf „Prg“ und stellen mit dem Value-Regler die Speicherplatz-Nummer für diese Chain ein. Durch erneutes Drücken auf „Prg“ für mindestens 1 Sekunde wird die Chain dann auf dem gewünschten Speicherplatz abgelegt.

Analog funktioniert das Laden einer Chain: Sie drücken kurz auf „Chain“ und wählen mit dem Value-Regler die gewünschte Speicherplatz-Nummer aus. Durch erneutes Drücken auf „Chain“ für mindestens 2 Sekunden wird diese Chain dann geladen und kann verwendet werden.

Standardeinsatz

Das Filter ist prädestiniert für sequencergesteuerte Überblendungen von Filtertypen. Filter-Morphing klingt durchweg interessant, aber in der Regel nicht so spektakulär wie z.B. Wavetable-Sequenzen oder drastische klangliche Eingriffe mit BBDs oder Wave­shapern.

Filtermodi mit Selbstoszillation:

Nr.Filtertyp:A-106-6:
124 dB Tiefpass4L
212 dB Tiefpass2L
3Bandpass (6 dB Tiefpass, 6 dB Hochpass)2B
4Asymmetr. Bandpass (12 dB Hochpass, 6 dB Tiefpass)2H1L
5Asymmetr. Bandpass (18 dB Hochpass, 6 dB Tiefpass)3H1L
6Bandpass (12 dB Tiefpass, 12 dB Hochpass)4B
7Notch + 6 dB Tiefpass2N1L
8Allpass + 6 dB Tiefpass3A1L
92 Bandpässe, getrennt durch Notch/
10Tiefpass mit verschobenem Bandpass/
11Tiefpass + Notch I/
12»Zahn« (2 verschobene Bandpässe)/
13Tiefpass und zwei verschobene Bandpässe (mit unterschiedl. Amplitude)/
142 Bandpässe mit unterschiedlicher Amplitude/
15Tiefpass + Notch + Hochpass/
16Tiefpass + Notch II/
17Tiefpass + Soft Notch + Bandpass/
18Tiefpass + verschobener Bandpass (kleinere Amplitude)/

Filtermodi ohne Selbstoszillation:

Nr:Filtertyp:A-106-6:
1918 dB Tiefpass3L
206 dB Tiefpass1L
216 dB Hochpass1H
2212 dB Hochpass2H
2318 dB Hochpass3H
24Asymmetr. Bandpass (12 dB Hochpass, 6 dB Tiefpass)2H1L
2512 dB Notch2N
26Allpass (tiefe Frequenzen abgeschwächt)3A
27Notch + Hochpass/
28Soft Notch + nach oben verschobenes Bandpassfilter/
29Allpass (hohe Frequenzen abgeschwächt)/
30Hochpass mit »Stufe«/
31Soft Notch + nach unten verschobenes Bandpassfilter/
32Tiefpass + Soft Notch + Bandpass/
33Notch + Hochpass/
34Tiefpass + Notch + Hochpass/
35Soft Notch/
36Soft Notch (Variante)/

Alternative: A-106-6

Wenn Sie auf die digitale Steuerung verzichten können und nur am – sehr guten – Grundklang des Filters interessiert sind, dann ist das Modul A-106-6 eine gute Alternative. Auch ein Blick auf die benötigte Stromversorgung des A-107 (200 mA sind deutlich mehr, als jeder VCO benötigt) und die üppigen 26 TE machen vielleicht das schlankere A-106-6 Filter zur besseren Wahl für kleinere Systeme.

Beide Filter arbeiten mit der gleichen analogen Filterschaltung, beim später erschienenen A-106-6 wurde auf die aufwändige und teure digitale Steuerung (und einige der Filtermodi) verzichtet, um eine kostengünstigere Variante des A-107 Filters anzubieten.

Auch 16 Filtermodi sind ein Garant für Vielseitigkeit, wenn auch beim A-107 noch das ein- oder andere »Schmankerl« dabei ist, etwa in Form des Filtertyps »9«, der rein optisch an das Logo einer bekannten Fastfood-Kette erinnert.

Andererseits: Das A-107 Filter war schon ein Unikum, das die Möglichkeiten von Filterschaltungen auf ein extrem hohes Niveau gehoben hat.

Technische Daten

Breite26 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf200 mA (+12V) / -60 mA (-12V)

A-106-6 16-fold VC XPander Filter

Das Xpander Filter ist angelehnt an das Multimodefilter des Oberheim Xpander Synthesizers. Es ist mit seinen insgesamt 16 Filtermodi nicht nur extrem vielseitig, sondern klingt auch durchweg sehr gut. Wenn Sie für ein kleines Modularsystem nur ein einziges Filter möchten, dann sollten Sie ernsthaft über das A-106-6 nachdenken.

Das Filter besitzt 8 Einzelausgänge, die zwischen zwei Gruppen von Filtermodi umschaltbar sind. Welcher Modus an welchem Ausgang verfügbar ist, finden Sie in abgekürzter Schreibweise links bzw. rechts von der jeweiligen Ausgangsbuchse. Dabei steht »L« für Lowpass, »H« für Highpass, »B« für Bandpass, »N« für Notch (Bandsperre) und »A« für Allpass (das sind Filter, die lediglich die Phase des Eingangssignals verändern und über ein Zusammenmischen mit dem Original ein Kammfilter bilden – das ist ein Filter mit mehreren »kammartigen« Kerben) – im Prinzip das, was auch Phaser ermöglichen.

Die Flankensteilheit der Filter wird mit der Anzahl Pole angegeben: Ein Pol führt zur Frequenzabsenkung um 6 dB / Oktave, so dass z.B. ein 2 Pol Filter eine Flankensteilheit von 12 dB hat, ein 4 Pol Filter dann 24 dB.

Manche Filtermodi sind auch Kombinationen verschiedener Filter, z.B. ist ein »2H1L« Filter ein 12 dB Hochpassfilter, kombiniert mit einem 6 dB Tiefpassfilter (im Ergebnis ist das dann ein schief geratenes Bandpassfilter). Die Filtermodi auf der linken Seite (d.h. Filter Group Schalter nach links) sind durchwegs nicht zur Selbstoszillation fähig.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A106-6-IN

Ausgänge:

CTRL-A106-6-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A106-6-SW

Einer für alles

Mit dem Xpander Filter geht eigentlich alles an Standard-Einsätzen von Filtern: Es klingt gut in einer Synthesizerstimme oder für externes Audiomaterial, es kann die üblichen »Synthie-Bassdrums« und es ist aufgrund seiner vielen (gleichzeitig nutzbaren!) Filtermodi so etwas wie ein »Schweizer Offiziersmesser« unter den Filtern.

Poor man‘s A-107? (Morphing mit dem A-106-6)

Das Modul A-106-6 hat noch so etwas wie einen »großen Bruder«: Das mittlerweile leider nicht mehr produzierte A-107 Filter. Im (analogen) Kern sind beide sehr ähnlich, das A-107 hat aber zusätzlich noch eine speicherbare Digitalelektronik, um ein stufenloses Morphing zwischen verschiedenen Betriebsarten zu steuern, sowie 20 zusätzliche Filtermodi an Bord. Tatsächlich ist das A-106 ursprünglich als eine abgespeckte Version des A-107-Filtermonsters entstanden.

Mit Hilfe der separaten Ausgänge und einem Crossfader oder spannungsgesteuertem Mischer mit Morphing-Controller lassen sich aber auch mit dem A-106-6 (oder z.B. mit dem A-121) fließende Übergänge zwischen verschiedenen Filtermodi herstellen. Da die Ausgänge teils recht unterschiedliche Pegel haben, ist die Zwischenschaltung von Abschwächern / Verstärkern eine Überlegung wert (das kann ein A-107 zwar alles »on board«, muss aber pro Schritt programmiert werden).

Morphing mit den Einzelausgängen des A-106-6 Filters, der Eingang für den A-144 Morph Controller kann z.B. ein LFO oder ein A-198 Ribbon Controller usw. sein.

Phaser

Phaser sind Allpassfilter, denen das Originalsignal beigemischt wird. Ein »pures« Allpassfilter würde »nach nichts« klingen, der Effekt macht sich erst durch die charakteristischen Auslöschungen einzelner Frequenzen bei Mischung von Original und gefiltertem Signal bemerkbar (Kammfilter). Auch im A-106-6 ist das Allpassfilter eine Mischung von Originalsignal und gefiltertem Signal, die bereits die typische Klangcharakteristik eines Phasers hat.

Hartes Umschalten per Sequencer

Auch hartes Umschalten zwischen den Modi kann sehr reizvoll sein, z.B. wenn das Ganze im Takt von einem Sequencer gesteuert wird:

Der A-155 Sequencer steuert das Weiterschalten des 4-fach Switches A-151.

Klangbeispiele

In diesem Klangbeispiel werden die 8 Einzelausgänge des A-106-6 in die 8 Eingänge eines A-155 Sequencers geleitet, der Sequencer wird dazu verwendet, um zwischen den Ausgängen der Reihe nach umzuschalten.

Als Eingangssignal für das Filter werden die Sägezahn-Ausgänge von 3 A-110-1 VCOs verwendet, ein VCO ist um 1 Oktave nach unten transponiert. Die Eckfrequenz des Filters wird von einem langsamen LFO sowie von der schnellen Hüllkurve eines A-140 ADSRs moduliert. Die Resonanz des Filters (hier als „Q“ bezeichnet) wird von einem weiteren A-155 moduliert. Beide Sequencer sind synchronisiert, verwenden aber eine unterschiedliche Anzahl aktiver Steps bzw. werden mit unterschiedlich geteilten Triggern gesteuert.

Zunächst starten wir mit der rechten Filtergruppe (3A/1L, 2N/1L, 4B, 3H/1L, 2H/1L, 2B, 4L, 2L), nach 1 Minute wird zur linken Filtergruppe (3A, 2N, 2H/1L, 3H, 2H, 1H, 3L, 1L) umgeschaltet.

In einem weiteren Klangbeispiel verwenden wir ein ähnliches Setup, diesmal wird aber die Resonanz des Filters über Sample & Hold moduliert und das Eingangssignal wird in der zweiten Hälfte des Klangbeispiels in die Sättigung gefahren. Wieder hören wir eine Minute lang die rechte Filtergrupe (mit unverzerrtem Eingangssignal), eine Minute lang die linke Filtergrupppe (ebenfalls mit unverzerrtem Eingangssignal) und anschließend je eine Minute das Gleiche mit verzerrtem Eingangssignal:

Technische Daten

Breite12 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf50 mA (+12V) / -50 mA (-12V)