A-170 Dual Slew Limiter

Der A-170 Dual Slew Limiter glättet Steuerspannungen – sprunghafte Änderungen werden dabei »verschmiert«.

Vor die Frequenzsteuerung eines Oszillators geschaltet, bewirkt diese Funktion das bekannte »Portamento«, das einen Sprung auf der Tastatur in einen Schleifer verwandelt.

Die beiden Teilmodule unterscheiden sich, der obere Slew Limiter erlaubt lediglich eine einfache Einstellung der Anstiegs- / Abfallzeit und ist für die Steuerung von VCOs geeignet, der untere bietet komplexere Optionen, ist aber nicht für eine exakte Steuerung von VCOs geeignet (ein leichter Spannungsabfall durch die spezielle Schaltung führt zu »schiefen« Tönen).

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A170-IN

Ausgänge:

CTRL-A170-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A170-SW

Amplitudenmodulation

Doepfer selbst schlägt einen sehr interessanten Patch vor, der einen zweiten VCO zur Amplitudenmodulation des ersten benutzt. Bei Verschiebung der beiden VCO-Frequenzen (nur ein VCO wird über den Slew Limiter gesteuert) erhält man im Grunde einen Waveshaper:

Der Slew Limiter sorgt dafür, dass einer der beiden VCOs verzögert auf Tonhöhenmodulation reagiert. Während dieser Zeit verändert sich das klangliche Ergebnis der Amplitudenmodulation!

Hardsync

Ähnlich aufgebaut, aber klanglich ganz anders: Hardsync zwischen den beiden VCOs, auch hier wird wieder nur ein VCO per Slew Limiter angesteuert:

Auch hier verzögert der Slew Limiter die Reaktion eines der beiden VCOs auf die Tonhöhenmodulation.

Mehrere Slew Limiter, unterschiedlich eingestellt

Einen »bombastischen« Klang bekommt man, wenn man über mehrere A-170 mit leicht unterschiedlichen Einstellungen mehrere VCOs steuert:

Zwei A-110 VCOs werden über zwei verschiedene A-170 Slew Limiter gesteuert – bei unterschiedlichen Einstellungen der Slew Limiter »driftet« der Klang auseinander, um am Ende wieder einen gemeinsamen Ton zu finden.

AR-Generator

Der A-170 Slew Limiter erzeugt hier eine (periodische, weil durch den LFO gesteuerte) AR-Hüllkurve.

Wenn Sie mal zu wenig Hüllkurvengeneratoren haben, erzeugen Sie mit Hilfe des Gate­signals (z.B. von einer Tastatur, einem Sequencer oder auch von einem LFO) und dem unteren Teilmodul eine einfache, aber brauchbare Attack-Release-Hüllkurve.

Pufferverstärker für ältere Baureihen

Ältere Module vor Mai 2009 sollten auch beim oberen Slew Limiter einen Pufferverstärker (A-180-3, A-180-4, A-185-1 oder A-185-2) zwischen A-170 und VCO schalten. Die neueren Baureihen (Aufdruck »Version 2« auf der Platine) haben einen integrierten Pufferverstärker.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-175 Dual Voltage Inverter

Der A-175 ist ein Auslaufmodell und wird künftig nicht mehr hergestellt werden.

Stand: April 2021

Dieses extrem einfache Modul gehört zur obligatorischen Ausstattung der meisten Modulsysteme.

Die beiden Teilmodule sind identisch aufgebaut und verfügen neben Ein- und Ausgang über keine weiteren Bedienelemente.

Bedienelemente

Eingänge (für jedes Teilmodul):

CTRL-A175-IN

Ausgänge (für jedes Teilmodul):

CTRL-A175-OUT

Invertierter Sägezahn (LFO)

Das Sägezahnsignal aus dem A-143-3 LFO wird mit dem A-175 invertiert, so dass nun auch eine fallende Flanke zur Verfügung steht.

Viele LFOs bieten keinen invertierten Sägezahn an. Während die Polung des Sägezahns bei VCOs nur in Ausnahmefällen relevant – d.h. hörbar – ist, klingen Modulationen durch steigende oder fallende Sägezahnschwingungen praktisch immer deutlich unterschiedlich.

Hier kann leicht mit einem A-175 Abhilfe geschaffen werden.

Invertierte Tastatur

Joe Zawinul hatte manchmal die Tastatur für seinen ARP 2600 umgekehrt gepolt, so dass die tiefen Töne auf der Tastatur oben lagen und die hohen Töne unten. Das lässt sich mit einem A-175 schön nachempfinden.

Die Steuerspannung aus einer Tastatur lässt sich mit einem A-175 invertieren. Zwischen Inverter und VCO ist noch ein Offsetgenerator (A-183-2) erforderlich: Er fügt eine konstante Spannung hinzu, so dass auch »hohe Tasten« nicht negative Spannungen verursachen (mit denen der VCO nicht viel anfangen kann), sondern mindestens 0 Volt.

Alternativen

Nachdem das Modul leider künftig nicht mehr gebaut wird, stellt sich die Frage nach den Alternativen besonders deutlich.

Zunächst kann man natürlich jeden polarisierenden Mixer (A-138c oder A-138m) oder auch den komplex aufgebauten A-138e Crossfader einsetzen. Eine andere Möglichkeit wäre der A-133 Dual VC Polarizer, der zudem spannungsgesteuert ist (wer auf die Spannungssteuerung verzichten kann, ist stattdessen mit dem 4 TE schmalen A-183-2 Offset/Attenuator/Polarizer gut versorgt).

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe35 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-183-2 Offset-Generator/Attenuator/Polarizer

Der A-183-2 Offset / Polarizer ist ein übersichtliches Modul, das trotzdem eine ganze Menge kann:

Es erzeugt eine manuell einstellbare konstante Spannung, zu der eine weitere externe Steuerspannung dazu gemischt werden kann – wahlweise auch invertiert. Und der Ausgang ist auch noch als Mini-Multiple ausgelegt. Das ist so eines der Module ohne viel „Blingbling“, die aber in keinem System fehlen sollten.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A183-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A183-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A183-2-SW

Manuelle Steuerung der VCO-Frequenz

Die Steuerspannung des LFOs und die konstante Offsetspannung aus dem A-183-2 werden addiert.

Konstante Spannungen wie sie ein Offsetgenerator liefert sind gut für eine manuelle (und nicht-tonale) Steuerung der VCO-Frequenz einsetzbar. Freilich könnte man die Tonhöhe auch über den Tune-Regler des VCOs verändern, die Rückkehr zum ursprünglichen – gestimmten – Zustand ist allerdings über den Offset-Regler deutlich einfacher. Zudem lassen sich mit dem A-183-2 viel größere Bereiche der Verstimmung erzielen (beim abgebildeten A-110-1 ist über den Tune-Regler lediglich eine Verstimmung um +/- 1/2 Oktave möglich).

In Kombination mit einem LFO, der über den Attenuator / Polarizer dazu gemischt wird, lassen sich schöne Effekt-Klänge erstellen.

Gemeinsam mit dem Max / Min

Einsatz als Abschwächer vor einem A-172 Max / Min.

Das Modul lässt sich auch schön in Verbindung mit einem A-172 Max / Min und einem Oszillator zur Steuerung des Clippings einsetzen.

Reizvoll ist dabei die Möglichkeit, über den Polarisierer des A-183-2 eine invertierte Version einer anderen Schwingungsform des VCOs mit dazu zu mischen bzw. mit der konstanten Offset-Spannung zu ergänzen, die sich ebenfalls direkt auf die Ergebnisse des Max / Min auswirkt.

Regelbereich für die Offsetspannung anpassen

Werkseitig wird das Modul so ausgeliefert, dass mit dem Offset-Regler eine Gleichspannung zwischen 0 und +5 V eingestellt werden kann. Mit Hilfe einer Steckbrücke („Jumper“) auf der Platine kann dieser Regelbereich stattdessen auch auf -5v bis +5 V eingestellt werden. Der Offset-Regler arbeitet dann bipolar, mit 0 V in der mittleren Position.

Zum Wechseln des Offset-Bereichs von 0 V – 5 v auf -5 V – +5 V wird der im Bild markierte Jumper auf die untere Position (bzw. in unserer Abbildung linke Position) gesetzt.

Einen Nachteil hat diese Modifikation allerdings: Der Offset-Regler verfügt nicht über eine Mittenrasterung, so dass das Auffinden der „0 Volt – Position“ nie ganz exakt erfolgen kann.

Der »Joker«

Oft ist es praktisch »mal eben« noch einen Abschwächer zur Verfügung zu haben, einen Polarisierer oder einen Offsetgenerator. Das Modul kann sehr gut als »Joker« eingesetzt werden, mit 4 TE ist der Platz dafür auch gut zu verschmerzen.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe20 mm
Strombedarf10 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-183-1 Dual Attenuator

Der A-183-1 Dual Attenuator benötigt keine Stromversorgung. Die beiden identischen Teilmodule dienen dazu, Audiosignale oder Steuerspannungen abzuschwächen.

Im Grunde haben wir es mit einfachen Drehpotentiometern zu tun, die überall dort eingesetzt werden können, wo der Eingang eines Moduls über keinen Abschwächer verfügt, also beim Haupt-CV-Eingang aller VCOs und der meisten Filter. Eine weitere Einsatzmöglichkeit ist die Regelung des Ausgangs eines Moduls, das anschließend über Multiples verteilt wird: So kann man mit einem Regler den Einfluss eines LFOs auf eine ganze Reihe anderer Module einstellen.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A183-1-IN

Ausgänge:

CTRL-A183-1-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A183-1-SW

Wenn der »Empfänger« eines Signals mal keinen Abschwächer hat

A-124 VCF mit mehreren Modulationssignalen, eines davon wird über den A-183-1 Abschwächer geregelt.

Das Modul kann z.B. bei Audiosignalen die Übersteuerung eines Moduls verhindern, das über keinen Eingangsabschwächer verfügt.

Bei Steuerspannungen gilt Ähnliches: Manche der einfacheren Filter haben nur bei einem CV-Eingang einen Abschwächer – mit dem A-183-1 kann man auch den zweiten Eingang mit einem Abschwächer »nachrüsten«, etwa wenn man mit zwei unabhängigen LFOs dezent modulieren möchte.

Regelung einer verteilten Steuerspannung

Manchmal soll eine einzige Modulationsquelle gleichzeitig mehrere Ziele beeinflussen. Dafür wird man normalerweise Multiples einsetzen, die zum Beispiel ein LFO-Signal auf mehrere andere Module verteilt. Die Stärke der Modulation wird dann bei den Ziel-Modulen mit ihren jeweiligen Abschwächern geregelt.

Nun kann man vor den Multiples einen A-183-1 einbauen, um auch noch für alle Ziel-Module gemeinsam zu regeln, wie stark die Modulation sein soll.

Das Sinus-Signal eines LFOs wird über einen A-183-1 Attenuator geregelt und dann mit A-180 Multiples auf einen VCO (Vibrato), ein Filter („Wahwah“) und einen VCA (Tremolo) verteilt.

Module in der Zigarrenkiste?

Passive Module wie den A-183-1 kann man bei Platzmangel im Rack auch in ein einfaches Holzkästchen ohne Stromversorgung »auslagern«.

Etwas Bastlergeschick ist erforderlich, damit die Maße für die Module passen.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe20 mm
Strombedarf0 mA (+12V) / -0 mA (-12V)

A-129 / 4 Slew Limiter Controller

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Der A-129 / 4 ist ein reines Ergänzungsmodul für bis zu drei A-129 / 3 Vocoder Slew Limiter.

Damit kann die Geschwindigkeit gesteuert werden, mit der die Steuerspannungen von den Eingängen eines A-129 / 3 an die Ausgänge weitergegeben werden (Slew Limiter Funktion). Das geht bis hin zum völligen »einfrieren« der aktuell anliegenden Frequenzband-Steuerspannungen an den verbundenen A-129 / 3 Modulen.

Die Verzögerung (Slew Rate) der Steuerspannungen und die Freeze-Funktion lassen sich beide extern über eine Steuerspannung bzw. über ein Gatesignal regeln, z.B. von einem Sequencer usw.

Ein Einsatz des A-129 / 4 Slew Limiter Controllers ohne wenigstens ein damit verbundenes A-129 / 3 Modul ist nicht sinnvoll möglich. Umgekehrt kann die Slew Rate und Freeze Funktion im A-129 / 3 nicht ohne den Slew Limiter Controller eingesetzt werden, da beide Funktionen über eine einzige Kabelverbindung gesteuert werden.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A129-4-IN

Ausgänge:

CTRL-A129-4-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A129-4-SW

Einfrieren von Steuerspannungen

Insbesondere das Einfrieren (»freeze«) der Steuerspannungen ist recht nützlich: Im Vocoder kann man so z.B. die Steuerspannungen von einem eingesprochenen »aaaahh« (in der Analysis Section) festhalten und dauerhaft in der Synthese Section zum »Prägen« des Klangs eines Instruments verwenden.

Einsatz außerhalb des Vocoders

Nachdem das Modul A-129 / 3 bereits alleine sehr gut als »Tool« auch außerhalb von Vocodern einsetzbar ist, gilt das natürlich ebenso in Verbindung mit dem Controller A-129 / 4. So wird aus einem fünffachen Attenuator auch gleich ein fünffacher spannungsgesteuerter Slewlimiter oder ein fünffaches Track & Hold Modul.

Siehe dazu auch die Beschreibungen vom A-171 VC Slew Limiter und vom A-152 Voltage Addressed Track & Hold / Switch.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-129 / 3 Vocoder Slew Limiter

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Der Attenuator / Slew Limiter kann zwischen die Analyseeinheit A-129/1 und die Syntheseeinheit A-129/2 geschaltet werden. Damit lassen sich gezielt einzelne Frequenzbänder abschwächen oder verstärken („Offset“-Regler) oder den Einfluss des Trägersignals (üblicherweise eine gesprochene Stimme) auf bestimmte Frequenzbänder begrenzen („Attenuator“-Regler).

Zudem lassen sich die Veränderungen der Frequenzbänder über das zusätzliche Modul A-129/4 Slew Limiter Controller verlangsamen oder sogar das gesamte Filterspektrum „einfrieren“.

Um sämtliche Frequenzbänder auf diese Weise zu kontrollieren, werden drei Attenuator / Slew Limiter benötigt. Und natürlich jede menge Patchkabel…

Bedienelemente:

Eingänge:

CTRL-A129-3-IN

Ausgänge:

CTRL-A129-3-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A129-3-SW

Feinregulierung des Vocoders

Mit Hilfe der Attenuator-Regler lässt sich das Vocoder-System sehr fein einstellen und der Einfluss einzelner Frequenzbänder reduzieren. Das müssen nicht unbedingt alle 15 Frequenzbänder sein, so dass man hier ggf. auch nur mit einem oder zwei A-129 / 3 arbeiten kann.

Festfilterbank

Mit drei A-129 / 3 lässt sich die Synthese-Einheit des Vocoders – unter vielem anderen – wie eine statische Festfilterbank benutzen: Die Offset-Regler bestimmen den Pegel der einzelnen Filter.

Einsatz außerhalb des Vocoders

Neben dem Einsatz im Vocoder ist ein fünffacher Abschwächer / Offsetgenerator ein sehr nützliches Werkzeug und kann mehrere einzelne Abschwächer / Offsetgeneratoren, wie etwa den A-183-2 zumindest zum Teil ersetzen (der A-183-2 verfügt allerdings noch zusätzlich über einen Polarisierer).

Technische Daten

Breite16 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-156 Dual Quantizer

Der A-156 Dual Quantizer ist nicht nur für den A-155 Sequencer eine interessante Ergänzung, sondern kann ganz beliebige (positive) Steuerspannungen auch anderer Module auf tonal einsetzbare Werte »einrasten lassen«.

Das Modul besteht aus zwei Teilmodulen, die unterschiedlich gut ausgestattet sind: Während das obere Teilmodul lediglich eine einfache Quantisierung an die chromatische Tonleiter anbietet, sind beim unteren zusätzlich Dur- und Molltonleiter, sowie Quinten und Töne aus verschiedenen Drei- und Vierklängen möglich.

Beide Teilmodule lassen sich zudem gemeinsam über eine Steuerspannung transponieren.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A156-IN

Ausgänge (für beide Quantizer):

CTRL-A156-OUT

Regler / Schalter (nur Quantizer 2):

CTRL-A156-SW

Quantisierung von Sequencer-Schritten

Ein Standardeinsatzgebiet ist die Quantisierung von A-155 Steuerspannungen, um die Töne der einzelnen Sequencer-Schritte leichter stimmen bzw. auch im laufenden Betrieb verändern zu können.

Die Steuerspannung aus dem A-155 Sequencer wird quantisiert, um damit tonal den VCO einer A-111-5 Mini Synthesizer Voice zu steuern. Der Trigger aus dem Sequencer löst sowohl die Hüllkurve im A-111-5 aus, als auch die Quantisierung der Steuerspannung (die Spannung bleibt dann bis zum nächsten Triggersignal bestehen).

Ribbon Controller und Theremin

Aber auch der A-198 Ribbon-Controller oder der A-178 Theremin-Controller profitieren vom Einsatz des A-156. Da hier meist nicht mit »punktgenau« angefahrenen Tönen gearbeitet wird, kann man den kleinen Quantizer-«Trick« mit einem Slew Limiter (A-170 oder A-171) verschleiern bzw. das Ganze vielleicht noch mit einem LFO mit »Einschwing-Hüllkurve« ergänzen.

Immer »perfekt« tonal mit dem Ribbon Controller spielen – aber ohne »Treppchen-Glissando«, sondern mit weichen Übergängen zwischen den Tönen.

Wie unten, so oben?

Per Jumper kann auch der obere Quantizer 1 durch die Schalter für die Optionen des unteren Quantizers 2 gesteuert werden.

Auf diese Weise gelten dann die erweiterten Möglichkeiten der Schalter unten immer auch für das obere Teilmodul.

Per Default haben das obere und das untere Teilmodul unterschiedliche Funktionen: im oberen Teilmodul wird ausschließlich chromatisch quantisiert, im unteren Teilmodul entsprechend der Schalterstellungen. Versetzt man den markierten Jumper von der unteren Position (»unten« entsprechend der Einbauseite des Moduls – in der Abbildung links) auf die hier abgebildete obere Position, dann folgt auch das obere Teilmodul den Einstellungen der Schalter des unteren Teilmoduls.

Dominantseptakkorde und andere

Das Hinzufügen der kleinen Septime zu Dur-Akkorden erzeugt einen Dominantseptakkord, bei Moll-Akkorden einen Mollseptakkord.

Im Falle der hinzugefügten Sexte erhalten wir eine sogenannte »Sixte ajoutée«. Sowohl Septakkorde, als auch »Sixte ajoutée« sind leicht dissonant und »streben nach Auflösung«. Schön, oder?

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe55 mm
Strombedarf50 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-172 Maximum / Minimum Selector / Rectifier

Der A-172 ist ein Auslaufmodell und wird künftig nicht mehr hergestellt werden.

Stand: März 2021

Der A-172 Maximum / Minimum Selector erzeugt bei vielen »Modularisten« erst einmal Ratlosigkeit.

Allzu »mathematisch« oder »verkopft« mag ein Modul erscheinen, das aus bis zu vier Eingangssignalen sowohl die jeweils maximale, als auch die jeweils minimale Spannung heraussucht und zur Verfügung stellt.

Tatsächlich ist das Modul ein überraschend einfach zu handhabendes Werkzeug für Steuerspannungen und Audiosignale.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A172-IN

Ausgänge:

CTRL-A172-OUT

MAX / MIN für Steuerspannungen

Komplexe Steuerspannungen

Erzeugung komplexer Modulationssignale – selbstverständlich ist der Ausgang »Min Out« genauso interessant und musikalisch brauchbar!

Aus einigen nicht zueinander synchronen LFO-Signalen kann man sehr einfach eine höchst komplexe Steuerspannung gewinnen, die weniger »vorhersehbar« ist, als eine bloße Mischung der Spannungen.

Begrenzung zufälliger Tonfolgen

Begrenzung von Zufallsspannungen nach unten mit Hilfe eines A-183-2 Offsetgenerators, der eine minimale Spannung vorgibt.

Für Melodien aus Zufallsgeneratoren kann man den Tonumfang einer zufälligen Tonfolge sehr gut nach oben oder unten begrenzen, indem man zusätzlich zur für die Melodie zuständigen Steuerspannung eine konstante Spannung von einem Offset­generator einführt, und dann den »Max. Out« (Begrenzung nach unten: die konstante Steuerspannung aus dem Offsetgenerator kann nicht mehr unterschritten werden) oder »Min. Out« (Begrenzung nach oben) verwendet.

Paralleler Einsatz von Max und Min

Bereits ein Sinus, der gemeinsam mit einer manuell gesteuerten Offsetspannung verarbeitet wird, erzeugt interessante, gegenläufige Muster, die sich gut für Stereoverarbeitung eignen.

Wird nun noch ein weiteres Signal – z.B. eine Hüllkurve hinzugefügt, erhält man auf anderen Wegen kaum erzielbare Resultate. Die Hüllkurve sollte mit negativem Offset von ca. 4 V versehen werden.

Feinjustierung mit dem A-129 / 3

Dem Modul lässt sich für Steuerspannungen ein A-129 / 3 Slew Limiter / Attenuator / Offset Generator vorschalten.

Ein A-172 Max / Min steuert zwei LPGs. Die eigentlichen Modulationssignale, deren Maximum und Minimum eingesetzt wird, können durch einen mehrfachen Abschwächer wie den A-129 / 3 feinfühlig justiert werden.

Der A-172 Maximum / Minimum Selector als Waveshaper

Der A-172 ist kein Waveshaper per se, sondern zunächst ein Tool zur »mathematischen« Verarbeitung von Spannungen: Aus den Signalen der vier Eingänge wird das Maximum bzw. das Minimum ausgewählt und an den beiden Ausgängen ausgegeben. Das funktioniert nicht nur mit Steuerspannungen, sondern auch mit Audiomaterial!

Weiches Clipping

Ein Dreiecksignal eines VCOs (A-111-1) und eine konstante Spannung. »Min Out« und »Max Out« sind im Stereobild verteilt (oben und unten im Oszilloskop).

Wenn Sie ein Audiosignal und eine konstante Spannung (z.B. aus einem Offset-Modul) als Eingangssignale verwenden, haben Sie bereits ein interessantes Audiowerkzeug gebaut:

Der »Minimum«- Ausgang wird das Audio­signal wiedergeben, solange dieses »niedriger« ist (d.h. weniger Spannung hat) als die konstante Spannung.

Beim Überschreiten wird dann die konstante Spannung ausgegeben – nichts anderes macht ein Clipper! Im Vergleich zu anderen Clippern arbeitet der A-172 allerdings relativ »weich«.

Zwei Audiosignale als Input

Zwei Audiosignale (Dreieckausgänge von zwei A-111-1 VCOs) im A-172. »Min Out« und »Max Out« sind im Stereobild verteilt (oben und unten im Oszilloskop).

Darf es etwas komplexer sein? Verwenden Sie an Stelle eines Audiosignals und einer konstanten Spannung zwei oder mehr Audio­signale. Vergleichen Sie was passiert, wenn die Audiosignale synchron zueinander sind (z.B. über Oszillator-Sync) oder wenn sie leichte / stärkere Schwebungen aufweisen. Im letzteren Fall erhalten Sie sehr bewegte Klänge mit ungewöhnlichen Frequenzverstärkungen und Auslöschungen.

Verteilen Sie die beiden Ausgänge »Max« und »Min« im Stereopanorama, das Ergebnis wirkt sehr »breit« und ist über andere Techniken kaum zu erzielen.

Zu einer solchen „Stereo-Verbreiterung“ mit Modulation durch einen LFO könnten man den folgenden Patch verwenden:

Ein LFO und 2 VCOs als Basis für einen breiten Stereoklang.

Hinweis: Der A-186-1 Gate / Trigger Combiner ist ebenfalls in der Lage, als Maximum Selector zu arbeiten. Neben Audiosignalen lassen sich natürlich auch konstante Steuerspannungen oder Spannungen aus LFOs mit »integrieren«.

Klangbeispiele

Hier verwenden wir zwei A-110 VCOs: Vom ersten VCO die Sägezahnschwingung, vom zweiten VCO die Puls-/Rechteckschwingung, beide direkt in den Max / Min. Die beiden „Max“ und „Min“ – Ausgänge werden im Stereobild verteilt. Wir starten mit 100% Pulsbreite und verringern diese langsam manuell. Danach werden die beiden VCOs leicht gegeneinander verstimmt.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe30 mm
Strombedarf10 mA (+12V) / -10 mA (-12V)