A-141-4 Quad Poly VCADSR

Der A-141-4 ist ein nur 8 TE breiter vierfach-ADSR, der primär für polyphone Anwendungen gedacht ist. Daher gibt es auch nur einen Satz an Reglern für die Parameter der Hüllkurve – Attack, Decay, Sustain und Release, die alle vier Hüllkurven gleichermaßen bestimmen.

Zusätzlich finden wir vier Steuerspannungseingänge mit bipolaren Abschwächern für Attack, Decay, Sustain und Release – auch hier wieder für alle vier Hüllkurven gemeinsam.

Die Gate-Eingänge liegen natürlich separat für die vier Hüllkurven vor…

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A141-4-IN

Ausgänge:

CTRL-A141-4-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A141-4-SW

Polyphone Spannungssteuerung

Für den polyphonen Einsatz ist es tatsächlich ungeheuer praktisch, alle vier Hüllkurven mit nur einem Satz Reglern einstellen zu können. Gerade beim Einsatz zur Steuerung der Filter hört man auch kleine Unterschiede in den Verläufen recht schnell.

Auch die Spannungssteuerung ist eine sinnvolle Option, für den polyphonen Betrieb müssen die vier ADSR-Generatoren ja ohnehin intern über Steuerspannungen geregelt werden. Aber gerade hier gäbe es noch zusätzliches Potenzial: Für ein ausdrucksstarkes Spiel auf einem Polysynth ist die Anschlagsdynamik (pro Note!) einer der wichtigsten Parameter. Neben Lautstärke und Filter kann man die Anschlagsstärke gerade auch für spannungsgesteuerte Hüllkurven einsetzen. Leichter Anschlag führt dann z.B. zu langsamen Attack- und Decay-Zeiten, harter Anschlag zu sehr kurzen Attack- und Decay-Zeiten (und dafür vielleicht zu längerem Release. Dafür müsste es aber für jeden der vier ADSR-Generatoren einen individuellen Steuerspannungs-Eingang geben, verbunden mit Reglern, wie diese Steuerspannung Attack, Decay und Release aller vier Hüllkurven beeinflusst.

Beim A-140-2 ist so etwas Ähnliches eingebaut, allerdings nur mit einem Abschwächer für alle drei Zeiten gemeinsam. Aber vielleicht gibt es ja mal ein kleines Zusatzmodul für den A-141-4, das die vier Steuereingänge (einen pro ADSR) und vier Abschwächer (einen pro Parameter, den aber gemeinsam für alle ADSR-Generatoren) enthält.

Klangbeispiel – der „Doepfer-Patch“

In einem der ersten Videos zu den neuen polyphonen Modulen hat Dieter Döpfer einen sehr interessanten Patch vorgestellt, in dem die Tonhöhen der VCOs von einem Keyboard gesteuert wurden, die Gates für die Hüllkurven aber durch den A-157 Trigger Sequencer erzeugt wurden.

Mein Setup ist dem nachempfunden, allerdings habe ich an Stelle des polyphonen A-111-4 VCO und des polyphonen A-105-4 VCF konventionelle A-110-1 und A-111-1 VCOs zusammen mit einem A-120 Ladder Filter, einem A-101-1 Steiner Filter, einem A-106-5 SEM Filter und einem A-124 Wasp Filter verwendet – mit unterschiedlich vielen VCOs und unterschiedlichen Schwingungsformen als Eingangssignale.

Zusätzlich triggern die verbleibenden vier Spuren des A-157 einen A-142-4 Quad Decay, der wieder die vier Längen- bzw. Level-Parameter des A-141-4 moduliert. Ansonsten dudle ich halt auf dem Keyboard, um die Tonhöhen zu verändern und verändere manuell die Decay-Zeiten des A-142-4 bzw. die ADSR-Parameter des A-141-4.

Die vier Stimmen sind im Stereo-Panorama verteilt, etwas VTape Delay und Valhalla Reverb obendrauf.

Polyphones – mit dem A-157 Trigger Sequencer gesteuert.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf70 mA (+12V) / -60 mA (-12V)

A-144 Morphing Controller

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Der A-144 Morphing Controller erzeugt Steuerspannungen, mit denen z.B. vier lineare VCAs eines spanungsgesteuerten Mixers so geregelt werden, dass die vier Eingangssignale des Mixers der Reihe nach überblendet werden. Geeignet sind dafür der A-135-1 bzw. A-135-2 Voltage Controlled Mixer und der A-135-4 Voltage Controlled Performance Mixer, aber auch Mehrfach-VCAs mit Summenausgang wie der A-130-8 oder der A-132-8 (hier nur die linearen VCAs).

Dabei produziert der A-144 bei stetig steigender Eingangsspannung nacheinander vier einander überlappende Dreieck-Signale – sobald das erste Dreieck wieder fällt, setzt das zweite Dreieck mit steigender Flanke ein, die Summe der Ausgangsspannungen aus dem A-144 ist immer konstant – außer am Anfang und am Ende der Eingangs-Steuerspannung. Da wird das erste Signal (gesteuert durch „Out 1“) einfach eingeblendet bzw. das vierte Signal (gesteuert durch „Out 4“) ausgeblendet. Zusamen mit den linearen VCAs der Mixer ergibt das eine „nahtlose“ Überblendung der Mixer-Eingangssignale.

Auf der Frontplatte des Moduls ist übrigens sehr schön der Zusammenhang zwischen Eingangsspannung und den vier Ausgangsspannungen aufgedruckt.

Wir werden weiter unten sehen, dass „Morphing“ nicht die einzige interessante Einsatzmmöglichkeit des A-144 Morphing Controllers ist.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A144-IN

Ausgänge:

CTRL-A144-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A144-SW

Morphen

Das Prinzip des Morphing Controllers ist einfach: Abhängig vom Regler »Man. Morph« oder einer Steuerspannung erzeugen die vier Ausgänge ansteigende und dann fallende Steuerspannungen. Zuerst steigt die Spannung an »Out 1« an, um dann wieder auf 0 V zurückzufallen. Während der fallenden Flanke steigt die Spannung an »Out 2« an – sie erreicht ihr Maximum, wenn »Out 1« bei 0 V angekommen ist.

Analog geht es mit den restlichen Ausgängen weiter, bis am Ende wieder alle vier Ausgänge auf 0 V stehen. Damit lassen sich vier lineare VCAs steuern, so dass sie in Summe gemischt zuerst das erste Eingangssignal einblenden, dann zum zweiten Audiosignal überblenden, zum dritten und schließlich vierten, das am Ende wieder ausgeblendet wird. Der A-135-1 VC Mixer verfügt über 4 solche VCAs, einen Mischer, Abschwächer usw. was die Angelegenheit sehr komfortabel – aber mit 18 TE leider im Rack wenig »platzsparend« macht. Etwas „gedrängter“ sind die Bedienelemente beim neuen A-135-2 angebracht, bei dem man auf die vier Eingangs-Abschwächer verzichten muss, der dafür aber auch nur 8 TE Platz benötigt.

„Material“ zum Morphen können natürlich vier grundsätzlich unterschiedliche Audioquellen sein, z.B. vier verschiedene Synthesizerstimmen, aber auch die Ausgänge eines VCOs zur Überblendung der Schwingungsformen, Ausgänge von Multimode-Filtern wie der A-106-6 oder auch Filter mit mehreren Ausgängen für die Flankensteilheit wie der A-108 6/12/24/48dB Lowpass oder der A-123-2 6/12/18/24dB Highpass für spannungsgesteuerte Flankensteilheit.

Klangbeispiel – Morphing

Der A-144 wird von einem AD-Generator (Loop-Modus) eines A-143-1 Complex Envelope Generator gesteuert. Die Ausgänge des A-144 kontrollieren die Lautstärken eines A-135-2 VC Mixers, in den die Audio-Signale eines A-117 Digital Noise, A-110-6 Trapezoid Quadrature Thru Zero VCOs, A-118 Noise Generators („Colored“ Out) und eines A-143-9 VC Quadrature LFOs geleitet werden. Der A-110-6 und der A-143-9 werden von einem weiteren A-143-9 in der Frequenz moduliert.

Morphing von vier unterschiedlichen Klangquellen mit Hilfe eines A-143-1 Complex Envelope Generators.

Klangbeispiel – Morphen von Filterausgängen

Drei A-111-1 Oszillatoren (Sägezahn, ein VCO ist eine Oktave nach unten transponiert) werden von einem A-155 Sequencer gesteuert, der Trigger-Ausgang des Sequencers taktet zugleich einen A-148 Sample & Hold (mit Rauschen als Eingangssignal), der den A-144 kontrolliert. Die vier Eingangssignale des A-135-2 VC Mixers sind die vier Filter-Ausgänge eines A-121-2 Multimode-Filters. Damit wird pro Sequencer-Step ein Filterausgang bzw. die Mischung eines Filterausgangs mit einem weiteren per Zufall ausgewählt.

Steuerung durch einen Sequencer

Das Morphing muss ja nicht unbedingt nur ein weicher Übergang »A-B-C-D« sein, sondern kann auch sprunghaft angesteuert werden. Hier kann z.B. ein A-155 Sequencer die Steuer­spannung liefern.

Ein A-155 Sequencer steuert über den A-144 Morph Controller das Mischungsverhältnis der vier Audiosignale.

Klangbeispiel – Sequenziertes Morphing

Der A-144 wird diesmal von einem A-155 Sequencer gesteuert. Die Ausgänge des A-144 kontrollieren die Lautstärken eines A-135-2 VC Mixers, in den die Audio-Signale eines A-117 Digital Noise, A-110-6 Trapezoid Quadrature Thru Zero VCOs, A-118 Noise Generators („Colored“ Out) und eines A-143-9 VC Quadrature LFOs geleitet werden. Der A-110-6 und der A-143-9 werden von einem weiteren A-143-9 in der Frequenz moduliert.

Morphing mit Hilfe eines A-155 Sequencers.

Panning / Quadrophonie

An Stelle von vier Eingangssignalen ist beim Einsatz von vier linearen VCAs auch ein Panning für ein Quadrophonie-Setup denkbar: ein Audiosignal wird über einen Verteiler an alle 4 VCAs gesendet, die vier Lautsprecher versorgen. Nachteil dabei: Es sind nur immer je 2 Lautsprecher gleichzeitig ansteuerbar (das Signal ist nie »in der Mitte«), es gibt zudem keine Mischung zwischen dem letzten und dem ersten Lautsprecher. Da ist dann ein Setup z.B. mit dem, A-134-2 Dual VC Crossfader sinnvoller.

Vier VCAs (A-132-3) mit vier separaten Audioausgängen werden durch den A-144 Morphing Controller gesteuert. Alle VCAs verstärken dasselbe Eingangssignal (hier über A-182-1 Switched Multiples verteilt).

Der Morph Controller als »Obertongenerator«

Wenn man die Dreieck-, Sinus- oder Sägezahnschwingung eines VCOs als Steuer­spannung einsetzt, erhält man einen interessanten »Obertongenerator«, der Dreieckschwingungen (bzw. Varianten davon) erzeugt.

Der A-144 als ungewöhnlicher »Waveshaper«. An Stelle des A-138b kann natürlich auch ein A-138c Polarizing Mixer eingesetzt werden, der dann über die invertierten Schwingungsformen noch zusätzliche Variationsmöglichkeiten bietet.

Wenn man einen A-111-1 VCO mit seiner steigenden Sägezahnschwingung als Steuersignal des A-144 verwendet, erhält man aus der Mischung der vier Ausgangssignale eine überraschend komplexe Schwingungsform:

Entgegen der Erwartung bekommmen wir nicht einfach „vier Dreieckschwingungen“, sondern ein einigermaßen komplexes Gebilde.

Alternativen

Derzeit gibt es für das leider nicht mehr lieferbare Modul keinen wirklichen Ersatz. Laut Doepfer ist aber ein erweitertes Nachfolgemodul „A-144-4“ bereits in Planung. Ich werde berichten und vergleichen, sobald es erhältlich ist!

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-143-4 Quad VCLFO/VCO

Der Quad VCLFO ist tatsächlich schon fast ein „echter“ VCO: Er verfügt sogar über eine Temperaturkompensation, die ihn auch bei äußeren Temperaturschwankungen stimmstabil bleiben lässt. Doepfer weist darauf hin, dass der A-143-4 freilich nicht ganz so exakt wie die VCOs der A-110- oder A-111-Reihe ist, aber aus meiner Sicht kann er für manche Fälle durchaus ein interessanter Ersatz für einen – nein tatsächlich vier! – herkömmliche VCOs sein.

Ein paar Einschränkungen sind aber doch zu beachten: Die Oszillatoren (mit Dreieck-Kern) erzeugen lediglich Dreieck und Rechteck – keinen Sägezahn, kein Sinus und keinen variabel breiten Puls. Zudem gibt es nur einen Regler für die Frequenz, der wahlweise (mittels Jumper auf der Platine) über ca. 1 oder über ca. 5 Oktaven reichen kann – da bieten die „echten“ VCO etwas mehr Komfort.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A143-4-IN1

CTRL-A143-4-IN2

Ausgänge:

CTRL-A143-4-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A143-4-SW

Sync-Optionen – Reset und Direction

Das Modul hat vergleichsweise komplexe Sync-Optionen, bei denen der Reset auf 0 Volt teilweise separat von einer darauf folgenden Richtungsänderung der erzeugten Schwingung behandelt wird. Bei den Oszillatoren A bis C gibt es nur jeweils einen gemeinsamen Eingang für Reset und Richtungsänderung, aber beim Oszillator D kann man die Richtungsänderung über den „Direction“-Eingang unabhängig vom Reset durchführen. Wenn dieser Eingang nicht belegt ist, wird intern vorverdrahtet das Signal aus dem „Reset“-Eingang verwendet (Schaltbuchse).

Für alle Sync-Eingänge wird normalerweise ein Rechteck als Sync-Signal verwendet. Dabei erfolgt der Reset auf 0 Volt immer bei der steigenden Flanke dieses Sync-Signals, die Richtungsänderung aber sowohl bei steigender, als auch fallender Flanke des Sync-Signals.

Zusätzlich erlaubt der Oszillator D über einen Kippschalter drei verschiedene Varianten der Richtungsänderung:

  • up: Die Richtung der Schwingungsform steigt nach den steigenden/fallenden Flanken des Sync-Signals immer an. War das Dreieck gerade im Fallen, ändert es danach also seine Richtung, war es am Ansteigen, bleibt die Richtung des Dreiecks erhalten.
  • down: Die Richtung der Schwingungsform fällt immer nach den steigenden/fallenden Flanken des Sync-Signals. War das Dreieck gerade im Fallen, bleibt das auch so, war es am Ansteigen, ändert es seine Richtung.
  • both: Die Richtung der Schwingungsform wird nach den steigenden/fallenden Flanken des Sync-Signals immer geändert.

In Kombination mit dem Reset (der bei Oszillator D ja nicht zum gleichen Zeitpunkt wie die Richtungsänderung erfolgen muss) erhält man also ziemlich komplexe Schwingungsformen.

Dreieck-Ausgangssignal der Oszillatoren A bis C des A-143-4 (oben) mit dem Res/Dir-Gatesignal (unten). Die Richtung des Oszillators wird immer nach oben gelenkt.

Im Vergleich dazu das Reset/Direction-Verhalten des Oszillators D, Reset und Direction werden vom gleichen Oszillator ausgeführt (d.h. nur der „Reset“-Eingang wird verwendet):

Reset & Direction „UP“.
Reset & Direction „DOWN“.
Reset & Direction „BOTH“.

Wenn beim Oszillator D nur der „Direction“-Eingang (ohne „Reset“) verwendet wird, sieht das so aus:

Direction „UP“.
Direction „DOWN“.
Direction „BOTH“.

Bislang haben wir nur die Auswirkungen auf den Dreiecks-Ausgang betrachtet. Hier finden die deutlichsten Veränderungen der Schwingungsform statt. Aber auch mit dem Rechtecks-Ausgang lassen sich interessante Effekte erzielen:

Der Reset (Oszillatoren A-C) führt zu unregelmäßig verkürzten Pulswellen zwischen den Rechtecken.

Im Klangbeispiel werden sowohl die Frequenz des „Master“-Oszillators, als auch des „Slave“-Oszillators (mit Rechteckschwingung) variiert:

Rechteckschwingung eines A-143-4 Oszillators (aus der Gruppe A bis C), mit Reset durch einen weiteren Rechteck-Oszillator.

Klangbeispiel – Reset und Direction unabhängig voneinander

Der Oszillator D (Dreiecks-Ausgang) aus dem A-143-4 wird von zwei weiteren Oszillatoren (beide Rechteck) über den „Reset“- und den „Direction“-Eingang (Direction „both“) beeinflusst. Die Frequenzen aller drei Oszillatoren werden während des Klangbeispiels manuell verändert.

Unabhängige Steuerung von Reset und Direction.

„Oscillator Lock“

Beim A-143-4 wurden vier Oszillatoren auf engstem Raum untergebracht und das nicht nur äußerlich, sondern auch tatsächlich auf der Platine. Das kann zu einem interessanten (aber nicht immer gewünschten!) Nebeneffekt führen: Sobald sich die Frequenzen von zwei Oszillatoren sehr nahe kommen, kann es passieren dass sie sich gegenseitig „einfangen“ und ihre Frequenzen synchronisieren (oscillator lock).

Klangbeispiel – Summenausgänge und „Oszillator Lock“

Hier wird der Summen-Ausgang für die Dreiecks-Signale (links im Stereobild) und der Summen-Ausgang für die Rechtecks-Signale (rechts im Stereobild) geichzeitig verwendet. Ein A-143-9 VC Quadrature LFO moduliert mit seinen vier phasenversetzten Sinus-Ausgängen die Frequenzen der A-143-4 Oszillatoren, ein zweiter A-143-9 führt – ebenfalls phasenversetzt – die Resets und Richtungsänderungen durch (bei Oszillator D Reset und Richtungsänderung „both“). Während des Klangbeispiels werden sowohl die Frequenzen der beiden Steuer-LFOs, als auch die Frequenzen und Modulationsstärken bei den vier Oszillatoren des A-143-4 manuell verändert. Der stets sehr „harmonisch“ wirkende Ausgangsklang wird deutlich dadurch bestimmt, dass sich die Frequenzen der vier Oszillatoren im A-143-4 immer wieder auf gemeinsame Frequenzen bzw. Teilerverhältnisse „einklinken“.

Summenausgänge mit gemeinsamer Modulation bzw. gemeinsamem Reset/Direction durch zwei A-143-9 VCLFOs.

Konfiguration über die Platine

Art der Richtungsänderung und Bus-Steuerspannung:

Auf der kleineren Platine „BOARD A“ befinden sich vier Jumper für die Art der Richtungsänderung der Oszillatoren A-C, sowie der Verbindung zu einer Steuerspannung auf dem A-100-Bus, die die Frequenz aller vier Oszilllatoren beeinflussen kann.

Jumper JP5 bis JP8 auf der kleineren „Huckepack-Platine“ Board A.
Jumper:Funktion:
JP5 / Oszillator Alinks = UP (Werkseinstellung), rechts = DOWN, ohne Jumper = BOTH
JP6 / Oszillator Blinks = UP (Werkseinstellung), rechts = DOWN, ohne Jumper = BOTH
JP7 / Oszillator Coben = UP (Werkseinstellung), unten = DOWN, ohne Jumper = BOTH
JP8 / A-100-BusJumper gesteckt = Verbindung zum A-100-Bus,
ohne Jumper = keine Verbindung

Auf der Platine „BOARD B“ befinden sich weitere Jumper, die für die Oszillatooren zusätzliche Konfigurationsmöglichkeiten eröffnen:

Steuerbereich der „Freq.“-Regler:

Sind die folgenden Jumper gesetzt, beträgt der Steuerbereich des jeweiligen „Freq.“-Reglers +/- 5 Oktaven (Werkseinstellung), ohne Jumper beträgt er +/- 1 Oktave.

Jumper JP9 bis JP13 und JP17 bis JP21 auf Board B unter der „Huckepack-Platine“ Board A (hier demontiert und nach links geklappt).
Jumper:Betrifft „Freq.“-Regler:
JP9von Oszillator A
JP10von Oszillator B
JP11von Oszillator C
JP12von Oszillator D
JP13gemeinsamer Regler für alle Oszillatoren (ganz unten)

Super Low Mode:

Der „Super Low Mode“ ist eigentlich nur eine Vorbelegung der „CV In 2“ – Buchsen (Schaltbuchsen) mit einer negativen Spannung. Bei komplett geöffneten „CV In 2“ – Reglern auf Position 10 wird dadurch die Frequenz der entsprechenden Oszillatoren (oder aller Oszillatoren gemeinsam beim „Common“-Regler ganz unten) stark reduziert. An Stelle der Jumper kann man auch die „CV In 2“-Regler auf 0 stellen oder ganz einfach einen Blindstecker in die entsprechende Eingangsbuchse stecken. Sprich: Das Entfernen dieser Jumper kann man sich getrost sparen.

Sind die folgenden Jumper gesetzt, arbeiten die entsprechenden Oszillatoren im „Super Low Mode“ mit vorbelegter negative Spannung auf den „CV In 2“-Eingängen (Werkseinstellung), ohne Jumper entfällt diese Vorbelegung (vgl. vorige Abbildung der Platine).

Jumper:Oszillator:
JP17alle Oszillatoren über den gemeinsamen „CV In 2“-Regler
JP18Oszillator A
JP19Oszillator B
JP20Oszillator C
JP21Oszillator D

Reset und Direction:

Sind die folgenden Jumper gesetzt, werden für den jeweiligen Oszillator Reset und Richtungsänderung gleichzeitig ausgeführt (Werkseinstellung). Ohne Jumper erfolgt lediglich ein Reset auf 0 Volt ohne Richtungsänderung.

Jumper JP14 bis JP16 auf Board B, links neben der „Huckepack-Platine“ Board A.
Jumper:Oszillator:
JP14Oszillator A
JP15Oszillator B
JP16Oszillator C

Versionsunterschiede

In der ersten Auflage des Moduls waren die Schalter für LFO- und VCO-Modus noch falsch beschriftet. Oben stand „low“ statt „VCO“ und unten „high“ statt VCLFO“.

Alternativen

Alternativen für den A-143-4 sind eher rar, und dann mit deutlich anderer Funktionalität. Wenn es lediglich um vier LFOs ohne Spannungssteuerung und Reset-Optionen geht, dann ist wahrscheinlich der A-143-3 Quad LFO oder sein „Slim Line“ – Bruder A-145-4 Quad LFO die bessere Wahl, zumal beide nicht das Problem (oder Feature!) des Oscilllator Lock haben und der A-143-3 zusätzlich Sägezahn anbietet.

Reset-Optionen, aber keine echte Spannungssteuerung hat der zum LFO umschaltbare A-143-1 Complex Envelope Generator.

Nur ein einzelner LFO, dafür mit einer Fülle von Optionen, Spannungssteuerung, Reset und allen gängigen Schwingungsformen ausgestattet ist der A-147-2 VC Delayed LFO.

Deutlich problemloser im Audiobereich einsetzbar als der A-143-4 und ebenfalls mit Reset-(Sync-)Optionen ausgestattet ist der A-111-4 Quad Precision VCO.

Technische Daten

Breite22 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf100 mA (+12V) / -100 mA (-12V)

A-167 Analog Comparator / Subtractor / Offset Generator

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Der A-167 Analog Comparator kann Spannungen miteinander vergleichen und dabei ein Gatesignal erzeugen.

Die Möglichkeiten sind vielfältig: Vergleich zweier externer Spannungen, Vergleich einer Spannung (normal oder invertiert) mit einem positiven oder negativen Schwellwert, Vergleich der Differenz zweier externer Spannungen mit einem Schwellwert.

Dabei geht das Modul ganz einfach „mathematisch“ vor: Die beiden Eingangssignale (jeweils nach Bedarf abgeschwächt) werden voneinander subtrahiert und die manuelle Offsetspannung zum Ergebnis addiert. Wenn die Summe größer als 0 V ist, dann wird ein positives Gatesignal erzeugt, sonst nicht. Alles klar?

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A167-IN

Ausgänge:

CTRL-A167-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A167-SW

Ein ADSR als „LFO“

Das Modul A-143-1 (Complex Envelope) macht es uns vor: Mit Hilfe eines Comparators lässt sich aus jedem Hüllkurvengenerator während der Ausklingphase (Decay oder Release) ein neuer Trigger erzeugen, der dann wieder zum Re-Triggern des Hüllkurvengenerators eingesetzt werden kann. Aus einem ADSR-Generator ist so ein LFO mit sehr variabler Schwingungsform geworden!

Ein A-140 ADSR im „LFO-Modus“ – mit A-167 Comparator und A-162 Trigger Delay zur Steuerung.

Die Einstellung eines ADSR-LFOs erfordert ein wenig Fingerspitzengefühl, hilfreich dabei ist die Verwendung eines Trigger Delays zur Einstellung der Gate-Länge. Der A-167 erzeugt ein Gate- / Triggersignal beim Erreichen einer niedrigen Spannung (Release-Phase) des ADSR, würde aber – direkt als Gate für den A-140 eingesetzt – bald wieder ausschalten, da in der Attack-Phase die Spannung wieder erhöht wird. Das A-162 Trigger Delay kann aber ein Gate mit fest definierter Länge erzeugen, das dann die Hüllkurve komplett durchfahren lässt.

Andererseits – und das hatte ich im Buch noch nicht bedacht: Warum nicht einfach einen LFO mit Rechteckausgang als Gate für den ADSR verwenden? Der Aufwand, die LFO-Frequenz an die Parameter des Hüllkurvengenerators anzupassen ist eher geringer als bei der komplexen Verbindung von Comparator, Trigger Delay und ADSR. Idealerweise nimmt man dafür einen A-146, bei dem man auch die Pulsbreite des Rechtecksignals einstellen kann. Bei einem herkömmlichen LFO ist dann doch wieder der Comparator nützlich und man verwendet einen LFO mit Dreicksignal als Eingang für den A-167 und stellt am Comparator die Gate-Länge ein.

Klangbeispiel: Ein A-140 ADSR wird durch den A-167 immmer wieder neu gestartet und steuert einen A-111-5 Mini Synthesizer. Das Trigger Delay kommt in diesem Fall nicht zum Einsatz.

Der Gap-Regler

Der Gap-Regler sorgt im Prinzip für eine leichte Verschiebung von Start und Ende des erzeugten Rechtecksignals. Einen ähnlichen Effekt kann man mit einem zwischen Eingangssignal und Comparator geschalteten A-170 Slew Limiter erzielen. Wir sehen oben ein Dreieck aus einem A-111-1, unten das vom A-167 abgeleitete Rechteck.

Ohne Gap.
Gap deutlich erhöht – das Rechtecksignal wird später ausgelöst und endet später.

Offsetgenerator

Das Modul kann auch als einfacher Offsetgenerator (vergleichbar mit dem A-183-2) verwendet werden: Die reine interne Offsetspannung steht am Ausgang „Analog Sum“ zur Verfügung, bei Bedarf kann eine externe Spannung hinzugefügt (Eingang „+In“) oder abgezogen (Eingang „-In“) werden.

Der Comparator als Waveshaper

Das Dreiecksignal geht als Eingangssignal in den Comparator und in den VCA. Im Comparator wird ein Gatesignal in VCO-Frequenz erzeugt. Damit wird der VCA gesteuert der bestimmt, welche Anteile des Dreiecksignals erhalten bleiben.

Der Comparator ist „eigentlich nur“ ein Modul, das aus dem Vergleich zweier Spannungen ein Gatesignal erzeugen kann.

Das klingt zunächst noch nicht nach „Klangverbieger“. Aber Sie erinnern sich: Der A-137-2 Wave Multiplier II arbeitet mit Comparatoren, deren Gatesignal zum Eingangssignal addiert wird. Genauso könnte man aber auch multiplizieren: Dazu verwenden wir einen Verstärker für das Eingangssignal, der über das Gatesignal des Comparators gesteuert wird.

Das Ergebnis erinnert an Pulsbreitenmodulation – aber mit einem Dreiecksignal:

Offset ist noch recht hoch.
… noch niedriger …
Etwas niedrigeres Offset.
Die Offsetspannung wird noch niedriger eingestellt.

Das war – als ich gerade das Doepfer-Buch schrieb – eine großartige Idee. Leider funktioniert sie auch deutlich einfacher und ganz ohne A-167 Comparator. Man muss einfach nur das vom VCO gleichzeitig erzeugte Rechteck-/Puls-Signal des Oszillators an Stelle des A-167 verwenden. Das war es, mehr braucht es gar nicht…

Zwei VCOs als Eingangssignale

Etwas interessanter wird es wieder, wenn beim oben vorgestellten Patch an Stelle der konstanten Offsetspannung ein zweiter VCO (Eingang „-In“) angeschlossen wird, dann erhält man bei leichter Verstimmung der VCOs ein lebhaftes und obertonreiches Spektrum:

Zwei A-110-1 VCOs als Eingangssignale (Sägezahn und ein 3 Oktaven höherer Sinus).

Hüllkurve statt Gate

Sie können an Stelle des Gatesignals auch eine schnelle Hüllkurve verwenden, die vom Gatesignal des Comparators ausgelöst wird. Dadurch lässt sich das Signal nicht nur in der Phase verschieben, sondern auch verändern:

Die Schwingung wird durch »Attack« und »Release« geglättet, das Verhältnis von »Decay« und »Sustain« bestimmt zusätzlich (neben dem »Offs.«-Regler des Comparators) die Breite und Form der erzeugten Schwingung.
Der A-167 Comparator löst eine A-140 ADSR-Hüllkurve aus, die über den A-130 VCA die Schwingungsform des A-110-1 VCOs beeinflusst.

Auch hier kann man freilich an Stelle des Comparators ganz einfach das Rechteck-/Puls-Signal des Oszillators verwenden. Kleinere Klangunterschiede gibt es lediglich bei Dreieck und Sinus in Kombination mit dem „Gap“-Regler des Comparators, der das erzeugte Rechtecksignal etwas verschieben kann und dann andere Teile der ursprünglichen Schwingung verstärkt.

Rhythmisches – Klangbeispiele

Einn Modul, das Rechtecksignale erzeugen kann ist natürlich auch immer ein Kandidat für die Erzeugung von rhythmischen Strukturen. Hier haben wir sogar die Möglichkeit, unterschiedlich lange Gate-Signale zu gewinnen.

Um halb-zufällige rhythmische Muster zu erzeugen, kann man zwei unabhängige LFOs mit Dreieck-Signalen als Eingangssignale für „+In“ und „-In“ verwenden. Je nach Stellung der beiden Eingangs-Abschwächer und dem Offset-Regler entstehen interessante Muster von unterschiedlich langen Rechteck-Signalen im Comparator, die hier als Gatesignal für einen A-111-5 verwendet werden.

Bei unserem Beispiel verwende ich zwei Dreiecks-Ausgänge aus einem A-143-3, die LFOs sind auf unterscheidliche Geschwindigkeiten eingestellt, die Eingangspegel im A-167 sind gleich groß. Im Verlauf des Beispiels drehe ich den Offset-Regler von „-5″ langsam nach oben (etwa bis 2’00“) und dann wieder etwas zurück in den leicht negativen Bereich. Danach verändere ich die Geschwindigkeiten beider LFOs und nochmal in kleinerem Umfang den Offset-Regler:

Alternativen

Da das Modul nicht mehr produziert wird, stellt sich die Frage nach den Alternativen natürlich besonders deutlich.

Relativ einfach hat man es noch, wenn es lediglich um die Erzeugung von sich selbst neu startenden Hüllkurven geht. Hier gibt es eine Reihe von Modulen, die automatisch in einer Wiederholungsschleife arbeiten können: A-141-2 VCADSR, A-142-4 Quad Decay, A-143-1 Quad AD, A-143-2 Quad ADSR oder auch der A-171-2 VC Slew Processor. Bei diesen Modulen ist die „Schleifenbildung“ normalerweise sogar deutlich einfacher als mit einem Comparator.

Beim Einsatz als klangformender Waveshaper oder für rhythmische Experimente wird die Auswahl recht klein. Eigentlich gibt es da nur noch den neuen A-168-1 PWM-Generator, der aus einem eher puristisch gestalteten Comparator mit modulierbarem Offset besteht. Zusätzliche Funktionen wie Inverter usw. müsste man dann über andere Module ergänzen (vgl. auch die Beschreibung des A-168-1).

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-141-2 Voltage Controlled Envelope Generator VCADSR / VCLFO

Pimp my VCADSR! Der Vorgänger A-141 war für viele Zwecke ein mehr als brauchbares Modul, aber im Detail gab es dann doch noch „Wünsche“: So schnell und „snappy“ wie der legendäre A-140 war der A-141 nicht und loopbare Hüllkurven wie beim A-143-1 oder A-143-2 wären doch manchmal auch recht nett…

Beim neuen A-141-2 hat Doepfer nun so ziemlich alles hineingepackt, was man mit einer einzelnen ADSR-Hüllkurve technisch anstellen kann:

  • Spannungssteuerung – klar, hatten wir schon beim Vorgänger,
  • zusätzlich wurde noch ein VCA eingebaut, der dann spannungsgesteuert die Gesamtlautstärke regelt,
  • ein gemeinsamer CV-Eingang, der alle drei Zeit-Parameter Attack, Decay und Release steuert,
  • ein Range-Schalter für besonders schnelle oder besonders langsame Hüllkurven (Drones!),
  • Triggerausgänge die beim Ende der Attack oder der Release-Phase feuern und für einen LFO-Einsatz verwendet werden können,
  • neben dem normalen Ausgang noch einen invertierten Ausgang, sowie einen Ausgang, der hinter dem bereits erwähnten VCA liegt.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A141-2-IN1

CTRL-A141-2-IN2

Über eine Steckbrücke (Jumper) kann das Modul mit dem A-100 Bus verbunden werden und dort anliegende Gate-Signale – z.B. von einem Midi-Interface – verarbeiten.

Ausgänge:

CTRL-A141-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A141-2-SW

Versionsunterschiede

Die erste Version des A-141-2 war noch mit einfachen Abschwächern für die vier Steuerspannungseingänge ausgestattet. Die beiden A-141-2 in meinem Rack stammen noch aus dieser Generation, auch die Klangbeispiele wurden mit ihnen erstellt. Die aktuellen Module verfügen stattdessen über vier bipolare Regler, die rechts von der „12 Uhr Position“ die Steuerspannungen positiv vergrößern, links von der Mittelstellung dagegen eine Invertierung der Steuerspannung vornehmen, bis zu einem negativen Maximum beim Linksanschlag des Reglers.

Die erste Version ist an den Beschriftungen „0 … 10“ für die Abschwächer erkennbar, die aktuellen Module sind jeweils mit „-5 … 0 … +5“ beschriftet.

Grundprinzip des Moduls

Die Ergänzung eines spannungsgesteuerten Hüllkurvengenerators durch einen „Onboard“-VCA erinnert etwas an den neuen A-147-2 VC LFO. In beiden Fällen ist so etwas sehr praktisch, aber man braucht halt etwas länger, um alles zu überblicken.

Der A-141-2 ist zunächst einmal ein ADSR-Hüllkurvengenerator, dessen vier Parameter über Steuerspannungen beeinflusst werden können. Höhere Steuerspannungen führen zur Verlängerung der Attack-, Decay bzw- Release-Phase und zu einer Erhöhung des Sustain-Levels. Bei den aktuellen Modulen lässt sich das über die bipolaren Regler umkehren, so dass höhere Steuerspannungen zu einer Verkürzung der ADR-Phasen bzw. einem Absenken des Sustain-Levels führen. Beim Einsatz zusammen mit einer anschlagdynamischen Tastatur möchte man meist bei stärkerem Anschlag (höhere Spannung) kürzere Phasen und ein höheres Sustain-Level erzielen. Das ist also recht praktisch.

Zusätzlich zu den einzelnen Steuerspannungseingängen gibt es einen „Comm. CV“ – Eingang, der sich auf die Dauer der drei Phasen gleichzeitig auswirkt. Höhere Steuerspannungen verkürzen bei diesem Eingang die Phasen (analog zu einem VCLFO). Ein Abschwächer für diesen Eingang ist nicht vorhanden.

Wie beim A-140 finden wir einen dreistufigen Range-Schalter, um extrem schnelle oder extrem langsame Hüllkurven zu erzeugen, ohne dass die Reglerwege dabei unkomfortabel enge Wertebereiche aufweisen.

Zwei Gate-Signale werden im Verlauf der Hüllkurve erzeugt und können z.B. zum erneuten Auslösen des A-141-2 eingesetzt werden, der dann in einem LFO-Modus läuft: EOA und EOR.

EOA wird zum Ende der Attack-Zeit gestartet und dauert, bis das ursprüngliche Gate-Signal endet. Verbindet man den EOA-Ausgang mit dem Retrig-Eingang, dann erhält man nach dem Anstieg der Hüllkurve einen LFO mit steigendem Sägezahn, solange das Gate-Signal aktiv ist.

EOR wird kurz vor Ende der Release-Phase gestartet (auf der Platine justierbar) und dauert bis zum Ende der nächsten Attack-Phase. Verbindet man den EOR-Ausgang mit dem Gate-Eingang, erhält man eine zyklische Attack-Release-Hüllkurve. Änderungen bei Decay oder Sustain bewirken dabei nur minimal andere Hüllkurven, da das EOR-Gate bereits beim Ende der Attack-Phase abbricht und der ADSR somit unmittelbar in die Release-Phase übergeht.

Die Gate-Ausgänge EOA und EOR in Abhängigkeit von Gate und den ADSR-Phasen.

Im Oszilloskop sieht das so aus, unten sehen wir immer die tatsächliche ADSR-Hüllkurve:

Eingangs-Gate und ADSR-Ausgabe des A-141-2.
EOA und ADSR.
EOR und ASDR.

Für die eigentliche Hüllkurve gibt es drei Ausgänge. Standard sind der normale Ausgang „Fixed Out“, sowie ein invertierter Ausgang „Inv. Out“. Zusätzlich dazu ist im Modul noch ein kleiner VCA eingebaut, über den der dritte Ausgang „Var. Out“ versorgt wird. Die Steuerung des VCAs erfolgt über den Eingang „Lev. CV“.

Konfiguration über die Platine

Auf der Hauptplatine lassen sich folgende Optionen einstellen:

  • Comm. CV: Wenn der Jumper rechts gesteckt ist, verringert die Steuerspannung am Eingang „Comm. CV“ die Attack-, Decay- und Release-Phasen (Standard), in der linken Position verlängert höhere Steuerspannung diese Zeiten.
  • EOR Threshold: Trimmpoti für den Schwellwert, ab wann das EOR Gate gestartet wird.
  • Bus Gate: Wenn der Jumper gesetzt ist, reagiert das Modul auf Gatesignale auf dem A-100-Bus, ohne Jumper nicht.
  • Out VCA/Pol.: Wenn der Jumper gesetzt ist, arbeitet der integrierte VCA als Polarisierer, ohne Jumper als konventioneller VCA (Standard).
Jumper und Trimmpoti auf der Hauptplatine.

Auch die kleine Platine an den Steuerspannungs-Abschwächern hat Optionen:

  • CVA – CVD: Der Steuerspannungseingang CVD ist mit der Spannung am Eingang CVA vorbelegt.
  • CVD – CVR: Der Steuerspannungseingang CVR ist mit der Spannung am Eingang CVD vorbelegt.

Klangbeispiel – das Modul als Oszillator

Mit der oben genannten Konfiguration (EOR an Gate In) kann der A-141-2 als Oszillator verwendet werden. Da das Gate nach der Attack-Phase abbricht, wird im Prinzip eine zyklische AR-Hüllkurve erstellt. Die Schwingungsform lässt sich dabei über den Attack und den Release-Regler einstellen, dabei wird allerdings gleichzeitig die Frequenz verändert.

Manuelle Veränderungen von Attack und Release.

Klangbeispiel – zyklische Attack-Hüllkurve

Bei Verbindung des EOA-Ausgangs mit dem Retrigger-Eingang erfolgt nach einmaligem Durchlauf der Attack-Phase eine zyklische – etwas verkürzte – Attack-Phase. Im Beispiel wird das Filter eines A-111-5 Mini Synthesizers von der A-141-2 Hüllkurve moduliert, beide Module werden einfach von einem manuellen Gate gesteuert. Beim zweiten Ton verändere ich manuell die Attack-Zeit des A-141-2. Nach Beenden des manuellen Gates wird wie gewohnt die Release-Phase eingeleitet.

Steuerung der Filtereckfrequenz mit wiederholter Attack-Phase.

Andere Kurven-Charakteristiken

Doepfer weist darauf hin, dass die Charakteristik der Attack-, Decay und Release-Phasen über die Einspeisung des eigenen ADSR-Ausgangssignals in die Steuerspannungseingänge der Phasen verändert werden kann.

Standard ADSR aus dem A-141-2.

Normalerweise ist die Attack-Phase leicht „konvex“, steigt also steil an und flacht dann eher ab, während die Decay- und Release-Phasen eher „konkav“ aussehen, sie fallen also schnell ab, um dann abzuflachen.

Um die Form der Attack-Phase zu ändern, wird das invertierte ADSR-Signal als Steuerspannung in CVA verwendet, bei Decay und Release ist es die normale Form des ADSR-Signals in CVD und CVR.

Geänderte Attack-Phase.
Geänderte Decay- und Release-Phasen.

Technische Daten

Breite14 TE
Tiefe70 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-147-2 Voltage Controlled Delayed Low Frequency Oscillator

Im Vergleich zum recht übersichtlichen Vorgänger A-147 ist der neue VCDLFO (Voltage Controlled Delayed LFO) schon ein Monster. Nicht weniger als 12 Anschlussbuchsen an einem nur 8 TE breiten Modul sind schon eine Ansage in Sachen Komplexität auf engstem Raum.

Tatsächlich hat Doepfer dem spannungsgesteuerten LFO noch eine Delay-Funktion (eigentlich ist es eine langsame Steigerung der Amplitude und keine Einschaltverzögerung, wie der Name „Delay“ vielleicht vermuten lässt) mit auf den Weg gegeben. Bei Bedarf wird die Amplitude des LFOs langsam zunehmen. Dafür ist neben einer einfachen Attack-Hüllkurve ein kleiner VCA mit eingebaut, durch den das LFO-Signal geschleust wird. Der VCA kann allerdings auch als spannungsgesteuerter Polarisierer arbeiten und hat je einen frei patchbaren Eingang, Ausgang und Steuereingang, so dass Ringmodulator- oder Waveshaper-Anwendungen möglich sind.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A147-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A147-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A147-2-SW

Wer braucht das Modul?

Der A-147-2 ist mit Sicherheit der komplexeste LFO von Doepfer, obwohl er sich auf 8 TE beschränkt. Dass dabei etwas die Übersichtlichkeit leidet, liegt in der Natur der Sache. Wer noch das Vorgängermodell hat, kann die gleiche Funktionalität erhalten, wenn er zusätzlich einen kleinen VCA/Polarisierer und einen Hüllkurvengenerator einsetzt. Das braucht dann zwar ein Mehrfaches an Platz, ist dafür aber auch etwas leichter „auf den ersten Blick“ zu erfassen. So bietet sich der neue A-147-2 insbesondere für Modularisten an, die auf kleinstem Raum agieren möchten oder müssen. Schließlich kann man durch die vollständig freie Patchbarkeit notfalls VCA und Attack-Hüllkurve komplett unabhängig vom LFO einsetzen.

Konfiguration über die Platine

Mit einer Steckbrücke (Jumper) auf der Platine kann der LFO auch in einem extrem langsamen „Ultra Low Modus“ betrieben werden.

Wird der Jumper JP6 gesetzt, arbeitet der A-147-2 im „Ultra Low“ Modus. Dazu kann man den mit einem Oval markierten Jumper verwenden, der ansonsten keine Funktion hat.

Grundprinzip des Moduls

Doepfer hat so einiges in dieses Modul hineingepackt, was sich nicht unbedingt auf den allerersten Blick erschließt.

Zunächst haben wir einen spannungsgesteuerten LFO, der bis in den moderaten Audiobereich reicht (ca. 1 kHz). Das ist nicht weltbewegend, aber für so manche Klänge genügend. Die Steuerkennlinie des CV-Eingangs ist leider nicht 1V/Oktave, so dass man für einen „musikalischen“ Einsatz einen Sequencer ohne Quantizer (und ein gutes Stimmgerät) einsetzen sollte.

Alle vier erzeugten Schwingungsformen stehen an Einzelausgängen zur Verfügung, die Dreieckschwingung ist mit dem internen VCA vorverdrahtet. Die „In“-Buchse der VCA-Sektion ist eine Schaltbuchse, die diese Verbindung auftrennen kann. Hier kann man bei Bedarf eine der anderen Schwingungsformen anschließen oder auch den VCA / Polarizer komplett separat für andere Signale nutzen. In der „Polarizer„-Betriebsart invertiert der VCA das Eingangssignal, sobald die Steuerspannung negativ wird.

Ebenfalls mit dem VCA vorverdrahtet ist eine einfache Attack-Hüllkurve, auch sie kann über eine Schaltbuchse „CV“ vom VCA getrennt und durch eine andere Modulationsquelle ersetzt werden. Die Hüllkurve hat einen Triggger-Eingang, der hier mit „Delay Reset“ bezeichnet ist. Es gibt dafür keine Standard-Verbindung im Modul, beim Einschalten gibt die Hüllkurve eine Dauerspannung aus, so dass der VCA zunächst permanent geöffnet ist. Um die Hüllkurve auch für andere Module wie ein nachgeschaltetes Filter zu nutzen, gibt es einen Ausgang „Delay Out“. Auch die Hüllkurve hat einen Steuerspannungseingang, mit dem man die Länge der Attack-Phase bestimen kann. Steuerspannung und manueller Regler wirken gemeinsam auf die Geschwindigkeit der Hüllkurve.

Die Bezeichnungen „Delay“ und „Reset“ sind etwas ungewöhnlich gewählt, es handelt sich ja eigentlich um „Attack“ und „Trigger In„.

Der LFO als Klanglabor – Klangbeispiele

Sicher, man kann mit dem Modul auch ein langsam einsetzendes Vibrato oder Tremolo realisieren. Dazu wird einfach der Trigger der Synthesizer-Stimme parallel mit für den Reset-Eingang der A-147-2 – internen Hüllkurve verwendet. Bei jedem Tastendruck oder jedem Sequencer-Schritt wird dann auch die langsam einschwingende Amplitude des LFOs mit gestartet.

Aber richtig Spaß macht das Modul, wenn man den LFO und die Hüllkurve in Audiogeschwindigkeit einsetzt: Schnelle Aplituden- bzw. Ringmodulation sind dann ebenso möglich wie Waveshaping.

Im ersten Beispiel wird das Sinus-Signal des A-147-2 verwendet und in den internen VCA gepatcht. Das interne Rechteck-Signal ist der Trigger für das Starten der internen Attack-Hüllkurve. Der interne VCA ist als Polarizer geschaltet, ein A-143-3 moduliert mit einer Dreieckschwingung die Länge der Attack-Hüllkurve. Der LFO wird von einem A-155 Sequencer (ohne Quantizer) in seiner Frequenz gesteuert. Ich variiere die Frequenz des A-143-3.

Das interne Rechteck-Signal startet die Hüllkurve.

Beim nächsten Beispiel werden sowohl das Auslösen der Hüllkurve, als auch die Modulation der Attack-Länge von zwei LFOs eines A-143-3 gesteuert, der A-147-2 wird wieder durch einen A-155 gesteuert. Der interne VCA ist diesmal als VCA (ohne Polarisierung) geschaltet.

Zwei LFOs steuern Länge und Startpunkt der Hüllkurve.

Schließlich verwende ich an Stelle des A-143-3 einen A-147 als Modulationsquelle direkt für den internen VCA des A-147-2. Die Attack-Hüllkurve bleibt unbenutzt. Zunächst ist der interne VCA als konventioneller VCA geschaltet, wird aber im Laufe des Beispiels zum Polarizer umgeschaltet. Der A-155 Sequencer steuert wieder den A-147-2, zusätzlich wird bei jedem Schritt des Sequencers ein Reset des A-147 durchgeführt.

Ein zum Sequencer synchronisierter A-147 steuert den internen VCA.

Hier noch ein paar Detailbilder, wie eine Sinusschwingung durch die eigene Hülllkurve (getriggert vom internen Rechteck) und den VCA im Polarizer-Modus verändert wird:

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe55 mm
Strombedarf60 mA (+12V) / -40 mA (-12V)

A-176 Control Voltage Source

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Das Modul A-176 Manual CV Source stellt drei manuell einstellbare Spannungsquellen zur Verfügung. Die beiden oberen Spannungsquellen verfügen über je zwei Regler zur Grob- und Feinabstimmung, sind also sehr gut zur Einstellung sehr empfindlicher Module wie VCAs geeignet.

Der Regelbereich jeder Spannungsquelle beträgt 5V, wobei man über Jumper jeweils einstellen kann, ob eine Spannung zwischen 0 und +5V oder zwischen -2,5V und +2,5V ausgegeben wird.

Bedienelemente

Ausgänge:

CTRL-A176-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A176-SW

Feineinstellung von VCOs

Die beiden Spannungsausgänge, die über eine Feinabstimmung verfügen, können gut für eine feine Einstellung der A-110-1 oder A-110-2 VCOs eingesetzt werden. Genaues Stimmen dieser VCOs ist ansonsten manchmal eine etwas „fummelige“ Angelegenheit – einmal den „Tune“-Regler berührt und schon ist der VCO ein paar Cent verstimmt. Zusätzlich kann der VCO dann auch auf größere Intervalle verstimmt werden, als das mit »Bordmitteln« möglich ist: Beim A-110-1 sind das nur etwa +/- 1/2 Oktave, beim A-110-2 über Jumper wahlweise auch bis zu 4 Oktaven, wobei dann eine Feinstimmug ohne Hilfsmittel wie den A-176 sehr schwer wird.

Einstellbarer Arbeitsbereich

Für jeden der drei Ausgänge kann über Jumper festgelegt werden, ob sie zwischen 0 V und + 5 V, oder zwischen -2,5 V und +2,5 V arbeiten.

Über die Jumper JP1 bis JP3 lassen sich für jede Spannungsquelle die Arbeitsbereiche zwischen 0 bis +5V (linke Position des Jumpers) und -2,5 bis +2,5V (rechte Position des Jumpers) einstellen.

Alternativen

Sofern die Feinjustierung nicht benötigt wird, gibt es eine Reihe weiterer manuell regelbarer Steuerspannungsquellen, die alternativ zum A-176 eingesetzt werden können:

  • Die Mischer A-138a, A-138b, A-138c und A-138m. Bei den Mischern (außer dem A-138m) kann man für eine Feinjustierung den „Out“-Regler auf einen kleinen Wert einstellen und dann die genaue Justierung über den „In 1“-Regler vornehmen.
  • A-183-2 Offset / Polarizer.
  • A-185-2 Precision Adder / Bus Access.

Ganz so praktisch wie das Original sind diese Alternativen freilich nicht. Aber vielleicht bringt Doepfer ja mal ein „Slim Line“-Modul mit 4 Spannungsquellen und je 2 Reglern auf den Markt…

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe240 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-171-2 Voltage Controlled Slew Processor/Generator

Der A-171-2 ist eines der ungewöhnlichsten Module im gesamten Doepfer-Sortiment (das neben vielen „Brot-und-Butter“-Modulen nun wirklich mehr als nur ein paar Raritäten zu bieten hat). Wo fangen wir an?

Zunächst: Was macht das Modul eigentlich? Ein Slew Processor also. Ja, schon mal gehört, das ist ziemlich praktisch. Sorgt für den Portamento-Effekt, den man braucht, wenn man zum Beispiel das „Lucky Man“-Solo spielen möchte, alles klar.

Ach so, das Ding hat auch Steuerspannungseingänge für das Portamento. Na gut, wer’s braucht, schadet ja nichts. Und einen Triggereingang haben wir auch. Hmm. Und einen „Cycle“-Schalter, na sowas. Ja wie, in den Eingang kann man auch Audio-Signale schicken, wer macht den sowas?

Also nochmal in Kurzform:

  • Das Modul kann Steuerspannungen glätten (wie bereits der A-171-1).
  • Das Modul kann auch ohne Eingangssignal Spannungen ausgeben, die von einem Trigger ausgelöst werden, wir haben also einen Hüllkurvengenerator.
  • Im Cycle-Modus können wir periodische Schwingungen erzeugen, deren Frequenz und Form über Steuerspannungen beeinflusst werden, wir haben also einen Oszillator, zumindest einen LFO.
  • Wenn wir an Stelle einer Steuerspannung ein Audiosignal in den Eingang schicken, haben wir ein Filter- bzw. LPG-Modul.
  • Am „End“-Ausgang wird ein Rechtecksignal ausgegeben, das beim Über- bzw. Unterschreiten eines Schwellwerts ausgelöst wird, wir haben also auch noch einen Comparator vor uns.
  • Das erzeugte Rechtecksignal wird mit Verzögerung aus dem Eingangs-Trigger erzeugt, also haben wir auch ein Trigger-Delay.
  • Bei geschickter Wahl der aufsteigenden und fallenden Slew Rates werden ganzzahlige Subharmonische aus einem periodischen Eingangs-Trigger (z.B. von einem VCO) erzeugt, also auch noch ein Subharmonic Generator.

Ganz schön viel für so ein unscheinbares 8-TE-Modul, oder?

Tatsächlich geht das Design des Moduls auf eine lizensierte Version des VCS von Ken Stone zurück, das wieder eine Version des ursprünglichen Serge Dual Universal Slope Generator ist.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A171-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A171-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A171-2-SW

Klangbeispiele

Portamento:

Die „Brot-und-Butter“-Anwendung für einen Slew Processor ist die Abrundung von Sprüngen bei Steuerspannungen. Das klassische Beispiel dafür ist der „Portamento“-Effekt, bei dem die Steuerspannung für einen VCO langsam zwischen zwei Tonhöhen gleitet, anstatt abrupt zur nächsten Tonhöhe zu springen.

Dafür wird eine Steuerspannung (hier von einem Sequencer) an die „In“-Buchse des A-171-2 gelegt, der „Cycle“-Schalter ist aus. Die Charakteristik der Abrundung kann linear oder exponentiell sein, die Dauer der Abrundung der Steuerspannung erfolgt separat für aufsteigende und absteigende Schritte über die beiden Regler „“ (Up) und „“ (Down).

Die Steuerspannung für eine einfache Sequenz wird im A-171-2 bearbeitet. Wir hören zunächst die Glättung der aufsteigenden Spannungen, dann die der absteigenden Spannungen und schließlich den A-171-2 im „Cycle“-Modus. Beide Glättungen arbeiten exponentiell.

Audio-Bearbeitung:

Der A-171-2 kann auch ähnlich wie ein Filter eingesetzt werden, wobei man bei komplexerem Audiomaterial keine „übliche“ Filterung erwarten sollte. Das Audiosignal wird in die „In“-Buchse geleitet.

Das Audiosignal einer einfachen Sequenz wird in den Eingang des A-171-2 geleitet. Zuerst hören wir wieder die Glättung der aufsteigenden Spannungen (des Audiosignals), dann der absteigenden Spannungen und schließlich wird der „Cycle“-Modus des A-171-2 eingeschaltet.

Bei einfachen Audiosignalen, insbesondere bei einem Rechteck sind die Klangveränderungen schon deutlicher, da die Schwingungsform sehr deutlich von Rechteck über Sägezahn/Rechteck-Mischungen zu einem Dreieck-Signal verändert wird.

Das Rechteck-Signal eines einzelnen A-110-1 VCOs wird in den Eingang des A-171-2 geleitet. Zuerst wird der „Up „-Regler von 0 bis zur Hälfte erhöht, danach der „Down „-Regler bis zur Hälfte, „Up“ wird wieder bis 0 heruntergeregelt und schließlich „Down“. Beide Glättungen arbeiten linear.

Die folgenden Oszilloskop-Bilder zeigen die Veränderung des Rechtecksignals aus dem A-110-1. Bereits bei Nullstellung der Regler findet eine leichte Glättung zu einem Trapezoid statt.

„Up“ = 0, „Down“ = 0.
„Up“ = 5, „Down“ = 5.
„Up“ = 5, „Down“ = 0.
„Up“ = 0, „Down“ = 5.

Der A-171-2 als VCO:

Wenn man den Schalter „Cycle“ einschaltet (rechte Position), dann verhält sich der A-171-2 wie ein Oszillator. Er gibt dann ganz ohne Eingangssignal laufend eine periodisch steigende und fallende Spannung aus, ähnlich wie der A-143-1 Complex Envelope Generator im „LFO“-Modus. Im Gegensatz zum A-143-1, dessen Frequenz ausschließlich von der Länge der steigenden und fallenden Flanken abhängig ist, lässt sich die Frequenz des A-171-2 über eine Steuerspannung exponentiell beeinflussen.

Doepfer weist darauf hin, dass der „exp. CV“-Eingang keine 1V/Oktave-Charakteristik besitzt, was mit den steigenden und fallenden Flanken, die zudem wahlweise linear oder exponentiell (bzw. invers exponentiell) verlaufen können vermutlich auch kaum realisierbar wäre.

Der A-171-2 ist im „Cycle“-Modus, lediglich der „exp. CV“-Eingang ist mit dem Sequencer von vorhin verbunden. Man hört deutlich, dass hier keine 1V/Oktave-Steuerung vorliegt. Kein Eingangssignal.
Der A-171-2 ist im „Cycle“-Modus und erzeugt eine Dreieckschwingung. Die Shape-Regler („CV “ und „CV „, exponentieller Modus) der Slew Rates für aufsteigende und abfallende Spannung werden von ursprünglich „0“ auf die Maximal- bzw. Minimal-Werte (konkave bzw. konvexe Kurven) verändert. Kein Eingangssignal.

Die folgenden Oszilloskop-Bilder zeigen die Schwingungsformen des A-171-2, ausgehend vom Dreieck mit verschiedenen konvexen oder konkaven (bzw. logarithmischen / exponentiellen) Ausrichtungen der Glättung.

„Up Shape“ = 0, „Down Shape“ = 0.
„Up Shape“ = -5, „Down Shape“ = 5.
„Up Shape“ = 5, „Down Shape“ = 0.
„Up Shape“ = -5, „Down Shape“ = 0.
„Up Shape“ = 5, „Down Shape“ = 5.
„Up Shape“ = -5, „Down Shape“ = -5.
„Up Shape“ = 0, „Down Shape“ = 5.
„Up Shape“ = 0, „Down Shape“ = -5.

Subharmonic Generator:

Hier wird nicht ein Audiosignal direkt bearbeitet, sondern wir setzen das Rechteck-Signal eines Oszillators als Trigger im eingang „Trig“ ein, um den A-171-2 (der dann ein Dreicksignal erzeugt) immer wieder neu zu starten. Am Eingang „In“ liegt dabei kein Signal an. Im Gegensatz zu anderen Frequenzteilern wie dem A-113 entstehen beim Durchfahren des Reglers „“ (Up) allerdings deutliche Artefakte.

Ein A-110-1 wird von einem Sequencer gesteuert, das Rechtecksignal des VCOs dient zum Triggern des A-171-2, der somit als VCO arbeitet. Etwa ab der Mitte des Reglerweges des „Up“-Reglers entstehen Frequenzteilungen des ursprünglichen Signals.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-152 Voltage Addressed Track&Hold / Switch

Das Modul A-152 Voltage Addressed Track & Hold / Switch ist das mit Abstand flexibelste hier vorgestellte Schalt-Modul.

Es bietet einen bidirektionalen 8:1 bzw. 1:8 Schalter, der sich sowohl über Steuerspannung adressieren, als auch über Triggersig­nale weiterschalten lässt (bzw. mit einem Reset-Trigger auf die erste Stufe zurückschalten kann).

Zusätzlich steht eine Track & Hold (T&H) Schaltung mit acht Ausgängen zur Verfügung, sowie für jede der 8 »Stufen« ein eigener Gateausgang (»Dig. Out«), der bei aktiver Stufe ein Gatesignal ausgibt.

Der A-152 riecht förmlich nach Komplexität der möglichen Anwendungen und ist nebenbei mit 29 Buchsen ein ordentlicher »Kabelfresser«.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A152-IN1

CTRL-A152-IN2

Ausgänge:

CTRL-A152-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A152-SW

Zufällige Gates

Hier werden 8 zufällige Gatesignale erzeugt, gesteuert durch den »Random Out« des A-118-1 Noise / Random Moduls.

Als Alternative zur Erzeugung zufälliger Gates mit dem A-149-1 / A-149-2 kann man den A-152 mit einer Zufallsspannung steuern. Es wird dabei im Gegensatz zum A-149-2 aber immer nur ein einzelner Gate­ausgang aktiv werden. Die Schaltung bietet sich an, mehrere Hüllkurven unabhängig voneinander (aber nie gleichzeitig) per Zufall zu starten.

Weiterschalten der Ausgänge eines XP-Filters

Umschalten der acht Audioausgänge des A-106-6 XP Filters. Der Schaltvorgang erfolgt hier beliebig (»wahlfrei«) durch eine angelegte Steuerspannung.

Der Switch kann – ähnlich wie der A-155 Sequencer – zum rhythmisch synchronisierten Weiterschalten der Ausgänge des A-106-6 XP Filters verwendet werden. Im Gegensatz zum A-155 benötigt der A-152 dafür deutlich weniger Platz im Rack und ist zudem auch noch spürbar günstiger.

Interne Standardverbindungen

Die beiden Buchsen »Common Switches In / Out« und »Common T&H Input« lassen sich über Jumper auf den Platinen miteinander verbinden.

  • Variante 1 (Default): Signale an »Common Switches In / Out« werden an »Common T&H Input« weitergeleitet. Die Verbindung kann unterbrochen werden, wenn ein Stecker in die T&H-Eingangsbuchse (Schaltbuchse) gesteckt wird. Das erlaubt die Verwendung von 8 unterschiedlichen Eingangssignalen (über die Buchsen »SW I/O«) für die 8 T&H-Ausgangsbuchsen. Dazu muss der Jumper JP7 auf den Stiften von der Buchse weg gesteckt sein, der Jumper JP8 auf den Stiften entgegen dem unteren Rand der Platine (wie auf der Abbildung).
  • Variante 2: Signale an »Common T&H Input« werden an »Common Switches In / Out« weitergeleitet (sie dient dabei als Eingangsbuchse). Die Verbindung kann unterbrochen werden, wenn ein Stecker in die Switch-Eingangsbuchse (Schaltbuchse) gesteckt wird. Somit steht das T&H-Eingangssignal immer auch am jeweils geschalteten Switch-Ausgang zur Verfügung. Dazu muss der Jumper JP7 auf den Stiften zur Buchse hin gesteckt sein, der Jumper JP8 auf den Stiften am unteren Rand der Platine.

Werden beide Jumper entfernt, bekommt keine der beiden Buchsen mehr das Signal der anderen.

Die Jumper JP7 und JP8 auf den Platinen des Moduls A-152.

Ein sehr musikalischer Clock-Teiler

Der Frequenzteiler ist besonders für Clocksignale nützlich, weil er sein Gatesignal immer »auf die 1« erzeugt (im Gegensatz z.B. zum A-160-1).

Das Clocksignal steuert den A-152, als Clock-Ausgang wird »Dig Out 1« verwendet. Die Teilung selbst wird dadurch bestimmt, dass einer der anderen »Dig Out« Ausgänge mit »Reset In« verbunden wird.

Polyphone Sequenzen

Das Modul A-152 Voltage Addressed Track & Hold / Switch kann neben seiner bereits vorgestellten Schaltfunktionen auch als komplexes Track & Hold Modul eingesetzt werden. Die Besonderheit besteht darin, dass nicht nur ein einzelner T&H-Ausgang wie beim A-148, sondern gleich 8 davon vorliegen.

Wenn man eine Sequenz aus einem A-155 so einstellt und quantisiert, dass auch bei gleichzeitigem Erklingen der Töne wenig Dissonanzen entstehen, kann man diese Sequenz »in Teilabschnitten« auf mehrere VCOs (hier im Beispiel 4) verteilen. Ein VCO spielt jeweils eine Note der Sequenz (»Track«-Phase), bis auf den nächsten umgeschaltet wird.

Dann spielt dieser weiter und der erste VCO hält den zuletzt gespielten Ton (»Hold«-Phase).

Optional kann man ein längeres Gatesignal für das Weiterschalten des A-152 ableiten, indem man einen geeigneten Frequenzteiler für das Clocksignal des Sequencers wählt. Dann werden z.B. 2-3 Töne vom gleichen VCO gespielt, bevor weitergeschaltet wird. Die Länge von Schaltsignal und »Pause« kann mit einem A-162 Dual Trigger Delay angepasst werden.

Der A-152 Switch verteilt die Steuerspannungen eines Sequencers der Reihe nach auf verschiedene Oszillatoren.

Ein Switch als Eimerkettenspeicher

Das Modul A-152 ist (unter anderem) ein Track & Hold. Der Unterschied zu einem Sample & Hold besteht darin, dass zwar auch eine einzelne Spannung festgehalten wird (»Hold«), dazwischen aber das Ausgangssignal 1:1 durchgelassen wird.

Sehr geräuschhaftes Ergebnis aus der schnellen Weiterschaltung im T&H.

Das A-152 hat 8 einzelne T&H-Ausgänge, die per CV oder Trigger nacheinander aktiviert werden können (und dann jeweils das Eingangssignal ausgeben). Nicht aktive Ausgänge geben konstant die zuletzt festgehaltene Spannung aus. Bei ausreichend hoher Trigger-Geschwindigkeit werden auch diese konstanten Spannungen wieder zu einer interessanten Geräuschquelle, die sich dann in sehr schneller Folge mit dem Eingangssignal abwechselt.

Der LFO (links) für die Weiterschaltung des A-152 ist schneller als der LFO (rechts) für dessen Reset. Dadurch lässt sich das Verhältnis zwischen Eingangssignal und »Hold«-Phase einstellen.

Wir beginnen mit einer sehr hohen Reset-Frequenz aus dem rechten LFO, die manuell langsam reduziert wird. Die Frequenz des VCOs bleibt dabei konstant. Ausgesprochen „musikalisch“ ist dieses Beispiel zugegebenermaßen nicht, aber man benötigt ja auch nicht immer „Schönklang pur“…

Modulation eines selbstoszillierenden Filters

Übergang von einem mit konstanter Spannung modulierten Filter-Sinus zu einer Filter-FM aus dem VCO.

Alternativ kann man auch das Ausgangssignal nutzen, um ein selbstoszillierendes Filter zu modulieren – das ist bei langsamerer Trigger-Geschwindigkeit interessant, da hier auch längere konstante Spannungen des T&H (als Sinus mit konstanter Tonhöhe) im selbstoszillierenden Filter »hörbar« werden.

Hier ist das Filter der Klangerzeuger: Die Frequenzmodulation vom A-110-1 wird über das A-152 und zwei LFOs gesteuert. Gleichzeitig wird die VCO-Frequenz über den zweiten T&H-Ausgang moduliert.

Im folgenden Klangbeispiel werden die Ausgänge des A-152 nur als Steuerspannungen verwendet. Primär, um das selbstoszillierende A-102 Filter zu modulieren, aber auch um die Frequenz des VCOs zu beeinflussen. Die spezielle Resonanz-Charakteristik des A-102 Filters trägt das ihre zum eigenwilligen Klang bei.

Die Frequenz der beiden LFOs wird manuell verändert.

Einsatz für VCO-Steuerspannungen

Nachdem hier im Gegensatz zu rein mechanischen Schaltern wie etwa beim A-182-2 eine programmierbare Steuerelektronik eingesetzt wird, besteht bei kleinen „Patch-Fehlern“ theoretisch das Risiko der Schädigung des Moduls etwa beim Verbinden zweier Ausgänge miteinander. Aus diesem Grund sind in jedem Umschalter Schutzwiderstände eingebaut, die einen Kurzschluss des Moduls verhindern.

Das führt bei Nutzung des Moduls für die Steuerung der Tonhöhe von VCOs (z.B. zum Umschalten zwischen Sequencer und Tastatur) allerdings zu hörbaren Spannungsverlusten. Hier muss zur Kompensation eines der Buffered Multiples (A-180-3 oder A-180-4) oder ein anderer Pufferverstärker (A-185-1 oder A-185-2) zwischen dem A-152 und dem VCO eingesetzt werden (ein Einsatz VOR dem A-152 bringt keine Verbesserung).

Technische Daten

Breite16 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-198 Trautonium Manual / Ribbon Controller

Der A-198 Trautonium / Ribbon Controller stammt aus dem Trautonium-Projekt von Doepfer, bei dem versucht wurde, die Komponenten eines Trautoniums mit modernen A-100 Modulen nachzubauen.

Im Vergleich zur Spielkonsole des Originals ist der Ribbon Controller deutlich weniger nuanciert spielbar: das Original war eine feine Metallsaite mit mehreren Zentimetern Andruck-Weg. Damit kann ein Folien-Sensor natürlich nicht mithalten, ist dafür aber erheblich haltbarer, praktisch wartungsfrei und kostengünstiger herstellbar.

Das Modul enthält die Steuer-Elektronik, an die der eigentliche Controller über ein USB-Kabel angeschlossen wird.

Auch wenn der Anschluss mechanisch einem USB-Port entspricht: Das ist – von der Belegung des Anschlusses her – KEIN USB-Port und es sollten auch keine USB-Geräte daran angeschlossen werden!

Das Manual, das an das Modul A-198 angeschlossen wird.

Der Controller liefert getrennte Signale für Position und Andruckstärke – entsprechend gibt es zwei Sektionen »Position« und »Pressure« auf dem Modul selbst.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A198-IN

Ausgänge:

CTRL-A198-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A198-SW

Nicht nur für das Trautonium

Der A-198 Ribbon Controller steuert gleichzeitig Frequenz und Feedback des A-188-1 BBDs.

Mit dem Controller lässt sich natürlich ein Trautonium steuern, aber auch fast beliebige andere Module im A-100. Durch die Länge des Sensors (etwa 50 cm) kann die Steuerspannung manuell sehr feinfühlig dosiert werden.

Ein schönes »Instrument« verwendet ein A-188-1 BBD, dessen Frequenz über die Positions-CV gesteuert wird. Das Feedback lässt sich mit der Andruck-CV über einen A-131 VCA regeln.

Tricks zur Quantisierung

Mit Hilfe von A-156 Quantizer und A-171-1 VC Slew Limiter können Töne zielgenau, aber trotzdem »Ribbon-charakteristisch« getroffen werden.

Um »sauber« zu spielen, kann man zwischen A-198 und VCO einen A-156 Quantizer einbauen. Leider ist damit das schöne Verschleifen der Töne weg und man hat immer ein Glissando zwischen den Tönen. Hier ist ein spannungsgesteuerter A-171-1 Slew Limiter praktisch, den man mit der (invertierten) Andruck-CV steuert: je leichter der Andruck, desto langsamer die Übergänge zwischen zwei Tönen.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -20 mA (-12V)