A-152 Voltage Addressed Track&Hold / Switch

Das Modul A-152 Voltage Addressed Track & Hold / Switch ist das mit Abstand flexibelste hier vorgestellte Schalt-Modul.

Es bietet einen bidirektionalen 8:1 bzw. 1:8 Schalter, der sich sowohl über Steuerspannung adressieren, als auch über Triggersig­nale weiterschalten lässt (bzw. mit einem Reset-Trigger auf die erste Stufe zurückschalten kann).

Zusätzlich steht eine Track & Hold (T&H) Schaltung mit acht Ausgängen zur Verfügung, sowie für jede der 8 »Stufen« ein eigener Gateausgang (»Dig. Out«), der bei aktiver Stufe ein Gatesignal ausgibt.

Der A-152 riecht förmlich nach Komplexität der möglichen Anwendungen und ist nebenbei mit 29 Buchsen ein ordentlicher »Kabelfresser«.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A152-IN1

CTRL-A152-IN2

Ausgänge:

CTRL-A152-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A152-SW

Zufällige Gates

Hier werden 8 zufällige Gatesignale erzeugt, gesteuert durch den »Random Out« des A-118-1 Noise / Random Moduls.

Als Alternative zur Erzeugung zufälliger Gates mit dem A-149-1 / A-149-2 kann man den A-152 mit einer Zufallsspannung steuern. Es wird dabei im Gegensatz zum A-149-2 aber immer nur ein einzelner Gate­ausgang aktiv werden. Die Schaltung bietet sich an, mehrere Hüllkurven unabhängig voneinander (aber nie gleichzeitig) per Zufall zu starten.

Weiterschalten der Ausgänge eines XP-Filters

Umschalten der acht Audioausgänge des A-106-6 XP Filters. Der Schaltvorgang erfolgt hier beliebig (»wahlfrei«) durch eine angelegte Steuerspannung.

Der Switch kann – ähnlich wie der A-155 Sequencer – zum rhythmisch synchronisierten Weiterschalten der Ausgänge des A-106-6 XP Filters verwendet werden. Im Gegensatz zum A-155 benötigt der A-152 dafür deutlich weniger Platz im Rack und ist zudem auch noch spürbar günstiger.

Interne Standardverbindungen

Die beiden Buchsen »Common Switches In / Out« und »Common T&H Input« lassen sich über Jumper auf den Platinen miteinander verbinden.

  • Variante 1 (Default): Signale an »Common Switches In / Out« werden an »Common T&H Input« weitergeleitet. Die Verbindung kann unterbrochen werden, wenn ein Stecker in die T&H-Eingangsbuchse (Schaltbuchse) gesteckt wird. Das erlaubt die Verwendung von 8 unterschiedlichen Eingangssignalen (über die Buchsen »SW I/O«) für die 8 T&H-Ausgangsbuchsen. Dazu muss der Jumper JP7 auf den Stiften von der Buchse weg gesteckt sein, der Jumper JP8 auf den Stiften entgegen dem unteren Rand der Platine (wie auf der Abbildung).
  • Variante 2: Signale an »Common T&H Input« werden an »Common Switches In / Out« weitergeleitet (sie dient dabei als Eingangsbuchse). Die Verbindung kann unterbrochen werden, wenn ein Stecker in die Switch-Eingangsbuchse (Schaltbuchse) gesteckt wird. Somit steht das T&H-Eingangssignal immer auch am jeweils geschalteten Switch-Ausgang zur Verfügung. Dazu muss der Jumper JP7 auf den Stiften zur Buchse hin gesteckt sein, der Jumper JP8 auf den Stiften am unteren Rand der Platine.

Werden beide Jumper entfernt, bekommt keine der beiden Buchsen mehr das Signal der anderen.

Die Jumper JP7 und JP8 auf den Platinen des Moduls A-152.

Ein sehr musikalischer Clock-Teiler

Der Frequenzteiler ist besonders für Clocksignale nützlich, weil er sein Gatesignal immer »auf die 1« erzeugt (im Gegensatz z.B. zum A-160-1).

Das Clocksignal steuert den A-152, als Clock-Ausgang wird »Dig Out 1« verwendet. Die Teilung selbst wird dadurch bestimmt, dass einer der anderen »Dig Out« Ausgänge mit »Reset In« verbunden wird.

Polyphone Sequenzen

Das Modul A-152 Voltage Addressed Track & Hold / Switch kann neben seiner bereits vorgestellten Schaltfunktionen auch als komplexes Track & Hold Modul eingesetzt werden. Die Besonderheit besteht darin, dass nicht nur ein einzelner T&H-Ausgang wie beim A-148, sondern gleich 8 davon vorliegen.

Wenn man eine Sequenz aus einem A-155 so einstellt und quantisiert, dass auch bei gleichzeitigem Erklingen der Töne wenig Dissonanzen entstehen, kann man diese Sequenz »in Teilabschnitten« auf mehrere VCOs (hier im Beispiel 4) verteilen. Ein VCO spielt jeweils eine Note der Sequenz (»Track«-Phase), bis auf den nächsten umgeschaltet wird.

Dann spielt dieser weiter und der erste VCO hält den zuletzt gespielten Ton (»Hold«-Phase).

Optional kann man ein längeres Gatesignal für das Weiterschalten des A-152 ableiten, indem man einen geeigneten Frequenzteiler für das Clocksignal des Sequencers wählt. Dann werden z.B. 2-3 Töne vom gleichen VCO gespielt, bevor weitergeschaltet wird. Die Länge von Schaltsignal und »Pause« kann mit einem A-162 Dual Trigger Delay angepasst werden.

Der A-152 Switch verteilt die Steuerspannungen eines Sequencers der Reihe nach auf verschiedene Oszillatoren.

Ein Switch als Eimerkettenspeicher

Das Modul A-152 ist (unter anderem) ein Track & Hold. Der Unterschied zu einem Sample & Hold besteht darin, dass zwar auch eine einzelne Spannung festgehalten wird (»Hold«), dazwischen aber das Ausgangssignal 1:1 durchgelassen wird.

Sehr geräuschhaftes Ergebnis aus der schnellen Weiterschaltung im T&H.

Das A-152 hat 8 einzelne T&H-Ausgänge, die per CV oder Trigger nacheinander aktiviert werden können (und dann jeweils das Eingangssignal ausgeben). Nicht aktive Ausgänge geben konstant die zuletzt festgehaltene Spannung aus. Bei ausreichend hoher Trigger-Geschwindigkeit werden auch diese konstanten Spannungen wieder zu einer interessanten Geräuschquelle, die sich dann in sehr schneller Folge mit dem Eingangssignal abwechselt.

Der LFO (links) für die Weiterschaltung des A-152 ist schneller als der LFO (rechts) für dessen Reset. Dadurch lässt sich das Verhältnis zwischen Eingangssignal und »Hold«-Phase einstellen.

Wir beginnen mit einer sehr hohen Reset-Frequenz aus dem rechten LFO, die manuell langsam reduziert wird. Die Frequenz des VCOs bleibt dabei konstant. Ausgesprochen „musikalisch“ ist dieses Beispiel zugegebenermaßen nicht, aber man benötigt ja auch nicht immer „Schönklang pur“…

Modulation eines selbstoszillierenden Filters

Übergang von einem mit konstanter Spannung modulierten Filter-Sinus zu einer Filter-FM aus dem VCO.

Alternativ kann man auch das Ausgangssignal nutzen, um ein selbstoszillierendes Filter zu modulieren – das ist bei langsamerer Trigger-Geschwindigkeit interessant, da hier auch längere konstante Spannungen des T&H (als Sinus mit konstanter Tonhöhe) im selbstoszillierenden Filter »hörbar« werden.

Hier ist das Filter der Klangerzeuger: Die Frequenzmodulation vom A-110-1 wird über das A-152 und zwei LFOs gesteuert. Gleichzeitig wird die VCO-Frequenz über den zweiten T&H-Ausgang moduliert.

Im folgenden Klangbeispiel werden die Ausgänge des A-152 nur als Steuerspannungen verwendet. Primär, um das selbstoszillierende A-102 Filter zu modulieren, aber auch um die Frequenz des VCOs zu beeinflussen. Die spezielle Resonanz-Charakteristik des A-102 Filters trägt das ihre zum eigenwilligen Klang bei.

Die Frequenz der beiden LFOs wird manuell verändert.

Einsatz für VCO-Steuerspannungen

Nachdem hier im Gegensatz zu rein mechanischen Schaltern wie etwa beim A-182-2 eine programmierbare Steuerelektronik eingesetzt wird, besteht bei kleinen „Patch-Fehlern“ theoretisch das Risiko der Schädigung des Moduls etwa beim Verbinden zweier Ausgänge miteinander. Aus diesem Grund sind in jedem Umschalter Schutzwiderstände eingebaut, die einen Kurzschluss des Moduls verhindern.

Das führt bei Nutzung des Moduls für die Steuerung der Tonhöhe von VCOs (z.B. zum Umschalten zwischen Sequencer und Tastatur) allerdings zu hörbaren Spannungsverlusten. Hier muss zur Kompensation eines der Buffered Multiples (A-180-3 oder A-180-4) oder ein anderer Pufferverstärker (A-185-1 oder A-185-2) zwischen dem A-152 und dem VCO eingesetzt werden (ein Einsatz VOR dem A-152 bringt keine Verbesserung).

Technische Daten

Breite16 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-148 Dual Sample&Hold / Track&Hold

Das A-148 Dual Sample & Hold / Track & Hold beherrscht mit seinen beiden identischen Teilmodulen verschiedene Arten des »Festhaltens« von Eingangs-Spannungen. Ein kleines, aber eigentlich unverzichtbares Hilfsmittel.

Beim Sample & Hold wird die Spannung am Eingang zum Zeitpunkt eines Triggersignals festgehalten und permanent am Ausgang wiedergegeben – bis mit einem nächsten Triggersignal erneut das Eingangssignal gemessen und ab da als neue Spannung neu ausgegeben wird.

Track & Hold arbeitet ähnlich, reicht aber das Eingangssignal während der Dauer des Trigger- / Gatesignals 1:1 an den Ausgang durch. Erst danach arbeitet es wie ein S&H, gibt also die zuletzt gemessene Spannung konstant am Ausgang aus. Beide Teilmodule können mit Jumpern zwischen S&H und T&H umgestellt werden, werkseitig ist das obere Teilmodul als S&H, das untere als T&H konfiguriert.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A148-IN

Ausgänge:

CTRL-A148-OUT

Pseudo-Zufall

Zufallsspannungen aus einem Rauschsignal.

Das S&H ist ein beliebtes Werkzeug zur Erzeugung von Zufallsspannungen (oder auch von Pseudozufallsspannungen): Ein Rauschsignal (z.B. vom A-118) wird in größeren Abständen abgetastet und die gemessene Spannung bis zum nächsten Messzeitpunkt ausgegeben. Ein »echter« Zufall liegt vor, wenn man die Spannung nicht vorausberechnen könnte. Das ist beim Einsatz von analogen Rauschgeneratoren sicher nicht mehr möglich, bei einem schnellen LFO als Ausgangsmaterial wäre das aber noch theoretisch denkbar.

Glissandos

Wenn der linke LFO eine deutlich schnellere Frequenz als der rechte LFO aufweist, erhält man ein auf- und absteigendes »Glissando« (d.h. gerasterte Steuerspannung).

Interessant sind aber auch Glissandos, die man mit langsam laufenden LFOs oder Hüllkurven gewinnen kann. Wenn die Abtastfrequenz deutlich größer ist als die Frequenz des Eingangssignals erhält man einen treppenförmigen Verlauf des Ausgangssignals:

Das lässt sich mit der T&H-Betriebsart noch verfeinern: hier kann man zwischen dem ursprünglichen Verlauf (Gate mit positiver Spannung in »Trig. In«) und dem treppenförmigen Verlauf (Gate = 0 V) umschalten.

A-148 Sample & Hold als „Eimerkettenspeicher“

Ein A-110-1 VCO (links) steuert mit dem A-148 S&H-Modul die »Samplingfrequenz« für einen zweiten A-110-1 VCO (rechts).

Der A-148 kann Audiosignale nicht nur in gemächlichem Tempo abtasten und den momentanen Wert der Eingangsspannung festhalten, sondern auch mit einer Taktung im Audiobereich. Nichts anderes machen BBDs, allerdings nicht nur mit einem einzelnen „Speicherelement“ (das natürlich analog arbeitet), sondern oft mit mehreren hundert hintereinander. Echos werden wir also nicht mit dem S&H erzeugen können, aber etwas, das sehr ähnlich wie eine Digitalisierung mit niedrigen Samplerate klingt.

Analoge »Bit-Reduktion« mit dem A-148 Sample & Hold. Die Frequenz des Trigger-VCOs ist dabei deutlich als Nebengeräusch zu hören.

Senden Sie dazu das Audiosignal in den Eingang »Smp. In«, einen zusätzlichen Rechteck-VCO als Trigger in »Trig In« (der zweite VCO sollte mehrere Oktaven über dem Eingangssignal gestimmt sein) und variieren Sie die Frequenz des Triggers. Das bearbeitete Signal bekommt eine „Treppchenstruktur“, die den einzelnen Abtastzyklen des A-148 entspricht.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe30 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-149-2 Digital Random Voltages

Das Modul A-149-2 Digital Random Voltages ist eine Ergänzung zum A-149-1 Quantized / Stored Random Voltages, ohne das es auch nicht betrieben werden kann.

Die 8 Ausgänge geben zufällige Gatesignale aus, abgeleitet und getaktet (über den Eingang »Clk In«) vom »Quantized Random Voltages« Teilmodul im A-149-1. Die Reglerpositionen am A-149-1 haben allerdings keinen Einfluss auf die Erzeugung der zufälligen Signale, entscheidend ist ausschließlich der Trigger am Eingang »Clk In«, der zur nächsten Zufallskombination weiterschaltet.

Bedienelemente

Ausgänge:

CTRL-A149-2-OUT

Zufällige Gates

Standardeinsatz für dieses Modul ist die Erzeugung zufälliger (aber getakteter) Gatesignale zum Ansteuern von Hüllkurvengeneratoren für zufällige und komplexe rhythmische Muster. Der A-149-2 ist dabei in gewisser Weise vergleichbar mit 8 unabhängigen, aber synchron getakteten A-117 Digital Noise Generatoren.

Taktsynchron, aber zufällig

Eine »normale« Sequenz kann mit zufälligen, aber taktsynchronen Geräuschen angereichert werden, die vom A-149-2 getriggert werden.

Zufällige Gatesignale aus dem A-149-2 steuern vier Decay-Generatoren im A-142-2.

A-149-2 Digital Random Voltages als Rauschgenerator

Ähnliche Ergebnisse wie mit dem A-117 lassen sich mit einem A-149-2 Digital Random Voltages erzielen. Der A-149-2 benötigt immer einen A-149-1, da seine 8 Zufalls-Trigger direkt von diesem Modul (eigentlich dem oberen Teilmodul »Quantized Random Voltages«) abgeleitet und hier als 8 Bit ausgegeben werden.

Rauschgenerator mit steuerbarem Spektrum

Den A-149-2 könnte man auch vergleichen mit 8 synchron getakteten, aber trotzdem bei jedem Einzelimpuls unabhängigen A-117 (Digital Noise Generator).

Wenn Sie also zusätzlich zu einem A-117 noch einen zweiten Rauschgenerator mit steuerbarem Spektrum benötigen (z.B. für zwei variierende Geräuschquellen im Stereobild), dann können Sie den A-189-2 gut dafür einsetzen. Der Klang der beiden Module ist sehr ähnlich.

Damit Sie digitales Rauschen über einen oder mehrere der 8 Ausgänge erzeugen, muss ein schnell getaktetes Triggersignal (z.B. LFO in Audiofrequenz) am Eingang „Clk In“ des Moduls Quantized Random Voltages anliegen.

Die Reglerpositionen am A-149-1 haben ansonsten keinen Einfluss auf die Erzeugung der zufälligen Signale oder auf die Klangfarbe des Rauschens.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe35 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / 0 mA (-12V)

A-149-1 Quantized/Stored Random Voltages

Der A-149-1 Quantized / Stored Random Voltages ist ein üppig ausgestatteter Zufallsgenerator, der sich an den Buchla-Modulen 265 und 266 orientiert.

Es gibt zwei unterschiedliche Teilmodule:

Quantized Random Voltages stellt Zufallsspannungen bereit, deren Höhe sich innerhalb eines „Rasters“, einer Quantisierung bewegt. Das sind dann Abstände von 1 V beim Ausgang „n+1“ und Abstände von 1/12 V beim Ausgang 2n. So etwas ist beim Ansteuern von VCOs sehr praktisch, da 1 V als Steuerspannung einen Oktavabstand, 1/12 V einen Halbtonabstand bewirkt.

Das zweite Teilmodul, Stored Random Voltages kann 256 verschiedene Spannungswerte erzeugen, deren Verteilung manipuliert werden kann – z.B. eine Häufung kleiner Werte, alle 256 Werte sind gleich wahrscheinlich usw.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A149-1-IN

Ausgänge:

CTRL-A149-1-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A149-1-SW

Steuerung des Tonumfangs

Mit „Quantized Random Voltages“ können zufällige Tonfolgen erzeugt werden, deren Tonumfang über den Parameter „N“ fein steuerbar ist. N kann Werte zwischen 1 und 6 annehmen. Die Anzahl möglicher Oktaven beim Ausgang „n+1“ liegt damit zwischen 2 (N=1) und 7 Oktaven (N=6). Für die Halbtonschritte aus dem Ausgang 2n gilt:

N:Tonumfang:
12 Halbtöne
24 Halbtöne
38 Halbtöne
416 Halbtöne
532 Halbtöne
664 Halbtöne

Glättung mit einem Slew Limiter

Bei Modulation der Eckfrequenz eines Filters könnte man eine langsame Taktfrequenz wählen, zur Glättung einen Slew Limiter nachschalten und über die Modulation der Verteilung die Wahrscheinlichkeit für geöffnetes oder geschlossenes Filter manipulieren.

Ein A-105 wird durch Zufallsspannungen aus dem A-149-2 gesteuert. Ein A-170 Slew Limiter sorgt für „Glättung“.

Synchronisation

Über den Eingang »Clk In« lässt sich die Erzeugung der Zufallsspannungen gut mit einem Sequencer o.Ä. synchronisieren.

Ein A-155 Sequencer erzeugt das „Raster“ für zufällige Gatesignale aus dem A-149-1.

Auch „Stored Random Voltages“ lässt sich über einen unabhängig arbeitenden „Clk In“-Eingang synchronisieren, liefert aber feiner aufgelöste Zufallsspannungen im Bereich von 0 V bis +5 V: 256 verschiedene Zustände im Vergleich zu den maximal 64 verschiedenen Zuständen bei den „Quantized Random Voltages“. Auch das lässt sich für interessante mikrotonale Zufallsmelodien einsetzen, die Unterscheidung der auf diese Weise erzeugten Achtelton-Intervalle wird aber nicht jedem leicht fallen.

A-149-1 Quantized / Stored Random Voltages als Rauschgenerator

Das Modul A-149-1 ist eigentlich ein Zufallsgenerator für Steuerspannungen: Zwei Teilmodule erzeugen Zufallsspannungen innerhalb von Quantisierungsrastern oder gemäß einer grob einstellbaren Verteilung. Da beide Teilmodule mit einer externen Clock gesteuert werden müssen, lassen sie sich natürlich mit entsprechend hoch getakteter Clock ebenso auch für die Erzeugung weiterer sehr interessanter Spielarten des Rauschens einsetzen.

Teilmodul Quantized Random Voltages:

Zur Erzeugung von Rauschen im Audiobereich legen Sie am oberen Eingang „Clk In“ das Rechtecksignal eines schnellen LFOs oder eines VCOs (in den folgenden Beispielen ein A-110-1) an. Neue Zufallsspannungen werden nur bei Anliegen eines Triggersignals erzeugt.

Das Rauschen am Ausgang „n+1“ wird aus N+1 verschiedenen Spannungswerten in zufälliger Abfolge gebildet und klingt ein wenig wie „Modem-Datenübertragung“. Höhere Werte von N – manuell über den Regler „Man N“ oder über Steuer­spannung geben dem Rauschen mehr Tiefe und Vielschichtigkeit. Alle Klangbeispiele hier mit maximalem N, aber variierter Taktfrequenz:

Das Rauschen am Ausgang 2n wird aus 2 hoch N verschiedenen Spannungswerten in zufälliger Abfolge gebildet. Höhere Werte von N wirken sich hier aber nicht mehr klanglich, sondern nur auf die Amplitude aus. Über diesen Ausgang kann bei hoher Taktfrequenz eine Art „weißes Rauschen mit Artefakten“ erzeugt werden, es gibt immer eine Art Aliasing-Geräusch dabei. Sehr schön, wenn es mal „Lo-Fi“ / 8bittig sein soll:

Teilmodul Stored Random Voltages:

Auch für den Eingang »Clk In« dieses Teil­moduls benötigen Sie eine schnelle Trigger-Quelle, um Rauschen im Audiobereich zu erzeugen. Wir verwenden wieder unseren A-110-1.

Das Rauschen am Ausgang der zufälligen Gleichverteilung ähnelt dem „2n– Rauschen“:

Bei der einstellbaren Verteilung lässt sich noch ein wenig »Körnigkeit« erzeugen – ebenfalls im Klang sehr digital und etwas »kaputt«. Der zur Steuerung verwendete A-110-1 VCO ist in diesem Beispiel 2 Oktaven höher gestimmt, als bei den anderen Beispielen, die Form der Zufallsverteilung wird während der größten Steuerfrequenz variiert (von Mittelstellung des Reglers zunächst gegen den Uhrzeigersinn bis zum Anschlag, dann im Uhrzeigersinn bis zum Anschlag und danach wieder zur Mitte).

Technische Daten

Breite12 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-118-1 Noise + Random Volt.

Wie der A-117 Digital Noise ist auch der A-118-1 ein Zufallsgenerator, arbeitet aber nicht mit rückgekoppelten Schieberegistern, sondern mit dem „natürlichen“ Rauschen von Transistoren und erzeugt dadurch ein ganz typisches „Synthesizer“-Rauschen.

Dieter Döpfer hat mir einmal erklärt, dass aufgrund der Bauteiltoleranzen dieser Transistoren jeder A-118-1 etwas anders klingt – spannend!

Bei vielen Synthesizern und Noise-Modulen stößt man auf den Versuch, die Charakteristik des Rauschens mit Farben auszudrücken. Ein „weißes“ Rauschen enthält theoretisch (aber selten in realen Systemen) alle Frequenzbestandteile in gleicher Amplitude. Daneben wird vorgefiltertes Rauschen in verschiedenen Farbvariationen angeboten: „Rotes“ Rauschen, das weniger Höhenanteile aufweist, „blaues“ Rauschen, das weniger Bassanteile aufweist.

Wie der A-117 (der zusätzlich noch die metallisch wirkenden Cymbals- und Cowbell-Klänge à la TR 808 beherrscht) hat auch der A-118-1 noch eine sehr nützliche Zusatzfunktion: Eine sich zufällig ändernde Spannung mit vergleichsweise niedriger Frequenz. Die Geschwindigkeit der Änderungen und die Amplitude sind einstellbar.

Neben weißem Rauschen lässt sich mit dem A-118-1 sehr variables farbiges Rauschen erzeugen:

Weißes Rauschens (Ausgang „White“) aus einem A-118-1. Das Spektrum wird hier und in den folgenden Abbildungen zwischen etwa 20 Hz und 20 kHz angezeigt.
Farbiges Rauschen (Ausgang „Colored“) bei den Reglerstellungen Red=“0″ und „Blue=“0“.
Farbiges (rotes) Rauschen bei den Reglerstellungen Red=“10″ und Blue=“0″.
Farbiges (blaues) Rauschen bei den Reglerstellungen Red=“0″ und Blue=“10″.

Bedienelemente

Ausgänge:

CTRL-A118-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A118-SW

„Angerauchtes“

Rauschen eignet sich wunderbar als Beimengung für Sounds, die „leicht kratzig“ oder „rauchig“ klingen sollen. Snaredrums oder auch der perkussive „Anschlag“ anderer Drumsounds sind ohne Rauschen nicht vorstellbar.

Rauschen als Modulationsquelle

Neben dem Beimischen von Rauschen zu VCOs gibt es noch weitere einfache Möglichkeiten, einen Klang mit dem A-118-1 etwas „anzurauen“, etwa durch Modulation der VCO-Tonhöhe oder Eckfrequenz von Filtern:

Der Rauschgenerator A-118-1 moduliert die Frequenz des A-110-1 VCOs und erzeugt damit ein (je nach Einstellung mehr oder weniger intensives) „Anschmutzen“ der Tonhöhe.
Beinahe identischer Patch, aber hier moduliert der Rauschgenerator das Filter und erzeugt etwas „Unruhe bei den Obertönen“.

„Random Out“ als Geräuschquelle

Auch wenn der Random Output eigentlich als Lieferant zufälliger Steuerspannungen gedacht ist, kann er doch eine nette Variante zum Thema „Rauschen“ liefern:

Der Einfluss von „Blue“ und „Red“ auf die Zufallsspannung wurde bereits bei der Beschreibung der Ausgänge des Moduls kurz erwähnt. Der Regler „Blue“ liefert nur bei extrem kleinen „Rate“ Einstellungen ein hörbares zusätzliches „Oberlicht“ auf dem Rauschen, aber ab einer „Rate“-Stellung von etwa 1 kann er vernachlässigt werden. Umso mehr beeinflusst das Ausmaß von „Red“, was wir zu hören bekommen. Mit zunehmendem „Rotanteil fängt das tieffrequente Rauschen an zu stottern und wird immer wieder von Impulsen (als Knackser deutlich hörbar) unterbrochen. Wenn der „Rate“-Regler dann von 0 nach oben gedreht wird, glätten sich die Knackser, das Frequenzspektrum wird insgesamt noch tiefer, bis schließlich ein kaum mehr hörbares Signal übrigbleibt.

Das Rauschen aus dem Random Output ist vergleichsweise gedämpft und weich, der Einfluss von „Red“ und „Blue“ ist etwas höher als beim normalen „Colored“-Ausgang:

Rauschen aus dem „Random Output“ des A-118-1. Rate = „0“, Red=“0″, Blue=“0″.
Rauschen aus dem „Random Output“ des A-118-1. Rate = „0“, Red=“0″, Blue=“10″.
Rauschen aus dem „Random Output“ des A-118-1. Rate = „0“, Red=“10″, Blue=“0″.

Achtung: Je nach Aufnahme-Equipment werden unter Umständen auch noch extrem tieffrequente Signale aufgezeichnet und können dann zu Problemen bei Abmischung, Kompression usw. der Aufnahme führen. Wir hören zwar nichts, aber es gibt doch ein Signal, das ggf. zu Verzerrungen führen kann. Machen Sie im Zweifel eine Probeaufnahme und kontrollieren Sie grafisch – die meisten Aufnahmeprogramme bieten eine solche Option an, ob sich da noch ein „Ton“ von vielleicht 1-2 Hz befindet.

Steuerspannungen mit dem A-118-1

Sowohl das Modul A-117 als auch A-118-1 sind nicht nur praktische Klangerzeuger für „Geräuschhaftes“, sondern können auch zufällige Steuerspannungen erzeugen. Beim A-118-1 erhalten wir eine zufällig schwankende Spannung, die für kontinuierliche Steuerungsaufgaben geeignet ist.

Klangbeispiele

Weißes Rauschen aus dem A-118-1:

Farbiges Rauschen (Ausgang „Colored“) aus dem A-118-1. Zunächst ohne rotes und blaues Rauschen, dann wird der „blaue“ Anteil erhöht und wieder auf 0 reduziert, danach Erhöhung und Zurücknehmen des „roten“ Anteils, schließlich gleichzeitige Erhöhung von „blauem“ und „rotem“ Rauschen und wieder zurück auf 0 für beides:

Gleiches mit dem „Random Output“, Rate ist auf „0“ gestellt. Am Ende wird bei maximalen Reglern für „Blue“ und „Red“ noch die Rate etwas erhöht (etwa bis „1“) und zum Ende alle Regler wieder zurück auf „0“:

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-117 Digital Noise / Random Clock / 808 Sound Source

Der Digital Noise Generator A-117 erzeugt zufällige, kurze Impulse. Die Frequenz dieser Impulse ist grundsätzlich steuerbar, nämlich über den Regler »Rate« oder alternativ dazu über eine extern angelegte Clock. Im Gegensatz zu einem Oszillator ist das jeweilige Auftreten »ja oder nein« ebenso wie die Länge eines solchen Impulses ist aber zufällig (technisch gesehen „pseudozufällig“ aufgrund der Erzeugung über Schieberegister, musikalisch aber eindeutig „zufällig genug“).

So erhalten wir ein recht spezielles Rauschen, das sich bis zu einzelnen Impulsen, „Knacksern“ herunter stimmen lässt. Die Impulse sind auch als Triggersignale einsetzbar: Die Grund-Frequenz der Trigger-Impulse bleibt immer erhalten, aber nicht jeder Impuls wird »abgefeuert« oder weist die gleiche Länge auf.

Etwas gegen die Intuition erzeugt der „Rate“-Regler bei „0“ die höchste Frequenz (weißes bis blaues Rauschen) und bei „10“ die niedrigste Frequenz (zufällige Einzelimpulse).

Grundrauschen

Beim Betrachten im Oszilloskop kann man erkennen, dass die einzelnen Impulse näherungsweise Rechtecksignale sind:

Ausgabe des A-117 im Oszilloskop: Das Rauschen besteht aus zufälligen Rechtecksignalen. Man sieht hier auch schön, dass der letzte Impuls etwa doppelt so lang ist wie die vorherigen Impulse.

Im Spektrum ist gut erkennbar, dass bei höheren »Rate«-Einstellungen die tieffrequenten Anteile des Signals zunehmen und die hochfrequenten Anteile abnehmen:

Rate = 0.
Rate = 5.
Rate = 10.

Das Modul klingt bei höheren Rate-Werten deutlich digital und liefert damit ein komplett anderes Spektrum an Klängen wie das mit Transistor-Rauschen arbeitende A-118. Im folgenden Klangbeispiel wird der Rate-Regler von „0“ bis „10“ aufgedreht und wieder zurück auf „0“:

Alternativ zum Rate-Regler lässt sich die Frequenz des Rauschgenerators auch über ein externes Clock-Signal steuern. Der Rate-Regler ist dann ohne Funktion. Im folgenden Klangbeispiel stammt dieses Clock-Signal von einem A-111-1 VCO, dessen Frequenz zufällig über einen A-149-1 Quantized Random Voltages gesteuert wird. Um den A-117 zu steuern, muss die Grundfrequenz des A-111-1 vergleichsweise hoch eingestellt werden (hier +4 Oktaven). Der A-149-1 wird von einem A-146 LFO getaktet:

Neben dem digitalen Rauschen bietet das A-117 noch zwei verschiedene metallisch klingende »808 Sound Source«-Ausgänge, die zum Einsatz als HiHat, Becken (Ausgang „6 Oscillators“), Cowbell (Ausgang „2 Oscillators“) usw. in einem elektronischen Drumset taugen.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A117-IN

Ausgänge:

CTRL-A117-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A117-SW

Halb-zufällige Akzente

Akzente, die zwar zufällig und damit sehr »lebendig«, aber nicht a-rhythmisch sind, lassen sich mit dem A-117 erzeugen, wenn die Master-Clock des Sequencers über einen Frequenzteiler (z.B. A-160-1, A-163 etc.) auf z.B. Achtelnoten reduziert und dann als externe Clock für den A-117 verwendet wird.

Das Clocksignal aus dem A-154 Sequencer Controller wird über einen A-160-1 geteilt und taktet den A-117 DNG. Zufällig – aber taktsynchron! – werden nun Impulse erzeugt, die die »Mini-Drum-Maschine« aus A-118, VCF, VCA und ADSR steuert.

Mit den Impulsen aus dem A-117 kann man dann einen A-140 ADSR triggern und dessen Hüllkurvensignal für den zweiten Steuereingang des Filters / VCA einer durchlaufenden Sequencerstimme nutzen.

Ähnliche Ergebnisse lassen sich mit einem A-149-2 Digital Random Voltages (plus A-149-1) oder einem A-155 Analog Sequencer mit A-154 Sequencer Controller im Zufalls-Modus erzielen – kostengünstiger ist der A-117.

Steuerspannungen mit dem A-117

Sowohl das Modul A-117 als auch A-118-1 sind nicht nur praktische Klangerzeuger für »Geräuschhaftes«, sondern können auch zufällige Steuerspannungen erzeugen. Beim A-117 ist das eine zufällige Abfolge von Trigger-Impulsen, die in einem einstellbaren Raster entweder »an« oder »nicht an« sein können.

Klangbeispiel – der A-117 als Drum-Machine

Im folgenden Klangbeispiel wird der A-117 als Drumset verwendet. Das digitale Rauschen wird über ein A-124 Wasp-Filter und einen A-132-3 VCA bearbeitet, die Hüllkurve stammt von einem A-142-1 VC Decay. Ähnlich bearbeite ich den „6 Oscillators“-Ausgang: Hier wird ein A-123 24dB Hochpass und ebenfalls ein A-132-3 nachgeschaltet. Der „2 Oscillators“-Ausgang geht direkt in einen A-132-3 VCA. Filter, Decay-Längen usw. werden über einen A-149-1 moduliert. Die Trigger stammen von einem A-157 Trigger Sequencer.

Erfahrene Modularisten fotografieren wichtige oder komplexe Patches, um sie jederzeit reproduzieren zu können.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -10 mA (-12V)