A-160-2 Clock/Trigger Divider II

Der A-160-2 macht eigentlich genau das, was ich mir immer von einem Clock-Teiler gewünscht hatte. Er teilt ein eingehendes Clock-Signal auf „musikalische“ Weise. Was ist damit gemeint? Ein einfacher Clock-Teiler wie der alte A-160-1 zählt sozusagen die Eingangs-Trigger und teilt immer in zwei gleich große Hälften, je nach Teilfaktor. Bei einer Teilung durch 4 zum Beispiel wird der Clock-Teiler vier Eingangs-Trigger in zwei Hälften teilen, also seinen eigenen Trigger vom dritten bis vierten Eingangs-Trigger (bzw. bis zum Ende von dessen Null-Level) ausgeben. Das ist genau ein Viertel. Bei 1/8 wird der Ausgangs-Trigger vom fünften bis achten Eingangs-Trigger aktiviert. Und auch diese eine (lange) Ausgangs-Trigger ist genau ein Achtel.

Das ist mathematisch korrekt, aber die meiste Musik, die wir machen, tickt anders. Wenn die Eingangs-Trigger Viertelnoten entsprechen, dann wünschen wir uns meist, dass der durch 4 geteilte Trigger den ganzen Noten entspricht. Da wäre dann ein Trigger auf dem ersten, dem fünften, dem neunten und dem dreizehnten Eingangs-Trigger. Und genau das macht der A-160-2 Clock/Trigger Divider.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A160-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A160-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A160-2-SW

Wie wird geteilt?

Anders als der A-160-1 erzeugt der A-160-2 seinen ersten Ausgangs-Trigger bereits beim ersten Eingangs-Trigger. Das liegt uns musikalisch näher, weil es den abgeleiteten Triggger schon „auf der 1“ erzeugt und nicht erst später.

Sehen wir und das einmal im „GATE“-Modus des A-160-2 im Oszilloskop an:

Unten sehen wir den Eingangs-Trigger, oben das Ausgangs-Signal bei einer Teilung durch 3. Der Divider teilt drei eingehende Ein- und Aus-Signale symmetrisch auf und erzeugt während der ersten Hälfte ein Trigger-Signal und während der zweiten Hälfte ein Null-Signal, also keinen Trigger. Bedingt durch die dafür erforderlichen Rechenoperationen sehen wir einen minimalen Versatz bei den ansteigenden und abfallenden Flanken des Ausgangssignals.

Der „GATE“-Modus teilt – wie konventionelle Clock-Divider – die Eingangssignale immer in zwei gleich große Hälften für sein Ein- und Aus-Signal. Daneben gibt es noch einen zweiten Modus „TRIG“, der die Länge des Eingangssignals in das Ausgangssignal übernimmt:

„TRIG“-Modus bei einer 1/5-Teilung. Unten ist wieder der Eingangs-Trigger, oben das vom A-160-2 erzeugte Signal.
Zum Vergleich: „GATE“-Modus ebenfalls bei 1/5-Teilung. Unten ist wieder der Eingangs-Trigger, oben das vom A-160-2 erzeugte Signal.

Der Custom Modus „Cst“ ist offiziell noch nicht implementiert, bei meinen A-160-2 Modulen gibt er eine invertierte Version des „TRIG“-Modus aus, also ein kurzes Triggersignal bei den entsprechenden „Null“-Phasen des Eingangs-Triggers.

„Cst“-Modus (invertierter „TRIG“-Modus) bei 1/5-Teilung. Unten ist wieder der Eingangs-Trigger, oben das vom A-160-2 erzeugte Signal.

Verschiedene Teilungs-Reihen

Die üblichen Frequenz- oder Clockteiler halbieren einfach. Bei Audiosignalen ist das eine Oktave darunter, bei Clocksignalen halbe Geschwindigkeit. Das kann man mehrfach wiederholen und erhält weitere Suboktaven oder 1/4 oder 1/8, 1/16 usw. der Clock-Geschwindigkeit. So arbeitet auch der A-160-1 mit den bereits bekannten „Merkwürdigkeiten“ bei der Ausgabe der geteilten Clock-Signale.

Der A-160-2 bietet das ebenfalls – als eine von 3 Optionen – an. In der oberen Schalterstellung für die Teilungs-Reihen erzeugt er an den Ausgangsbuchsen die Teilungen 1/2, 1/4, 1/8, 1/16, 1/32, 1/64 und 1/128.

Aber das Modul kann natürlich mehr.

In der mittleren Schalterposition werden Primzahlen als Teiler ausgegeben: 1/2 (klar, die kommt immer vor), 1/3 (die Eingangs-Clock wird als Triole zusammengefasst), 1/5, 1/7, 1/11, 1/13 und 1/17. Primzahlen als Teiler führen zu einem maximalen „Auseinanderdriften“ der rhythmischen Struktur. Bis sich z.B. eine durch 11 und eine durch 13 geteilte Eingangs-Clock wieder zur gleichen Zeit treffen, vergehen 11 x 13, also 141 Eingangs-Clocksignale. Das ist ideal für polyrhythmische Strukturen.

In der unteren Schalterposition entstehen jeweils um 1 weiter gezählte Teiler: 1/2 (klar), 1/3, 1/4, 1/5, 1/6, 1/7 und 1/8. Hier treffen so manche Teiler öfter aufeinander als bei den Primzahlen, wir bewegen uns also auf etwas gewohnterem Boden, aber man kann trotzdem rhythmisch interessante Strukturen damit aufbauen.

Klangbeispiele: Rhythmische Strukturen

Für die Klangbeispiele wird ein Eingangstrigger aus einem A-155 Sequencer gewonnen (der außer den Triggersignalen aber sonst nichts beisteuert). Mehrere Ausgänge des A-160-2 triggern die Decay-Hüllkurven eines A-142-4 Quad Decay, die wieder vier Verstärker in zwei A-132-3 VCAs steuern. Klangmaterial für die VCAs: Digitale und analoge Rauschgeneratoren, ein A-105 Filter als „Bassdrum“, etwas Nachbearbeitung durch Filter und ein BBD.

Das erste Beispiel verwendet die „normale“ Teilung in quadratischen Schritten, wie sie auch der A-160-1 kennt.

Teilung: 1/2, 1/8, 1/16, 1/32

Im nächsten Beispiel verwenden wir die Teilung nach fortlaufenden Zahlen. Das Ergebnis ist bereits etwas komplexer.

Teilung: 1/1 (ursprüngliches Clocksignal), 1/3, 1/4, 1/5.

Zuletzt verwenden wir die Teilung nach Primzahlen. Hier entstehen sehr komplexe Rhythmen, die vergleichsweise lange brauchen, bis sich mal etwas wiederholt.

Teilung: 1/1 (ursprüngliches Clocksignal), 1/3, 1/5, 1/7.
Teilung: 1/2, 1/5, 1/7, 1/11.

Konfiguration auf der Platine

Wie üblich bei den neueren Doepfer-Modulen, lässt sich auch beim A-160-2 noch einiges im Detail über Steckbrücken (Jumper) auf der Platine konfigurieren.

Hinweis: Die beiden Steckbrücken ganz links werden derzeit nicht verwendet, die beiden Steckbrücken ganz rechts müssen immer unbenutzt (ohne aufgesteckte Jumper) bleiben.

Die einsetzbaren Jumper von links nach rechts:

  • Reset Type: Bei gesetztem Jumper wird ein Reset nach Über- bzw- Unterschreiten einer bestimmten Spannung durchgeführt. Bei einem Dreieck oder Sinus als Reset-Signal erfolgt der Reset damit leicht verzögert. Ohne Jumper wird versucht, eine steigende (bzw. bei negativer Polarität des Reset-Signals fallende) Flanke zu erkennen und als Auslöser zu verwenden.
  • Reset Polarity: Bei gesetztem Jumper erfolgt der Reset bei Überschreiten einer Spannung oder steigendem Eingangssignal (abhägig vom Reset Type), ohne Jumper bei Unterschreiten einer Spannung oder fallendem Eingangssignal.
  • Output Polarity: Bei gesetztem Jumper werden die geteilten Clocksignale als „normale“, positive Trigger ausgegeben, ohne Jumper werden die Ausgegebenen Trigger invertiert (d.h. ein Trigger wird da ausgegeben, wo normalerweise eine „Pause“ war).
  • Clock Input Polarity: Das Modul reagiert bei gesetztem Jumper auf „normale“, positive Clocksignale, ohne Jumper wird das Clocksignal invertiert, d.h. es werden die „Pausen“ zwischen den Clocksignalen als Trigger verwendet.

Im Werkszustand sind alle 4 Jumper gesetzt, die alternativen Konfigurationen stehen in diesem Fall auch eher für „exotische“ Einsatzmöglichkeiten des Moduls.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe35 mm
Strombedarf50 mA (+12V) / -0 mA (-12V)

A-110-6 Trapezoid Quadrature Thru Zero VCO

Im Vergleich zum A-110-4 Quadrature Thru Zero VCO setzt der A-110-6 noch eines obendrauf: Wir haben es hier nicht mit einem Sinus-Kern, sondern mit einem Trapezoid-Kern zu tun. Das ist ein einzigartiges Design mit dem man zunächst eine Trapezoid-Schwingungsform, sowie ein um 90 Grad phasenverschobenes Trapezoid erzeugt (sozusagen die Pendants zu Sinus und Cosinus beim A-110-4). Zusätzlich lassen sich aus dem Trapezoid aber noch die herkömmlichen Schwingungsformen Dreieck, Sinus, Rechteck und Sägezahn ableiten – ebenfalls jeweils mit einer um 90 Grad phasenverschobenen „Cosinus“-Variante. Thru-Zero Modulationen sind wie beim A-110-4 möglich. Der A-110-6 ist derzeit der aufwändigste Einzel-VCO von Doepfer.

Der Einsatzbereich ähnelt naturgemäß dem des A-110-4, erlaubt aber gerade bei FM durch die zusätzlichen Schwingungsformen ein reicheres Spektrum an Klängen. Zudem ist der A-110-6 deutlich weniger empfindlich auf DC-Offsets des Modulators bei der linearen Frequenzmodulation.

Das Modul ist – wie etwa auch der A-110-1 oder A-110-2 – mit einem Heizelement für die temperaturempfindlichen Bauteile ausgestattet, bleibt also auch bei Änderungen der Umgebungstemperatur stimmstabil.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A110-6-IN

Ausgänge:

CTRL-A110-6-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A110-6-SW

Konfiguration auf der Platine

JP3 auf der Platine. Das Flachbandkabel wurde hier abgezogen.

Neben vielen Trimmpotentiometern bietet die Platine die Möglichkeit, wahlweise auf eine Steuerspannung im A-100-Bus zuzugreifen oder diese Verbindung zu unterbrechen. Steuerspannungen vom Bus werden immer mit Steuerspannungen am Eingang „1V/Oct“ addiert, z.B. um den Oszillator über den Bus zu transponieren, während er über die 1V/Oct-Buchse von einem Sequencer gesteuert wird.

Der Jumper 3 verbindet das Modul mit dem Bus (gesteckt) oder trennt die Verbindung auf (Jumper entfernt). Der Jumper selbst liegt etwas versteckt hinter einem Flachbandkabel, das die beiden Platinen miteinander verbindet.

Wie sehen die Schwingungsformen aus?

Ein Quadratur-Oszillator mit nicht weniger als 5 Schwingungsformen ist schon ein technisch recht komplexes Gebilde. Auf den Oszilloskop-Bildern sehen wir jeweils unten den normalen Ausgang und darüber den um 90° phasenverschobenen „Cosinus“-Ausgang.

Dreieck aus dem A-110-6.
Sinus aus dem A-110-6. Leicht eckig, aber kann mit den A-110-1 / A-111-1 VCOs noch gut mithalten.
Rechteck aus dem A-110-6. Die leicht steigenden und fallenden „Querbalken“ auf den Schwingungen haben alle analogen VCOs.
Sägezahn aus dem A-110-6.
Trapezoid aus dem A-110-6.

Lineare Frequenzmodulation

Mit seinen sehr speziellen Möglichkeiten ist der A-110-6 sicher kein „Brot und Butter“-VCO. Für einen solchen würde man sich auch Features wie einen Oktavwahlschalter oder Pulsbreitenmodulation wünschen.

Interessant wird das Modul allerdings bei der linearen Frequenzmodulation, die hier auch im den negativen Bereich möglich ist, so dass die ursprüngliche Schwingungsform invertiert wird. Ein super-exakter DX7 ist das freilich noch nicht, aber gerade das „organische“ Verhalten des A-110-6 bietet zusammen mit der ungewöhnlichen Palette an Grundwellenformen viel Spielraum für Klangexperimente.

Klangbeispiele

In den folgenden Klangbeispielen wird der A-110-6 von einem A-110-4 moduliert (LFM-Eingang). Der A-110-6 wird von einer einfachen A-155-Sequenz gesteuert, das Trapezoid-Ausgangssignal geht in einen A-132-3 VCA (linear), der über eine A-140-Hüllkurve kontrolliert wird.

Wir starten mit dem reinen Trapezoid-Signal ohne FM. Die Modulationsintensität wird langsam eingeblendet, die Frequenz des A-110-4 wird dabei manuell verändert. Schließlich bekommt auch der A-110-4 mit einem zweiten A-110-4 eine lineare Frequenzmodulation, auch hier verstelle ich die Frequenzen der beiden A-110-4 VCOs manuell.

Lineare Frequenzmodulation mit einem und schließlich kaskadiert einem zweiten A-110-4.

Durch die im Vergleich zum A-110-6 fixe Frequenz der Modulations-VCOs ändert sich der Klang bei jedem Schritt der Sequenz. In einem nächsten Schritt verwende ich das gleiche Setup, schließe jetzt aber zusätzlich die beiden A-110-4 an den Sequencer an (1V/Oct-Eingang). Um verschiedene Klangfarben zu erzeugen verstelle ich im Laufe des Beispiels wieder manuell die Stimmung der beiden A-110-4 VCOs. Ein lohnendes Feld wären hier noch definierte Intervalle zwischen den Oszillatoren, in den Beispielen habe ich nur „blind herumgeschraubt“, ohne z.B. mit einem Tuner die Stimmung genau einzustellen.

Lineare Frequenzmodulation mit zwei kaskadierten A-110-4, die ebenfalls vom Sequencer gesteuert werden.

Schließlich leite ich den Ausgang des A-110-4, der den A-110-6 direkt moduliert durch ein A-101-2 Lowpass Gate, das über eine einfache AR-Hüllkurve aus einem A-143-1 gesteuert wird. Damit bekommt die Frequenzmodulation eine eigene Hüllkurve, die ich – wie auch wieder die Stimmung der A-110-4 VCOs – ebenfalls im Verlauf des Beispiels manuell verändere. Das Lowpass Gate ist zunächst im „LP+VCA“-Modus, gegen Ende (ab ca. 2:30) schalte ich bei hoher Resonanz des Filters auf den reinen Filter um, um die Selbstresonanz als weitere Modulationsquelle für den A-110-6 zu nutzen.

Lineare FM mit zwei kaskadierten A-110-4, ebenfalls vom Sequencer gesteuert und über ein Lowpass Gate in der Amplitude / Klangfarbe beeinflusst.

Zum Schluss noch eine Reihe von Klangbeispielen mit gleichem Setup wie zuvor (Sequencer steuert alle VCOs, die A-110-4 gehen über ein LPG), aber mit viel dezenterer Einstellung der Frequenzmodluation beim A-110-6, um die Auswirkung auf die verschiedenen Schwingungsformen des A-110-6 zu zeigen:

Dreieck aus dem A-110-6.
Sinus aus dem A-110-6.
Rechteck aus dem A-110-6.
Sägezahn aus dem A-110-6.
Trapezoid aus dem A-110-6.

Im nächsten Klangbeispiel werden die beiden um 90 Grad phasenverschobenen Sägezahn-Ausgänge des A-110-6 in einem A-133-2 VC Polarizer durch die Sinus- und Cosinus-Ausgänge eines A-110-4 moduliert. Im Prinzip ist das eine Amplitudenmodulation, die aber bei negativer Steuerspannung die Phase wechselt (Ringmodulator-Prinzip). Wir hören die beiden Ausgänge des Polarizers auf die Stereokanäle verteilt. Die Stimmung der beiden VCOs wird wieder per Hand geregelt.

A-110-6 im VC Polarizer, moduliert von einem A-110-4.

Im letzten Beispiel setzen wir wieder einen A-110-6 und einen A-110-4 mit ihren jeweils um 90 Grad phasenverschobenen Sinus-Ausgängen ein, diesmal als die vier Eingangssignale eines A-172 Max/Min Selectors. Die beiden Ausgänge für Max und Min sind auf die beiden Stereokanäle verteilt. Meine A-110-4 stammen noch aus einer früheren Baureihe mit deutlich geringerem Ausgangslevel als der A-110-6, was hier zu interessanten Nebeneffekten führt. Die Stimmung der beiden VCOs wird wieder per Hand geregelt.

A-110-6 im Max/min, gemeinsam mit einem A-110-4.

Technische Daten

Breite12 TE
Tiefe55 mm
Strombedarf80 mA (+12V) / -70 mA (-12V)

A-138o Performance Mixer Out

Das Modul A-138o wurde ursprünglich als Ausgangssektion für ein oder mehrere A-138p Performance Mixer auf den Markt gebracht. Mittlerweile gibt es neben dem rein manuellen A-138p mit dem A- 135-4 auch einen komplett spannungssteuerbaren Performance Mixer, der ebenfalls den A-138o als Ausgangssektion nutzt und zudem beliebig mit dem A-138p kombinierbar ist.

Ohne das Ausgangs-Modul A-138o sind weder A-138p noch A-135-4 alleine einsetzbar (und umgekehrt).

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A138o-IN

Ausgänge:

CTRL-A138o-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A138o-SW

Einsatz

Das Modul dient als Ausgangssektion für die (kaskadierbaren) Mixer A-138p und A-135-4. Zusätzlich können die „Send“- und „Return“-Lautstärken für den Aux-Weg zentral geregelt werden. Einen solchen Aux-Weg wird man meist für das Einschleifen von Effekten wie Hall, Echo usw. verwenden oder aber für die Erstellung einer zweiten, von den Level-Reglern des Mixers unabhängigen Mischung der Eingangssignale. Das kann ein „Monitor-Mix“ sein, aber auch eine separate Mischung für ein weiteres Filter-Modul usw.

Der Aux Send Regler ist dabei sinnvoll, um den Pegel der gesammelten Aux-Signale an das an „Aux Send“ angeschlossene Modul anzupassen und z.B. Übersteuerungen zu vermeiden oder aber – beim „Monitor-Mix“ die Lautstärke dieser Mischung in Summe zu regeln. Der Aux Return Regler bleibt bei einem reinen „Monitor-Mix“ natürlich (ebenso wie die „Aux Return“ – Buchse) unbenutzt. Beim Einsatz des Aux-Weges für Effekte regelt er die Lautstärke des darüber eingesetzten Effektes im Gesamtmix.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-138p 4-in-2 Performance Mixer

Der Performance Mixer besteht aus (mindestens) zwei Modulen: Dem eigentlichen Mixer A-138p und der gemeinsamen Ausgangs-Sektion A-138o. Ohne Ausgangs-Modul A-138o ist das Mixer-Modul A-138p alleine nicht einsetzbar (und umgekehrt).

Die Module sind bei Doepfer aus der eigenen Praxis entstanden. Doepfer hat bei Präsentationen des A-100-Systems auf Messen oder bei Workshops immer kleine externe Mixer eingesetzt, um mehrere A-100-Signale an einen Stereoverstärker auszugeben. Der Performance-Mixer integriert diese Mixer in das Eurorack-System und bietet einige interessante modulare Erweiterungen.

Über Flachbandkabel auf der Platine lassen sich mehrere A-138p-Module zu einem umfangreicheren Mixer mit mehr als 4 Eingangskanälen verbinden, die dann alle das Modul A-138o als gemeinsamen Stereo-Ausgang nutzen. Eine spannungsgesteuerte Version des Mixers ist der A-135-4. Ein gemischtes Setup von A-138p und A-135-4 mit gemeinsamem Ausgangsmodul A-138o ist ebenfalls möglich.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A138p-IN

Regler / Schalter:

CTRL-A138p-SW

Was kann der Mixer?

Vier Eingänge haben ja praktisch alle Doepfer-Mixer, aber hier kann man die Eingangssignale auf zwei Ausgänge verteilen. Das wird meistens ein Stereobetrieb sein, für den man das Panorama jedes Signals festlegt, es sind aber natürlich auch zwei unterschiedliche Filter nach den Ausgängen denkbar, die dann jeweils eine unterschiedliche Mischung der Eingangssignale bekommen.

Zusätzlich gibt es einen (monophonen) Aux-Weg, über den sich ein Effekt-Modul (Hallspirale, BBD oder auch ein weiteres Filter) einschleifen lässt.

Zum Abgleich unterschiedlich lauter Eingangssignale gibt es pro Eingangssignal einen Gain-Regler, so dass man die Mischung mit in etwa gleich lauten Signalen vornehmen kann. Das ist besonders dann interessant, wenn man als Eingangssignale komplette Synthesizerstimmen mit deutlichen Lautstärkeunterschieden verwendet. Vier einzelne VCOs werden sich nicht so sehr im Grundpegel unterscheiden, dass eine Anpassung über die Gain-Regler erforderlich ist.

Ähnlich wie beim Interrupting Mixer A-138i gibt es pro Eingang einen Schalter zum Stummschalten des Signals. Das geht schneller, als den Level-Regler zurückzudrehen und man hat beim späteren erneuten Einschalten des Kanals wieder den ursprünglich eingestellten Level.

Konfiguration auf der Platine

Die Jumper für die 4 Pre/Post-Optionen des Auxweges pro Eingangskanal. Links = Abzweigung vor dem Level-Regler, rechts = nach dem Level-Regler. Das Anschlusskabel dient zum Verbinden mit dem Ausgangs-Modul A-138o oder zum Kaskadieren mit weiteren Mixern. Auf der rechten Seite ist ein entsprechender Eingang vorgesehen.

Für den Aux-Weg kann pro Eingangskanal über Steckbrücken (Jumper) konfiguriert werden, ob die Abzweigung vor oder nach dem Level-Regler erfolgt. Wer schon einmal ein Mischpult in den Händen hatte, kennt, diese Pre/Post-Fader Optionen: Für die meisten Fälle ist es sinnvoll, z.B. für ein Effektgerät das Signal erst nach dem Regler für den Pegel abzuzweigen. Auf diese Weise erhöht und erniedrigt sich der Effekt-Anteil mit der Lautstärke des betreffenden Kanals.

Manchmal möchte man aber auch das Gegenteil: Ein Kanal wird ausgeblendet, aber der Hall für das entsprechende Signal bleibt „geisterhaft“ bestehen. Für diese Zwecke würde man den Aux-Weg schon vor dem Regler für den Pegel abzweigen.

Ein anderer „klassischer“ Einsatz für die Abzweigung des Aux-Weges vor dem Lautstärkeregler ist die Erstellung eines unabhängigen Monitor-Mixes. Die Aux-Regler stellen damit einen komplett unabhängigen „zweiten Mixer“ im Mixer dar.

Alternativen

Wenn die Mischung nicht in Stereo sein muss, dann gibt es tatsächlich eine Vielzahl anderer Mixer, wie etwa die A-138a und A-138b Mixer. Beide lassen sich allerdings nicht in der Anzahl Eingänge erweitern (der A-138x Mix Expander wird schon lange nicht mehr hergestellt und war zudem eher etwas für DIY-Projekte).

Die naheliegendste Alternative (oder Ergänzung!) für eine Stereo-Mischung ist der A-135-4 Voltage Controlled Performance Mixer. Neben allen Features des A-138p lässt sich jeder Parameter (Aux-Weg, Level, Panorama und Mute) über Steuerspannungen kontrollieren. Beide Mixer lassen sich auch beliebig miteinander kombinieren und an ein einzelnes Ausgangs-Modul A-138o anschließen.

Der A-135-3 ist ebenfalls ein Stereo-Mixer, sogar mit Spannungssteuerung, verfügt aber nicht über Auxweg, Mute oder Panorama (jeder der 4 Eingänge muss bereits in Stereo vorliegen).

Wer nur vier Eingänge manuell auf ein Stereo-Signal mischen möchte und auf Erweiterbarkeit, Auxwege und Mute verzichten kann, wird vielleicht beim A-138s Mini Stereo Mixer fündig. Wer eigentlich nur einen Mono-Vierfach-Mixer mit Mute-Möglichkeit sucht, sollte sich den A-138i Interrupting Mixer ansehen.

Technische Daten

Breite16 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf0 mA (+12V) / -0 mA (-12V)

A-180-4 Quad Buffer

Der A-180-4 ist ein vierfacher Puffer für Steuerspannungen oder Audiosignale, der zusätzlich auch als ein oder mehrere Buffered Multiples eingesetzt werden kann. Für das Puffern werden spezielle Bausteine (Spannungsfolger) eingesetzt, die dafür sorgen, dass die Eingangsspannung z.B. bei mehreren „Verbrauchern“ konstant bleibt. Das ist besonders bei der Spannungssteuerung der Frequenz von Oszillatoren wichtig, um unerwünschte Verstimmungen zu verhindern.

Neben der gleichzeitigen Ansteuerung mehrerer Oszillatoren führen auch viele Umschalter zu leichten Spannungsverlusten, da sie meist einen Schutzwiderstand gegen versehentlich gepatchte Kurzschlüsse eingebaut haben. Eine Ausnahme bilden hier nur die rein mechanischen Umschalter.

Die Eingänge der unteren drei Puffer sind mit den Ausgängen der Puffer darüber vorbelegt, so dass man das Modul an Stelle von vier einfachen Puffern auch als einen 1:4 Buffered Multiple, zwei 1:2 Buffered Multiples oder ein 1:3 Buffered Multiple und einen einfachen Puffer einsetzen kann, je nachdem, welche der Eingangsbuchsen (Schaltbuchsen) verwendet werden.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A180-4-IN

Ausgänge:

CTRL-A180-4-OUT

Alternativen

Der „nächste Verwandte“ ist der A-180-3 Dual Buffered Multiple, der zwei gepufferte 1:3 Multiples zur Verfügung stellt. Hier kann zusätzlich (über Jumper konfigurierbar) lesend oder schreibend auf den A-100-Bus zugegriffen werden.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe20 mm
Strombedarf10 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-180-3 Dual Buffered Multiple

Das Modul A-180-3 ist ein Multiple, das zwei Eingangssignale auf je drei Ausgänge verteilen kann. Im Gegensatz zu den rein passiv geschalteten Multiples A-180-1, A-180-2, A-181 oder A-182-1 werden bei gepufferten Multiples spezielle Schaltungen (Spannungsfolger) eingesetzt, die dafür sorgen, dass die Eingangsspannung auch bei mehreren angeschlossenen „Verbrauchern“ konstant bleibt.

So etwas ist insbesondere bei der Spannungssteuerung der Oszillator-Frequenz nützlich: Ohne Puffer würde jeder zusätzlich angeschlossene Oszillator die Spannung etwas verringern und damit die Tonhöhe der VCOs verringern.

Der A-180-3 bietet zwei 1:3 Multiples an, wobei einer der Ausgänge des oberen Multiples intern mit dem Eingang des unteren Multiples vorverdrahtet ist, die untere Eingangsbuchse ist dafür als Schaltbuchse ausgelegt. Bei nicht benutzter unterer Eingangsbuchse hat man also ein gepuffertes 1:6 Multiple zur Verfügung.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A180-3-IN

Ausgänge:

CTRL-A180-3-OUT

Konfiguration über die Platine

Über eine Steckbrücke (Jumper) kann die Vorbelegung des unteren Eingangs geändert werden. Standard ist der unterste Ausgang des oberen Multiples, bei Bedarf lässt sich aber auch die Steuerspannung auf dem A-100-Bus abgreifen, die z.B. von einem Midi-Interface geliefert wird, das an die gleiche Busplatine angeschlossen ist. Dazu muss der Jumper JP3 vom mittleren und rechten der drei Pins auf den linken und mittleren Pin umgesteckt werden.

Umgekehrt kann auch der A-180-3 die gepufferte Steuerspannung des unteren Multiples an den A-100-Bus abgeben. Dazu muss ein Jumper JP2 auf die dafür vorgesehenen Pins gesteckt werden.

Die beiden Jumper JP2 und JP3 für lesenden oder schreibenden Buszugriff.

Achten Sie darauf, dass der A-180-3 in diesem Fall unbedingt das einzige auf den Bus »schreibende« Modul ist, da es sonst zu einem Kurzschluss kommt, der die Module beschädigen kann.

Der A-180-3 sollte auch keinesfalls gleichzeitig auf den Bus schreiben (JP2 gesetzt) und lesen (JP3 auf der linken Position).

Alternativen

Der „nächste Verwandte“ ist der A-180-4 Quad Buffer, der vier einzelne Puffer zur Verfügung stellt, die aber über interne Vorbelegung ebenfalls als gepuffertes 1:4 Multiple eingesetzt werden können.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe25 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-150-8 Octal Manual/Voltage Controlled Programmable Switches

Der A-150-8 ist ein sehr umfangreich ausgestattetes Modul, das insgesamt 8 programmierbare 1:2 bzw. 2:1 – Umschalter zur Verfügung stellt.

Was ist dabei programmierbar?

  1. Für jeden Umschalter kann programmiert werden, ob er nach Betätigen des Tasters bzw. Anlegen einer Steuerspannung dauerhaft seinen Zustand ändert oder nur solange, wie die Taste gedrückt wird bzw. wie die Steuerspannung anliegt.
  2. Man kann die Umschalter in Gruppen einteilen. Dann ist der jeweils oberste Umschalter einer Gruppe der „Master“ und die darunter liegenden Umschalter „Slaves“. Ein Umschalten des „Masters“ führt dann sofort auch zum Umschalten der darunter liegenden „Slaves“.

Zwei LEDs pro Umschalter zeigen an, welcher der beiden „I/O“-Buchsen auf der linken Seite mit der „O/I“-Buchse rechts verbunden ist. Wir können also jeweils entweder zwischen zwei Eingangssignalen an den „I/O“-Buchsen für den Ausgang an der „O/I“-Buchse umschalten oder aber für ein Eingangssignal an der „I/O“-Buchse zwischen zwei möglichen Ausgängen an den „O/I“-Buchsen umschalten.

Bedienelemente

Eingänge / Ausgänge:

CTRL-A150-8-INOUT

Regler / Schalter:

CTRL-A150-8-SW

Programmieren

Zum Programmieren des Moduls hält man einfach einen der beiden „Program“-Taster gedrückt und wählt pro Umschalter die gewünschte Betriebsart mit dem jeweiligen „Man.“-Taster.

„Program“-Taster:LED-Anzeige:Funktion während des Betriebs:
Toggle / Level„T“ für ToggleDauerhaftes Umschalten nach Tastendruck auf „Man.“ oder Steuerspannung (Trigger).
„L“ für LevelOhne gedrückten „Man.“-Taster (Steuerspannung unterhalb 1,5V) ist „I/O1“ mit „O/I“ verbunden. Während der „Man.“-Taster gedrückt wird (Steuerspannung über 3,5V) ist „I/O2“ mit „O/I“ verbunden.
Master / Slave„M“ für MasterDer Umschalter agiert als „Master“: Direkt darunter befindliche „Slave“-Umschalter werden mit ihm zusammen umgeschaltet, der Master selbst ist stets unabhängig von anderen Umschaltern.
„S“ für SlaveDer Umschalter agiert als „Slave“ und wird immer mit dem über ihm befindlichen „Master“ zusammen umgeschaltet.

Per Default sind alle 8 Umschalter als „Master“ im „Toggle“-Betrieb eingestellt. Für den obersten Umschalter ist zwar der „Slave“-Modus einstellbar, der Schalter bleibt aber trotzdem unabhängig, das sich natürlich kein weiterer Umschalter über ihm befindet.

Jeder „Slave“-Umschalter kann weiterhin separat über seinen „Man.“-Taster oder eine Steuerspannung geschaltet werden, er wird lediglich beim nächsten Schaltvorgang seines „Masters“ wieder gemeinsam mit diesem umgeschaltet.

Wenn für „Master“- und „Slave“-Umschalter unterschiedliche Toggle und Level Betriebsarten eingestellt sind, gilt das Gleiche: Der Slave behält seine Betriebsart, wenn man ihn individuell schaltet, das Umschalten über seinen „Master“ erfolgt aber immer in der Toggle oder Level Betriebsart des Masters.

Einsatz für VCO-Steuerspannungen

Nachdem hier im Gegensatz zu rein mechanischen Schaltern wie etwa beim A-182-2 eine programmierbare Steuerelektronik eingesetzt wird, besteht bei kleinen „Patch-Fehlern“ theoretisch das Risiko der Schädigung des Moduls – etwa beim Verbinden zweier Ausgänge miteinander. Aus diesem Grund sind in jedem Umschalter Schutzwiderstände eingebaut, die einen Kurzschluss des Moduls verhindern.

Das führt bei Nutzung des Moduls für die Steuerung der Tonhöhe von VCOs (z.B. zum Umschalten zwischen Sequencer und Tastatur) allerdings zu hörbaren Spannungsverlusten. Hier muss zur Kompensation eines der Buffered Multiples (A-180-3 oder A-180-4) oder ein anderer Pufferverstärker (A-185-1 oder A-185-2) zwischen dem A-150-8 und dem VCO eingesetzt werden (ein Einsatz VOR dem A-150-8 bringt keine Verbesserung).

Alternativen

Eine große Zahl an Modulen bietet Umschalt-Funktionen an, die einfachste Variante ist der 4 TE schmale A-150-1, bei dem lediglich durch Anlegen einer dauerhaften Spannung (Gate) auf den zweiten Eingang (bzw. Ausgang) umgeschaltet werden kann. Der A-151 schaltet zyklisch mit einem kurzen Triggersignal bis zu vier I/O-Buchsen durch, beim A-152 kann sowohl per Trigger zyklisch weitergeschaltet werden, aber auch mit einer Steuerspannung gezielt eine bestimmte I/O-Buchse ausgewählt werden. Der A-155 Sequencer hat für jeden seiner 8 Steps eine Eingangsbuchse, die sowohl Audiosignale, als auch Steuerspannungen verarbeiten und am Ausgang ausgeben kann. Das Switched Multiple A-182-1 ist kein „echter“ Umschalter, aber sehr flexibel beim Zuordnen von bis zu 6 Ausgängen auf 2 Eingänge, die je einen der beiden Schaltstränge des (rein passiven) Multiples nutzen. Beim Einsatz mit mehr als 2 Eingangssignale muss man darauf achten, den 3., 4. usw. Eingang jeweils auf die „Aus“-Stellung zu schalten, um keinen Kurzschluss zu erzeugen. Auch der A-182-2 ist ein stromloses Modul, das vier manuell schaltbare 1:2 / 2:1 Schalter bietet.

Modul:Schalter:I/O:Steuerung:Besonderheiten:
A-150-121:2 bzw. 2:1Gate
A-150-881:2 bzw. 2:1manuell, GateToggle, Master/Slave-Konfiguration der Umschalter
A-15111:2 – 1:4 bzw. 2:1 – 4:1Trigger (zyklisch)Reset-Eingang
A-15211:8 bzw. 8:1manuell, CV, Trigger (zyklisch)direkte Adressierung per CV, Reset-Eingang, T&H, Gate-Ausgänge
A-15518:1 (nicht 1:8!)Trigger (zyklisch)„eigentlich“ ein Sequencer, Reset-Eingang, erweiterte Steuerung mit dem A-154 möglich
A-182-122:6 bzw. 6:2nur manuellumschaltbares Multiple mit zwei Schaltsträngen, stromloses Modul
A-182-241:2 bzw. 2:1nur manuellstromloses Modul

Technische Daten

Breite12 TE
Tiefe55 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -5 mA (-12V)

A-110-2 Basic VCO

Der A-110-2 Basic VCO ist auf der gleichen technischen Basis wie der schon lange erhältliche „Standard“-VCO A-110-1 aufgebaut. Wie der A-110-1 nutzt er eine Schaltung, um die temperatur-empfindlichen Teile des Oszillators auf konstant ca. 50 °C zu halten. Er ist mit 8 TE ein Stückchen schmäler als der 10 TE breite A-110-1, deutlich kostengünstiger und in einigen Details auch sparsamer ausgestattet.

Nicht gespart wurde dagegen bei zwei Themen, die man bislang nur beim doppelt so teuren A-111-1 oder A-111-2 finden konnte: Soft-Sync und lineare Frequenzmodulation. Der A-110-1 VCO bietet zwar im Prinzip durchaus Soft-Sync und lineare Frequenzmodulation an, aber – und das war für viele ein zu großes aber – man musste sich dafür zu Lötarbeiten durchringen und dann auch noch irgendwo zwei zusätzliche Buchsen anbringen. Das Ergebnis sah dann oft auch leicht »verbastelt« aus.

Der A-110-2 führt nun eben diese bislang ungenutzten Optionen für Soft-Sync und lineare Frequenzmodulation auf das Bedienpanel.

Wo wurde gespart?

Der mehrstufige Oktavwahlschalter aus dem A-110-1 ist einem einfachen Kippschalter -1/0/+1 Oktave gewichen. Wer z.B. beim Einsatz mehrerer A-110-2 VCOs die Abstände weiter »spreizen« möchte, muss sich also mit einer zusätzlichen Steuerspannung behelfen (z.B. mit Hilfe der A-176 Manual CV Source oder mit den zusätzlichen Oktavschaltern am A-185-2 Precision Adder).

Für die Pulsbreitenmodulation steht nur eine Eingangsbuchse zur Verfügung, beim A-110-1 sind es zwei Eingangsbuchsen (davon eine ohne Abschwächer).

Der A-110-2 hat im Gegensatz zum A-110-1 keinen Sinus-Ausgang. Hier muss man bei Bedarf auf das Dreieck-Signal zurückgreifen und ein Tiefpassfilter nachschalten oder aber den neuen A-184-2 Sinus-Konverter einsetzen. Dann wird das Paket allerdings schon wieder breiter und teurer als ein A-110-1. Idealerweise kombiniert man beide (A-110-1 und A-110-2) und setzt die beiden VCOs jeweils gemäß ihrer Stärken ein.

Bedienelemente

Eingänge:

Systembus: Der VCO kann seine Steuerspannung für die Tonhöhe aus dem Systembus beziehen, etwa über ein dort angebrachtes A-185-1 Bus Access oder A-185-2 Precision Adder / Bus Access Modul. Leider wurde die sehr praktische Schaltbuchse aus dem A-110-1 eingespart, mit der man die Steuerspannung aus dem Bus unterbrechen und durch eine extern zugeführte Spannung ersetzen konnte. Spannungen an der Buchse „1V/Oct.“ werden also zu Steuerspannungen am Bus addiert.

CTRL-A110-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A110-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A110-2-SW

Konfiguration über die Platine

Das Modul besitzt (wie fast alle neueren Doepfer-Kreationen) eine ganze Reihe von Jumpern, um die Eigenschaften des Moduls auf die individuellen Bedürfnisse des Besitzers einzustellen.

  • JP2: CV-Verbindung zum A-100 Bus
  • JP3: Tonumfang des Tune-Reglers (gesetzt = ca. 4 Oktaven, nicht gesetzt = ca. 1/2 Oktave)
  • JP4: Gleichspannungs/Wechselspannungs-Kopplung des linearen FM-Eingangs (gesetzt = gleichspannungsgekoppelt, nicht gesetzt = wechselspannungsgekoppelt)

Wie schwingt das Ding?

Nachdem der A-110-2 auf dem A-110-1 basiert, würde man erwarten, dass er sich klanglich nicht vom ursprünglichen VCO unterscheidet. Und tatsächlich sieht man auf dem Oszilloskop nur sehr geringe Unterschiede zwischen den beiden Oszillatoren. Lediglich beim Dreieck, das sonst bei den Oszillatoren mit Sawtoth-Core eine charakteristische Kerbe zeigt, ist hier mit einem kleinen „Zahn“ bei der negativen Halbwelle etwas anders. Möglicherweise ist das aber auch nur eine Frage der Feinabstimmung, ich habe keinen weiteren A-110-2 zum Vergleich (meine 7 A-110-1 VCOs zeigen allerdings alle die „Kerbe“ und keiner den „Zahn“).

Sägezahn:

A-110-2: Sägezahn.
A-110-1: Sägezahn.
Sägezahn aus dem A-110-2.

Hinweis: Die Sägezahn-Flanke ist auf dem Bedienpanel steigend aufgedruckt, der VCO erzeugt aber (ebenso wie der A-110-1) eine fallende Flanke.

Dreieck:

A-110-2: Dreieck.
A-110-1: Dreieck.
Dreieck aus dem A-110-2.

Rechteck:

A-110-2: Rechteck.
A-110-1: Rechteck.
Rechteck aus dem A-110-2.

Puls:

A-110-2: Puls.
A-110-1: Puls.
Puls aus dem A-110-2.

Soft- und Hard-Sync

Im Gegensatz zum A-110-1 verfügt der A-110-2 sowohl über Hard- als auch Soft-Sync-Eingänge (der A-110-1 hat auf dem Panel nur einen Hard-Sync-Eingang).

In den beiden Klangbeispielen wurde ein A-111-1 VCO als Master auf C2 gestimmt, der mit ihm synchronisierte „Slave“ A-110-2 auf C5. Beim Synchronisieren bestimmt der Master die Grundtonhöhe. Wir höhren ein manuelles Durchfahren des A-110-2 von C5 nach C4 und wieder hinauf auf C5, als Ausgang wird das Dreiecks-Signal des A-110-2 verwendet.

Hard-Sync mit dem A-110-2 (analog zum Sync des A-110-1).
Soft-Sync mit dem A-110-2.
A-110-2 Hard-Sync mit Dreieck als Basis.
A-110-2 Soft-Sync mit Dreieck als Basis.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf150 mA (Aufheizen) / 60 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-171-2 Voltage Controlled Slew Processor/Generator

Der A-171-2 ist eines der ungewöhnlichsten Module im gesamten Doepfer-Sortiment (das neben vielen „Brot-und-Butter“-Modulen nun wirklich mehr als nur ein paar Raritäten zu bieten hat). Wo fangen wir an?

Zunächst: Was macht das Modul eigentlich? Ein Slew Processor also. Ja, schon mal gehört, das ist ziemlich praktisch. Sorgt für den Portamento-Effekt, den man braucht, wenn man zum Beispiel das „Lucky Man“-Solo spielen möchte, alles klar.

Ach so, das Ding hat auch Steuerspannungseingänge für das Portamento. Na gut, wer’s braucht, schadet ja nichts. Und einen Triggereingang haben wir auch. Hmm. Und einen „Cycle“-Schalter, na sowas. Ja wie, in den Eingang kann man auch Audio-Signale schicken, wer macht den sowas?

Also nochmal in Kurzform:

  • Das Modul kann Steuerspannungen glätten (wie bereits der A-171-1).
  • Das Modul kann auch ohne Eingangssignal Spannungen ausgeben, die von einem Trigger ausgelöst werden, wir haben also einen Hüllkurvengenerator.
  • Im Cycle-Modus können wir periodische Schwingungen erzeugen, deren Frequenz und Form über Steuerspannungen beeinflusst werden, wir haben also einen Oszillator, zumindest einen LFO.
  • Wenn wir an Stelle einer Steuerspannung ein Audiosignal in den Eingang schicken, haben wir ein Filter- bzw. LPG-Modul.
  • Am „End“-Ausgang wird ein Rechtecksignal ausgegeben, das beim Über- bzw. Unterschreiten eines Schwellwerts ausgelöst wird, wir haben also auch noch einen Comparator vor uns.
  • Das erzeugte Rechtecksignal wird mit Verzögerung aus dem Eingangs-Trigger erzeugt, also haben wir auch ein Trigger-Delay.
  • Bei geschickter Wahl der aufsteigenden und fallenden Slew Rates werden ganzzahlige Subharmonische aus einem periodischen Eingangs-Trigger (z.B. von einem VCO) erzeugt, also auch noch ein Subharmonic Generator.

Ganz schön viel für so ein unscheinbares 8-TE-Modul, oder?

Tatsächlich geht das Design des Moduls auf eine lizensierte Version des VCS von Ken Stone zurück, das wieder eine Version des ursprünglichen Serge Dual Universal Slope Generator ist.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A171-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A171-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A171-2-SW

Klangbeispiele

Portamento:

Die „Brot-und-Butter“-Anwendung für einen Slew Processor ist die Abrundung von Sprüngen bei Steuerspannungen. Das klassische Beispiel dafür ist der „Portamento“-Effekt, bei dem die Steuerspannung für einen VCO langsam zwischen zwei Tonhöhen gleitet, anstatt abrupt zur nächsten Tonhöhe zu springen.

Dafür wird eine Steuerspannung (hier von einem Sequencer) an die „In“-Buchse des A-171-2 gelegt, der „Cycle“-Schalter ist aus. Die Charakteristik der Abrundung kann linear oder exponentiell sein, die Dauer der Abrundung der Steuerspannung erfolgt separat für aufsteigende und absteigende Schritte über die beiden Regler „“ (Up) und „“ (Down).

Die Steuerspannung für eine einfache Sequenz wird im A-171-2 bearbeitet. Wir hören zunächst die Glättung der aufsteigenden Spannungen, dann die der absteigenden Spannungen und schließlich den A-171-2 im „Cycle“-Modus. Beide Glättungen arbeiten exponentiell.

Audio-Bearbeitung:

Der A-171-2 kann auch ähnlich wie ein Filter eingesetzt werden, wobei man bei komplexerem Audiomaterial keine „übliche“ Filterung erwarten sollte. Das Audiosignal wird in die „In“-Buchse geleitet.

Das Audiosignal einer einfachen Sequenz wird in den Eingang des A-171-2 geleitet. Zuerst hören wir wieder die Glättung der aufsteigenden Spannungen (des Audiosignals), dann der absteigenden Spannungen und schließlich wird der „Cycle“-Modus des A-171-2 eingeschaltet.

Bei einfachen Audiosignalen, insbesondere bei einem Rechteck sind die Klangveränderungen schon deutlicher, da die Schwingungsform sehr deutlich von Rechteck über Sägezahn/Rechteck-Mischungen zu einem Dreieck-Signal verändert wird.

Das Rechteck-Signal eines einzelnen A-110-1 VCOs wird in den Eingang des A-171-2 geleitet. Zuerst wird der „Up „-Regler von 0 bis zur Hälfte erhöht, danach der „Down „-Regler bis zur Hälfte, „Up“ wird wieder bis 0 heruntergeregelt und schließlich „Down“. Beide Glättungen arbeiten linear.

Die folgenden Oszilloskop-Bilder zeigen die Veränderung des Rechtecksignals aus dem A-110-1. Bereits bei Nullstellung der Regler findet eine leichte Glättung zu einem Trapezoid statt.

„Up“ = 0, „Down“ = 0.
„Up“ = 5, „Down“ = 5.
„Up“ = 5, „Down“ = 0.
„Up“ = 0, „Down“ = 5.

Der A-171-2 als VCO:

Wenn man den Schalter „Cycle“ einschaltet (rechte Position), dann verhält sich der A-171-2 wie ein Oszillator. Er gibt dann ganz ohne Eingangssignal laufend eine periodisch steigende und fallende Spannung aus, ähnlich wie der A-143-1 Complex Envelope Generator im „LFO“-Modus. Im Gegensatz zum A-143-1, dessen Frequenz ausschließlich von der Länge der steigenden und fallenden Flanken abhängig ist, lässt sich die Frequenz des A-171-2 über eine Steuerspannung exponentiell beeinflussen.

Doepfer weist darauf hin, dass der „exp. CV“-Eingang keine 1V/Oktave-Charakteristik besitzt, was mit den steigenden und fallenden Flanken, die zudem wahlweise linear oder exponentiell (bzw. invers exponentiell) verlaufen können vermutlich auch kaum realisierbar wäre.

Der A-171-2 ist im „Cycle“-Modus, lediglich der „exp. CV“-Eingang ist mit dem Sequencer von vorhin verbunden. Man hört deutlich, dass hier keine 1V/Oktave-Steuerung vorliegt. Kein Eingangssignal.
Der A-171-2 ist im „Cycle“-Modus und erzeugt eine Dreieckschwingung. Die Shape-Regler („CV “ und „CV „, exponentieller Modus) der Slew Rates für aufsteigende und abfallende Spannung werden von ursprünglich „0“ auf die Maximal- bzw. Minimal-Werte (konkave bzw. konvexe Kurven) verändert. Kein Eingangssignal.

Die folgenden Oszilloskop-Bilder zeigen die Schwingungsformen des A-171-2, ausgehend vom Dreieck mit verschiedenen konvexen oder konkaven (bzw. logarithmischen / exponentiellen) Ausrichtungen der Glättung.

„Up Shape“ = 0, „Down Shape“ = 0.
„Up Shape“ = -5, „Down Shape“ = 5.
„Up Shape“ = 5, „Down Shape“ = 0.
„Up Shape“ = -5, „Down Shape“ = 0.
„Up Shape“ = 5, „Down Shape“ = 5.
„Up Shape“ = -5, „Down Shape“ = -5.
„Up Shape“ = 0, „Down Shape“ = 5.
„Up Shape“ = 0, „Down Shape“ = -5.

Subharmonic Generator:

Hier wird nicht ein Audiosignal direkt bearbeitet, sondern wir setzen das Rechteck-Signal eines Oszillators als Trigger im eingang „Trig“ ein, um den A-171-2 (der dann ein Dreicksignal erzeugt) immer wieder neu zu starten. Am Eingang „In“ liegt dabei kein Signal an. Im Gegensatz zu anderen Frequenzteilern wie dem A-113 entstehen beim Durchfahren des Reglers „“ (Up) allerdings deutliche Artefakte.

Ein A-110-1 wird von einem Sequencer gesteuert, das Rechtecksignal des VCOs dient zum Triggern des A-171-2, der somit als VCO arbeitet. Etwa ab der Mitte des Reglerweges des „Up“-Reglers entstehen Frequenzteilungen des ursprünglichen Signals.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-157 Trigger Sequencer Subsystem

Der A-157 Trigger Sequencer ist ein Sequencer mit 8 Spuren, der allerdings keine regelbaren Steuerspannungen wie etwa der A-155 ausgibt, sondern ausschließlich Triggersignale – vergleichbar mit den beiden Trigger-Spuren beim A-155. Zum Programmieren, wann ein Trigger gesendet werden soll und wann nicht, dienen hier nicht mehr Kippschalter, sondern eine Matrix aus Status-LEDs und Tipptastern, zum ein- und Ausschalten des jeweiligen Schrittes.

Das System besteht aus drei Modulen, die nur gemeinsam funktionieren und daher auch gemeinsam von Doepfer vertrieben werden: Da ist einmal die eigentliche Matrix A-157-1 mit 8 Spuren und 16 Schritten, dann die 8 Triggerausgänge – zusammengefasst im Modul A-157-2 und schließlich das Modul A-157-3, mit dem der laufende Betrieb (Start, Stop, Clock usw.) des Sequencers manuell oder über Steuereingänge geregelt wird.

Bedienelemente A-157-1

Regler / Schalter:

CTRL-A157-1-SW1

CTRL-A157-1-SW2

Bedienelemente A-157-2

Ausgänge:

CTRL-A157-2-OUT

Bedienelemente A-157-3

Eingänge:

CTRL-A157-3-IN

Regler / Schalter:

CTRL-A157-3-SW

Einsatz

Die A-157-Module sind der nahezu perfekte Weg, um ein A-100 System in eine programmierbare Lauflicht-Drummaschine zu verwandeln. Mit 8 Spuren wird man bei kleineren Systemen allerdings schnell an Grenzen stoßen: Um die 8 Spuren sinnnvoll einzusetzen, wird man auch zumindest 8 Hüllkurven, Klangerzeuger, Filter und VCAs benötigen, die vom Sequencer dann unabhängig angesteuert werden können. Das ist ein Aufwand, den man dann doch schnell mal mit einem separaten Drumcomputer – selbst wenn dieser in der Klangerzeugung vollständig analog aufgebaut ist – vergleichen wird. Und der externe Drumcomputer wird in der Regel deutlich günstiger ausfallen.

Andererseits hat man natürlich mit dem Modularsystem eine unvergleichbare Flexibilität und Kontrolle auch über kleinste Details. Was beim „Drummie“ dann gerne mal mit nur einem Regler abgedeckt wird, kann man beim A-100 durch ganze Ketten von Modulen sehr fein im Detail ausarbeiten. Und die Integration mit anderen Teilen des Modularsystems ist natürlich auch nicht zu verachten. Letztlich bleibt es eine Philosophiefrage, wie weit man auch bei so scheinbar banalen Dingen wie elektronischen Drums (und ihren Verwandten) die volle Kontrolle behalten möchte.

Ein weiteres sehr lohnendes Feld erschließt sich mit den neuen polyphonen Modulen von Doepfer. Anstatt einfach nur langweilige Akkorde zu drücken, kann man die Trigger für z.B. 4 Stimmen dem A-157 überlassen und über die Tastatur lediglich die harmonische Struktur der Sequenz in Echtzeit „spielen“.

Klangbeispiele

In einer meiner Modular-Improvisationen, „Tat Tvam Asi“, habe ich den A-157-Sequencer nicht nur für „Drums“ eingesetzt, sondern zusätzlich zum Triggern von vorab gestimmten A-188-1 BBDs, die jeweils einen fixierten Ton per Karplus-Strong-Synthese erzeugt haben. Der Ausschnitt enthält nur die vom A-157 gesteuerten Spuren.

Das Original der Aufnahme befindet sich hier:

Technische Daten (alle 3 Module zusammen)

Breite52 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf350 mA (+12V) / -20 mA (-12V)