A-132-8 Octal Poly VCA

Der A-132-8 ist ein für den polyphonen Betrieb mit 4 Stimmen ausgelegtes Modul mit insgesamt 8 VCAs. Warum so viele VCAs, mag man sich da fragen, würden nicht 4 genügen? Für jede der vier Synthesizer-Stimmen sind beim A-132-8 zwei hintereinander geschaltete VCAs zuständig: Der erste VCA arbeitet stets linear, der VCA danach wahlweise linear oder exponentiell (über Jumper einstellbar).

Den ersten VCA wird man oft für eine gemeinsame Volumen-Regelung oder für Anschlagdynamik nutzen, wie sie z.B. das polyphone A-190-5 Midi-CV-Interface für jede Stimme als separate Steuerspannung liefern kann.

Der zweite VCA wird in den meisten Fällen von einem (polyphonen) Hüllkurvengenerator wie dem A-141-4 gesteuert werden. Hier ist dann für viele Klänge eine exponentielle VCA-Kennlinie interessanter, die Töne „schnappen“ mehr zu und wirken etwas perkussiver. Da das aber Geschmackssache ist, kann man den zweiten VCA auch linear arbeiten lassen (Werkseinstellung).

Wer für die vier Einzelausgänge keinen weiteren Mixer (oder vier separate Eingänge in der DAW) nutzen will, kann auch gleich ein Summensignal mit allen vier Stimmen abgreifen.

Das Modul ist im „Slim Line“-Format ausgelegt und hat etwas schmalere Regler und Muttern für die an der Frontplatte verschraubten Buchsen und benötigt nur 8 TE.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A132-8-IN

Ausgänge:

CTRL-A132-8-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A132-8-SW

Konfigurationsmöglichkeiten auf der Platine

Wie bei praktisch allen neueren Doepfer-Modulen gibt es zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten über Jumper auf den Platinen des Moduls.

Kennlinie der zweiten VCA-Gruppe

Während die vier VCAs der ersten Verstärkerstufe immer linear arbeiten, kann man die vier nachgeschalteten VCAs einzeln als lineare oder exponentielle VCAs konfigurieren.

Platine A des A-132-8, hier für exponentiellen Betrieb der VCAs X1 – X4 konfiguriert.
VCA:Linear:Exponentiell:
X1JP5: unten*
JP6: offen
JP5: oben
JP6: gesetzt
X2JP9: unten
JP10: offen
JP9: oben
JP10: gesetzt
X3JP7: unten
JP8: offen
JP7: oben
JP8: gesetzt
X4JP3: unten
JP4: offen
JP3: oben
JP4: gesetzt
Konfiguration der nachgeschalteten VCAs linear oder exponentiell – auch einzeln.
* „unten“ und „oben“ gemäß der Platinenbeschriftung (in der Abbildung oben um 90 Grad im Uhrzeigersinn gedreht).

Default Audio-Eingänge

Um Patchkabel auf der Frontplatte zu sparen, kann man ab der aktuellen Version 2 des Moduls die vier Audio-Eingänge über „Jumper Wires“ (Arduino- bzw. Raspberry-Pi Kabel mit female-female Steckern) mit dem polyphonen A-105-4 VCF verbinden. Dazu dienen die Pins von Jumper JP13 auf der Unterseite der Platine B, also zwischen Platine A und B.

Die vier Jumper-Kabel für die Audioeingänge. Eingang 1 (blaues Kabel) ist ganz rechts im Bild, Eingang 4 (orangefarbenes Kabel) ganz links.

Der Platz dort ist durchaus beengt, und damit man hier überhaupt Kabel anstecken kann, wurden die Pins kurzerhand angewinkelt angebracht. Das ist eine clevere, praxisnahe Lösung!

Hinweis: Bei der ersten Version des Moduls waren die Audio-Eingänge noch an der Oberseite der Platine B angebracht und nur durch Demontage der Frontplatte (= 2 Drehregler und 17 Muttern für die Buchsen…) erreichbar.

Default Modulationseingänge

Auch für die vier Modulationseingänge der linearen VCAs und ebenso für die vier Modulationseingänge der linearen/exponentiellen VCAs gibt es Pins auf der Oberseite Platine B, also zwischen der Platine und der Frontplatte des Module.

Unter den schwarzen Jumpern befinden sich die CV-Eingänge für die VCAs L1 (ganz rechts) bis L4 (Jumper ganz links im Bild). Zur Verbindung werden die Jumper abgezogen und Jumper-Kabel auf die (vom Rand der Platine gesehen) vordere Reihe Pins aufgesteckt. Die hintere Reihe enthält de Steuerspannung vom Regler „GL“.
Unter den roten Jumpern befinden sich die CV-Eingänge für die VCAs X1 (Jumper ganz rechts im Bild) bis X4 (ganz links). Zur Verbindung werden die Jumper abgezogen und Jumper-Kabel auf die (vom Rand der Platine gesehen) hintere Reihe Pins aufgesteckt. Die hintere Reihe enthält die Steuerspannung vom Regler „GX“.

Hinweis: Die Eingänge für die linear arbeitenden VCAs gibt es schon seit der ersten Version des Moduls, die Eingänge für die liniear/exponentiellen VCAs X1-X4 wurden erst bei der zweiten Version ergänzt.

Die Pins haben allerdings zwei Besonderheiten:

  1. Um hier dranzukommen, muss man die Frontplatte des Moduls abmontieren, zum Abschrauben der immerhin 16 verschraubten Buchsen im unteren Teil des Moduls ist Spezialwerkzeug ratsam. Ich war natürlich ungeduldig und habe mir beim ungeschickten Herumbasteln gleich einen fetten Kratzer in die Frontplatte „eingraviert“… Und auch wenn man diese Hürde genommen hat, ist der Abstand zwischen der Seite mit den Pins und der Frontplatte relativ eng bemessen, so dass wohl nicht jeder Mini-Stecker von der Länge her passen wird.
  2. Die Pins sind über herkömmliche Jumper mit der Spannung der Regler „GL“, bzw. „GX“ verbunden. Genau so, wie ein gestecktes Patchkabel über die Schaltbuchsen der Frontplatte den Regler für den jeweiligen VCA deaktiviert, kann auch ein Jumper-Kabel nur dann angebracht werden, wenn der dafür entfernte Jumper die Verbindung zum „GL“- bzw. „GX“-Regler unterbricht.

Falls hier nochmal eine Revision des Designs ansteht, wäre zu überlegen, ob die beiden Regler „GL“ und „GX“ nicht additiv mit den externen Steuerspannungen arbeiten sollten, so wie das beispielsweise beim A-132-3 realisiert wurde.

Für die Vorbelegung der vier nachgelagerten linearen/exponentiellen VCAs bietet die der polyphone A-141-4 Hüllkurvengenerator an, für die vier linearen VCAs wären das wahrscheinlich die „CV2“-Ausgänge des A-190-5 Interfaces , die die Anschlagsdynamik pro Note in Steuerspannungen umsetzen. Hier fehlt allerdings die entsprechende Konnektivität über die Platine des Midi-Interfaces. Macht aber nichts, die Verbindung lässt sich sehr gut auch über konventionelle Patchkabel herstellen.

Alternativen

Neben dem A-132-8 findet man bei Doepfer zahlreiche weitere VCAs, die für den polyphonen Einsatz in Betracht gezogen werden können. Die Default-Audioeingänge vom A-105-4 entfallen dann natürlich und man hat mehr „Kabelsalat“ auf den Frontplatten. Ansonsten sind gerade VCAs im polyphonen Kontext eher unproblematisch, weil es nur wenige Bedienelemente gibt, die man gleichzeitig ändern muss.

A-132-4 Quad Exponential VCA

Wer die vorgeschalteten linearen VCAs nicht benötigt, könnte stattdessen mit dem A-132-4 einen sehr guten vierfach-VCA mit exponentieller Kennlinie einsetzen. Mit nur 6TE ist er sogar etwas schmaler gebaut und hat ebenfalls einen Sumenausgang, der einen abschließenden Mixer spart. Falls man den nicht benötigt, lässt sich die Buchse für den Summenausgang als zweiter Steuerspannungseingang umkonfigurieren, so dass man für alle vier VCAs je zwei Modulationseingänge zur Verfügung hat.

Werkseitig ist der A-132-4 für Steuerspannungen von 0V bis +5V konfiguriert. Der polyphone A-141-4 ADSR-Generator liefert allerdings bis zu +10V Ausgangsspannung, was die VCAs deutlich zum Verzerren bringt. Hier muss man die Empfindlichkeit über vier Trimmpotentiometer auf der Platine anpassen oder einen vierfach-Abschwächer wie den A-183-5 zwischen ADSR und VCA patchen.

A-130-8 Octal linear VCA

Wenn es lineare VCAs sein dürfen, kann an Stelle des A-132-8 auch der achtfache A-130-8 eingesetzt werden. Wie der A-132-4 ist auch er auf Steuerspannungen von 0V bis +5V vorkonfiguriert und kann über Trimmpotis an die höhere Spannung aus dem A-141-4 angepasst werden. Auch der A-130-8 benötigt nur 6TE Platz im Rack.

Zusätzlich zu den Einzelausgängen der VCAs gibt es Summenausgänge für alle acht VCAs, für die VCAs 1-4 und für die VCAs 5-8. Größter Vorteil sind die insgesamt acht VCAs, man kann also wie beim A-132-8 zweistufig verstärken oder aber die VCAs 5-8 für andere Zwecke, wie etwa Steuerspannungen nutzen, die dann z.B. von einem A-141-4 gesteuert werden. Ich nutze zwei A-130-8 als polyphonen vierfach-Mischer für Steuerspannungen (und den A-132-8 als polyphonen Audio-VCA).

A-135-2 Quad VCA/VC Mixer

Der A-135-2 ist wie der A-132-8 im „Slim Line“-Format mit schmaleren Reglern und Buchsen gebaut, die Regler befinden sich ebenfalls alle oben und die Buchsen unten, was für Übersicht auf doch recht engem Raum sorgt. Die VCAs arbeiten alle linear, die maximale Steuerspannung beträgt zwar nur 5V, dafür gibt es aber auf der Frontplatte vier Abschwächer für die CV-Eingänge.

Neben den Einzelausgängen hat der A-135-2 als Mixer natürlich einen Summenausgang, bzw. sogar zwei: Ein „normaler“ Summenausgang und einer, der nur die Eingangssignale enthält, deren Einzelausgang nicht gepatcht ist.

Größter Vorteil sind die vier Regler für die manuelle Einstellung der Pegel unabhängig von anliegenden Steuerspannungen. So etwas ist z.B. für Drones praktisch.

A-130-2 Dual linear/exponential VCA

Der A-130-2 (ein 4TE breiter „Slim Line“ – Ableger des von mir sehr geschätzten A-132-3) ist wahrscheinlich vom Funktionsumfang am nächsten dran am A-132-8. Mit zwei A-130-2 hat man vier VCAs, die sich einzeln zwischen linear und exponentiell umschalten lassen.

Wer es ganz „luxuriös“ will, setzt 4 Stück davon ein und erhält wie beim A-132-8 acht VCAs, die sich auf der Frontplatte zwischen linear und exponentiell umschalten lassen. Der Preis dafür ist (neben deutlich höheren Kosten in Summe) ein Platzbedarf von 16TE und ein Mehrfaches an Kabeln.

Auch der A-130-2 ist auf Steuerspannungen von maximal +5V ausgelegt, hat aber Abschwächer für die Steuerspannungs-Eingänge. Zudem reagiert er bei zu großen Steuerspannungen nicht mit Clipping des Audio-Signals, sondern verstärkt einfach nicht weiter, was bei ADSR-Hüllkurven mit voll geöffneten Abschwächern zu einer „Hold-Phase“ mit konstantem Pegel zwischen Attack- und Decay-Phase führt.

Wie der A-135-2 besitzt der A-130-2 „Gain“-Regler für eine manuelle Steuerung der Pegel unabhängig von der Steuerspannung.

Klangbeispiele

Linear vs. exponentiell

Bei allem Theoretisieren über exponentielle vs. lineare Verstärker stellt sich natürlich die Frage, ob man den Unterschied überhaupt hört. Die beiden Klangbeispiele sollen diese Unterschiede zwischen linearer und exponentieller Kennlinie in der zweiten VCA-Gruppe zeigen. Eine Bass-Sequenz steuert einen A-111-4 VCO (Sägezahn-Ausgänge), gefiltert mit einem A-105-4 und verstärkt durch den A-132-8. Die Filter und VCAs werden beide vom A-141-4 ADSR gesteuert, die erste (lineare) VCA-Gruppe des A-132-8 ist ohne Modulation.

Decy- und Attack-Zeiten werden manuell verändert, Sustain, Release und alle anderen Parameter sind bei beiden Beispielen gleich. Etwas Hall und Delay aus der DAW.

A-132-8: Die zweite (vom ADSR-Generator modulierte) VCA-Gruppe ist linear.
A-132-8: Die zweite (vom ADSR-Generator modulierte) VCA-Gruppe ist exponentiell.

Anschlagdynamik

Ich verwende wieder den A-111-4, diesmal mit seinen Rechteck-Ausgängen als Klangquelle, die Pulsbreite ist von einem A-143-4 Quad VCLFO moduliert – die LFO-Geschwindigkeit wird von der Tonhöhen-CV aus dem A-190-5 – gesteuert. Das A-105-4 Filter wird von der Anschlagstärke und der Tonhöhe, nicht aber vom ADSR moduliert. Der A-132-8 schließlich wird in seiner ersten (linearen) Stufe durch die Anschlagstärke, in seiner zweiten (exponentiellen) Stufe durch einen A-141-4 moduliert.

Während der Sequenz schraube ich am VCF und ADSR, Hall und Echo kommen aus der DAW.

A-132-8: Modulation der ersten (linearen) Verstärkerstufe durch die Anschlagstärke, der zweiten (exponentiellen) Verstärkerstufe durch den A-141-4.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -40 mA (-12V)

A-105-4 Quad Poly SSI VCF

Der A-105-4 ist ein polyphones Filtermodul, das auf dem integrierten Schaltkreis SSM2024 (bzw. dessen Nachbau SSI2144) basiert. Im Prinzip haben wir vier A-105 – Filter mit gemeinsamer Steuerung vor uns: Eckfrequenz, Resonanz (hier „Q“ genannt) und Eingangslevel können für alle vier Filter in gleicher Weise eingestellt werden oder auch gemeinsam über Steuerspannungen geregelt werden.

Zusätzlich hat jedes der 4 Filter noch einen individuellen Modulationseingang für die Eckfrequenz. Die Modulationsintensität dieser 4 Spannungsquellen lässt sich gemeinsam über den Regler „FM“ einstellen oder – und das konnte der originale A-105 auch nicht ohne zusätzlichen VCA – über eine weitere Steuerspannung im Eingang „CVFM“ beeinflussen.

Um das zu realisieren, hat Doepfer offensichtlich eine ganze Menge VCAs in dem Modul verbaut. Polyphonie im Modularsystem ist ein anspruchsvolles Thema: Was sonst ein einfacher Potentiometer erledigt, muss bei Polyphonie über mehrere parallele Verstärker laufen, die auch über vergleichbare Bereiche arbeiten (Abgleichaufwand!), damit alle „Stimmen“ in gleicher Weise steuerbar sind. Das ist schon ein kleines „Wunderwerk“ auf nur 8 TE.

Beim Blick hinter die Frontplatte sehen wir dann auch eine Platine für die eng bestückten Buchsen und Potentiometer, dahinter die eigentliche Hauptplatine und darauf nochmal die vier eigentlichen Filter-Platinen per „Huckepack“.

Anwendungsmöglichkeiten

Kann man mit einem polyphon ausgelegten A-100 einen der modernen polyphonen Synthesizer ersetzen? Oder gar übertreffen?

Das kommt darauf an, was man will.

Einerseits haben wir eine Beschränkung auf nur 4 Stimmen – mehr Stimmen sind zwar grundsätzlich möglich, werden dann aber deutlich umständlicher in der Bedienung. Die gemeinsame Steuerung bei allen polyphonen Doepfer-Modulen umfasst halt nur immer 4 Stimmen, bei 8 Stimmen müsste man fast alles manuell zwischen zwei solchen „Viererblöcken“ angleichen.

Andererseits reichen 4 Stimmen für sehr viele (wirklich SEHR viele) Zwecke und es gibt Eingriffsmöglichkeiten in jede Stimme, die kein anderer Synthesizer bietet, z.B. eine grundsätzlich unabhängige Handhabung von Tonhöhe und Trigger für jede Stimme: Das eine kann von einem Keyboard (z.B. mit dem polyphonen Midi-Interface A-190-5) stammen, das andere von einem Sequencer wie dem A-157 Trigger-Sequencer, der mit seinen 8 Spuren auch noch die Hüllkurven der VCAs und Filter unabhängig voneinander triggern kann.

Bei den Modulationsmöglichkeiten gibt es natürlich harte Konkurrenz von Poly-Synthesizern mit ausgefeilter Modulationsmatrix, aber beim A-100 ist man halt prinzipbedingt doch noch etwas flexibler, wenn man das will und wenn man bereit ist, etwas mehr Aufwand hineinzustecken.

Und ja, das „Manko“ beinahe aller Modularsynthesizer begegnet uns auch in der Polyphonie: Wir können keine Sounds „speichern“. Wir lernen dafür, wo wir hingreifen müssen, um etwas zu verändern, wir haben wirklich und wahrhaftig einen Regler für jede Funktion und ein individuelles Instrument statt einer „Presetschleuder“ mit OLED-Display und Knöpfen für 4 beliebige Funktionen.

Das erfordert etwas Planung im Vorfeld. Sehen wir uns also wie üblich erst einmal an, was das A-105-4 – Filter kann.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A105-4-IN

Ausgänge:

CTRL-A105-4-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A105-4-SW

Damit haben wir 3 „globale“ Steuerungsmöglichkeiten – manuell oder über Steuerspannungen: Den Regler „F“ bzw. den Eingang „CVF“ für die Eckfrequenz, „Q“ und „CVQ“ für die Resonanz sowie „Lev.“ und „CVL“ für den Eingangslevel der 4 im A-105-4 verbauten Filter. Ziel eines polyphonen Filters ist ja, dass sich alle 4 Filter gleich verhalten bzw. näherungsweise gleich klingen.

Zusätzlich gibt es 4 individuelle Steuerspannungseingänge für die Eckfrequenzen, die man in der Praxis meist mit 4 ADSR-Generatoren speisen wird, sofern man nicht kompexere Dinge über einen Matrixmischer (z.B. A-138m) realisieren möchte. Zusätzlich gibt es nun einen vierten globalen Regler „FM“ und den Steuerspannungseingang „CVFM“, die gemeinsam für alle 4 Filter die Modulationsintensität der 4 individuellen „FM“-Eingänge regeln.

Ein minimales Poly-Setup mit dem A-105-4

Wenn wir als Klangquelle einen A-111-4 VCO verwenden, dann werden die Ausgänge der VCOs (z.B. die vier Sägezahn-Ausgänge) mit den vier „In“-Buchsen des Filters verbunden. Analog dazu schließen wir die vier „Out“-Buchsen des Filters an die vier „In“-Buchsen eines A-132-8 Octal Poly VCAs an. Soweit also nicht anders als bei einem monophonen Filter-Modul, nur eben für jede der vier Stimmen separat.

Ebenso können wir die Ausgänge eines A-141-4 Poly VCADSRs mit den vier „FM“-Eingängen des Filters verbinden. Ein zweiter A-111-4 könnte den VCA steuern oder wir splitten die Ausgänge eines einzelnen A-111-4 über Multiples auf und verwenden die Hüllkurven gleichzeitig für Filter und Verstärker, was ich persönlich ganz gerne nutze.

Den Rest kann man manuell einstellen oder aber die jetzt noch freie oberste Reihe der Buchsen für Steuerspannungen einsetzen, die auf alle vier Filter gleichzeitig wirken: Filtereckfrequenz („CVF“), Intensität der individuellen Modulation durch die ADSRs („CVFM“), Resonanz („CVQ“) und Eingangslevel („CVL“). Dafür bieten sich die „CV3“-Ausgänge vom A-190-5 an, die man z.B. mit Noten-unabhängigen Parametern wie Aftertouch, Modulationsrad usw. belegen kann.

Einfacher Poly-Synthesizer

Etwas „modularer“ gedacht

Niemand zwingt uns, ein polyphones Modularsystem genau so wie einen 08/15-Polysynth zu nutzen. Im Gegenteil, damit verschenkt man natürlich einige interessante Möglichkeiten.

Man kann z.B. die vier individuellen CV-Eingänge des Filters an Stelle eines Poly-ADSRs mit vier unterschiedlich schnellen LFOs belegen, während der VCA weiterhin „traditionell“ mit einem A-141-4 gesteuert wird. Das ist eigentlich eine total banale Variante, die aber nur mit wenigen nichtmodularen Synthesizern realisierbar ist.

Die Filter werden nicht von ADSRs, sondern von 4 LFOs gesteuert

Filter-FM in Audiogeschwindigkeit wäre ein weiteres sehr einfaches, aber doch effektives Beispiel: Die Filtereckfrequenz wird durch den (jeweils zu filternden) Oszillator moduliert. Das Klangspektrum liegt irgendwo zwischen metallisch und verzerrt und ist beim A-105-4 recht feinfühlig dosierbar.

Dabei wird das Filter idealerweise zusätzlich durch die Steuerspannungen für die VCO-Frequenzen mit gesteuert. Durch das Filter-Tracking von – sehr nahe an – 1V/Oktave übernehmen die Filter in Selbstoszillation schon mal einen zweiten VCO pro Stimme. (Details zum Filter-Tracking siehe etwas weiter unten.)

Die Audioausgänge der VCOs modulieren die Eckfrequenz der Filter

Steuerungsmöglichkeiten auf der Platine

Wie mittlerweile üblich, bietet Doepfer auch für den A-105-4 einige interessante Eingriffsmöglichkeiten über Jumper auf der Platine des Moduls. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf der Vorverkabelung eines polyphonen Systems, ohne dafür Patchkabel auf den Frontplatten der beteiligten VCOs oder VCAs einsetzen zu müssen.

  • CV-Eingänge für die Frequenzmodulation des Filters (doppelt vorhanden)
  • Vier individuelle Audio-Eingänge
  • Vier individuelle Audio-Ausgänge

Die Verbindungen zum A-190-5, zum A-132-8 Poly VCA (Einzelausgänge des A-105-4) und z.B. zum A-141-4 ADSR (Modulationseingänge des Filters) werden mit female-female Arduino-Kabeln hergestellt.

Filter-Tracking

JP4: oben CV-Eingänge, unten Audio-Ausgänge

Die Modulationseingänge auf der Platine bieten sich geradezu dafür an, ein Filter-Tracking zu realisieren: Man verbindet dazu einfach die vier CV-Ausgänge des A-190-5 Midi-Interfaces mit den FM-Eingängen des Filters (obere Reihe der Steckerleiste JP4). Praktischerweise arbeiten die Modulationseingänge additiv zu den Miniklinkenbuchsen auf dem Frontpanel, so dass man keine Modulationsmöglichkeiten „verschenkt“.

Micro-Multiples

Nun hat man damit aber leider die CV-Ausgänge des A-190-5 „verbaut“, die damit nicht mehr für die Steuerung der VCOs zur Verfügung stehen. Hier gibt es von Doepfer eine kleine Mini-Platine mit 12 Pins, die als „Micro-Multiples“ eingesetzt werden kann: Vier (female) Arduino-Kabel können mit der winzigen Platine auf 2 x 4 weitere Arduino-Kabel aufgesplittet werden. Der A-190-5 besitzt gepufferte CV-Ausgänge, so dass die Verteilung der Steuerspannungen keine Probleme bereitet.

Nochmal Filter-FM

Ab Version 2 des Filters gibt es auf JP6 vier weitere Pins für die Filter-FM. Die sind allerdings nicht additiv wie auf JP4, sondern erlauben eine Default-Belegung der vier „FM“ Schaltbuchsen. Hier bietet sich eine Verbindung zum A-141-4 ADSR an, die man bei Bedarf durch Patchkabel auf dem Frontpanel ersetzen kann.

Die Anschlüsse für die Default-Belegung der „FM“-Buchsen sind etwas versteckt angebracht. Die Kabel sollten übrigens hinter dem Abstandshalter zwischen den Platinen verlaufen, sonst nehmen sie evtl. dem benachbarten Modul Platz weg (habe ich erst nach dem Foto bemerkt…)

Die Steuerspannungseingänge waren bereits in der ersten Version des A-105-4 auf der Platine zugänglich – hier musste man dann allerdings noch zum Lötkolben greifen.

Default-Ein- und Ausgänge

Auf der unteren Reihe von JP4 können die Einzelausgänge des Filters z.B. mit dem A-132-8 VCA verbunden werden (erst ab Version 2 des Filters verfügbar).

Zusätzlich stehen mit JP7 die vier Audio-Eingänge des Filters zur Verfügung. Wenn man nur einen einzelnen A-111-4 verwendet, kann man darüber bequem die „In“-Schaltbuchsen des A-105-4 mit Arduino-Kabeln vorbelegen. In der ersten Version des Moduls waren dafür lediglich Lötpunkte vorhanden.

Für die weiteren vier Steuerspannungseingänge CVL, CVQ, CVFM and CVF gibt es bei Bedarf Lötpunkte zur Vorbelegung der Schaltbuchsen auf dem Frontpanel.

Beispiel: Einfache Verkabelung eines polyphonen Synthesizers

Für ein einfaches Poly-System habe ich die CV-Ausgänge über Micro-Multiples vom A-190-5 mit den CV-Eingängen von einem A-111-4 und dem A-105-4 (für Filter Tracking) verbunden. Zusätzlich werden die ADSR-Steuerspannungen eines A-141-4 an die Default-Eingänge des Filters angeschlossen – über die Buchsen am Frontpanel jederzeit unterbrechbar.

Die Audio-Einzelausgänge des Filters sind zudem mit den Default-Audioeingängen des A-132-8 VCAs verbunden.

Verkabelung „unter der Motorhaube“, v.l.n.r.: A-141-4, A-132-8, A-105-4, A-111-4, A-190-5 mit Micro-Multiples zur Verteilung der Steuerspannungen des Midi-Interfaces auf VCO und VCF

Klangbeispiele

Quad AD/LFO steuert die Filter

Die Puls-Ausgänge eines A-111-4 werden von den 4 Ausgängen eines A-143-9 QLFOs in der Pulsbreite moduliert. Die A-105-4 Filter werden nicht von einem ADSR, sondern von den Ausgängen eines A-143-1 Complex Envelope Generators (alle EGs in LFO Modus) moduliert. Die vier Teilmodule des A-143-1 werden durch vier Trigger-Ausgänge eines A-149-2 zufällig (aber synchronisiert durch eine gemeinsame Clock) immer wieder neu gestartet. Ein A-141-4 steuert ganz traditionell den A-132-8 VCA. Etwas Hall und Delay aus der DAW.

Filtersteuerung durch den A-143-1.

Filter-FM durch die VCOs

Die Dreiecks-Ausgänge eines A-111-4 werden vom A-105-4 gefiltert. Als Modulationsquellen sind die Sägezahn-Ausgänge des A-111-4 mit den „FM“-Eingängen des A-105-4 verbunden. Zusätzlich wird die Filtereckfrequenz durch die „CV Note“-Ausgänge des A-190-5 Midi-Interfaces gesteuert. Ein A-141-4 steuert den nachfolgenden A-132-8 VCA, ebenso wie die vier Velocity-Ausgänge des A-190-5.

Weitere Modulationen: Ein langsamer A-143-9 moduliert die Eckfrequenz aller 4 Filter, ein weiterer (ebenfalls langsamer) A-143-9 steuert phasenverschoben Resonanz und Eingangslevel der vier Filter. Die Velocity-Ausgänge des A-190-5 steuern zudem die vier linearen VCAs im A-132-8.

Filter-FM

Nochmal Filter-FM

Hier verwende ich die Sägezahn-Ausgänge vom A-111-4 als Klangquellen, die Filter-FM übernehmen diesmal die Dreiecks-Ausgänge. Diese werden jetzt mit Hilfe eines A-130-8 Quad Linear VCAs in den Amplituden durch die Hüllkurvensignale des A-141-4 moduliert, bevor sie in den A-105-4 gehen. An Resonanz, Eingangslevel und Gesamt-FM der Filter schraube ich manuell. Delay und Reverb wieder aus der DAW.

Nochmal FilterFM.

Unisono

Warum nicht einmal die polyphonen Module monophon – „unisono“ einsetzen?

Das A-190-5 Interface ist diesmal nicht auf „poly“, sondern auf „unisono“ eingestellt. Damit wird jede Midi-Note auf alle 4 VCOs ausgegeben, Akkorde sind nicht möglich. Dafür ist ein VCO des A-111-4 eine Oktave nach oben, ein weiterer eine Oktave nach unten transponiert. Wir verwenden die Puls-Ausgänge, die Pulsbreite wird von einem A-143-9 moduliert. Das A-105-4 Filter wird (neben dem intern vorgepatchten Tracking) durch die A-141-4 Hüllkurven und durch einen zweiten A-143-9 moduliert. Dazu verwende ich zwei A-130-8 als „polyphone Mixer“. Beide A-143-9 werden zusätzlich durch die Note-CV des A-190-5 gesteuert. Die Sequenz stammt von einem Arturia KeyStep 37, Hall und Echo aus der DAW.

Die Hüllkurven stammen diesmal nicht vom A-141-4 Poly-ADSR, sondern von zwei A-140-2 Dual ADSRs und sind pro Stimme leicht unterschiedlich eingestellt.

Unisono.

Weitere Klangbeispiele mit deutlicher Beteiligung des A-105-4 befinden sich im Beitrag zum A-132-8.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf70 mA (+12V) / -70 mA (-12V)

A-141-4 Quad Poly VCADSR

Der A-141-4 ist ein nur 8 TE breiter vierfach-ADSR, der primär für polyphone Anwendungen gedacht ist. Daher gibt es auch nur einen Satz an Reglern für die Parameter der Hüllkurve – Attack, Decay, Sustain und Release, die alle vier Hüllkurven gleichermaßen bestimmen.

Zusätzlich finden wir vier Steuerspannungseingänge mit bipolaren Abschwächern für Attack, Decay, Sustain und Release – auch hier wieder für alle vier Hüllkurven gemeinsam.

Die Gate-Eingänge liegen natürlich separat für die vier Hüllkurven vor…

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A141-4-IN

Ausgänge:

CTRL-A141-4-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A141-4-SW

Polyphone Spannungssteuerung

Für den polyphonen Einsatz ist es tatsächlich ungeheuer praktisch, alle vier Hüllkurven mit nur einem Satz Reglern einstellen zu können. Gerade beim Einsatz zur Steuerung der Filter hört man auch kleine Unterschiede in den Verläufen recht schnell.

Auch die Spannungssteuerung ist eine sinnvolle Option, für den polyphonen Betrieb müssen die vier ADSR-Generatoren ja ohnehin intern über Steuerspannungen geregelt werden. Aber gerade hier gäbe es noch zusätzliches Potenzial: Für ein ausdrucksstarkes Spiel auf einem Polysynth ist die Anschlagsdynamik (pro Note!) einer der wichtigsten Parameter. Neben Lautstärke und Filter kann man die Anschlagsstärke gerade auch für spannungsgesteuerte Hüllkurven einsetzen. Leichter Anschlag führt dann z.B. zu langsamen Attack- und Decay-Zeiten, harter Anschlag zu sehr kurzen Attack- und Decay-Zeiten (und dafür vielleicht zu längerem Release. Dafür müsste es aber für jeden der vier ADSR-Generatoren einen individuellen Steuerspannungs-Eingang geben, verbunden mit Reglern, wie diese Steuerspannung Attack, Decay und Release aller vier Hüllkurven beeinflusst.

Beim A-140-2 ist so etwas Ähnliches eingebaut, allerdings nur mit einem Abschwächer für alle drei Zeiten gemeinsam. Aber vielleicht gibt es ja mal ein kleines Zusatzmodul für den A-141-4, das die vier Steuereingänge (einen pro ADSR) und vier Abschwächer (einen pro Parameter, den aber gemeinsam für alle ADSR-Generatoren) enthält.

Hoher Ausgangspegel

Während die „alten“ A-140 ADSR noch mit 0V bis +8V arbeiten, hat Doepfer hier als Werkseinstellung einen höheren Ausgangspegel von 0V bis +10V verwendet. Das ist kompatibel mit dem polyphonen A-132-8 VCA, wird aber z.B. einen A-132-4 zum Clippen bringen. Abhilfe schafft eine Justierung des A-141-4 auf niedrigere Pegel, des A-132-4 auf höhere Pegel oder ein zwischengeschalteter vierfach-Abschwächer, wie etwa der A-183-5.

Konfigurationsmöglichkeiten auf der Platine

Wie bei den meisten neueren Doepfer-Modulen finden wir auch beim A-141-4 einige Jumper, um das Modul auf die persönlichen Bedürfnisse vorzukonfigurieren. Und wie bei den anderen polyphonen Modulen gibt es zusätzlich noch Pins zur Vorverkabelung mit anderen Poly-Modulen.

Release-Steuerspannung

Mit einem gesetzten Jumper JP4 auf Platine B lässt sich die Steuerspannung für die Release-Zeit mit dem Steuerspannungseingang für die Decay-Zeit „CVD“ vorbelegen. Ein Patchkabel in der Schaltbuchse „CVR“ unterbricht diese Vorbelegung.

JP4 setzt die Vorbelegung der Release-CV auf die Decay-CV (hier ohne Vorbelegung).

Attack- und Decay-Steuerspannung

Mit Hilfe der Jumper JP5 und JP6 auf Platine B lässt sich die Attack-Steuerspannung und die Decay-Steuerspannung vorbelegen.

JP5 und JP6 für die Vorbelegung der Attack- und Decay-Steuerspannung.

Attack – JP5:

  • In der (auf unserer Abbildung) linken Position wird die Attack-Steuerspannung des Eingangs „CVA“ auf eine konstante Spannung von 5V vorbelegt.
  • In der (auf unserer Abbildung) rechten Position wird die Attack-Steuerspannung des Eingang „CVA“ mit der Steuerspannung aus dem Regler „A“ vorbelegt.
  • Ohne Jumper: Keine Vorbelegung für den Eingang „CVA“.

Decay – JP6:

  • In der (auf unserer Abbildung) linken Position wird die Decay-Steuerspannung des Eingangs „CVD“ auf die Spannung des Eingangs „CVA“ vorbelegt, und zwar NACH dem Abschwächer „CVA“.
  • In der (auf unserer Abbildung) rechten Position wird die Decay-Steuerspannung des Eingangs „CVD“ auf die Spannung des Eingangs „CVA“ vorbelegt, und zwar VOR dem Abschwächer „CVA“ (also unabhängig von dessen Position).
  • Ohne Jumper: Keine Vorbelegung für den Eingang „CVD“.

Wie üblich setzen Patchkabel in den Schaltbuchsen auf der Frontplatte des Moduls diese Vorbelegungen außer Kraft.

Polyphone Vorverkabelung: ADSR-Ausgänge

Die Ausgänge für die ADSR-Steuerspannungen für alle vier „Stimmen“ stehen als Pins auf Platine A zur Verfügung.

Die vier ADSR-Steuerspannungs-Ausgänge.

Polyphone Verkabelung: Gate-Eingänge

Ab Version 2 des Moduls sind auf der Unterseite der Platine B (d.h. zwischen Platine A und B) vier Pins für die Vorbelegung der Gate-Eingänge vorhanden. Die Schaltbuchsen auf der Frontplatte des Moduls können diese Vorbelegung natürlich unterbrechen.

Gate-Eingänge für die vier ADSR-Generatoren (ab Version 2).

Achtung: Die Beschriftung der Eingänge auf der Platine ist bei Version 2 falsch. Der Pin ganz außen (hier im Vordergrund des Bildes) ist tatsächlich der Gate-Eingang für „Stimme 4“, der Pin ganz hinten der Gate Eingang für „Stimme 1“. Die auf der Platine aufgedruckte Reihenfolge ist invertiert.

Klangbeispiel – der „Doepfer-Patch“

In einem der ersten Videos zu den neuen polyphonen Modulen hat Dieter Döpfer einen sehr interessanten Patch vorgestellt, in dem die Tonhöhen der VCOs von einem Keyboard gesteuert wurden, die Gates für die Hüllkurven aber durch den A-157 Trigger Sequencer erzeugt wurden.

Mein Setup ist dem nachempfunden, allerdings habe ich an Stelle des polyphonen A-111-4 VCO und des polyphonen A-105-4 VCF konventionelle A-110-1 und A-111-1 VCOs zusammen mit einem A-120 Ladder Filter, einem A-101-1 Steiner Filter, einem A-106-5 SEM Filter und einem A-124 Wasp Filter verwendet – mit unterschiedlich vielen VCOs und unterschiedlichen Schwingungsformen als Eingangssignale.

Zusätzlich triggern die verbleibenden vier Spuren des A-157 einen A-142-4 Quad Decay, der wieder die vier Längen- bzw. Level-Parameter des A-141-4 moduliert. Ansonsten dudle ich halt auf dem Keyboard, um die Tonhöhen zu verändern und verändere manuell die Decay-Zeiten des A-142-4 bzw. die ADSR-Parameter des A-141-4.

Die vier Stimmen sind im Stereo-Panorama verteilt, etwas VTape Delay und Valhalla Reverb obendrauf.

Polyphones – mit dem A-157 Trigger Sequencer gesteuert.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf70 mA (+12V) / -60 mA (-12V)
Ausgangspegel0V … +10V

A-133-2 Dual VC Polarizer

Der A-133-2 ist ein zweifacher spannungsgesteuerter Polarisierer, d.h. seine Eingangssignale (Audio oder Steuerspannungen) können wie bei einem herkömmlichen VCA verstärkt werden, bei negativer Steuerspannung oder entsprechender manueller Einstellung werden die Eingangssignale zusätzlich invertiert.

Dafür stehen pro Teilmodul ein Eingang, ein Steuerspannungseingang, ein Ausgang, sowie ein manueller Regler für Verstärkung / invertierte Verstärkung und ein Abschwächer für die Steuerspannung zur Verfügung.

Das ist zunächst einmal auch genau das, was auch der A-133 bietet, allerdings ist der mit 8TE genau doppelt so breit wie der „Slim Line“ A-133-2 (was ihn einerseits viel bequemer im Handling macht, aber auch mehr vom stets raren Platz im Case verbraucht).

Zusätzlich besitzt der A-133-2 aber noch einen weiteren Steuerspannungseingang pro Teilmodul: Hier kann die Steuerspannung selbst noch einal moduliert werden, diesmal allerdings nur konventionell über einen VCA und nicht noch einen weiteren Polarisierer.

Ein weiterer, nicht unwichtiger Unterschied besteht im Verstärkungsfaktor: Während der ursprüngliche A-133 bis zum Faktor 2,5 positiv oder invertiert verstärken kann, ist beim A-133-2 lediglich eine positive oder invertierte Verstärkung bis zum Faktor 1 möglich (wie bei den meisten gängigen VCAs). „Echte Verstärker“ sind rar, obwohl sie durchaus ihre Berechtigung haben, aber bei zu sehr verstärkten Spannungen (z.B. durch mehrere „echte Verstärker“ hintereinander in einem komplexen Patch) landet man auch mal bei Spannungen, die das eine oder andere Modul überfordern oder auch zu Schäden führen könnten.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A133-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A133-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A133-2-SW

Unterschiede zum A-133

Auch wenn alle Einstellungen gleich sind, gibt es trotzdem klangliche Unterschiede zwischen dem A-133 und dem A-133-2, besonders beim Einsatz als Ringmodulator. Für eine Ringmodulation sind sowohl das Eingangssignal, als auch die Steuerspannung für die Polarisierung in Audio-Frequenz.

Der Grund liegt hauptsächlich im deutlich höheren Verstärkungsfaktor des älteren Moduls. Wenn sowohl Eingangssignal, als auch Steuerspannung einen vergleichsweise hohen Pegel aufweisen, kommt es beim A-133 zu hartem Clipping, beim A-133-2 nicht:

Eingangssignal und Steuerspannung von je einem A-110-1 VCO (Sinus-Ausgänge), die einen vergleichsweise hohen Pegel aufweisen, führen zu Clipping beim A-133.
Die gleichen A-110-1 VCOs mit gleichem Frequenzverhältnis (wieder Sinus) führen beim A-133-2 nicht zu Clipping. Der Rest ist vergleichbar mit dem klanglichen Ergebnis beim A-133.

Klangbeispiele

Im ersten Klangbeispiel werden zwei A-143-9 VCLFO/VCOs als Eingangssignal bzw. Modulationsquelle verwendet. Für einen „klassischen“ Ringmodulator-Einsatz ist der „Man.“-Regler in Mittelstellung und der Abschwächer „CV“ für den Steuerspannungseingang auf Maximum. Die Frequenzen der VCOs werden gleichzeitig über einen A-174-1 Joystick gesteuert.

Ringmodulator mit zwei A-143-9 als Eingangssignalen.

Beim nächsten Beispiel kommen wieder die beiden A-143-9 zum Einsatz, diesmal wird der „Man.“-Regler während der Aufnahme verändert und damit Pegel bzw. Polarität eines der beiden Signale zusätzlich manipuliert. Die Frequenzen der beiden VCOs bleiben konstant.

Ringmodulator mit zwei A-143-9 als Eingangssignalen, diesmal mit Veränderung des „Man.“-Reglers.

Beim nächsten Beispiel wird lediglich ein Eingangssignal von einem A-143-9 ohne Modulation verwendet. Der „Man.“-Regler wird vom Maximum zur Mitte (d.h. weitestgehendes Ausblenden des Signals) und dann zum Minimum (d.h. invertierte Ausgabe des Signals) und zurück zur Mitte bewegt. Man hört, dass das Eingangssignal beinahe vollständig ausgeblendet wird, wie auch die Schwingungsform-Bilder der Aufnahme zeigen.

Nur Eingangssignal ohne Modulation, Ausblenden und Invertieren, am Ende wieder Ausblenden.
Manuelle Steuerung von Amplitude und Polarisierung über den „Man.“-Regler – Gesamtsicht über die Aufnahme.
Herangezoomt an den Punkt des Übergangs zwischen positiver und invertierter Verstärkung des Eingangssignals: Das Signal wird fast vollständig ausgeblendet.

Im nächsten Beispiel werden zwei A-110-1 VCOs mit ihren Sägezahn-Ausgängen als Eingangssignal und Steuerspannung für die Polarisierung verwendet. Die obertonreichen Spektren führen im Vergleich zu den Sinus-Signalen der vorigen Beispiele zu deutlich komplexeren Klangveränderungen. Nachdem nach einer Weile die beiden VCOs auf fast gleiche Frequenzen gestimmt wurden, wird etwa ab 0:22 zusätzlich der Modulationseingang mit einem A-110-6 (Sägezahn-Ausgang) zur Modulation der Ringmodulation eingesetzt.

Modulierte Ringmodulation: Zwei A-110-1 als Eingangssignal und Steuerapannung, ein A-110-6 als Modulator für die Steuerspannung.

Beim nächsten Beispiel kommt keine Ringmodulation (mit ihrer Invertierung des Signals bei negativer Steuerspannung), sondern einfache Amplitudenmodulation zum Einsatz. Dazu wird wieder ein A-110-1 VCO (Sägezahn-Ausgang) als Eingangssignal verwendet, es gibt keine externe Steuerspannung, aber ein A-110-6 VCO (ebenfalls Sägezahn-Ausgang) moduliert die „Man.“-Reglerstellung über den „Mod“-Eingang. Die Stärke der Modulation wird über einen dazwischen geschalteten A-183-1 geregelt. Dabei wird gezielt die „Thru Zero“-Fähigkeit des A-110-6 verwendet, um von fallendem zu ansteigendem Sägezahn zu wechseln.

Amplitudenmodulation mit einem A-110-6.

Im letzten Beispiel werden beide Teil-Module des A-133-2 für eine Stereo-Anwendung eingesetzt. Als Eingangssignale bzw. Steuerspannungen für die Polarisierung dienen wieder zwei A-143-9 VCLFO/VCOs. Der „Cosinus“-Ausgang ist jeweils das Eingangssignal, der Sinus-Ausgang des anderen A-143-9 ist die Modulationsquelle für die Polarisierung.

Stereo-Ringmodulator mit den Sinus-/Cosinus-Ausgängen von zwei A-143-9.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-183-4 Quad Level Shifter

Das Modul A-183-4 ist eines der Tools, die beim Einsatz von Modulen anderer Hersteller nützlich sein können: Während z.B. die Hüllkurvengeneratoren von Doepfer gut mit Trigger/Gate-Signalen von +5V zurecht kommen, benötigen manche andere Module +12V. Hier setzt der Level Shifter an und erzeugt aus Trigger/Gate-Signalen mit niedrigerer Spannung die erforderliche höhere Spannung.

Dabei wird das Eingangssignal nicht einfach verstärkt, sondern das neue Trigger/Gate-Signal wird durch einen Comparator erzeugt: Sobald das Eingangssignal einen Schwellwert von +3V überschreitet, wird eine konstante Ausgangsspannung ausgegeben, bis die Eingangsspannung wieder unter +0,8V sinkt.

Das hat zudem den Vorteil, dass die erzeugten Trigger/Gate-Signale sehr steile und präzise Flanken aufweisen. Besonders die neueren ADSR-Generatoren A-141-2 und A-141-4 scheinen etwas empfindlicher auf zu wenig steile Flanken von Gate-Signalen zu reagieren und lösen dann evtl. nicht korrekt aus. Hier kann ein zwischengeschalteter A-183-4 Abhilfe schaffen.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A183-4-IN

Ausgänge:

CTRL-A183-4-OUT

Alternativen

Wenn lediglich eine Anpassung bzw. Erhöhung der Spannung eines Signals erforderlich ist, kann auch der A-183-3 Amplifier eingesetzt werden, der allerdings keine Verbesserung/Schärfung von Trigger-Flanken vornimmt. Dafür ist er aber auch zur Anhebung von anderen Steuerspannungen wie LFOs, Audiosignalen usw. geeignet, während der A-183-4 immer nur eine ganz bestimmte Spannung bei Überschreitung des Schwellwerts ausgibt.

Ein deutlich komplexer und vielseitiger arbeitender Comparator ist der (leider nicht mehr lieferbare) A-167, der nicht nur mit einem einstellbaren Schwellwert, sondern auch mit zwei Eingangssignalen arbeiten kann.

Technische Daten

Breite2 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -0 mA (-12V)

A-183-9 Quad USB Power Supply

„Und – wie klingt das Modul?“ ist im Fall des A-183-9 keine wirklich zielführende Frage. Das Modul ist eines jener kleinen Helferlein, die für manch einen extrem praktisch sind, für andere aber eher so etwas wie Platzverschwendung darstellen.

Was macht das Ding?

Es stellt für bis zu 4 externe Geräte wie Tablet-Rechner, Tastaturen, externe Sequencer usw. eine Stromversorgung über einen USB-Anschluss her. Dazu benötigt es intern eine Spannungsversorgung der +5V – Leitung auf dem A-100 Bus. Bei den aktuellen PSU3-Netzteilen ist die schon serienmäßig vorhanden, bei älteren PSU2-Netzteilen benötigt man den 5V-Adapter A-100AD5, der allerdings nicht mehr lieferbar ist und auch nur maximal etwa 100mA pro USB-Port zur Verfügung stellt.

Das ist schon eher etwas speziell. Und kaum ein gängiges, über USB mit Strom versorgtes Gerät benötigt tatsächlich die super-exakte Stromversorgung, die ein PSU2- oder PSU3-Netzteil zur Verfügung stellt. Andererseits: Man spart sich ein paar lästige und manchmal auch problembehaftete „Wandwarzen“ und Kabelsalat, die externe USB-Netzteile so mit sich bringen. Gerade im Live-Einsatz ist das schon ein wichtiger Punkt. Ansonsten sollte man sich unbedingt den gesamten Strombedarf eines A-100-Cases ansehen, wie im Beitrag Gehäuse und Stromversorgung beschrieben.

Bedienelemente

Ausgänge:

CTRL-A183-9-OUT

Technische Daten

Breite2 TE
Tiefe30 mm
Strombedarf0 mA (+12V) / -0 mA (-12V)
Zusätzlicher StrombedarfJe nach Verbraucher an den USB-Schnittstellen benötigt das Modul eine Stromversorgung an +5V.

A-184-2 Voltage Controlled Crossfader / Triangle-to-Sine Waveshaper

Das Modul A-184-2 beherbergt eine zunächst ungewöhnlich wirkende Kombination von Teilmodulen: Einen sehr spezialisierten Waveshaper, der aus einem Dreieck- ein Sinus-Signal formen kann (Sinus-Konverter) und dazu noch einen spannungsgesteuerten Crossfader.

Dabei ist der Crossfader intern mit dem Eingang und dem Ausgang des Sinus-Konverters vorverbunden, so dass man das Dreieck und den Sinus überblenden kann.

Die neuen A-111-2 VCOs von Doepfer haben eine vergleichbare Schaltung bereits an Bord, aber ältere VCOs wie der A-110-1 oder der A-111-1 arbeiten noch mit einer einfacheren und ungenaueren Sinus-Konversion, viele andere (A-110-2, A-111-3, A-111-4) verzichten ganz auf den Sinus und können mit dem kleinen Modul „nachgerüstet“ werden.

Sowohl Sinus-Konverter als auch Crossfader können nicht nur mit Signalen im Audiobereich eingesetzt werden, sondern sind durch ihre Gleichspannungskoppelung auch für LFOs usw. geeignet: Auch hier überwiegt die Zahl der Module, die kein Sinus-Signal zur Verfügung stellen (A-143-3, A-143-4, A-145-4, A-146 oder die beiden LFOs im A-111-5).

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A184-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A184-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A184-2-SW

Anpassung erforderlich!

Die beiden Trimmpotis für DC Offset und Sinus-Form.

Ohne weitere Anpassung liefert der Sinus-Konverter bei vielen VCOs eher „abenteuerliche“ Ergebnisse aus dem Dreiecks-Signal, die nur entfernt nach einem sauberen Sinus aussehen und klingen. Das muss freilich kein Nachteil sein und kann auch ganz gezielt zur Klangveränderung eingesetzt werden.

Um das Modul auf einen VCO oder LFO einzustellen, stehen auf der Oberseite der Platine zwei Trimmpotis zur Verfügung. Mit dem linken Trimmpoti kann man einen DC-Offset des Eingangssignals ausgleichen, wenn das Signal durch einen Gleichspannungsanteil asymmetrisch verschoben ist. Mit dem rechten lässt sich die Form der Sinuskonvertierung anpassen: Bei Rechtsanschlag ist das Dreieck fast unverändert, bei Linksanschlag nähert sich der Sinus einem abgerundeten Rechteck-Signal an.

Bei meinem A-143-3 LFO hatte der Konverter eigentlich schon „out of the box“ sehr gute Ergebnisse geliefert:

Dreieck aus dem A-143-3.
Der Sinus-Konverter erzeugt ein recht sauberes Signal, das noch leichte „Anspitzungen“ zeigt.

Auch beim Blick auf die Spektren der beiden Signale sieht man, dass der Sinus nur noch geringe Obertonanteile hat, allerdings noch kein ganz reiner Sinus ist:

Spektrum des Dreiecks aus dem A-143-3.
Spektrum des Sinus-Signals. Noch nicht 100% „sauber“.

Bei einem A-110-1 dagegen gab es bei der unteren Teilschwingung ganz merkwürdige Verzerrungen, die Schwingungsform war auch etwas „breitschultriger“, als ein normaler Sinus. Offensichtlich war das Eingangssignal zu hoch gepegelt und lieferte Verzerrungen, die durch einen Abschwächer und Feineinstellung am Trimmpoti für die Form der Sinus-Konvertierung deutlich verringert werden konnten.

Man kann aber auch den Weg anders herum gehen und gezielt mit zu hohem Eingangspegel und übertriebener Einstellung der Trimmpotis den Klang verändern.

Erster Versuch: Verzerrungen am unteren Rand der Schwingung und noch zu breite Schwingungsform.
Im Analyzer sieht man deutlich die Obertöne aus der Verzerrung.
Die Verzerrung ist mit einem vorgeschalteten Abschwächer reduziert, die Schwingungsform angepasst.
Schon ganz gut, wenn auch nicht 100% optimal.
Erhöhter Eingangspegel, Trimmpoti für DC-Offset verstellt, Trimmpoti für die Sinus-Form in Richtung „Rechteck“ verstellt.
Stark angereichertes Obertonspektrum.

Der Crossfader

Der Crossfader ist vorbelegt mit dem konvertierten Sinus (Eingang „A) und dem ursprünglichen Dreieck (Eingang „B“). Allzu massiv ist der hörbare Unterschied zwischen den beiden Schwingungsformen allerdings nicht gerade (das Dreieck hat aufgrund der ungeraden Obertöne einen leicht hohlen Klangcharakter), aber z.B. im Kontext von Frequenzmodulationen zwischen VCOs dann durchaus signifikant.

Der Sinus-Konverter invertiert übrigens die Schwingung, so dass man evtl. den ursprünglichen Dreiecks-Ausgang des VCOs / LFOs abzweigen und erst nach einem Invertierer in den Crossfader-Eingang „B“ einspeisen sollte, um einen gleichmäßigen Übergang zwischen Dreieck und Sinus zu erhalten. Ansonsten wird man im mittleren Bereich des Crossfaders einen deutlichen Einbruch des Signals aufgrund der Phasenauslöschungen hören (im Prinzip wird der Grundton dabei ausgelöscht und man hört nur noch die unterschiedlichen Obertöne aus Dreieck und Sinus).

Der Sinus-Konverter invertiert das Eingangssignal.

Die folgenden Klangbeispiele zeigen eine manuelle Überblendung von einem Dreieck aus dem A-110-1 mit dem erzeugten Sinus. Ich starte jeweils mit Rechtsanschlag des Crossfader-Reglers, also mit dem ursprünglichen Eingangssignal.

Aufgrund von Phasenauslöschungen durch den invertierten Sinus ist ein Lautstärkeeinbruch beim Überblenden zu hören.
Wird stattdessen ein invertiertes Dreieck-Signal dem Crossfader zugeführt, hört man einen weichen Übergang vom Dreieck zum Sinus.

Der Sinus-Konverter als Waveshaper

Sägezahnsignal nach der Bearbeitung durch den Sinus-Konverter. Aus dem fallenden Sägezahn des A-110-1 wird ein stark abgerundeter steigender Sägezahn.

Da die für den eher „experimentellen“ Einsatz nützlichen Parameter leider nur als Trimmpotis ausgelegt sind, ist die Nutzung des Moduls als Waveshaper eingeschränkt. Man muss halt jedes Mal das Modul aus dem Rahmen schrauben und mit einem kleinen Kreuzschlitz-Schraubendreher die Potis bedienen.

Wir haben oben bereits die Klangbearbeitung eines Dreiecks gesehen, aber auch mit einem Sägezahn als Eingangssignal lassen sich hörbare Veränderungen im Obertonspektrum generieren. Rechteck-Signale verändern sich nicht durch den A-184-2.

Für die Klangbeispiele wurden ein Dreieck bzw. ein Sägezahn aus einem A-110-1 verwendet. DC-Offset und Shape-Trimmpotis sind deutlich „verstellt“. Wir hören zunächst jeweils das Original-Signal, das dann manuell zum bearbeiteten Signal aus dem A-184-2 übergeblendet wird. Der Effekt ist allerdings eher subtil als „massiv“.

Dreieck-Signal.
Sägezahn-Signal.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe35 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-182-2 Quad Switch

Das Modul stellt vier unabhängige 2:1. bzw. 1:2-Schalter zur Verfügung. Mit jedem dieser Schalter lassen sich entweder zwei verschiedene Eingänge auf einen Ausgang oder ein Eingang auf zwei verschiedene Ausgänge umschalten.

Das „Nachbarmodul“ A-182-1 stellt dagegen 8 Umschalter zur Verfügung, die allerdings nicht unabhängige Schaltwege bedienen, sondern jede der 8 Buchsen einem von 2 Ein-/Ausgangs-„Schienen“ zuweisen.

Das Modul benötigt keine Stromversorgung, im Inneren werden also tatsächlich nur „Drähte umgeschaltet“.

Bedienelemente

Eingänge / Ausgänge (für jeden der 4 Schalter):

CTRL-A182-2-INOUT

Regler / Schalter (für jeden der 4 Schalter):

CTRL-A182-2-SW

Alternativen

Nach der gleichen 2:1- bzw. 1:2-Logik arbeitet auch der A-150-1 Dual VC Switch, der das Umschalten zwischen 2 Eingängen auf einen Ausgang (oder einem Eingang auf 2 Ausgänge) über eine Steuerspannung ermöglicht. Dafür hat der A-150-1 aber keine Möglichkeit, die Ein- und Ausgänge komplett voneinander zu trennen.

Noch eine deutliche Schippe obendrauf legt der recht neue A-150-8 Octal Manual/VC Programmable Switch, der 8 unabhängige (aber auch koppelbare!) 2:1/1:2 Schalter zur Verfügung stellt, die entweder manuell oder per Steuerspannung umgeschaltet werden können.

Eine 4:1 bzw. 1:4-Schaltung bietet der A-151 Sequential Switch. Das Umschalten auf den nächsten der bis zu vier Ein-/Ausgängen erfolgt hier mit einem Triggersignal.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe20 mm
Strombedarf0 mA (+12V) / -0 mA (-12V)

A-135-2 Quad VCA / Voltage Controlled Mixer

Der A-135-2 ist ein spannungsgesteuerter Vierfach-Mixer, der mit linearen VCAs arbeitet. Damit bietet er sich als platzsparende Alternative zum älteren A-135-1 an, der auch in der aktuellen Version 3 noch 10 TE zusätzlich zum A-135-2 benötigt.

Die Featureliste ist weitgehend vergleichbar: 4 regelbare CV-Eingänge, 4 Eingänge für Audio oder Steuerspannungen, ein Summen- und 4 Einzelausgänge, die VCAs können auch manuell geregelt werden. Der A-135-1 hat lediglich noch 4 Abschwächer für die zu verstärkenden Eingänge. Die geringe Größe des neuen Moduls ist natürlich praktisch, wenn der Platz im Case begrenzt ist, aber die kleineren Regler der neuen „Slim Line“ Module sind natürlich auch etwas weniger bequem zu handhaben.

Eine Besonderheit ist der „Selected“ Ausgang: Hier werden nur diejenigen Eingangssignale zusammengemischt, die nicht zuvor über die Einzelausgänge abgegriffen wurden. Die individuellen „Out“ Buchsen sind also als Schaltbuchsen ausgelegt – ein Feature, mit dem der ursprüngliche A-135-1 nicht aufwarten kann.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A135-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A135-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A135-2-SW

Betriebsarten

Wie bei fast allen neuen Modulen von Doepfer sind über Steckbrücken („Jumper“) auf der Platine zum Teil gravierende Anpassungen der grundsätzlichen Betriebsart des Moduls möglich. Die werkseitige Konfiguration ist ein 4-in-1 Mixer mit zusätzlichen Einzelausgängen.

Für einen 4-in-2 Stereomixer, der ohne Panoramaregelung usw. einfach zwei Stereosignale zu einem einzigen Stereosignal mischen soll, werden die Eingänge 1 und 3 nur von der ersten Steuerspannung beeinflusst, die Eingänge 2 und 4 nur von der zweiten. Somit kann man zwei Stereosignale spannungsgesteuert mischen.

Stereo-Mixer über Multiples realisiert.

Eine weitere Möglichkeit ist die Steuerung aller vier VCAs gleichzeitig über den Eingang „CV 1“, was etwa bei polyphonen Anwendungen (gemeinsame Volumenregelung, gemeinsame Regelung von vier Modulationsquellen usw.) sinnvoll sein kann. Das ist exakt die Funktion des mittlerweile nicht mehr lieferbaren A-132-2 (der allerdings über zwei CV-Eingänge verfügt).

Beide Varianten lassen sich allerdings auch ganz einfach über Multiples lösen, über die man die Steuerspannungen entsprechend auf die CV-Eingänge verteilt.

Die Jumper für die Normalisierung der Eingänge sitzen an der Unterseite des Moduls auf der Platine nahe der Frontplatte.

Interessanter ist die Möglichkeit, die Eingangssignale „In 2“ bis „In 4“ mit dem jeweils vorhergehenden Eingangssignal vorzubelegen („Normalisierung“ der Eingänge). Damit lässt sich ein einziges Signal spannungsgesteuert auf vier unterschiedliche Filter usw. weiterleiten. Das ist beim „großen Bruder“ A-135-1 ab Werk so eingestellt und für den A-135-2 durchaus als Standard-Konfiguration sinnvoll: Man kann die Vorbelegungen ja jederzeit durch Einstecken eines Patchkabels umgehen. Die Normalisierung erfolgt individuell pro Eingang („In 2“ bis „In 4“) durch einen aufgesteckten Jumper.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -40 mA (-12V)