A-132-8 Octal Poly VCA

Der A-132-8 ist ein für den polyphonen Betrieb mit 4 Stimmen ausgelegtes Modul mit insgesamt 8 VCAs. Warum so viele VCAs, mag man sich da fragen, würden nicht 4 genügen? Für jede der vier Synthesizer-Stimmen sind beim A-132-8 zwei hintereinander geschaltete VCAs zuständig: Der erste VCA arbeitet stets linear, der VCA danach wahlweise linear oder exponentiell (über Jumper einstellbar).

Den ersten VCA wird man oft für eine gemeinsame Volumen-Regelung oder für Anschlagdynamik nutzen, wie sie z.B. das polyphone A-190-5 Midi-CV-Interface für jede Stimme als separate Steuerspannung liefern kann.

Der zweite VCA wird in den meisten Fällen von einem (polyphonen) Hüllkurvengenerator wie dem A-141-4 gesteuert werden. Hier ist dann für viele Klänge eine exponentielle VCA-Kennlinie interessanter, die Töne „schnappen“ mehr zu und wirken etwas perkussiver. Da das aber Geschmackssache ist, kann man den zweiten VCA auch linear arbeiten lassen (Werkseinstellung).

Wer für die vier Einzelausgänge keinen weiteren Mixer (oder vier separate Eingänge in der DAW) nutzen will, kann auch gleich ein Summensignal mit allen vier Stimmen abgreifen.

Das Modul ist im „Slim Line“-Format ausgelegt und hat etwas schmalere Regler und Muttern für die an der Frontplatte verschraubten Buchsen und benötigt nur 8 TE.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A132-8-IN

Ausgänge:

CTRL-A132-8-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A132-8-SW

Konfigurationsmöglichkeiten auf der Platine

Wie bei praktisch allen neueren Doepfer-Modulen gibt es zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten über Jumper auf den Platinen des Moduls.

Kennlinie der zweiten VCA-Gruppe

Während die vier VCAs der ersten Verstärkerstufe immer linear arbeiten, kann man die vier nachgeschalteten VCAs einzeln als lineare oder exponentielle VCAs konfigurieren.

Platine A des A-132-8, hier für exponentiellen Betrieb der VCAs X1 – X4 konfiguriert.
VCA:Linear:Exponentiell:
X1JP5: unten*
JP6: offen
JP5: oben
JP6: gesetzt
X2JP9: unten
JP10: offen
JP9: oben
JP10: gesetzt
X3JP7: unten
JP8: offen
JP7: oben
JP8: gesetzt
X4JP3: unten
JP4: offen
JP3: oben
JP4: gesetzt
Konfiguration der nachgeschalteten VCAs linear oder exponentiell – auch einzeln.
* „unten“ und „oben“ gemäß der Platinenbeschriftung (in der Abbildung oben um 90 Grad im Uhrzeigersinn gedreht).

Default Audio-Eingänge

Um Patchkabel auf der Frontplatte zu sparen, kann man ab der aktuellen Version 2 des Moduls die vier Audio-Eingänge über „Jumper Wires“ (Arduino- bzw. Raspberry-Pi Kabel mit female-female Steckern) mit dem polyphonen A-105-4 VCF verbinden. Dazu dienen die Pins von Jumper JP13 auf der Unterseite der Platine B, also zwischen Platine A und B.

Die vier Jumper-Kabel für die Audioeingänge. Eingang 1 (blaues Kabel) ist ganz rechts im Bild, Eingang 4 (orangefarbenes Kabel) ganz links.

Der Platz dort ist durchaus beengt, und damit man hier überhaupt Kabel anstecken kann, wurden die Pins kurzerhand angewinkelt angebracht. Das ist eine clevere, praxisnahe Lösung!

Hinweis: Bei der ersten Version des Moduls waren die Audio-Eingänge noch an der Oberseite der Platine B angebracht und nur durch Demontage der Frontplatte (= 2 Drehregler und 17 Muttern für die Buchsen…) erreichbar.

Default Modulationseingänge

Auch für die vier Modulationseingänge der linearen VCAs und ebenso für die vier Modulationseingänge der linearen/exponentiellen VCAs gibt es Pins auf der Oberseite Platine B, also zwischen der Platine und der Frontplatte des Module.

Unter den schwarzen Jumpern befinden sich die CV-Eingänge für die VCAs L1 (ganz rechts) bis L4 (Jumper ganz links im Bild). Zur Verbindung werden die Jumper abgezogen und Jumper-Kabel auf die (vom Rand der Platine gesehen) vordere Reihe Pins aufgesteckt. Die hintere Reihe enthält de Steuerspannung vom Regler „GL“.
Unter den roten Jumpern befinden sich die CV-Eingänge für die VCAs X1 (Jumper ganz rechts im Bild) bis X4 (ganz links). Zur Verbindung werden die Jumper abgezogen und Jumper-Kabel auf die (vom Rand der Platine gesehen) hintere Reihe Pins aufgesteckt. Die hintere Reihe enthält die Steuerspannung vom Regler „GX“.

Hinweis: Die Eingänge für die linear arbeitenden VCAs gibt es schon seit der ersten Version des Moduls, die Eingänge für die liniear/exponentiellen VCAs X1-X4 wurden erst bei der zweiten Version ergänzt.

Die Pins haben allerdings zwei Besonderheiten:

  1. Um hier dranzukommen, muss man die Frontplatte des Moduls abmontieren, zum Abschrauben der immerhin 16 verschraubten Buchsen im unteren Teil des Moduls ist Spezialwerkzeug ratsam. Ich war natürlich ungeduldig und habe mir beim ungeschickten Herumbasteln gleich einen fetten Kratzer in die Frontplatte „eingraviert“… Und auch wenn man diese Hürde genommen hat, ist der Abstand zwischen der Seite mit den Pins und der Frontplatte relativ eng bemessen, so dass wohl nicht jeder Mini-Stecker von der Länge her passen wird.
  2. Die Pins sind über herkömmliche Jumper mit der Spannung der Regler „GL“, bzw. „GX“ verbunden. Genau so, wie ein gestecktes Patchkabel über die Schaltbuchsen der Frontplatte den Regler für den jeweiligen VCA deaktiviert, kann auch ein Jumper-Kabel nur dann angebracht werden, wenn der dafür entfernte Jumper die Verbindung zum „GL“- bzw. „GX“-Regler unterbricht.

Falls hier nochmal eine Revision des Designs ansteht, wäre zu überlegen, ob die beiden Regler „GL“ und „GX“ nicht additiv mit den externen Steuerspannungen arbeiten sollten, so wie das beispielsweise beim A-132-3 realisiert wurde.

Für die Vorbelegung der vier nachgelagerten linearen/exponentiellen VCAs bietet die der polyphone A-141-4 Hüllkurvengenerator an, für die vier linearen VCAs wären das wahrscheinlich die „CV2“-Ausgänge des A-190-5 Interfaces , die die Anschlagsdynamik pro Note in Steuerspannungen umsetzen. Hier fehlt allerdings die entsprechende Konnektivität über die Platine des Midi-Interfaces. Macht aber nichts, die Verbindung lässt sich sehr gut auch über konventionelle Patchkabel herstellen.

Alternativen

Neben dem A-132-8 findet man bei Doepfer zahlreiche weitere VCAs, die für den polyphonen Einsatz in Betracht gezogen werden können. Die Default-Audioeingänge vom A-105-4 entfallen dann natürlich und man hat mehr „Kabelsalat“ auf den Frontplatten. Ansonsten sind gerade VCAs im polyphonen Kontext eher unproblematisch, weil es nur wenige Bedienelemente gibt, die man gleichzeitig ändern muss.

A-132-4 Quad Exponential VCA

Wer die vorgeschalteten linearen VCAs nicht benötigt, könnte stattdessen mit dem A-132-4 einen sehr guten vierfach-VCA mit exponentieller Kennlinie einsetzen. Mit nur 6TE ist er sogar etwas schmaler gebaut und hat ebenfalls einen Sumenausgang, der einen abschließenden Mixer spart. Falls man den nicht benötigt, lässt sich die Buchse für den Summenausgang als zweiter Steuerspannungseingang umkonfigurieren, so dass man für alle vier VCAs je zwei Modulationseingänge zur Verfügung hat.

Werkseitig ist der A-132-4 für Steuerspannungen von 0V bis +5V konfiguriert. Der polyphone A-141-4 ADSR-Generator liefert allerdings bis zu +10V Ausgangsspannung, was die VCAs deutlich zum Verzerren bringt. Hier muss man die Empfindlichkeit über vier Trimmpotentiometer auf der Platine anpassen oder einen vierfach-Abschwächer wie den A-183-5 zwischen ADSR und VCA patchen.

A-130-8 Octal linear VCA

Wenn es lineare VCAs sein dürfen, kann an Stelle des A-132-8 auch der achtfache A-130-8 eingesetzt werden. Wie der A-132-4 ist auch er auf Steuerspannungen von 0V bis +5V vorkonfiguriert und kann über Trimmpotis an die höhere Spannung aus dem A-141-4 angepasst werden. Auch der A-130-8 benötigt nur 6TE Platz im Rack.

Zusätzlich zu den Einzelausgängen der VCAs gibt es Summenausgänge für alle acht VCAs, für die VCAs 1-4 und für die VCAs 5-8. Größter Vorteil sind die insgesamt acht VCAs, man kann also wie beim A-132-8 zweistufig verstärken oder aber die VCAs 5-8 für andere Zwecke, wie etwa Steuerspannungen nutzen, die dann z.B. von einem A-141-4 gesteuert werden. Ich nutze zwei A-130-8 als polyphonen vierfach-Mischer für Steuerspannungen (und den A-132-8 als polyphonen Audio-VCA).

A-135-2 Quad VCA/VC Mixer

Der A-135-2 ist wie der A-132-8 im „Slim Line“-Format mit schmaleren Reglern und Buchsen gebaut, die Regler befinden sich ebenfalls alle oben und die Buchsen unten, was für Übersicht auf doch recht engem Raum sorgt. Die VCAs arbeiten alle linear, die maximale Steuerspannung beträgt zwar nur 5V, dafür gibt es aber auf der Frontplatte vier Abschwächer für die CV-Eingänge.

Neben den Einzelausgängen hat der A-135-2 als Mixer natürlich einen Summenausgang, bzw. sogar zwei: Ein „normaler“ Summenausgang und einer, der nur die Eingangssignale enthält, deren Einzelausgang nicht gepatcht ist.

Größter Vorteil sind die vier Regler für die manuelle Einstellung der Pegel unabhängig von anliegenden Steuerspannungen. So etwas ist z.B. für Drones praktisch.

A-130-2 Dual linear/exponential VCA

Der A-130-2 (ein 4TE breiter „Slim Line“ – Ableger des von mir sehr geschätzten A-132-3) ist wahrscheinlich vom Funktionsumfang am nächsten dran am A-132-8. Mit zwei A-130-2 hat man vier VCAs, die sich einzeln zwischen linear und exponentiell umschalten lassen.

Wer es ganz „luxuriös“ will, setzt 4 Stück davon ein und erhält wie beim A-132-8 acht VCAs, die sich auf der Frontplatte zwischen linear und exponentiell umschalten lassen. Der Preis dafür ist (neben deutlich höheren Kosten in Summe) ein Platzbedarf von 16TE und ein Mehrfaches an Kabeln.

Auch der A-130-2 ist auf Steuerspannungen von maximal +5V ausgelegt, hat aber Abschwächer für die Steuerspannungs-Eingänge. Zudem reagiert er bei zu großen Steuerspannungen nicht mit Clipping des Audio-Signals, sondern verstärkt einfach nicht weiter, was bei ADSR-Hüllkurven mit voll geöffneten Abschwächern zu einer „Hold-Phase“ mit konstantem Pegel zwischen Attack- und Decay-Phase führt.

Wie der A-135-2 besitzt der A-130-2 „Gain“-Regler für eine manuelle Steuerung der Pegel unabhängig von der Steuerspannung.

Klangbeispiele

Linear vs. exponentiell

Bei allem Theoretisieren über exponentielle vs. lineare Verstärker stellt sich natürlich die Frage, ob man den Unterschied überhaupt hört. Die beiden Klangbeispiele sollen diese Unterschiede zwischen linearer und exponentieller Kennlinie in der zweiten VCA-Gruppe zeigen. Eine Bass-Sequenz steuert einen A-111-4 VCO (Sägezahn-Ausgänge), gefiltert mit einem A-105-4 und verstärkt durch den A-132-8. Die Filter und VCAs werden beide vom A-141-4 ADSR gesteuert, die erste (lineare) VCA-Gruppe des A-132-8 ist ohne Modulation.

Decy- und Attack-Zeiten werden manuell verändert, Sustain, Release und alle anderen Parameter sind bei beiden Beispielen gleich. Etwas Hall und Delay aus der DAW.

A-132-8: Die zweite (vom ADSR-Generator modulierte) VCA-Gruppe ist linear.
A-132-8: Die zweite (vom ADSR-Generator modulierte) VCA-Gruppe ist exponentiell.

Anschlagdynamik

Ich verwende wieder den A-111-4, diesmal mit seinen Rechteck-Ausgängen als Klangquelle, die Pulsbreite ist von einem A-143-4 Quad VCLFO moduliert – die LFO-Geschwindigkeit wird von der Tonhöhen-CV aus dem A-190-5 – gesteuert. Das A-105-4 Filter wird von der Anschlagstärke und der Tonhöhe, nicht aber vom ADSR moduliert. Der A-132-8 schließlich wird in seiner ersten (linearen) Stufe durch die Anschlagstärke, in seiner zweiten (exponentiellen) Stufe durch einen A-141-4 moduliert.

Während der Sequenz schraube ich am VCF und ADSR, Hall und Echo kommen aus der DAW.

A-132-8: Modulation der ersten (linearen) Verstärkerstufe durch die Anschlagstärke, der zweiten (exponentiellen) Verstärkerstufe durch den A-141-4.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -40 mA (-12V)

A-138o Performance Mixer Out

Das Modul A-138o wurde ursprünglich als Ausgangssektion für ein oder mehrere A-138p Performance Mixer auf den Markt gebracht. Mittlerweile gibt es neben dem rein manuellen A-138p mit dem A- 135-4 auch einen komplett spannungssteuerbaren Performance Mixer, der ebenfalls den A-138o als Ausgangssektion nutzt und zudem beliebig mit dem A-138p kombinierbar ist.

Ohne das Ausgangs-Modul A-138o sind weder A-138p noch A-135-4 alleine einsetzbar (und umgekehrt).

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A138o-IN

Ausgänge:

CTRL-A138o-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A138o-SW

Einsatz

Das Modul dient als Ausgangssektion für die (kaskadierbaren) Mixer A-138p und A-135-4. Zusätzlich können die „Send“- und „Return“-Lautstärken für den Aux-Weg zentral geregelt werden. Einen solchen Aux-Weg wird man meist für das Einschleifen von Effekten wie Hall, Echo usw. verwenden oder aber für die Erstellung einer zweiten, von den Level-Reglern des Mixers unabhängigen Mischung der Eingangssignale. Das kann ein „Monitor-Mix“ sein, aber auch eine separate Mischung für ein weiteres Filter-Modul usw.

Der Aux Send Regler ist dabei sinnvoll, um den Pegel der gesammelten Aux-Signale an das an „Aux Send“ angeschlossene Modul anzupassen und z.B. Übersteuerungen zu vermeiden oder aber – beim „Monitor-Mix“ die Lautstärke dieser Mischung in Summe zu regeln. Der Aux Return Regler bleibt bei einem reinen „Monitor-Mix“ natürlich (ebenso wie die „Aux Return“ – Buchse) unbenutzt. Beim Einsatz des Aux-Weges für Effekte regelt er die Lautstärke des darüber eingesetzten Effektes im Gesamtmix.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-138p 4-in-2 Performance Mixer

Der Performance Mixer besteht aus (mindestens) zwei Modulen: Dem eigentlichen Mixer A-138p und der gemeinsamen Ausgangs-Sektion A-138o. Ohne Ausgangs-Modul A-138o ist das Mixer-Modul A-138p alleine nicht einsetzbar (und umgekehrt).

Die Module sind bei Doepfer aus der eigenen Praxis entstanden. Doepfer hat bei Präsentationen des A-100-Systems auf Messen oder bei Workshops immer kleine externe Mixer eingesetzt, um mehrere A-100-Signale an einen Stereoverstärker auszugeben. Der Performance-Mixer integriert diese Mixer in das Eurorack-System und bietet einige interessante modulare Erweiterungen.

Über Flachbandkabel auf der Platine lassen sich mehrere A-138p-Module zu einem umfangreicheren Mixer mit mehr als 4 Eingangskanälen verbinden, die dann alle das Modul A-138o als gemeinsamen Stereo-Ausgang nutzen. Eine spannungsgesteuerte Version des Mixers ist der A-135-4. Ein gemischtes Setup von A-138p und A-135-4 mit gemeinsamem Ausgangsmodul A-138o ist ebenfalls möglich.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A138p-IN

Regler / Schalter:

CTRL-A138p-SW

Was kann der Mixer?

Vier Eingänge haben ja praktisch alle Doepfer-Mixer, aber hier kann man die Eingangssignale auf zwei Ausgänge verteilen. Das wird meistens ein Stereobetrieb sein, für den man das Panorama jedes Signals festlegt, es sind aber natürlich auch zwei unterschiedliche Filter nach den Ausgängen denkbar, die dann jeweils eine unterschiedliche Mischung der Eingangssignale bekommen.

Zusätzlich gibt es einen (monophonen) Aux-Weg, über den sich ein Effekt-Modul (Hallspirale, BBD oder auch ein weiteres Filter) einschleifen lässt.

Zum Abgleich unterschiedlich lauter Eingangssignale gibt es pro Eingangssignal einen Gain-Regler, so dass man die Mischung mit in etwa gleich lauten Signalen vornehmen kann. Das ist besonders dann interessant, wenn man als Eingangssignale komplette Synthesizerstimmen mit deutlichen Lautstärkeunterschieden verwendet. Vier einzelne VCOs werden sich nicht so sehr im Grundpegel unterscheiden, dass eine Anpassung über die Gain-Regler erforderlich ist.

Ähnlich wie beim Interrupting Mixer A-138i gibt es pro Eingang einen Schalter zum Stummschalten des Signals. Das geht schneller, als den Level-Regler zurückzudrehen und man hat beim späteren erneuten Einschalten des Kanals wieder den ursprünglich eingestellten Level.

Konfiguration auf der Platine

Die Jumper für die 4 Pre/Post-Optionen des Auxweges pro Eingangskanal. Links = Abzweigung vor dem Level-Regler, rechts = nach dem Level-Regler. Das Anschlusskabel dient zum Verbinden mit dem Ausgangs-Modul A-138o oder zum Kaskadieren mit weiteren Mixern. Auf der rechten Seite ist ein entsprechender Eingang vorgesehen.

Für den Aux-Weg kann pro Eingangskanal über Steckbrücken (Jumper) konfiguriert werden, ob die Abzweigung vor oder nach dem Level-Regler erfolgt. Wer schon einmal ein Mischpult in den Händen hatte, kennt, diese Pre/Post-Fader Optionen: Für die meisten Fälle ist es sinnvoll, z.B. für ein Effektgerät das Signal erst nach dem Regler für den Pegel abzuzweigen. Auf diese Weise erhöht und erniedrigt sich der Effekt-Anteil mit der Lautstärke des betreffenden Kanals.

Manchmal möchte man aber auch das Gegenteil: Ein Kanal wird ausgeblendet, aber der Hall für das entsprechende Signal bleibt „geisterhaft“ bestehen. Für diese Zwecke würde man den Aux-Weg schon vor dem Regler für den Pegel abzweigen.

Ein anderer „klassischer“ Einsatz für die Abzweigung des Aux-Weges vor dem Lautstärkeregler ist die Erstellung eines unabhängigen Monitor-Mixes. Die Aux-Regler stellen damit einen komplett unabhängigen „zweiten Mixer“ im Mixer dar.

Alternativen

Wenn die Mischung nicht in Stereo sein muss, dann gibt es tatsächlich eine Vielzahl anderer Mixer, wie etwa die A-138a und A-138b Mixer. Beide lassen sich allerdings nicht in der Anzahl Eingänge erweitern (der A-138x Mix Expander wird schon lange nicht mehr hergestellt und war zudem eher etwas für DIY-Projekte).

Die naheliegendste Alternative (oder Ergänzung!) für eine Stereo-Mischung ist der A-135-4 Voltage Controlled Performance Mixer. Neben allen Features des A-138p lässt sich jeder Parameter (Aux-Weg, Level, Panorama und Mute) über Steuerspannungen kontrollieren. Beide Mixer lassen sich auch beliebig miteinander kombinieren und an ein einzelnes Ausgangs-Modul A-138o anschließen.

Der A-135-3 ist ebenfalls ein Stereo-Mixer, sogar mit Spannungssteuerung, verfügt aber nicht über Auxweg, Mute oder Panorama (jeder der 4 Eingänge muss bereits in Stereo vorliegen).

Wer nur vier Eingänge manuell auf ein Stereo-Signal mischen möchte und auf Erweiterbarkeit, Auxwege und Mute verzichten kann, wird vielleicht beim A-138s Mini Stereo Mixer fündig. Wer eigentlich nur einen Mono-Vierfach-Mixer mit Mute-Möglichkeit sucht, sollte sich den A-138i Interrupting Mixer ansehen.

Technische Daten

Breite16 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf0 mA (+12V) / -0 mA (-12V)

A-135-2 Quad VCA / Voltage Controlled Mixer

Der A-135-2 ist ein spannungsgesteuerter Vierfach-Mixer, der mit linearen VCAs arbeitet. Damit bietet er sich als platzsparende Alternative zum älteren A-135-1 an, der auch in der aktuellen Version 3 noch 10 TE zusätzlich zum A-135-2 benötigt.

Die Featureliste ist weitgehend vergleichbar: 4 regelbare CV-Eingänge, 4 Eingänge für Audio oder Steuerspannungen, ein Summen- und 4 Einzelausgänge, die VCAs können auch manuell geregelt werden. Der A-135-1 hat lediglich noch 4 Abschwächer für die zu verstärkenden Eingänge. Die geringe Größe des neuen Moduls ist natürlich praktisch, wenn der Platz im Case begrenzt ist, aber die kleineren Regler der neuen „Slim Line“ Module sind natürlich auch etwas weniger bequem zu handhaben.

Eine Besonderheit ist der „Selected“ Ausgang: Hier werden nur diejenigen Eingangssignale zusammengemischt, die nicht zuvor über die Einzelausgänge abgegriffen wurden. Die individuellen „Out“ Buchsen sind also als Schaltbuchsen ausgelegt – ein Feature, mit dem der ursprüngliche A-135-1 nicht aufwarten kann.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A135-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A135-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A135-2-SW

Betriebsarten

Wie bei fast allen neuen Modulen von Doepfer sind über Steckbrücken („Jumper“) auf der Platine zum Teil gravierende Anpassungen der grundsätzlichen Betriebsart des Moduls möglich. Die werkseitige Konfiguration ist ein 4-in-1 Mixer mit zusätzlichen Einzelausgängen.

Für einen 4-in-2 Stereomixer, der ohne Panoramaregelung usw. einfach zwei Stereosignale zu einem einzigen Stereosignal mischen soll, werden die Eingänge 1 und 3 nur von der ersten Steuerspannung beeinflusst, die Eingänge 2 und 4 nur von der zweiten. Somit kann man zwei Stereosignale spannungsgesteuert mischen.

Stereo-Mixer über Multiples realisiert.

Eine weitere Möglichkeit ist die Steuerung aller vier VCAs gleichzeitig über den Eingang „CV 1“, was etwa bei polyphonen Anwendungen (gemeinsame Volumenregelung, gemeinsame Regelung von vier Modulationsquellen usw.) sinnvoll sein kann. Das ist exakt die Funktion des mittlerweile nicht mehr lieferbaren A-132-2 (der allerdings über zwei CV-Eingänge verfügt).

Beide Varianten lassen sich allerdings auch ganz einfach über Multiples lösen, über die man die Steuerspannungen entsprechend auf die CV-Eingänge verteilt.

Die Jumper für die Normalisierung der Eingänge sitzen an der Unterseite des Moduls auf der Platine nahe der Frontplatte.

Interessanter ist die Möglichkeit, die Eingangssignale „In 2“ bis „In 4“ mit dem jeweils vorhergehenden Eingangssignal vorzubelegen („Normalisierung“ der Eingänge). Damit lässt sich ein einziges Signal spannungsgesteuert auf vier unterschiedliche Filter usw. weiterleiten. Das ist beim „großen Bruder“ A-135-1 ab Werk so eingestellt und für den A-135-2 durchaus als Standard-Konfiguration sinnvoll: Man kann die Vorbelegungen ja jederzeit durch Einstecken eines Patchkabels umgehen. Die Normalisierung erfolgt individuell pro Eingang („In 2“ bis „In 4“) durch einen aufgesteckten Jumper.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -40 mA (-12V)

A-135-1 Voltage Controlled Mixer / Quad Voltage Controlled Amplifier

Der A-135-1 Voltage Controlled Mixer ist eine praktische Kombination aus vier VCAs und einem Mischer. Nach der überbreiten ersten Version hat Doepfer im Mai 2013 einen schmäleren Nachfolger vorgestellt, der zudem neben dem Summenausgang über vier Einzelausgänge verfügt. „Schmäler“ ist allerdings nach heutigen Doepfer-Standards relativ: Das Modul benötigt immer noch 18 TE. Wem das zu „barock“ für das kleine Modularsystem ist, wird sich eher an die neue „Slim Line“ – Version A-135-2 mit nur 8 TE halten, die zwar über keine Abschwächer für die Eingänge verfügt, dafür aber auch nur 8 TE Platz benötigt.

Die Verstärker arbeiten linear. Bei jedem der vier Kanäle kann das Eingangssignal mit einem Abschwächer angepasst werden, eine konstante Verstärkung (»Gain«-Regler), sowie das Ausmaß der Amplitudenmodulation durch externe Steuerspannungen eingestellt werden.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A135-1-IN

Ausgänge:

CTRL-A135-1-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A135-1-SW

Morphing

Morphing mit dem A-144 und dem A-135-1 (hier noch in der ersten Version ohne Einzelausgänge).

Die Verbindung des VC Mixers mit dem A-144 Morphing Controller ist eine naheliegende Kombination: Vier verschiedene Audiosignale können damit sehr einfach überblendet werden.

Mit dem A-144 Morphing Controller kann der A-135 VC Mixer vier Audioquellen der Reihe nach ineinander überblenden. Das können vier Schwingungsformen eines VCOs sein, verschiedene Geräusche und Töne aus unterschiedlichen Rauschgeneratoren und Oszillatoren, aber auch komplette »Synthesizerstimmen«.

Negative Steuerspannungen

Der »Gain«-Regler kann auch zum Ausgleich verwendet werden, wenn negative Steuerspannungen (z.B. von LFOs) als Modulationssignale eingesetzt werden, die sonst bei Unterschreiten von 0 V keine weitere Modulation der Amplitude bewirken würden.

Versionsunterschiede

Vom A-135-1 existieren mittlerweile drei verschiedene Versionen, die Modulnummer und -bezeichnung wurde beibehalten.

Ursprüngliche Version1 ohne Einzelausgänge.
  • Version 1: 22 TE breit, 55 mm tief, Strombedarf +30/-20 mA. Keine Einzelausgänge, das Modul ist nicht zur Verstärkung von Steuerspannungen, sondern ausschließlich für Audiosignale geeignet.
  • Version 2 ab Mai 2013: 18 TE breit, 50 mm tief, Strombedarf +60/-50 mA. Vier Einzelausgänge, das Modul ist gleichspannungsgekoppelt und verarbeitet sowohl Audio- als auch Steuerspannungen.
  • Version 3 ab Januar 2014: Wie Version 2, zusätzlich sind sämtliche Eingänge normalisiert, d.h. ohne zusätzliche Stecker in den Eingangsbuchsen 2-4 liegt das Signal von Eingang 1 auf allen vier Audiowegen (analog für die vier Steuerspannungseingänge). Per Jumper auf der Platine kann der Summenausghang so konfiguriert werden, dass er bereits aus Einzelausgängen abgegriffene Signale aus der Summe herausnimmt.

Technische Daten

VersionVersion 2 & 3Version 1
Breite18 TE22 TE
Tiefe50 mm55 mm
Strombedarf60 mA (+12V) / -50 mA (-12V)30 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-132-4 Quad exponential Voltage Controlled Amplifier / Mixer

Der A-132-4 Quad exponential VCA besteht aus vier Teilmodulen, die separat, aber auch mit einer gemeinsamen Steuerspannung kontrolliert werden können.

Wie der A-132-1 scheint auch der Quad exponential VCA eher spartanisch ausgestattet zu sein: Eingang – Ausgang – zwei Steuerspannungseingänge ohne weitere Regler. Allerdings bietet er auch vier recht hochwertige Verstärker inkl. Summenausgang auf sehr kleinem Raum und wird in Sachen „VCAs pro TE“ wohl nur noch vom neuen A-130-8 übertroffen, der es auf ganze acht (lineare) VCAs bei ebenfalls nur 6 TE bringt. Wir werden aber etwas weiter unten sehen, dass trotz der sparsam ausgestatteten Frontplatte eine ganze Menge an Konfigurationsmöglichkeiten in dem kleinen Modul stecken.

Bedienelemente

Eingänge (für jedes der 4 Teilmodule):

CTRL-A132-4-IN

Ausgänge (für jedes der 4 Teilmodule):

CTRL-A132-4-OUT

Konfiguration über die Platine

Eine der großen Stärken des Quad VCAs ist seine recht umfangreiche Konfigurierbarkeit über Jumper auf den Platinen des Moduls:

  • Festlegung, welche(s) der Teilmodule im Summenausgang gemischt wird (werkseitig eingestellter Standard: alle).
  • Nutzung der Buchse ganz links unten für den Summenausgang oder als zweiter Steuerspannungs-Eingang (Standard: Summenausgang) für das unterste Teilmodul (VCA4).
  • „Normalisierung“ der Steuerspannungsbuchsen C2, C3 und C4 mit der Spannung an C1 – damit können alle vier Teilmodule gleichzeitig mit einer einzigen Spannung gesteuert werden. Sobald man ein Patchkabel in eine der Schaltbuchsen C2-C4 steckt, wird die Vorbelegung für dieses Teilmodul unterbrochen (Standard: Normalisierung aller 3 Buchsen).
  • Vorbelegung der Steuerspannungsbuchse C1 mit einer geringen negativen Spannung. Damit schließen mit C1 alle verbundenen Teilmodule vollständig, auch wenn an C1 kein Patchkabel angeschlossen ist (Standard: Buchse ist vorbelegt).
  • „Normalisierung“ der Eingänge „In2“, „In3“ und „In4“ mit dem Eingang (oder jeweils wahlweise auch dem Ausgang) des obersten Teilmoduls 1 (Standard: jeweils „In1“). Auch die Eingänge 2-4 sind natürlich als Schalltbuchsen ausgelegt, die diese Vorbelegungen jeweils unterbrechen.
  • Zusätzlich zu den Jumpern existieren vier Trimmpotentiometer um für jeden der VCAs die Empfindlichkeit anzupassen.
BOARD-A132-4A-2

BOARD-A132-4B

Audio gut, Morphing leider nicht

Mit der exponentiellen Charakteristik der Verstärkung ist das Modul besser für die Verstärkung von Audiosignalen als von Steuerspannungen geeignet.

Leider erzeugt es aufgrund dieser Charakteristik gemeinsam mit dem A-144 Morphing Controller keine fließenden Übergänge, so dass es nicht als (platzsparender) Ersatz für den A-135-1 VC Mixer eingesetzt werden kann. Der A-144 liefert linear steigende und fallende Steuerspannungen und benötigt daher auch linear arbeitende Verstärker. Aber vielleicht bringt Doepfer ja mal einen Nachfolger des leider nicht mehr lieferbaren A-144 mit zwischen zwischen linear und exponentiell umschaltbaren Ausgängen?

Bis dahin sind die neuen Module A-130-8 oder auch A-135-2 sehr gute mehrfach-VCAs für Morphing, wenn der A-135-1 zu sperrig ist. Oder auch zwei A-132-1, die seit 2013 mit sehr hochwertigen Verstärkerbausteinen ausgestattet sind.

Technische Daten

Breite6 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-138c Polarizing Mixer

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Der A-138c Polarizing Mixer ist zum flexiblen Mischen von Steuerspannungen geeignet, kann aber auch für spezielle Audioanwendungen eingesetzt werden.

Die Eingangssignale werden entweder positiv (Reglerpositionen rechts von der »12 Uhr«-Position) oder invertiert, d.h. mit umgekehrtem Vorzeichen (Reglerposition links von »12 Uhr«) zur Summe hinzugefügt.

Die Nullposition (kein Signal wird durchgelassen) liegt in der Mittelstellung der Regler (»12 Uhr«).

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A138c-IN

Ausgänge:

CTRL-A138c-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A138c-SW

Mischen und Invertieren von Steuerspannungen

Für das Mischen von Steuerspannungen ist der A-138c eine Alternative zum A-138a, weil hier zusätzlich mit den invertierten Signalen gearbeitet werden kann – man spart sich ggf. einen Invertierer. Andererseits wird dieser Komfort durch einen halbierten Reglerweg erkauft – die andere Hälfte deckt ja jeweils den Pegel des gleichen Signals, nur mit anderem Vorzeichen ab.

Mischen und Invertieren von Audiosignalen

Bei Audiosignalen ist der Einsatz von zueinander synchronen Eingangssignalen interessant (wenn auch ganz bestimmt nicht zwingend erforderlich), weil man dabei gezielt mit Auslöschungen / Additionen auf der Ebene von einzelnen Schwingungen arbeiten kann.

Zwei synchronisierte VCOs, der Sinus wird vom Sägezahn subtrahiert.

Die Signale zweier A-110-1 VCOs werden gemischt: ein Signal »normal« (+5), das andere invertiert (-3). Die dabei entstehenden Auslöschungen klingen anders als bei gleich gepolten Signalen: Das Ergebnis erinnert eher an eine Pulsschwingung.

Synchrone Schwingungen erhält man z.B. beim Mischen der Einzelausgänge eines einzelnen Oszillators oder über eine Synchronisation (Sync-Buchse) von Oszillatoren.

Regelbare Spannungsquelle -5V bis +5V

Wie bei den A-138a / A-138b Mixern oder dem A-138m Matrix Mixer kann auch beim A-138c der erste Kanal als Offsetgenerator eingesetzt werden, in diesem Fall für eine Spannung von -5V bis +5V.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe35 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-138e Quad Three-Way Crossfader / Mixer / Polarizer

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Der A-138e Quad Crossfader / Mixer / Polarizer besteht aus vier identischen Sub-Modulen, die auf kleinem Raum wieder eine Reihe von recht unterschiedlichen Funktionen bereitstellen. Das Ganze auf noch moderaten 16 TE ist ein nettes »Schweizer Taschenmesser« zum Mischen und Überblenden von Audiosignalen oder Steuerspannungen.

Doepfer nennt nicht weniger als 5 unterschiedliche Funktionen für das Modul. Welche davon genutzt wird, hängt von der Stellung des Schalters, sowie davon ab, welche der Eingangsbuchsen verwendet werden. Die Vielseitigkeit bedeutet hier eine gewisse Einarbeitungszeit, bis man das Modul intuitiv und schnell einsetzen kann.

Bedienelemente (4-fach identisch vorhanden)

Eingänge:

CTRL-A138e-IN

Ausgänge:

CTRL-A138e-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A138e-SW

Einsatz als dreifacher Crossfader:

Dreifacher Crossfader.

Bei Nutzung aller 3 Eingangsbuchsen kann der Ausgang zwischen den 3 Signalen von »A« über »B« nach »C« weich überblendet werden: Reglerposition ganz links gibt nur »A« aus, zwischen links und der Mitte eine Mischung von »A« und »B«, ganz in der Mitte nur »B«, weiter rechts dann eine Mischung aus »B« und »C« und bei ganz rechter Position nur Signal »C«. Der Schalter für den Eingang B befindet sich auf der rechten Position.

Einsatz als zweifacher Crossfader:

Zweifacher Crossfader.

Wenn man nun den Stecker aus der Buchse »B« zieht, bleibt ein Crossfader für »A« und »B« übrig (der Schalter unter der Buchse »B« befindet sich auf der linken Position – damit ist der Schaltkontakt der Buchse »B« offen). Der Regler bestimmt wie bei einem klassischen Crossfader das Mischungsverhältnis von »A« und »C«: Ganz links liegt nur »A« am Ausgang an, in der Mitte beide Signale mit gleichem Pegel, ganz rechts nur Signal »C«.

Einsatz als zweifacher Abschwächer:

Zweifacher Abschwächer.

Ähnlich dem Crossfader, nur ist diesmal der Schalter unter der Buchse »B« auf der rechten Position, der Schaltkontakt der Buchse »B« wird damit geerdet. Das hat zur Folge, dass in der Mittelposition des Reglers kein Signal zu hören ist. Ansonsten kann das Signal »A« mit der linken Hälfte des Reglerwegs eingeblendet werden (Maximum bei Reglerposition ganz links), Signal »C« mit der rechten Hälfte der Reglerposition.

Einsatz als einfacher Polarisierer:

Einfacher Polarisierer.

Das Eingangssignal liegt nur an Buchse »A« an, »B« und »C« bleiben ungenutzt. Intern ist aber »C« eine Schaltbuchse, an der ohne Stecker das invertierte Signal von »A« anliegt. Somit wird zwischen »A« und einem invertierten Signal »A« überblendet. Der Regler bestimmt jetzt Pegel und Polarisierung des Eingangssignals: Ganz links wird das Eingangssignal von »A« ausgegeben, in Mittelstellung kein Signal und ganz rechts das invertierte Eingangssignal »A«.

Kombination aus Crossfader und Polarisierer (2 Eingangssignale):

Kombination aus Crossfader und Polarisierer.

Eingangssignale liegen diesmal an den Buchsen »A« und »B« an – und somit das invertierte Signal von »A« an der Schaltbuchse »C«: Damit haben wir wieder einen dreifachen Crossfader, diesmal aber zwischen »A« und »B« auf der linken Hälfte des Reglerwegs und zwischen »B« und dem invertierten »A« auf der rechten Seite des Reglerwegs.

Eigentlich haben wir also immer einen dreifachen Crossfader vor uns, aber bei unbenutzter Buchse »B« kann diese entweder »ignoriert« (Schalter links) oder als »leeres Signal« (Schalter rechts) eingesetzt werden, bei ungenutzter Buchse »C« liegt dort das invertierte Signal von »A« an und ermöglicht den Einsatz als Polarisierer.

Notfalls auch als einfacher Inverter

Das Modul kann auch als einfacher Invertierer genutzt werden, da das invertierte Signal der Eingangsbuchse »A« an einer separaten Ausgangsbuchse anliegt.

Mischung der drei oberen Sektionen

Bei Bedarf können die obersten drei Sektionen in der untersten Sektion gemischt werden – damit lassen sich auch vergleichsweise komplexe Crossfades 7 Mischungen realisieren.

Über das Setzen eines internen Jumpers kann das unterste Sub-Modul als Mischer für die oberen drei Sub-Module genutzt werden. Werkseitig ist dieser nicht gesetzt und nur auf einen der beiden Pins aufgesteckt.

Alternativen

Das extrem flexible, aber mit 16 TE auch recht üppige Modul wird künftig nicht mehr hergestellt werden. Eine Alternative ist das neu angekündigte Modul A-138f, das zwar nur zwei Dreifach-Crossfader (und voraussichtlich auch nur diese Betriebsart) bietet, dafür aber lediglich 4 TE Platz benötigt.

Technische Daten

Breite16 TE
Tiefe30 mm
Strombedarf10 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-138m Matrix Mixer

Der A-138m Matrix Mixer ist ein höchst vielseitiges Werkzeug zum Mischen und Verteilen von Signalen. Wie der A-138c Polarizing Mixer spielt er seine Stärken bei Steuerspannungen aus, ist aber ebenfalls für Audiosignale geeignet.

Jeder der vier Eingangskanäle hat nicht nur einen einzelnen Regler, der den Anteil des Eingangs an einem Summensignal regelt, sondern gleich vier Regler für vier unabhängige Summensignale.

Jedes Summensignal liegt an einer eigenen Ausgangsbuchse an. Zusätzlich kann pro Ausgangskanal zwischen »normalem« Mischen und einer Mischung wie bei einem Polarisierer (d.h. positives oder invertiertes Signal ist möglich) umgeschaltet werden.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A138m-IN

Ausgänge:

CTRL-A138m-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A138m-SW

Vom Tiefpass- zum Hochpassfilter

Ein A-108 als Hochpassfilter. Wichtig ist die richtige Abstimmung der Amplituden von Original- und gefiltertem Signal. Stellen Sie zunächst am A-138m den Regler »B1« auf Rechtsanschlag und den Regler »B2« auf Linksanschlag, sowie am A-108 den Regler »Freq.« auf Maximum. Jetzt können Sie am A-108 mit dem Regler »Audio Level« einen Eingangspegel einstellen, mit dem Sie fast nur noch hochfrequente Anteile des Originalsignals hören: Fertig ist das Hochpassfilter!

Mit dem Matrix Mixer lässt sich sehr einfach ein Tiefpassfilter in ein Hochpassfilter umwandeln. Achtung: Das funktioniert nicht bei allen Filtern, beim A-105 konnte ich z.B. keine überzeugenden Resultate erzielen. Das Patch mischt einfach gefiltertes und ungefiltertes Signal, und zwar eines davon invertiert. Durch die entstehenden Aus­löschungen werden die Signale »voneinander abgezogen«.

Die Selbstresonanz des Filters funktioniert bei diesem »getricksten« Hochpassfilter meist nicht besonders gut, sie macht das Hochpassfilter eher durchlässiger – ausprobieren!

Schaltzentrale für Modulationen

Sehr praktisch ist auch die Verwendung als »Schaltzentrale« für die wichtigsten Modulationsquellen eines Synthesizers: Verschiedene LFOs und Hüllkurven als Eingangssignale und markante Modulationsziele (Eckfrequenz, VCA-Verstärkung, ggf. Tonhöhe usw.) an den vier Ausgängen dieser »Modulationsmatrix«.

Der A-138m als Modulationsmatrix für verschiedene Steuerspannungen und Steuerspannungsziele.

Ein Klangbeispiel für eine solche Modulationsmatrix findet man im Beitrag über den A-137-1 Wave Multiplier I.

Offset-Generator

Der Matrix-Mixer kann auch als vierfacher Offset-Generator eingesetzt werden: Input 1 ist als Schaltbuchse ausgelegt, ohne ein gestecktes Patchkabel in diesem Eingang erzeugen die obersten vier Regler eine konstante Spannung – jeweils an den Ausgängen A bis D. Die Regelung der Offsetspannung kann über die Schalter jeweils als unipolar oder bipolar eingestellt werden, allerdings ist im bipolaren Modus der 0 V – Punkt nicht ganz leicht zu treffen, da die Regler keine Mittenrasterung aufweisen.

Ab Werk kann die oberste Reihe der Regler für Offsetspannungen verwendet werden. Um dieses Feature auszuschalten, muss der abgebildete Jumper auf der Platine entfernt werden (was man aber kaum jemals benötigen wird).

Technische Daten

Breite20 TE
Tiefe20 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-185-2 Precision CV Adder

Das Modul A-185-2 Precision Adder / Bus Access Module ist leider noch immer etwas »unterschätzt«, sollte aber in keinem System fehlen, das mit mehr als einem VCO arbeitet.

Ein Aufholverstärker sorgt dafür, dass mehrere VCOs von derselben Spannungsquelle gesteuert werden können, ohne dass diese durch die »Verbraucher« verändert wird. Die Steuerspannung wird in die CV-Leitung des A-100 Busses geleitet.

Zusätzlich können aber noch mehrere solcher Steuerspannungen addiert werden, es gibt einen Abschwächer, Invertierer, eine präzise 1,0 V – Vorbelegung, sowie mehrere Ausgänge (für VCOs auf anderen A-100 Bussen).

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A185-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A185-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A185-2-SW

»Oscillator Driver«?

Bei den klassischen Moog-Modularsystemen wurden mehrere 921B-Oszillatoren normalerweise durch einen 921A Oszillator Driver angesteuert. Ähnlich kann der A-185-2 stabil die Frequenz mehrerer VCOs steuern und liefert dabei gleich noch einen Oktav-Umschalter mit, der alle angeschlossenen VCOs gleichzeitig steuert.

Spannungs-„Presets“

Auch wenn an keinem der Eingänge des A-185-2 eine Spannung anliegt, kann man über die „+1“ und „-1“ Schalter eine konstante Spannung von jeweils 1 Volt (plus oder minus) erzeugen, die die angeschlossenen VCOs um genau eine Oktave nach oben oder unten transponieren.

Schaltbuchse beim A-110

Der Einsatz mit mehreren VCOs ist mit den A-110-1 etwas flexibler, da die Bus-Verbindung über deren Schaltbuchse »CV1« aufgetrennt werden kann. Bei mehreren A-111-1 (oder A-111-5) ist das leider nicht möglich. Will man mehrere A-111-1 dennoch getrennt betreiben, kann man versuchen, die Bus-Spannung über den invertierten A-185-2 Ausgang zu »neutralisieren«.

Wenn drei A-111-1 VCOs am gleichen Bus durch einen A-185-2 versorgt werden, aber einer unabhängig gesteuert werden soll, kann man die Bus-Leitung durch die invertierte Spannung »neutralisieren«.

Wichtig: Buszugriff!

Wie bei allen Modulen, die »schreibend« auf den A-100 Bus zugreifen gilt auch hier:

Maximal 1 solches Modul pro Bus, sonst wird ein Kurzschluss der CV-Leitung erzeugt.

Die Bus-Verbindung kann aber über einen Jumper aufgetrennt werden.

Technische Daten

Breite6 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf10 mA (+12V) / -10 mA (-12V)