A-143-4 Quad VCLFO/VCO

Der Quad VCLFO ist tatsächlich schon fast ein „echter“ VCO: Er verfügt sogar über eine Temperaturkompensation, die ihn auch bei äußeren Temperaturschwankungen stimmstabil bleiben lässt. Doepfer weist darauf hin, dass der A-143-4 freilich nicht ganz so exakt wie die VCOs der A-110- oder A-111-Reihe ist, aber aus meiner Sicht kann er für manche Fälle durchaus ein interessanter Ersatz für einen – nein tatsächlich vier! – herkömmliche VCOs sein.

Ein paar Einschränkungen sind aber doch zu beachten: Die Oszillatoren (mit Dreieck-Kern) erzeugen lediglich Dreieck und Rechteck – keinen Sägezahn, kein Sinus und keinen variabel breiten Puls. Zudem gibt es nur einen Regler für die Frequenz, der wahlweise (mittels Jumper auf der Platine) über ca. 1 oder über ca. 5 Oktaven reichen kann – da bieten die „echten“ VCO etwas mehr Komfort.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A143-4-IN1

CTRL-A143-4-IN2

Ausgänge:

CTRL-A143-4-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A143-4-SW

Sync-Optionen – Reset und Direction

Das Modul hat vergleichsweise komplexe Sync-Optionen, bei denen der Reset auf 0 Volt teilweise separat von einer darauf folgenden Richtungsänderung der erzeugten Schwingung behandelt wird. Bei den Oszillatoren A bis C gibt es nur jeweils einen gemeinsamen Eingang für Reset und Richtungsänderung, aber beim Oszillator D kann man die Richtungsänderung über den „Direction“-Eingang unabhängig vom Reset durchführen. Wenn dieser Eingang nicht belegt ist, wird intern vorverdrahtet das Signal aus dem „Reset“-Eingang verwendet (Schaltbuchse).

Für alle Sync-Eingänge wird normalerweise ein Rechteck als Sync-Signal verwendet. Dabei erfolgt der Reset auf 0 Volt immer bei der steigenden Flanke dieses Sync-Signals, die Richtungsänderung aber sowohl bei steigender, als auch fallender Flanke des Sync-Signals.

Zusätzlich erlaubt der Oszillator D über einen Kippschalter drei verschiedene Varianten der Richtungsänderung:

  • up: Die Richtung der Schwingungsform steigt nach den steigenden/fallenden Flanken des Sync-Signals immer an. War das Dreieck gerade im Fallen, ändert es danach also seine Richtung, war es am Ansteigen, bleibt die Richtung des Dreiecks erhalten.
  • down: Die Richtung der Schwingungsform fällt immer nach den steigenden/fallenden Flanken des Sync-Signals. War das Dreieck gerade im Fallen, bleibt das auch so, war es am Ansteigen, ändert es seine Richtung.
  • both: Die Richtung der Schwingungsform wird nach den steigenden/fallenden Flanken des Sync-Signals immer geändert.

In Kombination mit dem Reset (der bei Oszillator D ja nicht zum gleichen Zeitpunkt wie die Richtungsänderung erfolgen muss) erhält man also ziemlich komplexe Schwingungsformen.

Dreieck-Ausgangssignal der Oszillatoren A bis C des A-143-4 (oben) mit dem Res/Dir-Gatesignal (unten). Die Richtung des Oszillators wird immer nach oben gelenkt.

Im Vergleich dazu das Reset/Direction-Verhalten des Oszillators D, Reset und Direction werden vom gleichen Oszillator ausgeführt (d.h. nur der „Reset“-Eingang wird verwendet):

Reset & Direction „UP“.
Reset & Direction „DOWN“.
Reset & Direction „BOTH“.

Wenn beim Oszillator D nur der „Direction“-Eingang (ohne „Reset“) verwendet wird, sieht das so aus:

Direction „UP“.
Direction „DOWN“.
Direction „BOTH“.

Bislang haben wir nur die Auswirkungen auf den Dreiecks-Ausgang betrachtet. Hier finden die deutlichsten Veränderungen der Schwingungsform statt. Aber auch mit dem Rechtecks-Ausgang lassen sich interessante Effekte erzielen:

Der Reset (Oszillatoren A-C) führt zu unregelmäßig verkürzten Pulswellen zwischen den Rechtecken.

Im Klangbeispiel werden sowohl die Frequenz des „Master“-Oszillators, als auch des „Slave“-Oszillators (mit Rechteckschwingung) variiert:

Rechteckschwingung eines A-143-4 Oszillators (aus der Gruppe A bis C), mit Reset durch einen weiteren Rechteck-Oszillator.

Klangbeispiel – Reset und Direction unabhängig voneinander

Der Oszillator D (Dreiecks-Ausgang) aus dem A-143-4 wird von zwei weiteren Oszillatoren (beide Rechteck) über den „Reset“- und den „Direction“-Eingang (Direction „both“) beeinflusst. Die Frequenzen aller drei Oszillatoren werden während des Klangbeispiels manuell verändert.

Unabhängige Steuerung von Reset und Direction.

„Oscillator Lock“

Beim A-143-4 wurden vier Oszillatoren auf engstem Raum untergebracht und das nicht nur äußerlich, sondern auch tatsächlich auf der Platine. Das kann zu einem interessanten (aber nicht immer gewünschten!) Nebeneffekt führen: Sobald sich die Frequenzen von zwei Oszillatoren sehr nahe kommen, kann es passieren dass sie sich gegenseitig „einfangen“ und ihre Frequenzen synchronisieren (oscillator lock).

Klangbeispiel – Summenausgänge und „Oszillator Lock“

Hier wird der Summen-Ausgang für die Dreiecks-Signale (links im Stereobild) und der Summen-Ausgang für die Rechtecks-Signale (rechts im Stereobild) geichzeitig verwendet. Ein A-143-9 VC Quadrature LFO moduliert mit seinen vier phasenversetzten Sinus-Ausgängen die Frequenzen der A-143-4 Oszillatoren, ein zweiter A-143-9 führt – ebenfalls phasenversetzt – die Resets und Richtungsänderungen durch (bei Oszillator D Reset und Richtungsänderung „both“). Während des Klangbeispiels werden sowohl die Frequenzen der beiden Steuer-LFOs, als auch die Frequenzen und Modulationsstärken bei den vier Oszillatoren des A-143-4 manuell verändert. Der stets sehr „harmonisch“ wirkende Ausgangsklang wird deutlich dadurch bestimmt, dass sich die Frequenzen der vier Oszillatoren im A-143-4 immer wieder auf gemeinsame Frequenzen bzw. Teilerverhältnisse „einklinken“.

Summenausgänge mit gemeinsamer Modulation bzw. gemeinsamem Reset/Direction durch zwei A-143-9 VCLFOs.

Konfiguration über die Platine

Art der Richtungsänderung und Bus-Steuerspannung:

Auf der kleineren Platine „BOARD A“ befinden sich vier Jumper für die Art der Richtungsänderung der Oszillatoren A-C, sowie der Verbindung zu einer Steuerspannung auf dem A-100-Bus, die die Frequenz aller vier Oszilllatoren beeinflussen kann.

Jumper JP5 bis JP8 auf der kleineren „Huckepack-Platine“ Board A.
Jumper:Funktion:
JP5 / Oszillator Alinks = UP (Werkseinstellung), rechts = DOWN, ohne Jumper = BOTH
JP6 / Oszillator Blinks = UP (Werkseinstellung), rechts = DOWN, ohne Jumper = BOTH
JP7 / Oszillator Coben = UP (Werkseinstellung), unten = DOWN, ohne Jumper = BOTH
JP8 / A-100-BusJumper gesteckt = Verbindung zum A-100-Bus,
ohne Jumper = keine Verbindung

Auf der Platine „BOARD B“ befinden sich weitere Jumper, die für die Oszillatooren zusätzliche Konfigurationsmöglichkeiten eröffnen:

Steuerbereich der „Freq.“-Regler:

Sind die folgenden Jumper gesetzt, beträgt der Steuerbereich des jeweiligen „Freq.“-Reglers +/- 5 Oktaven (Werkseinstellung), ohne Jumper beträgt er +/- 1 Oktave.

Jumper JP9 bis JP13 und JP17 bis JP21 auf Board B unter der „Huckepack-Platine“ Board A (hier demontiert und nach links geklappt).
Jumper:Betrifft „Freq.“-Regler:
JP9von Oszillator A
JP10von Oszillator B
JP11von Oszillator C
JP12von Oszillator D
JP13gemeinsamer Regler für alle Oszillatoren (ganz unten)

Super Low Mode:

Der „Super Low Mode“ ist eigentlich nur eine Vorbelegung der „CV In 2“ – Buchsen (Schaltbuchsen) mit einer negativen Spannung. Bei komplett geöffneten „CV In 2“ – Reglern auf Position 10 wird dadurch die Frequenz der entsprechenden Oszillatoren (oder aller Oszillatoren gemeinsam beim „Common“-Regler ganz unten) stark reduziert. An Stelle der Jumper kann man auch die „CV In 2“-Regler auf 0 stellen oder ganz einfach einen Blindstecker in die entsprechende Eingangsbuchse stecken. Sprich: Das Entfernen dieser Jumper kann man sich getrost sparen.

Sind die folgenden Jumper gesetzt, arbeiten die entsprechenden Oszillatoren im „Super Low Mode“ mit vorbelegter negative Spannung auf den „CV In 2“-Eingängen (Werkseinstellung), ohne Jumper entfällt diese Vorbelegung (vgl. vorige Abbildung der Platine).

Jumper:Oszillator:
JP17alle Oszillatoren über den gemeinsamen „CV In 2“-Regler
JP18Oszillator A
JP19Oszillator B
JP20Oszillator C
JP21Oszillator D

Reset und Direction:

Sind die folgenden Jumper gesetzt, werden für den jeweiligen Oszillator Reset und Richtungsänderung gleichzeitig ausgeführt (Werkseinstellung). Ohne Jumper erfolgt lediglich ein Reset auf 0 Volt ohne Richtungsänderung.

Jumper JP14 bis JP16 auf Board B, links neben der „Huckepack-Platine“ Board A.
Jumper:Oszillator:
JP14Oszillator A
JP15Oszillator B
JP16Oszillator C

Versionsunterschiede

In der ersten Auflage des Moduls waren die Schalter für LFO- und VCO-Modus noch falsch beschriftet. Oben stand „low“ statt „VCO“ und unten „high“ statt VCLFO“.

Alternativen

Alternativen für den A-143-4 sind eher rar, und dann mit deutlich anderer Funktionalität. Wenn es lediglich um vier LFOs ohne Spannungssteuerung und Reset-Optionen geht, dann ist wahrscheinlich der A-143-3 Quad LFO oder sein „Slim Line“ – Bruder A-145-4 Quad LFO die bessere Wahl, zumal beide nicht das Problem (oder Feature!) des Oscilllator Lock haben und der A-143-3 zusätzlich Sägezahn anbietet.

Reset-Optionen, aber keine echte Spannungssteuerung hat der zum LFO umschaltbare A-143-1 Complex Envelope Generator.

Nur ein einzelner LFO, dafür mit einer Fülle von Optionen, Spannungssteuerung, Reset und allen gängigen Schwingungsformen ausgestattet ist der A-147-2 VC Delayed LFO.

Deutlich problemloser im Audiobereich einsetzbar als der A-143-4 und ebenfalls mit Reset-(Sync-)Optionen ausgestattet ist der A-111-4 Quad Precision VCO.

Technische Daten

Breite22 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf100 mA (+12V) / -100 mA (-12V)

A-141-2 Voltage Controlled Envelope Generator VCADSR / VCLFO

Pimp my VCADSR! Der Vorgänger A-141 war für viele Zwecke ein mehr als brauchbares Modul, aber im Detail gab es dann doch noch „Wünsche“: So schnell und „snappy“ wie der legendäre A-140 war der A-141 nicht und loopbare Hüllkurven wie beim A-143-1 oder A-143-2 wären doch manchmal auch recht nett…

Beim neuen A-141-2 hat Doepfer nun so ziemlich alles hineingepackt, was man mit einer einzelnen ADSR-Hüllkurve technisch anstellen kann:

  • Spannungssteuerung – klar, hatten wir schon beim Vorgänger,
  • zusätzlich wurde noch ein VCA eingebaut, der dann spannungsgesteuert die Gesamtlautstärke regelt,
  • ein gemeinsamer CV-Eingang, der alle drei Zeit-Parameter Attack, Decay und Release steuert,
  • ein Range-Schalter für besonders schnelle oder besonders langsame Hüllkurven (Drones!),
  • Triggerausgänge die beim Ende der Attack oder der Release-Phase feuern und für einen LFO-Einsatz verwendet werden können,
  • neben dem normalen Ausgang noch einen invertierten Ausgang, sowie einen Ausgang, der hinter dem bereits erwähnten VCA liegt.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A141-2-IN1

CTRL-A141-2-IN2

Über eine Steckbrücke (Jumper) kann das Modul mit dem A-100 Bus verbunden werden und dort anliegende Gate-Signale – z.B. von einem Midi-Interface – verarbeiten.

Ausgänge:

CTRL-A141-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A141-2-SW

Versionsunterschiede

Die erste Version des A-141-2 war noch mit einfachen Abschwächern für die vier Steuerspannungseingänge ausgestattet. Die beiden A-141-2 in meinem Rack stammen noch aus dieser Generation, auch die Klangbeispiele wurden mit ihnen erstellt. Die aktuellen Module verfügen stattdessen über vier bipolare Regler, die rechts von der „12 Uhr Position“ die Steuerspannungen positiv vergrößern, links von der Mittelstellung dagegen eine Invertierung der Steuerspannung vornehmen, bis zu einem negativen Maximum beim Linksanschlag des Reglers.

Die erste Version ist an den Beschriftungen „0 … 10“ für die Abschwächer erkennbar, die aktuellen Module sind jeweils mit „-5 … 0 … +5“ beschriftet.

Grundprinzip des Moduls

Die Ergänzung eines spannungsgesteuerten Hüllkurvengenerators durch einen „Onboard“-VCA erinnert etwas an den neuen A-147-2 VC LFO. In beiden Fällen ist so etwas sehr praktisch, aber man braucht halt etwas länger, um alles zu überblicken.

Der A-141-2 ist zunächst einmal ein ADSR-Hüllkurvengenerator, dessen vier Parameter über Steuerspannungen beeinflusst werden können. Höhere Steuerspannungen führen zur Verlängerung der Attack-, Decay bzw- Release-Phase und zu einer Erhöhung des Sustain-Levels. Bei den aktuellen Modulen lässt sich das über die bipolaren Regler umkehren, so dass höhere Steuerspannungen zu einer Verkürzung der ADR-Phasen bzw. einem Absenken des Sustain-Levels führen. Beim Einsatz zusammen mit einer anschlagdynamischen Tastatur möchte man meist bei stärkerem Anschlag (höhere Spannung) kürzere Phasen und ein höheres Sustain-Level erzielen. Das ist also recht praktisch.

Zusätzlich zu den einzelnen Steuerspannungseingängen gibt es einen „Comm. CV“ – Eingang, der sich auf die Dauer der drei Phasen gleichzeitig auswirkt. Höhere Steuerspannungen verkürzen bei diesem Eingang die Phasen (analog zu einem VCLFO). Ein Abschwächer für diesen Eingang ist nicht vorhanden.

Wie beim A-140 finden wir einen dreistufigen Range-Schalter, um extrem schnelle oder extrem langsame Hüllkurven zu erzeugen, ohne dass die Reglerwege dabei unkomfortabel enge Wertebereiche aufweisen.

Zwei Gate-Signale werden im Verlauf der Hüllkurve erzeugt und können z.B. zum erneuten Auslösen des A-141-2 eingesetzt werden, der dann in einem LFO-Modus läuft: EOA und EOR.

EOA wird zum Ende der Attack-Zeit gestartet und dauert, bis das ursprüngliche Gate-Signal endet. Verbindet man den EOA-Ausgang mit dem Retrig-Eingang, dann erhält man nach dem Anstieg der Hüllkurve einen LFO mit steigendem Sägezahn, solange das Gate-Signal aktiv ist.

EOR wird kurz vor Ende der Release-Phase gestartet (auf der Platine justierbar) und dauert bis zum Ende der nächsten Attack-Phase. Verbindet man den EOR-Ausgang mit dem Gate-Eingang, erhält man eine zyklische Attack-Release-Hüllkurve. Änderungen bei Decay oder Sustain bewirken dabei nur minimal andere Hüllkurven, da das EOR-Gate bereits beim Ende der Attack-Phase abbricht und der ADSR somit unmittelbar in die Release-Phase übergeht.

Die Gate-Ausgänge EOA und EOR in Abhängigkeit von Gate und den ADSR-Phasen.

Im Oszilloskop sieht das so aus, unten sehen wir immer die tatsächliche ADSR-Hüllkurve:

Eingangs-Gate und ADSR-Ausgabe des A-141-2.
EOA und ADSR.
EOR und ASDR.

Für die eigentliche Hüllkurve gibt es drei Ausgänge. Standard sind der normale Ausgang „Fixed Out“, sowie ein invertierter Ausgang „Inv. Out“. Zusätzlich dazu ist im Modul noch ein kleiner VCA eingebaut, über den der dritte Ausgang „Var. Out“ versorgt wird. Die Steuerung des VCAs erfolgt über den Eingang „Lev. CV“.

Konfiguration über die Platine

Auf der Hauptplatine lassen sich folgende Optionen einstellen:

  • Comm. CV: Wenn der Jumper rechts gesteckt ist, verringert die Steuerspannung am Eingang „Comm. CV“ die Attack-, Decay- und Release-Phasen (Standard), in der linken Position verlängert höhere Steuerspannung diese Zeiten.
  • EOR Threshold: Trimmpoti für den Schwellwert, ab wann das EOR Gate gestartet wird.
  • Bus Gate: Wenn der Jumper gesetzt ist, reagiert das Modul auf Gatesignale auf dem A-100-Bus, ohne Jumper nicht.
  • Out VCA/Pol.: Wenn der Jumper gesetzt ist, arbeitet der integrierte VCA als Polarisierer, ohne Jumper als konventioneller VCA (Standard).
Jumper und Trimmpoti auf der Hauptplatine.

Auch die kleine Platine an den Steuerspannungs-Abschwächern hat Optionen:

  • CVA – CVD: Der Steuerspannungseingang CVD ist mit der Spannung am Eingang CVA vorbelegt.
  • CVD – CVR: Der Steuerspannungseingang CVR ist mit der Spannung am Eingang CVD vorbelegt.

Klangbeispiel – das Modul als Oszillator

Mit der oben genannten Konfiguration (EOR an Gate In) kann der A-141-2 als Oszillator verwendet werden. Da das Gate nach der Attack-Phase abbricht, wird im Prinzip eine zyklische AR-Hüllkurve erstellt. Die Schwingungsform lässt sich dabei über den Attack und den Release-Regler einstellen, dabei wird allerdings gleichzeitig die Frequenz verändert.

Manuelle Veränderungen von Attack und Release.

Klangbeispiel – zyklische Attack-Hüllkurve

Bei Verbindung des EOA-Ausgangs mit dem Retrigger-Eingang erfolgt nach einmaligem Durchlauf der Attack-Phase eine zyklische – etwas verkürzte – Attack-Phase. Im Beispiel wird das Filter eines A-111-5 Mini Synthesizers von der A-141-2 Hüllkurve moduliert, beide Module werden einfach von einem manuellen Gate gesteuert. Beim zweiten Ton verändere ich manuell die Attack-Zeit des A-141-2. Nach Beenden des manuellen Gates wird wie gewohnt die Release-Phase eingeleitet.

Steuerung der Filtereckfrequenz mit wiederholter Attack-Phase.

Andere Kurven-Charakteristiken

Doepfer weist darauf hin, dass die Charakteristik der Attack-, Decay und Release-Phasen über die Einspeisung des eigenen ADSR-Ausgangssignals in die Steuerspannungseingänge der Phasen verändert werden kann.

Standard ADSR aus dem A-141-2.

Normalerweise ist die Attack-Phase leicht „konvex“, steigt also steil an und flacht dann eher ab, während die Decay- und Release-Phasen eher „konkav“ aussehen, sie fallen also schnell ab, um dann abzuflachen.

Um die Form der Attack-Phase zu ändern, wird das invertierte ADSR-Signal als Steuerspannung in CVA verwendet, bei Decay und Release ist es die normale Form des ADSR-Signals in CVD und CVR.

Geänderte Attack-Phase.
Geänderte Decay- und Release-Phasen.

Technische Daten

Breite14 TE
Tiefe70 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-147-2 Voltage Controlled Delayed Low Frequency Oscillator

Im Vergleich zum recht übersichtlichen Vorgänger A-147 ist der neue VCDLFO (Voltage Controlled Delayed LFO) schon ein Monster. Nicht weniger als 12 Anschlussbuchsen an einem nur 8 TE breiten Modul sind schon eine Ansage in Sachen Komplexität auf engstem Raum.

Tatsächlich hat Doepfer dem spannungsgesteuerten LFO noch eine Delay-Funktion (eigentlich ist es eine langsame Steigerung der Amplitude und keine Einschaltverzögerung, wie der Name „Delay“ vielleicht vermuten lässt) mit auf den Weg gegeben. Bei Bedarf wird die Amplitude des LFOs langsam zunehmen. Dafür ist neben einer einfachen Attack-Hüllkurve ein kleiner VCA mit eingebaut, durch den das LFO-Signal geschleust wird. Der VCA kann allerdings auch als spannungsgesteuerter Polarisierer arbeiten und hat je einen frei patchbaren Eingang, Ausgang und Steuereingang, so dass Ringmodulator- oder Waveshaper-Anwendungen möglich sind.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A147-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A147-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A147-2-SW

Wer braucht das Modul?

Der A-147-2 ist mit Sicherheit der komplexeste LFO von Doepfer, obwohl er sich auf 8 TE beschränkt. Dass dabei etwas die Übersichtlichkeit leidet, liegt in der Natur der Sache. Wer noch das Vorgängermodell hat, kann die gleiche Funktionalität erhalten, wenn er zusätzlich einen kleinen VCA/Polarisierer und einen Hüllkurvengenerator einsetzt. Das braucht dann zwar ein Mehrfaches an Platz, ist dafür aber auch etwas leichter „auf den ersten Blick“ zu erfassen. So bietet sich der neue A-147-2 insbesondere für Modularisten an, die auf kleinstem Raum agieren möchten oder müssen. Schließlich kann man durch die vollständig freie Patchbarkeit notfalls VCA und Attack-Hüllkurve komplett unabhängig vom LFO einsetzen.

Konfiguration über die Platine

Mit einer Steckbrücke (Jumper) auf der Platine kann der LFO auch in einem extrem langsamen „Ultra Low Modus“ betrieben werden.

Wird der Jumper JP6 gesetzt, arbeitet der A-147-2 im „Ultra Low“ Modus. Dazu kann man den mit einem Oval markierten Jumper verwenden, der ansonsten keine Funktion hat.

Grundprinzip des Moduls

Doepfer hat so einiges in dieses Modul hineingepackt, was sich nicht unbedingt auf den allerersten Blick erschließt.

Zunächst haben wir einen spannungsgesteuerten LFO, der bis in den moderaten Audiobereich reicht (ca. 1 kHz). Das ist nicht weltbewegend, aber für so manche Klänge genügend. Die Steuerkennlinie des CV-Eingangs ist leider nicht 1V/Oktave, so dass man für einen „musikalischen“ Einsatz einen Sequencer ohne Quantizer (und ein gutes Stimmgerät) einsetzen sollte.

Alle vier erzeugten Schwingungsformen stehen an Einzelausgängen zur Verfügung, die Dreieckschwingung ist mit dem internen VCA vorverdrahtet. Die „In“-Buchse der VCA-Sektion ist eine Schaltbuchse, die diese Verbindung auftrennen kann. Hier kann man bei Bedarf eine der anderen Schwingungsformen anschließen oder auch den VCA / Polarizer komplett separat für andere Signale nutzen. In der „Polarizer„-Betriebsart invertiert der VCA das Eingangssignal, sobald die Steuerspannung negativ wird.

Ebenfalls mit dem VCA vorverdrahtet ist eine einfache Attack-Hüllkurve, auch sie kann über eine Schaltbuchse „CV“ vom VCA getrennt und durch eine andere Modulationsquelle ersetzt werden. Die Hüllkurve hat einen Triggger-Eingang, der hier mit „Delay Reset“ bezeichnet ist. Es gibt dafür keine Standard-Verbindung im Modul, beim Einschalten gibt die Hüllkurve eine Dauerspannung aus, so dass der VCA zunächst permanent geöffnet ist. Um die Hüllkurve auch für andere Module wie ein nachgeschaltetes Filter zu nutzen, gibt es einen Ausgang „Delay Out“. Auch die Hüllkurve hat einen Steuerspannungseingang, mit dem man die Länge der Attack-Phase bestimen kann. Steuerspannung und manueller Regler wirken gemeinsam auf die Geschwindigkeit der Hüllkurve.

Die Bezeichnungen „Delay“ und „Reset“ sind etwas ungewöhnlich gewählt, es handelt sich ja eigentlich um „Attack“ und „Trigger In„.

Der LFO als Klanglabor – Klangbeispiele

Sicher, man kann mit dem Modul auch ein langsam einsetzendes Vibrato oder Tremolo realisieren. Dazu wird einfach der Trigger der Synthesizer-Stimme parallel mit für den Reset-Eingang der A-147-2 – internen Hüllkurve verwendet. Bei jedem Tastendruck oder jedem Sequencer-Schritt wird dann auch die langsam einschwingende Amplitude des LFOs mit gestartet.

Aber richtig Spaß macht das Modul, wenn man den LFO und die Hüllkurve in Audiogeschwindigkeit einsetzt: Schnelle Aplituden- bzw. Ringmodulation sind dann ebenso möglich wie Waveshaping.

Im ersten Beispiel wird das Sinus-Signal des A-147-2 verwendet und in den internen VCA gepatcht. Das interne Rechteck-Signal ist der Trigger für das Starten der internen Attack-Hüllkurve. Der interne VCA ist als Polarizer geschaltet, ein A-143-3 moduliert mit einer Dreieckschwingung die Länge der Attack-Hüllkurve. Der LFO wird von einem A-155 Sequencer (ohne Quantizer) in seiner Frequenz gesteuert. Ich variiere die Frequenz des A-143-3.

Das interne Rechteck-Signal startet die Hüllkurve.

Beim nächsten Beispiel werden sowohl das Auslösen der Hüllkurve, als auch die Modulation der Attack-Länge von zwei LFOs eines A-143-3 gesteuert, der A-147-2 wird wieder durch einen A-155 gesteuert. Der interne VCA ist diesmal als VCA (ohne Polarisierung) geschaltet.

Zwei LFOs steuern Länge und Startpunkt der Hüllkurve.

Schließlich verwende ich an Stelle des A-143-3 einen A-147 als Modulationsquelle direkt für den internen VCA des A-147-2. Die Attack-Hüllkurve bleibt unbenutzt. Zunächst ist der interne VCA als konventioneller VCA geschaltet, wird aber im Laufe des Beispiels zum Polarizer umgeschaltet. Der A-155 Sequencer steuert wieder den A-147-2, zusätzlich wird bei jedem Schritt des Sequencers ein Reset des A-147 durchgeführt.

Ein zum Sequencer synchronisierter A-147 steuert den internen VCA.

Hier noch ein paar Detailbilder, wie eine Sinusschwingung durch die eigene Hülllkurve (getriggert vom internen Rechteck) und den VCA im Polarizer-Modus verändert wird:

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe55 mm
Strombedarf60 mA (+12V) / -40 mA (-12V)

A-171-2 Voltage Controlled Slew Processor/Generator

Der A-171-2 ist eines der ungewöhnlichsten Module im gesamten Doepfer-Sortiment (das neben vielen „Brot-und-Butter“-Modulen nun wirklich mehr als nur ein paar Raritäten zu bieten hat). Wo fangen wir an?

Zunächst: Was macht das Modul eigentlich? Ein Slew Processor also. Ja, schon mal gehört, das ist ziemlich praktisch. Sorgt für den Portamento-Effekt, den man braucht, wenn man zum Beispiel das „Lucky Man“-Solo spielen möchte, alles klar.

Ach so, das Ding hat auch Steuerspannungseingänge für das Portamento. Na gut, wer’s braucht, schadet ja nichts. Und einen Triggereingang haben wir auch. Hmm. Und einen „Cycle“-Schalter, na sowas. Ja wie, in den Eingang kann man auch Audio-Signale schicken, wer macht den sowas?

Also nochmal in Kurzform:

  • Das Modul kann Steuerspannungen glätten (wie bereits der A-171-1).
  • Das Modul kann auch ohne Eingangssignal Spannungen ausgeben, die von einem Trigger ausgelöst werden, wir haben also einen Hüllkurvengenerator.
  • Im Cycle-Modus können wir periodische Schwingungen erzeugen, deren Frequenz und Form über Steuerspannungen beeinflusst werden, wir haben also einen Oszillator, zumindest einen LFO.
  • Wenn wir an Stelle einer Steuerspannung ein Audiosignal in den Eingang schicken, haben wir ein Filter- bzw. LPG-Modul.
  • Am „End“-Ausgang wird ein Rechtecksignal ausgegeben, das beim Über- bzw. Unterschreiten eines Schwellwerts ausgelöst wird, wir haben also auch noch einen Comparator vor uns.
  • Das erzeugte Rechtecksignal wird mit Verzögerung aus dem Eingangs-Trigger erzeugt, also haben wir auch ein Trigger-Delay.
  • Bei geschickter Wahl der aufsteigenden und fallenden Slew Rates werden ganzzahlige Subharmonische aus einem periodischen Eingangs-Trigger (z.B. von einem VCO) erzeugt, also auch noch ein Subharmonic Generator.

Ganz schön viel für so ein unscheinbares 8-TE-Modul, oder?

Tatsächlich geht das Design des Moduls auf eine lizensierte Version des VCS von Ken Stone zurück, das wieder eine Version des ursprünglichen Serge Dual Universal Slope Generator ist.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A171-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A171-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A171-2-SW

Klangbeispiele

Portamento:

Die „Brot-und-Butter“-Anwendung für einen Slew Processor ist die Abrundung von Sprüngen bei Steuerspannungen. Das klassische Beispiel dafür ist der „Portamento“-Effekt, bei dem die Steuerspannung für einen VCO langsam zwischen zwei Tonhöhen gleitet, anstatt abrupt zur nächsten Tonhöhe zu springen.

Dafür wird eine Steuerspannung (hier von einem Sequencer) an die „In“-Buchse des A-171-2 gelegt, der „Cycle“-Schalter ist aus. Die Charakteristik der Abrundung kann linear oder exponentiell sein, die Dauer der Abrundung der Steuerspannung erfolgt separat für aufsteigende und absteigende Schritte über die beiden Regler „“ (Up) und „“ (Down).

Die Steuerspannung für eine einfache Sequenz wird im A-171-2 bearbeitet. Wir hören zunächst die Glättung der aufsteigenden Spannungen, dann die der absteigenden Spannungen und schließlich den A-171-2 im „Cycle“-Modus. Beide Glättungen arbeiten exponentiell.

Audio-Bearbeitung:

Der A-171-2 kann auch ähnlich wie ein Filter eingesetzt werden, wobei man bei komplexerem Audiomaterial keine „übliche“ Filterung erwarten sollte. Das Audiosignal wird in die „In“-Buchse geleitet.

Das Audiosignal einer einfachen Sequenz wird in den Eingang des A-171-2 geleitet. Zuerst hören wir wieder die Glättung der aufsteigenden Spannungen (des Audiosignals), dann der absteigenden Spannungen und schließlich wird der „Cycle“-Modus des A-171-2 eingeschaltet.

Bei einfachen Audiosignalen, insbesondere bei einem Rechteck sind die Klangveränderungen schon deutlicher, da die Schwingungsform sehr deutlich von Rechteck über Sägezahn/Rechteck-Mischungen zu einem Dreieck-Signal verändert wird.

Das Rechteck-Signal eines einzelnen A-110-1 VCOs wird in den Eingang des A-171-2 geleitet. Zuerst wird der „Up „-Regler von 0 bis zur Hälfte erhöht, danach der „Down „-Regler bis zur Hälfte, „Up“ wird wieder bis 0 heruntergeregelt und schließlich „Down“. Beide Glättungen arbeiten linear.

Die folgenden Oszilloskop-Bilder zeigen die Veränderung des Rechtecksignals aus dem A-110-1. Bereits bei Nullstellung der Regler findet eine leichte Glättung zu einem Trapezoid statt.

„Up“ = 0, „Down“ = 0.
„Up“ = 5, „Down“ = 5.
„Up“ = 5, „Down“ = 0.
„Up“ = 0, „Down“ = 5.

Der A-171-2 als VCO:

Wenn man den Schalter „Cycle“ einschaltet (rechte Position), dann verhält sich der A-171-2 wie ein Oszillator. Er gibt dann ganz ohne Eingangssignal laufend eine periodisch steigende und fallende Spannung aus, ähnlich wie der A-143-1 Complex Envelope Generator im „LFO“-Modus. Im Gegensatz zum A-143-1, dessen Frequenz ausschließlich von der Länge der steigenden und fallenden Flanken abhängig ist, lässt sich die Frequenz des A-171-2 über eine Steuerspannung exponentiell beeinflussen.

Doepfer weist darauf hin, dass der „exp. CV“-Eingang keine 1V/Oktave-Charakteristik besitzt, was mit den steigenden und fallenden Flanken, die zudem wahlweise linear oder exponentiell (bzw. invers exponentiell) verlaufen können vermutlich auch kaum realisierbar wäre.

Der A-171-2 ist im „Cycle“-Modus, lediglich der „exp. CV“-Eingang ist mit dem Sequencer von vorhin verbunden. Man hört deutlich, dass hier keine 1V/Oktave-Steuerung vorliegt. Kein Eingangssignal.
Der A-171-2 ist im „Cycle“-Modus und erzeugt eine Dreieckschwingung. Die Shape-Regler („CV “ und „CV „, exponentieller Modus) der Slew Rates für aufsteigende und abfallende Spannung werden von ursprünglich „0“ auf die Maximal- bzw. Minimal-Werte (konkave bzw. konvexe Kurven) verändert. Kein Eingangssignal.

Die folgenden Oszilloskop-Bilder zeigen die Schwingungsformen des A-171-2, ausgehend vom Dreieck mit verschiedenen konvexen oder konkaven (bzw. logarithmischen / exponentiellen) Ausrichtungen der Glättung.

„Up Shape“ = 0, „Down Shape“ = 0.
„Up Shape“ = -5, „Down Shape“ = 5.
„Up Shape“ = 5, „Down Shape“ = 0.
„Up Shape“ = -5, „Down Shape“ = 0.
„Up Shape“ = 5, „Down Shape“ = 5.
„Up Shape“ = -5, „Down Shape“ = -5.
„Up Shape“ = 0, „Down Shape“ = 5.
„Up Shape“ = 0, „Down Shape“ = -5.

Subharmonic Generator:

Hier wird nicht ein Audiosignal direkt bearbeitet, sondern wir setzen das Rechteck-Signal eines Oszillators als Trigger im eingang „Trig“ ein, um den A-171-2 (der dann ein Dreicksignal erzeugt) immer wieder neu zu starten. Am Eingang „In“ liegt dabei kein Signal an. Im Gegensatz zu anderen Frequenzteilern wie dem A-113 entstehen beim Durchfahren des Reglers „“ (Up) allerdings deutliche Artefakte.

Ein A-110-1 wird von einem Sequencer gesteuert, das Rechtecksignal des VCOs dient zum Triggern des A-171-2, der somit als VCO arbeitet. Etwa ab der Mitte des Reglerweges des „Up“-Reglers entstehen Frequenzteilungen des ursprünglichen Signals.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-147 Voltage Controlled Low Frequency Oscillator

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Der A-147 Voltage Controlled Low Frequency Oscillator ist ein LFO, dessen Frequenz nicht nur manuell, sondern zusätzlich auch über eine Steuerspannung kontrolliert werden kann.

Der Frequenzbereich reicht von unter 0,15 Hz bis in den unteren Audiobereich (etwa 150 Hz mit externer Steuerspannung). Die Ausstattung umfasst vier verschiedene Schwingungsformen, Steuerung der Frequenz über Regler und externe Spannung sowie einen Reset-Eingang.

Das ist für die meisten Fälle mehr als ausreichend, aber wenn man den extrem üppig bestückten Nachfolger A-147-2 daneben stellt, wirkt das beinahe etwas „übersichtlich“ (was übrigens nicht immer ein Nachteil ist).

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A147-IN

Ausgänge:

CTRL-A147-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A147-SW

Die Frequenz wird variiert

Eine gemeinsame Steuerspannung kontrolliert Frequenz und Amplitude.

Im folgenden Beispiel könnte z.B. die Aftertouch-Funktion eines Midi-Keyboards gleichzeitig Intensität (über die Verstärkung durch den A-132-1) und Frequenz (über den CV-Eingang des A-147) einer Filtermodulation beeinflussen.

Einsatz im Audiobereich

Der Ribbon-Controller steuert die Frequenzen von LFO und VCO, die sich dann im Ringmodulator gegenseitig beeinflussen.

Da der LFO auch im unteren Audiobereich eingesetzt werden kann, sind Frequenzmodulation oder Ringmodulation sehr reizvoll. Im Beispiel hier wird die LFO-Frequenz durch einen Ribbon-Controller gesteuert.

Alternativen

Leider wird das Modul A-147 nicht mehr hergestellt. Eine Alternative ist der Nachfolger A-147-2, der im Vergleich zum alten A-147 mit einer großen Zahl von Zusatzfeatures ausgestattet wurde.

Wem der A-147-2 zu komplex geraten ist, könnte beim vierfachen VCLFO A-143-4 fündig werden. Die vier spannungsgesteuerten LFOs sind jeweils recht übersichtlich und sind sogar recht gut im Audiobereich einsetzbar. Und man hat bekanntlich nie genug LFOs…

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe55 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-143-3 Quad LFO

Der A-143-3 Quad LFO ist ein richtiges »Brot und Butter«-Modul, so klein kann ein Modularsystem gar nicht sein, dass nicht diese unschlagbar kompakten vier LFOs darin einen sinnvollen Platz finden würden. Obwohl … das neue „Slim Line“ Modul A-145-4 bietet auf nur 4 TE (statt der 14 TE für das A-143-3!) ebenfalls vier unabhängige LFOs, man muss allerdings auf den Sägezahn-Ausgang und den Schalter zur Frequenz-Vorwahl verzichten.

Die LFOs selbst sind nicht weiter aufregend gestaltet (Dreieck, Rechteck und Sägezahn in 3 Geschwindigkeitsbereichen), aber für besondere Bedürfnisse kann man ja noch mit »Spezialisten« ergänzen.

Bedienelemente

Ausgänge (pro LFO-Teilmodul):

CTRL-A143-3-OUT

Regler / Schalter (pro LFO-Teilmodul):

CTRL-A143-3-SW

Multiple Modulation

Der Einsatz für Module mit vier Modulationseingängen liegt natürlich nahe: Die beiden Waveshaper A-137-1 und A-137-2 lassen sich sehr gut mit dem A-143-3 steuern.

Sägezahn: doppelte Frequenz

Die Frequenz des Sägezahnausgangs ist technisch bedingt doppelt so hoch wie die Frequenz der anderen Ausgänge.

Technische Daten

Breite14 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf70 mA (+12V) / -60 mA (-12V)

A-143-2 Quad ADSR

Der Quad ADSR besteht aus vier identisch aufgebauten Teilmodulen und kann etwas Platz (6 TE weniger im Vergleich zu 4 A-140) sparen, wenn mehrere ADSR-Generatoren benötigt werden. Wobei das Modul mit 26 TE schon ein ganz ordentlicher „Brummer“ ist.

Mit den neuen „Slim Line“ Modulen, etwa 2 A-140-2 Dual Mini ADSRs geht es allerdings noch etwas platzsparender.

Interessant sind insbesondere drei Komparator-Ausgänge pro Teilmodul, die beim Ende der Attack-, der Decay-, sowie der Release-Phase ein Gatesignal ausgeben. Damit lassen sich wie auch beim „Geschwistermodul“ A-143-1 recht komplexe gegenseitige Steuerungen der Teilmodule herstellen.

Bedienelemente

Eingänge (für jedes ADSR-Teilmodul):

CTRL-A143-2-IN

Ausgänge (für jedes ADSR-Teilmodul):

CTRL-A143-2-OUT

Regler / Schalter (für jedes ADSR-Teilmodul):

CTRL-A143-2-SW

Etwas langsamer als der A-140

Obwohl das Modul in vielen Punkten dem A-140 ähnelt (und mit seinen Komparator-Ausgängen weit übertrifft), ist der A-140 noch ein Stück schneller abgestimmt und damit für manche Zwecke besser geeignet. Die kürzeste Hüllkurve beim A-143-2 beträgt ca. 1,2 ms, beim A-140 weniger als 100 µsec (das ist um einen Faktor 12 schneller). Allerdings erfordert eine derart schnelle Hüllkurve auch einen VCA oder ein Filter, das mit dieser Geschwindigkeit „mithalten“ kann.

Keine Steuerung durch den Bus

Der A-143-2 ist nicht mit der Trigger-Leitung im A-100 Bus verbunden.

Synchronisierte Hüllkurven / LFOs

Der A-143-2 ist im »LFO-Modus« und steuert einen A-137-1.

Vier (bezüglich Start-Zeitpunkt) synchronisierte, aber doch im Ablauf unterschiedliche ADSR-Generatoren im »LFO-Modus« können auf sehr interessante Weise z.B. einen A-137-1 modulieren. Das End Of Release-Gate des ersten Teilmoduls wird mit dem Gateeingang des ersten Teilmoduls (und damit aller Teilmodule) verbunden.

Noch etwas komplexer wird es, wenn je ein »End Of Release«-Ausgang die Hüllkurve des nächsten Teilmoduls startet. Die vier Hüllkurven können z.B. über einen A-138c Polarizing Mixer gemischt werden oder auch vier unterschiedliche »Synthesizerstimmen« steuern, die nacheinander hörbar werden.

Technische Daten

Breite26 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf70 mA (+12V) / -50 mA (-12V)

A-143-1 Complex Envelope Generator / LFO

Der Complex Envelope Generator ist eine sehr vielseitige Quelle von Modula­tionen. Er besteht aus vier AD-Hüllkurven (d.h. es gibt jeweils nur Attack- und Decay-Phasen), die in beliebiger Kombination hintereinandergeschaltet werden, sich gegenseitig auslösen oder auch jeweils in einem »LFO«-Modus betrieben werden können. Bedingt durch die Komplexität der Schaltungs- und Einstellungsoptionen erfordert der A-143-1 eine gewisse Einarbeitungszeit, die sich aber lohnt!

Jede der vier Hüllkurven hat einen Regler für »Attack« und einen für »Decay«. Die Hüllkurven können positiv oder invertiert zu einer Summe gemischt werden. Zum Auslösen anderer Hüllkurven (z.B. im A-143-1, aber auch für einen A-140 usw.) werden zwei Gatesignale erzeugt: eines am Ende der Attack-Phase und ein zweites in der Decay-Phase.

Jeder AD-Generator kann zwischen einmaligem Durchlauf und einer LFO-Betriebsart umgeschaltet werden.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A143-1-IN

Ausgänge (für jeden AD-Generator):

CTRL-A143-1-OUT

Regler / Schalter (für jeden AD-Generator):

CTRL-A143-1-SW

Drones

Komplexe Hüllkurven eignen sich natürlich sehr gut, um langsame Klangverläufe (z.B. Drones) lebendig und abwechslungsreich zu gestalten.

Der A-143-1 Complex Envelope Generator moduliert ein Filter. Dabei wird eine Mischung aller vier sich gegenseitig beeinflussenden AD-Generatoren verwendet.

Vier sich gegenseitig beeinflussende »Stimmen«

Bei etwas umfangreicheren Modularsystemen lassen sich mit den – voneinander gegenseitig abhängigen – Einzelausgängen sehr interessante Klänge erzeugen. Man könnte die Hüllkurven für vier »Stimmen« (d.h. 4 unabhängige Kombinationen von VCO / VCF / usw.) einsetzen, die sich aber immer wieder gegenseitig triggern.

Invertierte Gates

Eine nette Variante der gegenseitigen Steuerung ergibt sich, wenn die Gatesignale aus dem Comparator mit Hilfe eines A-166 Dual Logic Moduls invertiert werden.

Rechteck-LFO

Der A-143-1 Complex Envelope Generator kann auch als 4 Rechteck-LFOs arbeiten: Dazu wird einfach das Signal aus dem Ausgang »Comp Out« verwendet. Die gewünschte Pulsbreite kann mit dem Regler »Threshold« eingestellt werden.

Technische Daten

Breite28 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf70 mA (+12V) / -40 mA (-12V)

A-142-4 Quad Decay

Das A-142-4 Quad Decay bietet vier sehr einfach gehaltene Decay-Generatoren auf kleinem Raum.

Spannungssteuerung oder Gate-Erzeugung wie beim A-142-1 wurden hier zugunsten optimaler Ausnutzung des Platzes weggelassen. Das Modul ist daher interessant, wenn man auf beengtem Raum einfach noch ein paar zusätzliche Hüllkurven für »Perkussives« benötigt.

Bedienelemente

Eingänge (für jedes Teilmodul):

CTRL-A142-4-IN

Ausgänge (für jedes Teilmodul):

CTRL-A142-4-OUT

Regler / Schalter (für jedes Teilmodul):

CTRL-A142-4-SW

Hüllkurven, schnell und einfach

Das Modul hat übrigens eine fest »eingebaute« Attackzeit von 3 ms – das entspricht gemäß Doepfer-Website der Attackzeit der TB-303. Und dahin geht die Reise auch mit dem Modul: Bass und Perkussives, schnell und einfach einzustellen.

Umbau in LFO-Modus

Mit Hilfe von Jumpern auf der Platine des Moduls können die einzelnen Decay-Generatoren in einen »LFO-Modus« umgebaut werden, sie triggern sich also immer wieder selbst. Für jedes der vier Teilmodule existiert ein Stecker (2 Stifte) auf der Platine, auf den man für diese Zwecke einen Jumper aufstecken kann. Die erforderlichen Verbindungen können durch »Lötkundige« auch mit Hilfe von Schaltern auf einer kleinen Zusatzfrontplatte realisiert werden.

Die Jumper-Stiftleiste für den Loop-Modus der 4 Teilmodule.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-146 Low Frequency Oscillator 2

Der A-146 Low Frequency Oscillator LFO 2 ist aufgrund seiner flexibel einstellbaren Schwingungsformen außergewöhnlich.

Man kann dabei stufenlos zwischen Sägezahn, Dreieck und invertiertem Sägezahn überblenden bzw. erhält ein Pulssignal mit einstellbarer Pulsbreite. Einen vergleichbaren LFO kennt man eigentlich nur aus dem legendären Korg MS-20 Synthesizer.

Wenn ich mir mal etwas zu Weihnachten wünschen dürfte, wäre das ein LFO wie der A-146 mit einem zusätzlichen Reset-Eingang (wie der A-145) und Spannungssteuerung für die Schwingungsform und die Frequenz des LFOs…

Bedienelemente

Ausgänge:

CTRL-A146-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A146-SW

Erzeugung von Gates

Ein Clocksignal für einen A-155 Sequencer.

Neben sehr flexibler Modulation kann der A-146 auch zur Erzeugung von Gatesignalen eingesetzt werden, der untere Rechteck-Ausgang liefert eine Spannung zwischen 0 und 5 V (der obere lediglich zwischen -2,5 V und 2,5 V, was für viele Module nicht als Triggersignal ausreicht).

Variable Seitenbänder bei FM oder AM

Die veränderbare Schwingungsform wirkt sich auch beim Einsatz als Modulationsquelle im Audiobereich aus: Unterschiedliche Pulsbreiten bzw. Sägezahn und Dreieck bewirken auch unterschiedliche Seitenbänder bei Frequenz- oder Amplitudenmodulation.

»Swing« im Sequencer

Die Pulsbreite des Signals aus dem A-145 bestimmt, wie sehr der A-155 Sequencer »swingt«.

Mit Hilfe eines A-165 Dual Trigger Modifiers können Sie einen A-155 Sequencer »swingen« lassen. Verwenden Sie ein Pulssignal aus dem A-146, das im A-165 über den »+/-«-Ausgang in zwei Triggersignale umgewandelt wird: Eines bei steigender und eines bei fallender Flanke.

Diese Triggersignale kann man mit dem »Waveform«-Regler »triolisch« einstellen und damit den Sequencer steuern.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)