A-147 Voltage Controlled Low Frequency Oscillator

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Der A-147 Voltage Controlled Low Frequency Oscillator ist ein LFO, dessen Frequenz nicht nur manuell, sondern zusätzlich auch über eine Steuerspannung kontrolliert werden kann.

Der Frequenzbereich reicht von unter 0,15 Hz bis in den unteren Audiobereich (etwa 150 Hz mit externer Steuerspannung). Die Ausstattung umfasst vier verschiedene Schwingungsformen, Steuerung der Frequenz über Regler und externe Spannung sowie einen Reset-Eingang.

Das ist für die meisten Fälle mehr als ausreichend, aber wenn man den extrem üppig bestückten Nachfolger A-147-2 daneben stellt, wirkt das beinahe etwas „übersichtlich“ (was übrigens nicht immer ein Nachteil ist).

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A147-IN

Ausgänge:

CTRL-A147-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A147-SW

Die Frequenz wird variiert

Eine gemeinsame Steuerspannung kontrolliert Frequenz und Amplitude.

Im folgenden Beispiel könnte z.B. die Aftertouch-Funktion eines Midi-Keyboards gleichzeitig Intensität (über die Verstärkung durch den A-132) und Frequenz (über den CV-Eingan des A-147) einer Filtermodulation beeinflussen.

Einsatz im Audiobereich

Der Ribbon-Controller steuert die Frequenzen von LFO und VCO, die sich dann im Ringmodulator gegenseitig beeinflussen.

Da der LFO auch im unteren Audiobereich eingesetzt werden kann, sind Frequenzmodulation oder Ringmodulation sehr reizvoll. Im Beispiel hier wird die LFO-Frequenz durch einen Ribbon-Controller gesteuert.

Alternativen

Leider wird das Modul A-147 nicht mehr hergestellt. Eine Alternative ist der Nachfolger A-147-2, der im Vergleich zum alten A-147 mit einer großen Zahl von Zusatzfeatures ausgestattet wurde.

Wem der A-147-2 zu komplex geraten ist, könnte beim vierfachen VCLFO A-143-4 fündig werden. Die vier spannungsgesteuerten LFOs sind jeweils recht übersichtlich und sind sogar recht gut im Audiobereich einsetzbar. Und man hat bekanntlich nie genug LFOs…

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe55 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-143-3 Quad LFO

Der A-143-3 Quad LFO ist ein richtiges »Brot und Butter«-Modul, so klein kann ein Modularsystem gar nicht sein, dass nicht diese unschlagbar kompakten vier LFOs darin einen sinnvollen Platz finden würden. Obwohl … das neue „Slim Line“ Modul A-145-4 bietet auf nur 4 TE (statt der 14 TE für das A-143-3!) ebenfalls vier unabhängige LFOs, man muss allerdings auf den Sägezahn-Ausgang und den Schalter zur Frequenz-Vorwahl verzichten.

Die LFOs selbst sind nicht weiter aufregend gestaltet (Dreieck, Rechteck und Sägezahn in 3 Geschwindigkeitsbereichen), aber für besondere Bedürfnisse kann man ja noch mit »Spezialisten« ergänzen.

Bedienelemente

Ausgänge (pro LFO-Teilmodul):

CTRL-A143-3-OUT

Regler / Schalter (pro LFO-Teilmodul):

CTRL-A143-3-SW

Multiple Modulation

Der Einsatz für Module mit vier Modulationseingängen liegt natürlich nahe: Die beiden WaveshaperA-137-1 und A-137-2 lassen sich sehr gut mit dem A-143-3 steuern.

Sägezahn: doppelte Frequenz

Die Frequenz des Sägezahnausgangs ist technisch bedingt doppelt so hoch wie die Frequenz der anderen Ausgänge.

Technische Daten

Breite14 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf70 mA (+12V) / -60 mA (-12V)

A-143-2 Quad ADSR

Der Quad ADSR besteht aus vier identisch aufgebauten Teilmodulen und kann etwas Platz (6 TE weniger im Vergleich zu 4 A-140) sparen, wenn mehrere ADSR-Generatoren benötigt werden. Wobei das Modul mit 26 TE schon ein ganz ordentlicher „Brummer“ ist.

Interessant sind insbesondere drei Komparator-Ausgänge pro Teilmodul, die beim Ende der Attack-, der Decay-, sowie der Release-Phase ein Gatesignal ausgeben. Damit lassen sich wie auch beim „Geschwistermodul“ A-143-1 recht komplexe gegenseitige Steuerungen der Teilmodule herstellen.

Bedienelemente

Eingänge (für jedes ADSR-Teilmodul):

CTRL-A143-2-IN

Ausgänge (für jedes ADSR-Teilmodul):

CTRL-A143-2-OUT

Regler / Schalter (für jedes ADSR-Teilmodul):

CTRL-A143-2-SW

Etwas langsamer als der A-140

Obwohl das Modul in vielen Punkten dem A-140 ähnelt (und mit seinen Komparator-Ausgängen weit übertrifft), ist der A-140 noch ein Stück schneller abgestimmt und damit für manche Zwecke besser geeignet. Die kürzeste Hüllkurve beim A-143-2 beträgt ca. 1,2 ms, beim A-140 weniger als 100 µsec (das ist um einen Faktor 12 schneller). Allerdings erfordert eine derart schnelle Hüllkurve auch einen VCA oder ein Filter, das mit dieser Geschwindigkeit „mithalten“ kann.

Keine Steuerung durch den Bus

Der A-143-2 ist nicht mit der Trigger-Leitung im A-100 Bus verbunden.

Synchronisierte Hüllkurven / LFOs

Der A-143-2 ist im »LFO-Modus« und steuert einen A-137-1.

Vier (bezüglich Start-Zeitpunkt) synchronisierte, aber doch im Ablauf unterschiedliche ADSR-Generatoren im »LFO-Modus« können auf sehr interessante Weise z.B. einen A-137-1 modulieren. Das End Of Release-Gate des ersten Teilmoduls wird mit dem Gateeingang des ersten Teilmoduls (und damit aller Teilmodule) verbunden.

Noch etwas komplexer wird es, wenn je ein »End Of Release«-Ausgang die Hüllkurve des nächsten Teilmoduls startet. Die vier Hüllkurven können z.B. über einen A-138c Polarizing Mixer gemischt werden oder auch vier unterschiedliche »Synthesizerstimmen« steuern, die nacheinander hörbar werden.

Technische Daten

Breite26 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf70 mA (+12V) / -50 mA (-12V)

A-143-1 Complex Envelope Generator / LFO

Der Complex Envelope Generator ist eine sehr vielseitige Quelle von Modula­tionen. Er besteht aus vier AD-Hüllkurven (d.h. es gibt jeweils nur Attack- und Decay-Phasen), die in beliebiger Kombination hintereinandergeschaltet werden, sich gegenseitig auslösen oder auch jeweils in einem »LFO«-Modus betrieben werden können. Bedingt durch die Komplexität der Schaltungs- und Einstellungsoptionen erfordert der A-143-1 eine gewisse Einarbeitungszeit, die sich aber lohnt!

Jede der vier Hüllkurven hat einen Regler für »Attack« und einen für »Decay«. Die Hüllkurven können positiv oder invertiert zu einer Summe gemischt werden. Zum Auslösen anderer Hüllkurven (z.B. im A-143-1, aber auch für einen A-140 usw.) werden zwei Gatesignale erzeugt: eines am Ende der Attack-Phase und ein zweites in der Decay-Phase.

Jeder AD-Generator kann zwischen einmaligem Durchlauf und einer LFO-Betriebsart umgeschaltet werden.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A143-1-IN

Ausgänge (für jeden AD-Generator):

CTRL-A143-1-OUT

Regler / Schalter (für jeden AD-Generator):

CTRL-A143-1-SW

Drones

Komplexe Hüllkurven eignen sich natürlich sehr gut, um langsame Klangverläufe (z.B. Drones) lebendig und abwechslungsreich zu gestalten.

Der A-143-1 Complex Envelope Generator moduliert ein Filter. Dabei wird eine Mischung aller vier sich gegenseitig beeinflussenden AD-Generatoren verwendet.

Vier sich gegenseitig beeinflussende »Stimmen«

Bei etwas umfangreicheren Modularsystemen lassen sich mit den – voneinander gegenseitig abhängigen – Einzelausgängen sehr interessante Klänge erzeugen. Man könnte die Hüllkurven für vier »Stimmen« (d.h. 4 unabhängige Kombinationen von VCO / VCF / usw.) einsetzen, die sich aber immer wieder gegenseitig triggern.

Invertierte Gates

Eine nette Variante der gegenseitigen Steuerung ergibt sich, wenn die Gatesignale aus dem Comparator mit Hilfe eines A-166 Dual Logic Moduls invertiert werden.

Rechteck-LFO

Der A-143-1 Complex Envelope Generator kann auch als 4 Rechteck-LFOs arbeiten: Dazu wird einfach das Signal aus dem Ausgang »Comp Out« verwendet. Die gewünschte Pulsbreite kann mit dem Regler »Threshold« eingestellt werden.

Technische Daten

Breite28 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf70 mA (+12V) / -40 mA (-12V)

A-142-4 Quad Decay

Das A-142-4 Quad Decay bietet vier sehr einfach gehaltene Decay-Generatoren auf kleinem Raum.

Spannungssteuerung oder Gate-Erzeugung wie beim A-142-1 wurden hier zugunsten optimaler Ausnutzung des Platzes weggelassen. Das Modul ist daher interessant, wenn man auf beengtem Raum einfach noch ein paar zusätzliche Hüllkurven für »Perkussives« benötigt.

Bedienelemente

Eingänge (für jedes Teilmodul):

CTRL-A142-4-IN

Ausgänge (für jedes Teilmodul):

CTRL-A142-4-OUT

Regler / Schalter (für jedes Teilmodul):

CTRL-A142-4-SW

Hüllkurven, schnell und einfach

Das Modul hat übrigens eine fest »eingebaute« Attackzeit von 3 ms – das entspricht gemäß Doepfer-Website der Attackzeit der TB-303. Und dahin geht die Reise auch mit dem Modul: Bass und Perkussives, schnell und einfach einzustellen.

Umbau in LFO-Modus

Mit Hilfe von Jumpern auf der Platine des Moduls können die einzelnen Decay-Generatoren in einen »LFO-Modus« umgebaut werden, sie triggern sich also immer wieder selbst. Für jedes der vier Teilmodule existiert ein Stecker (2 Stifte) auf der Platine, auf den man für diese Zwecke einen Jumper aufstecken kann. Die erforderlichen Verbindungen können durch »Lötkundige« auch mit Hilfe von Schaltern auf einer kleinen Zusatzfrontplatte realisiert werden.

Die Jumper-Stiftleiste für den Loop-Modus der 4 Teilmodule.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-146 Low Frequency Oscillator 2

Der A-146 Low Frequency Oscillator LFO 2 ist aufgrund seiner flexibel einstellbaren Schwingungsformen außergewöhnlich.

Man kann dabei stufenlos zwischen Sägezahn, Dreieck und invertiertem Sägezahn überblenden bzw. erhält ein Pulssignal mit einstellbarer Pulsbreite. Einen vergleichbaren LFO kennt man eigentlich nur aus dem legendären Korg MS-20 Synthesizer.

Bedienelemente

Ausgänge:

CTRL-A146-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A146-SW

Erzeugung von Gates

Ein Clocksignal für einen A-155 Sequencer.

Neben sehr flexibler Modulation kann der A-146 auch zur Erzeugung von Gatesignalen eingesetzt werden, der untere Rechteck-Ausgang liefert eine Spannung zwischen 0 und 5 V (der obere lediglich zwischen -2,5 V und 2,5 V, was für viele Module nicht als Triggersignal ausreicht).

Variable Seitenbänder bei FM oder AM

Die veränderbare Schwingungsform wirkt sich auch beim Einsatz als Modulationsquelle im Audiobereich aus: Unterschiedliche Pulsbreiten bzw. Sägezahn und Dreieck bewirken auch unterschiedliche Seitenbänder bei Frequenz- oder Amplitudenmodulation.

»Swing« im Sequencer

Die Pulsbreite des Signals aus dem A-145 bestimmt, wie sehr der A-155 Sequencer »swingt«.

Mit Hilfe eines A-165 Dual Trigger Modifiers können Sie einen A-155 Sequencer »swingen« lassen. Verwenden Sie ein Pulssignal aus dem A-146, das im A-165 über den »+/-«-Ausgang in zwei Triggersignale umgewandelt wird: Eines bei steigender und eines bei fallender Flanke.

Diese Triggersignale kann man mit dem »Waveform«-Regler »triolisch« einstellen und damit den Sequencer steuern.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-145 Low Frequency Oscillator

Der A-145-1 Low Frequency Oscillator LFO 1 ist ein sehr umfangreich ausgestatteter LFO.

Er verfügt über eine breite Anzahl verschiedener Schwingungsformen und einen Reset-Eingang, mit dem der LFO mit einem Sequencer, einem anderen LFO, einer Tastatur usw. synchronisiert werden kann.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A145-IN

Ausgänge:

CTRL-A145-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A145-SW

Synchronisation mit einer Hüllkurve

A-140 ADSR und A-145-1 LFO starten synchron.

Das Modul ist für Modulationen geeignet, die beispielsweise synchron zu einem ADSR sein sollen. Wozu benötigt man so etwas? Gerade bei intensiveren Modulationen etwa des Filters durch einen LFO fällt es beim Spielen durchaus auf, wenn der Ton einmal mit ganz offenem Filter und einmal mit fast geschlossenem Filter startet. Um das zu vermeiden, wird der Trigger, der die Hüllkurve für die Lautstärke startet, gleichzeitig zum Zurücksetzen des LFOs verwendet.

Mehrere LFOs für ein Ziel

Drei synchronisierte A-145-1 LFOs modulieren die Eckfrequenz eines A-102 Filters.

Es kann sehr reizvoll sein, mehrere LFOs einzusetzen, die zwar mit ganz unterschiedlichen Frequenzen arbeiten, aber zu Beginn mit einem gemeinsamen Triggersignal synchronisiert werden.

Frequenzbereiche

Der A-145-1 kann bis in den moderaten Audiobereich gelangen, was ihn für spezielle Effekte der VCO- oder VCF-Frequenzmodulation interessant macht, aber damit auch selbst als Audioquelle eingesetzt werden. Freilich mit der Einschränkung, dass die Frequenz nur mannuell regelbar ist, für den Einsatz als Klangquelle sind spannungsgesteuerte LFOs dann doch etwas flexibler.

Schalter Freq. Range:Frequenzbereich:
L0,005 Hz bis 5 Hz
M0,1 Hz bis 50 Hz
H10 Hz bis 4,5 kHz

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-143-9 Voltage Controlled Quadrature LFO/VCO

Der A-143-9 Voltage Controlled Quadrature LFO / VCO ist ein spannungsgesteuerter Sinusgenerator, der ein sehr sauberes Sinussignal erzeugt, das mit ca. 3 kHz bis in den Audiobereich reicht – bei angelegter Steuerspannung ist er sogar als VCO bis ca. 20 kHz einsetzbar.

Ein sehr sauberes Sinussignal aus dem A-143-9.

Im Vergleich zu »echten« Oszillatoren wie dem A-110 hat er neben dem geringeren Tonumfang aber ein paar Einschränkungen: Keine Temperaturkompensation, sowie eine weniger exakte 1 V / Oktave-Kennlinie zur Ansteuerung.

Die vier Ausgänge geben das gleiche Signal jeweils um 1/4 Schwingung (oder 90 Grad) verschoben aus, so dass der erste und dritte (bzw. der zweite und vierte) Ausgang jeweils ein invertiertes Signal liefern.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A143-9-IN

Ausgänge:

CTRL-A143-9-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A143-9-SW

Gemeinsam stark

Der A-132-2 Quad VCA I ist eine gute Ergänzung zum A-143-9, wenn die Amplituden aller vier Ausgänge synchron geregelt werden sollen. Wenn die beiden Module über ein Flachbandkabel (im Lieferumfang des A-132-2 VCAs) an den Platinen miteinander verbunden werden, sind die Eingänge des Quad VCAs mit den Ausgängen des Quadrature LFOs vorbelegt.

Überblendung und Modulation

In Verbindung mit einem A-132-3 Dual linear VCA und einem Mischer können interessante Überblendeffekte mit gleichzeitiger – phasenverschobener – Modulation der Audiosignale erzeugt werden.

Ein ungewöhnliches »Vibrato«, das immer wieder neu ansetzt und bei geschickter Einstellung von »Gain« und »CV« bei den Verstärkern auch noch ein leichtes »Gegeneinanderschwingen« der beiden VCOs hörbar macht.

Alternativen

Der Quadrature VCO A-110-4 ist eine interessante Variante dieses Oszillators. Doepfer hat ihm zusätzlich eine Temperaturkompensation und die Möglichkeit einer „Thru Zero“ Frequenzmodulation spendiert. Dafür wurden die invertierten Sinus- und Cosinus- Ausgänge eingespart, die man bei Bedarf aber durch zwei einfache Invertierer erzeugen kann.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-111-5 Mini Synthesizer Voice

Der A-111-5 ist kein Oszillator im herkömmlichen Sinn, sondern ein kompletter Mini-Synthesizer mit VCO, VCF, VCA, ADSR und zwei LFOs. Ein »Dark Energy« (erste Generation) für das Modulsystem! Hier ist vieles patchbar, aber bei näherer Betrachtung wird man erkennen, dass einige Signalwege ausschließlich intern geschaltet sind. Es gibt beispielsweise keine Möglichkeit, den Ausgang des Oszillators vor dem Filter abzugreifen. Der A-111-5 ist also kein »Modularsystem im Modularsystem«.

Aber das will der A-111-5 auch gar nicht sein: Er ist eine praktische Lösung, wenn man auf sehr kompaktem Raum noch eine zusätzliche »Stimme« im Modularsystem benötigt, die auch ohne viele Patchkabel unmittelbar und schnell einsetzbar ist. Der A-111-5 beinhaltet einen VCO, ein VCF (24dB Tiefpassfilter), einen VCA, zwei LFOs und einen ADSR-Generator, der Steuerspannungen z.B. für Lautstärkeverlauf oder Filterverlauf erzeugen kann.

Zudem ist das Filter einmalig: Es erlaubt lineare Frequenzmodulation seiner Eckfrequenz und ist – in Selbstoszillation – hervorragend tonal spielbar. Die Rechteck- und Pulsschwingungen des VCOs sind zwar etwas »abgerundet«, in Summe aber noch ziemlich exakt (auch im Vergleich zu A-110 oder A-111-1).

Nachdem der A-111-5 aufgrund der fehlenden Verfügbarkeit von CEM3394 – Bausteinen nicht mehr produziert wurde, hat Doepfer das Modul mit dem AS3394 neu aufgelegt.

Stand: Herbst 2020

Wird auch ein externes Signal »abgerundet«?

Öffnet vielleicht das Filter nicht vollständig und sorgt auf diese Weise für die besondere Schwingungsform? Nein, externe Signale werden nicht abgerundet, obwohl sie ja ebenfalls das Filter im A-111-1 durchlaufen müssen. In der Abbildung z.B. ein Rechtecksignal aus einem A-110 VCO:

A-111-5: Rechteck – leicht abgerundet.
A-111-5: Puls – ebenfalls abgerundet.
Rechteck eines A-110 über den externen Eingang des A-111-5.

Dreieck und Sägezahn

Der Oszillator des A-111-5 hat noch eine weitere Besonderheit: Die Pulsschwingung ist grundsätzlich immer »eingeschaltet«, ein Dreieck oder ein Sägezahn kann per Schalter hinzugefügt werden. Um aber ein reines Dreieck oder einen reinen Sägezahn zu bekommen, muss die Pulsbreite auf 0% oder 100% (»PW«-Regler auf Anschlag links oder rechts) – und somit auf »unhörbar« gestellt werden:

A-111-5: Dreieck.
A-111-5: Sägezahn.

Mischung aus Puls und Dreieck oder Sägezahn

Bei anderen Pulsbreiten-Einstellungen erhält man interessante Mischklänge, die zwar mit jedem anderen VCO ebenfalls erzielbar sind, aber hier eben recht einfach und ohne zusätzliche Patchkabel, Mixer etc.:

A-111-5: Eine Mischung aus Rechteck und Dreieck.
A-111-5: Eine Mischung aus Puls und Sägezahn.

Bedienelemente

Eingänge:

Gate vom Systembus (ohne Abb.): Der ADSR-Generator lässt sich über ein am Systembus anliegendes Gatesignal auslösen. Bei Bedarf kann diese Verbindung intern über einen Jumper aufgetrennt werden. Um ein Gate in einen Systembus einzuspeisen, wird das Modul A-185-1 benötigt.

Mit Ausnahme des ADSR Gate-Eingangs, der die Leitung zu den Gatesignalen des Systembusses unterbricht, werden alle anderen Eingänge (Audio- wie Modulationseingänge) zusätzlich zu den internen Modulations- und Audioquellen addiert.

CTRL-A111-5-IN

Ausgänge:

CTRL-A111-5-OUT

Regler / Schalter (VCO):

CTRL-A111-5-VCO-SW

Regler / Schalter (VCF):

CTRL-A111-5-VCF-SW

Regler / Schalter (VCA, LFO1 und LFO2):

Beide LFOs sind identisch ausgelegt, die Bedienelemente werden daher nur einmal beschrieben.

CTRL-A111-5-VCA-LFO-SW

Regler / Schalter (ADSR):

CTRL-A111-5-ADSR-SW

Ein kompletter Mini-Synthesizer

Der A-111-5 ist die preisgünstigste Möglichkeit, eine komplette Synthesizerstimme in das Modularsystem zu bekommen. Oft kosten bereits VCO und VCF so viel wie dieses Modul, hier sind aber noch zwei einfache LFOs, ein ADSR, ein VCA und ein paar Audio- bzw. CV-Mischer eingebaut. Das ist durchaus praktisch, wenn man mit einem sehr kleinen Modularsystem anfangen möchte.

Bei größeren und großen Systemen kann es attraktiv sein, »mal so eben« eine weitere Stimme einzubauen, die z.B. im Livebetrieb schnell und ohne viel Verkabelung einsatzbereit ist. Und dank der Vor-Verschaltung lassen sich ohne viel Aufwand erstaunlich komplexe Klänge erzielen.

Aber auch für Einsteiger-Modularsysteme ist der A-111-5 eine Überlegung wert: Man kann das Modul gut als Ausgangsbasis verwenden und dann mit weiteren Modulen (VCO, VCF, Waveshaper usw.) ergänzen.

Grundeinstellung für neue Sounds

Als Ausgangspunkt für neue Sounds können Sie folgende Grundeinstellung ausprobieren.

  • VCO: Tune = 5, Range-Schalter in der Mittelstellung, FM = 0, Source-Schalter daneben in der Mittelstellung (»off«), PW = 0 (damit ist die Pulswelle ausgeschaltet), Shape-Schalter daneben auf Sägezahn, PM = 0, Source-Schalter daneben auf Mittelstellung (»off«). Der VCO wird damit einen Sägezahn in mittlerer Oktavlage erzeugen.
  • VCF: Frq im oberen Drittel, Track-Schalter auf »off«, XM und LM auf 0, Source-Schalter auf Mittelstellung (»off«), Res = 0. Das Filter wird etwas an Höhen abschneiden, aber sonst keine auffälligen Verfärbungen des Klangs erzeugen.
  • VCA: A = 0, AM = 10, Source-Schalter auf ADSR. Der Verstärker wird damit ausschließlich vom Hüllkurvengenerator (ADSR) gesteuert.
  • LFO 1 & LFO 2: Beide Shape-Schalter auf Mittelstellung (»off«). Die LFOs sind damit erst einmal ausgeschaltet, die anderen LFO-Bedienelemente haben bei »off« keine Auswirkung.
  • ADSR: ADSR Range-Schalter auf »mid«, A = 0, D = 0, S = 10, R = 0. Die Hüllkurve ist damit eine einfache Orgel-Hüllkurve (Ton ist bei Tastendruck sofort da und verstummt beim Loslassen der Taste sofort wieder). Der Ausgang des Moduls ist mit der Audio-Anlage verbunden, VCO F Eingang und ADSR Gateeingang werden von einer Tastatur o.Ä. angesteuert.

Jetzt wird geschraubt!

Was Sie jetzt versuchen können:

Bewegen Sie per Hand den Regler »Frq« des Filters: Der Klang wird unterschiedlich dumpf oder brillant werden.

Wählen Sie eine mittlere Eckfrequenz und spielen Sie über einen größeren Tastaturbereich: Die höheren Töne werden dumpfer als die tiefen. Schalten Sie jetzt den Schalter »Track« des Filters auf »half« oder »full«: Die Eckfrequenz wird nun an die gespielte Tonhöhe zum Teil (half) oder ganz (full) angepasst.

Wie verändern sich die Klänge, wenn Sie die Resonanz des Filters erhöhen? Was passiert mit den tiefen Frequenzanteilen? Achten Sie auf den Klang bei sehr hoher Resonanz (Selbstoszillation des Filters).?Probieren Sie andere Hüllkurven: Mehr Attack lässt den Ton langsam lauter werden, Release lässt ihn nach dem Loslassen der Taste ausklingen. Attack = 0, Decay und Sustain auf mittlerem Wert lassen den Ton perkussiver werden, die Lautstärke bleibt bei länger gehaltener Taste auf der mit Sustain eingestellten Lautstärke.

Schalten Sie den ADSR-Generator als XM-Modulationsquelle des Filters ein und variieren Sie mit dem Regler »XM« die Intensität der Modulation.

Schalten Sie einen oder beide LFOs ein und setzen Sie sie als Modulationsquellen für VCO, VCF oder VCA (oder einer Kombination davon) ein.

Mischen Sie die Pulsschwingung des Oszillators (mit PW im mittleren Bereich) dazu. Schalten Sie den Sägezahn aus.

Ein alter Trick geht auch hier

Der Audioausgang der A-111-5 Mini Synthesizer Voice wird mit dem A-180 Multiple aufgesplittet und über einen A-183-1 Attenuator wieder in den eigenen »External Audio«-Eingang zurückgeführt.

Versuchen Sie ruhig auch einmal einen alten »Minimoog-Trick«: Der Audioausgang wird über ein Multiple aufgesplittet. Ein Teil geht in die Abhöranlage, ein anderer Teil über einen Abschwächer wieder zurück in den eigenen Audioeingang. Fangen Sie mit stark abgeschwächten Signalen an.

Das Filter als zweiter Oszillator

Die lineare Filter-FM ist ein ungewöhnliches Feature. Zudem ist die Kennlinie zur Steuerung der Eckfrequenz sehr exakt 1 V / Oktave (genauer als bei vielen anderen Filtern). Aufgrund der beiden unabhängigen externen Steuereingänge für VCO und VCF können Sie das Modul sogar zweistimmig spielen – hier mit einem Sequencer:

Ein A-155 Sequencer steuert sowohl die Frequenz des VCOs, als auch die Frequenz des VCFs im A-111-5 Mini Synthesizer. Der A-156 Quantizer erleichtert dabei die Einstellung auf exakte Tonhöhen.

Im folgenden Klangbeispiel wird dieses Setup demonstriert: Zu Beginn hört man den reinen Sinus des selbstoszillierenden Filters, dann kommt der VCO mit einer Pulswelle dazu, später folgen Modulationen von VCO und VCF. Zum Ende wird die Resonanz immer weiter reduziert, bis schließlich nur noch der VCO zu hören ist.

Schnelle LFOs

Die beiden LFOs reichen ein gutes Stück in den Audiobereich: Eingesetzt zur Frequenzmodulation von VCO (LFO1) und / oder VCF (LFO2), erhalten Sie ein breites Spektrum an metallischen und disharmonischen Klängen für die Abteilung »Special Effects«.

»Live«-Eingriffe erwünscht

Die große Zahl an Umschaltmöglichkeiten (das Modul verfügt immerhin über 12 3fach-Schalter!) ist eine schöne Einladung, um schnell und drastisch in den Klang einzugreifen – das ist etwas, das Sie möglicherweise nicht gerade mit einem Modularsystem verbinden, oder?

Technische Daten

Breite24 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf80 mA (+12V) / -50 mA (-12V)