A-132-4 Quad exponential Voltage Controlled Amplifier / Mixer

Der A-132-4 Quad exponential VCA besteht aus vier Teilmodulen, die separat, aber auch mit einer gemeinsamen Steuerspannung kontrolliert werden können.

Wie der A-132-1 scheint auch der Quad exponential VCA eher spartanisch ausgestattet zu sein: Eingang – Ausgang – zwei Steuerspannungseingänge ohne weitere Regler. Allerdings bietet er auch vier recht hochwertige Verstärker inkl. Summenausgang auf sehr kleinem Raum und wird in Sachen „VCAs pro TE“ wohl nur noch vom neuen A-130-8 übertroffen, der es auf ganze acht (lineare) VCAs bei ebenfalls nur 6 TE bringt. Wir werden aber etwas weiter unten sehen, dass trotz der sparsam ausgestatteten Frontplatte eine ganze Menge an Konfigurationsmöglichkeiten in dem kleinen Modul stecken.

Bedienelemente

Eingänge (für jedes der 4 Teilmodule):

CTRL-A132-4-IN

Ausgänge (für jedes der 4 Teilmodule):

CTRL-A132-4-OUT

Konfiguration über die Platine

Eine der großen Stärken des Quad VCAs ist seine recht umfangreiche Konfigurierbarkeit über Jumper auf den Platinen des Moduls:

  • Festlegung, welche(s) der Teilmodule im Summenausgang gemischt wird (werkseitig eingestellter Standard: alle).
  • Nutzung der Buchse ganz links unten für den Summenausgang oder als zweiter Steuerspannungs-Eingang (Standard: Summenausgang) für das unterste Teilmodul (VCA4).
  • „Normalisierung“ der Steuerspannungsbuchsen C2, C3 und C4 mit der Spannung an C1 – damit können alle vier Teilmodule gleichzeitig mit einer einzigen Spannung gesteuert werden. Sobald man ein Patchkabel in eine der Schaltbuchsen C2-C4 steckt, wird die Vorbelegung für dieses Teilmodul unterbrochen (Standard: Normalisierung aller 3 Buchsen).
  • Vorbelegung der Steuerspannungsbuchse C1 mit einer geringen negativen Spannung. Damit schließen mit C1 alle verbundenen Teilmodule vollständig, auch wenn an C1 kein Patchkabel angeschlossen ist (Standard: Buchse ist vorbelegt).
  • „Normalisierung“ der Eingänge „In2“, „In3“ und „In4“ mit dem Eingang (oder jeweils wahlweise auch dem Ausgang) des obersten Teilmoduls 1 (Standard: jeweils „In1“). Auch die Eingänge 2-4 sind natürlich als Schalltbuchsen ausgelegt, die diese Vorbelegungen jeweils unterbrechen.
  • Zusätzlich zu den Jumpern existieren vier Trimmpotentiometer um für jeden der VCAs die Empfindlichkeit anzupassen.
BOARD-A132-4A-2

BOARD-A132-4B

Audio gut, Morphing leider nicht

Mit der exponentiellen Charakteristik der Verstärkung ist das Modul besser für die Verstärkung von Audiosignalen als von Steuerspannungen geeignet.

Leider erzeugt es aufgrund dieser Charakteristik gemeinsam mit dem A-144 Morphing Controller keine fließenden Übergänge, so dass es nicht als (platzsparender) Ersatz für den A-135-1 VC Mixer eingesetzt werden kann. Der A-144 liefert linear steigende und fallende Steuerspannungen und benötigt daher auch linear arbeitende Verstärker. Aber vielleicht bringt Doepfer ja mal einen Nachfolger des leider nicht mehr lieferbaren A-144 mit zwischen zwischen linear und exponentiell umschaltbaren Ausgängen?

Bis dahin sind die neuen Module A-130-8 oder auch A-135-2 sehr gute mehrfach-VCAs für Morphing, wenn der A-135-1 zu sperrig ist. Oder auch zwei A-132-1, die seit 2013 mit sehr hochwertigen Verstärkerbausteinen ausgestattet sind.

Technische Daten

Breite6 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-132-1 Dual Voltage Controlled Amplifier

Der A-132-1 Dual VCA wurde früher auf der Webseite von Doepfer als »Lowcost« bezeichnet. Damals wurden noch vergleichsweise einfache CA3080 verwendet, deren Qualität allerdings gar nicht so extrem »Lowcost« war, wie man das vielleicht vermuten würde. Seit Mitte 2013 wird das überarbeitete Modul mit SSM2164/V2164 betrieben, die nochmal deutlich rauschärmer und verzerrungsfreier arbeiten. „Lowcost“ ist also endgültig Geschichte? Ja, klanglich auf jeden Fall, nur der Preis ist noch immer ziemlich günstig…

Das Modul spart allerdings an der Ausstattung: Keine Abschwächer für Eingangssignal oder Steuerspannung, kein Gain-Regler für die Einstellung einer konstanten Verstärkung. Wer damit leben kann, erhält zwei sehr praktische Verstärker auf kleinem 4 TE-Raum.

Bedienelemente

Eingänge (für jedes der beiden Teilmodule):

CTRL-A132-1-OUT

Ausgänge (für jedes der beiden Teilmodule):

CTRL-A132-1-OUT

Für Steuerspannungen sowieso

Ein A-140 ADSR steuert sowohl die Frequenz des LFOs, als auch dessen Amplitude, d.h. Intensität der Modulation des LFOs auf ein beliebiges Ziel.

Verstärkung / Abschwächung von Steuerspannungen ist eine typische Anwendung für die linear arbeitenden VCAs im A-132-1. Sie können beispielsweise die Intensität der Modulation eines LFOs auf ein Filter mit einem ADSR-Generator steuern, z.B. um ein langsam automatisch abklingendes „Wahwah“ zu realisieren.

Morphing mit Steuerspannungen

Zwei A-132-1 können gut gemeinsam mit einem A-144 Morphing Controller eingesetzt werden, um zwischen vier Signalen überzublenden. Da der A-144 lineare VCAs benötigt, ist der A-132-2 (genauer gesagt zwei davon) dafür perfekt geeignet.

Im Gegensatz zum A-135-1 VC Mixer (der nur Audio mag) können die A-132-1 VCAs auch sehr gut für die Verstärkung (bzw. in Verbindung mit dem A-144 für das »Morphing«) von Steuerspannungen eingesetzt werden.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe35 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-131 Exponential Voltage Controlled Amplifier

Das Modul A-131 ist das »Geschwistermodul« des A-130 VCA – im Gegensatz zu diesem arbeitet es mit einer exponentiellen Charakteristik, ist aber ansonsten identisch ausgestattet.

Damit ist es für die Verstärkung von Steuerspannungen eher wenig geeignet, aber in den meisten Fällen sehr gut passend für die Verstärkung von Audiosignalen.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A131-IN

Ausgänge:

CTRL-A131-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A131-SW

Ein leicht »färbender« VCA

Bei hohen Eingangspegeln bzw. großen Verstärkungsfaktoren (Steuerspannung) erzeugt der A-131 VCA leichte Verzerrungen (»Clipping«). Sie haben es also nicht mit einem »Hi-Fi«-Verstärker zu tun, der unter allen Bedingungen eine 1:1-Verstärkung durchführt. Der A-131 ist ein »färbender« Verstärker, der das Signal in Grenzbereichen verändert.

Das kann man mögen oder auch nicht: Die Ergebnisse klingen ja gar nicht schlecht, sondern meist etwas »retro« – aber wenn das Ideal ein »Hi-End-Laborinstrument« ist, dann wird das weniger passend sein.

»Andicken« mit einem zusätzlichen Sinus im VCA

Ein »konservatives« Synthesizer-Patch summiert mehrere VCOs in einem Mischer, sendet das Ergebnis in ein Filter und dann in den VCA. Durch die zwei Eingänge des A-131 kann zusätzlich eine Sinusschwingung aus einem VCO abgezweigt und ungefiltert in das Summensignal eingespeist werden. Auf diese Weise können noch zusätzlich Bässe betont werden.

Der A-131 VCA als letztes (und dabei den Klang etwas färbendes) Glied in einem Standard-Synthesizer.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-130 Linear Voltage Controlled Amplifier

Der A-130 Voltage Controlled Amplifier ist ein (sehr gut ausgestatteter) linear arbeitender VCA. Das »Geschwistermodul« A-131 arbeitet mit exponentieller Charakteristik, ist aber ansonsten identisch ausgestattet.

Bereits bei den Mischern A-138a (linear) und A-138b (exponentiell) hat sich gezeigt, dass eine exponentielle Charakteristik der Verstärkung unserem psychophysiologischen Empfinden einer »gefühlt linearen« Lautstärkeregelung näher kommt.

Daher wird der lineare Verstärker A-130 auch eher für Steuerspannungen eingesetzt.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A130-IN

Ausgänge:

CTRL-A130-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A130-SW

Steuerspannungen

Zwei Steuerspannungen eines A-145 LFOs werden im A-130 gemischt und in der Amplitude durch einen zweiten LFO moduliert.

Das Modul eignet sich hervorragend für die Verstärkung / Abschwächung von Steuerspannungen.

Wenn man mehrere LFOs oder LFO und ADSR zur Verfügung hat, lassen sich damit sehr einfach bereits etwas komplexere Modulationen erzeugen.

»Weichere« Lautstärkeverläufe bei Audio

Wenn es – für Audiosignale – mal etwas weniger »pointierte / zackige« Lautstärke-Verläufe braucht, lohnt sich der Versuch mit einem linearen VCA an Stelle der üblichen exponentiellen Variante (wie dem A-131) durchaus. Der Effekt eines linearen VCAs kann übrigens auch nicht durch längere Decay- usw. Zeiten im ADSR-Generator ersetzt werden.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -10 mA (-12V)