A-187-1 Voltage Controlled DSP Effects

Das Modul ist nicht mehr lieferbar.

Das DSP-Modul bietet einfache Digital-Effekte wie Delay, Chorus, Hall, Equalizer und Pitch Shifter an. Im Gegensatz zum A-112 liegen hier jedoch Wandler mit 20 Bit Auflösung vor. Die Samplingfrequenz beträgt 32 kHz, damit ist ein Frequenzgang bis ca. 16 kHz erreichbar.

Zentrales Element des Moduls ist ein zweizeiliges Display, das in der oberen Zeile den ausgewählten Effekt anzeigt, darunter vier manuell und per Steuerspannung veränderbare Parameter (z.B. Verzögerungszeit, Ausgangslautstärke usw.), sowie als Säulengrafik die aktuellen Ausprägungen dieser Parameter. Für jeden der vier Parameter gibt es einen Regler zur manuellen Einstellung, einen Abschwächer für eine Steuerspannung und einen Steuerspannungs­eingang.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A187-1-IN

Ausgänge:

CTRL-A187-1-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A187-1-SW

Standardeinsatz

Das Modul lässt sich gut am Ende der Signalkette einsetzen, um z.B. eine Synthesizerstimme zu »würzen«. Die folgenden Effekte stehen dafür zur Verfügung:

Name:Parameter 1:Parameter 2:Parameter 3:Parameter 4:
Equalizer 1Amplitude für das Frequenzband um 31 Hz (-24 dB bis +12 dB für alle Equalizer)Amplitude für das Frequenzband um 62 HzAmplitude für das Frequenzband um 125 HzAmplitude für das Frequenzband um 250 Hz
Equalizer 2Amplitude für das Frequenzband um 250 HzAmplitude für das Frequenzband um 500 HzAmplitude für das Frequenzband um 1 kHzAmplitude für das Frequenzband um 2 kHz
Equalizer 3Amplitude für das Frequenzband um 2 kHzAmplitude für das Frequenzband um 4 kHzAmplitude für das Frequenzband um 8 kHzAmplitude für das Frequenzband um 12 kHz
DistortionInput LevelResonance des FiltersVCF EckfrequenzDepth – Intensität der Verzerrung
Pitch ShifterShift – Umfang der Verschiebung (+/-12 Halbtöne)Resonance des FiltersVCF EckfrequenzBalance zwischen Original und Effektsignal
ReverbPredelay – Verzögerung vor dem Hall (ca. 0-50ms)Reverb Time – Nachhallzeit (ca. 40 – 500 ms)High Damp – Ausmaß der Dämpfung höherer FrequenzenVolume des Effekt-Signals
EchoTime – Verzögerungszeit (ca. 1 – 165 ms)Feedback – Ausmaß der RückkopplungHigh Damp – Ausmaß der Dämpfung höherer FrequenzenVolume des Effekt-Signals
Chorus / Flanger / Echo 1Delay – Verzögerungszeit (ca. 1 – 41 ms)Feedback – Ausmaß der RückkopplungRate – Geschwindigkeit der Modulation der Verzögerungszeit (ca. 0,025 Hz – 12,5 Hz)Depth – Intensität der Modulation der Verzögerungszeit
Chorus / Flanger / Echo 2Delay – Verzögerungszeit (ca. 1– 41 ms)Feedback – Ausmaß der RückkopplungRate – Geschwindigkeit der Modulation der Verzögerungszeit (ca. 0,025 Hz – 12,5 Hz)Volume des Effekt-Signals
Delay & Reverb 1Delay – Verzögerungszeit des Delays (ca. 1 – 165 ms)Feedback – Ausmaß der Rückkopplung des DelaysTime – Nachhallzeit des Reverbs (ca. 40 – 500 ms)Volume des Effekt-Signals
Delay & Reverb 2Feedback – Ausmaß der Rückkopplung des DelaysVolume des Effekt-Signals (Delay)Time – Nachhallzeit des Reverbs (ca. 40 – 500 ms)Volume des Effekt-Signals (Reverb)
Chorus & DelayFeedback – Ausmaß der Rückkopplung des ChorusVolume des Effekt-Signals (Chorus)Feedback – Ausmaß der Rückkopplung des DelaysVolume des Effekt-Signals (Delay)

Interne Audiowege

Bei den Equalizern 1-3, Distortion und Pitch Shifter bleiben sowohl Eingangssignal als auch Effektsignal jeweils separat auf Kanal 1 oder 2 (d.h. hier haben wir im Grunde 2 x Mono mit gemeinsamer Steuerung).

Bei Reverb, Echo, Chorus / Flanger / Echo1+2, Delay & Reverb 1+2, sowie Chorus & Delay bleibt zwar das Eingangssignal jeweils an den Ausgängen auf seinem ursprünglichen Kanal (1 oder 2). Der Effektanteil wird dagegen bei diesen Effekten immer auf beide Ausgänge verteilt, teils ist das über »Volume«-Regler einstellbar.

Für Echo und Hall fast zu schade

Die LFOs eines A-143-3 modulieren das A-187-1 DSP Modul (z.B. Equalizer), in das weißes Rauschen geleitet wird.

Der Einsatz als simples Echo- oder Hallgerät wäre fast zu schade – immerhin lassen sich ja mehrere Parameter über Steuerspannungen beeinflussen. Die Equalizer können z.B. sehr gut eingesetzt werden, um Rauschen dynamisch zu formen – der Einsatz mit einem langsam eingestellten A-143-3 Quad LFO bietet sich hier an:

Klangbeispiele

Wir verwenden hier ein Stereo Setup, das bewusst von der Idee „leiten wir einfach eine Synthesizerstimme in das Modul“ abweicht, um die Möglichkeiten des A-187-1 zu zeigen, mit zwei unabhängigen Audioquellen zu arbeiten. Je 3 A-110-1 VCOs für den linken und den rechten Kanal (Sägezahn-Ausgänge, je einer der 3 VCOs ist 1 Oktave nach unten transponiert) werden von zwei A-155 / A-156 Sequencern gesteuert, die im Takt synchronisiert sind. Die beiden VCO-Mischungen gehen zunächst in je einen A-132-3 VCAs, die beide von je einem A-140 ADSR gesteuert werden. Die Ausgangssignale der beiden VCAs werden in Audio In 1 und Audio In 2 des A-187-1 gespeist.

Die vier Parameter des Moduls werden durch vier unabhängige Dreiecks-LFOs aus einem A-143-3 moduliert. Die beiden Audioausgänge sind schließlich wieder mit zwei A-132-3 VCAs verbunden, die von weiteren 2 A-140 ADSRs gesteuert werden, hier allerdings mit etwas längerer Ausklingzeit, um z.B. Delays und Reverb deutlicher zu hören. Alle ADSR-Generatoren werden durch die beiden A-155 Sequencer getriggert. Ein Filter kommt hier bewusst nicht zum Einsatz.

Equalizer 1.
Equalizer 2.
Equalizer 3.
Distortion.
Pitchshifter.
Reverb.
Echo.
Chorus / Flanger / Echo 1.
Chorus / Flanger / Echo 2.
Delay / Reverb 1.
Delay / Reverb 2.
Chorus / Delay.

Technische Daten

Breite18 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf200 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-112 VC Sampler / Wavetable Osc.

Der A-112 ist ein kleines digitales Modul, das Audiomaterial aufzeichnen, speichern und transponiert wiedergeben kann – ein Sampler im Kleinformat also. Daneben kann das Modul auch für einfache Wavetable-Synthese und als Effekt benutzt werden.

Das Modul besitzt zwei kleine (je 64 kBytes große) Speicher, um Audiomaterial abzulegen und auf verschiedene Weise wiederzugeben. Einer der beiden Speicher kann zudem für digitale Effekte (Pitch Shifting, Delay und Reverse Delay) genutzt werden. Das alles hat aufgrund der geringen Auflösung von 8 Bit einen deutlichen Retro-Charme, da bereits die Wandlung (analog / digital und wieder zurück) das Audiomaterial im Klang stark verändert. Der A-112 ist also mit Sicherheit kein »High-End«-Sampler – dafür eignen sich Rechner deutlich besser.

Ein Nachteil des Moduls ist seine „etwas“ kryptische Bedienoberfläche: Schalter und zum Teil auch Eingangsbuchsen sind mehrfach und mit ganz unterschiedlichen Funktionen belegt, man wird also eine gewisse Einarbeitungszeit veranschlagen müssen.

Meine ursprüngliche Beschreibung im Buch finde ich übrigens ziemlich mittelmäßig, daher wurde dieser Beitrag weitgehend neu geschrieben.

Bedienelemente

Das Modul ist aufgrund der Mehrfachbelegung von Schaltern und Buchsen bei der Bedienung gewöhnungsbedürftig. Kein Display oder gar eine opulente DAW-Oberfläche helfen, manche Wechsel zwischen verschiedenen Betriebsarten funktionieren nicht ohne Zwischenschritte, die man sich halt einfach merken muss. Rechnen Sie daher mit etwas mehr Einarbeitungszeit als für andere Module.

Eingänge:

CTRL-A112-IN

Ausgänge:

CTRL-A112-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A112-SW

Was kann das Modul?

Der A-112 kann als Sampler klassischer Prägung arbeiten, kann seine internen Speicher im Sinne eines flexiblen Wavetable-Oszillators durchfahren und zudem Audiomaterial in Echtzeit mit digitalen Verzögerungseffekten, Freezing und Pitch-Shifting bearbeiten. Und das ganze auf der Basis einer technischen Plattform des Jahres 1998, Spannungssteuerung im Modularsystem inklusive.

Der A-112 als Sampler oder Wavetable-Oszillator

Für diese Betriebsarten werden alternativ die beiden Speicherbänke S1 und S2 verwendet, um Audiomaterial zu speichern und auf verscheidene Weise wieder auszugeben.

Vorbereitung zum Einsatz: Aufnahme

Um ein Audiosignal für den Sampler oder Wavetable-Oszillator aufzunehmen, sind folgende Schritte erforderlich:

  1. Auswahl einer der beiden Speicherbänke S1 oder S2 mit dem obersten Schalter, in die aufgenommen werden soll.
  2. Auswahl von „Rec“ mit dem mittleren Schalter.
  3. Auswahl von „Norm“ mit dem untersten Schalter. (Über andere Aufnahme-Methoden reden wir im Anschluss.)
  4. Einstellen der gewünschten Sampling-Frequenz über den „Tune“ Regler. Je höher die Frequenz, desto realistischer, aber auch kürzer wird die Aufnahme. Der Bereich reicht von 2 kHz bis 79,4 kHz.
  5. Das Audiosignal muss am Eingang „Audio In / Wave-CV In“ anliegen.
  6. So lange kein Gatesignal an „Gate In“ anliegt, haben wir ein Vorhör-Signal am Ausgang. Bei Übersteuerung blinkt die „Run“ LED kurz auf.
  7. Start der Aufnahme über ein Gatesignal am Eingang „Gate In“ oder Drücken (und gedrückt halten!) des Tasters „Man. Trig“. Das Audiomaterial wird so lange aufgenommen, bis entweder der Speicher voll ist oder das Gatesignal abbricht. Eine Änderung der Sampling-Frequenz ist bei aktivem Gatesignal während der Aufnahme nicht mehr möglich.

Jeder der beiden Speicher S1 und S2 verfügt über 64 kBytes Speicherplatz mit je 256 „Pages“ à 256 Bytes, die im Wavetable-Modus einzeln als „Waves“ angesprochen werden können. Damit können pro Speicher etwa 2 Sekunden Audiomaterial bei einer Samplingfrequenz von 32 kHz aufgezeichnet werden.

Andere Aufnahme-Arten

Wenn der unterste Schalter nicht auf auf „Norm“ steht, gibt es noch weitere Möglichkeiten der Aufnahme:

  • „Loop“: Die Aufnahme wird bei gefülltem Speicher nicht automatisch abgebrochen, sondern beginnt wieder am Anfang und überschreibt bereits aufgenommene Speicherbereiche. Die Aufnahme wird erst beendet, sobald das Gatesignal abbricht.
  • „Wav“: Hier wird lediglich eine 256 Byte große „Wave“ aufgenommen. Über den „Tune“ Regler bzw. die Steuerspannung an „CV In“ wird wie bei den beiden anderen Aufnahmearten die Samplingfrequenz festgelegt, solange kein Gatesignal anliegt. Sobald wir allerdings ein aktives Gatesignal haben, bestimmen „Tune“ bzw. „CV In“ die Nummer der Page, in die die Wave aufgenommen wird. Diese Speicherposition wird dann fortlaufend mit dem Audiomaterial überschrieben, bis das Gatesignal abbricht oder über „Tune“ bzw. „CV In“ eine andere Speicherposition gewählt wird. Damit lässt sich aus einem längeren Audiosignal und einer Steuerspannung z.B. aus einem ADSR-Generator, einem S&H usw. eine komplexe (allerdings auch schwer vorhersagbare) Wavetable im Speicher erzeugen. Einfacher ist mit Sicherheit eine konventionelle Aufnahme im „Norm“-Modus, die anschließend im Wavetable-Modus über eine Steuerspannung abgetastet wird.

Spielen von Samples / Wavetables

Das so aufgenommene Audiomaterial kann nun entweder als einmaliger Durchlauf des gesamten Speichers (One Shot), in kontinuierlicher Schleife des gesamten Speichers (Loop) oder aber selektiv wiedergegeben werden. Bei der selektiven Wiedergabe werden jeweils einzelne „Waves“ aus dem Speicher in Endlosschleife wiedergegeben. Dabei ist es möglich, die Speicheradresse der wiederzugebenden Wave dynamisch festzulegen (Wavetable-Oszillator), man kann vorwärts und rückwärts durch das Audiomaterial „fahren“ oder auch bei einer einzelnen aufgezeichnete Waveform „stehenbleiben“. Das entspricht dann einer der oben genannten „Pages“ mit je 256 Bytes Größe.

  1. Der oberste Schalter verbleibt auf dem vorher eingestellten Speicher S1 oder S2.
  2. Ändern des mittleren Schalters von „Rec“ auf „Play“.
  3. Einstellen der Wiedergabeart mit dem unteren Schalter:
    • „Norm“ für einmalige Wiedergabe des Speicherinhalts,
    • „Loop“ für Wiedergabe des Speicherinhalts in Endlosschleife,
    • „Wave“ für selektive Wiedergabe einzelner Waves bzw. dynamisches Durchfahren des Speichers über eine Steuerspannung.
  4. Spielen: Durch ein Gatesignal am Eingang „Gate In“ oder Drücken des Tasters „Man. Trig.“ wird die Wiedergabe gestartet:
    • Bei „Norm“ wird der gesamte Samplespeicher einmal komplett bis zum Ende wiedergegeben, auch wenn während der Wiedergabe das Gatesignal abbricht. Ein erneutes Gatesignal startet den Abspielvorgang wieder vom Angang an.
    • Bei „Loop“ wird der Samplespeicher in einer „Endlosschleife“ wiedergegeben, d.h. am Ende der Wiedergabe starten wir wieder beim Anfang. Sobald das Gatesignal abbricht, endet die Wiedergabe allerdings nicht! Stattdessen wird ab dann der Samplespeicher in Endlosschleife vom Anfang bis zum zuletzt erreichten Punkt wiedergegeben. Ein erneutes Gate-Signal verlängert die Wiedergabeschleife wieder bis zum nächsten Abbruch des Gatesignals. Die Wiedergabe im „Loop“-Modus wird erst dann beendet, wenn ein kurzes Triggersignal von max. 100 ms angelegt wird. Kompliziert? Ja…
    • Bei „Wave“ arbeitet der A-112 als Wavetable-Oszillator. Die ausgewählte Wave (d.h. ein 256 Byte großer Speicherbereich) wird wiederholt abgespielt, bis das Gatesignal abbricht. Über eine Steuerspannung am Eingang „Audio In / Wave-CV In“ können andere Pages ausgewählt werden und damit der gesamte Samplespeicher dynamisch vorwärts oder rückwärts durchfahren werden oder auch die Wiedergabe bei einer einzelnen Wave verharren.
  5. Bei allen drei Wiedergabearten kann die Samplingfrequenz und damit die Tonhöhe und gleichzeitig die Geschwindigkeit der Wiedergabe wie bei einem analogen VCO mit einer Steuerspannung über „CV In“ gesteuert werden. Zusätzlich kann die Tonhöhe (und Geschwindigkeit / Samplingfrequenz) über den „Tune“ Regler manuell beeinflusst werden

Sampleinhalt speichern und laden

Die aufgenommenen Audiodaten beider Speicher S1 und S2 bleiben auch beim Ausschalten des A-100 Systems erhalten. Manchmal genügt das natürlich nicht und man möchte mit einer Art „Sample-Library“ arbeiten und einmal aufgenommene Sounds später wiederverwenden. Dazu ist eine einfache Midi-Sampledump Funktion implementiert.

  1. Der Speicher S1 oder S2, der extern gespeichert oder von einer externen Quelle aus geladen werden soll, wird über den obersten Schalter ausgewählt.
  2. Der mittlere Schalter wird auf „Dmp“ für die Sampledump-Funktion gestellt.
  3. Mit dem untersten Schalter wird festgelegt, ob der gesamte Speicher S1 oder S2 übertragen wird (Position „Norm„) oder nur eine einzelne Wave mit 256 Byte (Position „Wav„). Bei einzelnen Waves legt der „Tune“ Regler (oder eine Steuerspannung an „CV In“) fest, welche Page des Speichers gesendet oder geladen werden soll. Ein Sampledump im „Loop“-Modus des untersten Schalters ist nicht implementiert, das würde auch keinen Sinn machen.
  4. Daten aus dem A-112 übertragen:
    • Durch ein Gatesignal am Eingang „Gate In“ oder Drücken von „Man. Trig.“ wird ein Sampledump an den Ausgang „MIDI Out“ gesendet.
    • Alternativ kann über „MIDI In“ ein Sampledump-Request (z.B. aus einer DAW) empfangen werden, der den Sampledump an „MIDI Out“ auslöst.
  5. Daten von extern in den A-112 laden:
    • Mit den oben beschriebenen Schalterstellungen ist der A-112 bereit, einen Sampledump über „MIDI In“ zu empfangen.

Leider ist das kostenlos downloadbare Sampledump Programm für den A-112, das auch eine Konvertierung von Wav-Files erlaubt, mittlerweile deutlich veraltet, es funktioniert nur unter DOS (bzw. eingeschränkt unter Windows 95). Ansonsten sind Midi-Sampledumps auch sehr gut mit dem Programm MIDI-OX (www.midiox.com) oder mit den meisten DAWs möglich.

MIDI Dump Request für den Inhalt des Speichers S1 oder S2:

F0
00 20 20
7F
00 oder 01
F7
Start der Sysex-Meldung
Doepfer-Sysex-ID
Abruf Speicher des A-112
00 = Speicher S1, 01 für S2
Ende der Sysex-Meldung

MIDI Dump Request für einzelne Waves:

F0
00 20 20
7D
[Bit 7-1 der Page]
[Bit 0 der Page]
F7
Start der Sysex-Meldung
Doepfer-Sysex-ID
Abruf Wave des A-112
hexadezimale Page-Nummer von 1-256 in 8 Bits
Ende der Sysex-Meldung

Der A-112 als Effektgerät

Der A-112 Sampler / Wavetable-Oscillator kann auch als Effektgerät eingesetzt werden. Man muss sich dabei aber bewusst sein, dass die 8-Bit-Wandler des digitalen Moduls auch eine ganz eigene »Lo-Fi«- Klangcharakteristik mit sich bringen. Das Modul bietet Pitch Shifting (Verschiebung der Tonhöhe), Delay (mit einer maximalen Verzögerungszeit von 2 Sekunden) und Reverse Delay an. Zusätzlich kann die Ausgabe eines der drei Effekte mit Freeze „eingefroren“ werden.

Achtung: Beim Einsatz als Effektgerät wird der Inhalt des Speichers S2 überschrieben.

Lo-Fi – Effekte!

Der A-112 kann ganz einfach als Lo-Fi-Effektgerät eingesetzt werden: der oberste Schalter wird auf Position »Eff.« gestellt, mit dem mittleren Schalter wird die Art des Effekts ausgewählt: Pitch Shift (Schalter­position »Pit«), Delay (Schalterposition »Del«) oder Reverse Delay (Schalterposition »Rev«). Mit dem unteren Schalter lässt sich zwischen einer normalen (Schalterposition «Norm«) und der »Freeze«-Betriebsart wählen (Schalterposition »Frz«).

Das Ausgangssignal des A-111-5 Mini Synthesizers wird über die Effekt-Möglichkeiten des A-112 bearbeitet.

Vorbereitung zum Einsatz als Effektgerät

Vor Benutzung der Effekte müssen Sie die Größe des zu verwendenden Speichers einstellen (der Speicher »S2« wird dabei überschrieben):

  1. Schalter 1 auf »Eff«.
  2. Schalter 2 nach Bedarf auf eine der drei Effekt-Arten.
  3. Schalter 3 auf »Len«.
  4. Nun stellen Sie die gewünschte Größe des Speichers mit dem Regler »Tune« ein. Ein großer Speicherbereich ermöglicht längere Delayzeiten.

Aktiviert wird diese Auswahl durch Anlegen eines Gatesignals am Gateeingang (oder manuellem Auslösen des »Trig«-Tasters). Die Effekte bleiben für die Dauer des Gatesignals aktiv, danach werden sie wieder deaktiviert.

Freeze Modus:

Für Delay, Reverse Delay und Pitch Shift gibt es zusätzlich einen „Freeze“ Modus, der das aktuell bearbeitete Signal einfriert. Zum Umschalten muss die „Norm“-Betriebsart allerdings zuerst abgebrochen werden:

  • Oberster Schalter von »Eff« auf »S1« oder »S2«, oder
  • unterster Schalter auf »Len«.

Danach kann der unterste Schalter auf »Freeze« gestellt werden.

Ein Wechsel zurück vom »Freeze« Modus in den normalen Modus muss analog dazu erfolgen.

Die Steuerung der Sampling-Frequenz (und damit der Verzögerungszeit bei gegebener Speichergröße) erfolgt mit dem »Tune«-Regler. Der Freeze-Effekt für Delay, Reverse Delay oder Pitch-Shift wird erst mit einem aktiven Gatesignal („Gate In“ oder „Man. Trig.“) gestartet.

Pitch Shifter:

Mit dem Regler »Tune« wird auch hier eine Samplingfrequenz eingestellt, mit der der zuvor festgelegte Speicher ausgelesen wird. Die Audiosignale werden dabei aber weiterhin mit einer festen Samplingfrequenz in den Speicher geschrieben, so dass über diesen Regler eine zu schnelle oder zu langsame Wiedergabe der eben noch gespeicherten Audio-Fragmente erfolgt. Die Größe des zuvor festgelegten Speichers bestimmt dabei die »Granularität« des Effektes. Auch hier wird der Effekt durch ein Gatesignal („Gate In“ oder „Man. Trig.“) aktiviert.

Mögliche Schwachstelle: Speicherbatterie

Das Modul verwendet einen kleinen Akku, um den Inhalt des Samplespeichers auch beim Ausschalten des A-100 Systems zu erhalten. Dieser Akku hat leider keine unbegrenzte Lebensdauer und muss regelmäßig (mindestens alle 2 Jahre) überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Zum Austausch sind kleine Lötarbeiten erforderlich, um die Beinchen des Akkus von der Platine zu lösen bzw. wieder an der Platine anzubringen.

Beim A-112 ist das ein 3,6V Akku mit den Maßen 10mm x 20mm (z.B. GP 3GP-60 oder Varta 3/V80H).

Achtung: Ein „auslaufender“ Akku kann schwere Schäden am A-112 oder darunter eingebauten Modulen verursachen! Prüfen Sie daher alle 2 Jahre, ob Elektrolytflüssigkeit austrtitt und ob die Spannung noch mindestens 90% der 3,6V beträgt. Entfernen Sie zuvor das Modul komplett aus dem Gehäuse und trennen es komplett von der Stromversorgung.

So sieht ein Akku beispielsweise aus, wenn die Korrosion bereits die -sonst blank glänzenden – Metallteile angegriffen hat (der gezeigte Akku ist etwa 5-6 Jahre alt).

Umgehung des internen Filters

Die Abtastfrequenz der Digitalwandler ist – gerade bei niedrigeren Samplingfrequenzen ein Störsignal, das im A-112 durch ein integriertes Tiefpassfilter eliminiert wird. Falls man dieses Filter durch ein hochwertigeres ersetzen möchte, kann die interne Schaltung durch Entfernen des Jumpers J1 umgangen werden. Stattdessen kann man z.B. ein steilflankiges A-108 48dB Filter einsetzen, das auch z.B. für BBDs empfehlenswert ist, die ein ganz ähnliches Problem haben.

Zur Umgehung der internen Filterschaltung muss der Jumper entfernt werden.

Technische Daten

Breite10 TE
Tiefe100 mm
Strombedarf50 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-189-1 Voltage Controlled Bit Modifier / Bit Cruncher

Auch der Bit Modifier / Bit Cruncher ist ein digitales Modul, das mit analogen Steuerspannungen moduliert werden kann. Das Modul basiert auf einem 12-Bit Wandler, was für die angestrebten »Lo-Fi«-Effekte recht gut passt.

Das Modul führt – einfach gesprochen – nach der Wandlung der Audiosignale in digitale Informationen einige rein mathematische Operationen durch und wandelt das Ergebnis dann wieder zurück in analoge Audiosignale.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A189-1-IN

Ausgänge:

CTRL-A189-1-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A189-1-SW

Etwas Mathematik

Das Modul stellt über den Schalter „Mode“ 16 verschiedene mathematische Funktionen bereit, die auf das digitalisierte Audiomaterial angewendet werden können:

Nr.FunktionAnmerkung
1Reduzierung der Bit-Anzahl (Bit Crushing)Über BC wird die Anzahl Bits eingestellt, so dass man von den ursprünglich 12 Bit auf extrem geringe Auflösung der Amplituden (und damit auch der Obertonstrukturen) reduzieren kann.
2UNDDie Bits des Wertes von BC werden über ein logisches UND mit den Bits des digitalisierten Audiosignals verknüpft.
3ODERWie Funktion 2, aber mit einer logischen ODER-Verknüpfung.
4XOR (exklusives ODER)Wie Funktion 2, aber mit einer logischen XOR-Verknüpfung.
5Bit Shift nach rechtsDie Bits des digitalisierten Audiosignals (z.B. 111101100111) werden um eine Anzahl Stellen nach rechts verschoben. Die Anzahl Stellen wird über BC festgelegt.
6Bit Shift nach linksWie Funktion 5, aber mit einer Verschiebung der Bits nach links.
7MultiplikationDas digitalisierte Audiosignal wird mit BC multipliziert.
8Vergleich & KomplementWenn das digitalisierte Audiosignal größer als BC ist, dann wird das Komplement (alle 1er werden 0er und umgekehrt) ausgegeben, ansonsten das Originalsignal.
9Vergleich & AbsolutwertWie Funktion 8, aber mit dem Absolutwert des digitalisierten Audiosignals an Stelle des Komplements.
10AdditionZum digitalisierten Audiosignal wird der Wert von BC addiert, bei Überschreiten des Maximalwertes wird hart abgeschnitten (digitales Clipping).
11Addition mit dem BC SwapWie Funktion 10, aber mit nur einem halben Byte (4 Bits) von BC.
12Kurzes Delay 1 mit dynamischer NormalisierungDie Größe des Speichers für das Delay wird mit BC gesteuert.
13Kurzes Delay 2Wie Funktion 12, aber mit anderer Delayzeit / Feedback.
14Kurzes Delay 3Wie Funktion 12, aber mit anderer Delayzeit / Feedback.
15Kurzes Delay 4Wie Funktion 12, aber mit anderer Delayzeit / Feedback.
16FIR FilterBC steuert den Filterkoeffizienten.

Klangbeispiele

Die folgenden Klangbeispiele stellen alle 16 Modi vor. In jedem Beispiel starte ich mit der höchsten Samplingrate, nach etwa 30 Sekunden erreichen wir die niedrigste Samplingrate. Währenddessen modulieren zwei unabhängige Dreiecks-LFOs die beiden Parameter des Bitcrunchers.

Ausgangsmaterial sind drei A-110-1 VCOs, deren Mischung mit einem A-108 gefiltert und von einem A-132-3 VCA verstärkt werden. Gesteuert wird die Klangerzeugung von einem A-155 Sequencer.

Mode 1: Reduzierung der Bit-Anzahl (Bit Crushing)
Mode 2: UND
Mode 3: ODER
Mode 4: XOR (exklusives ODER)
Mode 5: Bit Shift nach rechts
Mode 6: Bit Shift nach links
Mode 7: Multiplikation
Mode 8: Vergleich & Komplement
Mode 9: Vergleich & Absolutwert
Mode 10: Addition
Mode 11: Addition mit dem BC Swap
Mode 12: Kurzes Delay 1 mit dynamischer Normalisierung
Mode 13: Kurzes Delay 2
Mode 14: Kurzes Delay 3
Mode 15: Kurzes Delay 4
Mode 16: FIR Filter

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf50 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-117 Digital Noise / Random Clock / 808 Sound Source

Der Digital Noise Generator A-117 erzeugt zufällige, kurze Impulse. Die Frequenz dieser Impulse ist grundsätzlich steuerbar, nämlich über den Regler »Rate« oder alternativ dazu über eine extern angelegte Clock. Im Gegensatz zu einem Oszillator ist das jeweilige Auftreten »ja oder nein« ebenso wie die Länge eines solchen Impulses ist aber zufällig (technisch gesehen „pseudozufällig“ aufgrund der Erzeugung über Schieberegister, musikalisch aber eindeutig „zufällig genug“).

So erhalten wir ein recht spezielles Rauschen, das sich bis zu einzelnen Impulsen, „Knacksern“ herunter stimmen lässt. Die Impulse sind auch als Triggersignale einsetzbar: Die Grund-Frequenz der Trigger-Impulse bleibt immer erhalten, aber nicht jeder Impuls wird »abgefeuert« oder weist die gleiche Länge auf.

Etwas gegen die Intuition erzeugt der „Rate“-Regler bei „0“ die höchste Frequenz (weißes bis blaues Rauschen) und bei „10“ die niedrigste Frequenz (zufällige Einzelimpulse).

Grundrauschen

Beim Betrachten im Oszilloskop kann man erkennen, dass die einzelnen Impulse näherungsweise Rechtecksignale sind:

Ausgabe des A-117 im Oszilloskop: Das Rauschen besteht aus zufälligen Rechtecksignalen. Man sieht hier auch schön, dass der letzte Impuls etwa doppelt so lang ist wie die vorherigen Impulse.

Im Spektrum ist gut erkennbar, dass bei höheren »Rate«-Einstellungen die tieffrequenten Anteile des Signals zunehmen und die hochfrequenten Anteile abnehmen:

Rate = 0.
Rate = 5.
Rate = 10.

Das Modul klingt bei höheren Rate-Werten deutlich digital und liefert damit ein komplett anderes Spektrum an Klängen wie das mit Transistor-Rauschen arbeitende A-118. Im folgenden Klangbeispiel wird der Rate-Regler von „0“ bis „10“ aufgedreht und wieder zurück auf „0“:

Alternativ zum Rate-Regler lässt sich die Frequenz des Rauschgenerators auch über ein externes Clock-Signal steuern. Der Rate-Regler ist dann ohne Funktion. Im folgenden Klangbeispiel stammt dieses Clock-Signal von einem A-111-1 VCO, dessen Frequenz zufällig über einen A-149-1 Quantized Random Voltages gesteuert wird. Um den A-117 zu steuern, muss die Grundfrequenz des A-111-1 vergleichsweise hoch eingestellt werden (hier +4 Oktaven). Der A-149-1 wird von einem A-146 LFO getaktet:

Neben dem digitalen Rauschen bietet das A-117 noch zwei verschiedene metallisch klingende »808 Sound Source«-Ausgänge, die zum Einsatz als HiHat, Becken (Ausgang „6 Oscillators“), Cowbell (Ausgang „2 Oscillators“) usw. in einem elektronischen Drumset taugen.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A117-IN

Ausgänge:

CTRL-A117-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A117-SW

Halb-zufällige Akzente

Akzente, die zwar zufällig und damit sehr »lebendig«, aber nicht a-rhythmisch sind, lassen sich mit dem A-117 erzeugen, wenn die Master-Clock des Sequencers über einen Frequenzteiler (z.B. A-160-1, A-163 etc.) auf z.B. Achtelnoten reduziert und dann als externe Clock für den A-117 verwendet wird.

Das Clocksignal aus dem A-154 Sequencer Controller wird über einen A-160-1 geteilt und taktet den A-117 DNG. Zufällig – aber taktsynchron! – werden nun Impulse erzeugt, die die »Mini-Drum-Maschine« aus A-118, VCF, VCA und ADSR steuert.

Mit den Impulsen aus dem A-117 kann man dann einen A-140 ADSR triggern und dessen Hüllkurvensignal für den zweiten Steuereingang des Filters / VCA einer durchlaufenden Sequencerstimme nutzen.

Ähnliche Ergebnisse lassen sich mit einem A-149-2 Digital Random Voltages (plus A-149-1) oder einem A-155 Analog Sequencer mit A-154 Sequencer Controller im Zufalls-Modus erzielen – kostengünstiger ist der A-117.

Steuerspannungen mit dem A-117

Sowohl das Modul A-117 als auch A-118-1 sind nicht nur praktische Klangerzeuger für »Geräuschhaftes«, sondern können auch zufällige Steuerspannungen erzeugen. Beim A-117 ist das eine zufällige Abfolge von Trigger-Impulsen, die in einem einstellbaren Raster entweder »an« oder »nicht an« sein können.

Klangbeispiel – der A-117 als Drum-Machine

Im folgenden Klangbeispiel wird der A-117 als Drumset verwendet. Das digitale Rauschen wird über ein A-124 Wasp-Filter und einen A-132-3 VCA bearbeitet, die Hüllkurve stammt von einem A-142-1 VC Decay. Ähnlich bearbeite ich den „6 Oscillators“-Ausgang: Hier wird ein A-123 24dB Hochpass und ebenfalls ein A-132-3 nachgeschaltet. Der „2 Oscillators“-Ausgang geht direkt in einen A-132-3 VCA. Filter, Decay-Längen usw. werden über einen A-149-1 moduliert. Die Trigger stammen von einem A-157 Trigger Sequencer.

Erfahrene Modularisten fotografieren wichtige oder komplexe Patches, um sie jederzeit reproduzieren zu können.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -10 mA (-12V)