A-141-4 Quad Poly VCADSR

Der A-141-4 ist ein nur 8 TE breiter vierfach-ADSR, der primär für polyphone Anwendungen gedacht ist. Daher gibt es auch nur einen Satz an Reglern für die Parameter der Hüllkurve – Attack, Decay, Sustain und Release, die alle vier Hüllkurven gleichermaßen bestimmen.

Zusätzlich finden wir vier Steuerspannungseingänge mit bipolaren Abschwächern für Attack, Decay, Sustain und Release – auch hier wieder für alle vier Hüllkurven gemeinsam.

Die Gate-Eingänge liegen natürlich separat für die vier Hüllkurven vor…

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A141-4-IN

Ausgänge:

CTRL-A141-4-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A141-4-SW

Polyphone Spannungssteuerung

Für den polyphonen Einsatz ist es tatsächlich ungeheuer praktisch, alle vier Hüllkurven mit nur einem Satz Reglern einstellen zu können. Gerade beim Einsatz zur Steuerung der Filter hört man auch kleine Unterschiede in den Verläufen recht schnell.

Auch die Spannungssteuerung ist eine sinnvolle Option, für den polyphonen Betrieb müssen die vier ADSR-Generatoren ja ohnehin intern über Steuerspannungen geregelt werden. Aber gerade hier gäbe es noch zusätzliches Potenzial: Für ein ausdrucksstarkes Spiel auf einem Polysynth ist die Anschlagsdynamik (pro Note!) einer der wichtigsten Parameter. Neben Lautstärke und Filter kann man die Anschlagsstärke gerade auch für spannungsgesteuerte Hüllkurven einsetzen. Leichter Anschlag führt dann z.B. zu langsamen Attack- und Decay-Zeiten, harter Anschlag zu sehr kurzen Attack- und Decay-Zeiten (und dafür vielleicht zu längerem Release. Dafür müsste es aber für jeden der vier ADSR-Generatoren einen individuellen Steuerspannungs-Eingang geben, verbunden mit Reglern, wie diese Steuerspannung Attack, Decay und Release aller vier Hüllkurven beeinflusst.

Beim A-140-2 ist so etwas Ähnliches eingebaut, allerdings nur mit einem Abschwächer für alle drei Zeiten gemeinsam. Aber vielleicht gibt es ja mal ein kleines Zusatzmodul für den A-141-4, das die vier Steuereingänge (einen pro ADSR) und vier Abschwächer (einen pro Parameter, den aber gemeinsam für alle ADSR-Generatoren) enthält.

Klangbeispiel – der „Doepfer-Patch“

In einem der ersten Videos zu den neuen polyphonen Modulen hat Dieter Döpfer einen sehr interessanten Patch vorgestellt, in dem die Tonhöhen der VCOs von einem Keyboard gesteuert wurden, die Gates für die Hüllkurven aber durch den A-157 Trigger Sequencer erzeugt wurden.

Mein Setup ist dem nachempfunden, allerdings habe ich an Stelle des polyphonen A-111-4 VCO und des polyphonen A-105-4 VCF konventionelle A-110-1 und A-111-1 VCOs zusammen mit einem A-120 Ladder Filter, einem A-101-1 Steiner Filter, einem A-106-5 SEM Filter und einem A-124 Wasp Filter verwendet – mit unterschiedlich vielen VCOs und unterschiedlichen Schwingungsformen als Eingangssignale.

Zusätzlich triggern die verbleibenden vier Spuren des A-157 einen A-142-4 Quad Decay, der wieder die vier Längen- bzw. Level-Parameter des A-141-4 moduliert. Ansonsten dudle ich halt auf dem Keyboard, um die Tonhöhen zu verändern und verändere manuell die Decay-Zeiten des A-142-4 bzw. die ADSR-Parameter des A-141-4.

Die vier Stimmen sind im Stereo-Panorama verteilt, etwas VTape Delay und Valhalla Reverb obendrauf.

Polyphones – mit dem A-157 Trigger Sequencer gesteuert.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf70 mA (+12V) / -60 mA (-12V)

A-144 Morphing Controller

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Der A-144 Morphing Controller erzeugt Steuerspannungen, mit denen z.B. vier lineare VCAs eines spanungsgesteuerten Mixers so geregelt werden, dass die vier Eingangssignale des Mixers der Reihe nach überblendet werden. Geeignet sind dafür der A-135-1 bzw. A-135-2 Voltage Controlled Mixer und der A-135-4 Voltage Controlled Performance Mixer, aber auch Mehrfach-VCAs mit Summenausgang wie der A-130-8 oder der A-132-8 (hier nur die linearen VCAs).

Dabei produziert der A-144 bei stetig steigender Eingangsspannung nacheinander vier einander überlappende Dreieck-Signale – sobald das erste Dreieck wieder fällt, setzt das zweite Dreieck mit steigender Flanke ein, die Summe der Ausgangsspannungen aus dem A-144 ist immer konstant – außer am Anfang und am Ende der Eingangs-Steuerspannung. Da wird das erste Signal (gesteuert durch „Out 1“) einfach eingeblendet bzw. das vierte Signal (gesteuert durch „Out 4“) ausgeblendet. Zusamen mit den linearen VCAs der Mixer ergibt das eine „nahtlose“ Überblendung der Mixer-Eingangssignale.

Auf der Frontplatte des Moduls ist übrigens sehr schön der Zusammenhang zwischen Eingangsspannung und den vier Ausgangsspannungen aufgedruckt.

Wir werden weiter unten sehen, dass „Morphing“ nicht die einzige interessante Einsatzmmöglichkeit des A-144 Morphing Controllers ist.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A144-IN

Ausgänge:

CTRL-A144-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A144-SW

Morphen

Das Prinzip des Morphing Controllers ist einfach: Abhängig vom Regler »Man. Morph« oder einer Steuerspannung erzeugen die vier Ausgänge ansteigende und dann fallende Steuerspannungen. Zuerst steigt die Spannung an »Out 1« an, um dann wieder auf 0 V zurückzufallen. Während der fallenden Flanke steigt die Spannung an »Out 2« an – sie erreicht ihr Maximum, wenn »Out 1« bei 0 V angekommen ist.

Analog geht es mit den restlichen Ausgängen weiter, bis am Ende wieder alle vier Ausgänge auf 0 V stehen. Damit lassen sich vier lineare VCAs steuern, so dass sie in Summe gemischt zuerst das erste Eingangssignal einblenden, dann zum zweiten Audiosignal überblenden, zum dritten und schließlich vierten, das am Ende wieder ausgeblendet wird. Der A-135-1 VC Mixer verfügt über 4 solche VCAs, einen Mischer, Abschwächer usw. was die Angelegenheit sehr komfortabel – aber mit 18 TE leider im Rack wenig »platzsparend« macht. Etwas „gedrängter“ sind die Bedienelemente beim neuen A-135-2 angebracht, bei dem man auf die vier Eingangs-Abschwächer verzichten muss, der dafür aber auch nur 8 TE Platz benötigt.

„Material“ zum Morphen können natürlich vier grundsätzlich unterschiedliche Audioquellen sein, z.B. vier verschiedene Synthesizerstimmen, aber auch die Ausgänge eines VCOs zur Überblendung der Schwingungsformen, Ausgänge von Multimode-Filtern wie der A-106-6 oder auch Filter mit mehreren Ausgängen für die Flankensteilheit wie der A-108 6/12/24/48dB Lowpass oder der A-123-2 6/12/18/24dB Highpass für spannungsgesteuerte Flankensteilheit.

Klangbeispiel – Morphing

Der A-144 wird von einem AD-Generator (Loop-Modus) eines A-143-1 Complex Envelope Generator gesteuert. Die Ausgänge des A-144 kontrollieren die Lautstärken eines A-135-2 VC Mixers, in den die Audio-Signale eines A-117 Digital Noise, A-110-6 Trapezoid Quadrature Thru Zero VCOs, A-118 Noise Generators („Colored“ Out) und eines A-143-9 VC Quadrature LFOs geleitet werden. Der A-110-6 und der A-143-9 werden von einem weiteren A-143-9 in der Frequenz moduliert.

Morphing von vier unterschiedlichen Klangquellen mit Hilfe eines A-143-1 Complex Envelope Generators.

Klangbeispiel – Morphen von Filterausgängen

Drei A-111-1 Oszillatoren (Sägezahn, ein VCO ist eine Oktave nach unten transponiert) werden von einem A-155 Sequencer gesteuert, der Trigger-Ausgang des Sequencers taktet zugleich einen A-148 Sample & Hold (mit Rauschen als Eingangssignal), der den A-144 kontrolliert. Die vier Eingangssignale des A-135-2 VC Mixers sind die vier Filter-Ausgänge eines A-121-2 Multimode-Filters. Damit wird pro Sequencer-Step ein Filterausgang bzw. die Mischung eines Filterausgangs mit einem weiteren per Zufall ausgewählt.

Steuerung durch einen Sequencer

Das Morphing muss ja nicht unbedingt nur ein weicher Übergang »A-B-C-D« sein, sondern kann auch sprunghaft angesteuert werden. Hier kann z.B. ein A-155 Sequencer die Steuer­spannung liefern.

Ein A-155 Sequencer steuert über den A-144 Morph Controller das Mischungsverhältnis der vier Audiosignale.

Klangbeispiel – Sequenziertes Morphing

Der A-144 wird diesmal von einem A-155 Sequencer gesteuert. Die Ausgänge des A-144 kontrollieren die Lautstärken eines A-135-2 VC Mixers, in den die Audio-Signale eines A-117 Digital Noise, A-110-6 Trapezoid Quadrature Thru Zero VCOs, A-118 Noise Generators („Colored“ Out) und eines A-143-9 VC Quadrature LFOs geleitet werden. Der A-110-6 und der A-143-9 werden von einem weiteren A-143-9 in der Frequenz moduliert.

Morphing mit Hilfe eines A-155 Sequencers.

Panning / Quadrophonie

An Stelle von vier Eingangssignalen ist beim Einsatz von vier linearen VCAs auch ein Panning für ein Quadrophonie-Setup denkbar: ein Audiosignal wird über einen Verteiler an alle 4 VCAs gesendet, die vier Lautsprecher versorgen. Nachteil dabei: Es sind nur immer je 2 Lautsprecher gleichzeitig ansteuerbar (das Signal ist nie »in der Mitte«), es gibt zudem keine Mischung zwischen dem letzten und dem ersten Lautsprecher. Da ist dann ein Setup z.B. mit dem, A-134-2 Dual VC Crossfader sinnvoller.

Vier VCAs (A-132-3) mit vier separaten Audioausgängen werden durch den A-144 Morphing Controller gesteuert. Alle VCAs verstärken dasselbe Eingangssignal (hier über A-182-1 Switched Multiples verteilt).

Der Morph Controller als »Obertongenerator«

Wenn man die Dreieck-, Sinus- oder Sägezahnschwingung eines VCOs als Steuer­spannung einsetzt, erhält man einen interessanten »Obertongenerator«, der Dreieckschwingungen (bzw. Varianten davon) erzeugt.

Der A-144 als ungewöhnlicher »Waveshaper«. An Stelle des A-138b kann natürlich auch ein A-138c Polarizing Mixer eingesetzt werden, der dann über die invertierten Schwingungsformen noch zusätzliche Variationsmöglichkeiten bietet.

Wenn man einen A-111-1 VCO mit seiner steigenden Sägezahnschwingung als Steuersignal des A-144 verwendet, erhält man aus der Mischung der vier Ausgangssignale eine überraschend komplexe Schwingungsform:

Entgegen der Erwartung bekommmen wir nicht einfach „vier Dreieckschwingungen“, sondern ein einigermaßen komplexes Gebilde.

Alternativen

Derzeit gibt es für das leider nicht mehr lieferbare Modul keinen wirklichen Ersatz. Laut Doepfer ist aber ein erweitertes Nachfolgemodul „A-144-4“ bereits in Planung. Ich werde berichten und vergleichen, sobald es erhältlich ist!

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-141-2 Voltage Controlled Envelope Generator VCADSR / VCLFO

Pimp my VCADSR! Der Vorgänger A-141 war für viele Zwecke ein mehr als brauchbares Modul, aber im Detail gab es dann doch noch „Wünsche“: So schnell und „snappy“ wie der legendäre A-140 war der A-141 nicht und loopbare Hüllkurven wie beim A-143-1 oder A-143-2 wären doch manchmal auch recht nett…

Beim neuen A-141-2 hat Doepfer nun so ziemlich alles hineingepackt, was man mit einer einzelnen ADSR-Hüllkurve technisch anstellen kann:

  • Spannungssteuerung – klar, hatten wir schon beim Vorgänger,
  • zusätzlich wurde noch ein VCA eingebaut, der dann spannungsgesteuert die Gesamtlautstärke regelt,
  • ein gemeinsamer CV-Eingang, der alle drei Zeit-Parameter Attack, Decay und Release steuert,
  • ein Range-Schalter für besonders schnelle oder besonders langsame Hüllkurven (Drones!),
  • Triggerausgänge die beim Ende der Attack oder der Release-Phase feuern und für einen LFO-Einsatz verwendet werden können,
  • neben dem normalen Ausgang noch einen invertierten Ausgang, sowie einen Ausgang, der hinter dem bereits erwähnten VCA liegt.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A141-2-IN1

CTRL-A141-2-IN2

Über eine Steckbrücke (Jumper) kann das Modul mit dem A-100 Bus verbunden werden und dort anliegende Gate-Signale – z.B. von einem Midi-Interface – verarbeiten.

Ausgänge:

CTRL-A141-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A141-2-SW

Versionsunterschiede

Die erste Version des A-141-2 war noch mit einfachen Abschwächern für die vier Steuerspannungseingänge ausgestattet. Die beiden A-141-2 in meinem Rack stammen noch aus dieser Generation, auch die Klangbeispiele wurden mit ihnen erstellt. Die aktuellen Module verfügen stattdessen über vier bipolare Regler, die rechts von der „12 Uhr Position“ die Steuerspannungen positiv vergrößern, links von der Mittelstellung dagegen eine Invertierung der Steuerspannung vornehmen, bis zu einem negativen Maximum beim Linksanschlag des Reglers.

Die erste Version ist an den Beschriftungen „0 … 10“ für die Abschwächer erkennbar, die aktuellen Module sind jeweils mit „-5 … 0 … +5“ beschriftet.

Grundprinzip des Moduls

Die Ergänzung eines spannungsgesteuerten Hüllkurvengenerators durch einen „Onboard“-VCA erinnert etwas an den neuen A-147-2 VC LFO. In beiden Fällen ist so etwas sehr praktisch, aber man braucht halt etwas länger, um alles zu überblicken.

Der A-141-2 ist zunächst einmal ein ADSR-Hüllkurvengenerator, dessen vier Parameter über Steuerspannungen beeinflusst werden können. Höhere Steuerspannungen führen zur Verlängerung der Attack-, Decay bzw- Release-Phase und zu einer Erhöhung des Sustain-Levels. Bei den aktuellen Modulen lässt sich das über die bipolaren Regler umkehren, so dass höhere Steuerspannungen zu einer Verkürzung der ADR-Phasen bzw. einem Absenken des Sustain-Levels führen. Beim Einsatz zusammen mit einer anschlagdynamischen Tastatur möchte man meist bei stärkerem Anschlag (höhere Spannung) kürzere Phasen und ein höheres Sustain-Level erzielen. Das ist also recht praktisch.

Zusätzlich zu den einzelnen Steuerspannungseingängen gibt es einen „Comm. CV“ – Eingang, der sich auf die Dauer der drei Phasen gleichzeitig auswirkt. Höhere Steuerspannungen verkürzen bei diesem Eingang die Phasen (analog zu einem VCLFO). Ein Abschwächer für diesen Eingang ist nicht vorhanden.

Wie beim A-140 finden wir einen dreistufigen Range-Schalter, um extrem schnelle oder extrem langsame Hüllkurven zu erzeugen, ohne dass die Reglerwege dabei unkomfortabel enge Wertebereiche aufweisen.

Zwei Gate-Signale werden im Verlauf der Hüllkurve erzeugt und können z.B. zum erneuten Auslösen des A-141-2 eingesetzt werden, der dann in einem LFO-Modus läuft: EOA und EOR.

EOA wird zum Ende der Attack-Zeit gestartet und dauert, bis das ursprüngliche Gate-Signal endet. Verbindet man den EOA-Ausgang mit dem Retrig-Eingang, dann erhält man nach dem Anstieg der Hüllkurve einen LFO mit steigendem Sägezahn, solange das Gate-Signal aktiv ist.

EOR wird kurz vor Ende der Release-Phase gestartet (auf der Platine justierbar) und dauert bis zum Ende der nächsten Attack-Phase. Verbindet man den EOR-Ausgang mit dem Gate-Eingang, erhält man eine zyklische Attack-Release-Hüllkurve. Änderungen bei Decay oder Sustain bewirken dabei nur minimal andere Hüllkurven, da das EOR-Gate bereits beim Ende der Attack-Phase abbricht und der ADSR somit unmittelbar in die Release-Phase übergeht.

Die Gate-Ausgänge EOA und EOR in Abhängigkeit von Gate und den ADSR-Phasen.

Im Oszilloskop sieht das so aus, unten sehen wir immer die tatsächliche ADSR-Hüllkurve:

Eingangs-Gate und ADSR-Ausgabe des A-141-2.
EOA und ADSR.
EOR und ASDR.

Für die eigentliche Hüllkurve gibt es drei Ausgänge. Standard sind der normale Ausgang „Fixed Out“, sowie ein invertierter Ausgang „Inv. Out“. Zusätzlich dazu ist im Modul noch ein kleiner VCA eingebaut, über den der dritte Ausgang „Var. Out“ versorgt wird. Die Steuerung des VCAs erfolgt über den Eingang „Lev. CV“.

Konfiguration über die Platine

Auf der Hauptplatine lassen sich folgende Optionen einstellen:

  • Comm. CV: Wenn der Jumper rechts gesteckt ist, verringert die Steuerspannung am Eingang „Comm. CV“ die Attack-, Decay- und Release-Phasen (Standard), in der linken Position verlängert höhere Steuerspannung diese Zeiten.
  • EOR Threshold: Trimmpoti für den Schwellwert, ab wann das EOR Gate gestartet wird.
  • Bus Gate: Wenn der Jumper gesetzt ist, reagiert das Modul auf Gatesignale auf dem A-100-Bus, ohne Jumper nicht.
  • Out VCA/Pol.: Wenn der Jumper gesetzt ist, arbeitet der integrierte VCA als Polarisierer, ohne Jumper als konventioneller VCA (Standard).
Jumper und Trimmpoti auf der Hauptplatine.

Auch die kleine Platine an den Steuerspannungs-Abschwächern hat Optionen:

  • CVA – CVD: Der Steuerspannungseingang CVD ist mit der Spannung am Eingang CVA vorbelegt.
  • CVD – CVR: Der Steuerspannungseingang CVR ist mit der Spannung am Eingang CVD vorbelegt.

Klangbeispiel – das Modul als Oszillator

Mit der oben genannten Konfiguration (EOR an Gate In) kann der A-141-2 als Oszillator verwendet werden. Da das Gate nach der Attack-Phase abbricht, wird im Prinzip eine zyklische AR-Hüllkurve erstellt. Die Schwingungsform lässt sich dabei über den Attack und den Release-Regler einstellen, dabei wird allerdings gleichzeitig die Frequenz verändert.

Manuelle Veränderungen von Attack und Release.

Klangbeispiel – zyklische Attack-Hüllkurve

Bei Verbindung des EOA-Ausgangs mit dem Retrigger-Eingang erfolgt nach einmaligem Durchlauf der Attack-Phase eine zyklische – etwas verkürzte – Attack-Phase. Im Beispiel wird das Filter eines A-111-5 Mini Synthesizers von der A-141-2 Hüllkurve moduliert, beide Module werden einfach von einem manuellen Gate gesteuert. Beim zweiten Ton verändere ich manuell die Attack-Zeit des A-141-2. Nach Beenden des manuellen Gates wird wie gewohnt die Release-Phase eingeleitet.

Steuerung der Filtereckfrequenz mit wiederholter Attack-Phase.

Andere Kurven-Charakteristiken

Doepfer weist darauf hin, dass die Charakteristik der Attack-, Decay und Release-Phasen über die Einspeisung des eigenen ADSR-Ausgangssignals in die Steuerspannungseingänge der Phasen verändert werden kann.

Standard ADSR aus dem A-141-2.

Normalerweise ist die Attack-Phase leicht „konvex“, steigt also steil an und flacht dann eher ab, während die Decay- und Release-Phasen eher „konkav“ aussehen, sie fallen also schnell ab, um dann abzuflachen.

Um die Form der Attack-Phase zu ändern, wird das invertierte ADSR-Signal als Steuerspannung in CVA verwendet, bei Decay und Release ist es die normale Form des ADSR-Signals in CVD und CVR.

Geänderte Attack-Phase.
Geänderte Decay- und Release-Phasen.

Technische Daten

Breite14 TE
Tiefe70 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-171-2 Voltage Controlled Slew Processor/Generator

Der A-171-2 ist eines der ungewöhnlichsten Module im gesamten Doepfer-Sortiment (das neben vielen „Brot-und-Butter“-Modulen nun wirklich mehr als nur ein paar Raritäten zu bieten hat). Wo fangen wir an?

Zunächst: Was macht das Modul eigentlich? Ein Slew Processor also. Ja, schon mal gehört, das ist ziemlich praktisch. Sorgt für den Portamento-Effekt, den man braucht, wenn man zum Beispiel das „Lucky Man“-Solo spielen möchte, alles klar.

Ach so, das Ding hat auch Steuerspannungseingänge für das Portamento. Na gut, wer’s braucht, schadet ja nichts. Und einen Triggereingang haben wir auch. Hmm. Und einen „Cycle“-Schalter, na sowas. Ja wie, in den Eingang kann man auch Audio-Signale schicken, wer macht den sowas?

Also nochmal in Kurzform:

  • Das Modul kann Steuerspannungen glätten (wie bereits der A-171-1).
  • Das Modul kann auch ohne Eingangssignal Spannungen ausgeben, die von einem Trigger ausgelöst werden, wir haben also einen Hüllkurvengenerator.
  • Im Cycle-Modus können wir periodische Schwingungen erzeugen, deren Frequenz und Form über Steuerspannungen beeinflusst werden, wir haben also einen Oszillator, zumindest einen LFO.
  • Wenn wir an Stelle einer Steuerspannung ein Audiosignal in den Eingang schicken, haben wir ein Filter- bzw. LPG-Modul.
  • Am „End“-Ausgang wird ein Rechtecksignal ausgegeben, das beim Über- bzw. Unterschreiten eines Schwellwerts ausgelöst wird, wir haben also auch noch einen Comparator vor uns.
  • Das erzeugte Rechtecksignal wird mit Verzögerung aus dem Eingangs-Trigger erzeugt, also haben wir auch ein Trigger-Delay.
  • Bei geschickter Wahl der aufsteigenden und fallenden Slew Rates werden ganzzahlige Subharmonische aus einem periodischen Eingangs-Trigger (z.B. von einem VCO) erzeugt, also auch noch ein Subharmonic Generator.

Ganz schön viel für so ein unscheinbares 8-TE-Modul, oder?

Tatsächlich geht das Design des Moduls auf eine lizensierte Version des VCS von Ken Stone zurück, das wieder eine Version des ursprünglichen Serge Dual Universal Slope Generator ist.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A171-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A171-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A171-2-SW

Klangbeispiele

Portamento:

Die „Brot-und-Butter“-Anwendung für einen Slew Processor ist die Abrundung von Sprüngen bei Steuerspannungen. Das klassische Beispiel dafür ist der „Portamento“-Effekt, bei dem die Steuerspannung für einen VCO langsam zwischen zwei Tonhöhen gleitet, anstatt abrupt zur nächsten Tonhöhe zu springen.

Dafür wird eine Steuerspannung (hier von einem Sequencer) an die „In“-Buchse des A-171-2 gelegt, der „Cycle“-Schalter ist aus. Die Charakteristik der Abrundung kann linear oder exponentiell sein, die Dauer der Abrundung der Steuerspannung erfolgt separat für aufsteigende und absteigende Schritte über die beiden Regler „“ (Up) und „“ (Down).

Die Steuerspannung für eine einfache Sequenz wird im A-171-2 bearbeitet. Wir hören zunächst die Glättung der aufsteigenden Spannungen, dann die der absteigenden Spannungen und schließlich den A-171-2 im „Cycle“-Modus. Beide Glättungen arbeiten exponentiell.

Audio-Bearbeitung:

Der A-171-2 kann auch ähnlich wie ein Filter eingesetzt werden, wobei man bei komplexerem Audiomaterial keine „übliche“ Filterung erwarten sollte. Das Audiosignal wird in die „In“-Buchse geleitet.

Das Audiosignal einer einfachen Sequenz wird in den Eingang des A-171-2 geleitet. Zuerst hören wir wieder die Glättung der aufsteigenden Spannungen (des Audiosignals), dann der absteigenden Spannungen und schließlich wird der „Cycle“-Modus des A-171-2 eingeschaltet.

Bei einfachen Audiosignalen, insbesondere bei einem Rechteck sind die Klangveränderungen schon deutlicher, da die Schwingungsform sehr deutlich von Rechteck über Sägezahn/Rechteck-Mischungen zu einem Dreieck-Signal verändert wird.

Das Rechteck-Signal eines einzelnen A-110-1 VCOs wird in den Eingang des A-171-2 geleitet. Zuerst wird der „Up „-Regler von 0 bis zur Hälfte erhöht, danach der „Down „-Regler bis zur Hälfte, „Up“ wird wieder bis 0 heruntergeregelt und schließlich „Down“. Beide Glättungen arbeiten linear.

Die folgenden Oszilloskop-Bilder zeigen die Veränderung des Rechtecksignals aus dem A-110-1. Bereits bei Nullstellung der Regler findet eine leichte Glättung zu einem Trapezoid statt.

„Up“ = 0, „Down“ = 0.
„Up“ = 5, „Down“ = 5.
„Up“ = 5, „Down“ = 0.
„Up“ = 0, „Down“ = 5.

Der A-171-2 als VCO:

Wenn man den Schalter „Cycle“ einschaltet (rechte Position), dann verhält sich der A-171-2 wie ein Oszillator. Er gibt dann ganz ohne Eingangssignal laufend eine periodisch steigende und fallende Spannung aus, ähnlich wie der A-143-1 Complex Envelope Generator im „LFO“-Modus. Im Gegensatz zum A-143-1, dessen Frequenz ausschließlich von der Länge der steigenden und fallenden Flanken abhängig ist, lässt sich die Frequenz des A-171-2 über eine Steuerspannung exponentiell beeinflussen.

Doepfer weist darauf hin, dass der „exp. CV“-Eingang keine 1V/Oktave-Charakteristik besitzt, was mit den steigenden und fallenden Flanken, die zudem wahlweise linear oder exponentiell (bzw. invers exponentiell) verlaufen können vermutlich auch kaum realisierbar wäre.

Der A-171-2 ist im „Cycle“-Modus, lediglich der „exp. CV“-Eingang ist mit dem Sequencer von vorhin verbunden. Man hört deutlich, dass hier keine 1V/Oktave-Steuerung vorliegt. Kein Eingangssignal.
Der A-171-2 ist im „Cycle“-Modus und erzeugt eine Dreieckschwingung. Die Shape-Regler („CV “ und „CV „, exponentieller Modus) der Slew Rates für aufsteigende und abfallende Spannung werden von ursprünglich „0“ auf die Maximal- bzw. Minimal-Werte (konkave bzw. konvexe Kurven) verändert. Kein Eingangssignal.

Die folgenden Oszilloskop-Bilder zeigen die Schwingungsformen des A-171-2, ausgehend vom Dreieck mit verschiedenen konvexen oder konkaven (bzw. logarithmischen / exponentiellen) Ausrichtungen der Glättung.

„Up Shape“ = 0, „Down Shape“ = 0.
„Up Shape“ = -5, „Down Shape“ = 5.
„Up Shape“ = 5, „Down Shape“ = 0.
„Up Shape“ = -5, „Down Shape“ = 0.
„Up Shape“ = 5, „Down Shape“ = 5.
„Up Shape“ = -5, „Down Shape“ = -5.
„Up Shape“ = 0, „Down Shape“ = 5.
„Up Shape“ = 0, „Down Shape“ = -5.

Subharmonic Generator:

Hier wird nicht ein Audiosignal direkt bearbeitet, sondern wir setzen das Rechteck-Signal eines Oszillators als Trigger im eingang „Trig“ ein, um den A-171-2 (der dann ein Dreicksignal erzeugt) immer wieder neu zu starten. Am Eingang „In“ liegt dabei kein Signal an. Im Gegensatz zu anderen Frequenzteilern wie dem A-113 entstehen beim Durchfahren des Reglers „“ (Up) allerdings deutliche Artefakte.

Ein A-110-1 wird von einem Sequencer gesteuert, das Rechtecksignal des VCOs dient zum Triggern des A-171-2, der somit als VCO arbeitet. Etwa ab der Mitte des Reglerweges des „Up“-Reglers entstehen Frequenzteilungen des ursprünglichen Signals.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-143-2 Quad ADSR

Der Quad ADSR besteht aus vier identisch aufgebauten Teilmodulen und kann etwas Platz (6 TE weniger im Vergleich zu 4 A-140) sparen, wenn mehrere ADSR-Generatoren benötigt werden. Wobei das Modul mit 26 TE schon ein ganz ordentlicher „Brummer“ ist.

Mit den neuen „Slim Line“ Modulen, etwa 2 A-140-2 Dual Mini ADSRs geht es allerdings noch etwas platzsparender.

Interessant sind insbesondere drei Komparator-Ausgänge pro Teilmodul, die beim Ende der Attack-, der Decay-, sowie der Release-Phase ein Gatesignal ausgeben. Damit lassen sich wie auch beim „Geschwistermodul“ A-143-1 recht komplexe gegenseitige Steuerungen der Teilmodule herstellen.

Bedienelemente

Eingänge (für jedes ADSR-Teilmodul):

CTRL-A143-2-IN

Ausgänge (für jedes ADSR-Teilmodul):

CTRL-A143-2-OUT

Regler / Schalter (für jedes ADSR-Teilmodul):

CTRL-A143-2-SW

Etwas langsamer als der A-140

Obwohl das Modul in vielen Punkten dem A-140 ähnelt (und mit seinen Komparator-Ausgängen weit übertrifft), ist der A-140 noch ein Stück schneller abgestimmt und damit für manche Zwecke besser geeignet. Die kürzeste Hüllkurve beim A-143-2 beträgt ca. 1,2 ms, beim A-140 weniger als 100 µsec (das ist um einen Faktor 12 schneller). Allerdings erfordert eine derart schnelle Hüllkurve auch einen VCA oder ein Filter, das mit dieser Geschwindigkeit „mithalten“ kann.

Keine Steuerung durch den Bus

Der A-143-2 ist nicht mit der Trigger-Leitung im A-100 Bus verbunden.

Synchronisierte Hüllkurven / LFOs

Der A-143-2 ist im »LFO-Modus« und steuert einen A-137-1.

Vier (bezüglich Start-Zeitpunkt) synchronisierte, aber doch im Ablauf unterschiedliche ADSR-Generatoren im »LFO-Modus« können auf sehr interessante Weise z.B. einen A-137-1 modulieren. Das End Of Release-Gate des ersten Teilmoduls wird mit dem Gateeingang des ersten Teilmoduls (und damit aller Teilmodule) verbunden.

Noch etwas komplexer wird es, wenn je ein »End Of Release«-Ausgang die Hüllkurve des nächsten Teilmoduls startet. Die vier Hüllkurven können z.B. über einen A-138c Polarizing Mixer gemischt werden oder auch vier unterschiedliche »Synthesizerstimmen« steuern, die nacheinander hörbar werden.

Technische Daten

Breite26 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf70 mA (+12V) / -50 mA (-12V)

A-143-1 Complex Envelope Generator / LFO

Der Complex Envelope Generator ist eine sehr vielseitige Quelle von Modula­tionen. Er besteht aus vier AD-Hüllkurven (d.h. es gibt jeweils nur Attack- und Decay-Phasen), die in beliebiger Kombination hintereinandergeschaltet werden, sich gegenseitig auslösen oder auch jeweils in einem »LFO«-Modus betrieben werden können. Bedingt durch die Komplexität der Schaltungs- und Einstellungsoptionen erfordert der A-143-1 eine gewisse Einarbeitungszeit, die sich aber lohnt!

Jede der vier Hüllkurven hat einen Regler für »Attack« und einen für »Decay«. Die Hüllkurven können positiv oder invertiert zu einer Summe gemischt werden. Zum Auslösen anderer Hüllkurven (z.B. im A-143-1, aber auch für einen A-140 usw.) werden zwei Gatesignale erzeugt: eines am Ende der Attack-Phase und ein zweites in der Decay-Phase.

Jeder AD-Generator kann zwischen einmaligem Durchlauf und einer LFO-Betriebsart umgeschaltet werden.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A143-1-IN

Ausgänge (für jeden AD-Generator):

CTRL-A143-1-OUT

Regler / Schalter (für jeden AD-Generator):

CTRL-A143-1-SW

Drones

Komplexe Hüllkurven eignen sich natürlich sehr gut, um langsame Klangverläufe (z.B. Drones) lebendig und abwechslungsreich zu gestalten.

Der A-143-1 Complex Envelope Generator moduliert ein Filter. Dabei wird eine Mischung aller vier sich gegenseitig beeinflussenden AD-Generatoren verwendet.

Vier sich gegenseitig beeinflussende »Stimmen«

Bei etwas umfangreicheren Modularsystemen lassen sich mit den – voneinander gegenseitig abhängigen – Einzelausgängen sehr interessante Klänge erzeugen. Man könnte die Hüllkurven für vier »Stimmen« (d.h. 4 unabhängige Kombinationen von VCO / VCF / usw.) einsetzen, die sich aber immer wieder gegenseitig triggern.

Invertierte Gates

Eine nette Variante der gegenseitigen Steuerung ergibt sich, wenn die Gatesignale aus dem Comparator mit Hilfe eines A-166 Dual Logic Moduls invertiert werden.

Rechteck-LFO

Der A-143-1 Complex Envelope Generator kann auch als 4 Rechteck-LFOs arbeiten: Dazu wird einfach das Signal aus dem Ausgang »Comp Out« verwendet. Die gewünschte Pulsbreite kann mit dem Regler »Threshold« eingestellt werden.

Technische Daten

Breite28 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf70 mA (+12V) / -40 mA (-12V)

A-142-4 Quad Decay

Das A-142-4 Quad Decay bietet vier sehr einfach gehaltene Decay-Generatoren auf kleinem Raum.

Spannungssteuerung oder Gate-Erzeugung wie beim A-142-1 wurden hier zugunsten optimaler Ausnutzung des Platzes weggelassen. Das Modul ist daher interessant, wenn man auf beengtem Raum einfach noch ein paar zusätzliche Hüllkurven für »Perkussives« benötigt.

Bedienelemente

Eingänge (für jedes Teilmodul):

CTRL-A142-4-IN

Ausgänge (für jedes Teilmodul):

CTRL-A142-4-OUT

Regler / Schalter (für jedes Teilmodul):

CTRL-A142-4-SW

Hüllkurven, schnell und einfach

Das Modul hat übrigens eine fest »eingebaute« Attackzeit von 3 ms – das entspricht gemäß Doepfer-Website der Attackzeit der TB-303. Und dahin geht die Reise auch mit dem Modul: Bass und Perkussives, schnell und einfach einzustellen.

Umbau in LFO-Modus

Mit Hilfe von Jumpern auf der Platine des Moduls können die einzelnen Decay-Generatoren in einen »LFO-Modus« umgebaut werden, sie triggern sich also immer wieder selbst. Für jedes der vier Teilmodule existiert ein Stecker (2 Stifte) auf der Platine, auf den man für diese Zwecke einen Jumper aufstecken kann. Die erforderlichen Verbindungen können durch »Lötkundige« auch mit Hilfe von Schaltern auf einer kleinen Zusatzfrontplatte realisiert werden.

Die Jumper-Stiftleiste für den Loop-Modus der 4 Teilmodule.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-142-1 Voltage Controlled Decay/Gate

Das A-142-1 Voltage Controlled Decay ist weit mehr als nur der »kleine Bruder« des A-141 VC ADSR.

Die erzeugte Hüllkurve, die nur aus einem Decay besteht, ist zwar »minimalistisch« – sie erfüllt aber in erstaunlich vielen Fällen genau das, was benötigt wird. Viele Bass- oder sonstige Sequencerlinien lassen sich damit bereits hervorragend gestalten.

Da es weder Attack, noch Sustain gibt, genügt ein einfaches Triggersignal zum Auslösen. Eine längere Haltedauer eines Tones mit konstantem Pegel wäre aufgrund der Beschränkung auf »Decay« ohnehin nicht darstellbar.

Dafür bietet das Modul eine Konvertierung von Triggersignalen in Gatesignale, die auch außerhalb des Einsatzgebiets »Hüllkurve« praktisch sein kann.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A142-1-IN

Ausgänge:

CTRL-A142-1-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A142-1-SW

Steuerung durch einen Sequencer

Ein A-155 Sequencer steuert sowohl Auslösung als auch Länge der A-142 Decay-Hüllkurven.

Das Modul kann gut eingesetzt werden, wenn die Länge der (sehr einfach gestalteten) Hüllkurven über Tastatur oder Sequencer gesteuert werden soll.

So lassen sich z.B. mit einem Sequencer durch diese längeren Töne gezielt Akzente setzen: Eine Spur des Sequencers wird dafür mit dem Steuerspannungseingang des VCD verbunden.

LFO-Modus

Ein A-142 im »LFO-Modus«.

Der Ausgang »Inv. Gate Out« kann auch sehr gut dafür verwendet werden, das VCD in einen »LFO-Modus« zu bringen:

Dazu wird der invertierte Ausgang mit dem »Trig. In« Eingang verbunden und passende Einstellungen für Decay und Threshold gewählt. Die Hüllkurve wird sich immer wieder selbst auslösen.

Spannungsgesteuertes Trigger-Delay

Ein schönes Beispiel für einen etwas ungewöhnlicheren Einsatz stammt wieder von Doepfer selbst (aus der PDF-Anleitung zum Modul): Mit zwei A-142-1 VCDs kann ein spannungsgesteuertes Trigger-Delay gebaut werden.

Das erste VCD dient zur Verzögerung eines Triggersignals: Im Modul werden Decay und Threshold so eingestellt, dass die Länge des erzeugten Gatesignals der Verzögerung entspricht.

Zwei A-142 bilden ein spannungsgesteuertes Trigger-Delay.

Wenn man nun das invertierte Gatesignal aus diesem VCD verwendet, erhält man ein Gate- / Triggersignal mit der passenden Verzögerung. Aber: Für einen Einsatz als Gate dauert das Signal noch viel zu lange.

Um die Anpassung der Länge des Gatesignals kümmert sich das zweite VCD:

Das invertierte Gate wird in seinen »Trig. In« Eingang gespeist. Nun kann mit den Reglern »Decay« und »Threshold« im zweiten VCD ein Gatesignal in der gewünschten Länge eingestellt werden.

Mit diesem Gatesignal wird dann ein A-140 ADSR oder Ähnliches angesteuert.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-119 External Input / Envelope Follower

Die Idee, ein Audiosignal wie z.B. Gesang oder Drums »durch ein Modularsystem zu jagen«, wird immer gern genommen – mit hoffentlich musikalisch brauchbarem Output.

Neben den oft gehörten gefilterten Drums lassen sich natürlich eine ganze Menge kreativer Dinge auf diesem Weg anstellen. Das Modul A-119 erledigt dabei mehrere Aufgaben:

  • Abschwächen oder Verstärken des Eingangssignals (z.B. für Signale direkt von Gitarre oder Mikrofon) mit Clipping-Anzeige für die Aussteuerung.
  • Erzeugen einer Steuerspannung, die der Laustärke des Eingangssignals folgt (»Envelope Follower«) – die entstehende Hüllkurve kann dann wieder andere Module steuern.
  • Erzeugen eines Triggersignals bei Überschreiten eines Lautstärke-Schwellwerts. Mit dem Trigger kann dann z.B. eine ADSR-Hüllkurve des Synthesizers gestartet werden.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A119-IN

Ausgänge:

CTRL-A119-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A119-SW

Auto-Wah

Einfache Verarbeitung eines externen Signals über ein Filter (A-120), das vom Lautstärkeverlauf des externen Signals (aus dem A-119) und von einem LFO moduliert wird.

Gitarre oder Mikro einstöpseln, Audio Out durch Filter und VCA, das Ganze dann gesteuert über die Hüllkurve vom Envelope Out – fertig ist ein schönes Auto-Wah. Das geht natürlich auch mit Drums und ist beinahe so etwas wie ein Standard.

Mit ADSR Transienten bearbeiten

Ein Transient Shaper: Das Gatesignal aus dem A-119 steuert einen A-140 ADSR, der den Lautstärkeverlauf des Signals über einen A-130 VCA beeinflusst. Über den »CV2«-Eingang des VCAs ist dieser Effekt stufenlos regelbar bzw. mit einer konstanten Verstärkung (»Gain«-Regler am A-130) kombinierbar.

Bei Drums wird’s ein klein wenig interessanter, wenn das vom A-119 erzeugte Gate dann eine ADSR-Hüllkurve für einen VCA ansteuert: Dadurch kann man die Drums »aufweichen« (mit leichter Attack-Zeit beim ADSR wird der perkussive Charakter stark beeinträchtigt) oder aber noch »spitzer« machen (minimale Attack-Zeit und kurzes Decay auf ein mittleres bis niedriges Sustain-Level). Das ist im Prinzip das, was sog. »Transient Shapers« machen.

Ducking

Manchmal ist es nützlich, wenn beim Auftreten eines Geräusches / Tones ein anderer Klang ausgeblendet wird. So in etwa wie beim Radio: Sobald der Sprecher spricht, wird die Musik deutlich leiser. Das wird als »Ducking« bezeichnet und ist recht einfach mit dem A-119 zu realisieren. Das Signal des »Radiosprechers« (um bei unserem Beispiel zu bleiben) ist das Eingangssignal vom A-119. Gain wird passend eingepegelt, so dass eine deutliche Hüllkurve erzeugt wird. Das Envelope Out Signal wird invertiert (z.B. durch einen A-175) und dann als Steuersignal für einen VCA verwendet. Dieser VCA (z.B. A-131 oder A-132-3) ist der Verstärker der »Musik« und hat grundsätzlich einen Dauerpegel, der mittels Gain Regler eingestellt wird. Je nach Wahl von Gain und Abschwächer im VCA für das Envelope Signal wird die »Musik« deutlich leiser, sobald der »Sprecher« etwas von sich gibt.

Damit nicht bei jeder Atempause des Sprechers die Musik sofort wieder lauter geregelt wird, kann man die Steuerspannung nach dem Invertierer mit einem A-170 Slew Limiter bearbeiten (größere »Glättung« für ansteigende Spannung einstellen).

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-140 ADSR Envelope Generator

Den A-140 ADSR Envelope Generator hat (fast) jeder. Aus gutem Grund: Die Hüllkurven können bei Bedarf extrem schnell »zuschnappen«, aber auch gaaanz laaangsam sein, ein dreistufiger »Time Range«-Schalter macht‘s möglich.

Die Ausstattung ist solide und gut durchdachter Standard: Ein Gate- und ein Retriggereingang, drei Ausgänge für die Hüllkurve, einer davon mit invertierter Spannung. Die Dauer der Hüllkurve liegt zwischen sehr schnellen 50 µs und einigen Minuten.

Bedienelemente

Eingänge:

Systembus: ähnlich wie die Oszillatoren A-110-1, A-111-1 und A-111-5 kann auch der A-140 über den Systembus gesteuert werden. Dort vorhandene Gatesignale (z.B. von einem der Midi-Interfaces) starten die Hüllkurve ebenso wie eine extern zugeführte Spannung am »Gate« Eingang (Schaltbuchse, die die Leitung vom Bus unterbricht).

CTRL-A140-IN

Ausgänge:

CTRL-A140-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A140-SW

Viele Ausgänge sind nützlich

Der A-140 lässt sich überall einsetzen, wo ein »normaler« Hüllkurvengenerator erforderlich ist. Speziell bei sehr kleinen Systemen mit nur einem Hüllkurvengenerator sind die drei Ausgänge vorteilhaft: Einer steuert den VCA, der zweite (oder der invertierte) Ausgang steuert das Filter.

Ein einfacher Synthesizer, bei dem der A-140 sowohl VCA als auch VCF (invertierter Ausgang) steuert.

In der Endlosschleife

Ein A-140 ADSR in »Endlosschleife«.

Zusammen mit einem A-167 Comparator lässt sich ein ASDR-Signal erzeugen, das – wie ein LFO – immer wieder neu startet. Dazu wird einer der A-140 Ausgänge mit dem Eingang »+In« des Komparators verbunden, der »Inv. Comp. Out« (invertierter Komparatorausgang) erzeugt die Gatesignale für die Hüllkurve.

Man startet am besten mit der »12 Uhr«-Stellung des »+In«-Reglers, »Gap«=0 und hohem Reglerwert von »Offs.«. Jetzt langsam »Offs.« kleiner werden lassen, bis der A-140 ausgelöst wird. Bei Bedarf kann mit leicht angehobenen »Gap« Werten die Frequenz gesenkt werden.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)