A-143-2 Quad ADSR

Der Quad ADSR besteht aus vier identisch aufgebauten Teilmodulen und kann etwas Platz (6 TE weniger im Vergleich zu 4 A-140) sparen, wenn mehrere ADSR-Generatoren benötigt werden. Wobei das Modul mit 26 TE schon ein ganz ordentlicher „Brummer“ ist.

Interessant sind insbesondere drei Komparator-Ausgänge pro Teilmodul, die beim Ende der Attack-, der Decay-, sowie der Release-Phase ein Gatesignal ausgeben. Damit lassen sich wie auch beim „Geschwistermodul“ A-143-1 recht komplexe gegenseitige Steuerungen der Teilmodule herstellen.

Bedienelemente

Eingänge (für jedes ADSR-Teilmodul):

CTRL-A143-2-IN

Ausgänge (für jedes ADSR-Teilmodul):

CTRL-A143-2-OUT

Regler / Schalter (für jedes ADSR-Teilmodul):

CTRL-A143-2-SW

Etwas langsamer als der A-140

Obwohl das Modul in vielen Punkten dem A-140 ähnelt (und mit seinen Komparator-Ausgängen weit übertrifft), ist der A-140 noch ein Stück schneller abgestimmt und damit für manche Zwecke besser geeignet. Die kürzeste Hüllkurve beim A-143-2 beträgt ca. 1,2 ms, beim A-140 weniger als 100 µsec (das ist um einen Faktor 12 schneller). Allerdings erfordert eine derart schnelle Hüllkurve auch einen VCA oder ein Filter, das mit dieser Geschwindigkeit „mithalten“ kann.

Keine Steuerung durch den Bus

Der A-143-2 ist nicht mit der Trigger-Leitung im A-100 Bus verbunden.

Synchronisierte Hüllkurven / LFOs

Der A-143-2 ist im »LFO-Modus« und steuert einen A-137-1.

Vier (bezüglich Start-Zeitpunkt) synchronisierte, aber doch im Ablauf unterschiedliche ADSR-Generatoren im »LFO-Modus« können auf sehr interessante Weise z.B. einen A-137-1 modulieren. Das End Of Release-Gate des ersten Teilmoduls wird mit dem Gateeingang des ersten Teilmoduls (und damit aller Teilmodule) verbunden.

Noch etwas komplexer wird es, wenn je ein »End Of Release«-Ausgang die Hüllkurve des nächsten Teilmoduls startet. Die vier Hüllkurven können z.B. über einen A-138c Polarizing Mixer gemischt werden oder auch vier unterschiedliche »Synthesizerstimmen« steuern, die nacheinander hörbar werden.

Technische Daten

Breite26 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf70 mA (+12V) / -50 mA (-12V)

A-143-1 Complex Envelope Generator / LFO

Der Complex Envelope Generator ist eine sehr vielseitige Quelle von Modula­tionen. Er besteht aus vier AD-Hüllkurven (d.h. es gibt jeweils nur Attack- und Decay-Phasen), die in beliebiger Kombination hintereinandergeschaltet werden, sich gegenseitig auslösen oder auch jeweils in einem »LFO«-Modus betrieben werden können. Bedingt durch die Komplexität der Schaltungs- und Einstellungsoptionen erfordert der A-143-1 eine gewisse Einarbeitungszeit, die sich aber lohnt!

Jede der vier Hüllkurven hat einen Regler für »Attack« und einen für »Decay«. Die Hüllkurven können positiv oder invertiert zu einer Summe gemischt werden. Zum Auslösen anderer Hüllkurven (z.B. im A-143-1, aber auch für einen A-140 usw.) werden zwei Gatesignale erzeugt: eines am Ende der Attack-Phase und ein zweites in der Decay-Phase.

Jeder AD-Generator kann zwischen einmaligem Durchlauf und einer LFO-Betriebsart umgeschaltet werden.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A143-1-IN

Ausgänge (für jeden AD-Generator):

CTRL-A143-1-OUT

Regler / Schalter (für jeden AD-Generator):

CTRL-A143-1-SW

Drones

Komplexe Hüllkurven eignen sich natürlich sehr gut, um langsame Klangverläufe (z.B. Drones) lebendig und abwechslungsreich zu gestalten.

Der A-143-1 Complex Envelope Generator moduliert ein Filter. Dabei wird eine Mischung aller vier sich gegenseitig beeinflussenden AD-Generatoren verwendet.

Vier sich gegenseitig beeinflussende »Stimmen«

Bei etwas umfangreicheren Modularsystemen lassen sich mit den – voneinander gegenseitig abhängigen – Einzelausgängen sehr interessante Klänge erzeugen. Man könnte die Hüllkurven für vier »Stimmen« (d.h. 4 unabhängige Kombinationen von VCO / VCF / usw.) einsetzen, die sich aber immer wieder gegenseitig triggern.

Invertierte Gates

Eine nette Variante der gegenseitigen Steuerung ergibt sich, wenn die Gatesignale aus dem Comparator mit Hilfe eines A-166 Dual Logic Moduls invertiert werden.

Rechteck-LFO

Der A-143-1 Complex Envelope Generator kann auch als 4 Rechteck-LFOs arbeiten: Dazu wird einfach das Signal aus dem Ausgang »Comp Out« verwendet. Die gewünschte Pulsbreite kann mit dem Regler »Threshold« eingestellt werden.

Technische Daten

Breite28 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf70 mA (+12V) / -40 mA (-12V)

A-142-4 Quad Decay

Das A-142-4 Quad Decay bietet vier sehr einfach gehaltene Decay-Generatoren auf kleinem Raum.

Spannungssteuerung oder Gate-Erzeugung wie beim A-142-1 wurden hier zugunsten optimaler Ausnutzung des Platzes weggelassen. Das Modul ist daher interessant, wenn man auf beengtem Raum einfach noch ein paar zusätzliche Hüllkurven für »Perkussives« benötigt.

Bedienelemente

Eingänge (für jedes Teilmodul):

CTRL-A142-4-IN

Ausgänge (für jedes Teilmodul):

CTRL-A142-4-OUT

Regler / Schalter (für jedes Teilmodul):

CTRL-A142-4-SW

Hüllkurven, schnell und einfach

Das Modul hat übrigens eine fest »eingebaute« Attackzeit von 3 ms – das entspricht gemäß Doepfer-Website der Attackzeit der TB-303. Und dahin geht die Reise auch mit dem Modul: Bass und Perkussives, schnell und einfach einzustellen.

Umbau in LFO-Modus

Mit Hilfe von Jumpern auf der Platine des Moduls können die einzelnen Decay-Generatoren in einen »LFO-Modus« umgebaut werden, sie triggern sich also immer wieder selbst. Für jedes der vier Teilmodule existiert ein Stecker (2 Stifte) auf der Platine, auf den man für diese Zwecke einen Jumper aufstecken kann. Die erforderlichen Verbindungen können durch »Lötkundige« auch mit Hilfe von Schaltern auf einer kleinen Zusatzfrontplatte realisiert werden.

Die Jumper-Stiftleiste für den Loop-Modus der 4 Teilmodule.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-142-1 Voltage Controlled Decay/Gate

Das A-142-1 Voltage Controlled Decay ist weit mehr als nur der »kleine Bruder« des A-141 VC ADSR.

Die erzeugte Hüllkurve, die nur aus einem Decay besteht, ist zwar »minimalistisch« – sie erfüllt aber in erstaunlich vielen Fällen genau das, was benötigt wird. Viele Bass- oder sonstige Sequencerlinien lassen sich damit bereits hervorragend gestalten.

Da es weder Attack, noch Sustain gibt, genügt ein einfaches Triggersignal zum Auslösen. Eine längere Haltedauer eines Tones mit konstantem Pegel wäre aufgrund der Beschränkung auf »Decay« ohnehin nicht darstellbar.

Dafür bietet das Modul eine Konvertierung von Triggersignalen in Gatesignale, die auch außerhalb des Einsatzgebiets »Hüllkurve« praktisch sein kann.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A142-1-IN

Ausgänge:

CTRL-A142-1-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A142-1-SW

Steuerung durch einen Sequencer

Ein A-155 Sequencer steuert sowohl Auslösung als auch Länge der A-142 Decay-Hüllkurven.

Das Modul kann gut eingesetzt werden, wenn die Länge der (sehr einfach gestalteten) Hüllkurven über Tastatur oder Sequencer gesteuert werden soll.

So lassen sich z.B. mit einem Sequencer durch diese längeren Töne gezielt Akzente setzen: Eine Spur des Sequencers wird dafür mit dem Steuerspannungseingang des VCD verbunden.

LFO-Modus

Ein A-142 im »LFO-Modus«.

Der Ausgang »Inv. Gate Out« kann auch sehr gut dafür verwendet werden, das VCD in einen »LFO-Modus« zu bringen:

Dazu wird der invertierte Ausgang mit dem »Trig. In« Eingang verbunden und passende Einstellungen für Decay und Threshold gewählt. Die Hüllkurve wird sich immer wieder selbst auslösen.

Spannungsgesteuertes Trigger-Delay

Ein schönes Beispiel für einen etwas ungewöhnlicheren Einsatz stammt wieder von Doepfer selbst (aus der PDF-Anleitung zum Modul): Mit zwei A-142-1 VCDs kann ein spannungsgesteuertes Trigger-Delay gebaut werden.

Das erste VCD dient zur Verzögerung eines Triggersignals: Im Modul werden Decay und Threshold so eingestellt, dass die Länge des erzeugten Gatesignals der Verzögerung entspricht.

Zwei A-142 bilden ein spannungsgesteuertes Trigger-Delay.

Wenn man nun das invertierte Gatesignal aus diesem VCD verwendet, erhält man ein Gate- / Triggersignal mit der passenden Verzögerung. Aber: Für einen Einsatz als Gate dauert das Signal noch viel zu lange.

Um die Anpassung der Länge des Gatesignals kümmert sich das zweite VCD:

Das invertierte Gate wird in seinen »Trig. In« Eingang gespeist. Nun kann mit den Reglern »Decay« und »Threshold« im zweiten VCD ein Gatesignal in der gewünschten Länge eingestellt werden.

Mit diesem Gatesignal wird dann ein A-140 ADSR oder Ähnliches angesteuert.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-119 External Input / Envelope Follower

Die Idee, ein Audiosignal wie z.B. Gesang oder Drums »durch ein Modularsystem zu jagen«, wird immer gern genommen – mit hoffentlich musikalisch brauchbarem Output.

Neben den oft gehörten gefilterten Drums lassen sich natürlich eine ganze Menge kreativer Dinge auf diesem Weg anstellen. Das Modul A-119 erledigt dabei mehrere Aufgaben:

  • Abschwächen oder Verstärken des Eingangssignals (z.B. für Signale direkt von Gitarre oder Mikrofon) mit Clipping-Anzeige für die Aussteuerung.
  • Erzeugen einer Steuerspannung, die der Laustärke des Eingangssignals folgt (»Envelope Follower«) – die entstehende Hüllkurve kann dann wieder andere Module steuern.
  • Erzeugen eines Triggersignals bei Überschreiten eines Lautstärke-Schwellwerts. Mit dem Trigger kann dann z.B. eine ADSR-Hüllkurve des Synthesizers gestartet werden.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A119-IN

Ausgänge:

CTRL-A119-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A119-SW

Auto-Wah

Einfache Verarbeitung eines externen Signals über ein Filter (A-120), das vom Lautstärkeverlauf des externen Signals (aus dem A-119) und von einem LFO moduliert wird.

Gitarre oder Mikro einstöpseln, Audio Out durch Filter und VCA, das Ganze dann gesteuert über die Hüllkurve vom Envelope Out – fertig ist ein schönes Auto-Wah. Das geht natürlich auch mit Drums und ist beinahe so etwas wie ein Standard.

Mit ADSR Transienten bearbeiten

Ein Transient Shaper: Das Gatesignal aus dem A-119 steuert einen A-140 ADSR, der den Lautstärkeverlauf des Signals über einen A-130 VCA beeinflusst. Über den »CV2«-Eingang des VCAs ist dieser Effekt stufenlos regelbar bzw. mit einer konstanten Verstärkung (»Gain«-Regler am A-130) kombinierbar.

Bei Drums wird’s ein klein wenig interessanter, wenn das vom A-119 erzeugte Gate dann eine ADSR-Hüllkurve für einen VCA ansteuert: Dadurch kann man die Drums »aufweichen« (mit leichter Attack-Zeit beim ADSR wird der perkussive Charakter stark beeinträchtigt) oder aber noch »spitzer« machen (minimale Attack-Zeit und kurzes Decay auf ein mittleres bis niedriges Sustain-Level). Das ist im Prinzip das, was sog. »Transient Shapers« machen.

Ducking

Manchmal ist es nützlich, wenn beim Auftreten eines Geräusches / Tones ein anderer Klang ausgeblendet wird. So in etwa wie beim Radio: Sobald der Sprecher spricht, wird die Musik deutlich leiser. Das wird als »Ducking« bezeichnet und ist recht einfach mit dem A-119 zu realisieren. Das Signal des »Radiosprechers« (um bei unserem Beispiel zu bleiben) ist das Eingangssignal vom A-119. Gain wird passend eingepegelt, so dass eine deutliche Hüllkurve erzeugt wird. Das Envelope Out Signal wird invertiert (z.B. durch einen A-175) und dann als Steuersignal für einen VCA verwendet. Dieser VCA (z.B. A-131 oder A-132-3) ist der Verstärker der »Musik« und hat grundsätzlich einen Dauerpegel, der mittels Gain Regler eingestellt wird. Je nach Wahl von Gain und Abschwächer im VCA für das Envelope Signal wird die »Musik« deutlich leiser, sobald der »Sprecher« etwas von sich gibt.

Damit nicht bei jeder Atempause des Sprechers die Musik sofort wieder lauter geregelt wird, kann man die Steuerspannung nach dem Invertierer mit einem A-170 Slew Limiter bearbeiten (größere »Glättung« für ansteigende Spannung einstellen).

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-140 ADSR Envelope Generator

Den A-140 ADSR Envelope Generator hat (fast) jeder. Aus gutem Grund: Die Hüllkurven können bei Bedarf extrem schnell »zuschnappen«, aber auch gaaanz laaangsam sein, ein dreistufiger »Time Range«-Schalter macht‘s möglich.

Die Ausstattung ist solide und gut durchdachter Standard: Ein Gate- und ein Retriggereingang, drei Ausgänge für die Hüllkurve, einer davon mit invertierter Spannung. Die Dauer der Hüllkurve liegt zwischen sehr schnellen 50 µs und einigen Minuten.

Bedienelemente

Eingänge:

Systembus: ähnlich wie die Oszillatoren A-110, A-111-1 und A-111-5 kann auch der A-140 über den Systembus gesteuert werden. Dort vorhandene Gatesignale (z.B. von einem der Midi-Interfaces) starten die Hüllkurve ebenso wie eine extern zugeführte Spannung am »Gate« Eingang (Schaltbuchse, die die Leitung vom Bus unterbricht).

CTRL-A140-IN

Ausgänge:

CTRL-A140-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A140-SW

Viele Ausgänge sind nützlich

Der A-140 lässt sich überall einsetzen, wo ein »normaler« Hüllkurvengenerator erforderlich ist. Speziell bei sehr kleinen Systemen mit nur einem Hüllkurvengenerator sind die drei Ausgänge vorteilhaft: Einer steuert den VCA, der zweite (oder der invertierte) Ausgang steuert das Filter.

Ein einfacher Synthesizer, bei dem der A-140 sowohl VCA als auch VCF (invertierter Ausgang) steuert.

In der Endlosschleife

Ein A-140 ADSR in »Endlosschleife«.

Zusammen mit einem A-167 Comparator lässt sich ein ASDR-Signal erzeugen, das – wie ein LFO – immer wieder neu startet. Dazu wird einer der A-140 Ausgänge mit dem Eingang »+In« des Komparators verbunden, der »Inv. Comp. Out« (invertierter Komparatorausgang) erzeugt die Gatesignale für die Hüllkurve.

Man startet am besten mit der »12 Uhr«-Stellung des »+In«-Reglers, »Gap«=0 und hohem Reglerwert von »Offs.«. Jetzt langsam »Offs.« kleiner werden lassen, bis der A-140 ausgelöst wird. Bei Bedarf kann mit leicht angehobenen »Gap« Werten die Frequenz gesenkt werden.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-111-5 Mini Synthesizer Voice

Der A-111-5 ist kein Oszillator im herkömmlichen Sinn, sondern ein kompletter Mini-Synthesizer mit VCO, VCF, VCA, ADSR und zwei LFOs. Ein »Dark Energy« (erste Generation) für das Modulsystem! Hier ist vieles patchbar, aber bei näherer Betrachtung wird man erkennen, dass einige Signalwege ausschließlich intern geschaltet sind. Es gibt beispielsweise keine Möglichkeit, den Ausgang des Oszillators vor dem Filter abzugreifen. Der A-111-5 ist also kein »Modularsystem im Modularsystem«.

Aber das will der A-111-5 auch gar nicht sein: Er ist eine praktische Lösung, wenn man auf sehr kompaktem Raum noch eine zusätzliche »Stimme« im Modularsystem benötigt, die auch ohne viele Patchkabel unmittelbar und schnell einsetzbar ist. Der A-111-5 beinhaltet einen VCO, ein VCF (24dB Tiefpassfilter), einen VCA, zwei LFOs und einen ADSR-Generator, der Steuerspannungen z.B. für Lautstärkeverlauf oder Filterverlauf erzeugen kann.

Zudem ist das Filter einmalig: Es erlaubt lineare Frequenzmodulation seiner Eckfrequenz und ist – in Selbstoszillation – hervorragend tonal spielbar. Die Rechteck- und Pulsschwingungen des VCOs sind zwar etwas »abgerundet«, in Summe aber noch ziemlich exakt (auch im Vergleich zu A-110 oder A-111-1).

Nachdem der A-111-5 aufgrund der fehlenden Verfügbarkeit von CEM3394 – Bausteinen nicht mehr produziert wurde, hat Doepfer das Modul mit dem AS3394 neu aufgelegt.

Stand: Herbst 2020

Wird auch ein externes Signal »abgerundet«?

Öffnet vielleicht das Filter nicht vollständig und sorgt auf diese Weise für die besondere Schwingungsform? Nein, externe Signale werden nicht abgerundet, obwohl sie ja ebenfalls das Filter im A-111-1 durchlaufen müssen. In der Abbildung z.B. ein Rechtecksignal aus einem A-110 VCO:

A-111-5: Rechteck – leicht abgerundet.
A-111-5: Puls – ebenfalls abgerundet.
Rechteck eines A-110 über den externen Eingang des A-111-5.

Dreieck und Sägezahn

Der Oszillator des A-111-5 hat noch eine weitere Besonderheit: Die Pulsschwingung ist grundsätzlich immer »eingeschaltet«, ein Dreieck oder ein Sägezahn kann per Schalter hinzugefügt werden. Um aber ein reines Dreieck oder einen reinen Sägezahn zu bekommen, muss die Pulsbreite auf 0% oder 100% (»PW«-Regler auf Anschlag links oder rechts) – und somit auf »unhörbar« gestellt werden:

A-111-5: Dreieck.
A-111-5: Sägezahn.

Mischung aus Puls und Dreieck oder Sägezahn

Bei anderen Pulsbreiten-Einstellungen erhält man interessante Mischklänge, die zwar mit jedem anderen VCO ebenfalls erzielbar sind, aber hier eben recht einfach und ohne zusätzliche Patchkabel, Mixer etc.:

A-111-5: Eine Mischung aus Rechteck und Dreieck.
A-111-5: Eine Mischung aus Puls und Sägezahn.

Bedienelemente

Eingänge:

Gate vom Systembus (ohne Abb.): Der ADSR-Generator lässt sich über ein am Systembus anliegendes Gatesignal auslösen. Bei Bedarf kann diese Verbindung intern über einen Jumper aufgetrennt werden. Um ein Gate in einen Systembus einzuspeisen, wird das Modul A-185-1 benötigt.

Mit Ausnahme des ADSR Gate-Eingangs, der die Leitung zu den Gatesignalen des Systembusses unterbricht, werden alle anderen Eingänge (Audio- wie Modulationseingänge) zusätzlich zu den internen Modulations- und Audioquellen addiert.

CTRL-A111-5-IN

Ausgänge:

CTRL-A111-5-OUT

Regler / Schalter (VCO):

CTRL-A111-5-VCO-SW

Regler / Schalter (VCF):

CTRL-A111-5-VCF-SW

Regler / Schalter (VCA, LFO1 und LFO2):

Beide LFOs sind identisch ausgelegt, die Bedienelemente werden daher nur einmal beschrieben.

CTRL-A111-5-VCA-LFO-SW

Regler / Schalter (ADSR):

CTRL-A111-5-ADSR-SW

Ein kompletter Mini-Synthesizer

Der A-111-5 ist die preisgünstigste Möglichkeit, eine komplette Synthesizerstimme in das Modularsystem zu bekommen. Oft kosten bereits VCO und VCF so viel wie dieses Modul, hier sind aber noch zwei einfache LFOs, ein ADSR, ein VCA und ein paar Audio- bzw. CV-Mischer eingebaut. Das ist durchaus praktisch, wenn man mit einem sehr kleinen Modularsystem anfangen möchte.

Bei größeren und großen Systemen kann es attraktiv sein, »mal so eben« eine weitere Stimme einzubauen, die z.B. im Livebetrieb schnell und ohne viel Verkabelung einsatzbereit ist. Und dank der Vor-Verschaltung lassen sich ohne viel Aufwand erstaunlich komplexe Klänge erzielen.

Aber auch für Einsteiger-Modularsysteme ist der A-111-5 eine Überlegung wert: Man kann das Modul gut als Ausgangsbasis verwenden und dann mit weiteren Modulen (VCO, VCF, Waveshaper usw.) ergänzen.

Grundeinstellung für neue Sounds

Als Ausgangspunkt für neue Sounds können Sie folgende Grundeinstellung ausprobieren.

  • VCO: Tune = 5, Range-Schalter in der Mittelstellung, FM = 0, Source-Schalter daneben in der Mittelstellung (»off«), PW = 0 (damit ist die Pulswelle ausgeschaltet), Shape-Schalter daneben auf Sägezahn, PM = 0, Source-Schalter daneben auf Mittelstellung (»off«). Der VCO wird damit einen Sägezahn in mittlerer Oktavlage erzeugen.
  • VCF: Frq im oberen Drittel, Track-Schalter auf »off«, XM und LM auf 0, Source-Schalter auf Mittelstellung (»off«), Res = 0. Das Filter wird etwas an Höhen abschneiden, aber sonst keine auffälligen Verfärbungen des Klangs erzeugen.
  • VCA: A = 0, AM = 10, Source-Schalter auf ADSR. Der Verstärker wird damit ausschließlich vom Hüllkurvengenerator (ADSR) gesteuert.
  • LFO 1 & LFO 2: Beide Shape-Schalter auf Mittelstellung (»off«). Die LFOs sind damit erst einmal ausgeschaltet, die anderen LFO-Bedienelemente haben bei »off« keine Auswirkung.
  • ADSR: ADSR Range-Schalter auf »mid«, A = 0, D = 0, S = 10, R = 0. Die Hüllkurve ist damit eine einfache Orgel-Hüllkurve (Ton ist bei Tastendruck sofort da und verstummt beim Loslassen der Taste sofort wieder). Der Ausgang des Moduls ist mit der Audio-Anlage verbunden, VCO F Eingang und ADSR Gateeingang werden von einer Tastatur o.Ä. angesteuert.

Jetzt wird geschraubt!

Was Sie jetzt versuchen können:

Bewegen Sie per Hand den Regler »Frq« des Filters: Der Klang wird unterschiedlich dumpf oder brillant werden.

Wählen Sie eine mittlere Eckfrequenz und spielen Sie über einen größeren Tastaturbereich: Die höheren Töne werden dumpfer als die tiefen. Schalten Sie jetzt den Schalter »Track« des Filters auf »half« oder »full«: Die Eckfrequenz wird nun an die gespielte Tonhöhe zum Teil (half) oder ganz (full) angepasst.

Wie verändern sich die Klänge, wenn Sie die Resonanz des Filters erhöhen? Was passiert mit den tiefen Frequenzanteilen? Achten Sie auf den Klang bei sehr hoher Resonanz (Selbstoszillation des Filters).?Probieren Sie andere Hüllkurven: Mehr Attack lässt den Ton langsam lauter werden, Release lässt ihn nach dem Loslassen der Taste ausklingen. Attack = 0, Decay und Sustain auf mittlerem Wert lassen den Ton perkussiver werden, die Lautstärke bleibt bei länger gehaltener Taste auf der mit Sustain eingestellten Lautstärke.

Schalten Sie den ADSR-Generator als XM-Modulationsquelle des Filters ein und variieren Sie mit dem Regler »XM« die Intensität der Modulation.

Schalten Sie einen oder beide LFOs ein und setzen Sie sie als Modulationsquellen für VCO, VCF oder VCA (oder einer Kombination davon) ein.

Mischen Sie die Pulsschwingung des Oszillators (mit PW im mittleren Bereich) dazu. Schalten Sie den Sägezahn aus.

Ein alter Trick geht auch hier

Der Audioausgang der A-111-5 Mini Synthesizer Voice wird mit dem A-180 Multiple aufgesplittet und über einen A-183-1 Attenuator wieder in den eigenen »External Audio«-Eingang zurückgeführt.

Versuchen Sie ruhig auch einmal einen alten »Minimoog-Trick«: Der Audioausgang wird über ein Multiple aufgesplittet. Ein Teil geht in die Abhöranlage, ein anderer Teil über einen Abschwächer wieder zurück in den eigenen Audioeingang. Fangen Sie mit stark abgeschwächten Signalen an.

Das Filter als zweiter Oszillator

Die lineare Filter-FM ist ein ungewöhnliches Feature. Zudem ist die Kennlinie zur Steuerung der Eckfrequenz sehr exakt 1 V / Oktave (genauer als bei vielen anderen Filtern). Aufgrund der beiden unabhängigen externen Steuereingänge für VCO und VCF können Sie das Modul sogar zweistimmig spielen – hier mit einem Sequencer:

Ein A-155 Sequencer steuert sowohl die Frequenz des VCOs, als auch die Frequenz des VCFs im A-111-5 Mini Synthesizer. Der A-156 Quantizer erleichtert dabei die Einstellung auf exakte Tonhöhen.

Im folgenden Klangbeispiel wird dieses Setup demonstriert: Zu Beginn hört man den reinen Sinus des selbstoszillierenden Filters, dann kommt der VCO mit einer Pulswelle dazu, später folgen Modulationen von VCO und VCF. Zum Ende wird die Resonanz immer weiter reduziert, bis schließlich nur noch der VCO zu hören ist.

Schnelle LFOs

Die beiden LFOs reichen ein gutes Stück in den Audiobereich: Eingesetzt zur Frequenzmodulation von VCO (LFO1) und / oder VCF (LFO2), erhalten Sie ein breites Spektrum an metallischen und disharmonischen Klängen für die Abteilung »Special Effects«.

»Live«-Eingriffe erwünscht

Die große Zahl an Umschaltmöglichkeiten (das Modul verfügt immerhin über 12 3fach-Schalter!) ist eine schöne Einladung, um schnell und drastisch in den Klang einzugreifen – das ist etwas, das Sie möglicherweise nicht gerade mit einem Modularsystem verbinden, oder?

Technische Daten

Breite24 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf80 mA (+12V) / -50 mA (-12V)