A-190-8 USB/Midi-to-Sync Interface

Das A-190-8 ist ein Midi-Interface, das auf die Umwandlung von Midi-Clocksignalen in verschieden geteilte Trigger für das A-100-System spezialisiert ist. Zusätzlich werden die Midi-Start, -Continue und -Stop-Befehle in Trigger- oder Gate-Signale umgewandelt, so dass man analoge Sequencer im Modularsystem sehr bequem mit einer DAW oder einer Groovebox synchronisieren kann.

Als Midi-Eingang für das Modul dient wahlweise die übliche DIN-Buchse oder ein USB-Eingang. Andere Midi-Daten wie Noten usw. werden von diesem Interface nicht umgesetzt, wir haben es hier also mit einer Ergänzung zu einem der konventionellen Midi-Interfaces zu tun und nicht um eine Alternative.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A190-8-IN

Ausgänge:

CTRL-A190-8-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A190-8-SW

Konfiguration über die Platine

Auch beim A-190-8 gibt es eine Reihe von Jumpern, über die das Modul weiter angepasst werden kann.

Die Steckbrücken auf den zwei Platinen des Moduls A-190-8.
  • JP9B: „Ausgabe des Start“-Ausgangssignals als Trigger oder als Gate. Bei gesetztem Jumper (Werkseinstellung) wird am Ausgang „Sta“ ein durchgängiges Gatesignal erzeugt, sobald ein Midi-Start- oder Midi-Continue-Befehl empfangen wurde. Das Gatesignal bricht erst ab, wenn ein Midi-Stop-Befehl empfangen wurde. Wird der Jumper entfernt, gibt der Ausgang „Sta“ lediglich ein kurzes Triggersignal aus, wenn das Modul über Midi einen Start- oder Continue-Befehl empfängt.
  • JP11: Externes Auslösen der „Wait“-Funktion durch ein Gatesignal oder einen einfachen Kurzschluss. In der oberen Position des Jumpers (Werkseinstellung) wird die „Wait“-Funktion durch ein Gate- oder Triggersignal (z.B. aus einem A-155 Sequencer) ausgelöst. Ist der Jumper in der unteren Position aufgesteckt, wird die „Wait“-Funktion dagegen durch einen einfachen Kurzschluss an der „Wait“-Buchse ausgelöst, z.B. durch einen schließenden passiven Fußtaster.
  • JP12: Auswahl der Höhe der ausgegebenen Spannung (betrifft alle Ausgänge). In der oberen Position des Jumpers werden an allen Ausgängen des Moduls (Clocksignale, Reset, Stop, Start) +5 V ausgegeben (Werkseinstellung). Für die Steuerung der A-100 – Sequencer, Hüllkurven usw. von Doepfer genügt diese Spannung, bei Modulen anderer Hersteller ist manchmal eine höhere Spannung erforderlich. In diesem Fall sollte der Jumper in die unteren Position gesteckt werden – dann wird an allen Ausgängen +12 V ausgegeben.

Um das A-190-8 Interface zur Steuerung von DIN SYNC – Geräten einzusetzen, ist ein spezielles Kabel erforderlich, das Start/Stop auf den ersten Pin des DIN-Steckers legt (die Ausgabe von „Start“ aus dem A-190-8 muss mit gesetztem JP9B als Gate konfiguriert sein), auf den dritten Pin kommt die Masse und auf den fünften Pin das ungeteilte Midi-Clocksignal aus dem „96“-Ausgang.

Achtung: Doepfer weist darauf hin, dass bei einer Steuerung von DIN SYNC – Geräten wie z.B. alten Roland-Drumcomputern, etwa der TR808, über das A-190-8 Interface die Spannung ausschließlich +5 V betragen darf (JP12 auf der oberen Position).

4/4-Takt!

Die Teilung der Midi-Clock beruht auf einem 4/4-Takt. Das „passt“ bei wahrscheinlich 99% aller „Synthesizermusik“, erfordert aber etwas Umdenken beim Einsatz ungerader oder etwas ungewöhnlicher Taktarten wie 3/4-Takt, 7/8-Takt usw.

Der Ausgang „96“ gibt in jedem Fall 24 Trigger pro Viertelnote aus, bei einem 3/4-Takt sind das dann natürlich nicht 96 Trigger pro Takt, sondern nur 72 Trigger. Bei der Steuerung von einem A-155 Sequencer wird das normalerweise gar nicht auffallen, die vom A-155 erzeugten Noten bleiben natürlich auch beim 3/4-Takt synchron zur DAW oder einem Hardwaresequencer bzw. Drumcomputer, die das Midi-Signal liefern. Eine Viertelnote bleibt immer eine Viertelnote, hier ist also alles fein.

Problematisch kann allerdings die „Wait“-Funktion sein, die ebenfalls von einem 4/4-Takt ausgeht: Das taktsynchrone Stoppen und erneute Starten funktioniert tatsächlich nur bei einem 4/4-Takt genau zum Ende bzw. Anfang eines Taktes. Bei anderen Taktarten verschiebt sich der mögliche Zeitpunkt von Stopp bzw. Start des analogen Sequencers mit jedem Takt (bei einem 3/4-Takt z.B. bei jedem Takt um eine Viertelnote nach vorne).

Anders herum gedacht kann man so etwas natürlich gut für die Erzeugung und Live-Bearbeitung von polyrhythmische Strukturen einsetzen. Stopp und Neustart des A-100-Sequenzers wird natürlich immer synchron zu einer glatten Viertelnote erfolgen, so dass z.B. eine Kombination einer 8/8-Sequenz im A-155 mit einem 5/4-Takt in der DAW durchaus interessante Ergebnisse liefern kann.

Alternativen

Die sehr umfangreichen Optionen des A-190-8 für verschiedene Clock-Teiler und Steuer-Trigger findet man in keinem anderen Midi Interface. Die Module A-190-1 (Auslaufmodell) und der Nachfolger A-190-4 verfügen über einen einfachen Clock-, sowie einen Reset-Ausgang.

Technische Daten

Breite6 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf50 mA (+12V) / -0 mA (-12V)

A-190-3 USB/MIDI-to-CV/Gate Interface

Das A-190-3 ist ein kleines Midi-Interface, das trotz seiner schmalen 6 TE eine Menge Features mitbringt. Im Vergleich zum großen A-190-4 muss man freilich ein paar Abstriche machen – keine Clock-/Reset-Ausgänge, kein Midi-Thru, kein Software-LFO und kein Display. Ein vermeintlich „kleiner“ Unterschied sei noch genannt: Beim A-190-3 sind 0 bis +5 Volt Spannung für die Steuerung der VCO-Tonhöhe möglich, beim A-190-4 sind es -3 bis +10 Volt. Das klingt zunächst nach nicht besonders viel, bedeutet aber einen Unterschied zwischen moderaten 5 Oktaven Tonumfang beim A-190-3 und fast unfassbaren 13 Oktaven beim A-190-4!

Das kleine Interface verfügt dafür allerdings über ganze vier Steuerspannungsausgänge statt nur zwei beim A-190-4 und einen (wie ich finde) überaus praktischen Regler für die Portamento-Funktion.

Der direkte Vorläufer des A-190-3 Interfaces war das mittlerweile nicht mehr lieferbare A-190-2 („Low-Cost-Midi-to-CV/Gate-Interface“), das bis auf die USB-Buchse als alternativem Midi-Eingang fast die gleiche Funktionalität angeboten hatte.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A190-3-IN

Ausgänge:

CTRL-A190-3-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A190-3-SW

Programmierung

Sobald die „Learn“-Taste – für mindestens eine Sekunde – gedrückt wird, können über Midi-Befehle (siehe nächster Abschnitt) die Grundeinstellungen des Moduls festgelegt werden. Dabei blinkt die LED neben dem Gate-Ausgang. Sobald ein Midi-Befehl an das Modul gesendet wurde, endet der Learn-Modus und muss für die Festlegung weiterer Parameter erneut aktiviert werden. Die vorgenommene Einstellung wird im Modul gespeichert und steht auch nach dem Aus-/Einschalten wieder zur Verfügung.

Welche Midi-Befehle verändern was?

Parameter:Midi-Befehl:Anmerkungen:
Midi-Kanal und ReferenznoteEine Midi-Note (Drücken einer Taste) legt den Kanal und die Referenznote festDie Referenznote ist die tiefste akzeptierte Midi-Note. Für sie wird 0 V am CV Note – Ausgang ausgegeben.
Velocity für CV V/VAUS: PrChg #1
AN: PrChg #2
Hier wird festgelegt, ob der Ausgang CV V/V neben dem Midi Volume (Midi Controller #7) zusätzlich auch die Anschlagsdynamik (Note On Velocity) berücksichtigt oder nicht.
Velocity für CV Ctr.AUS: PrChg #3
AN: PrChg #4
Hier wird festgelegt, ob der Ausgang CV Ctr. neben einem beliebig definierbaren Midi Controller (Default = Modulationsrad / Midi Controller #1) zusätzlich auch die Anschlagsdynamik (Note On Velocity) berücksichtigt oder nicht.
RetriggerAUS: PrChg #5
AN: PrChg #6
Bei aktiviertem Retrigger wird auch beim Legato-Spiel das erzeugte Gate-Signal bei einer neuen Note kurz unterbrochen, so dass die Hüllkurve neu gestartet wird.
Polarität der Gate-SignalePOSITIV: PrChg #7
INVERTIERT: PrChg #8
Normalerweise werden die Gate-Signale bei gespielter Midi-Note als positive Spannung ausgegeben, und als 0 V, wenn keine Note gespielt wird. Dieses Verhalten kann invertiert werden.
Velocity Modus für CV V/V0-127: PrChg #11
2 Werte: PrChg #12
Hier wird festgelegt, ob am Ausgang CV V/V die Note On Velocity in vollem Umfang berücksichtigt wird (128 Werte) oder nur zwei Werte mit dem Schwellwert von 100 (Akzent-Modus).
Velocity-Modus für CV Ctr.0-127: PrChg #13
2 Werte: PrChg #14
Hier wird festgelegt, ob am Ausgang CV Ctr. die Note On Velocity in vollem Umfang berücksichtigt wird (128 Werte) oder nur zwei Werte mit dem Schwellwert von 100 (Akzent-Modus).
KeyAssign ModusHIGHEST: PrChg #15
LAST: PrChg #16
Beim Drücken mehrerer Midi-Tasten gleichzeitig bestimmmt entweder die höchste oder die zuletzt gedrückte Taste die Steuerspannung an CV Note.
KeyAssign Modus (Poly)REFNOTE: PrChg #17
STACK: PrChg #18
Wenn mehrere A-190-3 über die Midi-verbindungen auf der Platine verbunden werden, kann hier das verhalten eingestellt werden. Bei REFNOTE erzeugt nur die Referenznote (siehe oben) eine CV Note und Gate-Ausgabe, so dass mit unterschiedlich eingestellten Referenznoten mehrere A-190-3 einzelne Töne am A-100 ansprechen können (z.B. für Drums).
Bei STACK spielt das erste A-190-3 eine Midi-Note, filtert diese Note aus den Midi-Daten aus und übergibt die gefilterten Midi-Daten an das nächste A-190-3, das dann die nächste Midi-Note spielen kann usw.
CV Note – Charakteristik1V/Oct: PrChg #19
Hz/V: PrChg #20
Für das A-100-System und die meisten analogen Synthesizer ist die exponentielle 1V/Oktave – Charakteristik passend. Mit jedem Volt Steuerspannung verdoppelt sich dabei die Frequenz des Oszillators.
Manche älteren Synthesizer (z.B. Korg) haben allerdings linear arbeitende Oszillatoren, die mit einem festen Verhältnis von Frequenz und Steuerspannung arbeiten. Bei nur 5 Volt Ausgangsspannung ist diese Betriebsart allerdings nach oben hin etwas eingeschränkt (oder im unteren Frequenzbereich etwas ungenau).
Controller für CV Ctr.Betätigen des gewünschten Midi-ControllersMit Ausnahme der Midi-Bank-Controller #0 (Bank Select MSB) und #32 (Bank Select LSB) kann hier jeder Midi-Controller dem Ausgang CV Contr. zugewiesen werden.
Wichtig: Midi-Pitchbend ist kein Midi-Controller, sondern ein eigenständiger Midi-Nachrichtentyp, der mit 14 Bit viel höher aufgelöst ist, als die normalerweise 7-bittigen Continuous Controller. Pitchbending lässt sich somit dem Ausgang CV Ctr. nicht zuweisen.
„PrChg“ in der Tabelle steht für „Midi Program Change“.

Änderungen ohne Speichern:

Die oben aufgelisteten Midi Program Change – Befehle #1 bis #20 können auch ohne den „Learn“-Modus verwendet werden. Die Änderungen werden dann nicht gespeichert und wirken damit nur so lange, bis das Modul (bzw. seine Stromversorgung) neu gestartet wird.

Reset:

Wenn man die Taste während des Einschaltens des A-100-Systems gedrückt hält, wird das Modul auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt (das System muss danach noch einmal ausgeschaltet werden und nach mindestens 10 Sekunden „aus“ wieder eingeschaltet werden). Die Werkseinstellungen sind:

Parameter:Default-Wert:
Midi-Kanal1
Referenznote (tiefste akzeptierte Midi-Note, für die dann 0 V Spannung an „CV Note“ ausgegeben wird)Midi Note #36 (C0)
Polarität der Gate-Signalepositiv
Retrigger bei Legato-Spielaus
CV V/VMidi Volume (Midi Controller #7)
CV Ctr.Midi Modulationsrad (Midi Controller #1)
CV Note Charakteristik1 V / Oktave
Key Assign Modehöchste Note

Konfiguration über die Platine

Wie üblich bei neueren Doepfer-Modulen, können einige Optionen über Jumper auf der Platine festgelegt werden. Wie beim Vorgänger A-190-2 können die Gate- bzw. CV Note – Ausgänge direkt auf den A-100-Bus ausgegeben werden, so dass benachbart eingebaute VCOs oder ADSR-Generatoren ohne Verkabelung angesprochen werden.

Achten Sie darauf, dass das A-190-3 unbedingt das einzige auf den Bus »schreibende« Modul ist, da es sonst zu einem Kurzschluss kommt, der die Module beschädigen kann.

Zwei weitere Optionen waren im Vorgänger noch nicht verfügbar: Die Höhe der Gate-Spannung (5 Volt oder 12 Volt) und der Bereich der Steuerspannung, die vom CV Pitch Ausgang (gesteuert vom Midi-Pitchbend-Rad) ausgegeben wird (-2,5 Volt … +2,5 Volt oder 0 Volt … +5 Volt).

Jumper für Konfigurations-Optionen auf dee A-190-3 Platine.
Jumper:Funktion:
JP2Jumper gesetzt: Verbindung des Gate-Ausgangs mit dem A-100 Bus.
JP3Jumper gesetzt: Verbindung des CV Note Ausgangs mit dem A-100 Bus.
JP5Midi-Verbindung (Ausgang) mit einem weiteren A-190-3 Modul.
JP6Midi-Verbindung (Eingang) mit einem weiteren A-190-3 Modul
JP10A
JP10B
Festlegung der Spannung des Gate-Ausgangs. Jumper auf JP10A: 5 Volt (Default), Jumper auf JP10B: 12 Volt
JP11A
JP11B
Spannungs-Bereich für den Ausgang CV Pitch. Jumper auf JP11A: -2,5 … +2,5 Volt (Default), Jumper auf JP11B: 0 … +5 Volt.

Technische Daten

Breite6 TE
Tiefe55 mm
Strombedarf60 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-190-5 Polyphonic USB/Midi-to-CV/Gate Interface

Das A-190-5 ist ein Midi-to-CV/Gate-Interface, das in erster Linie für polyphone Anwendungen gedacht ist. Damit können über ein beliebiges Midi-Keyboard bis zu vier modulare Synthesizerstimmen gesteuert werden.

Polyphonie ist im Modularbereich immer noch eine eher exotische „Randerscheinung“. Aufwand, Kosten und Komplexität der Steuerung erscheinen vergleichsweise hoch, wenn man daneben moderne analoge oder virtuell-analoge Polysynths stellt. Trotzdem bewegt sich hier gerade einiges, was ich persönlich für höchst spannend halte.

Das Interface hat Midi-In und Midi-Thru, kann wahlweise auch über USB angesprochen werden und erlaubt die Steuerung von bis zu vier analogen Synthesizerstimmen mit Gate, CV für die Tonhöhe und für Velocity, sowie einem konfigurierbaren dritten CV-Ausgang für Modulationssignale.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A190-5-IN

Ausgänge:

CTRL-A190-5-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A190-5-SW

Die Sache mit dem USB-Port

Doepfer weist auf seiner Website darauf hin, dass die Verwendung des USB-Ports, z.B. als Interface zu einer DAW, Probleme mit sich bringen kann. Der Grund liegt darin, dass alle Midi-Signale, die über den DIN-Midi-Eingang oder über den USB-Port an das Modul gesendet werden, auch via Midi Thru über diesen USB-Port wieder ausgegeben werden.

Jede Note, die man also von der DAW an das Modul sendet, schickt es umgehend wieder zurück. Wenn nun die DAW-Spur, die das A-190-5 Interface ansteuert, auch noch alle an der DAW anliegenden Midi-Eingänge akzeptiert, dann kommt es zu einer Schleife und entsprechendem „Midi-Datensalat“.

Die Lösung des Problems ist allerdings ganz einfach: Man muss nur bei der DAW-Spur für das A-190-5 darauf achten, dass sie nicht Midi-Signale von eben diesem Modul akzeptiert. „All Midi Inputs“ z.B. ist also keine gute Idee für diese Spur. Manche DAWs bieten auch die Möglichkeit, bestimmte Midi/USB-Inputs ganz zu blocken, auch das ist eine Option.

Verbindungsmöglichkeiten über die Platine

Im Gegensatz zu vielen anderen Doepfer-Modulen neueren Datums sind auf den Platinen keine Konfigurations-Optionen untergebracht. Dafür aber zwei Pin-Leisten für die ausgegebenen Gate-Signale und „CV Note“ – Steuerspannungen. Darauf passen kleine Kabel (beim Elektronikhandel nach „Steckpins“ suchen), über die man das Interface mit dem polyphonen VCO A-111-4 bzw. dem polyphonen ADSR A-141-4 (ab Version 2, bei der ersten Version muss man noch löten) verbinden kann.

Die Steckverbindungen JP8 und JP9 für Gate und Note CV. Die anderen Jumper beinhalten keine User-Optionen.

Betriebsarten im Überblick

Mit Hilfe der „+“ und „-“ Taster kann zwischen den sechs Betriebsarten des Interfaces umgeschaltet werden. Die Unterschiede liegen in der Anzahl der Midi-Kanäle, auf die das Modul reagiert und darin, wie viele gleichzeitige Noten pro Midi-Kanal in die Modularwelt umgesetzt werden.

Betriebsart:Midi-
Kanäle:
Noten
pro
Kanal:
Verhalten der analogen Ausgänge:
Unisono
1+2+3+4
11Monophon auf allen vier Ausgängen gleichzeitig, alle Ausgänge spielen (unisono) die gleichen Noten.
In Summe also eine Modular-Stimme (vierfach ausgegeben).
Mono/Uni
1+2;3+4
21Ausgänge 1+2 spielen (unisono) die Noten des ersten Midi-Kanals, Ausgänge 3+4 (unisono) die Noten des zweiten Midi-Kanals.
In Summe zwei Modular-Stimmen (jeweils doppelt ausgegeben).
Mono
1;2;3;4
41Vierfach monophon, je ein Ausgang spielt monophon die Noten des jeweils eingestellten ersten bis vierten Midi-Kanals.
In Summme vier Modular-Stimmen.
Poly
1-2-3-4-1..
14Vierstimmige Polyphonie, den vier Ausgängen werden rotierend die gespielten Noten zugeordnet.
In Summme vier Modular-Stimmen.
Poly
1+2-3+4-1..
12Zweistimmige Polyphonie, den Ausgängen 1+2 (unisono) und 3+4 (unisono) werden rotierend die gespielten Noten zugeordnet.
In Summe zwei Modular-Stimmen (jeweils doppelt ausgegeben).
Poly
1-2-1;3-4-3
22Zweistimmige Polyphonie mit zwei Midi-Kanälen, den Ausgängen 1 und 2 werden rotierend die Noten des ersten Midi-Kanals zugeordnet, den Ausgängen 3 und 4 rotierend die Noten des zweiten Midi-Kanals.
In Summe vier Modular-Stimmen.

Programmierung der Optionen

Wenn man in einer der sechs Betriebsarten die „Enter“-Taste drückt, gelangt man in die Editier-Menüs des Interfaces. Zwischen den Optionen kann man mit den „+“ und „-“ Tastern wechseln, die Werte für die einzelnen Optionen stellt man durch Drücken auf „Enter“ und dann den „+“ / „-“ Tastern ein.

Option:Einstellmöglichkeiten:
RetriggerZeit von 0 bis 50 Millisekunden. Bei 0 ms wird beim Legato-Spiel kein erneuter Trigger/Gate auf dem entsprechenden Analog-Ausgang ausgegeben.
MidichannelDer Midi-Kanal, dessen Noten das Modul in analoge Gates und Steuerspannungen umwandelt (Kanal 1 bis 16). Bei den Betriebsarten für mehrere Midi-Kanäle werden die Kanäle nacheinander eingestellt und jeweils durch „Enter“ abgeschlossen, dann folgt die nächste Kanalauswahl.
RefnoteDie Midi-Referenznote, für die das Interface 0 V als Steuerspannung am Ausgang CV1 ausgibt. Das ist die tiefste Midi-Note, auf die das Modul reagiert. Bei den Betriebsarten für mehrere Midi-Kanäle werden die Referenznoten für jeden Midi-Kanal nacheinander eingestellt und jeweils durch „Enter“ abgeschlossen, dann folgt die Referenznote für den nächsten Midi-Kanal.
Der Wertebereich dieser tiefsten Midi-Note ist Midi-Note #24 bis #96, das entspricht C0 bis C6.
CV3Die Midi-Controller, die auf den vier Ausgängen „CV3“ ausgegeben werden. Hier hat man bei Doepfer sehr clever mitgedacht und für jeden der vier „CV3“-Ausgänge einen separaten Midi-Controller ermöglicht: Controller wie monophones Aftertouch, Modulationsrad oder Sustain-Pedal werden ja nicht pro Note erzeugt, sondern pro Midi-Kanal. Gerade im vierfachen Poly-Modus kann man damit vier unterschiedliche Controller für ein ausdrucksstarkes Spiel mit dem A-100 nutzen. Die Controller werden für jeden der vier „CV3“-Ausgänge nacheinander eingestellt und die Programmierung jeweils durch „Enter“ abgeschlossen, dann folgt der Midi-Controller für den nächsten „CV3“-Ausgang.

Retrigger in der Praxis:

Was bedeutet die Einstellung einer Retrigger-Zeit in der Praxis? Grundsätzlich wird das Interface bei jeder neuen Note ein Gatesignal am „Gate“-Ausgang ausgeben. Da Gate-Signale immer so lange ausgegeben werden, wie die Taste gedrückt bleibt, überlappen sich beim Legato-Spiel in den „Mono“- bzw. „Unisono“-Betriebsarten die erzeugten Gate-Signale des entsprechenden Analog-Ausgangs und die Hüllkurve wird nicht neu gestartet.

Um einen Neustart der Hüllkurve zu erzwingen, kann man nun eine Zeit von 1-50 ms einstellen, in der das Gate-Signal unterbrochen wird, sobald die neue Taste gedrückt wird. Hier muss man etwas probieren: Zu kurze Pausen werden die Hüllkurve evtl. nicht neu starten, zu lange Pausen wird man bei perkussiven Hüllkurven möglicherweise als leichte Verzögerung hören.

Wenn die Retrigger-Zeit auf 0 ms eingestellt ist, wird beim Legato-Spiel das Gate-Signal nicht unterbrochen und die Hüllkurve in diesem Fall nicht neu gestartet. Das ist eigentlich auch das Standard-Verhalten klassischer (monophoner) Analogsynthesizer.

Bei den Poly-Betriebsarten konnte ich keine Auswirkungen der Retrigger-Zeiten feststellen – hier übernimmt ja auch jeweils die nächste analoge Stimme mit einem eigenen Gate-Signal. Beim „Überlauf“ der Stimmen gibt nach der vierten analogen Stime wieder der erste „CV Note“-Ausgang eine neue Steuerspannung aus, der erste „Gate“-Ausgang unterbricht allerdings sein Gate-Signal nicht, um es neu zu starten.

Refnote in der Praxis:

Für die meisten Keyboards genügt C0 (Midi-Note #24) als tiefste mögliche Note, bei einem 88-Tasten-Keyboard wie meinem LMK2 z.B. reicht die Tastatur allerdings noch etwas weiter hinunter bis zum A-1 (das ist dann die Midi-Note #21). Damit die untersten drei Tasten nicht ungenutzt bleiben, kann man das Keyboard gegebenenfalls 1 Oktave nach oben transponieren, um den vollen Umfang auszunutzen. Vom Interface her sind übrigens dem Tonumfang mit bis zu 10 Volt Steuerspannung (= 10 Oktaven bei 1V/Oktave!) nach oben kaum Grenzen gesetzt.

Steuerspannungen bis 10 Volt:

Das A-190-5 Interface liefert durchaus potente 10 V an maximaler Steuerspannung. Das ist für einige der „normalen“ (nicht-polyphonen) Module schon eine ganze Menge, ein A-140 liefert z.B. nur bis zu 5 V ab. Kaputt machen kann man damit natürlich nichts, aber man sollte die Abschwächer von Filtern usw., die vom A-190-5 gesteuert werden, im Vergleich etwas weiter herunter regeln, um sinnvolle Steuerungsbereiche zu erhalten. Die polyphonen Module A-141-4 VC ADSR und A-132-8 Octal Poly VCA sind übrigens ebenfalls auf +10 V Steuerspannungen ausgerichtet.

Einschränkungen und mögliche Weiterentwicklungen:

Das Interface hat derzeit (Juni 2021) noch den allerersten Softwarestand. Normalerweise verfeinert Doepfer seine digital gesteuerten Module noch weiter, so dass wir hier auf künftige Features hoffen können.

Viele monophone Midi-to-CV-Interfaces bieten kleine „Helfer-Funktionen“ wie digital erzeugte LFOs, Portamento (pro Ausgang individuell einstellbar) oder die Umsetzung des Midi-Pitchwheels in die Steuerspannung für die VCOs. Das wäre auch beim polyphonen Einsatz sehr praktisch.

Auch bei der Umsetzung der einzelnen Noten in die CV-Ausgänge gäbe es noch sinnvolle Optionen: Ein echter „Round Robin“, der tatsächlich bei jeder neuen Midi-Note auf den nächsten CV/Gate-Ausgang wechselt, würde jede (auch nur kurz angespielte) Note ausklingen lassen, während die nächste Note gespielt wird. Oder eine reine Zufalls-Zuordnung der analogen Ausgänge pro Midi-Note, z.B. wenn man vier verschiedene Filter oder unterschiedliche Schwingungsformen der VCOs einsetzt. Derzeit wird bei überlappenden Noten der nächste freie Analog-Ausgang verwendet, eine einstimmige – nicht legato gespielte – Melodie landet somit aktuell stets auf dem ersten analogen Ausgang.

Was ich tatsächlich sehr vermisst habe, ist die Implementierung des Midi-Pitchbend-Rades im Interface (oder ich war einfach zu doof, es zu finden). Im Gegensatz zu Modulationsrad und monophonem Aftertouch ist das Pitchbend-Rad kein „Midi-Controller“ mit Werten zwischen 0 und 127, sondern setzt sich aus zwei Bytes (d.h. 14 Bit in der Midi-Welt) zusammen, die insgesamt 16.383 möglichen Werten entsprechen. Eine Implementierung würde idealerweise direkt die „CV Note“ Ausgänge beeinflussen oder über einen der „CV3“-Ausgänge ausgegeben werden. Bis die Option im A-190-5 verfügbar ist, kann man ein zusätzliches A-190-3 Interface und dessen dediziert dafür vorhandenen „CV Pitch“ Ausgang verwenden.

Warten wir’s ab, Doepfer ist ziemlich kreativ (und produktiv!), aber im Kern halt auch eine relativ kleine Firma mit begrenzten Ressourcen, die sich um eine sehr große Anzahl von Modulen kümern muss.

Ein Wort (oder zwei) zu den polyphonen A-100 Modulen

Polyphone Module sind eine Herausforderung. Wo sonst ein einacher Potentiometer – also ein manuell einstellbarer Widerstand – die Regelung einer Steuerspannung übernimmt, muss man das bei polyphonen Modulen z.B. über mehrere integrierte VCAs erledigen, die dann wieder über eine Spannung und besagten Potentiometer gesteuert werden. Das kostet Geld durch die zusätzlichen Bauteile und es bringt Aufwand bei der Abstimung des Moduls mit sich, die (vier) Teilmodule sollen ja möglichst ähnlich reagieren.

Doepfer bietet – als einziger mir bekannter Hersteller – eine ganze Reihe von Modulen an, die für einen polyphonen Einsatz tauglich sind: einen vierfach-VCO A-111-4, ein vierfach-Filter A-105-4, einen vierfach-ADSR A-141-4 (der natürlich grundsätzlich spannungsgesteuert arbeitet), einen vierfach-, nein achtfach-VCA A-132-8. Damit lässt sich schon einiges anstellen, während der Platzbedarf überschaubar bleibt: Filter, ADSR und VCA sind jeweils nur 8 TE breite „Slim Line“ Module. Vierfach-LFOs gibt es ohnehin schon länger. Und modular-mäßig bewegen wir uns natürlich auch deutlich jenseits der „Standard-Polyphonen“, schließlich hat man ja ein Modularsystem.

Was ich mir für künftige Entwicklungen noch wünschen würde, wäre auf jeden Fall ein 8-in-4-Mischer oder besser 16-in-4-Mischer – mit gemeinsamer Steuerung für die 4 Ausgangskanäle, um mehr als einen VCO pro Stimme einzusetzen. Und vielleicht noch ein paar kleine Hilfsmodule, wie einen vierfachen Waveshaper, einen vierfachen Slew-Limiter mit Aufholverstärker (oder gleich eine polyphone Portamento-Option im A-190-5) oder einen einfach gestrickten vierfachen Suboszillator.

Und ja, man könnte sich sehr viele weitere polyphone Filter wünschen. Tatsächlich finde ich persönlich aber gerade die Filter die am wenigsten problematischen Module für polyphone Anwendungen. Die Doepfer-Filter sind fast alle recht preiswert und eine Abstimmung mehrerer Filter ist schnell erledigt. Dann noch einen freien CV-Eingang für die gemeinsame Steuerung der Eckfrequenz und alles ist gut. Falls es doch noch ein polyphones Filter-Modul sein soll, wäre ich persönlich für ein leicht abgespecktes Xpander-Filter mit möglichst vielen der 12 db und – besser noch – 6 dB – Filtermodi.

Grundausstattung für Polyphonie

Die Basis für ein polyphon einsetzbares Modularsystem ist tatsächlich das Midi-Interface A-190-5. Alles andere (A-111-4, A-195-4, A-141-4, A-132-8) ist ungemein praktisch und erleichtert spürbar die Bedienung beim Spielen des Systems, kann aber notfalls durch eine Reihe von Einzelmodulen ersetzt werden, die man dann halt „per Hand“ aneinander angleichen muss.

Ein minimalistisches polyphones System könnte auch aus einem A-190-5 und vier A-111-6 Miniature Synthesizer Voices bestehen. Warum auch nicht? Beim Oberheim Four Voice musste man auch jede Stimme manuell einstellen.

Klangbeispiele

Für ein erstes Test-Setup habe ich auf bereits vorhandene Module in meinem Rack zurück gegriffen: Basis waren meine A-110-1 VCOs (flankiert von einem fast identisch klingenden A-110-2), beim Filter war die Wahl schnell getroffen, als „BBD-Ergänzung“ befinden sich sechs A-108 in meinem Rack (für die BBDs besonders geeignet aufgrund der 48dB-Flankensteilheit), andere Filter hatte ich schlicht nicht in ausreichender Anzahl „gesammelt“.

Als VCA hatte ich zunächst den A-132-4 Quad Exponential VCA angedacht, der war allerdings mangels CV-Abschwächer bei den 10 V Ausgangsspannung des A-141-4 ADSRs nicht verzerrungsfrei einsetzbar. Stattdessen vier A-140 wären schon machbar, aber deutlich umständlicher als der polyphone ADSR-Generator. Also den linearen A-135-2 VC Mixer mit dem A-141-4 kombiniert und alles ist gut.

Die „Gate“-Ausgänge des A-190-5 triggern die vier Hüllkurven des A-141-4. Diese Hüllkurven steuern zugleich den A-135-2 VC Mixer und die vier A-108-Filter (mit Hilfe der überaus praktischen „Stackables“ gepatcht).

Die „CV Note“-Ausgänge des A-190-5 gehen jeweils in einen A-185-2 Precision CV Adder (von denen man übrigens NIEMALS genug haben kann), jeder A-185-2 ist mit zwei A-110-1 VCOs verbunden (bei einer Stimme mit einem A-110-1 und einem A-110-2). Der erste VCO pro Stimme ist ein in der Pulsbreite moduliertes Rechteck (Modulation durch vier LFOs im A-143-3), der zweite VCO ein Sägezahn eine Oktave darüber. Wie mischt man die VCOs? Noch gibt es leider keinen „polyphonen Mixer“, also habe ich einen A-138e Quad Crossfader dafür verwendet. Dessen vier Ausgänge gehen in die vier A-108 Filter.

Der „CV2“-Ausgang (= Anschlagdynamik der gespielten Midi-Noten) des A-190-5 steuert – zusätzlich zu den Hüllkurven – die Eckfrequenz der A-108-Filter über deren dritten CV-Eingang. Gerne hätte ich auch noch die Lautstärke mit der Anschlagsdynamik beeinflusst, aber das muss dann warten, bis ich einen A-132-8 Octal Polyphonic VCA habe.

Als „Sonderwunsch“ hatte ich noch ein polyphones Portamento im Sinn. Das Interface unterstützt das derzeit leider noch nicht, es gibt auch keinen vierfach-Slew-Limiter. Doch halt: den gibt/gab es schon: Der A-129 / 3 gemeinsam mit dem A-129 / 4 aus dem leider mittlerweile eingestellten Vocoder-Subsystem.

Das Modulationsrad meines LMK2 wird auf einen der „CV3“-Ausgänge gelegt und steuert gleichzeitig Frequenz und Amplitude (über einen A-132-4 VCA) eines A-143-4 Quad VCO/VCLFOs. Das Sostenuto-Pedal (das linke Pedal) am LMK2 wird ebenfalls auf einen der „CV3“-Ausgänge gelegt und reduziert das Portamento über den A-129 / 4. Schließlich landet auch der monophone Aftertouch auf „CV3“ und wird von dort auf die vier noch freien Steuerspannungseingänge der A-108 Filter gepatcht.

In Summe also doch das eine oder andere Modul verbaut, aber es macht tatsächlich ungeheuer Spaß, das A-100-System polyphon zu spielen.

Im ersten Klangbeispiel verwende ich den „Poly“-Modus, langsame Attack- und Release-Zeiten und die „6dB“-Ausgänge der Ladder-Filter. Hier, wie auch im zweiten Klangbeispiel werden die vier Stimmen im Stereobild verteilt und mit einem VirSyn VTape-Delay und einem Valhalla-Reverb in der DAW versehen.

Polyphone Spielereien.

Das zweite Klangbeispiel verwendet den „Unisono“-Modus, die Hüllkurve ist auf sehr kurze Attack- und Release-Zeiten eingestellt, ich verwende die 24dB-Ausgänge der Ladder-Filter mit deutlich höherer Resonanz. Auch hier sind die Einzelstimmen im Stereobild verteilt und mit VTape und Valhalla „gewürzt“.

Monophone „Spielereien“.

Technische Daten

Breite16 TE
Tiefe55 mm
Strombedarf120 mA (+12V) / -40 mA (-12V)

A-190-1 MIDI-to-CV/Gate/Sync Interface

Der A-190-1 ist ein Auslaufmodell und wird künftig nicht mehr hergestellt werden.

Stand: Juni 2021

Das A-190-1 MIDI-to-CV / Gate / Sync Interface stellt eine recht umfangreiche Midi-Anbindung für A-100 Systeme zur Verfügung.

Über »Clock« und »Reset« lässt sich eine Synchronisierung von A-155 Sequencern etc. mit Midi- oder Software­sequencern realisieren.

Das Interface hat einen Gate- sowie zwei Steuerspannungs-Ausgänge. Pitchbend, Portamento und ein LFO sind per Software in dem Modul realisiert.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A190-1-IN

Ausgänge:

CTRL-A190-1-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A190-1-SW

Menüstruktur

Im Folgenden werden alle Menüs, sowie die dort jeweils einstellbaren Parameter beschrieben. Wenn ein Menü mehr als einen Parameter hat, dann erfolgt die Einstellung über Midi-Befehle / Noten.

Im normalen Betrieb sind alle 6 LEDs auf der linken Seite des Moduls aus, nur die drei LEDs für Clock, Reset und Gate leuchten bei entsprechenden Ereignissen auf. Zum Programmieren des A-190-1 drückt man zunächst auf den „Menü“-Taster. Die oberste linke LED (mit „Channel“ bzw. „CV1“ beschriftet) blinkt nun rasch hintereinander.

Performance und Config

Die Programmiermöglichkeiten sind in 2 Gruppen aufgeteilt: „Performance“ für häufig anzupassende Parameter und „Config“ für eher allgemeine Grundeinstellungen. Die jeweils zu programmierende Funktion wird durch eine der 6 LEDs auf der linken Seite angezeigt: sie blinkt schnell bei Performance-Funktionen, langsam bei Config-Funktionen, die Beschriftungen befinden sich links der LED für Performance und rechts der LED für Config.

Zwischen diesen beiden Gruppen kann man durch Drücken des „Group“-Tasters wechseln. Die einzelnen Funktionen werden durch wiederholtes Drücken auf den „Menü“-Taster ausgewählt und können dann eingestellt werden. Die ausgewählte Funktion bewegt sich bei den Performance-Funktionen von oben („Channel“) nach unten („Bend W.“), bei den Config-Funktionen von unten („CV2“) nach oben („CV1“).

Je nach Funktion kann nun manuell über die „Inc“- und „Dec“-Taster oder über Midi programmiert werden. Nach wiederholtem Drücken des „Menü“-Tasters gelangt man wieder in den normalen Betriebsmodus und keine der 6 LEDs blinkt mehr.

Speichern

Um die vorgenommenen Einstellungen zu speichern, so dass sie beim nächsten Einschalten des A-100 wieder zur Verfügung stehen, muss man gleichzeitig die beiden Taster „Dec“ und „Inc“ drücken. Die 6 Menü-LEDs leuchten zunächst alle auf, bis Sie die beiden Taster loslassen, danach blinken alle 6 LEDs langsam und danach schnell. Fertig.

Das Performance-Menü im Detail

Funktion:Beschreibung:
ChannelMidi-Kanal, den das A-190-1 empfängt und verarbeitet.
Einstellung manuell über »Inc« / «Dec«-Taster.
LFO Frq.Frequenz des Software-LFOs (von ca. 0,2 bis 20 Hz).
Einstellung manuell über »Inc« / «Dec«-Taster.
GlideFür ein Portamento der über Midi eingespielten Noten (Ausgabe an »CV1«).
Einstellung per Midi: Prog Change – Nummer ist die Portamento-Zeit mal 20 ms (Prog Change 10 führt z.B. zu 200 ms Portamento-Zeit).
AssignZuordnung der Noten, wenn mehrere Tasten gleichzeitig gedrückt werden.
Einstellung per Midi: Prog Change 1 = Last Note Priority, Prog Change 2 = Highest Note Priority.
Arpeg.Die Funktion ist aktuell nicht implementiert.
Bend W.Maximaler Bereich für das Pitch Bending.
Einstellung per Midi: zuerst wird ein Referenzton gespielt (z.B. C3), danach der Ton für das maximale Pitch Bending (z.B. G3 – das Bending verschiebt dann um +/- eine Quinte).

Das Config-Menü im Detail

Funktion:Beschreibung:
CV2Dem Ausgang »CV2« kann hier ein Midi-Parameter zur Wandlung in eine Steuerspannung zugewiesen werden.
Manuelle Einstellung: 0 = Velocity (zusätzlich Midi Note On und Off erforderlich), 1 = Programm Change, 2 = Controller (gewünschten beliebigen Midi-Controller senden lassen), 3 = Pitch Bend, 4 = monophoner Aftertouch, 5 = polyphoner Aftertouch.
Retrig.Hier kann eine Zeit von 1 ms bis 127 ms eingestellt werden, um die das Gatesignal bei aktiviertem »Retrigger« und Legato-Spiel unterbrochen wird.
Einstellung per Midi: Prog Change – mit der Nummer der Zeit in ms.
Oder manuell über »Inc« / «Dec«-Taster.
ScaleDamit kann eine von 1 V / Oktave abweichende Spreizung der Kennlinie eingestellt werden.
Einstellung manuell über »Inc« / «Dec«-Taster.
OffsetHier können von 0 V abweichende Werte für die Spannung der Referenznote an »CV1« eingestellt werden.
Einstellung manuell über »Inc« / «Dec«-Taster.
ClockFür die Clock können zwei Parameter (per Midi) eingestellt werden:
Teiler: Das Verhältnis zwischen der Midi-Clock (die immer mit 96 Clock-Impulsen pro Takt arbeitet) und dem ausgegebenen Clocksignal kann hier genau eingestellt werden.
Einstellung per Midi: Prog Change – mit der Nummer des gewünschten Teilers (1-64).
Polarität: Analog zur Gate-Polarität.
Einstellung per Midi: Prog Change 65 = positive Clock, Prog Change 66 = negative Clock.
CV1Für den Steuerspannungs-Ausgang CV1 und den Gate-Ausgang können gleich mehrere Parameter (per Midi) programmiert werden:
Channel & Referenznote: Midi-Kanal, auf dem das Modul empfängt, sowie die tiefste mögliche Note. Die Einstellung erfolgt am besten über eine Midi-Note (meist ein C2 bzw. Midi Note Nr. 36).
Polarität des Gates: Für das A-100 System werden positive Gatesignale (»an« = +12 V, »aus« = 0 V) benötigt, das ist die Werkseinstellung. Für andere Systeme kann auf ein negatives Gate (»an« = 0 V, »aus« = +12 V) umgeschaltet werden.
Einstellung über Midi: Prog Change 1 = positives Gate, Prog Change 2 = negatives Gate.
CV Charakteristik: V / Oktave (Werks­einstellung) oder Hz / V (z.B. für alte Korg Synthesizer). Einstellung über Midi: Prog Change 3 = V / Oktave, Prog Change 4 = Hz / V.
Retrigger: Der Retrigger fügt bei überlappenden Tönen (Legato-Spiel) kleine Pausen in das Gatesignal ein. Einstellung über Midi: Prog Change 5 = Retrigger aus, Prog Change 6 = Retrigger an.

Wichtig: Buszugriff!

Das Modul leitet die Steuerspannung von »CV1« und das Gate auf die entsprechenden Leitungen im A-100 Bus. Bei Bedarf können die beiden entsprechend beschrifteten Jumper auf der Platine (»INT.CV« und »INT.GATE«) entfernt werden, um den Bus-Zugriff zu unterbinden.

Achten Sie darauf, dass das A-190-1 unbedingt das einzige auf den Bus »schreibende« Modul ist, da es sonst zu einem Kurzschluss kommt, der die Module beschädigen kann.

Zusätzlicher Strombedarf bei +5 V

Das Modul benötigt neben den üblichen +12 V noch eine Stromversorgung von 50 mA an +5 V. Ab dem neuen Netzteil PSU3 wird diese Versorgungsspannung standardmäßig über den Bus bereitgestellt. Ältere Netzteile erfordern z.B. den 5V Low Cost Adapter, der auf einen freien Steckplatz auf dem gleichen Bus wie das Modul aufgesteckt wird und der dann die +5V zur Verfügung stellt.

Achtung: Den 5V-Adapter keinesfalls bei einem neuen PSU3-Netzteil einsetzen! (Gefahr der Beschädigung von Netzteil bzw. Adapter.)

Alternativen

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Midi-Interfaces bei Doepfer, eine modernisierte und deutlich bequemer zu programmierende Version ist der A-190-4. Wer auf einige der Features verzichten kann, mag zum 6 TE schmalen A-190-3 greifen.

Technische Daten

Breite10 TE
Tiefe95 mm
Strombedarf10 mA (+12V) / -0 mA (-12V)
Zusätzlicher Strombedarf50 mA (+5V)

A-112 VC Sampler / Wavetable Osc.

Der A-112 ist ein kleines digitales Modul, das Audiomaterial aufzeichnen, speichern und transponiert wiedergeben kann – ein Sampler im Kleinformat also. Daneben kann das Modul auch für einfache Wavetable-Synthese und als Effekt benutzt werden.

Das Modul besitzt zwei kleine (je 64 kBytes große) Speicher, um Audiomaterial abzulegen und auf verschiedene Weise wiederzugeben. Einer der beiden Speicher kann zudem für digitale Effekte (Pitch Shifting, Delay und Reverse Delay) genutzt werden. Das alles hat aufgrund der geringen Auflösung von 8 Bit einen deutlichen Retro-Charme, da bereits die Wandlung (analog / digital und wieder zurück) das Audiomaterial im Klang stark verändert. Der A-112 ist also mit Sicherheit kein »High-End«-Sampler – dafür eignen sich Rechner deutlich besser.

Ein Nachteil des Moduls ist seine „etwas“ kryptische Bedienoberfläche: Schalter und zum Teil auch Eingangsbuchsen sind mehrfach und mit ganz unterschiedlichen Funktionen belegt, man wird also eine gewisse Einarbeitungszeit veranschlagen müssen.

Meine ursprüngliche Beschreibung im Buch finde ich übrigens ziemlich mittelmäßig, daher wurde dieser Beitrag weitgehend neu geschrieben.

Bedienelemente

Das Modul ist aufgrund der Mehrfachbelegung von Schaltern und Buchsen bei der Bedienung gewöhnungsbedürftig. Kein Display oder gar eine opulente DAW-Oberfläche helfen, manche Wechsel zwischen verschiedenen Betriebsarten funktionieren nicht ohne Zwischenschritte, die man sich halt einfach merken muss. Rechnen Sie daher mit etwas mehr Einarbeitungszeit als für andere Module.

Eingänge:

CTRL-A112-IN

Ausgänge:

CTRL-A112-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A112-SW

Was kann das Modul?

Der A-112 kann als Sampler klassischer Prägung arbeiten, kann seine internen Speicher im Sinne eines flexiblen Wavetable-Oszillators durchfahren und zudem Audiomaterial in Echtzeit mit digitalen Verzögerungseffekten, Freezing und Pitch-Shifting bearbeiten. Und das ganze auf der Basis einer technischen Plattform des Jahres 1998, Spannungssteuerung im Modularsystem inklusive.

Der A-112 als Sampler oder Wavetable-Oszillator

Für diese Betriebsarten werden alternativ die beiden Speicherbänke S1 und S2 verwendet, um Audiomaterial zu speichern und auf verscheidene Weise wieder auszugeben.

Vorbereitung zum Einsatz: Aufnahme

Um ein Audiosignal für den Sampler oder Wavetable-Oszillator aufzunehmen, sind folgende Schritte erforderlich:

  1. Auswahl einer der beiden Speicherbänke S1 oder S2 mit dem obersten Schalter, in die aufgenommen werden soll.
  2. Auswahl von „Rec“ mit dem mittleren Schalter.
  3. Auswahl von „Norm“ mit dem untersten Schalter. (Über andere Aufnahme-Methoden reden wir im Anschluss.)
  4. Einstellen der gewünschten Sampling-Frequenz über den „Tune“ Regler. Je höher die Frequenz, desto realistischer, aber auch kürzer wird die Aufnahme. Der Bereich reicht von 2 kHz bis 79,4 kHz.
  5. Das Audiosignal muss am Eingang „Audio In / Wave-CV In“ anliegen.
  6. So lange kein Gatesignal an „Gate In“ anliegt, haben wir ein Vorhör-Signal am Ausgang. Bei Übersteuerung blinkt die „Run“ LED kurz auf.
  7. Start der Aufnahme über ein Gatesignal am Eingang „Gate In“ oder Drücken (und gedrückt halten!) des Tasters „Man. Trig“. Das Audiomaterial wird so lange aufgenommen, bis entweder der Speicher voll ist oder das Gatesignal abbricht. Eine Änderung der Sampling-Frequenz ist bei aktivem Gatesignal während der Aufnahme nicht mehr möglich.

Jeder der beiden Speicher S1 und S2 verfügt über 64 kBytes Speicherplatz mit je 256 „Pages“ à 256 Bytes, die im Wavetable-Modus einzeln als „Waves“ angesprochen werden können. Damit können pro Speicher etwa 2 Sekunden Audiomaterial bei einer Samplingfrequenz von 32 kHz aufgezeichnet werden.

Andere Aufnahme-Arten

Wenn der unterste Schalter nicht auf auf „Norm“ steht, gibt es noch weitere Möglichkeiten der Aufnahme:

  • „Loop“: Die Aufnahme wird bei gefülltem Speicher nicht automatisch abgebrochen, sondern beginnt wieder am Anfang und überschreibt bereits aufgenommene Speicherbereiche. Die Aufnahme wird erst beendet, sobald das Gatesignal abbricht.
  • „Wav“: Hier wird lediglich eine 256 Byte große „Wave“ aufgenommen. Über den „Tune“ Regler bzw. die Steuerspannung an „CV In“ wird wie bei den beiden anderen Aufnahmearten die Samplingfrequenz festgelegt, solange kein Gatesignal anliegt. Sobald wir allerdings ein aktives Gatesignal haben, bestimmen „Tune“ bzw. „CV In“ die Nummer der Page, in die die Wave aufgenommen wird. Diese Speicherposition wird dann fortlaufend mit dem Audiomaterial überschrieben, bis das Gatesignal abbricht oder über „Tune“ bzw. „CV In“ eine andere Speicherposition gewählt wird. Damit lässt sich aus einem längeren Audiosignal und einer Steuerspannung z.B. aus einem ADSR-Generator, einem S&H usw. eine komplexe (allerdings auch schwer vorhersagbare) Wavetable im Speicher erzeugen. Einfacher ist mit Sicherheit eine konventionelle Aufnahme im „Norm“-Modus, die anschließend im Wavetable-Modus über eine Steuerspannung abgetastet wird.

Spielen von Samples / Wavetables

Das so aufgenommene Audiomaterial kann nun entweder als einmaliger Durchlauf des gesamten Speichers (One Shot), in kontinuierlicher Schleife des gesamten Speichers (Loop) oder aber selektiv wiedergegeben werden. Bei der selektiven Wiedergabe werden jeweils einzelne „Waves“ aus dem Speicher in Endlosschleife wiedergegeben. Dabei ist es möglich, die Speicheradresse der wiederzugebenden Wave dynamisch festzulegen (Wavetable-Oszillator), man kann vorwärts und rückwärts durch das Audiomaterial „fahren“ oder auch bei einer einzelnen aufgezeichnete Waveform „stehenbleiben“. Das entspricht dann einer der oben genannten „Pages“ mit je 256 Bytes Größe.

  1. Der oberste Schalter verbleibt auf dem vorher eingestellten Speicher S1 oder S2.
  2. Ändern des mittleren Schalters von „Rec“ auf „Play“.
  3. Einstellen der Wiedergabeart mit dem unteren Schalter:
    • „Norm“ für einmalige Wiedergabe des Speicherinhalts,
    • „Loop“ für Wiedergabe des Speicherinhalts in Endlosschleife,
    • „Wave“ für selektive Wiedergabe einzelner Waves bzw. dynamisches Durchfahren des Speichers über eine Steuerspannung.
  4. Spielen: Durch ein Gatesignal am Eingang „Gate In“ oder Drücken des Tasters „Man. Trig.“ wird die Wiedergabe gestartet:
    • Bei „Norm“ wird der gesamte Samplespeicher einmal komplett bis zum Ende wiedergegeben, auch wenn während der Wiedergabe das Gatesignal abbricht. Ein erneutes Gatesignal startet den Abspielvorgang wieder vom Angang an.
    • Bei „Loop“ wird der Samplespeicher in einer „Endlosschleife“ wiedergegeben, d.h. am Ende der Wiedergabe starten wir wieder beim Anfang. Sobald das Gatesignal abbricht, endet die Wiedergabe allerdings nicht! Stattdessen wird ab dann der Samplespeicher in Endlosschleife vom Anfang bis zum zuletzt erreichten Punkt wiedergegeben. Ein erneutes Gate-Signal verlängert die Wiedergabeschleife wieder bis zum nächsten Abbruch des Gatesignals. Die Wiedergabe im „Loop“-Modus wird erst dann beendet, wenn ein kurzes Triggersignal von max. 100 ms angelegt wird. Kompliziert? Ja…
    • Bei „Wave“ arbeitet der A-112 als Wavetable-Oszillator. Die ausgewählte Wave (d.h. ein 256 Byte großer Speicherbereich) wird wiederholt abgespielt, bis das Gatesignal abbricht. Über eine Steuerspannung am Eingang „Audio In / Wave-CV In“ können andere Pages ausgewählt werden und damit der gesamte Samplespeicher dynamisch vorwärts oder rückwärts durchfahren werden oder auch die Wiedergabe bei einer einzelnen Wave verharren.
  5. Bei allen drei Wiedergabearten kann die Samplingfrequenz und damit die Tonhöhe und gleichzeitig die Geschwindigkeit der Wiedergabe wie bei einem analogen VCO mit einer Steuerspannung über „CV In“ gesteuert werden. Zusätzlich kann die Tonhöhe (und Geschwindigkeit / Samplingfrequenz) über den „Tune“ Regler manuell beeinflusst werden

Sampleinhalt speichern und laden

Die aufgenommenen Audiodaten beider Speicher S1 und S2 bleiben auch beim Ausschalten des A-100 Systems erhalten. Manchmal genügt das natürlich nicht und man möchte mit einer Art „Sample-Library“ arbeiten und einmal aufgenommene Sounds später wiederverwenden. Dazu ist eine einfache Midi-Sampledump Funktion implementiert.

  1. Der Speicher S1 oder S2, der extern gespeichert oder von einer externen Quelle aus geladen werden soll, wird über den obersten Schalter ausgewählt.
  2. Der mittlere Schalter wird auf „Dmp“ für die Sampledump-Funktion gestellt.
  3. Mit dem untersten Schalter wird festgelegt, ob der gesamte Speicher S1 oder S2 übertragen wird (Position „Norm„) oder nur eine einzelne Wave mit 256 Byte (Position „Wav„). Bei einzelnen Waves legt der „Tune“ Regler (oder eine Steuerspannung an „CV In“) fest, welche Page des Speichers gesendet oder geladen werden soll. Ein Sampledump im „Loop“-Modus des untersten Schalters ist nicht implementiert, das würde auch keinen Sinn machen.
  4. Daten aus dem A-112 übertragen:
    • Durch ein Gatesignal am Eingang „Gate In“ oder Drücken von „Man. Trig.“ wird ein Sampledump an den Ausgang „MIDI Out“ gesendet.
    • Alternativ kann über „MIDI In“ ein Sampledump-Request (z.B. aus einer DAW) empfangen werden, der den Sampledump an „MIDI Out“ auslöst.
  5. Daten von extern in den A-112 laden:
    • Mit den oben beschriebenen Schalterstellungen ist der A-112 bereit, einen Sampledump über „MIDI In“ zu empfangen.

Leider ist das kostenlos downloadbare Sampledump Programm für den A-112, das auch eine Konvertierung von Wav-Files erlaubt, mittlerweile deutlich veraltet, es funktioniert nur unter DOS (bzw. eingeschränkt unter Windows 95). Ansonsten sind Midi-Sampledumps auch sehr gut mit dem Programm MIDI-OX (www.midiox.com) oder mit den meisten DAWs möglich.

MIDI Dump Request für den Inhalt des Speichers S1 oder S2:

F0
00 20 20
7F
00 oder 01
F7
Start der Sysex-Meldung
Doepfer-Sysex-ID
Abruf Speicher des A-112
00 = Speicher S1, 01 für S2
Ende der Sysex-Meldung

MIDI Dump Request für einzelne Waves:

F0
00 20 20
7D
[Bit 7-1 der Page]
[Bit 0 der Page]
F7
Start der Sysex-Meldung
Doepfer-Sysex-ID
Abruf Wave des A-112
hexadezimale Page-Nummer von 1-256 in 8 Bits
Ende der Sysex-Meldung

Der A-112 als Effektgerät

Der A-112 Sampler / Wavetable-Oscillator kann auch als Effektgerät eingesetzt werden. Man muss sich dabei aber bewusst sein, dass die 8-Bit-Wandler des digitalen Moduls auch eine ganz eigene »Lo-Fi«- Klangcharakteristik mit sich bringen. Das Modul bietet Pitch Shifting (Verschiebung der Tonhöhe), Delay (mit einer maximalen Verzögerungszeit von 2 Sekunden) und Reverse Delay an. Zusätzlich kann die Ausgabe eines der drei Effekte mit Freeze „eingefroren“ werden.

Achtung: Beim Einsatz als Effektgerät wird der Inhalt des Speichers S2 überschrieben.

Lo-Fi – Effekte!

Der A-112 kann ganz einfach als Lo-Fi-Effektgerät eingesetzt werden: der oberste Schalter wird auf Position »Eff.« gestellt, mit dem mittleren Schalter wird die Art des Effekts ausgewählt: Pitch Shift (Schalter­position »Pit«), Delay (Schalterposition »Del«) oder Reverse Delay (Schalterposition »Rev«). Mit dem unteren Schalter lässt sich zwischen einer normalen (Schalterposition «Norm«) und der »Freeze«-Betriebsart wählen (Schalterposition »Frz«).

Das Ausgangssignal des A-111-5 Mini Synthesizers wird über die Effekt-Möglichkeiten des A-112 bearbeitet.

Vorbereitung zum Einsatz als Effektgerät

Vor Benutzung der Effekte müssen Sie die Größe des zu verwendenden Speichers einstellen (der Speicher »S2« wird dabei überschrieben):

  1. Schalter 1 auf »Eff«.
  2. Schalter 2 nach Bedarf auf eine der drei Effekt-Arten.
  3. Schalter 3 auf »Len«.
  4. Nun stellen Sie die gewünschte Größe des Speichers mit dem Regler »Tune« ein. Ein großer Speicherbereich ermöglicht längere Delayzeiten.

Aktiviert wird diese Auswahl durch Anlegen eines Gatesignals am Gateeingang (oder manuellem Auslösen des »Trig«-Tasters). Die Effekte bleiben für die Dauer des Gatesignals aktiv, danach werden sie wieder deaktiviert.

Freeze Modus:

Für Delay, Reverse Delay und Pitch Shift gibt es zusätzlich einen „Freeze“ Modus, der das aktuell bearbeitete Signal einfriert. Zum Umschalten muss die „Norm“-Betriebsart allerdings zuerst abgebrochen werden:

  • Oberster Schalter von »Eff« auf »S1« oder »S2«, oder
  • unterster Schalter auf »Len«.

Danach kann der unterste Schalter auf »Freeze« gestellt werden.

Ein Wechsel zurück vom »Freeze« Modus in den normalen Modus muss analog dazu erfolgen.

Die Steuerung der Sampling-Frequenz (und damit der Verzögerungszeit bei gegebener Speichergröße) erfolgt mit dem »Tune«-Regler. Der Freeze-Effekt für Delay, Reverse Delay oder Pitch-Shift wird erst mit einem aktiven Gatesignal („Gate In“ oder „Man. Trig.“) gestartet.

Pitch Shifter:

Mit dem Regler »Tune« wird auch hier eine Samplingfrequenz eingestellt, mit der der zuvor festgelegte Speicher ausgelesen wird. Die Audiosignale werden dabei aber weiterhin mit einer festen Samplingfrequenz in den Speicher geschrieben, so dass über diesen Regler eine zu schnelle oder zu langsame Wiedergabe der eben noch gespeicherten Audio-Fragmente erfolgt. Die Größe des zuvor festgelegten Speichers bestimmt dabei die »Granularität« des Effektes. Auch hier wird der Effekt durch ein Gatesignal („Gate In“ oder „Man. Trig.“) aktiviert.

Mögliche Schwachstelle: Speicherbatterie

Das Modul verwendet einen kleinen Akku, um den Inhalt des Samplespeichers auch beim Ausschalten des A-100 Systems zu erhalten. Dieser Akku hat leider keine unbegrenzte Lebensdauer und muss regelmäßig (mindestens alle 2 Jahre) überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Zum Austausch sind kleine Lötarbeiten erforderlich, um die Beinchen des Akkus von der Platine zu lösen bzw. wieder an der Platine anzubringen.

Beim A-112 ist das ein 3,6V Akku mit den Maßen 10mm x 20mm (z.B. GP 3GP-60 oder Varta 3/V80H).

Achtung: Ein „auslaufender“ Akku kann schwere Schäden am A-112 oder darunter eingebauten Modulen verursachen! Prüfen Sie daher alle 2 Jahre, ob Elektrolytflüssigkeit austrtitt und ob die Spannung noch mindestens 90% der 3,6V beträgt. Entfernen Sie zuvor das Modul komplett aus dem Gehäuse und trennen es komplett von der Stromversorgung.

So sieht ein Akku beispielsweise aus, wenn die Korrosion bereits die -sonst blank glänzenden – Metallteile angegriffen hat (der gezeigte Akku ist etwa 5-6 Jahre alt).

Umgehung des internen Filters

Die Abtastfrequenz der Digitalwandler ist – gerade bei niedrigeren Samplingfrequenzen ein Störsignal, das im A-112 durch ein integriertes Tiefpassfilter eliminiert wird. Falls man dieses Filter durch ein hochwertigeres ersetzen möchte, kann die interne Schaltung durch Entfernen des Jumpers J1 umgangen werden. Stattdessen kann man z.B. ein steilflankiges A-108 48dB Filter einsetzen, das auch z.B. für BBDs empfehlenswert ist, die ein ganz ähnliches Problem haben.

Zur Umgehung der internen Filterschaltung muss der Jumper entfernt werden.

Technische Daten

Breite10 TE
Tiefe100 mm
Strombedarf50 mA (+12V) / -20 mA (-12V)