A-143-4 Quad VCLFO/VCO

Der Quad VCLFO ist tatsächlich schon fast ein „echter“ VCO: Er verfügt sogar über eine Temperaturkompensation, die ihn auch bei äußeren Temperaturschwankungen stimmstabil bleiben lässt. Doepfer weist darauf hin, dass der A-143-4 freilich nicht ganz so exakt wie die VCOs der A-110- oder A-111-Reihe ist, aber aus meiner Sicht kann er für manche Fälle durchaus ein interessanter Ersatz für einen – nein tatsächlich vier! – herkömmliche VCOs sein.

Ein paar Einschränkungen sind aber doch zu beachten: Die Oszillatoren (mit Dreieck-Kern) erzeugen lediglich Dreieck und Rechteck – keinen Sägezahn, kein Sinus und keinen variabel breiten Puls. Zudem gibt es nur einen Regler für die Frequenz, der wahlweise (mittels Jumper auf der Platine) über ca. 1 oder über ca. 5 Oktaven reichen kann – da bieten die „echten“ VCO etwas mehr Komfort.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A143-4-IN1

CTRL-A143-4-IN2

Ausgänge:

CTRL-A143-4-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A143-4-SW

Sync-Optionen – Reset und Direction

Das Modul hat vergleichsweise komplexe Sync-Optionen, bei denen der Reset auf 0 Volt teilweise separat von einer darauf folgenden Richtungsänderung der erzeugten Schwingung behandelt wird. Bei den Oszillatoren A bis C gibt es nur jeweils einen gemeinsamen Eingang für Reset und Richtungsänderung, aber beim Oszillator D kann man die Richtungsänderung über den „Direction“-Eingang unabhängig vom Reset durchführen. Wenn dieser Eingang nicht belegt ist, wird intern vorverdrahtet das Signal aus dem „Reset“-Eingang verwendet (Schaltbuchse).

Für alle Sync-Eingänge wird normalerweise ein Rechteck als Sync-Signal verwendet. Dabei erfolgt der Reset auf 0 Volt immer bei der steigenden Flanke dieses Sync-Signals, die Richtungsänderung aber sowohl bei steigender, als auch fallender Flanke des Sync-Signals.

Zusätzlich erlaubt der Oszillator D über einen Kippschalter drei verschiedene Varianten der Richtungsänderung:

  • up: Die Richtung der Schwingungsform steigt nach den steigenden/fallenden Flanken des Sync-Signals immer an. War das Dreieck gerade im Fallen, ändert es danach also seine Richtung, war es am Ansteigen, bleibt die Richtung des Dreiecks erhalten.
  • down: Die Richtung der Schwingungsform fällt immer nach den steigenden/fallenden Flanken des Sync-Signals. War das Dreieck gerade im Fallen, bleibt das auch so, war es am Ansteigen, ändert es seine Richtung.
  • both: Die Richtung der Schwingungsform wird nach den steigenden/fallenden Flanken des Sync-Signals immer geändert.

In Kombination mit dem Reset (der bei Oszillator D ja nicht zum gleichen Zeitpunkt wie die Richtungsänderung erfolgen muss) erhält man also ziemlich komplexe Schwingungsformen.

Dreieck-Ausgangssignal der Oszillatoren A bis C des A-143-4 (oben) mit dem Res/Dir-Gatesignal (unten). Die Richtung des Oszillators wird immer nach oben gelenkt.

Im Vergleich dazu das Reset/Direction-Verhalten des Oszillators D, Reset und Direction werden vom gleichen Oszillator ausgeführt (d.h. nur der „Reset“-Eingang wird verwendet):

Reset & Direction „UP“.
Reset & Direction „DOWN“.
Reset & Direction „BOTH“.

Wenn beim Oszillator D nur der „Direction“-Eingang (ohne „Reset“) verwendet wird, sieht das so aus:

Direction „UP“.
Direction „DOWN“.
Direction „BOTH“.

Bislang haben wir nur die Auswirkungen auf den Dreiecks-Ausgang betrachtet. Hier finden die deutlichsten Veränderungen der Schwingungsform statt. Aber auch mit dem Rechtecks-Ausgang lassen sich interessante Effekte erzielen:

Der Reset (Oszillatoren A-C) führt zu unregelmäßig verkürzten Pulswellen zwischen den Rechtecken.

Im Klangbeispiel werden sowohl die Frequenz des „Master“-Oszillators, als auch des „Slave“-Oszillators (mit Rechteckschwingung) variiert:

Rechteckschwingung eines A-143-4 Oszillators (aus der Gruppe A bis C), mit Reset durch einen weiteren Rechteck-Oszillator.

Klangbeispiel – Reset und Direction unabhängig voneinander

Der Oszillator D (Dreiecks-Ausgang) aus dem A-143-4 wird von zwei weiteren Oszillatoren (beide Rechteck) über den „Reset“- und den „Direction“-Eingang (Direction „both“) beeinflusst. Die Frequenzen aller drei Oszillatoren werden während des Klangbeispiels manuell verändert.

Unabhängige Steuerung von Reset und Direction.

„Oscillator Lock“

Beim A-143-4 wurden vier Oszillatoren auf engstem Raum untergebracht und das nicht nur äußerlich, sondern auch tatsächlich auf der Platine. Das kann zu einem interessanten (aber nicht immer gewünschten!) Nebeneffekt führen: Sobald sich die Frequenzen von zwei Oszillatoren sehr nahe kommen, kann es passieren dass sie sich gegenseitig „einfangen“ und ihre Frequenzen synchronisieren (oscillator lock).

Klangbeispiel – Summenausgänge und „Oszillator Lock“

Hier wird der Summen-Ausgang für die Dreiecks-Signale (links im Stereobild) und der Summen-Ausgang für die Rechtecks-Signale (rechts im Stereobild) geichzeitig verwendet. Ein A-143-9 VC Quadrature LFO moduliert mit seinen vier phasenversetzten Sinus-Ausgängen die Frequenzen der A-143-4 Oszillatoren, ein zweiter A-143-9 führt – ebenfalls phasenversetzt – die Resets und Richtungsänderungen durch (bei Oszillator D Reset und Richtungsänderung „both“). Während des Klangbeispiels werden sowohl die Frequenzen der beiden Steuer-LFOs, als auch die Frequenzen und Modulationsstärken bei den vier Oszillatoren des A-143-4 manuell verändert. Der stets sehr „harmonisch“ wirkende Ausgangsklang wird deutlich dadurch bestimmt, dass sich die Frequenzen der vier Oszillatoren im A-143-4 immer wieder auf gemeinsame Frequenzen bzw. Teilerverhältnisse „einklinken“.

Summenausgänge mit gemeinsamer Modulation bzw. gemeinsamem Reset/Direction durch zwei A-143-9 VCLFOs.

Konfiguration über die Platine

Art der Richtungsänderung und Bus-Steuerspannung:

Auf der kleineren Platine „BOARD A“ befinden sich vier Jumper für die Art der Richtungsänderung der Oszillatoren A-C, sowie der Verbindung zu einer Steuerspannung auf dem A-100-Bus, die die Frequenz aller vier Oszilllatoren beeinflussen kann.

Jumper JP5 bis JP8 auf der kleineren „Huckepack-Platine“ Board A.
Jumper:Funktion:
JP5 / Oszillator Alinks = UP (Werkseinstellung), rechts = DOWN, ohne Jumper = BOTH
JP6 / Oszillator Blinks = UP (Werkseinstellung), rechts = DOWN, ohne Jumper = BOTH
JP7 / Oszillator Coben = UP (Werkseinstellung), unten = DOWN, ohne Jumper = BOTH
JP8 / A-100-BusJumper gesteckt = Verbindung zum A-100-Bus,
ohne Jumper = keine Verbindung

Auf der Platine „BOARD B“ befinden sich weitere Jumper, die für die Oszillatooren zusätzliche Konfigurationsmöglichkeiten eröffnen:

Steuerbereich der „Freq.“-Regler:

Sind die folgenden Jumper gesetzt, beträgt der Steuerbereich des jeweiligen „Freq.“-Reglers +/- 5 Oktaven (Werkseinstellung), ohne Jumper beträgt er +/- 1 Oktave.

Jumper JP9 bis JP13 und JP17 bis JP21 auf Board B unter der „Huckepack-Platine“ Board A (hier demontiert und nach links geklappt).
Jumper:Betrifft „Freq.“-Regler:
JP9von Oszillator A
JP10von Oszillator B
JP11von Oszillator C
JP12von Oszillator D
JP13gemeinsamer Regler für alle Oszillatoren (ganz unten)

Super Low Mode:

Der „Super Low Mode“ ist eigentlich nur eine Vorbelegung der „CV In 2“ – Buchsen (Schaltbuchsen) mit einer negativen Spannung. Bei komplett geöffneten „CV In 2“ – Reglern auf Position 10 wird dadurch die Frequenz der entsprechenden Oszillatoren (oder aller Oszillatoren gemeinsam beim „Common“-Regler ganz unten) stark reduziert. An Stelle der Jumper kann man auch die „CV In 2“-Regler auf 0 stellen oder ganz einfach einen Blindstecker in die entsprechende Eingangsbuchse stecken. Sprich: Das Entfernen dieser Jumper kann man sich getrost sparen.

Sind die folgenden Jumper gesetzt, arbeiten die entsprechenden Oszillatoren im „Super Low Mode“ mit vorbelegter negative Spannung auf den „CV In 2“-Eingängen (Werkseinstellung), ohne Jumper entfällt diese Vorbelegung (vgl. vorige Abbildung der Platine).

Jumper:Oszillator:
JP17alle Oszillatoren über den gemeinsamen „CV In 2“-Regler
JP18Oszillator A
JP19Oszillator B
JP20Oszillator C
JP21Oszillator D

Reset und Direction:

Sind die folgenden Jumper gesetzt, werden für den jeweiligen Oszillator Reset und Richtungsänderung gleichzeitig ausgeführt (Werkseinstellung). Ohne Jumper erfolgt lediglich ein Reset auf 0 Volt ohne Richtungsänderung.

Jumper JP14 bis JP16 auf Board B, links neben der „Huckepack-Platine“ Board A.
Jumper:Oszillator:
JP14Oszillator A
JP15Oszillator B
JP16Oszillator C

Versionsunterschiede

In der ersten Auflage des Moduls waren die Schalter für LFO- und VCO-Modus noch falsch beschriftet. Oben stand „low“ statt „VCO“ und unten „high“ statt VCLFO“.

Alternativen

Alternativen für den A-143-4 sind eher rar, und dann mit deutlich anderer Funktionalität. Wenn es lediglich um vier LFOs ohne Spannungssteuerung und Reset-Optionen geht, dann ist wahrscheinlich der A-143-3 Quad LFO oder sein „Slim Line“ – Bruder A-145-4 Quad LFO die bessere Wahl, zumal beide nicht das Problem (oder Feature!) des Oscilllator Lock haben und der A-143-3 zusätzlich Sägezahn anbietet.

Reset-Optionen, aber keine echte Spannungssteuerung hat der zum LFO umschaltbare A-143-1 Complex Envelope Generator.

Nur ein einzelner LFO, dafür mit einer Fülle von Optionen, Spannungssteuerung, Reset und allen gängigen Schwingungsformen ausgestattet ist der A-147-2 VC Delayed LFO.

Deutlich problemloser im Audiobereich einsetzbar als der A-143-4 und ebenfalls mit Reset-(Sync-)Optionen ausgestattet ist der A-111-4 Quad Precision VCO.

Technische Daten

Breite22 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf100 mA (+12V) / -100 mA (-12V)

A-180-4 Quad Buffer

Der A-180-4 ist ein vierfacher Puffer für Steuerspannungen oder Audiosignale, der zusätzlich auch als ein oder mehrere Buffered Multiples eingesetzt werden kann. Für das Puffern werden spezielle Bausteine (Spannungsfolger) eingesetzt, die dafür sorgen, dass die Eingangsspannung z.B. bei mehreren „Verbrauchern“ konstant bleibt. Das ist besonders bei der Spannungssteuerung der Frequenz von Oszillatoren wichtig, um unerwünschte Verstimmungen zu verhindern.

Neben der gleichzeitigen Ansteuerung mehrerer Oszillatoren führen auch viele Umschalter zu leichten Spannungsverlusten, da sie meist einen Schutzwiderstand gegen versehentlich gepatchte Kurzschlüsse eingebaut haben. Eine Ausnahme bilden hier nur die rein mechanischen Umschalter.

Die Eingänge der unteren drei Puffer sind mit den Ausgängen der Puffer darüber vorbelegt, so dass man das Modul an Stelle von vier einfachen Puffern auch als einen 1:4 Buffered Multiple, zwei 1:2 Buffered Multiples oder ein 1:3 Buffered Multiple und einen einfachen Puffer einsetzen kann, je nachdem, welche der Eingangsbuchsen (Schaltbuchsen) verwendet werden.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A180-4-IN

Ausgänge:

CTRL-A180-4-OUT

Alternativen

Der „nächste Verwandte“ ist der A-180-3 Dual Buffered Multiple, der zwei gepufferte 1:3 Multiples zur Verfügung stellt. Hier kann zusätzlich (über Jumper konfigurierbar) lesend oder schreibend auf den A-100-Bus zugegriffen werden.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe20 mm
Strombedarf10 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-183-4 Quad Level Shifter

Das Modul A-183-4 ist eines der Tools, die beim Einsatz von Modulen anderer Hersteller nützlich sein können: Während z.B. die Hüllkurvengeneratoren von Doepfer gut mit Trigger/Gate-Signalen von +5V zurecht kommen, benötigen manche andere Module +12V. Hier setzt der Level Shifter an und erzeugt aus Trigger/Gate-Signalen mit niedrigerer Spannung die erforderliche höhere Spannung.

Dabei wird das Eingangssignal nicht einfach verstärkt, sondern das neue Trigger/Gate-Signal wird durch einen Comparator erzeugt: Sobald das Eingangssignal einen Schwellwert von +3V überschreitet, wird eine konstante Ausgangsspannung ausgegeben, bis die Eingangsspannung wieder unter +0,8V sinkt.

Das hat zudem den Vorteil, dass die erzeugten Trigger/Gate-Signale sehr steile und präzise Flanken aufweisen. Besonders die neueren ADSR-Generatoren A-141-2 und A-141-4 scheinen etwas empfindlicher auf zu wenig steile Flanken von Gate-Signalen zu reagieren und lösen dann evtl. nicht korrekt aus. Hier kann ein zwischengeschalteter A-183-4 Abhilfe schaffen.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A183-4-IN

Ausgänge:

CTRL-A183-4-OUT

Alternativen

Wenn lediglich eine Anpassung bzw. Erhöhung der Spannung eines Signals erforderlich ist, kann auch der A-183-3 Amplifier eingesetzt werden, der allerdings keine Verbesserung/Schärfung von Trigger-Flanken vornimmt. Dafür ist er aber auch zur Anhebung von anderen Steuerspannungen wie LFOs, Audiosignalen usw. geeignet, während der A-183-4 immer nur eine ganz bestimmte Spannung bei Überschreitung des Schwellwerts ausgibt.

Ein deutlich komplexer und vielseitiger arbeitender Comparator ist der (leider nicht mehr lieferbare) A-167, der nicht nur mit einem einstellbaren Schwellwert, sondern auch mit zwei Eingangssignalen arbeiten kann.

Technische Daten

Breite2 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -0 mA (-12V)

A-183-9 Quad USB Power Supply

„Und – wie klingt das Modul?“ ist im Fall des A-183-9 keine wirklich zielführende Frage. Das Modul ist eines jener kleinen Helferlein, die für manch einen extrem praktisch sind, für andere aber eher so etwas wie Platzverschwendung darstellen.

Was macht das Ding?

Es stellt für bis zu 4 externe Geräte wie Tablet-Rechner, Tastaturen, externe Sequencer usw. eine Stromversorgung über einen USB-Anschluss her. Dazu benötigt es intern eine Spannungsversorgung der +5V – Leitung auf dem A-100 Bus. Bei den aktuellen PSU3-Netzteilen ist die schon serienmäßig vorhanden, bei älteren PSU2-Netzteilen benötigt man den 5V-Adapter A-100AD5, der allerdings nicht mehr lieferbar ist und auch nur maximal etwa 100mA pro USB-Port zur Verfügung stellt.

Das ist schon eher etwas speziell. Und kaum ein gängiges, über USB mit Strom versorgtes Gerät benötigt tatsächlich die super-exakte Stromversorgung, die ein PSU2- oder PSU3-Netzteil zur Verfügung stellt. Andererseits: Man spart sich ein paar lästige und manchmal auch problembehaftete „Wandwarzen“ und Kabelsalat, die externe USB-Netzteile so mit sich bringen. Gerade im Live-Einsatz ist das schon ein wichtiger Punkt. Ansonsten sollte man sich unbedingt den gesamten Strombedarf eines A-100-Cases ansehen, wie im Beitrag Gehäuse und Stromversorgung beschrieben.

Bedienelemente

Ausgänge:

CTRL-A183-9-OUT

Technische Daten

Breite2 TE
Tiefe30 mm
Strombedarf0 mA (+12V) / -0 mA (-12V)
Zusätzlicher StrombedarfJe nach Verbraucher an den USB-Schnittstellen benötigt das Modul eine Stromversorgung an +5V.

A-182-2 Quad Switch

Das Modul stellt vier unabhängige 2:1. bzw. 1:2-Schalter zur Verfügung. Mit jedem dieser Schalter lassen sich entweder zwei verschiedene Eingänge auf einen Ausgang oder ein Eingang auf zwei verschiedene Ausgänge umschalten.

Das „Nachbarmodul“ A-182-1 stellt dagegen 8 Umschalter zur Verfügung, die allerdings nicht unabhängige Schaltwege bedienen, sondern jede der 8 Buchsen einem von 2 Ein-/Ausgangs-„Schienen“ zuweisen.

Das Modul benötigt keine Stromversorgung, im Inneren werden also tatsächlich nur „Drähte umgeschaltet“.

Bedienelemente

Eingänge / Ausgänge (für jeden der 4 Schalter):

CTRL-A182-2-INOUT

Regler / Schalter (für jeden der 4 Schalter):

CTRL-A182-2-SW

Alternativen

Nach der gleichen 2:1- bzw. 1:2-Logik arbeitet auch der A-150-1 Dual VC Switch, der das Umschalten zwischen 2 Eingängen auf einen Ausgang (oder einem Eingang auf 2 Ausgänge) über eine Steuerspannung ermöglicht. Dafür hat der A-150-1 aber keine Möglichkeit, die Ein- und Ausgänge komplett voneinander zu trennen.

Noch eine deutliche Schippe obendrauf legt der recht neue A-150-8 Octal Manual/VC Programmable Switch, der 8 unabhängige (aber auch koppelbare!) 2:1/1:2 Schalter zur Verfügung stellt, die entweder manuell oder per Steuerspannung umgeschaltet werden können.

Eine 4:1 bzw. 1:4-Schaltung bietet der A-151 Sequential Switch. Das Umschalten auf den nächsten der bis zu vier Ein-/Ausgängen erfolgt hier mit einem Triggersignal.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe20 mm
Strombedarf0 mA (+12V) / -0 mA (-12V)

A-135-2 Quad VCA / Voltage Controlled Mixer

Der A-135-2 ist ein spannungsgesteuerter Vierfach-Mixer, der mit linearen VCAs arbeitet. Damit bietet er sich als platzsparende Alternative zum älteren A-135-1 an, der auch in der aktuellen Version 3 noch 10 TE zusätzlich zum A-135-2 benötigt.

Die Featureliste ist weitgehend vergleichbar: 4 regelbare CV-Eingänge, 4 Eingänge für Audio oder Steuerspannungen, ein Summen- und 4 Einzelausgänge, die VCAs können auch manuell geregelt werden. Der A-135-1 hat lediglich noch 4 Abschwächer für die zu verstärkenden Eingänge. Die geringe Größe des neuen Moduls ist natürlich praktisch, wenn der Platz im Case begrenzt ist, aber die kleineren Regler der neuen „Slim Line“ Module sind natürlich auch etwas weniger bequem zu handhaben.

Eine Besonderheit ist der „Selected“ Ausgang: Hier werden nur diejenigen Eingangssignale zusammengemischt, die nicht zuvor über die Einzelausgänge abgegriffen wurden. Die individuellen „Out“ Buchsen sind also als Schaltbuchsen ausgelegt – ein Feature, mit dem der ursprüngliche A-135-1 nicht aufwarten kann.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A135-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A135-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A135-2-SW

Betriebsarten

Wie bei fast allen neuen Modulen von Doepfer sind über Steckbrücken („Jumper“) auf der Platine zum Teil gravierende Anpassungen der grundsätzlichen Betriebsart des Moduls möglich. Die werkseitige Konfiguration ist ein 4-in-1 Mixer mit zusätzlichen Einzelausgängen.

Für einen 4-in-2 Stereomixer, der ohne Panoramaregelung usw. einfach zwei Stereosignale zu einem einzigen Stereosignal mischen soll, werden die Eingänge 1 und 3 nur von der ersten Steuerspannung beeinflusst, die Eingänge 2 und 4 nur von der zweiten. Somit kann man zwei Stereosignale spannungsgesteuert mischen.

Stereo-Mixer über Multiples realisiert.

Eine weitere Möglichkeit ist die Steuerung aller vier VCAs gleichzeitig über den Eingang „CV 1“, was etwa bei polyphonen Anwendungen (gemeinsame Volumenregelung, gemeinsame Regelung von vier Modulationsquellen usw.) sinnvoll sein kann. Das ist exakt die Funktion des mittlerweile nicht mehr lieferbaren A-132-2 (der allerdings über zwei CV-Eingänge verfügt).

Beide Varianten lassen sich allerdings auch ganz einfach über Multiples lösen, über die man die Steuerspannungen entsprechend auf die CV-Eingänge verteilt.

Die Jumper für die Normalisierung der Eingänge sitzen an der Unterseite des Moduls auf der Platine nahe der Frontplatte.

Interessanter ist die Möglichkeit, die Eingangssignale „In 2“ bis „In 4“ mit dem jeweils vorhergehenden Eingangssignal vorzubelegen („Normalisierung“ der Eingänge). Damit lässt sich ein einziges Signal spannungsgesteuert auf vier unterschiedliche Filter usw. weiterleiten. Das ist beim „großen Bruder“ A-135-1 ab Werk so eingestellt und für den A-135-2 durchaus als Standard-Konfiguration sinnvoll: Man kann die Vorbelegungen ja jederzeit durch Einstecken eines Patchkabels umgehen. Die Normalisierung erfolgt individuell pro Eingang („In 2“ bis „In 4“) durch einen aufgesteckten Jumper.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -40 mA (-12V)

A-135-1 Voltage Controlled Mixer / Quad Voltage Controlled Amplifier

Der A-135-1 Voltage Controlled Mixer ist eine praktische Kombination aus vier VCAs und einem Mischer. Nach der überbreiten ersten Version hat Doepfer im Mai 2013 einen schmäleren Nachfolger vorgestellt, der zudem neben dem Summenausgang über vier Einzelausgänge verfügt. „Schmäler“ ist allerdings nach heutigen Doepfer-Standards relativ: Das Modul benötigt immer noch 18 TE. Wem das zu „barock“ für das kleine Modularsystem ist, wird sich eher an die neue „Slim Line“ – Version A-135-2 mit nur 8 TE halten, die zwar über keine Abschwächer für die Eingänge verfügt, dafür aber auch nur 8 TE Platz benötigt.

Die Verstärker arbeiten linear. Bei jedem der vier Kanäle kann das Eingangssignal mit einem Abschwächer angepasst werden, eine konstante Verstärkung (»Gain«-Regler), sowie das Ausmaß der Amplitudenmodulation durch externe Steuerspannungen eingestellt werden.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A135-1-IN

Ausgänge:

CTRL-A135-1-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A135-1-SW

Morphing

Morphing mit dem A-144 und dem A-135-1 (hier noch in der ersten Version ohne Einzelausgänge).

Die Verbindung des VC Mixers mit dem A-144 Morphing Controller ist eine naheliegende Kombination: Vier verschiedene Audiosignale können damit sehr einfach überblendet werden.

Mit dem A-144 Morphing Controller kann der A-135 VC Mixer vier Audioquellen der Reihe nach ineinander überblenden. Das können vier Schwingungsformen eines VCOs sein, verschiedene Geräusche und Töne aus unterschiedlichen Rauschgeneratoren und Oszillatoren, aber auch komplette »Synthesizerstimmen«.

Negative Steuerspannungen

Der »Gain«-Regler kann auch zum Ausgleich verwendet werden, wenn negative Steuerspannungen (z.B. von LFOs) als Modulationssignale eingesetzt werden, die sonst bei Unterschreiten von 0 V keine weitere Modulation der Amplitude bewirken würden.

Versionsunterschiede

Vom A-135-1 existieren mittlerweile drei verschiedene Versionen, die Modulnummer und -bezeichnung wurde beibehalten.

Ursprüngliche Version1 ohne Einzelausgänge.
  • Version 1: 22 TE breit, 55 mm tief, Strombedarf +30/-20 mA. Keine Einzelausgänge, das Modul ist nicht zur Verstärkung von Steuerspannungen, sondern ausschließlich für Audiosignale geeignet.
  • Version 2 ab Mai 2013: 18 TE breit, 50 mm tief, Strombedarf +60/-50 mA. Vier Einzelausgänge, das Modul ist gleichspannungsgekoppelt und verarbeitet sowohl Audio- als auch Steuerspannungen.
  • Version 3 ab Januar 2014: Wie Version 2, zusätzlich sind sämtliche Eingänge normalisiert, d.h. ohne zusätzliche Stecker in den Eingangsbuchsen 2-4 liegt das Signal von Eingang 1 auf allen vier Audiowegen (analog für die vier Steuerspannungseingänge). Per Jumper auf der Platine kann der Summenausghang so konfiguriert werden, dass er bereits aus Einzelausgängen abgegriffene Signale aus der Summe herausnimmt.

Technische Daten

VersionVersion 2 & 3Version 1
Breite18 TE22 TE
Tiefe50 mm55 mm
Strombedarf60 mA (+12V) / -50 mA (-12V)30 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-143-3 Quad LFO

Der A-143-3 Quad LFO ist ein richtiges »Brot und Butter«-Modul, so klein kann ein Modularsystem gar nicht sein, dass nicht diese unschlagbar kompakten vier LFOs darin einen sinnvollen Platz finden würden. Obwohl … das neue „Slim Line“ Modul A-145-4 bietet auf nur 4 TE (statt der 14 TE für das A-143-3!) ebenfalls vier unabhängige LFOs, man muss allerdings auf den Sägezahn-Ausgang und den Schalter zur Frequenz-Vorwahl verzichten.

Die LFOs selbst sind nicht weiter aufregend gestaltet (Dreieck, Rechteck und Sägezahn in 3 Geschwindigkeitsbereichen), aber für besondere Bedürfnisse kann man ja noch mit »Spezialisten« ergänzen.

Bedienelemente

Ausgänge (pro LFO-Teilmodul):

CTRL-A143-3-OUT

Regler / Schalter (pro LFO-Teilmodul):

CTRL-A143-3-SW

Multiple Modulation

Der Einsatz für Module mit vier Modulationseingängen liegt natürlich nahe: Die beiden Waveshaper A-137-1 und A-137-2 lassen sich sehr gut mit dem A-143-3 steuern.

Sägezahn: doppelte Frequenz

Die Frequenz des Sägezahnausgangs ist technisch bedingt doppelt so hoch wie die Frequenz der anderen Ausgänge.

Technische Daten

Breite14 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf70 mA (+12V) / -60 mA (-12V)

A-143-2 Quad ADSR

Der Quad ADSR besteht aus vier identisch aufgebauten Teilmodulen und kann etwas Platz (6 TE weniger im Vergleich zu 4 A-140) sparen, wenn mehrere ADSR-Generatoren benötigt werden. Wobei das Modul mit 26 TE schon ein ganz ordentlicher „Brummer“ ist.

Mit den neuen „Slim Line“ Modulen, etwa 2 A-140-2 Dual Mini ADSRs geht es allerdings noch etwas platzsparender.

Interessant sind insbesondere drei Komparator-Ausgänge pro Teilmodul, die beim Ende der Attack-, der Decay-, sowie der Release-Phase ein Gatesignal ausgeben. Damit lassen sich wie auch beim „Geschwistermodul“ A-143-1 recht komplexe gegenseitige Steuerungen der Teilmodule herstellen.

Bedienelemente

Eingänge (für jedes ADSR-Teilmodul):

CTRL-A143-2-IN

Ausgänge (für jedes ADSR-Teilmodul):

CTRL-A143-2-OUT

Regler / Schalter (für jedes ADSR-Teilmodul):

CTRL-A143-2-SW

Etwas langsamer als der A-140

Obwohl das Modul in vielen Punkten dem A-140 ähnelt (und mit seinen Komparator-Ausgängen weit übertrifft), ist der A-140 noch ein Stück schneller abgestimmt und damit für manche Zwecke besser geeignet. Die kürzeste Hüllkurve beim A-143-2 beträgt ca. 1,2 ms, beim A-140 weniger als 100 µsec (das ist um einen Faktor 12 schneller). Allerdings erfordert eine derart schnelle Hüllkurve auch einen VCA oder ein Filter, das mit dieser Geschwindigkeit „mithalten“ kann.

Keine Steuerung durch den Bus

Der A-143-2 ist nicht mit der Trigger-Leitung im A-100 Bus verbunden.

Synchronisierte Hüllkurven / LFOs

Der A-143-2 ist im »LFO-Modus« und steuert einen A-137-1.

Vier (bezüglich Start-Zeitpunkt) synchronisierte, aber doch im Ablauf unterschiedliche ADSR-Generatoren im »LFO-Modus« können auf sehr interessante Weise z.B. einen A-137-1 modulieren. Das End Of Release-Gate des ersten Teilmoduls wird mit dem Gateeingang des ersten Teilmoduls (und damit aller Teilmodule) verbunden.

Noch etwas komplexer wird es, wenn je ein »End Of Release«-Ausgang die Hüllkurve des nächsten Teilmoduls startet. Die vier Hüllkurven können z.B. über einen A-138c Polarizing Mixer gemischt werden oder auch vier unterschiedliche »Synthesizerstimmen« steuern, die nacheinander hörbar werden.

Technische Daten

Breite26 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf70 mA (+12V) / -50 mA (-12V)

A-143-1 Complex Envelope Generator / LFO

Der Complex Envelope Generator ist eine sehr vielseitige Quelle von Modula­tionen. Er besteht aus vier AD-Hüllkurven (d.h. es gibt jeweils nur Attack- und Decay-Phasen), die in beliebiger Kombination hintereinandergeschaltet werden, sich gegenseitig auslösen oder auch jeweils in einem „LFO“-Modus betrieben werden können. Bedingt durch die Komplexität der Schaltungs- und Einstellungsoptionen erfordert der A-143-1 eine gewisse Einarbeitungszeit, die sich aber lohnt!

Jede der vier Hüllkurven hat einen Regler für „Attack“ und einen für „Decay“. Die Hüllkurven können positiv oder invertiert zu einer Summe gemischt werden. Zum Auslösen anderer Hüllkurven (z.B. im A-143-1, aber auch für einen A-140 usw.) werden zwei Gatesignale erzeugt: eines am Ende der Attack-Phase und ein zweites in der Decay-Phase.

Jeder AD-Generator kann zwischen einmaligem Durchlauf und einer LFO-Betriebsart umgeschaltet werden.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A143-1-IN

Ausgänge (für jeden AD-Generator):

CTRL-A143-1-OUT

Regler / Schalter (für jeden AD-Generator):

CTRL-A143-1-SW

Drones

Komplexe Hüllkurven eignen sich natürlich sehr gut, um langsame Klangverläufe (z.B. Drones) lebendig und abwechslungsreich zu gestalten.

Der A-143-1 Complex Envelope Generator moduliert ein Filter. Dabei wird eine Mischung aller vier sich gegenseitig beeinflussenden AD-Generatoren verwendet.

Vier sich gegenseitig beeinflussende »Stimmen«

Bei etwas umfangreicheren Modularsystemen lassen sich mit den – voneinander gegenseitig abhängigen – Einzelausgängen sehr interessante Klänge erzeugen. Man könnte die Hüllkurven für vier „Stimmen“ (d.h. 4 unabhängige Kombinationen von VCO / VCF / usw.) einsetzen, die sich aber immer wieder gegenseitig triggern.

Invertierte Gates

Eine nette Variante der gegenseitigen Steuerung ergibt sich, wenn die Gatesignale aus dem Comparator mit Hilfe eines A-166 Dual Logic Moduls invertiert werden.

Rechteck-LFO

Der A-143-1 Complex Envelope Generator kann auch als 4 Rechteck-LFOs arbeiten: Dazu wird einfach das Signal aus dem Ausgang „Comp Out“ verwendet. Die gewünschte Pulsbreite kann mit dem Regler „Threshold“ eingestellt werden.

Technische Daten

Breite28 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf70 mA (+12V) / -40 mA (-12V)