A-105-4 Quad Poly SSI VCF

Der A-105-4 ist ein polyphones Filtermodul, das auf dem integrierten Schaltkreis SSM2024 (bzw. dessen Nachbau SSI2144) basiert. Im Prinzip haben wir vier A-105 – Filter mit gemeinsamer Steuerung vor uns: Eckfrequenz, Resonanz (hier „Q“ genannt) und Eingangslevel können für alle vier Filter in gleicher Weise eingestellt werden oder auch gemeinsam über Steuerspannungen geregelt werden.

Zusätzlich hat jedes der 4 Filter noch einen individuellen Modulationseingang für die Eckfrequenz. Die Modulationsintensität dieser 4 Spannungsquellen lässt sich gemeinsam über den Regler „FM“ einstellen oder – und das konnte der originale A-105 auch nicht ohne zusätzlichen VCA – über eine weitere Steuerspannung im Eingang „CVFM“ beeinflussen.

Um das zu realisieren, hat Doepfer offensichtlich eine ganze Menge VCAs in dem Modul verbaut. Polyphonie im Modularsystem ist ein anspruchsvolles Thema: Was sonst ein einfacher Potentiometer erledigt, muss bei Polyphonie über mehrere parallele Verstärker laufen, die auch über vergleichbare Bereiche arbeiten (Abgleichaufwand!), damit alle „Stimmen“ in gleicher Weise steuerbar sind. Das ist schon ein kleines „Wunderwerk“ auf nur 8 TE.

Beim Blick hinter die Frontplatte sehen wir dann auch eine Platine für die eng bestückten Buchsen und Potentiometer, dahinter die eigentliche Hauptplatine und darauf nochmal die vier eigentlichen Filter-Platinen per „Huckepack“.

Anwendungsmöglichkeiten

Kann man mit einem polyphon ausgelegten A-100 einen der modernen polyphonen Synthesizer ersetzen? Oder gar übertreffen?

Das kommt darauf an, was man will.

Einerseits haben wir eine Beschränkung auf nur 4 Stimmen – mehr Stimmen sind zwar grundsätzlich möglich, werden dann aber deutlich umständlicher in der Bedienung. Die gemeinsame Steuerung bei allen polyphonen Doepfer-Modulen umfasst halt nur immer 4 Stimmen, bei 8 Stimmen müsste man fast alles manuell zwischen zwei solchen „Viererblöcken“ angleichen.

Andererseits reichen 4 Stimmen für sehr viele (wirklich SEHR viele) Zwecke und es gibt Eingriffsmöglichkeiten in jede Stimme, die kein anderer Synthesizer bietet, z.B. eine grundsätzlich unabhängige Handhabung von Tonhöhe und Trigger für jede Stimme: Das eine kann von einem Keyboard (z.B. mit dem polyphonen Midi-Interface A-190-5) stammen, das andere von einem Sequencer wie dem A-157 Trigger-Sequencer, der mit seinen 8 Spuren auch noch die Hüllkurven der VCAs und Filter unabhängig voneinander triggern kann.

Bei den Modulationsmöglichkeiten gibt es natürlich harte Konkurrenz von Poly-Synthesizern mit ausgefeilter Modulationsmatrix, aber beim A-100 ist man halt prinzipbedingt doch noch etwas flexibler, wenn man das will und wenn man bereit ist, etwas mehr Aufwand hineinzustecken.

Und ja, das „Manko“ beinahe aller Modularsynthesizer begegnet uns auch in der Polyphonie: Wir können keine Sounds „speichern“. Wir lernen dafür, wo wir hingreifen müssen, um etwas zu verändern, wir haben wirklich und wahrhaftig einen Regler für jede Funktion und ein individuelles Instrument statt einer „Presetschleuder“ mit OLED-Display und Knöpfen für 4 beliebige Funktionen.

Das erfordert etwas Planung im Vorfeld. Sehen wir uns also wie üblich erst einmal an, was das A-105-4 – Filter kann.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A105-4-IN

Ausgänge:

CTRL-A105-4-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A105-4-SW

Damit haben wir 3 „globale“ Steuerungsmöglichkeiten – manuell oder über Steuerspannungen: Den Regler „F“ bzw. den Eingang „CVF“ für die Eckfrequenz, „Q“ und „CVQ“ für die Resonanz sowie „Lev.“ und „CVL“ für den Eingangslevel der 4 im A-105-4 verbauten Filter. Ziel eines polyphonen Filters ist ja, dass sich alle 4 Filter gleich verhalten bzw. näherungsweise gleich klingen.

Zusätzlich gibt es 4 individuelle Steuerspannungseingänge für die Eckfrequenzen, die man in der Praxis meist mit 4 ADSR-Generatoren speisen wird, sofern man nicht kompexere Dinge über einen Matrixmischer (z.B. A-138m) realisieren möchte. Zusätzlich gibt es nun einen vierten globalen Regler „FM“ und den Steuerspannungseingang „CVFM“, die gemeinsam für alle 4 Filter die Modulationsintensität der 4 individuellen „FM“-Eingänge regeln.

Ein minimales Poly-Setup mit dem A-105-4

Wenn wir als Klangquelle einen A-111-4 VCO verwenden, dann werden die Ausgänge der VCOs (z.B. die vier Sägezahn-Ausgänge) mit den vier „In“-Buchsen des Filters verbunden. Analog dazu schließen wir die vier „Out“-Buchsen des Filters an die vier „In“-Buchsen eines A-132-8 Octal Poly VCAs an. Soweit also nicht anders als bei einem monophonen Filter-Modul, nur eben für jede der vier Stimmen separat.

Ebenso können wir die Ausgänge eines A-141-4 Poly VCADSRs mit den vier „FM“-Eingängen des Filters verbinden. Ein zweiter A-111-4 könnte den VCA steuern oder wir splitten die Ausgänge eines einzelnen A-111-4 über Multiples auf und verwenden die Hüllkurven gleichzeitig für Filter und Verstärker, was ich persönlich ganz gerne nutze.

Den Rest kann man manuell einstellen oder aber die jetzt noch freie oberste Reihe der Buchsen für Steuerspannungen einsetzen, die auf alle vier Filter gleichzeitig wirken: Filtereckfrequenz („CVF“), Intensität der individuellen Modulation durch die ADSRs („CVFM“), Resonanz („CVQ“) und Eingangslevel („CVL“). Dafür bieten sich die „CV3“-Ausgänge vom A-190-5 an, die man z.B. mit Noten-unabhängigen Parametern wie Aftertouch, Modulationsrad usw. belegen kann.

Einfacher Poly-Synthesizer

Etwas „modularer“ gedacht

Niemand zwingt uns, ein polyphones Modularsystem genau so wie einen 08/15-Polysynth zu nutzen. Im Gegenteil, damit verschenkt man natürlich einige interessante Möglichkeiten.

Man kann z.B. die vier individuellen CV-Eingänge des Filters an Stelle eines Poly-ADSRs mit vier unterschiedlich schnellen LFOs belegen, während der VCA weiterhin „traditionell“ mit einem A-141-4 gesteuert wird. Das ist eigentlich eine total banale Variante, die aber nur mit wenigen nichtmodularen Synthesizern realisierbar ist.

Die Filter werden nicht von ADSRs, sondern von 4 LFOs gesteuert

Filter-FM in Audiogeschwindigkeit wäre ein weiteres sehr einfaches, aber doch effektives Beispiel: Die Filtereckfrequenz wird durch den (jeweils zu filternden) Oszillator moduliert. Das Klangspektrum liegt irgendwo zwischen metallisch und verzerrt und ist beim A-105-4 recht feinfühlig dosierbar.

Dabei wird das Filter idealerweise zusätzlich durch die Steuerspannungen für die VCO-Frequenzen mit gesteuert. Durch das Filter-Tracking von – sehr nahe an – 1V/Oktave übernehmen die Filter in Selbstoszillation schon mal einen zweiten VCO pro Stimme. (Details zum Filter-Tracking siehe etwas weiter unten.)

Die Audioausgänge der VCOs modulieren die Eckfrequenz der Filter

Steuerungsmöglichkeiten auf der Platine

Wie mittlerweile üblich, bietet Doepfer auch für den A-105-4 einige interessante Eingriffsmöglichkeiten über Jumper auf der Platine des Moduls. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf der Vorverkabelung eines polyphonen Systems, ohne dafür Patchkabel auf den Frontplatten der beteiligten VCOs oder VCAs einsetzen zu müssen.

  • CV-Eingänge für die Frequenzmodulation des Filters (doppelt vorhanden)
  • Vier individuelle Audio-Eingänge
  • Vier individuelle Audio-Ausgänge

Die Verbindungen zum A-190-5, zum A-132-8 Poly VCA (Einzelausgänge des A-105-4) und z.B. zum A-141-4 ADSR (Modulationseingänge des Filters) werden mit female-female Arduino-Kabeln hergestellt.

Filter-Tracking

JP4: oben CV-Eingänge, unten Audio-Ausgänge

Die Modulationseingänge auf der Platine bieten sich geradezu dafür an, ein Filter-Tracking zu realisieren: Man verbindet dazu einfach die vier CV-Ausgänge des A-190-5 Midi-Interfaces mit den FM-Eingängen des Filters (obere Reihe der Steckerleiste JP4). Praktischerweise arbeiten die Modulationseingänge additiv zu den Miniklinkenbuchsen auf dem Frontpanel, so dass man keine Modulationsmöglichkeiten „verschenkt“.

Micro-Multiples

Nun hat man damit aber leider die CV-Ausgänge des A-190-5 „verbaut“, die damit nicht mehr für die Steuerung der VCOs zur Verfügung stehen. Hier gibt es von Doepfer eine kleine Mini-Platine mit 12 Pins, die als „Micro-Multiples“ eingesetzt werden kann: Vier (female) Arduino-Kabel können mit der winzigen Platine auf 2 x 4 weitere Arduino-Kabel aufgesplittet werden. Der A-190-5 besitzt gepufferte CV-Ausgänge, so dass die Verteilung der Steuerspannungen keine Probleme bereitet.

Nochmal Filter-FM

Ab Version 2 des Filters gibt es auf JP6 vier weitere Pins für die Filter-FM. Die sind allerdings nicht additiv wie auf JP4, sondern erlauben eine Default-Belegung der vier „FM“ Schaltbuchsen. Hier bietet sich eine Verbindung zum A-141-4 ADSR an, die man bei Bedarf durch Patchkabel auf dem Frontpanel ersetzen kann.

Die Anschlüsse für die Default-Belegung der „FM“-Buchsen sind etwas versteckt angebracht. Die Kabel sollten übrigens hinter dem Abstandshalter zwischen den Platinen verlaufen, sonst nehmen sie evtl. dem benachbarten Modul Platz weg (habe ich erst nach dem Foto bemerkt…)

Die Steuerspannungseingänge waren bereits in der ersten Version des A-105-4 auf der Platine zugänglich – hier musste man dann allerdings noch zum Lötkolben greifen.

Default-Ein- und Ausgänge

Auf der unteren Reihe von JP4 können die Einzelausgänge des Filters z.B. mit dem A-132-8 VCA verbunden werden (erst ab Version 2 des Filters verfügbar).

Zusätzlich stehen mit JP7 die vier Audio-Eingänge des Filters zur Verfügung. Wenn man nur einen einzelnen A-111-4 verwendet, kann man darüber bequem die „In“-Schaltbuchsen des A-105-4 mit Arduino-Kabeln vorbelegen. In der ersten Version des Moduls waren dafür lediglich Lötpunkte vorhanden.

Für die weiteren vier Steuerspannungseingänge CVL, CVQ, CVFM and CVF gibt es bei Bedarf Lötpunkte zur Vorbelegung der Schaltbuchsen auf dem Frontpanel.

Beispiel: Einfache Verkabelung eines polyphonen Synthesizers

Für ein einfaches Poly-System habe ich die CV-Ausgänge über Micro-Multiples vom A-190-5 mit den CV-Eingängen von einem A-111-4 und dem A-105-4 (für Filter Tracking) verbunden. Zusätzlich werden die ADSR-Steuerspannungen eines A-141-4 an die Default-Eingänge des Filters angeschlossen – über die Buchsen am Frontpanel jederzeit unterbrechbar.

Die Audio-Einzelausgänge des Filters sind zudem mit den Default-Audioeingängen des A-132-8 VCAs verbunden.

Verkabelung „unter der Motorhaube“, v.l.n.r.: A-141-4, A-132-8, A-105-4, A-111-4, A-190-5 mit Micro-Multiples zur Verteilung der Steuerspannungen des Midi-Interfaces auf VCO und VCF

Klangbeispiele

Quad AD/LFO steuert die Filter

Die Puls-Ausgänge eines A-111-4 werden von den 4 Ausgängen eines A-143-9 QLFOs in der Pulsbreite moduliert. Die A-105-4 Filter werden nicht von einem ADSR, sondern von den Ausgängen eines A-143-1 Complex Envelope Generators (alle EGs in LFO Modus) moduliert. Die vier Teilmodule des A-143-1 werden durch vier Trigger-Ausgänge eines A-149-2 zufällig (aber synchronisiert durch eine gemeinsame Clock) immer wieder neu gestartet. Ein A-141-4 steuert ganz traditionell den A-132-8 VCA. Etwas Hall und Delay aus der DAW.

Filtersteuerung durch den A-143-1.

Filter-FM durch die VCOs

Die Dreiecks-Ausgänge eines A-111-4 werden vom A-105-4 gefiltert. Als Modulationsquellen sind die Sägezahn-Ausgänge des A-111-4 mit den „FM“-Eingängen des A-105-4 verbunden. Zusätzlich wird die Filtereckfrequenz durch die „CV Note“-Ausgänge des A-190-5 Midi-Interfaces gesteuert. Ein A-141-4 steuert den nachfolgenden A-132-8 VCA, ebenso wie die vier Velocity-Ausgänge des A-190-5.

Weitere Modulationen: Ein langsamer A-143-9 moduliert die Eckfrequenz aller 4 Filter, ein weiterer (ebenfalls langsamer) A-143-9 steuert phasenverschoben Resonanz und Eingangslevel der vier Filter. Die Velocity-Ausgänge des A-190-5 steuern zudem die vier linearen VCAs im A-132-8.

Filter-FM

Nochmal Filter-FM

Hier verwende ich die Sägezahn-Ausgänge vom A-111-4 als Klangquellen, die Filter-FM übernehmen diesmal die Dreiecks-Ausgänge. Diese werden jetzt mit Hilfe eines A-130-8 Quad Linear VCAs in den Amplituden durch die Hüllkurvensignale des A-141-4 moduliert, bevor sie in den A-105-4 gehen. An Resonanz, Eingangslevel und Gesamt-FM der Filter schraube ich manuell. Delay und Reverb wieder aus der DAW.

Nochmal FilterFM.

Unisono

Warum nicht einmal die polyphonen Module monophon – „unisono“ einsetzen?

Das A-190-5 Interface ist diesmal nicht auf „poly“, sondern auf „unisono“ eingestellt. Damit wird jede Midi-Note auf alle 4 VCOs ausgegeben, Akkorde sind nicht möglich. Dafür ist ein VCO des A-111-4 eine Oktave nach oben, ein weiterer eine Oktave nach unten transponiert. Wir verwenden die Puls-Ausgänge, die Pulsbreite wird von einem A-143-9 moduliert. Das A-105-4 Filter wird (neben dem intern vorgepatchten Tracking) durch die A-141-4 Hüllkurven und durch einen zweiten A-143-9 moduliert. Dazu verwende ich zwei A-130-8 als „polyphone Mixer“. Beide A-143-9 werden zusätzlich durch die Note-CV des A-190-5 gesteuert. Die Sequenz stammt von einem Arturia KeyStep 37, Hall und Echo aus der DAW.

Die Hüllkurven stammen diesmal nicht vom A-141-4 Poly-ADSR, sondern von zwei A-140-2 Dual ADSRs und sind pro Stimme leicht unterschiedlich eingestellt.

Unisono.

Weitere Klangbeispiele mit deutlicher Beteiligung des A-105-4 befinden sich im Beitrag zum A-132-8.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf70 mA (+12V) / -70 mA (-12V)

A-171-2 Voltage Controlled Slew Processor/Generator

Der A-171-2 ist eines der ungewöhnlichsten Module im gesamten Doepfer-Sortiment (das neben vielen „Brot-und-Butter“-Modulen nun wirklich mehr als nur ein paar Raritäten zu bieten hat). Wo fangen wir an?

Zunächst: Was macht das Modul eigentlich? Ein Slew Processor also. Ja, schon mal gehört, das ist ziemlich praktisch. Sorgt für den Portamento-Effekt, den man braucht, wenn man zum Beispiel das „Lucky Man“-Solo spielen möchte, alles klar.

Ach so, das Ding hat auch Steuerspannungseingänge für das Portamento. Na gut, wer’s braucht, schadet ja nichts. Und einen Triggereingang haben wir auch. Hmm. Und einen „Cycle“-Schalter, na sowas. Ja wie, in den Eingang kann man auch Audio-Signale schicken, wer macht den sowas?

Also nochmal in Kurzform:

  • Das Modul kann Steuerspannungen glätten (wie bereits der A-171-1).
  • Das Modul kann auch ohne Eingangssignal Spannungen ausgeben, die von einem Trigger ausgelöst werden, wir haben also einen Hüllkurvengenerator.
  • Im Cycle-Modus können wir periodische Schwingungen erzeugen, deren Frequenz und Form über Steuerspannungen beeinflusst werden, wir haben also einen Oszillator, zumindest einen LFO.
  • Wenn wir an Stelle einer Steuerspannung ein Audiosignal in den Eingang schicken, haben wir ein Filter- bzw. LPG-Modul.
  • Am „End“-Ausgang wird ein Rechtecksignal ausgegeben, das beim Über- bzw. Unterschreiten eines Schwellwerts ausgelöst wird, wir haben also auch noch einen Comparator vor uns.
  • Das erzeugte Rechtecksignal wird mit Verzögerung aus dem Eingangs-Trigger erzeugt, also haben wir auch ein Trigger-Delay.
  • Bei geschickter Wahl der aufsteigenden und fallenden Slew Rates werden ganzzahlige Subharmonische aus einem periodischen Eingangs-Trigger (z.B. von einem VCO) erzeugt, also auch noch ein Subharmonic Generator.

Ganz schön viel für so ein unscheinbares 8-TE-Modul, oder?

Tatsächlich geht das Design des Moduls auf eine lizensierte Version des VCS von Ken Stone zurück, das wieder eine Version des ursprünglichen Serge Dual Universal Slope Generator ist.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A171-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A171-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A171-2-SW

Klangbeispiele

Portamento:

Die „Brot-und-Butter“-Anwendung für einen Slew Processor ist die Abrundung von Sprüngen bei Steuerspannungen. Das klassische Beispiel dafür ist der „Portamento“-Effekt, bei dem die Steuerspannung für einen VCO langsam zwischen zwei Tonhöhen gleitet, anstatt abrupt zur nächsten Tonhöhe zu springen.

Dafür wird eine Steuerspannung (hier von einem Sequencer) an die „In“-Buchse des A-171-2 gelegt, der „Cycle“-Schalter ist aus. Die Charakteristik der Abrundung kann linear oder exponentiell sein, die Dauer der Abrundung der Steuerspannung erfolgt separat für aufsteigende und absteigende Schritte über die beiden Regler „“ (Up) und „“ (Down).

Die Steuerspannung für eine einfache Sequenz wird im A-171-2 bearbeitet. Wir hören zunächst die Glättung der aufsteigenden Spannungen, dann die der absteigenden Spannungen und schließlich den A-171-2 im „Cycle“-Modus. Beide Glättungen arbeiten exponentiell.

Audio-Bearbeitung:

Der A-171-2 kann auch ähnlich wie ein Filter eingesetzt werden, wobei man bei komplexerem Audiomaterial keine „übliche“ Filterung erwarten sollte. Das Audiosignal wird in die „In“-Buchse geleitet.

Das Audiosignal einer einfachen Sequenz wird in den Eingang des A-171-2 geleitet. Zuerst hören wir wieder die Glättung der aufsteigenden Spannungen (des Audiosignals), dann der absteigenden Spannungen und schließlich wird der „Cycle“-Modus des A-171-2 eingeschaltet.

Bei einfachen Audiosignalen, insbesondere bei einem Rechteck sind die Klangveränderungen schon deutlicher, da die Schwingungsform sehr deutlich von Rechteck über Sägezahn/Rechteck-Mischungen zu einem Dreieck-Signal verändert wird.

Das Rechteck-Signal eines einzelnen A-110-1 VCOs wird in den Eingang des A-171-2 geleitet. Zuerst wird der „Up „-Regler von 0 bis zur Hälfte erhöht, danach der „Down „-Regler bis zur Hälfte, „Up“ wird wieder bis 0 heruntergeregelt und schließlich „Down“. Beide Glättungen arbeiten linear.

Die folgenden Oszilloskop-Bilder zeigen die Veränderung des Rechtecksignals aus dem A-110-1. Bereits bei Nullstellung der Regler findet eine leichte Glättung zu einem Trapezoid statt.

„Up“ = 0, „Down“ = 0.
„Up“ = 5, „Down“ = 5.
„Up“ = 5, „Down“ = 0.
„Up“ = 0, „Down“ = 5.

Der A-171-2 als VCO:

Wenn man den Schalter „Cycle“ einschaltet (rechte Position), dann verhält sich der A-171-2 wie ein Oszillator. Er gibt dann ganz ohne Eingangssignal laufend eine periodisch steigende und fallende Spannung aus, ähnlich wie der A-143-1 Complex Envelope Generator im „LFO“-Modus. Im Gegensatz zum A-143-1, dessen Frequenz ausschließlich von der Länge der steigenden und fallenden Flanken abhängig ist, lässt sich die Frequenz des A-171-2 über eine Steuerspannung exponentiell beeinflussen.

Doepfer weist darauf hin, dass der „exp. CV“-Eingang keine 1V/Oktave-Charakteristik besitzt, was mit den steigenden und fallenden Flanken, die zudem wahlweise linear oder exponentiell (bzw. invers exponentiell) verlaufen können vermutlich auch kaum realisierbar wäre.

Der A-171-2 ist im „Cycle“-Modus, lediglich der „exp. CV“-Eingang ist mit dem Sequencer von vorhin verbunden. Man hört deutlich, dass hier keine 1V/Oktave-Steuerung vorliegt. Kein Eingangssignal.
Der A-171-2 ist im „Cycle“-Modus und erzeugt eine Dreieckschwingung. Die Shape-Regler („CV “ und „CV „, exponentieller Modus) der Slew Rates für aufsteigende und abfallende Spannung werden von ursprünglich „0“ auf die Maximal- bzw. Minimal-Werte (konkave bzw. konvexe Kurven) verändert. Kein Eingangssignal.

Die folgenden Oszilloskop-Bilder zeigen die Schwingungsformen des A-171-2, ausgehend vom Dreieck mit verschiedenen konvexen oder konkaven (bzw. logarithmischen / exponentiellen) Ausrichtungen der Glättung.

„Up Shape“ = 0, „Down Shape“ = 0.
„Up Shape“ = -5, „Down Shape“ = 5.
„Up Shape“ = 5, „Down Shape“ = 0.
„Up Shape“ = -5, „Down Shape“ = 0.
„Up Shape“ = 5, „Down Shape“ = 5.
„Up Shape“ = -5, „Down Shape“ = -5.
„Up Shape“ = 0, „Down Shape“ = 5.
„Up Shape“ = 0, „Down Shape“ = -5.

Subharmonic Generator:

Hier wird nicht ein Audiosignal direkt bearbeitet, sondern wir setzen das Rechteck-Signal eines Oszillators als Trigger im eingang „Trig“ ein, um den A-171-2 (der dann ein Dreicksignal erzeugt) immer wieder neu zu starten. Am Eingang „In“ liegt dabei kein Signal an. Im Gegensatz zu anderen Frequenzteilern wie dem A-113 entstehen beim Durchfahren des Reglers „“ (Up) allerdings deutliche Artefakte.

Ein A-110-1 wird von einem Sequencer gesteuert, das Rechtecksignal des VCOs dient zum Triggern des A-171-2, der somit als VCO arbeitet. Etwa ab der Mitte des Reglerweges des „Up“-Reglers entstehen Frequenzteilungen des ursprünglichen Signals.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-103 18dB Low Pass Filter

Das 18dB Filter ist nach dem Vorbild eines recht bekannten und beliebten kleinen Bass-Synthesizers entstanden: Im Prinzip wird auch hier eine Transistorkaskade wie beim 24 dB Moog-Filter eingesetzt, aber nur mit drei statt vier Polen, und somit mit einer etwas geringeren Flankensteilheit. Das Design entstammte möglicherweise einem kostenseitigen Rotstift Anfang der achtziger Jahre – heute sind die kleinen Silberkisten längst Kult und auf dem Gebrauchtmarkt sehr teuer.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A103-IN

Ausgänge:

CTRL-A103-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A103-SW

Standardfilter? Acid?

Auch ein A-103 kann problemlos als Standardfilter eingesetzt werden, der Klangcharakter ist allerdings anders als z.B. beim A-102 oder A-120 (schon aufgrund der 18dB Flanken­steilheit beim A-103).

Ob das Modul ein „amtlicher“ Ersatz für die Silberkiste ist, soll hier nicht Thema sein. Eine klangliche Verwandtschaft ist schon da, aber Unterschiede in Details sind wie immer Geschmacksfrage. Im Vergleich zu anderen Filtern ist die Eigenresonanz etwas verhalten und auch die mögliche Übersteuerung ist etwas zurückhaltender als z.B. bei den aktuellen A-120 Filtern.

Klangbeispiele

Unser übliches Setup: Die Sägezahn-Ausgänge von drei A-110-1 VCOs werden gemischt, ein VCO ist eine Oktave nach unten transponiert. Ein A-142-1 VC Decay steuert das Filter und einen A-132-3 VCA. Tonhöhe und Trigger stammen von einem einfachen Arpeggiator.

Während jeder Audioaufnahme wird die Filtereckfrequenz manuell von 0 auf 10 und wieder zurück gedreht, der CV2-Regler für die Steuerung durch die A-142-1-Hüllkurve steht auf etwa 2 (was bereits dazu führt, dass das Filter nicht mehr vollständig schließt).

Eingangslevel: 5, Resonance: 0.
Eingangslevel: 5, Resonance: 5.
Eingangslevel: 5, Resonance: 10.
Eingangslevel: 10, Resonance: 0.
Eingangslevel: 10, Resonance: 5.
Eingangslevel: 10, Resonance: 10.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe55 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-120 24dB Low Pass Filter

Das Modul A-120 ist – der Name »Low Pass 1« sagt es schon – so etwas wie die »Mutter aller Doepfer-Filter« (historisch betrachtet, nicht technisch). Die Schaltung basiert auf der berühmten 24 dB Moog Transistorkaskade (»Ladder«-Filter). Und das ist nun tatsächlich die amtliche Mutter aller Synthesizer-Filter.

Aber wie das halt manchmal mit Müttern so ist: Das Verhältnis zu ihr war nicht für alle immer ganz ungetrübt. Woran lag das? Die Transistorkaskade ist eigentlich ein Garant für einen satten und charakteristischen Sound. Ursprünglich war die Abstimmung des A-120 allerdings auf sauberen Klang und möglichst geringe Verzerrung ausgerichtet. Die Verzerrungen des leicht übersteuerten Filters sind aber ein typisches Merkmal im »Moog-Gesamtklang«.

Deutlich erkennbares Clipping bei diesem Sägezahn aus einem einzelnen A-110-1 (ohne weitere Verstärkung). Der Eingangsregler »Lev.« steht erst auf »6«.

Die aktuellen A-120 Module sind so abgestimmt, dass sie bereits recht früh in eine angenehm klingende Sättigung gefahren werden können, wie man sie von den historischen Vorbildern kennt. Es handelt sich dabei im Prinzip um ein symmetrisches Clipping, das z.B. Sägezahn, Dreieck oder Sinus am oberen und unteren Rand der Schwingung abschneidet.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A120-IN

Ausgänge:

CTRL-A120-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A120-SW

In Basissystemen enthalten

Das Modul A-120 ist Bestandteil vieler Basis­systeme und dadurch vergleichsweise weit verbreitet. Ein sehr solides Filter, das gut klingt (nur eben nicht unbedingt nach »100% Original-Minimoog im Land wo man die Flöhe husten hört«).

Für ein kleines System mit zwei preiswerten und klassischen Filtern ist eine Kombination dieses 24dB Tiefpassfilters mit dem A-106-5 SEM Filter (12 dB Multimode) eine Überlegung wert.

Multiple Modulation auch hier

Drei LFOs modulieren ein A-120 Filter.

Die »frühen« Doepfer Filter haben oft noch drei Modulationseingänge für die Eckfrequenz. Das lädt natürlich zu komplexeren Modulationen mit mehreren LFOs oder Hüllkurvengeneratoren ein, ohne dass man dafür extra einen Mixer für die Steuerspannungen opfern müsste.

Ein »Verwandter«

Ebenfalls auf Basis einer Transistorkaskade, aber mit verschiedenen Flankensteilheiten (6 dB, 12 dB, 24 dB und 48 dB) sowie einem Bandpass und direktem Zugriff auf den Feedbackweg: Das A-108 Filter.

Im Gegensatz zum A-120 bietet es nicht nur die zusätzlichen Flankensteilheiten, sondern auch einen Einstiegspunkt in den Feedbackweg, mit dem man z.B. einen Federhall usw. in die Feedbackschleife einbauen kann, mit dem sich aber auch mit Hilfe eines VCAs ein spannungsgesteuertes Feedback realisieren lässt.

Ein tolles Tool für Varianten klassischer Synthesizer-Sounds, in meinem eigenen Rack leisten seit vielen Jahren ganze 6 A-108 Filter ihren Dienst – freilich begleitet vom „Original“, dem A-120.

Klangbeispiele

Wie üblich verwende ich 3 A-110 VCOs, jeweils mit dem Sägezahn-Ausgang, gemischt in einem A-138b und gesteuert durch einen A-155 Sequenzer. VCF und VCA (ein A-132-3) werden vom gleichen A-140 ADSR moduliert, zusätzlich steuert ein langsamer Dreiecks-LFO die Eckfrequenz des A-120 Filters. Die Resonanz des Filters drehe ich in jedem Klangbeispiel langsam von 0 nach 10.

Wir starten mit einem Eingangs-Level von 1:

Level = 1

In den nächsten Beispielen wird genauso verfahren, der Eingangspegel wird jedesmal weiter erhöht:

Level = 3
Level = 6
Level = 10

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe65 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-111-5 Mini Synthesizer Voice

Der A-111-5 ist kein Oszillator im herkömmlichen Sinn, sondern ein kompletter Mini-Synthesizer mit VCO, VCF, VCA, ADSR und zwei LFOs. Ein »Dark Energy« (erste Generation) für das Modulsystem! Hier ist vieles patchbar, aber bei näherer Betrachtung wird man erkennen, dass einige Signalwege ausschließlich intern geschaltet sind. Es gibt beispielsweise keine Möglichkeit, den Ausgang des Oszillators vor dem Filter abzugreifen. Der A-111-5 ist also kein »Modularsystem im Modularsystem«.

Aber das will der A-111-5 auch gar nicht sein: Er ist eine praktische Lösung, wenn man auf sehr kompaktem Raum noch eine zusätzliche »Stimme« im Modularsystem benötigt, die auch ohne viele Patchkabel unmittelbar und schnell einsetzbar ist. Noch kompakter – allerdings unter Verlust der LFOs und mit vereinfachter Hüllkurve – geht das nur noch mit dem A-111-6. Der A-111-5 beinhaltet einen VCO, ein VCF (24dB Tiefpassfilter), einen VCA, zwei LFOs und einen ADSR-Generator, der Steuerspannungen z.B. für Lautstärkeverlauf oder Filterverlauf erzeugen kann.

Zudem ist das Filter einmalig: Es erlaubt lineare Frequenzmodulation seiner Eckfrequenz und ist – in Selbstoszillation – hervorragend tonal spielbar. Die Rechteck- und Pulsschwingungen des VCOs sind zwar etwas »abgerundet«, in Summe aber noch ziemlich exakt (auch im Vergleich zu A-110-1 oder A-111-1).

Nachdem der A-111-5 aufgrund der fehlenden Verfügbarkeit von CEM3394 – Bausteinen nicht mehr produziert wurde, hat Doepfer das Modul mit dem AS3394 neu aufgelegt.

Stand: Herbst 2020

Wird auch ein externes Signal »abgerundet«?

Öffnet vielleicht das Filter nicht vollständig und sorgt auf diese Weise für die besondere Schwingungsform? Nein, externe Signale werden nicht abgerundet, obwohl sie ja ebenfalls das Filter im A-111-5 durchlaufen müssen. In der Abbildung z.B. ein Rechtecksignal aus einem A-110-1 VCO:

A-111-5: Rechteck – leicht abgerundet.
A-111-5: Puls – ebenfalls abgerundet.
Rechteck eines A-110-1 über den externen Eingang des A-111-5.

Dreieck und Sägezahn

Der Oszillator des A-111-5 hat noch eine weitere Besonderheit: Die Pulsschwingung ist grundsätzlich immer »eingeschaltet«, ein Dreieck oder ein Sägezahn kann per Schalter hinzugefügt werden. Um aber ein reines Dreieck oder einen reinen Sägezahn zu bekommen, muss die Pulsbreite auf 0% oder 100% (»PW«-Regler auf Anschlag links oder rechts) – und somit auf »unhörbar« gestellt werden:

A-111-5: Dreieck.
A-111-5: Sägezahn.

Mischung aus Puls und Dreieck oder Sägezahn

Bei anderen Pulsbreiten-Einstellungen erhält man interessante Mischklänge, die zwar mit jedem anderen VCO ebenfalls erzielbar sind, aber hier eben recht einfach und ohne zusätzliche Patchkabel, Mixer etc.:

A-111-5: Eine Mischung aus Rechteck und Dreieck.
A-111-5: Eine Mischung aus Puls und Sägezahn.

Bedienelemente

Eingänge:

Gate vom Systembus (ohne Abb.): Der ADSR-Generator lässt sich über ein am Systembus anliegendes Gatesignal auslösen. Bei Bedarf kann diese Verbindung intern über einen Jumper aufgetrennt werden. Um ein Gate in einen Systembus einzuspeisen, wird das Modul A-185-1 benötigt.

Mit Ausnahme des ADSR Gate-Eingangs, der die Leitung zu den Gatesignalen des Systembusses unterbricht, werden alle anderen Eingänge (Audio- wie Modulationseingänge) zusätzlich zu den internen Modulations- und Audioquellen addiert.

CTRL-A111-5-IN

Ausgänge:

CTRL-A111-5-OUT

Regler / Schalter (VCO):

CTRL-A111-5-VCO-SW

Regler / Schalter (VCF):

CTRL-A111-5-VCF-SW

Regler / Schalter (VCA, LFO1 und LFO2):

Beide LFOs sind identisch ausgelegt, die Bedienelemente werden daher nur einmal beschrieben.

CTRL-A111-5-VCA-LFO-SW

Regler / Schalter (ADSR):

CTRL-A111-5-ADSR-SW

Ein kompletter Mini-Synthesizer

Der A-111-5 ist die preisgünstigste Möglichkeit, eine komplette Synthesizerstimme in das Modularsystem zu bekommen. Oft kosten bereits VCO und VCF so viel wie dieses Modul, hier sind aber noch zwei einfache LFOs, ein ADSR, ein VCA und ein paar Audio- bzw. CV-Mischer eingebaut. Das ist durchaus praktisch, wenn man mit einem sehr kleinen Modularsystem anfangen möchte.

Bei größeren und großen Systemen kann es attraktiv sein, »mal so eben« eine weitere Stimme einzubauen, die z.B. im Livebetrieb schnell und ohne viel Verkabelung einsatzbereit ist. Und dank der Vor-Verschaltung und der sehr cleveren Konfiguration des Filters lassen sich ohne viel Aufwand erstaunlich komplexe Klänge erzielen.

Aber auch für Einsteiger-Modularsysteme ist der A-111-5 eine Überlegung wert: Man kann das Modul gut als Ausgangsbasis verwenden und dann mit weiteren Modulen (VCO, VCF, Waveshaper usw.) ergänzen.

Grundeinstellung für neue Sounds

Als Ausgangspunkt für neue Sounds können Sie folgende Grundeinstellung ausprobieren.

  • VCO: Tune = 5, Range-Schalter in der Mittelstellung, FM = 0, Source-Schalter daneben in der Mittelstellung (»off«), PW = 0 (damit ist die Pulswelle ausgeschaltet), Shape-Schalter daneben auf Sägezahn, PM = 0, Source-Schalter daneben auf Mittelstellung (»off«). Der VCO wird damit einen Sägezahn in mittlerer Oktavlage erzeugen.
  • VCF: Frq im oberen Drittel, Track-Schalter auf »off«, XM und LM auf 0, Source-Schalter auf Mittelstellung (»off«), Res = 0. Das Filter wird etwas an Höhen abschneiden, aber sonst keine auffälligen Verfärbungen des Klangs erzeugen.
  • VCA: A = 0, AM = 10, Source-Schalter auf ADSR. Der Verstärker wird damit ausschließlich vom Hüllkurvengenerator (ADSR) gesteuert.
  • LFO 1 & LFO 2: Beide Shape-Schalter auf Mittelstellung (»off«). Die LFOs sind damit erst einmal ausgeschaltet, die anderen LFO-Bedienelemente haben bei »off« keine Auswirkung.
  • ADSR: ADSR Range-Schalter auf »mid«, A = 0, D = 0, S = 10, R = 0. Die Hüllkurve ist damit eine einfache Orgel-Hüllkurve (Ton ist bei Tastendruck sofort da und verstummt beim Loslassen der Taste sofort wieder). Der Ausgang des Moduls ist mit der Audio-Anlage verbunden, VCO F Eingang und ADSR Gateeingang werden von einer Tastatur o.Ä. angesteuert.

Jetzt wird geschraubt!

Was Sie jetzt versuchen können:

Bewegen Sie per Hand den Regler »Frq« des Filters: Der Klang wird unterschiedlich dumpf oder brillant werden.

Wählen Sie eine mittlere Eckfrequenz und spielen Sie über einen größeren Tastaturbereich: Die höheren Töne werden dumpfer als die tiefen. Schalten Sie jetzt den Schalter »Track« des Filters auf »half« oder »full«: Die Eckfrequenz wird nun an die gespielte Tonhöhe zum Teil (half) oder ganz (full) angepasst.

Wie verändern sich die Klänge, wenn Sie die Resonanz des Filters erhöhen? Was passiert mit den tiefen Frequenzanteilen? Achten Sie auf den Klang bei sehr hoher Resonanz (Selbstoszillation des Filters).?Probieren Sie andere Hüllkurven: Mehr Attack lässt den Ton langsam lauter werden, Release lässt ihn nach dem Loslassen der Taste ausklingen. Attack = 0, Decay und Sustain auf mittlerem Wert lassen den Ton perkussiver werden, die Lautstärke bleibt bei länger gehaltener Taste auf der mit Sustain eingestellten Lautstärke.

Schalten Sie den ADSR-Generator als XM-Modulationsquelle des Filters ein und variieren Sie mit dem Regler »XM« die Intensität der Modulation.

Schalten Sie einen oder beide LFOs ein und setzen Sie sie als Modulationsquellen für VCO, VCF oder VCA (oder einer Kombination davon) ein.

Mischen Sie die Pulsschwingung des Oszillators (mit PW im mittleren Bereich) dazu. Schalten Sie den Sägezahn aus.

Ein alter Trick geht auch hier

Der Audioausgang der A-111-5 Mini Synthesizer Voice wird mit dem A-180-1 Multiple aufgesplittet und über einen A-183-1 Attenuator wieder in den eigenen »External Audio«-Eingang zurückgeführt.

Versuchen Sie ruhig auch einmal einen alten »Minimoog-Trick«: Der Audioausgang wird über ein Multiple aufgesplittet. Ein Teil geht in die Abhöranlage, ein anderer Teil über einen Abschwächer wieder zurück in den eigenen Audioeingang. Fangen Sie mit stark abgeschwächten Signalen an.

Das Filter als zweiter Oszillator

Die lineare Filter-FM ist ein ungewöhnliches Feature. Zudem ist die Kennlinie zur Steuerung der Eckfrequenz sehr exakt 1 V / Oktave (deutlich genauer als bei vielen anderen Filtern). Aufgrund der beiden unabhängigen externen Steuereingänge für VCO und VCF können Sie das Modul sogar zweistimmig spielen – hier mit einem Sequencer:

Ein A-155 Sequencer steuert sowohl die Frequenz des VCOs, als auch die Frequenz des VCFs im A-111-5 Mini Synthesizer. Der A-156 Quantizer erleichtert dabei die Einstellung auf exakte Tonhöhen.

Im folgenden Klangbeispiel wird dieses Setup demonstriert: Zu Beginn hört man den reinen Sinus des selbstoszillierenden Filters, dann kommt der VCO mit einer Pulswelle dazu, später folgen Modulationen von VCO und VCF. Zum Ende wird die Resonanz immer weiter reduziert, bis schließlich nur noch der VCO zu hören ist.

Schnelle LFOs

Die beiden LFOs reichen ein gutes Stück in den Audiobereich: Eingesetzt zur Frequenzmodulation von VCO (LFO1) und / oder VCF (LFO2), erhalten Sie ein breites Spektrum an metallischen und disharmonischen Klängen für die Abteilung »Special Effects«.

»Live«-Eingriffe erwünscht

Die große Zahl an Umschaltmöglichkeiten (das Modul verfügt immerhin über 12 3fach-Schalter!) ist eine schöne Einladung, um schnell und drastisch in den Klang einzugreifen – das ist etwas, das Sie möglicherweise nicht gerade mit einem Modularsystem verbinden, oder?

Technische Daten

Breite24 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf80 mA (+12V) / -50 mA (-12V)

A-105-1 SSM 24dB Low Pass Filter

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Auch der A-105 (bzw. A-105-1, es gibt ja mittlerweile den polyphon ausgelegten A-105-4) erinnert an berühmte Vorbilder. Hier kommt ein analoger SSM2044 Filterbaustein zum Einsatz, der u.a. schon in Synthesizern wie dem Korg Mono / Poly, dem Fairlight II, PPG Wave 2.2 / 2.3 und nicht zuletzt in den ersten – und klanglich von vielen am höchsten geschätzten – Prophet 5 Synthesizern eingesetzt wurde. Dann kann er ja nicht wirklich schlecht sein…

Das Modul A-105 hat ebenfalls einen »Design-Bruder« (mit freilich ganz anderem Klang): das Modul A-122.

Wem ein einzeler A-105 dann doch etwas mickrig erscheint, der mag zum vierfachen (und in polyphonem Kontext einsetzbaren) A-105-4 greifen.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A105-IN

Ausgänge:

CTRL-A105-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A105-SW

Einer für alle

Das ist so eines der Filter, bei denen man wenig falsch machen kann: Das SSM klingt irgendwie immer gut und brauchbar, ist nie aufdringlich oder schwierig zu handhaben (im Gegensatz z.B. zur Filterresonanz beim A-102 Diodenfilter). Die Bässe werden beim Einsatz der Resonanz nicht ganz so stark reduziert wie bei anderen 24dB-Filtern. Klassischer Sound.

Tipps

Interessant wird das Filter neben seinem »historischen« Klang durch die spannungssteuerbare Resonanz: Spendieren Sie eine Spur einer Sequencerlinie mal dem Eingang »QCV«, damit können sehr lebendig wirkende Akzente gesetzt werden.

Klangbeispiele

In diesem Beispiel werden die Sägezahn-Ausgänge von drei A-110-1 VCOs eingesetzt, ein VCO ist eine Oktave nach unten transponiert. Die Filtereckfrequenz wird durch einen A-140 ADSR moduliert, Tonhöhe der VCOs und Resonanz des Filters („Q“) werden von einem A-155 Sequencer gesteuert. Um die (meiner Meinung nach) sehr angenehme Übersteuerung des A-105 zu demonstrieren, wird das Eingangsvolumen im Laufe des Tracks erhöht.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-102 Diode Low Pass Filter

Das Diode Low Pass Filter von Doepfer ist ein Tiefpass mit 24dB Flankensteilheit. Vom technischen Aufbau ähnelt es einem sog. »Ladder-Filter« (das mit einer »Leiter« oder Kaskade von Transistoren arbeitet), wie etwa dem Moog Tiefpassfilter. An Stelle der Transistoren werden jedoch Dioden eingesetzt, die das Filter völlig anders klingen lassen. Very British!

Es gibt bei Doepfer immer mal wieder »Design-Paare«, die von der Funktionalität und manchmal bis hin zum Layout der Frontplatten vergleichbar aufgebaut sind, aber sehr unterschiedlich klingen. Solche Geschwister sind z.B. die LP-Filtermodule A-102, A-103 und A-120.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A102-IN

Ausgänge:

CTRL-A102-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A102-SW

Universell einsetzbar

Das Diodenfilter ist ein alltagstaugliches »Brot & Butter«-Filter, kann also fast überall eingesetzt werden, wo ein gut klingendes Tiefpassfilter erforderlich ist. Bei höheren Pegeln ist der Eingang leicht zum Übersteuern (Clipping) zu bringen – das kann gut zur Klanggestaltung mit eingesetzt werden.

Keine Selbstoszillation bei tiefer Eck­frequenz

Die Art der Selbstoszillation ist die große Besonderheit dieses Filters: Sie setzt früh ein, ist aber über den Frequenzbereich sehr unterschiedlich intensiv: Bei hoher Eckfrequenz ist sie deutlich lauter – bei tiefen Frequenzen verschwindet die Selbst­oszillation auch bei voll aufgedrehtem »Res.«-Regler völlig. Ein Einsatz als »elektronische Bassdrum« wird damit leider schwierig. Da ist dann eher das A-105 SSM-Filter gefragt.

Viele Möglichkeiten für Modulationen

Die drei Modulationseingänge für die Eckfrequenz sollten Sie ruhig als freundliche Einladung verstehen: Komplexe Modulationen funktionieren sehr gut mit diesem Filter. Dazu trägt auch das »merkwürdige« Resonanzverhalten bei (keine Selbstoszillation bei geschlossenem Filter) – Sie modulieren also immer Eckfrequenz und Resonanz gleichzeitig.

Klangbeispiel

Von drei A-110-1 VCOs wird jeweils der Sägezahn-Ausgang verwendet, ein VCO ist 1 Oktave nach unten transponiert. Nach dem Mixer gelangt das Signal in das A-102 – Filter und danach in einen A-132-3 VCA. Sowohl VCA als auch Filter werden vom gleichen A-140 ADSR moduliert. Trigger für den ADSR und Steuerspannung für die Tonhöhe der Sequenz stammen von einem A-155 / A-154 Sequencer (in der Zeichnung nicht abgebildet).

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-101-2 Vactrol Lowpass Gate

Ein Lowpass Gate (LPG) ist ein merkwürdiges Gerät. Es verwendet eine Vactrolschaltung und verbindet ein Tiefpassfilter mit einem Verstärker (VCA).

Warum dann nicht einfach ein Filter und einen Verstärker separat einsetzen? Das LPG lässt sich zwischen VCF, VCA und der Kombination VCF / VCA umschalten! Zudem ist das Modul mit einem Vactrol aufgebaut und klingt – auch als VCA – anders als herkömmliche Filter oder Verstärker. Die Trägheit der Vactrols führt zu einem „natürlichen“ Ausklingverhalten des VCAs.

Das Modul steht übrigens in einer Reihe von Modulen, die deutlich von Konzepten des amerikanischen Synthesizer-Pioniers Don Buchla inspiriert sind (ohne ein Buchla-System ersetzen zu wollen): Die Zufallsgeneratoren A-149-1 und A-149-2 sind weitere Beispiele.

Buchla-Synthesizer unterscheiden sich in der Komplexität der Module, aber auch im Benutzerinterface deutlich von den mehr an Keyboards orientierten Modellen von Moog oder ARP.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A101-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A101-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A101-2-SW

Umschalten per Sequencer

Das A-101-2 lässt sich sehr schön per Sequencer oder Zufallsgenerator zwischen den Betriebsarten umschalten.

Ein A-149-1 / 2 Zufallsgenerator schaltet zwischen den Betriebsarten des A-101-2 LPGs um.

Selbstoszillation nur im LP Modus

Das Filter ist nur im LP Betriebsmodus zur Selbstoszillation fähig. Der Filterklang ändert sich also deutlich hörbar beim Umschalten zwischen „LP“ und „LP / VCA“.

Klangbeispiele

Wie in vielen anderen Demos verwende ich auch hier drei A-110-1 VCOs (alle Sägezahn, ein VCO eine Oktave tiefer), die von einem A-155/A-156 Sequencer gesteuert werden. Der Mix der drei VCOs geht in das A-101-2 LPG. Die LPG Modes werden von einem Zufallsmodul (A-149-2) umgeschaltet, das mit dem Sequencer synchronisiert ist. Die Filter-Eckfrequenz und / oder Verstärkung wird von einem weiteren Zufallsmodul (A-149-1), sowie einem A-140 ADSR gesteuert. Zuletzt geht das Audiosignal in einen A-132-3 VCA, der nicht unbedingt erforderlich wäre, da unser A-101-2 ebenfalls als VCA arbeiten kann, aber die beiden VCAs reagieren ziemlich unterschiedlich und zeigen dadurch ein paar interessante „Verhaltensweisen“.

Wir starten ohne Filter-Resonanz, einem moderaten LPG Input Level, und weder das LPG noch der A-132-3 werden vom A-140 ADSR moduliert. Dann wird die ADSR Modulation auf das LPG erhöht. Dann (um 0:50) wird die Filter Resonanz erhöht, sowie der Input Level (was zu leichter Verzerrung im LPG führt). Danach wird der A-132-3 vom A-140 moduliert (anstatt einfach konstant zu verstärken). Zuletzt folgen ein paar Veränderungen von Modulationstiefe und Resonanz.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)