A-144 Morphing Controller

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Der A-144 Morphing Controller erzeugt Steuerspannungen, mit denen z.B. vier lineare VCAs eines spanungsgesteuerten Mixers so geregelt werden, dass die vier Eingangssignale des Mixers der Reihe nach überblendet werden. Geeignet sind dafür der A-135-1 bzw. A-135-2 Voltage Controlled Mixer und der A-135-4 Voltage Controlled Performance Mixer, aber auch Mehrfach-VCAs mit Summenausgang wie der A-130-8 oder der A-132-8 (hier nur die linearen VCAs).

Dabei produziert der A-144 bei stetig steigender Eingangsspannung nacheinander vier einander überlappende Dreieck-Signale – sobald das erste Dreieck wieder fällt, setzt das zweite Dreieck mit steigender Flanke ein, die Summe der Ausgangsspannungen aus dem A-144 ist immer konstant – außer am Anfang und am Ende der Eingangs-Steuerspannung. Da wird das erste Signal (gesteuert durch „Out 1“) einfach eingeblendet bzw. das vierte Signal (gesteuert durch „Out 4“) ausgeblendet. Zusamen mit den linearen VCAs der Mixer ergibt das eine „nahtlose“ Überblendung der Mixer-Eingangssignale.

Auf der Frontplatte des Moduls ist übrigens sehr schön der Zusammenhang zwischen Eingangsspannung und den vier Ausgangsspannungen aufgedruckt.

Wir werden weiter unten sehen, dass „Morphing“ nicht die einzige interessante Einsatzmmöglichkeit des A-144 Morphing Controllers ist.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A144-IN

Ausgänge:

CTRL-A144-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A144-SW

Morphen

Das Prinzip des Morphing Controllers ist einfach: Abhängig vom Regler »Man. Morph« oder einer Steuerspannung erzeugen die vier Ausgänge ansteigende und dann fallende Steuerspannungen. Zuerst steigt die Spannung an »Out 1« an, um dann wieder auf 0 V zurückzufallen. Während der fallenden Flanke steigt die Spannung an »Out 2« an – sie erreicht ihr Maximum, wenn »Out 1« bei 0 V angekommen ist.

Analog geht es mit den restlichen Ausgängen weiter, bis am Ende wieder alle vier Ausgänge auf 0 V stehen. Damit lassen sich vier lineare VCAs steuern, so dass sie in Summe gemischt zuerst das erste Eingangssignal einblenden, dann zum zweiten Audiosignal überblenden, zum dritten und schließlich vierten, das am Ende wieder ausgeblendet wird. Der A-135-1 VC Mixer verfügt über 4 solche VCAs, einen Mischer, Abschwächer usw. was die Angelegenheit sehr komfortabel – aber mit 18 TE leider im Rack wenig »platzsparend« macht. Etwas „gedrängter“ sind die Bedienelemente beim neuen A-135-2 angebracht, bei dem man auf die vier Eingangs-Abschwächer verzichten muss, der dafür aber auch nur 8 TE Platz benötigt.

„Material“ zum Morphen können natürlich vier grundsätzlich unterschiedliche Audioquellen sein, z.B. vier verschiedene Synthesizerstimmen, aber auch die Ausgänge eines VCOs zur Überblendung der Schwingungsformen, Ausgänge von Multimode-Filtern wie der A-106-6 oder auch Filter mit mehreren Ausgängen für die Flankensteilheit wie der A-108 6/12/24/48dB Lowpass oder der A-123-2 6/12/18/24dB Highpass für spannungsgesteuerte Flankensteilheit.

Klangbeispiel – Morphing

Der A-144 wird von einem AD-Generator (Loop-Modus) eines A-143-1 Complex Envelope Generator gesteuert. Die Ausgänge des A-144 kontrollieren die Lautstärken eines A-135-2 VC Mixers, in den die Audio-Signale eines A-117 Digital Noise, A-110-6 Trapezoid Quadrature Thru Zero VCOs, A-118 Noise Generators („Colored“ Out) und eines A-143-9 VC Quadrature LFOs geleitet werden. Der A-110-6 und der A-143-9 werden von einem weiteren A-143-9 in der Frequenz moduliert.

Morphing von vier unterschiedlichen Klangquellen mit Hilfe eines A-143-1 Complex Envelope Generators.

Klangbeispiel – Morphen von Filterausgängen

Drei A-111-1 Oszillatoren (Sägezahn, ein VCO ist eine Oktave nach unten transponiert) werden von einem A-155 Sequencer gesteuert, der Trigger-Ausgang des Sequencers taktet zugleich einen A-148 Sample & Hold (mit Rauschen als Eingangssignal), der den A-144 kontrolliert. Die vier Eingangssignale des A-135-2 VC Mixers sind die vier Filter-Ausgänge eines A-121-2 Multimode-Filters. Damit wird pro Sequencer-Step ein Filterausgang bzw. die Mischung eines Filterausgangs mit einem weiteren per Zufall ausgewählt.

Steuerung durch einen Sequencer

Das Morphing muss ja nicht unbedingt nur ein weicher Übergang »A-B-C-D« sein, sondern kann auch sprunghaft angesteuert werden. Hier kann z.B. ein A-155 Sequencer die Steuer­spannung liefern.

Ein A-155 Sequencer steuert über den A-144 Morph Controller das Mischungsverhältnis der vier Audiosignale.

Klangbeispiel – Sequenziertes Morphing

Der A-144 wird diesmal von einem A-155 Sequencer gesteuert. Die Ausgänge des A-144 kontrollieren die Lautstärken eines A-135-2 VC Mixers, in den die Audio-Signale eines A-117 Digital Noise, A-110-6 Trapezoid Quadrature Thru Zero VCOs, A-118 Noise Generators („Colored“ Out) und eines A-143-9 VC Quadrature LFOs geleitet werden. Der A-110-6 und der A-143-9 werden von einem weiteren A-143-9 in der Frequenz moduliert.

Morphing mit Hilfe eines A-155 Sequencers.

Panning / Quadrophonie

An Stelle von vier Eingangssignalen ist beim Einsatz von vier linearen VCAs auch ein Panning für ein Quadrophonie-Setup denkbar: ein Audiosignal wird über einen Verteiler an alle 4 VCAs gesendet, die vier Lautsprecher versorgen. Nachteil dabei: Es sind nur immer je 2 Lautsprecher gleichzeitig ansteuerbar (das Signal ist nie »in der Mitte«), es gibt zudem keine Mischung zwischen dem letzten und dem ersten Lautsprecher. Da ist dann ein Setup z.B. mit dem, A-134-2 Dual VC Crossfader sinnvoller.

Vier VCAs (A-132-3) mit vier separaten Audioausgängen werden durch den A-144 Morphing Controller gesteuert. Alle VCAs verstärken dasselbe Eingangssignal (hier über A-182-1 Switched Multiples verteilt).

Der Morph Controller als »Obertongenerator«

Wenn man die Dreieck-, Sinus- oder Sägezahnschwingung eines VCOs als Steuer­spannung einsetzt, erhält man einen interessanten »Obertongenerator«, der Dreieckschwingungen (bzw. Varianten davon) erzeugt.

Der A-144 als ungewöhnlicher »Waveshaper«. An Stelle des A-138b kann natürlich auch ein A-138c Polarizing Mixer eingesetzt werden, der dann über die invertierten Schwingungsformen noch zusätzliche Variationsmöglichkeiten bietet.

Wenn man einen A-111-1 VCO mit seiner steigenden Sägezahnschwingung als Steuersignal des A-144 verwendet, erhält man aus der Mischung der vier Ausgangssignale eine überraschend komplexe Schwingungsform:

Entgegen der Erwartung bekommmen wir nicht einfach „vier Dreieckschwingungen“, sondern ein einigermaßen komplexes Gebilde.

Alternativen

Derzeit gibt es für das leider nicht mehr lieferbare Modul keinen wirklichen Ersatz. Laut Doepfer ist aber ein erweitertes Nachfolgemodul „A-144-4“ bereits in Planung. Ich werde berichten und vergleichen, sobald es erhältlich ist!

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-167 Analog Comparator / Subtractor / Offset Generator

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Der A-167 Analog Comparator kann Spannungen miteinander vergleichen und dabei ein Gatesignal erzeugen.

Die Möglichkeiten sind vielfältig: Vergleich zweier externer Spannungen, Vergleich einer Spannung (normal oder invertiert) mit einem positiven oder negativen Schwellwert, Vergleich der Differenz zweier externer Spannungen mit einem Schwellwert.

Dabei geht das Modul ganz einfach „mathematisch“ vor: Die beiden Eingangssignale (jeweils nach Bedarf abgeschwächt) werden voneinander subtrahiert und die manuelle Offsetspannung zum Ergebnis addiert. Wenn die Summe größer als 0 V ist, dann wird ein positives Gatesignal erzeugt, sonst nicht. Alles klar?

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A167-IN

Ausgänge:

CTRL-A167-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A167-SW

Ein ADSR als „LFO“

Das Modul A-143-1 (Complex Envelope) macht es uns vor: Mit Hilfe eines Comparators lässt sich aus jedem Hüllkurvengenerator während der Ausklingphase (Decay oder Release) ein neuer Trigger erzeugen, der dann wieder zum Re-Triggern des Hüllkurvengenerators eingesetzt werden kann. Aus einem ADSR-Generator ist so ein LFO mit sehr variabler Schwingungsform geworden!

Ein A-140 ADSR im „LFO-Modus“ – mit A-167 Comparator und A-162 Trigger Delay zur Steuerung.

Die Einstellung eines ADSR-LFOs erfordert ein wenig Fingerspitzengefühl, hilfreich dabei ist die Verwendung eines Trigger Delays zur Einstellung der Gate-Länge. Der A-167 erzeugt ein Gate- / Triggersignal beim Erreichen einer niedrigen Spannung (Release-Phase) des ADSR, würde aber – direkt als Gate für den A-140 eingesetzt – bald wieder ausschalten, da in der Attack-Phase die Spannung wieder erhöht wird. Das A-162 Trigger Delay kann aber ein Gate mit fest definierter Länge erzeugen, das dann die Hüllkurve komplett durchfahren lässt.

Andererseits – und das hatte ich im Buch noch nicht bedacht: Warum nicht einfach einen LFO mit Rechteckausgang als Gate für den ADSR verwenden? Der Aufwand, die LFO-Frequenz an die Parameter des Hüllkurvengenerators anzupassen ist eher geringer als bei der komplexen Verbindung von Comparator, Trigger Delay und ADSR. Idealerweise nimmt man dafür einen A-146, bei dem man auch die Pulsbreite des Rechtecksignals einstellen kann. Bei einem herkömmlichen LFO ist dann doch wieder der Comparator nützlich und man verwendet einen LFO mit Dreicksignal als Eingang für den A-167 und stellt am Comparator die Gate-Länge ein.

Klangbeispiel: Ein A-140 ADSR wird durch den A-167 immmer wieder neu gestartet und steuert einen A-111-5 Mini Synthesizer. Das Trigger Delay kommt in diesem Fall nicht zum Einsatz.

Der Gap-Regler

Der Gap-Regler sorgt im Prinzip für eine leichte Verschiebung von Start und Ende des erzeugten Rechtecksignals. Einen ähnlichen Effekt kann man mit einem zwischen Eingangssignal und Comparator geschalteten A-170 Slew Limiter erzielen. Wir sehen oben ein Dreieck aus einem A-111-1, unten das vom A-167 abgeleitete Rechteck.

Ohne Gap.
Gap deutlich erhöht – das Rechtecksignal wird später ausgelöst und endet später.

Offsetgenerator

Das Modul kann auch als einfacher Offsetgenerator (vergleichbar mit dem A-183-2) verwendet werden: Die reine interne Offsetspannung steht am Ausgang „Analog Sum“ zur Verfügung, bei Bedarf kann eine externe Spannung hinzugefügt (Eingang „+In“) oder abgezogen (Eingang „-In“) werden.

Der Comparator als Waveshaper

Das Dreiecksignal geht als Eingangssignal in den Comparator und in den VCA. Im Comparator wird ein Gatesignal in VCO-Frequenz erzeugt. Damit wird der VCA gesteuert der bestimmt, welche Anteile des Dreiecksignals erhalten bleiben.

Der Comparator ist „eigentlich nur“ ein Modul, das aus dem Vergleich zweier Spannungen ein Gatesignal erzeugen kann.

Das klingt zunächst noch nicht nach „Klangverbieger“. Aber Sie erinnern sich: Der A-137-2 Wave Multiplier II arbeitet mit Comparatoren, deren Gatesignal zum Eingangssignal addiert wird. Genauso könnte man aber auch multiplizieren: Dazu verwenden wir einen Verstärker für das Eingangssignal, der über das Gatesignal des Comparators gesteuert wird.

Das Ergebnis erinnert an Pulsbreitenmodulation – aber mit einem Dreiecksignal:

Offset ist noch recht hoch.
… noch niedriger …
Etwas niedrigeres Offset.
Die Offsetspannung wird noch niedriger eingestellt.

Das war – als ich gerade das Doepfer-Buch schrieb – eine großartige Idee. Leider funktioniert sie auch deutlich einfacher und ganz ohne A-167 Comparator. Man muss einfach nur das vom VCO gleichzeitig erzeugte Rechteck-/Puls-Signal des Oszillators an Stelle des A-167 verwenden. Das war es, mehr braucht es gar nicht…

Zwei VCOs als Eingangssignale

Etwas interessanter wird es wieder, wenn beim oben vorgestellten Patch an Stelle der konstanten Offsetspannung ein zweiter VCO (Eingang „-In“) angeschlossen wird, dann erhält man bei leichter Verstimmung der VCOs ein lebhaftes und obertonreiches Spektrum:

Zwei A-110-1 VCOs als Eingangssignale (Sägezahn und ein 3 Oktaven höherer Sinus).

Hüllkurve statt Gate

Sie können an Stelle des Gatesignals auch eine schnelle Hüllkurve verwenden, die vom Gatesignal des Comparators ausgelöst wird. Dadurch lässt sich das Signal nicht nur in der Phase verschieben, sondern auch verändern:

Die Schwingung wird durch »Attack« und »Release« geglättet, das Verhältnis von »Decay« und »Sustain« bestimmt zusätzlich (neben dem »Offs.«-Regler des Comparators) die Breite und Form der erzeugten Schwingung.
Der A-167 Comparator löst eine A-140 ADSR-Hüllkurve aus, die über den A-130 VCA die Schwingungsform des A-110-1 VCOs beeinflusst.

Auch hier kann man freilich an Stelle des Comparators ganz einfach das Rechteck-/Puls-Signal des Oszillators verwenden. Kleinere Klangunterschiede gibt es lediglich bei Dreieck und Sinus in Kombination mit dem „Gap“-Regler des Comparators, der das erzeugte Rechtecksignal etwas verschieben kann und dann andere Teile der ursprünglichen Schwingung verstärkt.

Rhythmisches – Klangbeispiele

Einn Modul, das Rechtecksignale erzeugen kann ist natürlich auch immer ein Kandidat für die Erzeugung von rhythmischen Strukturen. Hier haben wir sogar die Möglichkeit, unterschiedlich lange Gate-Signale zu gewinnen.

Um halb-zufällige rhythmische Muster zu erzeugen, kann man zwei unabhängige LFOs mit Dreieck-Signalen als Eingangssignale für „+In“ und „-In“ verwenden. Je nach Stellung der beiden Eingangs-Abschwächer und dem Offset-Regler entstehen interessante Muster von unterschiedlich langen Rechteck-Signalen im Comparator, die hier als Gatesignal für einen A-111-5 verwendet werden.

Bei unserem Beispiel verwende ich zwei Dreiecks-Ausgänge aus einem A-143-3, die LFOs sind auf unterscheidliche Geschwindigkeiten eingestellt, die Eingangspegel im A-167 sind gleich groß. Im Verlauf des Beispiels drehe ich den Offset-Regler von „-5″ langsam nach oben (etwa bis 2’00“) und dann wieder etwas zurück in den leicht negativen Bereich. Danach verändere ich die Geschwindigkeiten beider LFOs und nochmal in kleinerem Umfang den Offset-Regler:

Alternativen

Da das Modul nicht mehr produziert wird, stellt sich die Frage nach den Alternativen natürlich besonders deutlich.

Relativ einfach hat man es noch, wenn es lediglich um die Erzeugung von sich selbst neu startenden Hüllkurven geht. Hier gibt es eine Reihe von Modulen, die automatisch in einer Wiederholungsschleife arbeiten können: A-141-2 VCADSR, A-142-4 Quad Decay, A-143-1 Quad AD, A-143-2 Quad ADSR oder auch der A-171-2 VC Slew Processor. Bei diesen Modulen ist die „Schleifenbildung“ normalerweise sogar deutlich einfacher als mit einem Comparator.

Beim Einsatz als klangformender Waveshaper oder für rhythmische Experimente wird die Auswahl recht klein. Eigentlich gibt es da nur noch den neuen A-168-1 PWM-Generator, der aus einem eher puristisch gestalteten Comparator mit modulierbarem Offset besteht. Zusätzliche Funktionen wie Inverter usw. müsste man dann über andere Module ergänzen (vgl. auch die Beschreibung des A-168-1).

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-176 Control Voltage Source

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Das Modul A-176 Manual CV Source stellt drei manuell einstellbare Spannungsquellen zur Verfügung. Die beiden oberen Spannungsquellen verfügen über je zwei Regler zur Grob- und Feinabstimmung, sind also sehr gut zur Einstellung sehr empfindlicher Module wie VCAs geeignet.

Der Regelbereich jeder Spannungsquelle beträgt 5V, wobei man über Jumper jeweils einstellen kann, ob eine Spannung zwischen 0 und +5V oder zwischen -2,5V und +2,5V ausgegeben wird.

Bedienelemente

Ausgänge:

CTRL-A176-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A176-SW

Feineinstellung von VCOs

Die beiden Spannungsausgänge, die über eine Feinabstimmung verfügen, können gut für eine feine Einstellung der A-110-1 oder A-110-2 VCOs eingesetzt werden. Genaues Stimmen dieser VCOs ist ansonsten manchmal eine etwas „fummelige“ Angelegenheit – einmal den „Tune“-Regler berührt und schon ist der VCO ein paar Cent verstimmt. Zusätzlich kann der VCO dann auch auf größere Intervalle verstimmt werden, als das mit »Bordmitteln« möglich ist: Beim A-110-1 sind das nur etwa +/- 1/2 Oktave, beim A-110-2 über Jumper wahlweise auch bis zu 4 Oktaven, wobei dann eine Feinstimmug ohne Hilfsmittel wie den A-176 sehr schwer wird.

Einstellbarer Arbeitsbereich

Für jeden der drei Ausgänge kann über Jumper festgelegt werden, ob sie zwischen 0 V und + 5 V, oder zwischen -2,5 V und +2,5 V arbeiten.

Über die Jumper JP1 bis JP3 lassen sich für jede Spannungsquelle die Arbeitsbereiche zwischen 0 bis +5V (linke Position des Jumpers) und -2,5 bis +2,5V (rechte Position des Jumpers) einstellen.

Alternativen

Sofern die Feinjustierung nicht benötigt wird, gibt es eine Reihe weiterer manuell regelbarer Steuerspannungsquellen, die alternativ zum A-176 eingesetzt werden können:

  • Die Mischer A-138a, A-138b, A-138c und A-138m. Bei den Mischern (außer dem A-138m) kann man für eine Feinjustierung den „Out“-Regler auf einen kleinen Wert einstellen und dann die genaue Justierung über den „In 1“-Regler vornehmen.
  • A-183-2 Offset / Polarizer.
  • A-185-2 Precision Adder / Bus Access.

Ganz so praktisch wie das Original sind diese Alternativen freilich nicht. Aber vielleicht bringt Doepfer ja mal ein „Slim Line“-Modul mit 4 Spannungsquellen und je 2 Reglern auf den Markt…

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe240 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-126 Voltage Controlled Frequency Shifter

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Der VC Frequency Shifter ist leider nicht mehr lieferbar, da einer der eingesetzten Bausteine nicht mehr hergestellt wird. Grundsätzlich könnte die Aufgabe des fehlenden Bausteins allerdings von einem A-143-9 Quadrature LFO oder einem A-110-4 Quadrature Thru Zero VCO übernommen werden, so dass dieses besondere Modul theoretisch in modifizierter Form wieder produziert werden könnte (gebrauchte A-126 Module sind leider rar).

Was macht ein Frequency Shifter? Er kann die Frequenzen aller Partialtöne eines Klanges (das sind die einzelnen Sinus-Schwingungen, aus denen sich z.B. ein Sägezahn zusammensetzt) um eine bestimmte Frequenz (zwischen ca. 50 Hz und 4 kHz) nach oben oder unten verschieben. Das verändert unter Umständen drastisch das Verhältnis dieser Partialtöne zueinander! Der erste Oberton einer harmonischen Partialtonreihe hat z.B. die doppelte Frequenz des Grundtons, das wären dann 880 Hz bei einem Grundton von 440 Hz. Das ist der Abstand von genau einer Oktave. Werden nun beide um 100 Hz nach oben verschoben, dann bekommen wir 980 Hz und 540 Hz – und haben damit keinen Oktavabstand mehr! Der Klang verändert sich stark und wird in der Regel als »metallisch« wahrgenommen, ähnlich einem Ringmodulator, aber feiner dosierbar.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A126-IN

Ausgänge:

CTRL-A126-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A126-SW

Metallisches, fein abgestimmt

Ein Sägezahn aus einem A-110-1 im A-126 »verschoben«: zu sehen ist die Schwingungsform aus dem Ausgang »Mix Output«, der »Mix«-Regler ist etwa in der Mitte.

Aufgrund der (meistens) nichtharmonischen Obertöne kann der Frequency Shifter eine breite Palette metallischer Klänge erzeugen und eignet sich dabei auch gut für die Verfremdung von »natürlichem« Audiomaterial. Die getrennten Ausgänge für »Down Output« und »Up Output« lassen zusätzliche Varianten der Klangbearbeitung zu.

Steuerung über den Quadrature LFO (Modifikation)

Ein Sägezahn aus einem A-110-1 im A-126 mit extrem langsamer Steuerfrequenz aus einem A-143-9 Quadrature LFO »verschoben«.

Das Modul kann modifiziert werden, so dass an Stelle des internen Quadrature LFOs ein A-143-9 angeschlossen werden kann: Der A-143-9 QLFO kann noch deutlich niedrigere Frequenzen (und damit kleinere Frequenzverschiebungen mit dem A-126) erzeugen als der eingebaute QLFO. Damit sind sehr schöne tremoloartige Schwebungen möglich.

Klangbeispiele

Einige der Klangbeispiele nutzen die oben erwähnte Modifikation, um externe Sinus/Cosinus-Modulationsquellen (mit sehr niedriger Frequenz) einzusetzen. Auf dem linken Stereokanal hören wir immer den reinen „Down“-Ausgang, rechts den „Up“-Ausgang.

Ein Sägezahn aus einem A-110 VCO, interne Modulation.
Gleicher Sägezahn, diesmal moduliert durch einen langsamen A-143-9 Quadrature LFO.
Hier ein Sinus aus einem A-110-1, um Nebeneffekte durch das Shiften der Obertöne zu vermeiden. Man hört deutlich, dass der linke Kanal nach Durchfahren eines „Nullpunktes“ wieder in der Frequenz zunimmt. Die Modulation erfolgt wieder durch einen A-143-9.
Wieder ein Sägezahn aus dem A-110-1, diesmal nicht durch einen Sinus/Cosinus moduliert, sondern durch das Trapezoid und 90 Grad phasenverschobene Trapezoid eines A-110-6.
Wieder der Sägezahn, hier moduliert durch die Rechteck-Ausgänge (original und 90 Grad phasenverschoben) eines A-110-6. Man hört deutliche Knackser als Störgeräusche durch die harte ansteigenden Flanken der Modulationsquellen.
Auch Rauschen (hier White Noise aus einem A-118-1) lässt sich im Frequency Shifter interessant bearbeiten (interne Modulationsquelle des A-126).

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe105 mm
Strombedarf80 mA (+12V) / -50 mA (-12V)

A-165 Dual Trigger Inverter / Modifier / Level Shifter

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Der A-165 Dual Trigger Inverter / Modifier ist ein praktisches kleines Modul, mit dem man Trigger und Gates invertieren kann.

Dabei werden in zwei identischen Teilmodulen »An« und »Aus« einfach vertauscht, das invertierte Signal ist keine negative Spannung, sondern wieder ein »normales« Gatesignal.

Zusätzlich kann aus der steigenden und aus der fallenden Flanke eines Gates je ein Trigger gewonnen werden. Das funktioniert auch mit Audiomaterial und erzeugt sehr interessante Ergebnisse!

Bedienelemente

Eingänge (für jedes Teilmodul):

CTRL-A165-IN

Ausgänge (für jedes Teilmodul):

CTRL-A165-OUT

Verdoppelung des Clocksignals

Einen Patch für einen »swingenden« Sequencer mit dem A-165 und einem A-146 LFO finden Sie beim A-146 Low Frequency Oscillator LFO 2. Bei steigenden und fallenden Flanken der Gatesignale aus dem Sequencer werden jeweils Trigger erzeugt.

Über eine A-155 Sequenz, die bereits die 8 Schritte voll ausnutzt (z.B. Bassdrum auf 1, 5 und 8, Snare auf 3 usw.) soll eine doppelt so schnelle Hihat (Sechzehntel) gelegt werden. Eine Verdoppelung der Sequencer­geschwindigkeit würde den Takt halbieren, also wird mit Hilfe eines A-165 das Clocksignal des Sequencers verdoppelt und für die Hihat verwendet.

Töne beim Loslassen einer Taste

Mit dem invertierten Gate kann man zwei unterschiedliche »Stimmen« des Modularsystems bei gedrückter und bei losgelassener Taste starten (die Stimme bei losgelassener Taste z.B. 2 Oktaven tiefer und klanglich etwas anders).

Der A-165 Trigger Modifier erzeugt ein invertiertes Gatesignal beim Loslassen einer Taste (oder einer vergleichbaren Quelle für Gatesignale). Das invertierte Gate wird zur Steuerung einer zweiten A-111-5 Mini Synthesizer Voice verwendet.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe35 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -0 mA (-12V)

A-187-1 Voltage Controlled DSP Effects

Das Modul ist nicht mehr lieferbar.

Das DSP-Modul bietet einfache Digital-Effekte wie Delay, Chorus, Hall, Equalizer und Pitch Shifter an. Im Gegensatz zum A-112 liegen hier jedoch Wandler mit 20 Bit Auflösung vor. Die Samplingfrequenz beträgt 32 kHz, damit ist ein Frequenzgang bis ca. 16 kHz erreichbar.

Zentrales Element des Moduls ist ein zweizeiliges Display, das in der oberen Zeile den ausgewählten Effekt anzeigt, darunter vier manuell und per Steuerspannung veränderbare Parameter (z.B. Verzögerungszeit, Ausgangslautstärke usw.), sowie als Säulengrafik die aktuellen Ausprägungen dieser Parameter. Für jeden der vier Parameter gibt es einen Regler zur manuellen Einstellung, einen Abschwächer für eine Steuerspannung und einen Steuerspannungs­eingang.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A187-1-IN

Ausgänge:

CTRL-A187-1-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A187-1-SW

Standardeinsatz

Das Modul lässt sich gut am Ende der Signalkette einsetzen, um z.B. eine Synthesizerstimme zu »würzen«. Die folgenden Effekte stehen dafür zur Verfügung:

Name:Parameter 1:Parameter 2:Parameter 3:Parameter 4:
Equalizer 1Amplitude für das Frequenzband um 31 Hz (-24 dB bis +12 dB für alle Equalizer)Amplitude für das Frequenzband um 62 HzAmplitude für das Frequenzband um 125 HzAmplitude für das Frequenzband um 250 Hz
Equalizer 2Amplitude für das Frequenzband um 250 HzAmplitude für das Frequenzband um 500 HzAmplitude für das Frequenzband um 1 kHzAmplitude für das Frequenzband um 2 kHz
Equalizer 3Amplitude für das Frequenzband um 2 kHzAmplitude für das Frequenzband um 4 kHzAmplitude für das Frequenzband um 8 kHzAmplitude für das Frequenzband um 12 kHz
DistortionInput LevelResonance des FiltersVCF EckfrequenzDepth – Intensität der Verzerrung
Pitch ShifterShift – Umfang der Verschiebung (+/-12 Halbtöne)Resonance des FiltersVCF EckfrequenzBalance zwischen Original und Effektsignal
ReverbPredelay – Verzögerung vor dem Hall (ca. 0-50ms)Reverb Time – Nachhallzeit (ca. 40 – 500 ms)High Damp – Ausmaß der Dämpfung höherer FrequenzenVolume des Effekt-Signals
EchoTime – Verzögerungszeit (ca. 1 – 165 ms)Feedback – Ausmaß der RückkopplungHigh Damp – Ausmaß der Dämpfung höherer FrequenzenVolume des Effekt-Signals
Chorus / Flanger / Echo 1Delay – Verzögerungszeit (ca. 1 – 41 ms)Feedback – Ausmaß der RückkopplungRate – Geschwindigkeit der Modulation der Verzögerungszeit (ca. 0,025 Hz – 12,5 Hz)Depth – Intensität der Modulation der Verzögerungszeit
Chorus / Flanger / Echo 2Delay – Verzögerungszeit (ca. 1– 41 ms)Feedback – Ausmaß der RückkopplungRate – Geschwindigkeit der Modulation der Verzögerungszeit (ca. 0,025 Hz – 12,5 Hz)Volume des Effekt-Signals
Delay & Reverb 1Delay – Verzögerungszeit des Delays (ca. 1 – 165 ms)Feedback – Ausmaß der Rückkopplung des DelaysTime – Nachhallzeit des Reverbs (ca. 40 – 500 ms)Volume des Effekt-Signals
Delay & Reverb 2Feedback – Ausmaß der Rückkopplung des DelaysVolume des Effekt-Signals (Delay)Time – Nachhallzeit des Reverbs (ca. 40 – 500 ms)Volume des Effekt-Signals (Reverb)
Chorus & DelayFeedback – Ausmaß der Rückkopplung des ChorusVolume des Effekt-Signals (Chorus)Feedback – Ausmaß der Rückkopplung des DelaysVolume des Effekt-Signals (Delay)

Interne Audiowege

Bei den Equalizern 1-3, Distortion und Pitch Shifter bleiben sowohl Eingangssignal als auch Effektsignal jeweils separat auf Kanal 1 oder 2 (d.h. hier haben wir im Grunde 2 x Mono mit gemeinsamer Steuerung).

Bei Reverb, Echo, Chorus / Flanger / Echo1+2, Delay & Reverb 1+2, sowie Chorus & Delay bleibt zwar das Eingangssignal jeweils an den Ausgängen auf seinem ursprünglichen Kanal (1 oder 2). Der Effektanteil wird dagegen bei diesen Effekten immer auf beide Ausgänge verteilt, teils ist das über »Volume«-Regler einstellbar.

Für Echo und Hall fast zu schade

Die LFOs eines A-143-3 modulieren das A-187-1 DSP Modul (z.B. Equalizer), in das weißes Rauschen geleitet wird.

Der Einsatz als simples Echo- oder Hallgerät wäre fast zu schade – immerhin lassen sich ja mehrere Parameter über Steuerspannungen beeinflussen. Die Equalizer können z.B. sehr gut eingesetzt werden, um Rauschen dynamisch zu formen – der Einsatz mit einem langsam eingestellten A-143-3 Quad LFO bietet sich hier an:

Klangbeispiele

Wir verwenden hier ein Stereo Setup, das bewusst von der Idee „leiten wir einfach eine Synthesizerstimme in das Modul“ abweicht, um die Möglichkeiten des A-187-1 zu zeigen, mit zwei unabhängigen Audioquellen zu arbeiten. Je 3 A-110-1 VCOs für den linken und den rechten Kanal (Sägezahn-Ausgänge, je einer der 3 VCOs ist 1 Oktave nach unten transponiert) werden von zwei A-155 / A-156 Sequencern gesteuert, die im Takt synchronisiert sind. Die beiden VCO-Mischungen gehen zunächst in je einen A-132-3 VCAs, die beide von je einem A-140 ADSR gesteuert werden. Die Ausgangssignale der beiden VCAs werden in Audio In 1 und Audio In 2 des A-187-1 gespeist.

Die vier Parameter des Moduls werden durch vier unabhängige Dreiecks-LFOs aus einem A-143-3 moduliert. Die beiden Audioausgänge sind schließlich wieder mit zwei A-132-3 VCAs verbunden, die von weiteren 2 A-140 ADSRs gesteuert werden, hier allerdings mit etwas längerer Ausklingzeit, um z.B. Delays und Reverb deutlicher zu hören. Alle ADSR-Generatoren werden durch die beiden A-155 Sequencer getriggert. Ein Filter kommt hier bewusst nicht zum Einsatz.

Equalizer 1.
Equalizer 2.
Equalizer 3.
Distortion.
Pitchshifter.
Reverb.
Echo.
Chorus / Flanger / Echo 1.
Chorus / Flanger / Echo 2.
Delay / Reverb 1.
Delay / Reverb 2.
Chorus / Delay.

Technische Daten

Breite18 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf200 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-174-1 Joy Stick

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Der A-174-1 Joystick ist ein sehr bequemes Hilfsmittel, um zwei Steuerspannungen zu erzeugen und gleichzeitig manuell zu steuern.

Bedienelemente

Ausgänge:

CTRL-A174-1-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A174-1-SW

Standardeinsatz

Der A-174 Joystick steuert gleichzeitig Frequenz und Amplitude des A-147 VC LFOs.

Ein Beispiel für die gleichzeitige Steuerung von zwei Parametern: Frequenz und Amplitude eines VC LFOs, der über einen A-130 VCA verstärkt wird. Da der VCA nicht »negativ verstärken« kann, wird beim A-130 mit »Gain« eine Grundverstärkung eingestellt, die der Joystick mit negativer Spannung dann vermindern kann.

Überblenden oder verteilen

Mit einem Joystick, zwei A-134-1 Pannern / Crossfadern (oder einem A-134-2) können vier Klangquellen (z.B. VCO-Ausgänge für verschiedene Schwingungsformen) ineinander überblendet werden.

Umgekehrt kann mit einem Joystick, drei A-134-1 Pannern und einem Multiple ein Klang für quadrophone Verstärkung aufbereitet werden.

Rückstellfedern

Die Rückstellfedern des Joysticks können durchtrennt werden, wenn der Hebel nicht mehr automatisch an die Mittelposition zurückkehren soll. Dieser Eingriff ist allerdings nicht mehr rückgängig zu machen.

Technische Daten

Breite10 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-123 24dB High Pass

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Von allen Modulen, die aus dem einen oder anderen Grund nicht mehr produziert werden (meist war es die mangelnde Verfügbarkeit bestimmter Curtis-Chips, wie hier der CEM3320), war das A-123-Filter wahrscheinlich am schwierigsten zu ersetzen. Es gab schlichtweg keine anderen 24dB-Hochpassfilter, weder bei Doepfer noch bei anderen Herstellern.

Mittlerweile hat Doepfer mit dem A-123-2 allerdings einen Nachfolger auf den Markt gebracht, der auf einem Nachbau des CEM3320 basiert und im Funktionsumfang gegenüber dem ursprünglichen Modul deutlich erweitert wurde.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A123-IN

Ausgänge:

CTRL-A123-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A123-SW

Einsatz

Es erscheint zunächst etwas paradox: Ein Hochpassfilter (mit Resonanz!) kann man natürlich zum „Ausdünnen“ eines Signals verwenden, aber gleichzeitig auch, um ein Signal gezielt über die Eigenschwingung des Filters „anzudicken“ – wenn sich die Eckfrequenz des Filters in einem dafür geeigneten Frequenzbereich befindet.

Dazu wird eine relativ hohe Resonanz eingestellt, die Eckfrequenz sollte nicht allzu hoch sein und auch die Modulation der Eckfrequenz sollte eher moderat bleiben.

Klangbeispiele

Nachdem es mit dem A-123-2 einen gut ausgestatteten Nachfolger gibt, stellt sich die Frage, ob sich die beiden Module signifikant unterscheiden. Vorweg: Die Unterschiede scheinen mir eher marginal zu sein und stammen wahrscheinlich von unterschiedlicher Feinabstimmung der Module.

Als Eingangsmaterial verwende ich wieder 3 A-110-1 VCOs mit ihren Sägezahnschwingungen, eine davon ist 1 Oktave nach unten transponiert. Die Mischung geht gleichermaßen in das A-123 und das A-123-2 Filter. Die Selbstresonanz beider Filter wurde zuvor auf die gleiche Tonhöhe gestimmt. Beide Filter, sowie die nachgeschalteten A-132-3 VCAs werden vom gleichen A-140 ADSR moduliert.

Wir hören jeweils das A-123 Filter auf der linken Seite, das A-123-2 Filter auf der rechten Seite. Ich starte mit einem Eingangslevel von 5 (der noch nicht verzerren sollte) und einer Resonanz (bzw „Q“ beim A-123-2) von 0. Während ein einfaches Arpeggio spielt, fahre ich manuell die Filtereckfrequenz von unten nach oben und zurück – für beide Filter spannungsgesteuert, damit die Eckfrequenzen in etwa parallel verlaufen.

Im zweiten Durchgang ist das Eingangslevel wieder 5, die Resonanz aber auf 5 erhöht. Wieder der manuelle Filtersweep von unten nach oben und zurück.

Im dritten Durchgang ist das Eingangslevel noch immer bei 5, die resonanz ist aber auf 10 erhöht – gleicher Filtersweep wie zuvor.

Vierter Durchgang: Eingangslevel ist jetzt 10, Resonanz wieder auf 0 reduziert, gleicher Filtersweep wie zuvor.

Fünfter Durchgang: Eingangslevel 10, Resonanz 5, Filtersweep.

Sechster Durchgang: Eingangslevel 10, Resonanz 10, Filtersweep.

Zum Abschluss führe ich nochmal den Filtersweep mit Resonanz 10, aber ohne Eingangssignal (Level = 0) durch, um die pure Eigenresonanz zu demonstrieren.

Links: A-123, rechts: A-123-2. Zum Vergleich wird der 24 dB – Ausgang des A-123-2 verwendet.

Alternativen

Die naheliegendste Alternative ist der Nachfolger A-123-2, der zusätzliche Ausgänge für 18, 12 und 6 dB bietet.

Ansonsten wird man sich normalerweise mit einem 12dB-Hochpassfilter gut behelfen können, zumal es hier etwa mit dem A-121-2 auch Modelle mit der Möglichkeit der Selbstoszillation gibt, die das A-123 natürlich ebenso beherrscht hat. Um den klanglichen Unterschied zwischen 24dB und 12dB Hochpass zu verringern, kann man natürlich auch zwei A-121-2 in Reihe schalten, hat dann allerdings viel Material „im Rennen“ und muss die Eckfrequenzen und andere Parameter der beiden Filter sehr fein angleichen, ganz zu schweigen von Multiples für die parallele Ansteuerung per Steuerspannung.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-175 Dual Voltage Inverter

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Dieses extrem einfache Modul gehört zur obligatorischen Ausstattung der meisten Modulsysteme.

Die beiden Teilmodule sind identisch aufgebaut und verfügen neben Ein- und Ausgang über keine weiteren Bedienelemente.

Bedienelemente

Eingänge (für jedes Teilmodul):

CTRL-A175-IN

Ausgänge (für jedes Teilmodul):

CTRL-A175-OUT

Invertierter Sägezahn (LFO)

Das Sägezahnsignal aus dem A-143-3 LFO wird mit dem A-175 invertiert, so dass nun auch eine fallende Flanke zur Verfügung steht.

Viele LFOs bieten keinen invertierten Sägezahn an. Während die Polung des Sägezahns bei VCOs nur in Ausnahmefällen relevant – d.h. hörbar – ist, klingen Modulationen durch steigende oder fallende Sägezahnschwingungen praktisch immer deutlich unterschiedlich.

Hier kann leicht mit einem A-175 Abhilfe geschaffen werden.

Invertierte Tastatur

Joe Zawinul hatte manchmal die Tastatur für seinen ARP 2600 umgekehrt gepolt, so dass die tiefen Töne auf der Tastatur oben lagen und die hohen Töne unten. Das lässt sich mit einem A-175 schön nachempfinden.

Die Steuerspannung aus einer Tastatur lässt sich mit einem A-175 invertieren. Zwischen Inverter und VCO ist noch ein Offsetgenerator (A-183-2) erforderlich: Er fügt eine konstante Spannung hinzu, so dass auch »hohe Tasten« nicht negative Spannungen verursachen (mit denen der VCO nicht viel anfangen kann), sondern mindestens 0 Volt.

Alternativen

Nachdem das Modul leider künftig nicht mehr gebaut wird, stellt sich die Frage nach den Alternativen besonders deutlich.

Zunächst kann man natürlich jeden polarisierenden Mixer (A-138c oder A-138m) oder auch den komplex aufgebauten A-138e Crossfader einsetzen. Eine andere Möglichkeit wären die A-133 oder A-133-2 Dual VC Polarizer, die zudem spannungsgesteuert sind (wer auf die Spannungssteuerung verzichten kann, ist stattdessen mit dem 4 TE schmalen A-183-2 Offset/Attenuator/Polarizer gut versorgt).

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe35 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-111-1 High End VCO

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Der A-111-1 war das High End – Modell unter Doepfers Oszillatoren und ist nur noch auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich. Das Nachfolgemodell ist der A-111-2. Im Vergleich etwa zum A-110-1 oder A-110-2 bietet der A-111-1 erweiterte Möglichkeiten zur Synchronisation, einen zusätzlichen Eingang für lineare Frequenzmodulation, sowie einen umfangreicheren Frequenzbereich (12 Oktaven, im Vergleich zu 10 Oktaven beim A-110-1).

Darüber hinaus hat der A-111-1 einen geringfügig anderen Grundklang als der A-110-1 oder A-110-2, die Schwingungsformen (insbesondere Sinus, Dreieck) werden hier zum Teil exakter erzeugt. Der Sägezahn ist übrigens (entgegen der Beschriftung auf dem Panel) ein ansteigender Sägezahn und kein fallender wie beim A-110-1. Das ändert nichts am Klang per se, ist aber interessant bei synchronisierter Mischung mit einem A-110-1-Sägezahn, die dann etwas anders klingt als bei zwei A-110-1. Ansonsten ist auch hier das Sinussignal kein »mathematisch exakter Sinus«, sondern wird aus dem Dreieck-Kern über eine einfache Diodenschaltung gewonnen. Der Nachfolger A-111-2 hat eine überarbeitete Schaltung, die aus dem Dreieck ein deutlich exakteres Sinus-Signal gewinnt.

Wie sieht diese graue Schwingungstheorie nun auf dem Oszilloskop aus?

Sägezahn (aufsteigend)
Puls
Dreieck
Sinus
Rechteck

Ein wenig »sauberer« als der A-110-1 ist der A-111-1 durchaus, aber etwas weniger »exakt«, als man vielleicht erwartet hätte. Klingt er nun auch besser als der A-110-1? »Edler«? Teurer? Ein Bösendorfer-Flügel klingt anders als ein Steinway, aber welcher ist der Bessere? Wie immer ist das ganz klar Geschmackssache und Frage des Einsatzgebiets. Die klanglichen Unterschiede zwischen Oszillatoren sind ansonsten meist deutlich geringer als diejenigen zwischen verschiedenen Filtern.

Der integrierte Schaltkreis CEM3340 (von der Firma Curtis), auf dem der A-111-1 basiert, wurde übrigens bei einigen recht bekannten Synthesizern eingesetzt: Crumar Spirit, Moog Memorymoog, Oberheim OBXa, OBSX, OB8, Roland Jupiter-6, Roland SH-101, Roland MC-202, Roland MKS-80 (rev 4), Sequential Pro-One, Sequential Prophet-5 rev 3, Sequential Prophet-10, Sequential Prophet-600, Sequential T8, Synton Syrinx.

Leider wird dieser integrierte Schaltkreis nicht mehr hergestellt, so dass die Produktion des Moduls eingestellt werden musste.

Bedienelemente

Eingänge:

Systembus: Wie auch beim A-110 ist die Tonhöhe des A-111 über eine am Systembus anliegende Spannung steuerbar. Der Systembus lässt sich mit einem A-185-1 oder A-185-2 ansprechen.

CTRL-A111-1-IN

Ausgänge:

CTRL-A111-1-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A111-1-SW

Sync und lineare FM sind die Stärken des A-111-1

Das Standardeinsatzgebiet des A-111-1 ist vergleichbar mit dem des A-110-1. Aufgrund des deutlich höheren Preises wird er aber sinnvoller für Aufgaben eingesetzt, bei denen er seine speziellen Stärken ausspielen kann: Andere Färbungen bei der Synchronisation, lineare Frequenzmodulation.

Hardsync mit A-111-1.
(Hard-) Sync mit A-110-1 (gleiche Einstellungen bei beiden VCOs).

An den Abbildungen ist gut zu erkennen, dass man bei den beiden Arten der Synchronisation nicht von »besser« oder »schlechter« sprechen kann: Der A-111-1 produziert hier klanglich weitgehend eine Dreieckschwingung mit höherer Frequenz, während der A-110-1 sich schon stark in Richtung »Sägezahn« bewegt, was deutlich mehr Obertöne bedeutet.

Softsync in Verbindung mit FM

Lineare Frequenzmodulation und Softsync.

Die Verbindung aus Softsync und linearer FM ermöglicht phasenstarre Schwingungen zwischen Carrier (dem modulierten VCO) und Modulator – das ist »beinahe« schon so, wie man es von digitalen FM-Synthesizern kennt.

Alle Tipps, die beim A-110-1 Standard VCO beschrieben sind, funktionieren natürlich auch mit dem A-111-1.

Probleme mit anderen Modulen

Bei manchen Modulen, wie z.B. den Frequenzteilern A-115 und A-160-1, sowie beim »EXT CLC«-Eingang im A-117 gibt es mit dem A-111-1 Probleme: Ein paar Sekunden lang wird ein Ausgangssignal aus den Frequenzteilern produziert, dann ist Schluss. Die Ursache liegt in einem technischen Detail (Wechselspannungskoppelung des A-111-1 Ausgangs), das in der aktuellen Produktion (etwa seit Frühjahr 2011) behoben ist.

Bei älteren Modulen kann man einfach einen passiven Abschwächer (der gar nichts abschwächen muss) oder ein fast beliebiges anderes Modul dazwischenschalten, dann ist das Problem behoben.

Alternativen

Die naheliegendste Alternative ist natürlich der direkte Nachfolger A-111-2. neben allen Features des A-111-1 bietet er zusätzlich einen Umschalter zwischen VCO- und LFO-Modus sowie eine verbesserte Schaltung zur Erzeugung der Sinusschwingung aus dem Dreiecks-Kern.

Daneben gibt es den A-111 noch in einer einfacher ausgestatteten Version A-111-3, die auf nur 4 TE erstaunlich viele der Features des A-111-2 mitbringt, lediglich auf den Sinus muss man verzichten (aber selbst den den kann man sich mit dem Sine Converter A-184-2 auf weiteren 4 TE ergänzen). Ganze vier dieser Mini-VCOs sind im Modul A-111-4 untergebracht, der z.B. für polyphone Anwendungen eine gute Basis liefert.

Technische Daten

Breite14 TE
Tiefe65 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -20 mA (-12V)