A-121-2 12 dB Multimode Filter

Wie sein Vorgänger A-121 ist das A-121-2-Filter ein Multimode-Filter mit 12dB Flankensteilheit, das getrennte Ausgänge für Hochpass, Tiefpass, Bandpass und Notch (Bandsperre) bietet. Technisch ist das Filter ein direkter Ableger aus dem Synthesizer „Dark Energy II“, der im Prinzip die gleiche Schaltung verwendet.

Wie klingt es? Fein, rund, angenehm und hat damit klanglich kaum mehr etwas mit dem eher rauen Vorgänger A-121 gemeinsam. Auch hier kann die Resonanz bis zur Selbstoszillation erhöht werden, die dann ein Sinus-Signal erzeugt. Im Gegensatz zum „Dark Energy II“ ist eine Spannungssteuerung für die Resonanz vorhanden. Zudem wurde die Eingangsverstärkung gegenüber dem A-121 erhöht, so dass jetzt auch mit moderaten Eingangspegeln eine deutliche Verzerrung möglich ist.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A121-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A121-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A121-2-SW

Einsatzmöglichkeiten?

Das Filter hat grundsätzlich ein sehr vergleichbares Einsatzspektrum wie sein Vorgänger A-121 (siehe dort). Im Gegensatz zu diesem ist es jedoch etwas runder und „schöner“ im Klang, dafür mit größerem Spielraum zum Übersteuern der Eingangssignale ausgestattet.

Klangbeispiele

In den folgenden Klangbeispielen möchte ich den A-121-2 direkt mit seinem Vorgänger A-121 vergleichen. Beide Filter werden von 3 A-110-1 VCOs gespeist (Sägezahn-Ausgänge, ein VCO ist 1 Oktave nach unten transponiert), ein A-155 Sequencer steuert die VCOs und zwei A-140 ADSR-Generatoren, die das Filter bzw. den nachgeschalteten A-132-3 VCA steuern.

bei jedem Durchgang starte ich mit maximaler Filtereckfrequenz, die ich manuell auf „0“ drehe und danach wieder zurück zum Maximum. Alle Einstellungen sind gleich, aufgrund der deutlich höheren Eingangsverstärkung des A-121-2 ist dort der Aufnahmepegel etwas reduziert, um Übersteuerungen zu vermeiden.

Für jeden Filtermodus gibt es einen Durchlauf mit Resonanz (bzw. „Q“) auf 0, 5 und 10. Der Input Level ist dabei jeweils in Mittelstellung auf 5. Bei einem vierten Durchlauf ist der Input Level auf 10 (und sorgt damit für Verzerrung des Eingangssignals), die Resonanz/Q steht dabei auf 5.

Notch-Filter:

A-121: Resonance = 0.
A-121-2: Resonance =0.
A-121: Resonance = 5.
A-121-2: Resonance = 5.
A-121: Resonance = 10.
A-121-2: Resonance = 10.
A-121: Input Level = 10 (Res. 5).
A-121-2: Input Level = 10 (Res. 5).

Highpass-Filter:

A-121: Resonance = 0.
A-121-2: Resonance = 0.
A-121: Resonance = 5.
A-121-2: Resonance = 5.
A-121: Resonance = 10.
A-121-2: Resonance = 10.
A-121: Input Level = 10 (Res. 5)
A-121-2: Input Level = 10 (Res. 5).

Bandpass-Filter:

A-121: Resonance = 0.
A-121-2: Resonance = 0.
A-121: Resonance = 5.
A-121-2: Resonance = 5.
A-121: Resonance = 10.
A-121-2: Resonance = 10.
A-121: Input Level = 10 (Res. 5)
A-121-2: Input Level = 10 (Res. 5).

Lowpass-Filter:

A-121: Resonance = 0.
A-121-2: Resonance = 0.
A-121: Resonance = 5.
A-121-2: Resonance = 5.
A-121: Resonance = 10.
A-121-2: Resonance = 10.
A-121: Input Level = 10 (Res. 5)
A-121-2: Input Level = 10 (Res. 5)

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -40 mA (-12V)

A-108 6/12/24/48dB Low Pass Filter

Wie das A-120 basiert auch das A-108 Filter auf der Moog Transistorkaskade, verwendet aber nicht nur 4 Pole, sondern 8 und kann daher maximal eine Flanken­steilheit von 48 dB aufweisen. Das klingt zunächst sensationell, ist im realen Synthesizerleben aber gar nicht so extrem spektakulär. Auffällig ist allerdings der phantastische und stets sehr „musikalische“ Grundklang des Moduls – und zwar in allen verfügbarten Filtermodi. Die Filtermodi sind: Bandpass, 6 dB Lowpass, 12 dB Lowpass, 24 dB Lowpass und eben 48 dB Lowpass. Speziell auch das 6 dB Lowpass Filter kann „zartest schmelzende Flächenklänge“ erschaffen und wäre bestimmt ein Highlight in jedem polyphonen Synthesizer.

Ansonsten ist das Modul vom Grundcharakter ein Filter für „klassische“ Synthesizerklänge, die durchaus an Moog erinnern und dabei sehr schön in die Sättigung gefahren werden können (was einen guten Teil des „vintage“-Klanges ausmacht), das aber deutlich vielseitiger ist als die „Originale“.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A108-IN

Ausgänge:

CTRL-A108-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A108-SW

So ähnlich wie Moog … ?

Das A-108 ist sehr gut für alles, was „Moog-ähnlich“ klingen soll. Beim Einsatz als 24dB, 12dB oder 6dB Filter kann man die Ausgänge splitten und in den Feedbackeingang zurückführen – als Standard ist dort der 48dB-Ausgang geschaltet. Allerdings klingt ein 12 dB Filter mit 48dB Feedback auch nicht schlecht – ausprobieren!

Eine naheliegende Anwendung ist das Mischen oder Überblenden der verschiedenen Flankensteilheiten. Mit einem spannungsgesteuerten Mixer und dem Morphing-Controller lässt sich sogar spannungsgesteuerte Flankensteilheit realisieren (analog zum Morphing-Patch beim A-106-6).

Andere Flankensteilheiten per Jumper

Bei Bedarf kann intern per Jumper die Flankensteilheit der Einzelausgänge verändert werden. So kann der zweite Ausgang (12 dB) auch auf 18 dB gelegt werden, der dritte (24 dB) auch auf 30 dB oder 36 dB und der vierte (48 dB) kann bei Bedarf auf 42 dB geändert werden.

Mit den Jumpern auf der Platine kann die Flankensteilheit der Ausgänge geändert werden. Es werden immer paarweise Jumper versetzt (in der Abbildung gemeinsam umrandet).

Filter für BBDs

Der 48 dB Modus ist zusätzlich noch für einen ganz anderen Zweck interessant: Die große Flankensteilheit kann durchaus „chirurgisch“ die Frequenzen abschneiden, die z.B. durch den internen Oszillator eines analogen Delays (BBD Module A-188-1 und A-188-2) bei sehr langen Verzögerungen entstehen, ohne dabei allzu viel vom „Nutzsignal“ abzuschneiden.

Spannungsgesteuerte Resonanz

Auch wenn das Filter selbst keinen Steuerspannungseingang für die Resonanz besitzt, kann man mit Hilfe eines VCAs eine spannungsgesteuerte Resonanz realisieren. Dazu wird der offene Feedbackweg des Moduls genutzt:

Das 12dB-Ausgangssignal wird mit einem Multiple gesplittet und über einen VCA kontrolliert wieder in den Feedbackweg eingeleitet. Die Resonanz wird somit durch einen A-140 ADSR gesteuert.

Klangbeispiele

Das Klangbeispiel verwendet wieder 3 A-110-1 VCOs als Eingangssignal (Sägezahn, ein VCO ist 1 Oktave nach unten transponiert), ich verwende Filter Key Tracking und ADSR Modulation des Filters mit unterschiedlicher Intensität. Die fünf verschiedenen Ausgänge des A-108 sind wie folgt zu hören:

  1. 48 dB Tiefpass (ab 0’00” und 4’05”),
  2. 24 dB Tiefpass (ab 1’00” und 4’24”),
  3. 12 dB Tiefpass (ab 1’42” und 5’00”),
  4. 6 dB Tiefpass (ab 2’20” und 5’27”) und
  5. Bandpass Filter (ab 3’00” und 5’48”).

Jedes mal starte ich ohne Resonanz (hier „Emphasis genannt, schließlich handelt es sich um einen Moog-Nachbau) und erhöhe bis zur vollen Resonanz . Beim Bandpassfilter wird auch die Filtereckfrequenz manuell verändert. Danach wird der gleiche Ablauf wiederholt, diesmal mit maximalem Eingangslevel, um die schöne Verzerrung zu verdeutlichen. Die VCOs werden von einem A-155 Sequencer gesteuert.

Technische Daten

Breite12 TE
Tiefe75 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -40 mA (-12V)

A-107 Multitype Morphing Filter

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Das A-107 war im Grunde ein Xpander Filter (A-106-6) mit stark erweiterten Filtermodi (36 Stück, statt „nur“ 16) und einer digitalen Steuerung für das Morphing zwischen verschiedenen Filtermodi. Das Filter selbst ist natürlich rein analog.

Das A-107 arbeitet mit »Filter-Chains«: Eine solche Kette besteht aus einer Reihe von 32 Filtermodi, die stufenweise »durchfahren« werden können. Zum Weiterschalten auf die nächste programmierte Stufe dienen entweder Trigger-Eingänge (»Step Clock« für den nächsten Schritt bzw. »Step Reset« zur Rückkehr auf den ersten Schritt) oder alternativ CV-Eingänge (je höher die Steuer­spannung, desto höher die angewählte Stufe in der Filter-Chain).

Der Übergang zwischen den Stufen kann vom harten Umschalten bis zum langsamen »Morphing« geregelt werden (ebenfalls über Steuerspannung oder manuell).

Die Filtertypen lassen sich in praktisch beliebiger Reihenfolge als »Chain« vorbereiten und abspeichern. Lediglich der Wechsel zwischen Filtertypen ohne Selbstoszillation (Nr. 1- 18) und solchen mit Selbstoszillation (Nr. 19-36) muss ohne Morphing auskommen, hier ist aus technischen Gründen nur Umschalten möglich. 64 solcher »Filter-Chains« lassen sich permanent abspeichern.

Bedienelemente

Das Filter hat 5 Sektionen zur Steuerung seiner Parameter, die jeweils identisch aufgebaut sind:

  1. Step zur Kontrolle der Position innerhalb der »Filter-Chain« (und damit für die Auswahl des Filtermodus).
  2. Mit Morph wird die Geschwindigkeit der Überblendung zwischen den Filtermodi bestimmt (ca. im Bereich von 0 bis 5 Sekunden steuerbar).
  3. Über die Frequ.-Sektion wird die Eckfrequenz bestimmt.
  4. Die Res.-Sektion dient zur Steuerung der Filterresonanz.
  5. Mit Amp. kann die Verstärkung des Filters (über einen VCA, der am Ausgang des Filters liegt) beeinflusst werden – das ist recht nützlich, da die Filtermodi aus technischen Gründen teils unterschiedlich laut sind, und man hier noch Anpassungen vornehmen kann.

Steuerung der 5 Parameter

Diese 5 Parameter haben alle die gleichen Bedienelemente – je 2 CV-Eingänge, ein Abschwächer für CV2 und einen manuellen Regler (hier am Beispiel der Bedienelemente für „Step“):

CTRL-A107-General-1

Weitere Eingänge

CTRL-A107-IN

Weitere Ausgänge:

CTRL-A107-OUT

Weitere Regler / Schalter (Display Mode und Programmierung):

Mit der Programmiersektion können sogenannte „Chains“ erstellt werden: Das sind festgelegte Abfolgen, bei denen für 32 „Steps“ jeweils ein Filtertyp eingestellt werden kann. Ein kleiner digitaler Stepsequencer für Filtertypen sozusagen. Im Speicher des Moduls können bis zu 64 solcher „Chains“ abgelegt und später wieder abgerufen werden.

Zur Programmierung der Chains dienen das Display und die darunter liegenden Taster. Mit ihnen kann man den aktuellen Step in der geladenen Chain auswählen, den Filtertyp für diesen Step festlegen, vorbereitete Chains aus dem Speicher laden und eine bearbeitete Chain im Speicher ablegen. Der Endlosregler „Value“ darunter dient dabei zur Auswahl des Steps (von 1 bis 32), zur Festlegung des Filtertyps (von 1 bis 36) für den aktuellen Step sowie zur Auswahl des Speicherplatzes (von 1 bis 64) beim Laden oder Speichern einer kompletten Chain.

CTRL-A107-SW

Um eine Chain zu programmieren, drücken Sie zunächst auf Step und stellen mit dem Value-Regler die Step-Nummer „S.01“ ein. Dann drücken Sie auf Filter und wählen mit dem Value-Regler den gewünschten Filtertyp für diesen ersten Step. Dann geht es wieder zurück zu Step, Sie stellen die Step-Nummer „S.02“ ein, wählen den Filtertyp, dann folgt der nächste Step usw.

Zum Speichern der eben erstellten Chain drücken Sie kurz auf „Prg“ und stellen mit dem Value-Regler die Speicherplatz-Nummer für diese Chain ein. Durch erneutes Drücken auf „Prg“ für mindestens 1 Sekunde wird die Chain dann auf dem gewünschten Speicherplatz abgelegt.

Analog funktioniert das Laden einer Chain: Sie drücken kurz auf „Chain“ und wählen mit dem Value-Regler die gewünschte Speicherplatz-Nummer aus. Durch erneutes Drücken auf „Chain“ für mindestens 2 Sekunden wird diese Chain dann geladen und kann verwendet werden.

Standardeinsatz

Das Filter ist prädestiniert für sequencergesteuerte Überblendungen von Filtertypen. Filter-Morphing klingt durchweg interessant, aber in der Regel nicht so spektakulär wie z.B. Wavetable-Sequenzen oder drastische klangliche Eingriffe mit BBDs oder Wave­shapern.

Filtermodi mit Selbstoszillation:

Nr.Filtertyp:A-106-6:
124 dB Tiefpass4L
212 dB Tiefpass2L
3Bandpass (6 dB Tiefpass, 6 dB Hochpass)2B
4Asymmetr. Bandpass (12 dB Hochpass, 6 dB Tiefpass)2H1L
5Asymmetr. Bandpass (18 dB Hochpass, 6 dB Tiefpass)3H1L
6Bandpass (12 dB Tiefpass, 12 dB Hochpass)4B
7Notch + 6 dB Tiefpass2N1L
8Allpass + 6 dB Tiefpass3A1L
92 Bandpässe, getrennt durch Notch/
10Tiefpass mit verschobenem Bandpass/
11Tiefpass + Notch I/
12»Zahn« (2 verschobene Bandpässe)/
13Tiefpass und zwei verschobene Bandpässe (mit unterschiedl. Amplitude)/
142 Bandpässe mit unterschiedlicher Amplitude/
15Tiefpass + Notch + Hochpass/
16Tiefpass + Notch II/
17Tiefpass + Soft Notch + Bandpass/
18Tiefpass + verschobener Bandpass (kleinere Amplitude)/

Filtermodi ohne Selbstoszillation:

Nr:Filtertyp:A-106-6:
1918 dB Tiefpass3L
206 dB Tiefpass1L
216 dB Hochpass1H
2212 dB Hochpass2H
2318 dB Hochpass3H
24Asymmetr. Bandpass (12 dB Hochpass, 6 dB Tiefpass)2H1L
2512 dB Notch2N
26Allpass (tiefe Frequenzen abgeschwächt)3A
27Notch + Hochpass/
28Soft Notch + nach oben verschobenes Bandpassfilter/
29Allpass (hohe Frequenzen abgeschwächt)/
30Hochpass mit »Stufe«/
31Soft Notch + nach unten verschobenes Bandpassfilter/
32Tiefpass + Soft Notch + Bandpass/
33Notch + Hochpass/
34Tiefpass + Notch + Hochpass/
35Soft Notch/
36Soft Notch (Variante)/

Alternative: A-106-6

Wenn Sie auf die digitale Steuerung verzichten können und nur am – sehr guten – Grundklang des Filters interessiert sind, dann ist das Modul A-106-6 eine gute Alternative. Auch ein Blick auf die benötigte Stromversorgung des A-107 (200 mA sind deutlich mehr, als jeder VCO benötigt) und die üppigen 26 TE machen vielleicht das schlankere A-106-6 Filter zur besseren Wahl für kleinere Systeme.

Beide Filter arbeiten mit der gleichen analogen Filterschaltung, beim später erschienenen A-106-6 wurde auf die aufwändige und teure digitale Steuerung (und einige der Filtermodi) verzichtet, um eine kostengünstigere Variante des A-107 Filters anzubieten.

Auch 16 Filtermodi sind ein Garant für Vielseitigkeit, wenn auch beim A-107 noch das ein- oder andere »Schmankerl« dabei ist, etwa in Form des Filtertyps »9«, der rein optisch an das Logo einer bekannten Fastfood-Kette erinnert.

Andererseits: Das A-107 Filter war schon ein Unikum, das die Möglichkeiten von Filterschaltungen auf ein extrem hohes Niveau gehoben hat.

Technische Daten

Breite26 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf200 mA (+12V) / -60 mA (-12V)

A-106-6 16-fold VC XPander Filter

Das Xpander Filter ist angelehnt an das Multimodefilter des Oberheim Xpander Synthesizers. Es ist mit seinen insgesamt 16 Filtermodi nicht nur extrem vielseitig, sondern klingt auch durchweg sehr gut. Wenn Sie für ein kleines Modularsystem nur ein einziges Filter möchten, dann sollten Sie ernsthaft über das A-106-6 nachdenken.

Das Filter besitzt 8 Einzelausgänge, die zwischen zwei Gruppen von Filtermodi umschaltbar sind. Welcher Modus an welchem Ausgang verfügbar ist, finden Sie in abgekürzter Schreibweise links bzw. rechts von der jeweiligen Ausgangsbuchse. Dabei steht »L« für Lowpass, »H« für Highpass, »B« für Bandpass, »N« für Notch (Bandsperre) und »A« für Allpass (das sind Filter, die lediglich die Phase des Eingangssignals verändern und über ein Zusammenmischen mit dem Original ein Kammfilter bilden – das ist ein Filter mit mehreren »kammartigen« Kerben) – im Prinzip das, was auch Phaser ermöglichen.

Die Flankensteilheit der Filter wird mit der Anzahl Pole angegeben: Ein Pol führt zur Frequenzabsenkung um 6 dB / Oktave, so dass z.B. ein 2 Pol Filter eine Flankensteilheit von 12 dB hat, ein 4 Pol Filter dann 24 dB.

Manche Filtermodi sind auch Kombinationen verschiedener Filter, z.B. ist ein »2H1L« Filter ein 12 dB Hochpassfilter, kombiniert mit einem 6 dB Tiefpassfilter (im Ergebnis ist das dann ein schief geratenes Bandpassfilter). Die Filtermodi auf der linken Seite (d.h. Filter Group Schalter nach links) sind durchwegs nicht zur Selbstoszillation fähig.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A106-6-IN

Ausgänge:

CTRL-A106-6-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A106-6-SW

Einer für alles

Mit dem Xpander Filter geht eigentlich alles an Standard-Einsätzen von Filtern: Es klingt gut in einer Synthesizerstimme oder für externes Audiomaterial, es kann die üblichen »Synthie-Bassdrums« und es ist aufgrund seiner vielen (gleichzeitig nutzbaren!) Filtermodi so etwas wie ein »Schweizer Offiziersmesser« unter den Filtern.

Poor man‘s A-107? (Morphing mit dem A-106-6)

Das Modul A-106-6 hat noch so etwas wie einen »großen Bruder«: Das mittlerweile leider nicht mehr produzierte A-107 Filter. Im (analogen) Kern sind beide sehr ähnlich, das A-107 hat aber zusätzlich noch eine speicherbare Digitalelektronik, um ein stufenloses Morphing zwischen verschiedenen Betriebsarten zu steuern, sowie 20 zusätzliche Filtermodi an Bord. Tatsächlich ist das A-106 ursprünglich als eine abgespeckte Version des A-107-Filtermonsters entstanden.

Mit Hilfe der separaten Ausgänge und einem Crossfader oder spannungsgesteuertem Mischer mit Morphing-Controller lassen sich aber auch mit dem A-106-6 (oder z.B. mit dem A-121) fließende Übergänge zwischen verschiedenen Filtermodi herstellen. Da die Ausgänge teils recht unterschiedliche Pegel haben, ist die Zwischenschaltung von Abschwächern / Verstärkern eine Überlegung wert (das kann ein A-107 zwar alles »on board«, muss aber pro Schritt programmiert werden).

Morphing mit den Einzelausgängen des A-106-6 Filters, der Eingang für den A-144 Morph Controller kann z.B. ein LFO oder ein A-198 Ribbon Controller usw. sein.

Phaser

Phaser sind Allpassfilter, denen das Originalsignal beigemischt wird. Ein »pures« Allpassfilter würde »nach nichts« klingen, der Effekt macht sich erst durch die charakteristischen Auslöschungen einzelner Frequenzen bei Mischung von Original und gefiltertem Signal bemerkbar (Kammfilter). Auch im A-106-6 ist das Allpassfilter eine Mischung von Originalsignal und gefiltertem Signal, die bereits die typische Klangcharakteristik eines Phasers hat.

Hartes Umschalten per Sequencer

Auch hartes Umschalten zwischen den Modi kann sehr reizvoll sein, z.B. wenn das Ganze im Takt von einem Sequencer gesteuert wird:

Der A-155 Sequencer steuert das Weiterschalten des 4-fach Switches A-151.

Klangbeispiele

In diesem Klangbeispiel werden die 8 Einzelausgänge des A-106-6 in die 8 Eingänge eines A-155 Sequencers geleitet, der Sequencer wird dazu verwendet, um zwischen den Ausgängen der Reihe nach umzuschalten.

Als Eingangssignal für das Filter werden die Sägezahn-Ausgänge von 3 A-110-1 VCOs verwendet, ein VCO ist um 1 Oktave nach unten transponiert. Die Eckfrequenz des Filters wird von einem langsamen LFO sowie von der schnellen Hüllkurve eines A-140 ADSRs moduliert. Die Resonanz des Filters (hier als „Q“ bezeichnet) wird von einem weiteren A-155 moduliert. Beide Sequencer sind synchronisiert, verwenden aber eine unterschiedliche Anzahl aktiver Steps bzw. werden mit unterschiedlich geteilten Triggern gesteuert.

Zunächst starten wir mit der rechten Filtergruppe (3A/1L, 2N/1L, 4B, 3H/1L, 2H/1L, 2B, 4L, 2L), nach 1 Minute wird zur linken Filtergruppe (3A, 2N, 2H/1L, 3H, 2H, 1H, 3L, 1L) umgeschaltet.

In einem weiteren Klangbeispiel verwenden wir ein ähnliches Setup, diesmal wird aber die Resonanz des Filters über Sample & Hold moduliert und das Eingangssignal wird in der zweiten Hälfte des Klangbeispiels in die Sättigung gefahren. Wieder hören wir eine Minute lang die rechte Filtergrupe (mit unverzerrtem Eingangssignal), eine Minute lang die linke Filtergrupppe (ebenfalls mit unverzerrtem Eingangssignal) und anschließend je eine Minute das Gleiche mit verzerrtem Eingangssignal:

Technische Daten

Breite12 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf50 mA (+12V) / -50 mA (-12V)

A-124 Wasp Filter

Das Wasp Filter setzt die etwas eigenwillige Filterschaltung des EDP Wasp Synthesizers aus dem Jahr 1978 ein. Das 12 dB Filter erzeugt bei höherer Resonanz ganz eigenartige, „wilde“ Verzerrungen, die aber immer sehr gut dosierbar bleiben. Möglichkeiten und Struktur des moduls (nicht aber das Layout des Frontpanels) gleichen dem A-106-5 SEM Filter, der Klang ist jedoch komplett anders.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A124-IN

Ausgänge:

CTRL-A124-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A124-SW

Charakterdarsteller

Das Filter eignet sich gut für schneidende, etwas angezerrt wirkende Solo-Sounds, für Drums und Effekte. Aufgrund seiner etwas ungewöhnlichen Klangcharakteristik ist es weniger ein „Brot & Butter“ Filter, sondern ein sehr guter Spezialist für auffälligere Klänge mit Charakter.

Selbstoszillation

Wer ein Wasp-Filter mit Selbstoszillation möchte, kann das Modul modifizieren (ein wenig Geschick und Erfahrung mit dem Lötkolben vorausgesetzt).

Für Selbstoszillation muss parallel zum bestehenden Widerstand (in der Abbildung markiert) ein 10 kOhm Widerstand eingebaut werden.

Mögliche Schwachstelle

Von Doepfer stammt der Hinweis, dass der verbaute Inverterbaustein CD4069 in seltenen Fällen ausfallen kann. Das Problem lässt sich leider nicht vermeiden, ohne dem Filter seinen typischen „Wasp-Klang“ zu nehmen. Der Inverter ist allerdings ein leicht zu beschaffendes Bauteil, lässt sich leicht ersetzen und kostet meist deutlich weniger als 1 Euro. Mein eigener A-124 ist übrigens schon seit weit über 10 Jahren ohne Störung im Betrieb…

Der 4069-Inverter auf der A-124 – Platine.

Klangbeispiele

In diesem Beispiel werden die Sägezahn-Ausgänge von drei A-110-1 VCOs eingesetzt, ein VCO ist eine Oktave nach unten transponiert. Die VCOs werden von einem A-155 Sequencer gesteuert, das Filter wird von einer ADSR-Hüllkurve und einem langsamen Sinus-LFO moduliert. Der Eingang des Filters ist auf Maximum gestellt.

Wir starten ganz ohne Resonanz, ich blende manuell von Tiefpass über Notch zum Highpass. Im Anschluss daran wird mit einem A-134-1 VC Panning/Crossfader vom LP/HP-Ausgang zum Bandpass überblendet. Jetzt wird die Resonanz des Filters bis zum Maximum erhöht. Danach hören wir wieder den HP/LP-Ausgang, ich regle wieder vom Hochpass über Notch zum Tiefpass und reduziere die Resonanz wieder bis Null.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-121 Multimode Filter

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Das A-121 ist ein frühes, aber sehr gelungenes Filterdesign von Doepfer. Leider ist der verwendete Curtis-Baustein CEM 3320 nicht mehr lieferbar, so dass das Modul nicht mehr im Handel erhältlich ist. Schade, denn es hat einen eigenen Klangcharakter und einige interessante technische Eigenschaften.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A121-IN

Ausgänge:

CTRL-A121-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A121-SW

Hochpass mit Selbstoszillation

Eine klangliche Besonderheit: Das A-121 ist eines der wenigen Hochpass-Filter mit der Möglichkeit einer Selbstoszillation (das A-101-1 kann ebenfalls Selbstoszillation im Hochpass-Modus, ist aber ziemlich »empfindlich« bezüglich Einsatzpunkt und Clipping).

Genaues Tracking (1 V / Oktave)

Die Eckfrequenz und damit die Frequenz des Sinustones bei Selbstoszillation ist (zumindest bei meinem Exemplar) sehr genau steuerbar (1 V / Oktave). Damit lässt sich das Filter hervorragend als tonal spielbarer Sinus-Oszillator einsetzen.

Crossfading der Einzelausgänge

Wie alle Multimodefilter ist auch das A-121 sehr vielseitig einsetzbar. Ähnlich wie beim A-106-6 sind durch die 4 Einzelausgänge mit Hilfe eines spannungsgesteuerten Mixers oder Crossfaders auch fließende Übergänge zwischen verschiedenen Filtermodi realisierbar.

Das VCO-Signal wird gefiltert, über den A-134-1 Panner / Crossfader werden zwei Filtermodi überblendet.

Nachfolger

Für das Modul A-121 gibt es einen Nachfolger: Das Multimode-Filter A-121-2. Es ist mit 8 TE deutlich schmäler und bietet grundsätzlich fast die gleiche Funktionalität (einzige Einschränkung: nur ein Eingang zur Modulation der Resonanz). Allerdings klingt es deutlich anders als sein etwas „rauer“ Vorgänger.

Klangbeispiele

In diesem Beispiel werden die Sägezahn-Ausgänge von drei A-110-1 VCOs eingesetzt, ein VCO ist eine Oktave nach unten transponiert. Die VCOs werden von einem A-155 Sequencer gesteuert. Die Audio-Level für den Filtereingang sind vergleichsweise hoch, um die typische Anzerrung durch das Filter zu zeigen. Der Filterausgang geht noch in einen A-132-3 VCA, der von einem A-140 gesteuert wird.

Wir starten mit dem Notchfilter (0:00-1:22), danach Hochpass (1:22-2:53), Bandpass mode (2:53-4:30) und Tiefpass (4:30-6:17). In jedem der 4 Durchgänge beginne ich ohne Resonanz und einem sehr langsamen LFO, der die Filtereckfrequenz moduliert. Dann erhöhe ich langsam die Resonanz bis zum Maximum, füge ADSR-Modulation der Filtereckfrequenz hinzu, verringere die Resonanz wieder langsam bis auf Null und blende schließßlich aus.

Technische Daten

Breite12 TE
Tiefe55 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-106-5 12dB SEM Type VCF

Das A-106-5 ist ein 12dB Filter mit zwei getrennten Ausgängen für Lowpass / Notch / Highpass (überblendbar) sowie für Bandpass. Das Filter ist inspiriert vom Oberheim SEM-Filter. „SEM“ stand übrigens für „Synthesizer Expander Module“, der SEM war 1974 eine kleine Kiste ohne eigene Tastatur und ursprünglich dafür gedacht, einen „normalen“ Synthesizer wie z.B. den Minimoog zu ergänzen.

Das A-124 Wasp Filter hat übrigens ganz identische Optionen und Möglichkeiten, aber ein etwas anders gestaltetes Frontpanel-Layout. Ansonsten sind die beiden Filter klanglich deutlich verschieden, so dass sie eine schöne Kombination aus dem sehr »schmeichelnden« SEM und dem »harschen« Wasp ergeben.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A106-5-IN

Ausgänge:

CTRL-A106-5-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A106-5-SW

Schön, klassisch, rund

Das SEM-Filter ist ideal, wenn Sie ein »schön« klingendes, vielseitiges Filter suchen. Gut geeignet z.B. für klassische Sequencerlinien, die auch bei höherer Resonanz ihren Bass-Anteil nicht verlieren sollen.

Schnelle Änderungen der Eckfrequenz erzeugen Klänge, die einer Selbstoszillation eines Filters sehr ähneln (das SEM-Filter ist ansonsten nicht zur Selbstoszillation fähig).

Sonderedition

Vom A-106-5 ist eine Sonderedition erhältlich, bei der das Frontpanel cremefarben und die Drehregler schwarz anstatt grau sind.

Klangbeispiele

Überblenden der Filter-Modi

In diesem Beispiel werden die Sägezahn-Ausgänge von drei A-110 VCOs eingesetzt, ein VCO ist eine Oktave nach unten transponiert. Die VCOs werden von einem A-155 Sequencer gesteuert, das Filter wird von einer ADSR-Hüllkurve und einem langsamen Sinus-LFO moduliert.

Wir starten ganz ohne Resonanz, ich blende manuell von Tiefpass über Notch zum Hochhpass. Im Anschluss daran wird mit einem A-134-1 VC Panning/Crossfader vom LP/HP-Ausgang zum Bandpass überblendet. Jetzt wird die Resonanz des Filters bis zum Maximum erhöht. Danach hören wir wieder den HP/LP-Ausgang, ich regle wieder vom Hochpass über Notch zum Tiefpass und reduziere die Resonanz wieder bis Null.

Filter Ringing

Obwohl das SEM Filter nicht zur Selbstresonanz geeignet ist, kann man aus ihm mit einer schnellen Modulationsquelle in einem Steuerspannungs-Eingang das sogenannte „Filter Ringing“ erzeugen.

Zunächst hören wir einen A-106-5 (ohne Eingangssignal) durch einen A-132-3 VCA mit konstanter Verstärkung, der Gain-Regler des VCAs wird auf Maximum gedreht. Beim Erhöhen der Filterresonanz hören wir erwartungsgemäß keine Selbstoszillation, nur etwas Hintergrundrauschen (das hier viel lauter geregelt wurde, als wir es in einem realen Patch wahrnehmen würden). Dann füge ich einen A-140 ADSR als Modulationsquelle für die Filtereckfrequenz hinzu und wir hören die so erzeugten etwas knacksenden, geräuschhaften Töne. Zum Schluss wird der VCA von konstanter Verstärkung auf Modulation durch den selben A-140 umgestellt.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe55 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-127BOM Breakout Module

Das Modul ist ein Auslaufmodell und wird künftig leider nicht mehr hergestellt werden.

Stand: Dezember 2022

Das A-127 BOM ist eine Erweiterung für das A-127 Triple Resonance Filter. Es ergänzt das Modul um Einzeleingänge für jedes der drei Filter, sowie um separate Ausgänge (pro Filter) für Bandpass, Hochpass, Tiefpass und Notch. Das Original A-127 bot dagegen nur einen gemeinsamen Eingang für alle drei parallel geschalteten Filter, sowie individuelle Ausgänge für die drei Filter – diese zudem lediglich im Bandpass-Modus.

Ganz ehrlich: Um die Menge an Funktionalität aus dem ursprünglichen A-127 herauszukitzeln musste man als „Hobby-Löter“ schon sehr viele Stunden investieren (sowohl an Recherche zu den Möglichkeiten und erforderlichen Lötpunkten als auch für die aufwändige Realisierung). Von der Optik des oft eher „handgeschnitzt“ wirkenden Resultats mal ganz zu schweigen. Im Prinzip macht das BOM drei komplett unabhängige Multimode-Filter aus dem A-127. Und das ist durchaus eine praktische Angelegenheit.

Bedienelemente

Bei der ersten Produktionsserie waren die Beschriftungen der Ausgänge „HP“ und „BP“ für Hochpass- und Bandpassfilter vertauscht. In der aktuellen Produktion (wie auf der Abbildung) wurde das korrigiert.

Erste Produktionsserie bis ca. 2015.

Eingänge (3 mal, für jedes integrierte Filter des A-127 separat):

CTRL-A127BOM-IN

Ausgänge (3 mal, für jedes integrierte Filter des A-127 separat):

CTRL-A127BOM-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A127BOM-SW

A-127 erforderlich

Eigentlich selbstverständlich bei einem „Breakout-Modul“: Ohne das zugrunde liegende A-127 Triple Resonance Filter ist das Breakout Modul natürlich völlig nutzlos.

Anschluss gesucht

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es leider doch beim A-127 BOM. Richtig „einfach“ ist der Anschluss leider nur an einem neueren A-127, das auch den entsprechenden Sockel für das Flachbandkabel des A-127 BOM besitzt. Auf der Platine erkennt man es an dem Aufdruck „Version 4″. Bei älteren Versionen des A-127 müssen manuell vier Lötpunkte zwischen Filter und Breakout Modul verbunden werden. Das ist deutlich weniger Aufwand als bei jedem Selbstbauversuch, aber man sollte schon einmal einen Lötkolben in der Hand gehabt haben. Am richtigen Ende, hoffentlich.

Andererseits ist das auch in manchen Fällen praktisch, denn die erste Auflage des A-127 BOM hatte einen fehlerhaften Aufdruck auf der Frontplatte: HP und BP waren bei allen drei Filtern vertauscht! Wenn man nun selbst löten muss, dann kann man natürlich auch gleich die Zugänge zu HP und BP korrekt anlöten, so dass das Frontpanel wieder stimmt.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-104 Trautonium Formant Filter

Das Modul ist inspiriert von Friedrich Trautweins Trautonium, einem Vorläufer des heutigen Synthesizers. Das Trautonium wurde insbesondere bekannt durch die Arbeiten von Oskar Sala, der damit u.a. die Filmmusik zu Hitchcocks „Die Vögel“ produziert hatte. Aber auch andere Komponisten des 20. Jahrhunderts haben für das Trautonium komponiert, wie etwa Paul Hindemith.

Im Prinzip besteht das Trautonium-Filter aus 4 parallel zueinander geschalteten Filtern, die jeweils manuell zwischen Bandpass und Tiefpass umgeschaltet werden können. Apropos manuell: Auch die Eckfrequenzen und die Resonanzen der Filter sind hier ausschließlich manuell zu bedienen, es gibt keine Eingänge für Steuerspannungen. Das ist natürlich „historisch korrekt“, aber trotzdem etwas schade innerhalb eines ansonsten weitestgehend spannungssteuerbaren Systems. Allerdings entschädigt das Filter durch einen Klang, der beim Erreichen der Sättigung sehr „sämig“ und höchst angenehm in eine überaus harmonische Übersteuerung geht.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A104-IN

Ausgänge:

CTRL-A104-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A104-SW

Ein Trautonium wird nachgebaut

Der Standardeinsatzzweck eines Trautonium-Filters ist – wer hätte das gedacht – in einem Trautonium. Doepfer bietet alle Komponenten an, um sich ein voll funktionsfähiges Trautonium nachzubauen.

Im Vergleich zu den Originalen ist lediglich die Steuerung der Tonhöhe über das Manual nicht so feinfühlig gelungen. Beim Original wird eine Metallsaite in einer mechanisch sehr aufwändigen Konstruktion verwendet, der mögliche Andruck-Weg beträgt dabei mehrere Zentimeter. Im Rahmen einer butgetfreundlichen (und zudem wartungsfreundlichen!) Produktion ist so etwas wohl nicht realisierbar. Dafür lässt sich das Doepfer-Trautonium wunderbar modular erweitern und verändern, beim Original geht das natürlich nicht.

Ein umfangreich ausgestatteter Nachbau eines Trautoniums. Das System hat Platz auf 2 x 84 TE (z.B. Doepfer P6-Koffer).

Eingesetzte Module

Reihe oben: A-198 (8 TE), A-180-1 (4 TE), A-156 (8 TE), A-162 (8 TE), A-185-2 (6 TE), A-110-1 (10 TE), A-111-1 (14 TE), A-113 (26 TE).

Reihe unten: A-177-2 (4 TE), A-143-1 (28 TE), A-118-1 (8 TE), A-138 (8 TE), A-104 (20 TE), A-132-3 (8 TE), A-199 (8 TE).

Klangbeispiele

Setup: 3 A-110-1 VCOs (Sawtooth in Oktavabständen) werden von einem Arpeggiator gesteuert, gemischt und in das A-104 Filter geleitet. Der Filter-Ausgang geht in einen A-131 VCA, der über einen A-140 ADSR ebenfalls vom Arpeggiator gesteuert wird.

Mangels Spannungssteuerung werden sämtliche Veränderungen im Filter manuell durchgeführt. Bei den ersten 3 Beispielen ist der Input level auf „5“ eingestellt, eine Verzerrung findet dabei nur in geringem Umfang statt. Bei den darauf folgenden Beispielen ist der Input level auf „10“ gestellt und zeigt sehr schön die klanglichen Veränderungen durch die sehr harmonische Übersteuerung des Filters.

Filtersweep mit einem einzelnen Bandpass-Filter, keine Resonanz, „Input Level“ auf 5.
Filtersweep mit einem einzelnen Tiefpass-Filter, keine Resonanz, „Input Level“ auf 5.
Die 4 Filtereinheiten sind auf verschiedene Eckfrequenzen fest eingestellt und werden unsystematisch auf Bandpass, Tiefpass oder „aus“ gestellt, „Input Level“ auf 5.
Die 4 Filtereinheiten sind alle auf Bandpass gestellt, Eckfrequenzen und Resonanz werden unsystematisch manipuliert, „Input Level“ auf 10.
Die 4 Filtereinheiten sind alle auf Tiefpass gestellt, Eckfrequenzen und Resonanz werden unsystematisch manipuliert, „Input Level“ auf 10.
Die 4 Filtereinheiten werden alle unsystematisch in den Filtermodi (BP/LP), Eckfrequenzen und Resonanz manipuliert, „Input Level“ auf 10.

Alternative: A-127

Ein möglicher Ersatz für das Trautonium-Filter ist das A-127 Triple Resonance Filter: Es hat zwar nur drei parallel geschaltete Filter, hat dafür aber für jedes Filter einen Steuerspannungseingang und einen eingebauten Modulations-LFO. Im Originalzustand kann das Filter nur über Jumper auf der Platine zwischen Band- und Tiefpass umgestellt werden, mit den Breakout-Modul A-127BOM stehen aber alle Betriebsarten (plus Hochpass und Notch!) für alle drei Filterstufen separat zur Verfügung.

Technische Daten

Breite20 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-101-1 Vactrol Multitype Input VCF

Das Vactrol Filter hat mehrere Besonderheiten. Am auffälligsten: Für jede der Betriebsarten Lowpass, Bandpass und Highpass existiert ein separater Eingang. Damit lassen sich mehrere ganz unterschiedliche Klangquellen in einem einzigen Filter auch unterschiedlich behandeln. Lediglich die Eckfrequenz und die Resonanz (und deren Steuerung) sind gemeinsam. Wem das zu viel ist: Die „BP“- und „HP“-Buchsen sind auf die „LP“-Buchse normalisiert, d.h. wenn nur ein Stecker im „LP“ steckt, wird das Signal auf die beiden anderen Eingänge verteilt.

Die Schaltung ist angelehnt an das Filter des „Synthacon“-Synthesizers der Firma Steiner-Parker, der zwischen 1975 und 1979 gebaut wurde. An Stelle der im Original verwendeten Dioden werden hier allerdings sogenannte „Vactrols“ eingesetzt.

Damit wären wir schon bei einer weiteren Besonderheit: Vactrols. Ein Vactrol ist ein Photowiderstand, der in einer lichtdichten kleinen Kapsel mit einer Leuchtdiode verbunden ist. Je helleres Licht die LED ausgibt, desto geringer wird der Widerstand des Vactrols. Vactrols können ohne Verzerrung sehr weit ausgesteuert werden, sind aber relativ träge (d.h. reagieren langsam auf veränderte Steuerspannungen!) und haben keine eindeutige Kennlinie: das macht Schaltungen mit Vactrols klanglich sehr interessant, weil sie oft „weich“ im Klang, aber auch ein wenig unberechenbar im Verhalten sind.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A101-1-IN

Ausgänge:

CTRL-A101-1-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A101-1-SW1

CTRL-A101-1-SW2

Verschiedene Oktavlagen für die Eingangssignale

Mehrere unterschiedliche Klangquellen in den Filter-Eingängen bieten ungewöhnliche Gestaltungsmöglichkeiten: Versuchen Sie doch einmal drei Oszillatoren an den Eingängen:

  • „LP In“ 2 Oktaven nach oben transponiert,
  • „BP In“ in mittlerer Stimmung und
  • „HP In“ 2 Oktaven nach unten transponiert.

Ein vollständiges Durchfahren der Eckfrequenz ergibt nun ein extrem breites Klangspektrum (besonders eindrucksvoll mit etwas höherer Filterresonanz).

3 A-110 VCOs als Eingangssignale für das A-101-1 Vactrol Filter.

Notchfilter

Ein Notchfilter (d.h. Kerbe im Frequenzgang) erhalten Sie, wenn alle drei Eingangs-Abschwächer auf die gleichen Werte eingestellt sind und nur der Eingang „LP In“ benutzt wird.

Der Grund liegt darin, dass die drei Eingänge normalisiert sind, d.h. das Eingangssignal aus „LP In“ wird auch in „BP In“ und in „HP In“ verwendet. Wenn nur auf „LP In“ ein Stecker steckt, aber alle drei Eingangs-Abschwächer gleich weit aufgedreht sind, entsteht als Mischung der drei Filtertypen ein Notchfilter.

Verhalten im Bassbereich

Das Filter reagiert auch bei höherer Resonanz nicht mit einer Absenkung der Bassanteile des Eingangsmaterials! (Ausgang „Out1“ verwenden)

Bedingt durch die Trägheit der Steuerung mittels Vactrols ist das Filter allerdings für typische „elektronische Bassdrums“ nicht wirklich geeignet – der Verlauf der Eckfrequenz „schnappt“ einfach nicht schnell genug. „Elektronische Tomtoms“ (der typische Simmons-Sound) sind mit dem A-101-1 allerdings sehr schön realisierbar.

Verschiedene A-101-1 werden aufgrund der Bauteiltoleranzen der Vactrols auch unterschiedlich klingen. Mein A-101-1 zeigt z.B. keinerlei Verzerrung der Eingangsstufe (auch bei Abschwächer = 10).

Stark verzerrte Eigenresonanz

Lassen Sie sich von meiner Vactrol-Prosa nicht täuschen: Das Attribut „weich und verzerrungsarm“ gilt ganz sicher nicht für die Selbstoszillation des Filters! Bereits kurz nach dem Einsetzen der Eigenschwingung beginnt das Sinussignal zu clippen und geht später in ein angenähertes Rechtecksignal über. In Kombination mit den Audioeingängen ergibt das recht wilde und „böse“ Filterklänge, die z.B. sehr weit über das Verhalten eines A-124 Wasp Filters hinausgehen.

Klangbeispiele

Drei A-110-1 VCOs werden von einem A-155 Sequencer gesteuert, gemischt und dienen als Input für den A-101-1. Der Filter wird von der Steuerspannung für die Tonhöhe der VCOs moduliert, sowie von einem A-140 ADSR und einem LFO (langsame Dreieckswelle). Als Ausgang wird der Resonanz-kompensierte Out 2 verwendet.

Ich fange nur mit Lowpass Input an, blende über zu Bandpass und dann zum Hochpass. Die Resonanz wird manuell erhöht und wir können die ziemlich plötzlich einsetzende und sehr intensive Resonanz des Filters hören. So etwas kann für Special Effects, Bassdrums usw. nützlich sein. Etwas später wird die LFO-Frequenz bis in den Audiobereich erhöht (ca. 4-5 kHz): aber da das Filter mit trägen Vactrols arbeitet, folgt es der Modulationsfrequenz nicht allzu weit. Filter-FM im Audiobereich ist also nicht möglich.

Technische Daten

Breite16 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -30 mA (-12V)