A-167 Analog Comparator / Subtractor / Offset Generator

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Der A-167 Analog Comparator kann Spannungen miteinander vergleichen und dabei ein Gatesignal erzeugen.

Die Möglichkeiten sind vielfältig: Vergleich zweier externer Spannungen, Vergleich einer Spannung (normal oder invertiert) mit einem positiven oder negativen Schwellwert, Vergleich der Differenz zweier externer Spannungen mit einem Schwellwert.

Dabei geht das Modul ganz einfach „mathematisch“ vor: Die beiden Eingangssignale (jeweils nach Bedarf abgeschwächt) werden voneinander subtrahiert und die manuelle Offsetspannung zum Ergebnis addiert. Wenn die Summe größer als 0 V ist, dann wird ein positives Gatesignal erzeugt, sonst nicht. Alles klar?

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A167-IN

Ausgänge:

CTRL-A167-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A167-SW

Ein ADSR als „LFO“

Das Modul A-143-1 (Complex Envelope) macht es uns vor: Mit Hilfe eines Comparators lässt sich aus jedem Hüllkurvengenerator während der Ausklingphase (Decay oder Release) ein neuer Trigger erzeugen, der dann wieder zum Re-Triggern des Hüllkurvengenerators eingesetzt werden kann. Aus einem ADSR-Generator ist so ein LFO mit sehr variabler Schwingungsform geworden!

Ein A-140 ADSR im „LFO-Modus“ – mit A-167 Comparator und A-162 Trigger Delay zur Steuerung.

Die Einstellung eines ADSR-LFOs erfordert ein wenig Fingerspitzengefühl, hilfreich dabei ist die Verwendung eines Trigger Delays zur Einstellung der Gate-Länge. Der A-167 erzeugt ein Gate- / Triggersignal beim Erreichen einer niedrigen Spannung (Release-Phase) des ADSR, würde aber – direkt als Gate für den A-140 eingesetzt – bald wieder ausschalten, da in der Attack-Phase die Spannung wieder erhöht wird. Das A-162 Trigger Delay kann aber ein Gate mit fest definierter Länge erzeugen, das dann die Hüllkurve komplett durchfahren lässt.

Andererseits – und das hatte ich im Buch noch nicht bedacht: Warum nicht einfach einen LFO mit Rechteckausgang als Gate für den ADSR verwenden? Der Aufwand, die LFO-Frequenz an die Parameter des Hüllkurvengenerators anzupassen ist eher geringer als bei der komplexen Verbindung von Comparator, Trigger Delay und ADSR. Idealerweise nimmt man dafür einen A-146, bei dem man auch die Pulsbreite des Rechtecksignals einstellen kann. Bei einem herkömmlichen LFO ist dann doch wieder der Comparator nützlich und man verwendet einen LFO mit Dreicksignal als Eingang für den A-167 und stellt am Comparator die Gate-Länge ein.

Klangbeispiel: Ein A-140 ADSR wird durch den A-167 immmer wieder neu gestartet und steuert einen A-111-5 Mini Synthesizer. Das Trigger Delay kommt in diesem Fall nicht zum Einsatz.

Der Gap-Regler

Der Gap-Regler sorgt im Prinzip für eine leichte Verschiebung von Start und Ende des erzeugten Rechtecksignals. Einen ähnlichen Effekt kann man mit einem zwischen Eingangssignal und Comparator geschalteten A-170 Slew Limiter erzielen. Wir sehen oben ein Dreieck aus einem A-111-1, unten das vom A-167 abgeleitete Rechteck.

Ohne Gap.
Gap deutlich erhöht – das Rechtecksignal wird später ausgelöst und endet später.

Offsetgenerator

Das Modul kann auch als einfacher Offsetgenerator (vergleichbar mit dem A-183-2) verwendet werden: Die reine interne Offsetspannung steht am Ausgang „Analog Sum“ zur Verfügung, bei Bedarf kann eine externe Spannung hinzugefügt (Eingang „+In“) oder abgezogen (Eingang „-In“) werden.

Der Comparator als Waveshaper

Das Dreiecksignal geht als Eingangssignal in den Comparator und in den VCA. Im Comparator wird ein Gatesignal in VCO-Frequenz erzeugt. Damit wird der VCA gesteuert der bestimmt, welche Anteile des Dreiecksignals erhalten bleiben.

Der Comparator ist „eigentlich nur“ ein Modul, das aus dem Vergleich zweier Spannungen ein Gatesignal erzeugen kann.

Das klingt zunächst noch nicht nach „Klangverbieger“. Aber Sie erinnern sich: Der A-137-2 Wave Multiplier II arbeitet mit Comparatoren, deren Gatesignal zum Eingangssignal addiert wird. Genauso könnte man aber auch multiplizieren: Dazu verwenden wir einen Verstärker für das Eingangssignal, der über das Gatesignal des Comparators gesteuert wird.

Das Ergebnis erinnert an Pulsbreitenmodulation – aber mit einem Dreiecksignal:

Offset ist noch recht hoch.
… noch niedriger …
Etwas niedrigeres Offset.
Die Offsetspannung wird noch niedriger eingestellt.

Das war – als ich gerade das Doepfer-Buch schrieb – eine großartige Idee. Leider funktioniert sie auch deutlich einfacher und ganz ohne A-167 Comparator. Man muss einfach nur das vom VCO gleichzeitig erzeugte Rechteck-/Puls-Signal des Oszillators an Stelle des A-167 verwenden. Das war es, mehr braucht es gar nicht…

Zwei VCOs als Eingangssignale

Etwas interessanter wird es wieder, wenn beim oben vorgestellten Patch an Stelle der konstanten Offsetspannung ein zweiter VCO (Eingang „-In“) angeschlossen wird, dann erhält man bei leichter Verstimmung der VCOs ein lebhaftes und obertonreiches Spektrum:

Zwei A-110-1 VCOs als Eingangssignale (Sägezahn und ein 3 Oktaven höherer Sinus).

Hüllkurve statt Gate

Sie können an Stelle des Gatesignals auch eine schnelle Hüllkurve verwenden, die vom Gatesignal des Comparators ausgelöst wird. Dadurch lässt sich das Signal nicht nur in der Phase verschieben, sondern auch verändern:

Die Schwingung wird durch »Attack« und »Release« geglättet, das Verhältnis von »Decay« und »Sustain« bestimmt zusätzlich (neben dem »Offs.«-Regler des Comparators) die Breite und Form der erzeugten Schwingung.
Der A-167 Comparator löst eine A-140 ADSR-Hüllkurve aus, die über den A-130 VCA die Schwingungsform des A-110-1 VCOs beeinflusst.

Auch hier kann man freilich an Stelle des Comparators ganz einfach das Rechteck-/Puls-Signal des Oszillators verwenden. Kleinere Klangunterschiede gibt es lediglich bei Dreieck und Sinus in Kombination mit dem „Gap“-Regler des Comparators, der das erzeugte Rechtecksignal etwas verschieben kann und dann andere Teile der ursprünglichen Schwingung verstärkt.

Rhythmisches – Klangbeispiele

Einn Modul, das Rechtecksignale erzeugen kann ist natürlich auch immer ein Kandidat für die Erzeugung von rhythmischen Strukturen. Hier haben wir sogar die Möglichkeit, unterschiedlich lange Gate-Signale zu gewinnen.

Um halb-zufällige rhythmische Muster zu erzeugen, kann man zwei unabhängige LFOs mit Dreieck-Signalen als Eingangssignale für „+In“ und „-In“ verwenden. Je nach Stellung der beiden Eingangs-Abschwächer und dem Offset-Regler entstehen interessante Muster von unterschiedlich langen Rechteck-Signalen im Comparator, die hier als Gatesignal für einen A-111-5 verwendet werden.

Bei unserem Beispiel verwende ich zwei Dreiecks-Ausgänge aus einem A-143-3, die LFOs sind auf unterscheidliche Geschwindigkeiten eingestellt, die Eingangspegel im A-167 sind gleich groß. Im Verlauf des Beispiels drehe ich den Offset-Regler von „-5″ langsam nach oben (etwa bis 2’00“) und dann wieder etwas zurück in den leicht negativen Bereich. Danach verändere ich die Geschwindigkeiten beider LFOs und nochmal in kleinerem Umfang den Offset-Regler:

Alternativen

Da das Modul nicht mehr produziert wird, stellt sich die Frage nach den Alternativen natürlich besonders deutlich.

Relativ einfach hat man es noch, wenn es lediglich um die Erzeugung von sich selbst neu startenden Hüllkurven geht. Hier gibt es eine Reihe von Modulen, die automatisch in einer Wiederholungsschleife arbeiten können: A-141-2 VCADSR, A-142-4 Quad Decay, A-143-1 Quad AD, A-143-2 Quad ADSR oder auch der A-171-2 VC Slew Processor. Bei diesen Modulen ist die „Schleifenbildung“ normalerweise sogar deutlich einfacher als mit einem Comparator.

Beim Einsatz als klangformender Waveshaper oder für rhythmische Experimente wird die Auswahl recht klein. Eigentlich gibt es da nur noch den neuen A-168-1 PWM-Generator, der aus einem eher puristisch gestalteten Comparator mit modulierbarem Offset besteht. Zusätzliche Funktionen wie Inverter usw. müsste man dann über andere Module ergänzen (vgl. auch die Beschreibung des A-168-1).

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-168-1 PWM Generator

Der A-168-1 ist ein kleines Hilfsmodul, das für LFOs oder VCOs ohne Rechteck/Puls eine in der Breite modulierbare Rechteck- bzw. Pulsschwingung erzeugt. Gerade für LFOs ist das ein interessantes Feature, da fast alle LFOs zwar eine fixierte symmetrische Rechteckschwingung erzeugen können (der A-146 beherrscht immerhin manuell einstellbare Pulsbreiten), aber keiner lässt eine Modulation der Pulsbreite zu.

Bei den VCOs sieht es etwas entspannter aus: Bis auf die beiden „Thru Zero“ VCOs A-110-4 und A-110-6 beherrschen alle Doepfer-VCOs variable Pulsbreiten und deren Modulation über Steuerspannungen.

Intern arbeitet eine Comparatorschaltung wie im A-167, die bei Überschreitung einer Spannung ein Gatesignal erzeugt und bei Unterschreitung dieses Gate wieder beendet. Die variable Pulsbreite resultiert aus unterschiedlich großen Schwellwerten, bei denen das Gate ausgelöst wird. Damit wird auch klar, dass für eine variable Pulsbreite wenigstens eine flach ansteigende oder abfallende Flanke beim Eingangssignal benötigt wird (Dreieck, Sinus, Sägezahn, ADSR-Hüllkurven usw.) – bei einem Rechteck als Eingangssignal kann lediglich wieder dieses Rechteck erzeugt werden (was wenig Sinn machen würde).

Schema für die Erzeugung einer variablen Pulsschwingung durch unterschiedliche Schwellwerte zum Auslösen (und wieder Beenden).

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A168-1-IN

Ausgänge:

CTRL-A168-1-OUT

Die Ausgänge für normales und invertiertes Signal sind vertauscht.

Regler / Schalter:

CTRL-A168-1-SW

Wie sieht das aus mit den Rechtecken?

Wenn man z.B. einen A-110-1 als Eingangssignal verwendet, dann kann man sich die von verschiedenen Eingangssignalen abgeleiteten Rechteckschwingungen sehr schön auf dem Oszilloskop (oder in der vergrößerten Ansicht der DAW-Aufnahme) ansehen. Oben ist jeweils das Eingangssignal und unten das Ausgangssignal aus dem „invertierten“ Ausgang (das aber phasenrichtig ist, das invertierte Signal liegt am „Standard“-Ausgang an):

Rechteckschwingung aus Sinus.
Rechteckschwingung aus Rechteck…
Rechteckschwingung aus Sägezahn.
… und Puls aus Puls!

Der „PW“-Regler steht immer in der Mitte, bei Sinus, Dreieck und Sägezahn kann man damit die Pullsbreite des Ausgangssignals einstellen. Wenn ein Rechteck- oder Puls-Signal als Eingangssignal verwendet wird, funktioniert das prinzipbedingt natürlich nicht mehr. Egal welcher Schwellwert verwendet wird, er wird bei der ansteigenden Flanke des eingehenden Rechtecks sofort überschritten und bei der absteigenden Flanke sofort unterschritten. Dem entsprechend erzeugt eine Pulsschwingung als Eingangssignal auch gleich eine Pulsschwingung als Ausgangssignal (natürlich mit gleicher Breite).

Klangbeispiel: Hüllkurve als Eingangssignal und PWM

Eine A-140 ADSR-Hüllkurve wird von einem schnellen A-143-3 LFO getriggert, so dass sie selbst ein Audiosignal ausgibt. Durch die rein positive Spannung der Hüllkurve muss der „PW“-Regler vergleichsweise weit nach links gestellt werden. Eine Modulation der Pulsbreite (durch einen langsamen A-110-6 – Sinus) ist ebenfalls nur in einem engen Reglerbereich möglich, dann unterschreitet der interne Schwellwert offensichtlich die 0V und das Signal reisst ab. Wir hören links das konstante ADSR-Signal und rechts den Ausgang des A-168-1:

Von der Hüllkurve abgeleitetes Rechteck-Signal.

„Poor Man’s“ A-167?

Der A-167 war ein einigermaßen komplexes, aber dadurch auch sehr flexibles Tool, das leider nicht mehr hergestellt wird. Wie der A-168-1 besteht er im Prinzip aus einem Comparator, ist aber ungleich reichhaltiger mit Zusatzfunktionen ausgestattet (zwei regelbare Eingänge plus interner positiver oder negativer Offset-Spannnung, Hysterese-Funktion für unterschiedliche Ein- und Ausschalt-Spannungen usw.)

Um den A-167 nachzubauen, müsste man den A-168-1 zumindest um einen A-183-2 Offset-Polarizer, vielleicht auch um einen A-138c Polarizing Mixer und einen A-183-3 Amplifier ergänzen.

Beim „Gap“-Regler des A-167 wird es etwas schwieriger. Er verschiebt gleichzeitig den Schwellwert zum Start des erzeugten Gate-Signals nach oben und den Schwellwert für dessen Ende nach unten. Hier könnte man mit einem Slew Limiter wie dem A-170 experimentieren, der die Eingangsschwingung entsprechend „verschleift“.

Konfiguration auf der Platine

Auf der kleinen Platine finden wir diesmal keine Jumper für optionale Funktionen, sondern zwei Trimmpotis zur Anpassung an unterschiedliche Eingangs-Module. Man sieht daran, dass das Konzept weniger ein allgeimein einsetzbarer Comparator, sondern – Nomen est Omen – ein PWM-Generator ist, der einem bestimmten VCO oder LFO relativ fest zugeordnet wird.

  • P4: Hier wird die Offset-Spannung beim Mittelanschlag des „PW“-Reglers eingestellt. Für VCO-Signale sollte die Werkseinstellung passen, beim Einsatz mit einem ADSR-Generator (der nur positive Spannungen liefert) muss man hier anpassen. Wer das nicht möchte, kann auch einen A-183-2 zwischen Eingangssignal und PWM-Generator schalten.
  • P3: Hier wird die Verstärkung der Steuerspannung eingestellt. Bei sehr schwachen Eingangssignalen muss hier ggf. eine echte Verstärkung erfolgen. Wer nicht mit dem Trimmpoti arbeiten möchte, verwendet alternativ einen A-183-3 zwischen Modulationsquelle und PWM-Generator.
Die beiden Trimmpotis auf der Platine.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe20 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-160-5 Voltage Controlled Clock Multiplier / Ratcheting Controller

Ratcheting Controller sind immer noch etwas ungewöhnliche Tools in der Modularwelt. Dabei haben bereits Tangerine Dream vor fast 50 Jahren ihre Sequencen mit ihnen spannend gestaltet.

Was macht ein Ratcheting Controller? Im Grunde haben wir das Gegenteil von einem Clock-Divider (wie etwa dem A-160-2) vor uns: Ein eingehendes Clock-Signal wird vervielfältigt, und zwar nach Möglichkeit so, dass die ausgegebene Clock auch rhythmisch-musikalisch zur ursprünglichen Clock passt. Im Gegensatz zum Clock-Divider kann die Elektronik dabei nicht einfach „abzählen“ und z.B. bei jedem vierten Eingangs-Trigger selbst ein Triggersignal ausgeben, sondern muss die durchschnittliche Frequenz der Eingangs-Trigger berücksichtigen und daraus eine eigene – vervielfachte – Trigger-Frequenz berechnen. Das bedeutet aber auch, dass sich Tempoänderungen bzw. Schwankungen der Eingangsfrequenz auf das vervielfachte Clock-Signal auswirken: Der A-160-5 benötigt etwas mehr Zeit, um sich an das neue Clock-Signal anzupassen, als ein einfacher Frequenzteiler.

Ratcheting

Das eigentliche Ratcheting geht aber über eine Vervielfachung des Eingangs-Clocksignals hinaus. Ansonsten könnte man ja auch einfach ein schnelleres Clocksignal wählen und für die langsamere Variante (die unserem A-160-5 als Eingangssignal dient) dann einen einfachen Clockteiler. Beim Ratcheting werden aber nur einzelne Schritte einer Sequenz mit einem schnelleren Clock-Trigger versehen und danach geht es wieder zurück zur ursprünglichen Geschwindigkeit.

Um das automatisiert zu steuern, verfügt der A-160-5 über einen Steuerspannungseingang: Hier kann man den Sequencer selbst oder einen zum Sequencer synchron laufenden Zufallsgenerator anschließen, die dann die Zahl der Trigger-Impulse für jeden Schritt der Sequenz festlegen.

Als Eingangs-Clocksignal für den A-160-5 sollte man tatsächlich einen Clock-Trigger mit konstanter Frequenz verwenden und nicht etwa einen der Trigger/Gate-Ausgänge des A-155 Sequencers: Das Auslassen eines Triggers im Sequencer über einen der 8 Kontrollschalter des A-155 würde den A-160-5 sonst ziemlich „aus dem Takt“ bringen. Man kann dennoch einzelne Sequencer-Schritte komplett auslassen, da der A-160-5 bei einer Steuerspannung von 0 V am „CV In“ Eingang die Erzeugung von Triggersignalen stoppt. Falls keine Spannungssteuerung verwendet wird: Bei komplett nach links gedrehtem „Manual“-Regler stoppt ebenfalls die Ausgabe von Triggersignalen.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A160-5-IN

Ausgänge:

CTRL-A160-5-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A160-5-SW

Versionsunterschiede

Die erste Auflage des A-160-5 hatte, wie bereits erwähnt, noch eine falsche Beschriftung „Divider Set“ anstatt „Multiplier Set“ neben dem Schalter für die verschiedenen Multiplizier-Reihen. Doepfer hat daneben aber auch einen kleinen Fehler im Zusammenspiel mit einem Sequencer ausgeräumt. In der ersten Auflage des Moduls hatte eine geänderte Steuerspannung erst auf den darauf folgenden Sequencer-Schritt Auswirkung. Wenn man das weiß, ist es keine große Sache, aber bequemer (weil intuitiver!) ist das Verhalten der aktuellen Produktion des A-160-5, der eine geänderte Steuerspannung sofort umsetzt (und nicht erst im darauf folgenden Schritt wie die Erstauflage).

Klangbeispiele

Ein A-155 / A-154 Sequencer steuert einen A-111-5 Mini Syntesizer. Das Clock-Signal aus dem A-154 wird als Einangs-Clock für den A-160-5 verwendet. Die obere Spur des A-155 steuert (über einen A-156 Quantizer) die Tonhöhe des A-111-5, die untere Spur des A-155 ist das Steuersignal für das Ratcheting des A-160-5, der die Hüllkurve des A-111-5 auslöst. Die Steuerspannungen für das Ratcheting werden manuell verändert.

Typische Ratcheting-Sequenz mit dem A-160-5.

Neben dem Einsatz als Clock-Multiplier lässt sich der A-160-5 auch in gewissem Rahmen als Audio-Multiplier einsetzen. Dazu wird ein Audiosignal – idealerweise eine Rechteckschwingung – als Clocksignal verwendet, hier von einem A-110-1 VCO.

Audio-Multiplier. Die Audio-Transponierungen werden manuell durchfahren.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe35 mm
Strombedarf50 mA (+12V) / -0 mA (-12V)

A-160-2 Clock/Trigger Divider II

Der A-160-2 macht eigentlich genau das, was ich mir immer von einem Clock-Teiler gewünscht hatte. Er teilt ein eingehendes Clock-Signal auf „musikalische“ Weise. Was ist damit gemeint? Ein einfacher Clock-Teiler wie der alte A-160-1 zählt sozusagen die Eingangs-Trigger und teilt immer in zwei gleich große Hälften, je nach Teilfaktor. Bei einer Teilung durch 4 zum Beispiel wird der Clock-Teiler vier Eingangs-Trigger in zwei Hälften teilen, also seinen eigenen Trigger vom dritten bis vierten Eingangs-Trigger (bzw. bis zum Ende von dessen Null-Level) ausgeben. Das ist genau ein Viertel. Bei 1/8 wird der Ausgangs-Trigger vom fünften bis achten Eingangs-Trigger aktiviert. Und auch diese eine (lange) Ausgangs-Trigger ist genau ein Achtel.

Das ist mathematisch korrekt, aber die meiste Musik, die wir machen, tickt anders. Wenn die Eingangs-Trigger Viertelnoten entsprechen, dann wünschen wir uns meist, dass der durch 4 geteilte Trigger den ganzen Noten entspricht. Da wäre dann ein Trigger auf dem ersten, dem fünften, dem neunten und dem dreizehnten Eingangs-Trigger. Und genau das macht der A-160-2 Clock/Trigger Divider.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A160-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A160-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A160-2-SW

Wie wird geteilt?

Anders als der A-160-1 erzeugt der A-160-2 seinen ersten Ausgangs-Trigger bereits beim ersten Eingangs-Trigger. Das liegt uns musikalisch näher, weil es den abgeleiteten Triggger schon „auf der 1“ erzeugt und nicht erst später.

Sehen wir und das einmal im „GATE“-Modus des A-160-2 im Oszilloskop an:

Unten sehen wir den Eingangs-Trigger, oben das Ausgangs-Signal bei einer Teilung durch 3. Der Divider teilt drei eingehende Ein- und Aus-Signale symmetrisch auf und erzeugt während der ersten Hälfte ein Trigger-Signal und während der zweiten Hälfte ein Null-Signal, also keinen Trigger. Bedingt durch die dafür erforderlichen Rechenoperationen sehen wir einen minimalen Versatz bei den ansteigenden und abfallenden Flanken des Ausgangssignals.

Der „GATE“-Modus teilt – wie konventionelle Clock-Divider – die Eingangssignale immer in zwei gleich große Hälften für sein Ein- und Aus-Signal. Daneben gibt es noch einen zweiten Modus „TRIG“, der die Länge des Eingangssignals in das Ausgangssignal übernimmt:

„TRIG“-Modus bei einer 1/5-Teilung. Unten ist wieder der Eingangs-Trigger, oben das vom A-160-2 erzeugte Signal.
Zum Vergleich: „GATE“-Modus ebenfalls bei 1/5-Teilung. Unten ist wieder der Eingangs-Trigger, oben das vom A-160-2 erzeugte Signal.

Der Custom Modus „Cst“ ist offiziell noch nicht implementiert, bei meinen A-160-2 Modulen gibt er eine invertierte Version des „TRIG“-Modus aus, also ein kurzes Triggersignal bei den entsprechenden „Null“-Phasen des Eingangs-Triggers.

„Cst“-Modus (invertierter „TRIG“-Modus) bei 1/5-Teilung. Unten ist wieder der Eingangs-Trigger, oben das vom A-160-2 erzeugte Signal.

Verschiedene Teilungs-Reihen

Die üblichen Frequenz- oder Clockteiler halbieren einfach. Bei Audiosignalen ist das eine Oktave darunter, bei Clocksignalen halbe Geschwindigkeit. Das kann man mehrfach wiederholen und erhält weitere Suboktaven oder 1/4 oder 1/8, 1/16 usw. der Clock-Geschwindigkeit. So arbeitet auch der A-160-1 mit den bereits bekannten „Merkwürdigkeiten“ bei der Ausgabe der geteilten Clock-Signale.

Der A-160-2 bietet das ebenfalls – als eine von 3 Optionen – an. In der oberen Schalterstellung für die Teilungs-Reihen erzeugt er an den Ausgangsbuchsen die Teilungen 1/2, 1/4, 1/8, 1/16, 1/32, 1/64 und 1/128.

Aber das Modul kann natürlich mehr.

In der mittleren Schalterposition werden Primzahlen als Teiler ausgegeben: 1/2 (klar, die kommt immer vor), 1/3 (die Eingangs-Clock wird als Triole zusammengefasst), 1/5, 1/7, 1/11, 1/13 und 1/17. Primzahlen als Teiler führen zu einem maximalen „Auseinanderdriften“ der rhythmischen Struktur. Bis sich z.B. eine durch 11 und eine durch 13 geteilte Eingangs-Clock wieder zur gleichen Zeit treffen, vergehen 11 x 13, also 141 Eingangs-Clocksignale. Das ist ideal für polyrhythmische Strukturen.

In der unteren Schalterposition entstehen jeweils um 1 weiter gezählte Teiler: 1/2 (klar), 1/3, 1/4, 1/5, 1/6, 1/7 und 1/8. Hier treffen so manche Teiler öfter aufeinander als bei den Primzahlen, wir bewegen uns also auf etwas gewohnterem Boden, aber man kann trotzdem rhythmisch interessante Strukturen damit aufbauen.

Klangbeispiele: Rhythmische Strukturen

Für die Klangbeispiele wird ein Eingangstrigger aus einem A-155 Sequencer gewonnen (der außer den Triggersignalen aber sonst nichts beisteuert). Mehrere Ausgänge des A-160-2 triggern die Decay-Hüllkurven eines A-142-4 Quad Decay, die wieder vier Verstärker in zwei A-132-3 VCAs steuern. Klangmaterial für die VCAs: Digitale und analoge Rauschgeneratoren, ein A-105 Filter als „Bassdrum“, etwas Nachbearbeitung durch Filter und ein BBD.

Das erste Beispiel verwendet die „normale“ Teilung in quadratischen Schritten, wie sie auch der A-160-1 kennt.

Teilung: 1/2, 1/8, 1/16, 1/32

Im nächsten Beispiel verwenden wir die Teilung nach fortlaufenden Zahlen. Das Ergebnis ist bereits etwas komplexer.

Teilung: 1/1 (ursprüngliches Clocksignal), 1/3, 1/4, 1/5.

Zuletzt verwenden wir die Teilung nach Primzahlen. Hier entstehen sehr komplexe Rhythmen, die vergleichsweise lange brauchen, bis sich mal etwas wiederholt.

Teilung: 1/1 (ursprüngliches Clocksignal), 1/3, 1/5, 1/7.
Teilung: 1/2, 1/5, 1/7, 1/11.

Konfiguration auf der Platine

Wie üblich bei den neueren Doepfer-Modulen, lässt sich auch beim A-160-2 noch einiges im Detail über Steckbrücken (Jumper) auf der Platine konfigurieren.

Hinweis: Die beiden Steckbrücken ganz links werden derzeit nicht verwendet, die beiden Steckbrücken ganz rechts müssen immer unbenutzt (ohne aufgesteckte Jumper) bleiben.

Die einsetzbaren Jumper von links nach rechts:

  • Reset Type: Bei gesetztem Jumper wird ein Reset nach Über- bzw- Unterschreiten einer bestimmten Spannung durchgeführt. Bei einem Dreieck oder Sinus als Reset-Signal erfolgt der Reset damit leicht verzögert. Ohne Jumper wird versucht, eine steigende (bzw. bei negativer Polarität des Reset-Signals fallende) Flanke zu erkennen und als Auslöser zu verwenden.
  • Reset Polarity: Bei gesetztem Jumper erfolgt der Reset bei Überschreiten einer Spannung oder steigendem Eingangssignal (abhägig vom Reset Type), ohne Jumper bei Unterschreiten einer Spannung oder fallendem Eingangssignal.
  • Output Polarity: Bei gesetztem Jumper werden die geteilten Clocksignale als „normale“, positive Trigger ausgegeben, ohne Jumper werden die Ausgegebenen Trigger invertiert (d.h. ein Trigger wird da ausgegeben, wo normalerweise eine „Pause“ war).
  • Clock Input Polarity: Das Modul reagiert bei gesetztem Jumper auf „normale“, positive Clocksignale, ohne Jumper wird das Clocksignal invertiert, d.h. es werden die „Pausen“ zwischen den Clocksignalen als Trigger verwendet.

Im Werkszustand sind alle 4 Jumper gesetzt, die alternativen Konfigurationen stehen in diesem Fall auch eher für „exotische“ Einsatzmöglichkeiten des Moduls.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe35 mm
Strombedarf50 mA (+12V) / -0 mA (-12V)

A-160-1 Clock/Trigger Divider

Der A-160-1 Clock Divider kann aus einem regelmäßigen Triggersignal (einem „Clocksignal“) langsamere Varianten (z.B. halb so schnell, 1/4 so schnell usw.) erzeugen. Oft wird der A-160-1 auch mit dem A-161 Clock Sequencer ergänzt, der den A-160-1 als notwendiges Basismodul benötigt.

Aber der A-160-1 ist natürlich ebenso als Audiofrequenzteiler einsetzbar und bietet Suboszillatorsignale bis 6 Oktaven unter dem Eingangssignal. Im Gegensatz z.B. zum A-115 Audio Divider muss man beim A-160-1 die Suboktaven aber noch mit einem Mixer in der Lautstärke aufeinander abstimmen.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A160-1-IN

Ausgänge:

CTRL-A160-1-OUT

Teilung von Clocksignalen

Das ist eigentlich der „Standard“ für den A-160-1: Wir verwenden ein gleichmäßig getaktetes Rechtecksignal, das dann auf die Hälfte der Geschwindigkeit, ein Viertel usw. geteilt werden kann. Damit lässt sich dann etwa ein zweiter A-155 takten, der z.B. nur jeden vierten Schritt weiter schalten soll.

Die Teilung des eingehenden Clocksignals erfolgt nicht beim ersten Trigger.

Und genau da ist ein kleines Problem verborgen, das auf der speziellen Art der Frequenzteilung beruht. Nehmen wir als Beispiel die 1/2-Teilung. Der A-160-1 „zählt“ die Trigger am Eingang und sobald der zweite Trigger registriert wird, sendet er selbst einen Trigger. Problem gelöst, die Frequenz ist halbiert.

Das funktioniert absolut exakt, ist aber leider nicht das, was wir „musikalisch“ gewohnt sind. Da müsste der geteilte Trigger nämlich immer „auf der 1“ liegen, und nicht z.B. auf dem zweiten Achtel eines Taktes. Interessante Musik lässt sich trotzdem damit machen, sie wird nur etwas anders ausfallen, als wir das vielleicht erwarten würden.

Die Teilung für 1/4 der Eingangs-Trigger.

Bei höheren Teilerfaktoren wird es noch etwas seltsamer. Der Grund liegt darin, dass der Clock Divider immer eine vorgegebene Anzahl von Eingangs-Triggern in zwei genau gleich große Teile zerlegt und seinen Ausgangs-Trigger genau bei der Hälfte startet. Das klingt zunächst logisch, bei 1/4 erhält man aber eine Aufteilung, bei der der Ausgangs-Trigger beim DRITTEN Eingangs-Trigger startet, bei 1/8 startet der Ausgangs-Trigger beim FÜNFTEN Eingangs-Trigger usw.

Abhilfe schafft hier eine Invertierung der geteilten Trigger, damit erhalten wir bei 1/2 ein Triggersignal auf der 1, der 3, der 5 usw. und bei 1/4 auf der 1, der 5 usw.

Suboszillator

Neben seinem »eigentlichen« Einsatz als Clock-Teiler für Sequencer-Patches kann der A-160-1 sehr gut als Audio-Suboszillator eingesetzt werden. Aufgrund seiner schmalen Bauweise von nur 4 TE ist das besonders bei kleineren (oder schon recht vollen) Systemen interessant.

Durch den Reset-Eingang lassen sich mit Hilfe eines zweiten Oszillators ungewöhnliche Sync-ähnliche Klänge erzeugen.

Ein zweiter VCO (etwa 3,5 Oktaven tiefer gestimmt) setzt den Frequenzteiler zurück.
Patch-Beispiel zum Oszilloskop-Bild links: Zwei A-110-1 VCOs steuern den A-160-1 Clock-Divider im Audiobereich.

Klangbeispiele

Das Klangbeispiel entspricht dem eben beschriebenen Patch: Das Rechtecksignal eines A-110-1 VCOs wird als Eingangssignal verwendet, das Rechtecksignal eines zweiten – 2 Oktaven tiefer transponierten A-110-1 als Reset-Trigger. Aus dem A-160-1 wird der „/4“-Ausgang (2. Suboktave) verwendet. Wir starten mit einem deutlich nach unten verstimmten Reset-VCO (Tune =0), ich erhöhe den Tune Regler langsam bis 10 und dann deutlich schneller wieder zurück zu 0.

Man hört deutlich, wie sich die Interferenzen zwischen den beiden Oszillatoren im Klang auswirken, bis hin zu einem Punkt bei etwa 0:57“, wo der Frequenzteiler Schwierigkeiten hat, überhaupt eine geteilte Frequenz auszugeben.

Alternativen

Als Frequenzteiler kommen neben dem sehr handlichen A-160-1 im Audiobereich natürlich noch der A-115 Audio Divider mit seinen parallel erzeugten vier Suboktaven, der spannungsgesteuerte A-163 VC Frequency Divider sowie der programmierbare A-113 Trautonium Subharmonic Generator in Frage.

Eher auf Clocksignale spezialisiert ist dagegen der A-160-2 Clock/Trigger Divider II, der neben einer Fülle an Ausgangs- und Teileroptionen auch das oben beschriebene Problem der Clock-Teilung anders löst und damit den nachgeschalteten Trigger-Inverter spart: Hier wird tatsächlich immer „auf der 1“ geteilt.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -0 mA (-12V)

A-171-2 Voltage Controlled Slew Processor/Generator

Der A-171-2 ist eines der ungewöhnlichsten Module im gesamten Doepfer-Sortiment (das neben vielen „Brot-und-Butter“-Modulen nun wirklich mehr als nur ein paar Raritäten zu bieten hat). Wo fangen wir an?

Zunächst: Was macht das Modul eigentlich? Ein Slew Processor also. Ja, schon mal gehört, das ist ziemlich praktisch. Sorgt für den Portamento-Effekt, den man braucht, wenn man zum Beispiel das „Lucky Man“-Solo spielen möchte, alles klar.

Ach so, das Ding hat auch Steuerspannungseingänge für das Portamento. Na gut, wer’s braucht, schadet ja nichts. Und einen Triggereingang haben wir auch. Hmm. Und einen „Cycle“-Schalter, na sowas. Ja wie, in den Eingang kann man auch Audio-Signale schicken, wer macht den sowas?

Also nochmal in Kurzform:

  • Das Modul kann Steuerspannungen glätten (wie bereits der A-171-1).
  • Das Modul kann auch ohne Eingangssignal Spannungen ausgeben, die von einem Trigger ausgelöst werden, wir haben also einen Hüllkurvengenerator.
  • Im Cycle-Modus können wir periodische Schwingungen erzeugen, deren Frequenz und Form über Steuerspannungen beeinflusst werden, wir haben also einen Oszillator, zumindest einen LFO.
  • Wenn wir an Stelle einer Steuerspannung ein Audiosignal in den Eingang schicken, haben wir ein Filter- bzw. LPG-Modul.
  • Am „End“-Ausgang wird ein Rechtecksignal ausgegeben, das beim Über- bzw. Unterschreiten eines Schwellwerts ausgelöst wird, wir haben also auch noch einen Comparator vor uns.
  • Das erzeugte Rechtecksignal wird mit Verzögerung aus dem Eingangs-Trigger erzeugt, also haben wir auch ein Trigger-Delay.
  • Bei geschickter Wahl der aufsteigenden und fallenden Slew Rates werden ganzzahlige Subharmonische aus einem periodischen Eingangs-Trigger (z.B. von einem VCO) erzeugt, also auch noch ein Subharmonic Generator.

Ganz schön viel für so ein unscheinbares 8-TE-Modul, oder?

Tatsächlich geht das Design des Moduls auf eine lizensierte Version des VCS von Ken Stone zurück, das wieder eine Version des ursprünglichen Serge Dual Universal Slope Generator ist.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A171-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A171-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A171-2-SW

Klangbeispiele

Portamento:

Die „Brot-und-Butter“-Anwendung für einen Slew Processor ist die Abrundung von Sprüngen bei Steuerspannungen. Das klassische Beispiel dafür ist der „Portamento“-Effekt, bei dem die Steuerspannung für einen VCO langsam zwischen zwei Tonhöhen gleitet, anstatt abrupt zur nächsten Tonhöhe zu springen.

Dafür wird eine Steuerspannung (hier von einem Sequencer) an die „In“-Buchse des A-171-2 gelegt, der „Cycle“-Schalter ist aus. Die Charakteristik der Abrundung kann linear oder exponentiell sein, die Dauer der Abrundung der Steuerspannung erfolgt separat für aufsteigende und absteigende Schritte über die beiden Regler „“ (Up) und „“ (Down).

Die Steuerspannung für eine einfache Sequenz wird im A-171-2 bearbeitet. Wir hören zunächst die Glättung der aufsteigenden Spannungen, dann die der absteigenden Spannungen und schließlich den A-171-2 im „Cycle“-Modus. Beide Glättungen arbeiten exponentiell.

Audio-Bearbeitung:

Der A-171-2 kann auch ähnlich wie ein Filter eingesetzt werden, wobei man bei komplexerem Audiomaterial keine „übliche“ Filterung erwarten sollte. Das Audiosignal wird in die „In“-Buchse geleitet.

Das Audiosignal einer einfachen Sequenz wird in den Eingang des A-171-2 geleitet. Zuerst hören wir wieder die Glättung der aufsteigenden Spannungen (des Audiosignals), dann der absteigenden Spannungen und schließlich wird der „Cycle“-Modus des A-171-2 eingeschaltet.

Bei einfachen Audiosignalen, insbesondere bei einem Rechteck sind die Klangveränderungen schon deutlicher, da die Schwingungsform sehr deutlich von Rechteck über Sägezahn/Rechteck-Mischungen zu einem Dreieck-Signal verändert wird.

Das Rechteck-Signal eines einzelnen A-110-1 VCOs wird in den Eingang des A-171-2 geleitet. Zuerst wird der „Up „-Regler von 0 bis zur Hälfte erhöht, danach der „Down „-Regler bis zur Hälfte, „Up“ wird wieder bis 0 heruntergeregelt und schließlich „Down“. Beide Glättungen arbeiten linear.

Die folgenden Oszilloskop-Bilder zeigen die Veränderung des Rechtecksignals aus dem A-110-1. Bereits bei Nullstellung der Regler findet eine leichte Glättung zu einem Trapezoid statt.

„Up“ = 0, „Down“ = 0.
„Up“ = 5, „Down“ = 5.
„Up“ = 5, „Down“ = 0.
„Up“ = 0, „Down“ = 5.

Der A-171-2 als VCO:

Wenn man den Schalter „Cycle“ einschaltet (rechte Position), dann verhält sich der A-171-2 wie ein Oszillator. Er gibt dann ganz ohne Eingangssignal laufend eine periodisch steigende und fallende Spannung aus, ähnlich wie der A-143-1 Complex Envelope Generator im „LFO“-Modus. Im Gegensatz zum A-143-1, dessen Frequenz ausschließlich von der Länge der steigenden und fallenden Flanken abhängig ist, lässt sich die Frequenz des A-171-2 über eine Steuerspannung exponentiell beeinflussen.

Doepfer weist darauf hin, dass der „exp. CV“-Eingang keine 1V/Oktave-Charakteristik besitzt, was mit den steigenden und fallenden Flanken, die zudem wahlweise linear oder exponentiell (bzw. invers exponentiell) verlaufen können vermutlich auch kaum realisierbar wäre.

Der A-171-2 ist im „Cycle“-Modus, lediglich der „exp. CV“-Eingang ist mit dem Sequencer von vorhin verbunden. Man hört deutlich, dass hier keine 1V/Oktave-Steuerung vorliegt. Kein Eingangssignal.
Der A-171-2 ist im „Cycle“-Modus und erzeugt eine Dreieckschwingung. Die Shape-Regler („CV “ und „CV „, exponentieller Modus) der Slew Rates für aufsteigende und abfallende Spannung werden von ursprünglich „0“ auf die Maximal- bzw. Minimal-Werte (konkave bzw. konvexe Kurven) verändert. Kein Eingangssignal.

Die folgenden Oszilloskop-Bilder zeigen die Schwingungsformen des A-171-2, ausgehend vom Dreieck mit verschiedenen konvexen oder konkaven (bzw. logarithmischen / exponentiellen) Ausrichtungen der Glättung.

„Up Shape“ = 0, „Down Shape“ = 0.
„Up Shape“ = -5, „Down Shape“ = 5.
„Up Shape“ = 5, „Down Shape“ = 0.
„Up Shape“ = -5, „Down Shape“ = 0.
„Up Shape“ = 5, „Down Shape“ = 5.
„Up Shape“ = -5, „Down Shape“ = -5.
„Up Shape“ = 0, „Down Shape“ = 5.
„Up Shape“ = 0, „Down Shape“ = -5.

Subharmonic Generator:

Hier wird nicht ein Audiosignal direkt bearbeitet, sondern wir setzen das Rechteck-Signal eines Oszillators als Trigger im eingang „Trig“ ein, um den A-171-2 (der dann ein Dreicksignal erzeugt) immer wieder neu zu starten. Am Eingang „In“ liegt dabei kein Signal an. Im Gegensatz zu anderen Frequenzteilern wie dem A-113 entstehen beim Durchfahren des Reglers „“ (Up) allerdings deutliche Artefakte.

Ein A-110-1 wird von einem Sequencer gesteuert, das Rechtecksignal des VCOs dient zum Triggern des A-171-2, der somit als VCO arbeitet. Etwa ab der Mitte des Reglerweges des „Up“-Reglers entstehen Frequenzteilungen des ursprünglichen Signals.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-157 Trigger Sequencer Subsystem

Der A-157 Trigger Sequencer ist ein Sequencer mit 8 Spuren, der allerdings keine regelbaren Steuerspannungen wie etwa der A-155 ausgibt, sondern ausschließlich Triggersignale – vergleichbar mit den beiden Trigger-Spuren beim A-155. Zum Programmieren, wann ein Trigger gesendet werden soll und wann nicht, dienen hier nicht mehr Kippschalter, sondern eine Matrix aus Status-LEDs und Tipptastern, zum ein- und Ausschalten des jeweiligen Schrittes.

Das System besteht aus drei Modulen, die nur gemeinsam funktionieren und daher auch gemeinsam von Doepfer vertrieben werden: Da ist einmal die eigentliche Matrix A-157-1 mit 8 Spuren und 16 Schritten, dann die 8 Triggerausgänge – zusammengefasst im Modul A-157-2 und schließlich das Modul A-157-3, mit dem der laufende Betrieb (Start, Stop, Clock usw.) des Sequencers manuell oder über Steuereingänge geregelt wird.

Bedienelemente A-157-1

Regler / Schalter:

CTRL-A157-1-SW1

CTRL-A157-1-SW2

Bedienelemente A-157-2

Ausgänge:

CTRL-A157-2-OUT

Bedienelemente A-157-3

Eingänge:

CTRL-A157-3-IN

Regler / Schalter:

CTRL-A157-3-SW

Einsatz

Die A-157-Module sind der nahezu perfekte Weg, um ein A-100 System in eine programmierbare Lauflicht-Drummaschine zu verwandeln. Mit 8 Spuren wird man bei kleineren Systemen allerdings schnell an Grenzen stoßen: Um die 8 Spuren sinnnvoll einzusetzen, wird man auch zumindest 8 Hüllkurven, Klangerzeuger, Filter und VCAs benötigen, die vom Sequencer dann unabhängig angesteuert werden können. Das ist ein Aufwand, den man dann doch schnell mal mit einem separaten Drumcomputer – selbst wenn dieser in der Klangerzeugung vollständig analog aufgebaut ist – vergleichen wird. Und der externe Drumcomputer wird in der Regel deutlich günstiger ausfallen.

Andererseits hat man natürlich mit dem Modularsystem eine unvergleichbare Flexibilität und Kontrolle auch über kleinste Details. Was beim „Drummie“ dann gerne mal mit nur einem Regler abgedeckt wird, kann man beim A-100 durch ganze Ketten von Modulen sehr fein im Detail ausarbeiten. Und die Integration mit anderen Teilen des Modularsystems ist natürlich auch nicht zu verachten. Letztlich bleibt es eine Philosophiefrage, wie weit man auch bei so scheinbar banalen Dingen wie elektronischen Drums (und ihren Verwandten) die volle Kontrolle behalten möchte.

Ein weiteres sehr lohnendes Feld erschließt sich mit den neuen polyphonen Modulen von Doepfer. Anstatt einfach nur langweilige Akkorde zu drücken, kann man die Trigger für z.B. 4 Stimmen dem A-157 überlassen und über die Tastatur lediglich die harmonische Struktur der Sequenz in Echtzeit „spielen“.

Klangbeispiele

In einer meiner Modular-Improvisationen, „Tat Tvam Asi“, habe ich den A-157-Sequencer nicht nur für „Drums“ eingesetzt, sondern zusätzlich zum Triggern von vorab gestimmten A-188-1 BBDs, die jeweils einen fixierten Ton per Karplus-Strong-Synthese erzeugt haben. Der Ausschnitt enthält nur die vom A-157 gesteuerten Spuren.

Das Original der Aufnahme befindet sich hier:

Technische Daten (alle 3 Module zusammen)

Breite52 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf350 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-183-4 Quad Level Shifter

Das Modul A-183-4 ist eines der Tools, die beim Einsatz von Modulen anderer Hersteller nützlich sein können: Während z.B. die Hüllkurvengeneratoren von Doepfer gut mit Trigger/Gate-Signalen von +5V zurecht kommen, benötigen manche andere Module +12V. Hier setzt der Level Shifter an und erzeugt aus Trigger/Gate-Signalen mit niedrigerer Spannung die erforderliche höhere Spannung.

Dabei wird das Eingangssignal nicht einfach verstärkt, sondern das neue Trigger/Gate-Signal wird durch einen Comparator erzeugt: Sobald das Eingangssignal einen Schwellwert von +3V überschreitet, wird eine konstante Ausgangsspannung ausgegeben, bis die Eingangsspannung wieder unter +0,8V sinkt.

Das hat zudem den Vorteil, dass die erzeugten Trigger/Gate-Signale sehr steile und präzise Flanken aufweisen. Besonders die neueren ADSR-Generatoren A-141-2 und A-141-4 scheinen etwas empfindlicher auf zu wenig steile Flanken von Gate-Signalen zu reagieren und lösen dann evtl. nicht korrekt aus. Hier kann ein zwischengeschalteter A-183-4 Abhilfe schaffen.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A183-4-IN

Ausgänge:

CTRL-A183-4-OUT

Alternativen

Wenn lediglich eine Anpassung bzw. Erhöhung der Spannung eines Signals erforderlich ist, kann auch der A-183-3 Amplifier eingesetzt werden, der allerdings keine Verbesserung/Schärfung von Trigger-Flanken vornimmt. Dafür ist er aber auch zur Anhebung von anderen Steuerspannungen wie LFOs, Audiosignalen usw. geeignet, während der A-183-4 immer nur eine ganz bestimmte Spannung bei Überschreitung des Schwellwerts ausgibt.

Ein deutlich komplexer und vielseitiger arbeitender Comparator ist der (leider nicht mehr lieferbare) A-167, der nicht nur mit einem einstellbaren Schwellwert, sondern auch mit zwei Eingangssignalen arbeiten kann.

Technische Daten

Breite2 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -0 mA (-12V)

A-152 Voltage Addressed Track&Hold / Switch

Das Modul A-152 Voltage Addressed Track & Hold / Switch ist das mit Abstand flexibelste hier vorgestellte Schalt-Modul.

Es bietet einen bidirektionalen 8:1 bzw. 1:8 Schalter, der sich sowohl über Steuerspannung adressieren, als auch über Triggersig­nale weiterschalten lässt (bzw. mit einem Reset-Trigger auf die erste Stufe zurückschalten kann).

Zusätzlich steht eine Track & Hold (T&H) Schaltung mit acht Ausgängen zur Verfügung, sowie für jede der 8 »Stufen« ein eigener Gateausgang (»Dig. Out«), der bei aktiver Stufe ein Gatesignal ausgibt.

Der A-152 riecht förmlich nach Komplexität der möglichen Anwendungen und ist nebenbei mit 29 Buchsen ein ordentlicher »Kabelfresser«.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A152-IN1

CTRL-A152-IN2

Ausgänge:

CTRL-A152-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A152-SW

Zufällige Gates

Hier werden 8 zufällige Gatesignale erzeugt, gesteuert durch den »Random Out« des A-118-1 Noise / Random Moduls.

Als Alternative zur Erzeugung zufälliger Gates mit dem A-149-1 / A-149-2 kann man den A-152 mit einer Zufallsspannung steuern. Es wird dabei im Gegensatz zum A-149-2 aber immer nur ein einzelner Gate­ausgang aktiv werden. Die Schaltung bietet sich an, mehrere Hüllkurven unabhängig voneinander (aber nie gleichzeitig) per Zufall zu starten.

Weiterschalten der Ausgänge eines XP-Filters

Umschalten der acht Audioausgänge des A-106-6 XP Filters. Der Schaltvorgang erfolgt hier beliebig (»wahlfrei«) durch eine angelegte Steuerspannung.

Der Switch kann – ähnlich wie der A-155 Sequencer – zum rhythmisch synchronisierten Weiterschalten der Ausgänge des A-106-6 XP Filters verwendet werden. Im Gegensatz zum A-155 benötigt der A-152 dafür deutlich weniger Platz im Rack und ist zudem auch noch spürbar günstiger.

Interne Standardverbindungen

Die beiden Buchsen »Common Switches In / Out« und »Common T&H Input« lassen sich über Jumper auf den Platinen miteinander verbinden.

  • Variante 1 (Default): Signale an »Common Switches In / Out« werden an »Common T&H Input« weitergeleitet. Die Verbindung kann unterbrochen werden, wenn ein Stecker in die T&H-Eingangsbuchse (Schaltbuchse) gesteckt wird. Das erlaubt die Verwendung von 8 unterschiedlichen Eingangssignalen (über die Buchsen »SW I/O«) für die 8 T&H-Ausgangsbuchsen. Dazu muss der Jumper JP7 auf den Stiften von der Buchse weg gesteckt sein, der Jumper JP8 auf den Stiften entgegen dem unteren Rand der Platine (wie auf der Abbildung).
  • Variante 2: Signale an »Common T&H Input« werden an »Common Switches In / Out« weitergeleitet (sie dient dabei als Eingangsbuchse). Die Verbindung kann unterbrochen werden, wenn ein Stecker in die Switch-Eingangsbuchse (Schaltbuchse) gesteckt wird. Somit steht das T&H-Eingangssignal immer auch am jeweils geschalteten Switch-Ausgang zur Verfügung. Dazu muss der Jumper JP7 auf den Stiften zur Buchse hin gesteckt sein, der Jumper JP8 auf den Stiften am unteren Rand der Platine.

Werden beide Jumper entfernt, bekommt keine der beiden Buchsen mehr das Signal der anderen.

Die Jumper JP7 und JP8 auf den Platinen des Moduls A-152.

Ein sehr musikalischer Clock-Teiler

Der Frequenzteiler ist besonders für Clocksignale nützlich, weil er sein Gatesignal immer »auf die 1« erzeugt (im Gegensatz z.B. zum A-160-1).

Das Clocksignal steuert den A-152, als Clock-Ausgang wird »Dig Out 1« verwendet. Die Teilung selbst wird dadurch bestimmt, dass einer der anderen »Dig Out« Ausgänge mit »Reset In« verbunden wird.

Polyphone Sequenzen

Das Modul A-152 Voltage Addressed Track & Hold / Switch kann neben seiner bereits vorgestellten Schaltfunktionen auch als komplexes Track & Hold Modul eingesetzt werden. Die Besonderheit besteht darin, dass nicht nur ein einzelner T&H-Ausgang wie beim A-148, sondern gleich 8 davon vorliegen.

Wenn man eine Sequenz aus einem A-155 so einstellt und quantisiert, dass auch bei gleichzeitigem Erklingen der Töne wenig Dissonanzen entstehen, kann man diese Sequenz »in Teilabschnitten« auf mehrere VCOs (hier im Beispiel 4) verteilen. Ein VCO spielt jeweils eine Note der Sequenz (»Track«-Phase), bis auf den nächsten umgeschaltet wird.

Dann spielt dieser weiter und der erste VCO hält den zuletzt gespielten Ton (»Hold«-Phase).

Optional kann man ein längeres Gatesignal für das Weiterschalten des A-152 ableiten, indem man einen geeigneten Frequenzteiler für das Clocksignal des Sequencers wählt. Dann werden z.B. 2-3 Töne vom gleichen VCO gespielt, bevor weitergeschaltet wird. Die Länge von Schaltsignal und »Pause« kann mit einem A-162 Dual Trigger Delay angepasst werden.

Der A-152 Switch verteilt die Steuerspannungen eines Sequencers der Reihe nach auf verschiedene Oszillatoren.

Ein Switch als Eimerkettenspeicher

Das Modul A-152 ist (unter anderem) ein Track & Hold. Der Unterschied zu einem Sample & Hold besteht darin, dass zwar auch eine einzelne Spannung festgehalten wird (»Hold«), dazwischen aber das Ausgangssignal 1:1 durchgelassen wird.

Sehr geräuschhaftes Ergebnis aus der schnellen Weiterschaltung im T&H.

Das A-152 hat 8 einzelne T&H-Ausgänge, die per CV oder Trigger nacheinander aktiviert werden können (und dann jeweils das Eingangssignal ausgeben). Nicht aktive Ausgänge geben konstant die zuletzt festgehaltene Spannung aus. Bei ausreichend hoher Trigger-Geschwindigkeit werden auch diese konstanten Spannungen wieder zu einer interessanten Geräuschquelle, die sich dann in sehr schneller Folge mit dem Eingangssignal abwechselt.

Der LFO (links) für die Weiterschaltung des A-152 ist schneller als der LFO (rechts) für dessen Reset. Dadurch lässt sich das Verhältnis zwischen Eingangssignal und »Hold«-Phase einstellen.

Wir beginnen mit einer sehr hohen Reset-Frequenz aus dem rechten LFO, die manuell langsam reduziert wird. Die Frequenz des VCOs bleibt dabei konstant. Ausgesprochen „musikalisch“ ist dieses Beispiel zugegebenermaßen nicht, aber man benötigt ja auch nicht immer „Schönklang pur“…

Modulation eines selbstoszillierenden Filters

Übergang von einem mit konstanter Spannung modulierten Filter-Sinus zu einer Filter-FM aus dem VCO.

Alternativ kann man auch das Ausgangssignal nutzen, um ein selbstoszillierendes Filter zu modulieren – das ist bei langsamerer Trigger-Geschwindigkeit interessant, da hier auch längere konstante Spannungen des T&H (als Sinus mit konstanter Tonhöhe) im selbstoszillierenden Filter »hörbar« werden.

Hier ist das Filter der Klangerzeuger: Die Frequenzmodulation vom A-110-1 wird über das A-152 und zwei LFOs gesteuert. Gleichzeitig wird die VCO-Frequenz über den zweiten T&H-Ausgang moduliert.

Im folgenden Klangbeispiel werden die Ausgänge des A-152 nur als Steuerspannungen verwendet. Primär, um das selbstoszillierende A-102 Filter zu modulieren, aber auch um die Frequenz des VCOs zu beeinflussen. Die spezielle Resonanz-Charakteristik des A-102 Filters trägt das ihre zum eigenwilligen Klang bei.

Die Frequenz der beiden LFOs wird manuell verändert.

Einsatz für VCO-Steuerspannungen

Nachdem hier im Gegensatz zu rein mechanischen Schaltern wie etwa beim A-182-2 eine programmierbare Steuerelektronik eingesetzt wird, besteht bei kleinen „Patch-Fehlern“ theoretisch das Risiko der Schädigung des Moduls etwa beim Verbinden zweier Ausgänge miteinander. Aus diesem Grund sind in jedem Umschalter Schutzwiderstände eingebaut, die einen Kurzschluss des Moduls verhindern.

Das führt bei Nutzung des Moduls für die Steuerung der Tonhöhe von VCOs (z.B. zum Umschalten zwischen Sequencer und Tastatur) allerdings zu hörbaren Spannungsverlusten. Hier muss zur Kompensation eines der Buffered Multiples (A-180-3 oder A-180-4) oder ein anderer Pufferverstärker (A-185-1 oder A-185-2) zwischen dem A-152 und dem VCO eingesetzt werden (ein Einsatz VOR dem A-152 bringt keine Verbesserung).

Technische Daten

Breite16 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-165 Dual Trigger Inverter / Modifier / Level Shifter

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Der A-165 Dual Trigger Inverter / Modifier ist ein praktisches kleines Modul, mit dem man Trigger und Gates invertieren kann.

Dabei werden in zwei identischen Teilmodulen »An« und »Aus« einfach vertauscht, das invertierte Signal ist keine negative Spannung, sondern wieder ein »normales« Gatesignal.

Zusätzlich kann aus der steigenden und aus der fallenden Flanke eines Gates je ein Trigger gewonnen werden. Das funktioniert auch mit Audiomaterial und erzeugt sehr interessante Ergebnisse!

Bedienelemente

Eingänge (für jedes Teilmodul):

CTRL-A165-IN

Ausgänge (für jedes Teilmodul):

CTRL-A165-OUT

Verdoppelung des Clocksignals

Einen Patch für einen »swingenden« Sequencer mit dem A-165 und einem A-146 LFO finden Sie beim A-146 Low Frequency Oscillator LFO 2. Bei steigenden und fallenden Flanken der Gatesignale aus dem Sequencer werden jeweils Trigger erzeugt.

Über eine A-155 Sequenz, die bereits die 8 Schritte voll ausnutzt (z.B. Bassdrum auf 1, 5 und 8, Snare auf 3 usw.) soll eine doppelt so schnelle Hihat (Sechzehntel) gelegt werden. Eine Verdoppelung der Sequencer­geschwindigkeit würde den Takt halbieren, also wird mit Hilfe eines A-165 das Clocksignal des Sequencers verdoppelt und für die Hihat verwendet.

Töne beim Loslassen einer Taste

Mit dem invertierten Gate kann man zwei unterschiedliche »Stimmen« des Modularsystems bei gedrückter und bei losgelassener Taste starten (die Stimme bei losgelassener Taste z.B. 2 Oktaven tiefer und klanglich etwas anders).

Der A-165 Trigger Modifier erzeugt ein invertiertes Gatesignal beim Loslassen einer Taste (oder einer vergleichbaren Quelle für Gatesignale). Das invertierte Gate wird zur Steuerung einer zweiten A-111-5 Mini Synthesizer Voice verwendet.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe35 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -0 mA (-12V)