A-141-2 Voltage Controlled Envelope Generator VCADSR / VCLFO

Pimp my VCADSR! Der Vorgänger A-141 war für viele Zwecke ein mehr als brauchbares Modul, aber im Detail gab es dann doch noch „Wünsche”: So schnell und „snappy” wie der legendäre A-140 war der A-141 nicht und loopbare Hüllkurven wie beim A-143-1 oder A-143-2 wären doch manchmal auch recht nett…

Beim neuen A-141-2 hat Doepfer nun so ziemlich alles hineingepackt, was man mit einer einzelnen ADSR-Hüllkurve technisch anstellen kann:

  • Spannungssteuerung – klar, hatten wir schon beim Vorgänger,
  • zusätzlich wurde noch ein VCA eingebaut, der dann spannungsgesteuert die Gesamtlautstärke regelt,
  • ein gemeinsamer CV-Eingang, der alle drei Zeit-Parameter Attack, Decay und Release steuert,
  • ein Range-Schalter für besonders schnelle oder besonders langsame Hüllkurven (Drones!),
  • Triggerausgänge die beim Ende der Attack oder der Release-Phase feuern und für einen LFO-Einsatz verwendet werden können,
  • neben dem normalen Ausgang noch einen invertierten Ausgang, sowie einen Ausgang, der hinter dem bereits erwähnten VCA liegt.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A141-2-IN1

CTRL-A141-2-IN2

Über eine Steckbrücke (Jumper) kann das Modul mit dem A-100 Bus verbunden werden und dort anliegende Gate-Signale – z.B. von einem Midi-Interface – verarbeiten.

Ausgänge:

CTRL-A141-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A141-2-SW

Versionsunterschiede

Die erste Version des A-141-2 war noch mit einfachen Abschwächern für die vier Steuerspannungseingänge ausgestattet. Die beiden A-141-2 in meinem Rack stammen noch aus dieser Generation, auch die Klangbeispiele wurden mit ihnen erstellt. Die aktuellen Module verfügen stattdessen über vier bipolare Regler, die rechts von der “12 Uhr Position” die Steuerspannungen positiv vergrößern, links von der Mittelstellung dagegen eine Invertierung der Steuerspannung vornehmen, bis zu einem negativen Maximum beim Linksanschlag des Reglers.

Die erste Version ist an den Beschriftungen “0 … 10” für die Abschwächer erkennbar, die aktuellen Module sind jeweils mit “-5 … 0 … +5” beschriftet.

Grundprinzip des Moduls

Die Ergänzung eines spannungsgesteuerten Hüllkurvengenerators durch einen “Onboard”-VCA erinnert etwas an den neuen A-147-2 VC LFO. In beiden Fällen ist so etwas sehr praktisch, aber man braucht halt etwas länger, um alles zu überblicken.

Der A-141-2 ist zunächst einmal ein ADSR-Hüllkurvengenerator, dessen vier Parameter über Steuerspannungen beeinflusst werden können. Höhere Steuerspannungen führen zur Verlängerung der Attack-, Decay bzw- Release-Phase und zu einer Erhöhung des Sustain-Levels. Bei den aktuellen Modulen lässt sich das über die bipolaren Regler umkehren, so dass höhere Steuerspannungen zu einer Verkürzung der ADR-Phasen bzw. einem Absenken des Sustain-Levels führen. Beim Einsatz zusammen mit einer anschlagdynamischen Tastatur möchte man meist bei stärkerem Anschlag (höhere Spannung) kürzere Phasen und ein höheres Sustain-Level erzielen. Das ist also recht praktisch.

Zusätzlich zu den einzelnen Steuerspannungseingängen gibt es einen “Comm. CV” – Eingang, der sich auf die Dauer der drei Phasen gleichzeitig auswirkt. Höhere Steuerspannungen verkürzen bei diesem Eingang die Phasen (analog zu einem VCLFO). Ein Abschwächer für diesen Eingang ist nicht vorhanden.

Wie beim A-140 finden wir einen dreistufigen Range-Schalter, um extrem schnelle oder extrem langsame Hüllkurven zu erzeugen, ohne dass die Reglerwege dabei unkomfortabel enge Wertebereiche aufweisen.

Zwei Gate-Signale werden im Verlauf der Hüllkurve erzeugt und können z.B. zum erneuten Auslösen des A-141-2 eingesetzt werden, der dann in einem LFO-Modus läuft: EOA und EOR.

EOA wird zum Ende der Attack-Zeit gestartet und dauert, bis das ursprüngliche Gate-Signal endet. Verbindet man den EOA-Ausgang mit dem Retrig-Eingang, dann erhält man nach dem Anstieg der Hüllkurve einen LFO mit steigendem Sägezahn, solange das Gate-Signal aktiv ist.

EOR wird kurz vor Ende der Release-Phase gestartet (auf der Platine justierbar) und dauert bis zum Ende der nächsten Attack-Phase. Verbindet man den EOR-Ausgang mit dem Gate-Eingang, erhält man eine zyklische Attack-Release-Hüllkurve. Änderungen bei Decay oder Sustain bewirken dabei nur minimal andere Hüllkurven, da das EOR-Gate bereits beim Ende der Attack-Phase abbricht und der ADSR somit unmittelbar in die Release-Phase übergeht.

Die Gate-Ausgänge EOA und EOR in Abhängigkeit von Gate und den ADSR-Phasen.

Im Oszilloskop sieht das so aus, unten sehen wir immer die tatsächliche ADSR-Hüllkurve:

Eingangs-Gate und ADSR-Ausgabe des A-141-2.
EOA und ADSR.
EOR und ASDR.

Für die eigentliche Hüllkurve gibt es drei Ausgänge. Standard sind der normale Ausgang “Fixed Out”, sowie ein invertierter Ausgang “Inv. Out”. Zusätzlich dazu ist im Modul noch ein kleiner VCA eingebaut, über den der dritte Ausgang “Var. Out” versorgt wird. Die Steuerung des VCAs erfolgt über den Eingang “Lev. CV”.

Konfiguration über die Platine

Auf der Hauptplatine lassen sich folgende Optionen einstellen:

  • Comm. CV: Wenn der Jumper rechts gesteckt ist, verringert die Steuerspannung am Eingang “Comm. CV” die Attack-, Decay- und Release-Phasen (Standard), in der linken Position verlängert höhere Steuerspannung diese Zeiten.
  • EOR Threshold: Trimmpoti für den Schwellwert, ab wann das EOR Gate gestartet wird.
  • Bus Gate: Wenn der Jumper gesetzt ist, reagiert das Modul auf Gatesignale auf dem A-100-Bus, ohne Jumper nicht.
  • Out VCA/Pol.: Wenn der Jumper gesetzt ist, arbeitet der integrierte VCA als Polarisierer, ohne Jumper als konventioneller VCA (Standard).
Jumper und Trimmpoti auf der Hauptplatine.

Auch die kleine Platine an den Steuerspannungs-Abschwächern hat Optionen:

  • CVA – CVD: Der Steuerspannungseingang CVD ist mit der Spannung am Eingang CVA vorbelegt.
  • CVD – CVR: Der Steuerspannungseingang CVR ist mit der Spannung am Eingang CVD vorbelegt.

Klangbeispiel – das Modul als Oszillator

Mit der oben genannten Konfiguration (EOR an Gate In) kann der A-141-2 als Oszillator verwendet werden. Da das Gate nach der Attack-Phase abbricht, wird im Prinzip eine zyklische AR-Hüllkurve erstellt. Die Schwingungsform lässt sich dabei über den Attack und den Release-Regler einstellen, dabei wird allerdings gleichzeitig die Frequenz verändert.

Manuelle Veränderungen von Attack und Release.

Klangbeispiel – zyklische Attack-Hüllkurve

Bei Verbindung des EOA-Ausgangs mit dem Retrigger-Eingang erfolgt nach einmaligem Durchlauf der Attack-Phase eine zyklische – etwas verkürzte – Attack-Phase. Im Beispiel wird das Filter eines A-111-5 Mini Synthesizers von der A-141-2 Hüllkurve moduliert, beide Module werden einfach von einem manuellen Gate gesteuert. Beim zweiten Ton verändere ich manuell die Attack-Zeit des A-141-2. Nach Beenden des manuellen Gates wird wie gewohnt die Release-Phase eingeleitet.

Steuerung der Filtereckfrequenz mit wiederholter Attack-Phase.

Andere Kurven-Charakteristiken

Doepfer weist darauf hin, dass die Charakteristik der Attack-, Decay und Release-Phasen über die Einspeisung des eigenen ADSR-Ausgangssignals in die Steuerspannungseingänge der Phasen verändert werden kann.

Standard ADSR aus dem A-141-2.

Normalerweise ist die Attack-Phase leicht “konvex”, steigt also steil an und flacht dann eher ab, während die Decay- und Release-Phasen eher “konkav” aussehen, sie fallen also schnell ab, um dann abzuflachen.

Um die Form der Attack-Phase zu ändern, wird das invertierte ADSR-Signal als Steuerspannung in CVA verwendet, bei Decay und Release ist es die normale Form des ADSR-Signals in CVD und CVR.

Geänderte Attack-Phase.
Geänderte Decay- und Release-Phasen.

Technische Daten

Breite14 TE
Tiefe70 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -30 mA (-12V)