A-128 Fixed Filter Bank

Eine Festfilterbank ist eine »entfernte Verwandte« des graphischen Equalizers. Wir finden 15 Frequenzbänder, deren Lautstärke individuell regelbar ist. Dahinter stecken 15 parallel geschaltete Bandpassfilter (mit 1/2 Oktave Bandbreite), deren Ausgangssignale eingeblendet werden können.

Im Gegensatz zu einem graphischen Equalizer gibt es bei der Festfilterbank aber keine lineare »Neutralstellung«: Sind alle Regler auf 0, dann gelangt gar kein Signal an die Ausgangsbuchse, sind alle Regler auf 5 oder 10, dann ist der Frequenzverlauf keineswegs linear, sonder hat aufgrund der schmalen Filterbänder viele Kerben. Dafür lassen sich sehr drastische Klangveränderungen mit der Filterbank realisieren. Eine Modulation per Steuerspannung ist leider nicht möglich.

Das Vorbild? Einen „Vorfahren“ des Moduls kann man vielleicht im Modul 914 von Moog sehen, das allerdings zusätzlich ein Hochpass- und einen Tiefpass-Filter besaß. Auch die festen Frequenzen der 12 festen Frequenzbänder lagen etwas anders als beim A-128. Also doch eher ein „entfernter Verwandter“.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A128-IN

Ausgänge:

CTRL-A128-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A128-SW

Schattiertes Rauschen

Mit dem Filter können ganz spezielle »Schattierungen« von Rauschen usw. erzeugt werden. Um Frequenzen hervorzuheben, empfiehlt sich eine Mischung aus Original- und gefiltertem Signal.

Wenn Alle Regler auf »0« stehen, wird nichts mehr zu hören sein. Versuchen Sie, davon ausgehend Ihren gewünschten Klang aufzubauen.

Verschiedene Rauschsignale (aus A-117 und A-118-1) werden mit der A-128 Fixed Filter Bank weiter verfeinert.

Modifikation – Einzelausgänge

Auf der Website von Doepfer wird die Möglichkeit von Einzelausgängen beschrieben. Das kann entweder als Do-It-Yourself-Projekt erfolgen oder von Doepfer als Sonderanfertigung hergestellt werden. Hier wäre z.B. mit 15 VCAs auch eine Spannungssteuerung der Anteile der einzelnen Frequenzbänder denkbar.

Für jedes der drei Filterboards des Moduls gibt es 5 Abgriffspunkte (jeweils entweder vor oder nach dem Abschwächer des Frequenzbands), die mit Buchsen für die Einzelausgänge verbunden werden können. Durch die drei übereinander liegenden Platinen (für je 5 Filter) allerdings eine ziemliche Tüftelarbeit und mit 15 VCAs auch keine ganz kostengünstige Modifikation.

Verwandte und Alternativen

An Stelle der aufwändigen Modifikation mit Einzelausgängen und mehr als einem Dutzend VCAs ist der Einsatz von einem oder mehreren A-127 Triple Resonance Filtern überdenkenswert: Der A-127 schneidet zwar keine einzelnen Frequenzbänder heraus, sondern betont lediglich einzelne Frequenzen. Dafür sind die aber variabel durchstimmbar und sogar über externe Steuerspannungen kontrollierbar, die Einzelausgänge sind von Haus aus integriert.

Das A-104 Formant-Filter ist eine andere mögliche Alternative zum A-128. Wir haben zwar nur vier Bandpass-Filter (jeweils umschaltbar auf Tiefpass), diese sind aber – rein manuell – durchstimmbar und damit ebenfalls sehr nuanciert für die Erzeugung komplexerer Formanten einsetzbar.

Falls Sie eine spannungsgesteuerte Alternative für die Festfilterbank suchen: Sehen Sie sich doch mal den – leider mittlerweile nicht mehr lieferbaren – Vocoder A-129 / 1&2 näher an, er besteht nämlich aus 15 in der Amplitude spannungsgesteuerten Festfrequenz-Filtern (13 Bandpässe, ein Hoch- und ein Tiefpassfilter) mit sehr komplexen Optionen, wenn man die Slew Limiter (pro Band separat schaltbar) gemeinsam mit der Kontrolleinheit einsetzt. Diese Komplexität und der damit verbundene „Kabelsalat“ sind allerdings auch das größte Manko des Vocoders beim schnellen Einsatz in der Praxis.

Klangbeispiele

Ein „typischer“ Einsatz der Festfilterbank ist das gezielte Einfärben von Rauschen. In Unseren Beispielen wird weißes Rauschen aus einem A-118-1 verwendet. Zunächst das ungefilterte Eingangssignal:

Weißes Rauschen aus einem A-118.

Die folgenden zwei Beispiele zeigen eine Bearbeitung des Rauschens durch die Festfilterbank. Zunächst starte ich mit dem 11.000 Hz-Filter (komplett offen, alle anderen Bänder sind auf 0 geregelt), dann wird das nächste Filterband (7.500 Hz) dazu geregelt und das 11.000 hz – Band ausgeblendet. Ich gehe Filter für Filter weiter bis hinunter zum 50 Hz – Band:

Alle Filterbänder von oben nach unten, weißes Rauschen als Eingangssignal.

Beim zweiten Beispiel verwende ich eine „zufällige“ Mischung der Filterbänder, die im Verlauf manuell weiter verändert wird. Man hört immer eine Mischung aus mehreren Filterbändern, die ein- und ausgeblendet werden:

Mehr oder weniger zufällige Zusammenstellung der Filterbänder, die manuell ein- und ausgeblendet werden.

Zum Schluss nochmal das „zufällige“ Ein- und Ausblenden verschiedener Filterbänder, diesmal aber mit einer einfachen Sequenz aus einem A-111-5 Mini Synthesizer:

„Zufälliges“ Ein- und Ausblenden der Filterbänder mit einer Sequenz aus dem A-111-5.

Technische Daten

Breite20 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-129 / 1 Vocoder Analysis & A-129 / 2 Vocoder Synthesis Section

Die Vocoder-Module werden nicht mehr hergestellt.

Der Doepfer-Vocoder besteht – Verzeihung, bestand – aus mehreren Modulen. Die beiden grundlegenden Module A-129 / 1 (Analyseeinheit) und A-129 / 2 (Syntheseeinheit, bzw. Filter) waren nur gemeinsam erhältlich.

In der A-129 / 1 Analysis Section wird das Audioeingangssignal parallel durch 13 (steil­flankige) Bandpassfilter, ein Hoch- und ein Tiefpassfilter geleitet, jeweils gefolgt von einem sog. Envelope Follower: Die Envelope Follower bestimmen die relative Lautstärke der so isolierten Frequenzbänder. Für jeden Envelope Follower existiert ein eigener Ausgang für die erzeugte Steuer­spannung. Das ist vergleichbar mit der entsprechenden Funktionalität im A-119 External Input – nur eben separat für jedes Frequenzband.

Diese 15 Steuerspannungen können nun verwendet werden, um das Gegenstück zu steuern, die A-129 / 2 Synthesis Section. Hier haben wir die gleichen Filter noch einmal installiert, aber diesmal mit je einem Eingang für eine Steuerspannung, die die Amplitude des Ausgangs für jeden Filter regelt. So können wir ein zweites, ganz anderes Audiosignal mit dem klanglichen »Fingerabdruck« des Eingangssignals vom A-129 / 1 versehen.

Bedienelemente:

Eingänge A-129 / 1 Analysis Section:

CTRL-A129-1-IN-1

Ausgänge A-129 / 1 Analysis Section:

CTRL-A129-1-OUT

Eingänge A-129 / 2 Synthesis Section:

CTRL-A129-2-IN

Ausgänge A-129 / 2 Synthesis Section:

CTRL-A129-2-OUT

Fünfzehn spannungsgesteuerte Bandpassfilter!

Die A-129 / 2 Synthesis Section lässt sich sehr schön als eine Art »Super-A-128« (Fixed Filter Bank) einsetzen: Wir haben 15 Steuerspannungseingänge zur Verfügung!

Sehr interessante rhythmische Klangfolgen lassen sich auch in Verbindung mit einem Track & Hold Modul (A-152) und ggf. Zufallsspannungen (A-149-1 / A-149-2) realisieren.

Vocoder-Standards

Die beiden Module A-129 / 1 und A-129 / 2 erfordern bereits in der Grundausstattung eine umfangreiche Verkabelung (1 Kabel pro Frequenzband).

Beim gebräuchlichsten Einsatz für Vocoder wird ein Sprachsignal in der Analysis Section in seine Frequenzbänder zerlegt und dann über die Steuerspannungen und die Filter der Synthesis Section auf z.B. ein Orgel-, Synthesizer- oder Strings-Signal gelegt.

15 flexibel einsetzbare Steuerspannungen

Auch die Analyseeinheit lässt sich etwas jenseits des Üblichen einsetzen. Sie können Ihre Stimme, eine Drumloop oder anderes Audiomaterial dazu verwenden, 15 Steuerspannungen für ganz beliebige Modulationsziele zu gewinnen: Eckfrequenzen, VCO-Frequenzen, Geschwindigkeit eines Sequencers, Modulationsintensität eines LFOs (über einen VCA), usw.

Technische Daten

A-129 / 1

Breite20 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf180 mA (+12V) / -180 mA (-12V)

A-129 / 2

Breite12 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-127 VC Triple Resonance Filter

Das dreifache Resonanzfilter A-127 erinnert mich persönlich vom Konzept an die Resonatoren im Korg PS3100, die diesen polyphonen Analog-Saurier klanglich so besonders machen. Die drei integrierten Filter im A-127 sind technisch allerdings eher vergleichbar mit dem SEM-Filter (wenn auch anders vorkonfiguriert). Klanglich ist bereits ein einzelnes der drei Filter lohnend, zumal man mit dem optionalen Breakout-Modul A-127BOM tatsächlich alle drei Filter separat nutzen kann.

Das A-127 besteht aus drei parallel geschalteten Bandpass-Filtern, deren Frequenz von drei eingebauten LFOs moduliert wird. Wahlweise können die LFOs auch über Schaltbuchsen überbrückt und durch externe Modula­tionsquellen (ADSR, Sequencer usw.) ersetzt werden.

Bedienelemente:

Eingänge:

CTRL-A127-IN

Ausgänge:

CTRL-A127-OUT

Regler / Schalter pro Filter:

CTRL-A127-SW-Filter

Allgemeine Regler / Schalter:

CTRL-A127-SW-General

Pads und Drones

Das Filter lässt sich sehr gut für Pads und Drones einsetzen: Alle LFOs auf sehr niedrige – aber unterschiedliche – Frequenzen eingestellt, die drei Filter ebenfalls individuell unterschiedlich und fast jeder gehaltene Flächensound wird zu einem interessanten und lebendigen Klangteppich. Wenn die drei Einzelausgänge dann noch im Stereobild verteilt werden, lassen sich sehr schöne »Breitwandklänge« zaubern.

Aber auch hohe LFO-Frequenzen lassen sich gut für drastische Klangeffekte (mit hoher Resonanz der Filter) einsetzen. Auch hier gewinnt das Filter durch die »Verdreifachung«.

Umschaltung auf Tiefpass

Die Filter sind über Jumper auf der Platine auch einzeln als Tiefpass-Filter umschaltbar. Früher haben findige Bastler das dann z.B. mit separaten Schaltern realisiert, irgendwo auf dem Frontpanel oder auf einer 4 TE breiten Blindplatte untergebracht. Heute wird man eher das extrem luxuriöse Breakout-Modul A-127BOM nutzen, das neben Bandpass und Tiefpass auch Einzelausgänge für Hochpass und Notchfilter (Bandsperre) bietet – und das separat für jedes der drei Filter!

Klangbeispiele

Drei A-110-1 VCOs werden mit ihrem jeweiligen Sägezahn-Ausgang eingesetzt und als Mix in den A-127 eingespeist. Die drei individuellen Filterausgäge werden in einen A-138m Matrix-Mixer gemischt. Dabei sende ich das erste und zweite Filter zu einem ersten VCA (links im Stereobild) und das dritte und noch einmal das zweite Filter zu einem zweiten VCA (rechts im Stereobild).

Zunächst werden die Filter im A-127 durch die internen LFOs gesteuert, später verbinde ich die Ausgänge eines A-143-9 VC Quadrature LFOs für Modulationen im Audiobereich.

Technische Daten

Breite28 TE
Tiefe55 mm
Strombedarf100 mA (+12V) / -60 mA (-12V)