A-187-1 Voltage Controlled DSP Effects

Das DSP-Modul bietet einfache Digital-Effekte wie Delay, Chorus, Hall, Equalizer und Pitch Shifter an. Im Gegensatz zum A-112 liegen hier jedoch Wandler mit 20 Bit Auflösung vor. Die Samplingfrequenz beträgt 32 kHz, damit ist ein Frequenzgang bis ca. 16 kHz erreichbar.

Zentrales Element des Moduls ist ein zweizeiliges Display, das in der oberen Zeile den ausgewählten Effekt anzeigt, darunter vier manuell und per Steuerspannung veränderbare Parameter (z.B. Verzögerungszeit, Ausgangslautstärke usw.), sowie als Säulengrafik die aktuellen Ausprägungen dieser Parameter. Für jeden der vier Parameter gibt es einen Regler zur manuellen Einstellung, einen Abschwächer für eine Steuerspannung und einen Steuerspannungs­eingang.

Das Modul ist nicht mehr lieferbar.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A187-1-IN

Ausgänge:

CTRL-A187-1-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A187-1-SW

Standardeinsatz

Das Modul lässt sich gut am Ende der Signalkette einsetzen, um z.B. eine Synthesizerstimme zu »würzen«. Die folgenden Effekte stehen dafür zur Verfügung:

Name:Parameter 1:Parameter 2:Parameter 3:Parameter 4:
Equalizer 1Amplitude für das Frequenzband um 31 Hz (-24 dB bis +12 dB für alle Equalizer)Amplitude für das Frequenzband um 62 HzAmplitude für das Frequenzband um 125 HzAmplitude für das Frequenzband um 250 Hz
Equalizer 2Amplitude für das Frequenzband um 250 HzAmplitude für das Frequenzband um 500 HzAmplitude für das Frequenzband um 1 kHzAmplitude für das Frequenzband um 2 kHz
Equalizer 3Amplitude für das Frequenzband um 2 kHzAmplitude für das Frequenzband um 4 kHzAmplitude für das Frequenzband um 8 kHzAmplitude für das Frequenzband um 12 kHz
DistortionInput LevelResonance des FiltersVCF EckfrequenzDepth – Intensität der Verzerrung
Pitch ShifterShift – Umfang der Verschiebung (+/-12 Halbtöne)Resonance des FiltersVCF EckfrequenzBalance zwischen Original und Effektsignal
ReverbPredelay – Verzögerung vor dem Hall (ca. 0-50ms)Reverb Time – Nachhallzeit (ca. 40 – 500 ms)High Damp – Ausmaß der Dämpfung höherer FrequenzenVolume des Effekt-Signals
EchoTime – Verzögerungszeit (ca. 1 – 165 ms)Feedback – Ausmaß der RückkopplungHigh Damp – Ausmaß der Dämpfung höherer FrequenzenVolume des Effekt-Signals
Chorus / Flanger / Echo 1Delay – Verzögerungszeit (ca. 1 – 41 ms)Feedback – Ausmaß der RückkopplungRate – Geschwindigkeit der Modulation der Verzögerungszeit (ca. 0,025 Hz – 12,5 Hz)Depth – Intensität der Modulation der Verzögerungszeit
Chorus / Flanger / Echo 2Delay – Verzögerungszeit (ca. 1– 41 ms)Feedback – Ausmaß der RückkopplungRate – Geschwindigkeit der Modulation der Verzögerungszeit (ca. 0,025 Hz – 12,5 Hz)Volume des Effekt-Signals
Delay & Reverb 1Delay – Verzögerungszeit des Delays (ca. 1 – 165 ms)Feedback – Ausmaß der Rückkopplung des DelaysTime – Nachhallzeit des Reverbs (ca. 40 – 500 ms)Volume des Effekt-Signals
Delay & Reverb 2Feedback – Ausmaß der Rückkopplung des DelaysVolume des Effekt-Signals (Delay)Time – Nachhallzeit des Reverbs (ca. 40 – 500 ms)Volume des Effekt-Signals (Reverb)
Chorus & DelayFeedback – Ausmaß der Rückkopplung des ChorusVolume des Effekt-Signals (Chorus)Feedback – Ausmaß der Rückkopplung des DelaysVolume des Effekt-Signals (Delay)

Interne Audiowege

Bei den Equalizern 1-3, Distortion und Pitch Shifter bleiben sowohl Eingangssignal als auch Effektsignal jeweils separat auf Kanal 1 oder 2 (d.h. hier haben wir im Grunde 2 x Mono mit gemeinsamer Steuerung).

Bei Reverb, Echo, Chorus / Flanger / Echo1+2, Delay & Reverb 1+2, sowie Chorus & Delay bleibt zwar das Eingangssignal jeweils an den Ausgängen auf seinem ursprünglichen Kanal (1 oder 2). Der Effektanteil wird dagegen bei diesen Effekten immer auf beide Ausgänge verteilt, teils ist das über »Volume«-Regler einstellbar.

Für Echo und Hall fast zu schade

Die LFOs eines A-143-3 modulieren das A-187-1 DSP Modul (z.B. Equalizer), in das weißes Rauschen geleitet wird.

Der Einsatz als simples Echo- oder Hallgerät wäre fast zu schade – immerhin lassen sich ja mehrere Parameter über Steuerspannungen beeinflussen. Die Equalizer können z.B. sehr gut eingesetzt werden, um Rauschen dynamisch zu formen – der Einsatz mit einem langsam eingestellten A-143-3 Quad LFO bietet sich hier an:

Klangbeispiele

Wir verwenden hier ein Stereo Setup, das bewusst von der Idee „leiten wir einfach eine Synthesizerstimme in das Modul“ abweicht, um die Möglichkeiten des A-187-1 zu zeigen, mit zwei unabhängigen Audioquellen zu arbeiten. Je 3 A-110 VCOs für den linken und den rechten Kanal (Sägezahn-Ausgänge, je einer der 3 VCOs ist 1 Oktave nach unten transponiert) werden von zwei A-155/A156 Sequencern gesteuert, die im Takt synchronisiert sind. Die beiden VCO-Mischungen gehen zunächst in je einen A-132-3 VCAs, die beide von je einem A-140 ADSR gesteuert werden. Die Ausgangssignale der beiden VCAs werden in Audio In 1 und Audio In 2 des A-187-1 gespeist.

Die vier Parameter des Moduls werden durch vier unabhängige Dreiecks-LFOs aus einem A-143-3 moduliert. Die beiden Audioausgänge sind schließlich wieder mit zwei A-132-3 VCAs verbunden, die von weiteren 2 A-140 ADSRs gesteuert werden, hier allerdings mit etwas längerer Ausklingzeit, um z.B. Delays und Reverb deutlicher zu hören. Alle ADSR-Generatoren werden durch die beiden A-155 Sequencer getriggert. Ein Filter kommt hier bewusst nicht zum Einsatz.

Equalizer 1.
Equalizer 2.
Equalizer 3.
Distortion.
Pitchshifter.
Reverb.
Echo.
Chorus / Flanger / Echo 1.
Chorus / Flanger / Echo 2.
Delay / Reverb 1.
Delay / Reverb 2.
Chorus / Delay.

Technische Daten

Breite18 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf200 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-112 VC Sampler / Wavetable Osc.

Der A-112 ist ein kleines digitales Modul, das Audiomaterial aufzeichnen, speichern und transponiert wiedergeben kann – ein Sampler im Kleinformat also. Daneben kann das Modul auch für einfache Wavetable-Synthese und als Effekt benutzt werden.

Das Modul besitzt zwei kleine (je 64 kBytes große) Speicher, um Audiomaterial abzulegen und auf verschiedene Weise wiederzugeben. Einer der beiden Speicher kann zudem für digitale Effekte (Pitch Shifting, Delay und Reverse Delay) genutzt werden. Das alles hat aufgrund der geringen Auflösung von 8 Bit einen deutlichen Retro-Charme, da bereits die Wandlung (analog / digital und wieder zurück) das Audiomaterial im Klang stark verändert. Der A-112 ist also mit Sicherheit kein »High-End«-Sampler – dafür eignen sich Rechner deutlich besser.

Ein Nachteil des Moduls ist seine „etwas“ kryptische Bedienoberfläche: Schalter und zum Teil auch Eingangsbuchsen sind mehrfach und mit ganz unterschiedlichen Funktionen belegt, man wird also eine gewisse Einarbeitungszeit veranschlagen müssen.

Meine ursprüngliche Beschreibung im Buch finde ich übrigens ziemlich mittelmäßig, daher wurde dieser Beitrag weitgehend neu geschrieben.

Bedienelemente

Das Modul ist aufgrund der Mehrfachbelegung von Schaltern und Buchsen bei der Bedienung gewöhnungsbedürftig. Kein Display oder gar eine opulente DAW-Oberfläche helfen, manche Wechsel zwischen verschiedenen Betriebsarten funktionieren nicht ohne Zwischenschritte, die man sich halt einfach merken muss. Rechnen Sie daher mit etwas mehr Einarbeitungszeit als für andere Module.

Eingänge:

CTRL-A112-IN

Ausgänge:

CTRL-A112-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A112-SW

Was kann das Modul?

Der A-112 kann als Sampler klassischer Prägung arbeiten, kann seine internen Speicher im Sinne eines flexiblen Wavetable-Oszillators durchfahren und zudem Audiomaterial in Echtzeit mit digitalen Verzögerungseffekten, Freezing und Pitch-Shifting bearbeiten. Und das ganze auf der Basis einer technischen Plattform des Jahres 1998, Spannungssteuerung im Modularsystem inklusive.

Der A-112 als Sampler oder Wavetable-Oszillator

Für diese Betriebsarten werden alternativ die beiden Speicherbänke S1 und S2 verwendet, um Audiomaterial zu speichern und auf verscheidene Weise wieder auszugeben.

Vorbereitung zum Einsatz: Aufnahme

Um ein Audiosignal für den Sampler oder Wavetable-Oszillator aufzunehmen, sind folgende Schritte erforderlich:

  1. Auswahl einer der beiden Speicherbänke S1 oder S2 mit dem obersten Schalter, in die aufgenommen werden soll.
  2. Auswahl von „Rec“ mit dem mittleren Schalter.
  3. Auswahl von „Norm“ mit dem untersten Schalter. (Über andere Aufnahme-Methoden reden wir im Anschluss.)
  4. Einstellen der gewünschten Sampling-Frequenz über den „Tune“ Regler. Je höher die Frequenz, desto realistischer, aber auch kürzer wird die Aufnahme. Der Bereich reicht von 2 kHz bis 79,4 kHz.
  5. Das Audiosignal muss am Eingang „Audio In / Wave-CV In“ anliegen.
  6. So lange kein Gatesignal an „Gate In“ anliegt, haben wir ein Vorhör-Signal am Ausgang. Bei Übersteuerung blinkt die „Run“ LED kurz auf.
  7. Start der Aufnahme über ein Gatesignal am Eingang „Gate In“ oder Drücken (und gedrückt halten!) des Tasters „Man. Trig“. Das Audiomaterial wird so lange aufgenommen, bis entweder der Speicher voll ist oder das Gatesignal abbricht. Eine Änderung der Sampling-Frequenz ist bei aktivem Gatesignal während der Aufnahme nicht mehr möglich.

Jeder der beiden Speicher S1 und S2 verfügt über 64 kBytes Speicherplatz mit je 256 „Pages“ à 256 Bytes, die im Wavetable-Modus einzeln als „Waves“ angesprochen werden können. Damit können pro Speicher etwa 2 Sekunden Audiomaterial bei einer Samplingfrequenz von 32 kHz aufgezeichnet werden.

Andere Aufnahme-Arten

Wenn der unterste Schalter nicht auf auf „Norm“ steht, gibt es noch weitere Möglichkeiten der Aufnahme:

  • „Loop“: Die Aufnahme wird bei gefülltem Speicher nicht automatisch abgebrochen, sondern beginnt wieder am Anfang und überschreibt bereits aufgenommene Speicherbereiche. Die Aufnahme wird erst beendet, sobald das Gatesignal abbricht.
  • „Wav“: Hier wird lediglich eine 256 Byte große „Wave“ aufgenommen. Über den „Tune“ Regler bzw. die Steuerspannung an „CV In“ wird wie bei den beiden anderen Aufnahmearten die Samplingfrequenz festgelegt, solange kein Gatesignal anliegt. Sobald wir allerdings ein aktives Gatesignal haben, bestimmen „Tune“ bzw. „CV In“ die Nummer der Page, in die die Wave aufgenommen wird. Diese Speicherposition wird dann fortlaufend mit dem Audiomaterial überschrieben, bis das Gatesignal abbricht oder über „Tune“ bzw. „CV In“ eine andere Speicherposition gewählt wird. Damit lässt sich aus einem längeren Audiosignal und einer Steuerspannung z.B. aus einem ADSR-Generator, einem S&H usw. eine komplexe (allerdings auch schwer vorhersagbare) Wavetable im Speicher erzeugen. Einfacher ist mit Sicherheit eine konventionelle Aufnahme im „Norm“-Modus, die anschließend im Wavetable-Modus über eine Steuerspannung abgetastet wird.

Spielen von Samples / Wavetables

Das so aufgenommene Audiomaterial kann nun entweder als einmaliger Durchlauf des gesamten Speichers (One Shot), in kontinuierlicher Schleife des gesamten Speichers (Loop) oder aber selektiv wiedergegeben werden. Bei der selektiven Wiedergabe werden jeweils einzelne „Waves“ aus dem Speicher in Endlosschleife wiedergegeben. Dabei ist es möglich, die Speicheradresse der wiederzugebenden Wave dynamisch festzulegen (Wavetable-Oszillator), man kann vorwärts und rückwärts durch das Audiomaterial „fahren“ oder auch bei einer einzelnen aufgezeichnete Waveform „stehenbleiben“. Das entspricht dann einer der oben genannten „Pages“ mit je 256 Bytes Größe.

  1. Der oberste Schalter verbleibt auf dem vorher eingestellten Speicher S1 oder S2.
  2. Ändern des mittleren Schalters von „Rec“ auf „Play“.
  3. Einstellen der Wiedergabeart mit dem unteren Schalter:
    • „Norm“ für einmalige Wiedergabe des Speicherinhalts,
    • „Loop“ für Wiedergabe des Speicherinhalts in Endlosschleife,
    • „Wave“ für selektive Wiedergabe einzelner Waves bzw. dynamisches Durchfahren des Speichers über eine Steuerspannung.
  4. Spielen: Durch ein Gatesignal am Eingang „Gate In“ oder Drücken des Tasters „Man. Trig.“ wird die Wiedergabe gestartet:
    • Bei „Norm“ wird der gesamte Samplespeicher einmal komplett bis zum Ende wiedergegeben, auch wenn während der Wiedergabe das Gatesignal abbricht. Ein erneutes Gatesignal startet den Abspielvorgang wieder vom Angang an.
    • Bei „Loop“ wird der Samplespeicher in einer „Endlosschleife“ wiedergegeben, d.h. am Ende der Wiedergabe starten wir wieder beim Anfang. Sobald das Gatesignal abbricht, endet die Wiedergabe allerdings nicht! Stattdessen wird ab dann der Samplespeicher in Endlosschleife vom Anfang bis zum zuletzt erreichten Punkt wiedergegeben. Ein erneutes Gate-Signal verlängert die Wiedergabeschleife wieder bis zum nächsten Abbruch des Gatesignals. Die Wiedergabe im „Loop“-Modus wird erst dann beendet, wenn ein kurzes Triggersignal von max. 100 ms angelegt wird. Kompliziert? Ja…
    • Bei „Wave“ arbeitet der A-112 als Wavetable-Oszillator. Die ausgewählte Wave (d.h. ein 256 Byte großer Speicherbereich) wird wiederholt abgespielt, bis das Gatesignal abbricht. Über eine Steuerspannung am Eingang „Audio In / Wave-CV In“ können andere Pages ausgewählt werden und damit der gesamte Samplespeicher dynamisch vorwärts oder rückwärts durchfahren werden oder auch die Wiedergabe bei einer einzelnen Wave verharren.
  5. Bei allen drei Wiedergabearten kann die Samplingfrequenz und damit die Tonhöhe und gleichzeitig die Geschwindigkeit der Wiedergabe wie bei einem analogen VCO mit einer Steuerspannung über „CV In“ gesteuert werden. Zusätzlich kann die Tonhöhe (und Geschwindigkeit / Samplingfrequenz) über den „Tune“ Regler manuell beeinflusst werden

Sampleinhalt speichern und laden

Die aufgenommenen Audiodaten beider Speicher S1 und S2 bleiben auch beim Ausschalten des A-100 Systems erhalten. Manchmal genügt das natürlich nicht und man möchte mit einer Art „Sample-Library“ arbeiten und einmal aufgenommene Sounds später wiederverwenden. Dazu ist eine einfache Midi-Sampledump Funktion implementiert.

  1. Der Speicher S1 oder S2, der extern gespeichert oder von einer externen Quelle aus geladen werden soll, wird über den obersten Schalter ausgewählt.
  2. Der mittlere Schalter wird auf „Dmp“ für die Sampledump-Funktion gestellt.
  3. Mit dem untersten Schalter wird festgelegt, ob der gesamte Speicher S1 oder S2 übertragen wird (Position „Norm„) oder nur eine einzelne Wave mit 256 Byte (Position „Wav„). Bei einzelnen Waves legt der „Tune“ Regler (oder eine Steuerspannung an „CV In“) fest, welche Page des Speichers gesendet oder geladen werden soll. Ein Sampledump im „Loop“-Modus des untersten Schalters ist nicht implementiert, das würde auch keinen Sinn machen.
  4. Daten aus dem A-112 übertragen:
    • Durch ein Gatesignal am Eingang „Gate In“ oder Drücken von „Man. Trig.“ wird ein Sampledump an den Ausgang „MIDI Out“ gesendet.
    • Alternativ kann über „MIDI In“ ein Sampledump-Request (z.B. aus einer DAW) empfangen werden, der den Sampledump an „MIDI Out“ auslöst.
  5. Daten von extern in den A-112 laden:
    • Mit den oben beschriebenen Schalterstellungen ist der A-112 bereit, einen Sampledump über „MIDI In“ zu empfangen.

Leider ist das kostenlos downloadbare Sampledump Programm für den A-112, das auch eine Konvertierung von Wav-Files erlaubt, mittlerweile deutlich veraltet, es funktioniert nur unter DOS (bzw. eingeschränkt unter Windows 95). Ansonsten sind Midi-Sampledumps auch sehr gut mit dem Programm MIDI-OX (www.midiox.com) oder mit den meisten DAWs möglich.

MIDI Dump Request für den Inhalt des Speichers S1 oder S2:

F0
00 20 20
7F
00 oder 01
F7
Start der Sysex-Meldung
Doepfer-Sysex-ID
Abruf Speicher des A-112
00 = Speicher S1, 01 für S2
Ende der Sysex-Meldung

MIDI Dump Request für einzelne Waves:

F0
00 20 20
7D
[Bit 7-1 der Page]
[Bit 0 der Page]
F7
Start der Sysex-Meldung
Doepfer-Sysex-ID
Abruf Wave des A-112
hexadezimale Page-Nummer von 1-256 in 8 Bits
Ende der Sysex-Meldung

Der A-112 als Effektgerät

Der A-112 Sampler / Wavetable-Oscillator kann auch als Effektgerät eingesetzt werden. Man muss sich dabei aber bewusst sein, dass die 8-Bit-Wandler des digitalen Moduls auch eine ganz eigene »Lo-Fi«- Klangcharakteristik mit sich bringen. Das Modul bietet Pitch Shifting (Verschiebung der Tonhöhe), Delay (mit einer maximalen Verzögerungszeit von 2 Sekunden) und Reverse Delay an. Zusätzlich kann die Ausgabe eines der drei Effekte mit Freeze „eingefroren“ werden.

Achtung: Beim Einsatz als Effektgerät wird der Inhalt des Speichers S2 überschrieben.

Lo-Fi – Effekte!

Der A-112 kann ganz einfach als Lo-Fi-Effektgerät eingesetzt werden: der oberste Schalter wird auf Position »Eff.« gestellt, mit dem mittleren Schalter wird die Art des Effekts ausgewählt: Pitch Shift (Schalter­position »Pit«), Delay (Schalterposition »Del«) oder Reverse Delay (Schalterposition »Rev«). Mit dem unteren Schalter lässt sich zwischen einer normalen (Schalterposition «Norm«) und der »Freeze«-Betriebsart wählen (Schalterposition »Frz«).

Das Ausgangssignal des A-111-5 Mini Synthesizers wird über die Effekt-Möglichkeiten des A-112 bearbeitet.

Vorbereitung zum Einsatz als Effektgerät

Vor Benutzung der Effekte müssen Sie die Größe des zu verwendenden Speichers einstellen (der Speicher »S2« wird dabei überschrieben):

  1. Schalter 1 auf »Eff«.
  2. Schalter 2 nach Bedarf auf eine der drei Effekt-Arten.
  3. Schalter 3 auf »Len«.
  4. Nun stellen Sie die gewünschte Größe des Speichers mit dem Regler »Tune« ein. Ein großer Speicherbereich ermöglicht längere Delayzeiten.

Aktiviert wird diese Auswahl durch Anlegen eines Gatesignals am Gateeingang (oder manuellem Auslösen des »Trig«-Tasters). Die Effekte bleiben für die Dauer des Gatesignals aktiv, danach werden sie wieder deaktiviert.

Freeze Modus:

Für Delay, Reverse Delay und Pitch Shift gibt es zusätzlich einen „Freeze“ Modus, der das aktuell bearbeitete Signal einfriert. Zum Umschalten muss die „Norm“-Betriebsart allerdings zuerst abgebrochen werden:

  • Oberster Schalter von »Eff« auf »S1« oder »S2«, oder
  • unterster Schalter auf »Len«.

Danach kann der unterste Schalter auf »Freeze« gestellt werden.

Ein Wechsel zurück vom »Freeze« Modus in den normalen Modus muss analog dazu erfolgen.

Die Steuerung der Sampling-Frequenz (und damit der Verzögerungszeit bei gegebener Speichergröße) erfolgt mit dem »Tune«-Regler. Der Freeze-Effekt für Delay, Reverse Delay oder Pitch-Shift wird erst mit einem aktiven Gatesignal („Gate In“ oder „Man. Trig.“) gestartet.

Pitch Shifter:

Mit dem Regler »Tune« wird auch hier eine Samplingfrequenz eingestellt, mit der der zuvor festgelegte Speicher ausgelesen wird. Die Audiosignale werden dabei aber weiterhin mit einer festen Samplingfrequenz in den Speicher geschrieben, so dass über diesen Regler eine zu schnelle oder zu langsame Wiedergabe der eben noch gespeicherten Audio-Fragmente erfolgt. Die Größe des zuvor festgelegten Speichers bestimmt dabei die »Granularität« des Effektes. Auch hier wird der Effekt durch ein Gatesignal („Gate In“ oder „Man. Trig.“) aktiviert.

Mögliche Schwachstelle: Speicherbatterie

Das Modul verwendet einen kleinen Akku, um den Inhalt des Samplespeichers auch beim Ausschalten des A-100 Systems zu erhalten. Dieser Akku hat leider keine unbegrenzte Lebensdauer und muss regelmäßig (mindestens alle 2 Jahre) überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Zum Austausch sind kleine Lötarbeiten erforderlich, um die Beinchen des Akkus von der Platine zu lösen bzw. wieder an der Platine anzubringen.

Beim A-112 ist das ein 3,6V Akku mit den Maßen 10mm x 20mm (z.B. GP 3GP-60 oder Varta 3/V80H).

Achtung: Ein „auslaufender“ Akku kann schwere Schäden am A-112 oder darunter eingebauten Modulen verursachen! Prüfen Sie daher alle 2 Jahre, ob Elektrolytflüssigkeit austrtitt und ob die Spannung noch mindestens 90% der 3,6V beträgt. Entfernen Sie zuvor das Modul komplett aus dem Gehäuse und trennen es komplett von der Stromversorgung.

So sieht ein Akku beispielsweise aus, wenn die Korrosion bereits die -sonst blank glänzenden – Metallteile angegriffen hat (der gezeigte Akku ist etwa 5-6 Jahre alt).

Umgehung des internen Filters

Die Abtastfrequenz der Digitalwandler ist – gerade bei niedrigeren Samplingfrequenzen ein Störsignal, das im A-112 durch ein integriertes Tiefpassfilter eliminiert wird. Falls man dieses Filter durch ein hochwertigeres ersetzen möchte, kann die interne Schaltung durch Entfernen des Jumpers J1 umgangen werden. Stattdessen kann man z.B. ein steilflankiges A-108 48dB Filter einsetzen, das auch z.B. für BBDs empfehlenswert ist, die ein ganz ähnliches Problem haben.

Zur Umgehung der internen Filterschaltung muss der Jumper entfernt werden.

Technische Daten

Breite10 TE
Tiefe100 mm
Strombedarf50 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-148 Dual Sample&Hold / Track&Hold

Das A-148 Dual Sample & Hold / Track & Hold beherrscht mit seinen beiden identischen Teilmodulen verschiedene Arten des »Festhaltens« von Eingangs-Spannungen. Ein kleines, aber eigentlich unverzichtbares Hilfsmittel.

Beim Sample & Hold wird die Spannung am Eingang zum Zeitpunkt eines Triggersignals festgehalten und permanent am Ausgang wiedergegeben – bis mit einem nächsten Triggersignal erneut das Eingangssignal gemessen und ab da als neue Spannung neu ausgegeben wird.

Track & Hold arbeitet ähnlich, reicht aber das Eingangssignal während der Dauer des Trigger- / Gatesignals 1:1 an den Ausgang durch. Erst danach arbeitet es wie ein S&H, gibt also die zuletzt gemessene Spannung konstant am Ausgang aus. Beide Teilmodule können mit Jumpern zwischen S&H und T&H umgestellt werden, werkseitig ist das obere Teilmodul als S&H, das untere als T&H konfiguriert.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A148-IN

Ausgänge:

CTRL-A148-OUT

Pseudo-Zufall

Zufallsspannungen aus einem Rauschsignal.

Das S&H ist ein beliebtes Werkzeug zur Erzeugung von Zufallsspannungen (oder auch von Pseudozufallsspannungen): Ein Rauschsignal (z.B. vom A-118) wird in größeren Abständen abgetastet und die gemessene Spannung bis zum nächsten Messzeitpunkt ausgegeben. Ein »echter« Zufall liegt vor, wenn man die Spannung nicht vorausberechnen könnte. Das ist beim Einsatz von analogen Rauschgeneratoren sicher nicht mehr möglich, bei einem schnellen LFO als Ausgangsmaterial wäre das aber noch theoretisch denkbar.

Glissandos

Wenn der linke LFO eine deutlich schnellere Frequenz als der rechte LFO aufweist, erhält man ein auf- und absteigendes »Glissando« (d.h. gerasterte Steuerspannung).

Interessant sind aber auch Glissandos, die man mit langsam laufenden LFOs oder Hüllkurven gewinnen kann. Wenn die Abtastfrequenz deutlich größer ist als die Frequenz des Eingangssignals erhält man einen treppenförmigen Verlauf des Ausgangssignals:

Das lässt sich mit der T&H-Betriebsart noch verfeinern: hier kann man zwischen dem ursprünglichen Verlauf (Gate mit positiver Spannung in »Trig. In«) und dem treppenförmigen Verlauf (Gate = 0 V) umschalten.

A-148 Sample & Hold als „Eimerkettenspeicher“

Ein A-110 VCO (links) steuert mit dem A-148 S&H-Modul die »Samplingfrequenz« für einen zweiten A-110 VCO (rechts).

Der A-148 kann Audiosignale nicht nur in gemächlichem Tempo abtasten und den momentanen Wert der Eingangsspannung festhalten, sondern auch mit einer Taktung im Audiobereich. Nichts anderes machen BBDs, allerdings nicht nur mit einem einzelnen „Speicherelement“ (das natürlich analog arbeitet), sondern oft mit mehreren hundert hintereinander. Echos werden wir also nicht mit dem S&H erzeugen können, aber etwas, das sehr ähnlich wie eine Digitalisierung mit niedrigen Samplerate klingt.

Analoge »Bit-Reduktion« mit dem A-148 Sample & Hold. Die Frequenz des Trigger-VCOs ist dabei deutlich als Nebengeräusch zu hören.

Senden Sie dazu das Audiosignal in den Eingang »Smp. In«, einen zusätzlichen Rechteck-VCO als Trigger in »Trig In« (der zweite VCO sollte mehrere Oktaven über dem Eingangssignal gestimmt sein) und variieren Sie die Frequenz des Triggers. Das bearbeitete Signal bekommt eine „Treppchenstruktur“, die den einzelnen Abtastzyklen des A-148 entspricht.

Technische Daten

Breite4 TE
Tiefe30 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-199 Federhall / Spring Reverb

Ein Federhall ist der Versuch, Hall-Effekte mit Hilfe des merkwürdigen Schwingungsverhaltens von mechanisch angeregten Spiralfedern zu simulieren. Eine Art Lautsprechervorrichtung überträgt ein Audiosignal mechanisch an ein Ende von mehreren Spiralfedern aus Metall (3 Stück beim A-199). Am anderen Ende dieser Federn ist ein »Mikrophon« eingebaut, das die Signale aufnimmt, die in der Zwischenzeit etwas mühsam durch die Spiralen gewandert sind.

Das Ergebnis klingt durchaus anders als der Hall in einem echten Raum, aber wir haben uns aus unzähligen Musik-Aufnahmen mit Studio-Hallspiralen oder auch nur mit Kofferverstärkern und deren Hallspiralen an diesen Klang gewöhnt. »Retro« eben. Außerdem kann man Hallspiralen mit etwas derben mechanischen Stößen wunderbar zum »Scheppern« bringen!

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A199-IN

Ausgänge:

CTRL-A199-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A199-SW

Der Hall am Ende der Straße

Der A-199 Federhall nach einem A-111-5 Mini Synthesizer geschaltet.

Der A-199 Spring Reverb lässt sich gut zum »Veredeln« einer Synthesizerstimme einsetzen, üblicherweise im Signalweg recht weit am Ende.

Mit einem einfachen Hall wie abgebildet reizt man allerdings die Möglichkeiten des Moduls bei Weitem noch nicht aus.

Beim Einbau muss man vielleicht etwas herumprobieren, wo der Tank mit den Hallspiralen im Case untergebracht wird, da diese recht empfindlich auf Einstreuungen anderer Module (VCOs, LFOs usw.) reagieren.

Offener Feedbackweg

Eine der großen Stärken des A-199 Federhalls ist der offene Feedbackweg. Dort lassen sich z.B. Filter, Delays und andere klangverarbeitende Bausteine unterbringen, aber auch ein VCA zum spannungsgesteuerten Feedback.

Im Feedbackweg des A-199 Federhalls befindet sich ein A-188-1 BBD, das mit dem LFO des A-111-5 Mini Synthesizers moduliert wird.

Neben dem Einschleifen anderer Klangveränderer in den Feedbackweg ist natürlich eine Automatisierung des Feedbacks naheliegend:

Ein einfacher A-132 VCA im Feedbackweg ermöglicht spannungsgesteuertes Feedback (hier über den ADSR-Generator des Mini Synthesizers gesteuert).

Ältere Version

Vor 2007 wurde der A-199 Federhall noch mit einer etwas breiteren Frontplatte (10 TE) gebaut, ab 2012 wurde die Platine mit zwei Cinch-Buchsen (RCA) ausgestattet, um den Federhall-Tank anzuschließen. Damit lassen sich im Prinzip recht einfach auch andere Federhalltanks an das Modul anschließen. Der Tank sollte ähnliche Kennwerte aufweisen wie das Original (Eingangsimpedanz 190 Ohm, Ausgangsimpedanz 2500 Ohm).

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf80 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-189-1 Voltage Controlled Bit Modifier / Bit Cruncher

Auch der Bit Modifier / Bit Cruncher ist ein digitales Modul, das mit analogen Steuerspannungen moduliert werden kann. Das Modul basiert auf einem 12-Bit Wandler, was für die angestrebten »Lo-Fi«-Effekte recht gut passt.

Das Modul führt – einfach gesprochen – nach der Wandlung der Audiosignale in digitale Informationen einige rein mathematische Operationen durch und wandelt das Ergebnis dann wieder zurück in analoge Audiosignale.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A189-1-IN

Ausgänge:

CTRL-A189-1-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A189-1-SW

Etwas Mathematik

Das Modul stellt über den Schalter „Mode“ 16 verschiedene mathematische Funktionen bereit, die auf das digitalisierte Audiomaterial angewendet werden können:

Nr.FunktionAnmerkung
1Reduzierung der Bit-Anzahl (Bit Crushing)Über BC wird die Anzahl Bits eingestellt, so dass man von den ursprünglich 12 Bit auf extrem geringe Auflösung der Amplituden (und damit auch der Obertonstrukturen) reduzieren kann.
2UNDDie Bits des Wertes von BC werden über ein logisches UND mit den Bits des digitalisierten Audiosignals verknüpft.
3ODERWie Funktion 2, aber mit einer logischen ODER-Verknüpfung.
4XOR (exklusives ODER)Wie Funktion 2, aber mit einer logischen XOR-Verknüpfung.
5Bit Shift nach rechtsDie Bits des digitalisierten Audiosignals (z.B. 111101100111) werden um eine Anzahl Stellen nach rechts verschoben. Die Anzahl Stellen wird über BC festgelegt.
6Bit Shift nach linksWie Funktion 5, aber mit einer Verschiebung der Bits nach links.
7MultiplikationDas digitalisierte Audiosignal wird mit BC multipliziert.
8Vergleich & KomplementWenn das digitalisierte Audiosignal größer als BC ist, dann wird das Komplement (alle 1er werden 0er und umgekehrt) ausgegeben, ansonsten das Originalsignal.
9Vergleich & AbsolutwertWie Funktion 8, aber mit dem Absolutwert des digitalisierten Audiosignals an Stelle des Komplements.
10AdditionZum digitalisierten Audiosignal wird der Wert von BC addiert, bei Überschreiten des Maximalwertes wird hart abgeschnitten (digitales Clipping).
11Addition mit dem BC SwapWie Funktion 10, aber mit nur einem halben Byte (4 Bits) von BC.
12Kurzes Delay 1 mit dynamischer NormalisierungDie Größe des Speichers für das Delay wird mit BC gesteuert.
13Kurzes Delay 2Wie Funktion 12, aber mit anderer Delayzeit / Feedback.
14Kurzes Delay 3Wie Funktion 12, aber mit anderer Delayzeit / Feedback.
15Kurzes Delay 4Wie Funktion 12, aber mit anderer Delayzeit / Feedback.
16FIR FilterBC steuert den Filterkoeffizienten.

Klangbeispiele

Die folgenden Klangbeispiele stellen alle 16 Modi vor. In jedem Beispiel starte ich mit der höchsten Samplingrate, nach etwa 30 Sekunden erreichen wir die niedrigste Samplingrate. Währenddessen modulieren zwei unabhängige Dreiecks-LFOs die beiden Parameter des Bitcrunchers.

Ausgangsmaterial sind drei A-110 VCOs, deren Mischung mit einem A-108 gefiltert und von einem A-132-3 VCA verstärkt werden. Gesteuert wird die Klangerzeugung von einem A-155 Sequencer.

Mode 1: Reduzierung der Bit-Anzahl (Bit Crushing)
Mode 2: UND
Mode 3: ODER
Mode 4: XOR (exklusives ODER)
Mode 5: Bit Shift nach rechts
Mode 6: Bit Shift nach links
Mode 7: Multiplikation
Mode 8: Vergleich & Komplement
Mode 9: Vergleich & Absolutwert
Mode 10: Addition
Mode 11: Addition mit dem BC Swap
Mode 12: Kurzes Delay 1 mit dynamischer Normalisierung
Mode 13: Kurzes Delay 2
Mode 14: Kurzes Delay 3
Mode 15: Kurzes Delay 4
Mode 16: FIR Filter

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf50 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-188-2 Tapped BBD Module

Das A-188-2 ist ein BBD, das nicht nur einen einzelnen Ausgang am Ende des Eimerkettenspeichers bietet, sondern mehrere »Taps« an verschiedenen Stellen (mit entsprechend unterschiedlichen Verzögerungszeiten). Aus diesen unterschiedlichen Taps lassen sich zwei unabhängige Mischungen erstellen, die z.B. für Stereo-Anwendungen interessant sind.

Neben den einzelnen Taps ist auch die Bedienoberfläche etwas anders gestaltet als beim A-188-1: An Stelle von Schaltern zum Umschalten der Polarität (z.B. für den Feedbackweg) kommen hier Regler mit entsprechend bipolarer Skala zum Einsatz.

Grundsätzliches zu BBDs ist im Artikel über das A-188-1 BBD beschrieben.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A188-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A188-2-OUT

Regler / Schalter (Tap Mix):

CTRL-A188-2-SW1

Regler / Schalter (BBD allgemein):

CTRL-A188-2-SW2

Vergleich zum »kleinen Bruder« A-188-1

Das A-188-2 BBD kann grundsätzlich für vergleichbare Aufgaben wie die A-188-1 Module eingesetzt werden: Flanger, Chorus, kurze Echos. Dabei werden – über die Taps – in einem einzigen Modul in etwa die Verzögerungsbereiche der Module A-188-1Y, A, B und C abgedeckt.

Zudem existieren im Vergleich deutlich erweiterte Klangmöglichkeiten durch die beiden unabhängigen Mischungen der Taps. Allerdings ist das A-188-2 bauartbedingt auch etwas stärker mit Nebengeräuschen behaftet als das A-188-1.

Die Polarität des Feedbacksignals bzw. des gesamten BBD-Signals wird beim A-188-2 (nur) über bipolare Regler eingestellt, beim A-188-1 gibt es dafür eine Reihe von Schaltern, die z.B. bei Live-Performances einen viel schnelleren Eingriff in den Klang ermöglichen.

Feedback über einen Switch geschaltet

Neben der Nutzung von Output 2 für den Feedbackweg (und damit einer individuellen »Feedbackmischung«, die vom Erst-Delay deutlich abweichen kann), können Sie die Einzelausgänge auch über einen Switch oder einen spannungsgesteuerten Mischer führen und danach in den Feedbackeingang einspeisen.

Auf diese Weise lassen sich sowohl rhythmisch gesteuerte drastische Klangänderungen, als auch langsame »Klangfahrten« erzeugen.

Umschalten des Taps für den Feedbackweg. Der A-152 Switch wird z.B. von einem Sequencer gesteuert, der A-188-2 kann noch von einem LFO moduliert werden.

Standard-Feedbackweg 396 Stages

Bei der Verwendung einzelner Taps (z.B. für lange Delays) wird manchmal übersehen, dass als Standard der Tap mit 396 Stages in den Feedbackweg eingespeist wird. Sie können über die Schaltbuchse »ext. FB In« stattdessen einen beliebigen anderen Tap als Quelle für die Feedbackschleife wählen (oder eine der beiden Mischungen »Output 1« oder »Output 2«, die ohnehin beide je 2 Ausgänge haben).

Achtung: Der intern vorverdrahtete Feedbackweg mit 396 Stages ist übrigens invertiert (verpolt), so dass der positive und der negative Regelbereich des Reglers »Feedback« verkehrt herum arbeiten. Bei Verwendung von Patchkabeln für das Feedback und dem Eingang »ext. FB in« ist (auch bei 396 Stages) alles in Ordnung.

Eine einfache Synthesizerstimme mit Suboszillator. VCF und VCA werden durch ADSR-Generatoren etc. moduliert. Bei Bedarf kann man vor dem Filter noch einen Mixer einfügen, um Sägezahn, Dreieck oder Sinus aus dem A-110 VCO beizumischen.

Schwingende Delays, etwas komplexer: A-188-2 als Klangerzeuger

Das Tapped BBD lässt bezüglich Funktionalität und Komplexität kaum mehr Wünsche offen! Ein Verzögerungsschaltkreis wird an 6 verschiedenen Stellen (Taps) abgegriffen – nach 396, 662, 1194, 1726, 2790 und 3328 Schritten. Aus diesen »Taps« lassen sich dann zwei Mischungen erstellen, wobei jeder Tap dabei auch gegenphasig zugemischt werden kann. Daneben stehen die Taps auch als Einzelausgänge zur Verfügung, das Delay ist (wie beim A-188-1) über Steuerspannung kontrollierbar.

Mischungen in Stereo

Gerade die Möglichkeit, verschieden lange Delays zu mischen bzw. auch unterschiedlich in die Feedbackschleife einzuspeisen, erweitert die klangliche Flexibilität. Die Verteilung von zwei unterschiedlichen Mischungen im Stereobild ist ein einfacher Weg zu einem »breiten« Klangbild.

Im Gegensatz zum A-188-1 ist der Rausch­anteil beim A-188-2 (bedingt durch die spezielle Schaltung) etwas höher. Aber wenn Sie jemals mit einer Singlecoil E-Gitarre gearbeitet haben, wird Sie das nicht besonders irritieren.

Klangbeispiele

Rauschen aus einem A-117 wird zunächst in einen A-132-3 VCA geleitet, der von einem A-142 VC Decay mit sehr kurzen Hüllkurven gesteuert wird. Diese kurzen Rauschimpulse werden in den Eingang eines A-188-2 BBDs geleitet. Ein A-155 Sequencer triggert die Hüllkurven und steuert die Frequenz des BBDs. Zusätzlich dient ein A-185-2, um etwa alle 30 Sekunden das BBD um 1 Oktave tiefer zu schalten (das funktioniert freilich nicht perfekt wie etwa bei einem VCO).

In der Feedbackschleife (der Tap mit 396 Stufen wird hier verwendet) ist ein A-108 im Bandpass-Modus eingebunden (manuell gesteuert, Emphasis auf 0 gestellt). Das Ausgangssignal des BBDs läuft in ein zweites A-108 Filter, dessen Eckfrequenz durch die BBD Frequency CV Out gesteuert wird. Dieses Filter dient der Eliminierung von Störgeräuschen des BBD-internen HF-Oszillators.

Technische Daten

Breite30 TE
Tiefe70 mm
Strombedarf120 mA (+12V) / -50 mA (-12V)

A-188-1 BBD Module

Leider werden nur noch die BBD-Bausteine für 1024 und 2048 Schritte produziert, so dass die anderen BBDs irgendwann nicht mehr erhältlich sein werden.

Stand: April 2021

BBDs – „Bucket Brigade Devices“ oder Eimerkettenspeicher basieren auf (analogen) Speicherbausteinen für Spannungen, die von einem internen Oszillator schnell durchgetaktet werden. Die am Eingang des Moduls gerade anliegende Spannung wird vom ersten Speicherbaustein aufgenommen und dann im Takt des internen Oszillators an den nächsten Speicherbaustein weitergereicht, bis sie schließlich vom letzten Speicherbaustein wieder am Ausgang des Moduls abgegeben wird. Auf diese Weise wird eine am Eingang anliegende Wechselspannung (eine Schwingung, ein Ton, ein Geräusch) sozusagen „abgetastet“ und mit einer Verzögerung wieder ausgegeben. Je niedriger die Taktfrequenz des BBD-Oszillators oder je mehr Speicherbausteine durchlaufen werden, desto länger ist die Verzögerung.

Durch Mischen des verzögerten Signals mit dem Originalsignal, wiederholtes Einspeisen des Ausgangssignals in das BBD oder Modulation des internen Oszillators können eine große Bandbreite an Klängen wie Echos, Chorus oder Flanger erzeugt werden. BBDs können aber durch die Karplus Strong Synthese auch als Oszillatoren eingesetzt werden!

Die Taktfrequenz von BBDs kann allerdings nicht beliebig variiert werden. Nach oben ist bei etwa 200-250 kHz Schluss (wir sind übrigens in der Lage, Töne bis ca. 15 kHz zu hören), nach unten wird spätestens bei 10-15 kHz die Taktfrequenz selbst als – meist unerwünschtes – Störgeräusch zu hören sein und muss dann in der Regel herausgefiltert werden, was aber auch die Obertöne des Klanges reduziert. Zudem sinkt die Klangqualität bei niedriger Taktfrequenz erheblich durch Artefakte wie Spannungsverlust auf dem Transportweg durch die Eimerkette.

Daher werden von Doepfer mehrere BBD-Modelle mit verschieden langen Eimerketten angeboten: Von 128 Schritten für extrem kurze Delays (Flanger, Chorus ab 1/3 Millisekunde!) bis hin zu 4096 Schritten für Echos bis etwa 200 ms.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A188-1-IN

Ausgänge:

CTRL-A188-1-OUT

Schalter:

CTRL-A188-1-SW1

Achtung: Die Beschriftungen (+) und (-) der beiden Schalter für die Polarität im Feedbackweg bzw. für die Polarität des BBD-Signals vor der Mischunng mit dem Originalsignal sind jeweils vertauscht.

Regler:

CTRL-A188-1-SW2

Störgeräusche des HF-VCOs filtern

Die Eckfrequenz des A-108 Filters wird durch das BBD gesteuert.

Um bei niedriger Taktfrequenz des HF-VCOs die Störgeräusche zu filtern, ist ein steilflankiges Filter nützlich, das möglichst viel vom »Nutzsignal« übrig lässt. Ein ideales »Partnermodul« (und auch sonst ein sehr gut klingendes Filter) ist das A-108 48dB Filter, das recht präzise an eine evtl. durch Modulation wechselnde BBD-Frequenz angepasst werden kann.

Und so funktioniert es: »CV Out« des BBD an den »CV1« Eingang vom A-108 anschließen und bei niedriger Delay Clock manuell die Eckfrequenz so einstellen, dass man den HF-VCO gerade eben nicht mehr hört.

Flanger, Chorus, Echo

Das übliche Einsatzgebiet für BBDs sind modulierte Verzögerungen wie Flanger und Chorus, sowie bei längeren Verzögerungszeiten Echo-Effekte. Die Module mit 128 bis 512 Steps sind besonders geeignet für Flanger oder Chorus, mit den anderen sind auch kurze Echo-Effekte möglich – wenn auch nicht im Sinne der heutigen Digital-Delays, die etliche Sekunden verzögern können. Selbst beim A-188-1D mit 4096 Steps kommt man bei noch halbwegs erträglicher Audioqualität gerade mal eben auf 200 ms.

Andere Module in den Feedbackweg einschleifen

Ungewöhnliche Chorus- / Flanger-Sounds erhalten Sie, wenn Sie ein Filter oder ein weiteres BBD usw. in den Feedbackweg einbauen.

Das »doppelte BBDchen«: Das linke BBD befindet sich im Feedbackweg des rechten BBDs.

Schwingende Delays: Die A-188-1 BBD Module als Klangerzeuger

Ein BBD (Bucket Brigade Device, deutsch »Eimerkettenspeicher«) nimmt ein Eingangssignal und reicht es über etliche Schritte wie einen mit Wasser gefüllten Eimer weiter, bis das Signal beim letzten Schritt wieder ausgegeben wird. Das Weiterreichen des Eimers ist mit sehr hoher Frequenz getaktet und jeder dieser Schritte erfordert eine gewisse Zeit, so dass BBDs hauptsächlich als Delays eingesetzt werden.

Wie kann man mit so etwas Klänge erzeugen? Sehr ähnlich wie mit einem Filter, nämlich entweder über die Selbstoszillation bei hohem Feedback (d.h. der Ausgang des BBDs wird wieder in den Eingang zurückgeführt, bis es quietscht), oder aber über kurze Impulse bei Feedback kurz vor der Selbstoszillation (wie beim »Filter Ringing«). Der zweite Fall ist klanglich höchst interessant, mit einem Filter im Feedbackweg erhält man die sog. Karplus-Strong-Synthese, die sehr eigentümlich »natürliche« Klänge erzeugen kann (so in etwa wie gezupfte Saiten).

Doepfer bietet verschiedene BBDs an: Das A-188-1 wird mit unterschiedlicher Anzahl an Eimerketten-Schritten (von 128 bis 4096) und entsprechend unterschiedlichen Delayzeiten ausgestattet. Für den Einsatz als Klangquelle und für Flanger-Effekte sind meist die kürzeren Schrittlängen (bis 1024 Steps) interessanter, für »Echo«-Effekte eher die längeren.

Details zu den BBDs (inkl. Beschreibung der Bedienelemente) finden Sie im Abschnitt »A-148 Dual S&H / A-152 Voltage Addressed Switch« auf Seite ?0.
Ein BBD in beinahe-Selbstoszillation schwingt mit einer Frequenz, die dem Kehrwert seiner Verzögerungszeit entspricht. Alles klar? Ein Delay, das mit 1 / 1000 Sekunde Verzögerung arbeitet, kann ein Knacksen dann tausendmal pro Sekunde als immer dumpfer und leiser werdendes Echo wiedergeben. Aus tausend Knacksern pro Sekunde bekommen wir dann eine Schwingung von 1000 Hz. Das ist das mit dem Kehrwert.

Über einen der Steuereingänge »CV1« oder »CV2« (unabgeschwächt) lässt sich das nun mit einer Kennlinie von – grob angenähert – 1 V / Oktave steuern, wir können das schwingende Delay also über Keyboard oder Sequencer tonal spielen!

Welche Tonhöhen können erreicht werden?

Die verschiedenen BBD-Module haben auch unterschiedliche erreichbare Tonhöhen. Ein sehr kurzes Delay erzeugt einen hohen Ton, ein langes Delay einen tiefen Ton.

In der Übersichtstabelle wurde als minimale interne BBD-Frequenz ein Wert von 20 kHz angesetzt. Sonst müsste man Störgeräusche herausfiltern, die durch den BBD-Takt selbst entstehen würden, da dieser sich unterhalb von 20 kHz bereits im hörbaren Bereich befindet.

Modell:Delayzeiten:Erreichbare Tonhöhe:
A-188-1X (128 Stages)0,3 ms – 3,2 ms3.125 Hz – 312,6 Hz
A-188-1Y (256 Stages)0,6 ms – 6,4 ms1.562,5 Hz – 156,3 Hz
A-188-1A (512 Stages)1,3 ms – 12,8 ms781,3 Hz – 78,1 Hz
A-188-1B (1024 Stages)2,6 ms – 25,6 ms390,6 Hz – 39,1 Hz
A-188-1C (2048 Stages)10,2 ms – 51,2 ms97,7 Hz – 19,5 Hz
A-188-1D (4096 Stages)20,5 ms – 102,4 ms48,8 Hz – 9,8 Hz

Eine erreichbare Tonhöhe von 9,8 Hz (und alles andere unterhalb von etwa 25 bis 30 Hz) ist natürlich illusorisch – das wird nicht mehr als ein »Ton« wahrgenommen, sondern als ein Knackser mit einem Echo von 1/10 Sekunde Verzögerung.

Aber auch so etwas kann man im geeigneten Kontext als Geräusch einsetzen.

Filter im Feedbackweg

In den Feedbackweg des BBDs wird ein A-124 Wasp Filter eingeschleift.

In den Feedbackweg des BBD kann man gut ein Filter einschleifen: Dadurch kann man – zusätzlich zur »natürlichen« Klangveränderung der Delays durch das BBD – sehr gezielt in den Klang eingreifen. Hier ist Experimentieren sinnvoll, schöne Ergebnisse erzielt man z.B. mit einem Bandpass-Filter.

Klangbeispiele

Rauschen aus einem A-117 wird zunächst in einen A-132-3 VCA geleitet, der von einem A-142 VC Decay mit sehr kurzen Hüllkurven gesteuert wird. Diese kurzen Rauschimpulse werden in den Eingang eines A-188-1X BBDs geleitet. Ein A-155 Sequencer triggert die Hüllkurven und steuert die Frequenz des BBDs. Zusätzlich dient ein A-185-2, um etwa alle 30 Sekunden das BBD um 1 Oktave tiefer zu schalten (das funktioniert freilich nicht perfekt wie etwa bei einem VCO).

In der Feedbackschleife ist ein A-108 im Bandpass-Modus eingebunden (manuell gesteuert, Emphasis auf 0 gestellt). Das Ausgangssignal des BBDs läuft in ein zweites A-108 Filter, dessen Eckfrequenz durch die BBD Frequency CV Out gesteuert wird. Dieses Filter dient der Eliminierung von Störgeräuschen des BBD-internen HF-Oszillators.

Technische Daten

Breite14 TE
Tiefe60 mm
Strombedarf80 mA (+12V) / -50 mA (-12V)