A-188-2 Tapped BBD Module

Das A-188-2 ist ein BBD, das nicht nur einen einzelnen Ausgang am Ende des Eimerkettenspeichers bietet, sondern mehrere »Taps« an verschiedenen Stellen (mit entsprechend unterschiedlichen Verzögerungszeiten). Aus diesen unterschiedlichen Taps lassen sich zwei unabhängige Mischungen erstellen, die z.B. für Stereo-Anwendungen interessant sind.

Neben den einzelnen Taps ist auch die Bedienoberfläche etwas anders gestaltet als beim A-188-1: An Stelle von Schaltern zum Umschalten der Polarität (z.B. für den Feedbackweg) kommen hier Regler mit entsprechend bipolarer Skala zum Einsatz.

Grundsätzliches zu BBDs ist im Artikel über das A-188-1 BBD beschrieben.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A188-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A188-2-OUT

Regler / Schalter (Tap Mix):

CTRL-A188-2-SW1

Regler / Schalter (BBD allgemein):

CTRL-A188-2-SW2

Vergleich zum »kleinen Bruder« A-188-1

Das A-188-2 BBD kann grundsätzlich für vergleichbare Aufgaben wie die A-188-1 Module eingesetzt werden: Flanger, Chorus, kurze Echos. Dabei werden – über die Taps – in einem einzigen Modul in etwa die Verzögerungsbereiche der Module A-188-1Y, A, B und C abgedeckt.

Zudem existieren im Vergleich deutlich erweiterte Klangmöglichkeiten durch die beiden unabhängigen Mischungen der Taps. Allerdings ist das A-188-2 bauartbedingt auch etwas stärker mit Nebengeräuschen behaftet als das A-188-1.

Die Polarität des Feedbacksignals bzw. des gesamten BBD-Signals wird beim A-188-2 (nur) über bipolare Regler eingestellt, beim A-188-1 gibt es dafür eine Reihe von Schaltern, die z.B. bei Live-Performances einen viel schnelleren Eingriff in den Klang ermöglichen.

Feedback über einen Switch geschaltet

Neben der Nutzung von Output 2 für den Feedbackweg (und damit einer individuellen »Feedbackmischung«, die vom Erst-Delay deutlich abweichen kann), können Sie die Einzelausgänge auch über einen Switch oder einen spannungsgesteuerten Mischer führen und danach in den Feedbackeingang einspeisen.

Auf diese Weise lassen sich sowohl rhythmisch gesteuerte drastische Klangänderungen, als auch langsame »Klangfahrten« erzeugen.

Umschalten des Taps für den Feedbackweg. Der A-152 Switch wird z.B. von einem Sequencer gesteuert, der A-188-2 kann noch von einem LFO moduliert werden.

Standard-Feedbackweg 396 Stages

Bei der Verwendung einzelner Taps (z.B. für lange Delays) wird manchmal übersehen, dass als Standard der Tap mit 396 Stages in den Feedbackweg eingespeist wird. Sie können über die Schaltbuchse »ext. FB In« stattdessen einen beliebigen anderen Tap als Quelle für die Feedbackschleife wählen (oder eine der beiden Mischungen »Output 1« oder »Output 2«, die ohnehin beide je 2 Ausgänge haben).

Achtung: Der intern vorverdrahtete Feedbackweg mit 396 Stages ist übrigens invertiert (verpolt), so dass der positive und der negative Regelbereich des Reglers »Feedback« verkehrt herum arbeiten. Bei Verwendung von Patchkabeln für das Feedback und dem Eingang »ext. FB in« ist (auch bei 396 Stages) alles in Ordnung.

Schwingende Delays, etwas komplexer: A-188-2 als Klangerzeuger

Das Tapped BBD lässt bezüglich Funktionalität und Komplexität kaum mehr Wünsche offen! Ein Verzögerungsschaltkreis wird an 6 verschiedenen Stellen (Taps) abgegriffen – nach 396, 662, 1194, 1726, 2790 und 3328 Schritten. Aus diesen »Taps« lassen sich dann zwei Mischungen erstellen, wobei jeder Tap dabei auch gegenphasig zugemischt werden kann. Daneben stehen die Taps auch als Einzelausgänge zur Verfügung, das Delay ist (wie beim A-188-1) über Steuerspannung kontrollierbar.

Mischungen in Stereo

Gerade die Möglichkeit, verschieden lange Delays zu mischen bzw. auch unterschiedlich in die Feedbackschleife einzuspeisen, erweitert die klangliche Flexibilität. Die Verteilung von zwei unterschiedlichen Mischungen im Stereobild ist ein einfacher Weg zu einem »breiten« Klangbild.

Im Gegensatz zum A-188-1 ist der Rausch­anteil beim A-188-2 (bedingt durch die spezielle Schaltung) etwas höher. Aber wenn Sie jemals mit einer Singlecoil E-Gitarre gearbeitet haben, wird Sie das nicht besonders irritieren.

Klangbeispiele

Rauschen aus einem A-117 wird zunächst in einen A-132-3 VCA geleitet, der von einem A-142-1 VC Decay mit sehr kurzen Hüllkurven gesteuert wird. Diese kurzen Rauschimpulse werden in den Eingang eines A-188-2 BBDs geleitet. Ein A-155 Sequencer triggert die Hüllkurven und steuert die Frequenz des BBDs. Zusätzlich dient ein A-185-2, um etwa alle 30 Sekunden das BBD um 1 Oktave tiefer zu schalten (das funktioniert freilich nicht perfekt wie etwa bei einem VCO).

In der Feedbackschleife (der Tap mit 396 Stufen wird hier verwendet) ist ein A-108 im Bandpass-Modus eingebunden (manuell gesteuert, Emphasis auf 0 gestellt). Das Ausgangssignal des BBDs läuft in ein zweites A-108 Filter, dessen Eckfrequenz durch die BBD Frequency CV Out gesteuert wird. Dieses Filter dient der Eliminierung von Störgeräuschen des BBD-internen HF-Oszillators.

Technische Daten

Breite30 TE
Tiefe70 mm
Strombedarf120 mA (+12V) / -50 mA (-12V)