A-121-2 12 dB Multimode Filter

Wie sein Vorgänger A-121 ist das A-121-2-Filter ein Multimode-Filter mit 12dB Flankensteilheit, das getrennte Ausgänge für Hochpass, Tiefpass, Bandpass und Notch (Bandsperre) bietet. Technisch ist das Filter ein direkter Ableger aus dem Synthesizer „Dark Energy II“, der im Prinzip die gleiche Schaltung verwendet.

Wie klingt es? Fein, rund, angenehm und hat damit klanglich kaum mehr etwas mit dem eher rauen Vorgänger A-121 gemeinsam. Auch hier kann die Resonanz bis zur Selbstoszillation erhöht werden, die dann ein Sinus-Signal erzeugt. Im Gegensatz zum „Dark Energy II“ ist eine Spannungssteuerung für die Resonanz vorhanden. Zudem wurde die Eingangsverstärkung gegenüber dem A-121 erhöht, so dass jetzt auch mit moderaten Eingangspegeln eine deutliche Verzerrung möglich ist.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A121-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A121-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A121-2-SW

Einsatzmöglichkeiten?

Das Filter hat grundsätzlich ein sehr vergleichbares Einsatzspektrum wie sein Vorgänger A-121 (siehe dort). Im Gegensatz zu diesem ist es jedoch etwas runder und „schöner“ im Klang, dafür mit größerem Spielraum zum Übersteuern der Eingangssignale ausgestattet.

Klangbeispiele

In den folgenden Klangbeispielen möchte ich den A-121-2 direkt mit seinem Vorgänger A-121 vergleichen. Beide Filter werden von 3 A-110-1 VCOs gespeist (Sägezahn-Ausgänge, ein VCO ist 1 Oktave nach unten transponiert), ein A-155 Sequencer steuert die VCOs und zwei A-140 ADSR-Generatoren, die das Filter bzw. den nachgeschalteten A-132-3 VCA steuern.

bei jedem Durchgang starte ich mit maximaler Filtereckfrequenz, die ich manuell auf „0“ drehe und danach wieder zurück zum Maximum. Alle Einstellungen sind gleich, aufgrund der deutlich höheren Eingangsverstärkung des A-121-2 ist dort der Aufnahmepegel etwas reduziert, um Übersteuerungen zu vermeiden.

Für jeden Filtermodus gibt es einen Durchlauf mit Resonanz (bzw. „Q“) auf 0, 5 und 10. Der Input Level ist dabei jeweils in Mittelstellung auf 5. Bei einem vierten Durchlauf ist der Input Level auf 10 (und sorgt damit für Verzerrung des Eingangssignals), die Resonanz/Q steht dabei auf 5.

Notch-Filter:

A-121: Resonance = 0.
A-121-2: Resonance =0.
A-121: Resonance = 5.
A-121-2: Resonance = 5.
A-121: Resonance = 10.
A-121-2: Resonance = 10.
A-121: Input Level = 10 (Res. 5).
A-121-2: Input Level = 10 (Res. 5).

Highpass-Filter:

A-121: Resonance = 0.
A-121-2: Resonance = 0.
A-121: Resonance = 5.
A-121-2: Resonance = 5.
A-121: Resonance = 10.
A-121-2: Resonance = 10.
A-121: Input Level = 10 (Res. 5)
A-121-2: Input Level = 10 (Res. 5).

Bandpass-Filter:

A-121: Resonance = 0.
A-121-2: Resonance = 0.
A-121: Resonance = 5.
A-121-2: Resonance = 5.
A-121: Resonance = 10.
A-121-2: Resonance = 10.
A-121: Input Level = 10 (Res. 5)
A-121-2: Input Level = 10 (Res. 5).

Lowpass-Filter:

A-121: Resonance = 0.
A-121-2: Resonance = 0.
A-121: Resonance = 5.
A-121-2: Resonance = 5.
A-121: Resonance = 10.
A-121-2: Resonance = 10.
A-121: Input Level = 10 (Res. 5)
A-121-2: Input Level = 10 (Res. 5)

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf40 mA (+12V) / -40 mA (-12V)

A-123-2 6/12/18/24 dB Highpass

Nachdem der Curtis-Chip CEM3320 nicht mehr lieferbar war, musste Doepfer die Produktion des A-123 24 dB Highpass Filters einstellen. Sehr schade, denn es gab auf dem Markt schlichtweg keine anderen 24 dB Hochpassfilter!

Mittlerweile ist allerdings mit dem AS3320 ein Nachbau verfügbar, so dass es nun wieder ein 24 dB, nein Verzeihung, ein 24 dB oder 18 dB oder 12 dB oder 6 dB Hochpassfilter bei Doepfer gibt. Abgesehen von den zusätzlichen Einzelausgängen für die verschiedenen Flankensteilheiten wurden die Möglichkeiten und Bedienelemente des A-123 1:1 in das neue Modul übernommen. Der Regler „CV2“ für den Steuerspannungseingang wurde außerdem jetzt bipolar ausgelegt, so dass man z.B. eine Hüllkurve gleich am Filter invertieren kann.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A123-2-IN

Ausgänge:

CTRL-A123-2-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A123-2-SW-1

Einsatz

Es erscheint zunächst etwas paradox: Ein Hochpassfilter (mit Resonanz!) kann man natürlich zum „Ausdünnen“ eines Signals verwenden, aber gleichzeitig auch, um ein Signal gezielt über die Eigenschwingung des Filters „anzudicken“ – wenn sich die Eckfrequenz des Filters in einem dafür geeigneten Frequenzbereich befindet.

Dazu wird eine relativ hohe Resonanz eingestellt, die Eckfrequenz sollte nicht allzu hoch sein und auch die Modulation der Eckfrequenz sollte eher moderat bleiben.

Klangbeispiele

Vergleich mit dem Vorgänger

Nachdem der A-123-2 der Nachfolger des (selten zu bekommenen) A-123 ist, stellt sich die Frage, ob sich die beiden Module signifikant unterscheiden. Vorweg: Die Unterschiede scheinen mir eher marginal zu sein und stammen wahrscheinlich von unterschiedlicher Feinabstimmung der Module.

Als Eingangsmaterial verwende ich wieder 3 A-110-1 VCOs mit ihren Sägezahnschwingungen, eine davon ist 1 Oktave nach unten transponiert. Die Mischung geht gleichermaßen in das A-123 und das A-123-2 Filter. Die Selbstresonanz beider Filter wurde zuvor auf die gleiche Tonhöhe gestimmt. Beide Filter, sowie die nachgeschalteten A-132-3 VCAs werden vom gleichen A-140 ADSR moduliert.

Wir hören jeweils das A-123 Filter auf der linken Seite, das A-123-2 Filter auf der rechten Seite. Ich starte mit einem Eingangslevel von 5 (der noch nicht verzerren sollte) und einer Resonanz (bzw „Q“ beim A-123-2) von 0. Während ein einfaches Arpeggio spielt, fahre ich manuell die Filtereckfrequenz von unten nach oben und zurück – für beide Filter spannungsgesteuert, damit die Eckfrequenzen in etwa parallel verlaufen.

Im zweiten Durchgang ist das Eingangslevel wieder 5, die Resonanz aber auf 5 erhöht. Wieder der manuelle Filtersweep von unten nach oben und zurück.

Im dritten Durchgang ist das Eingangslevel noch immer bei 5, die resonanz ist aber auf 10 erhöht – gleicher Filtersweep wie zuvor.

Vierter Durchgang: Eingangslevel ist jetzt 10, Resonanz wieder auf 0 reduziert, gleicher Filtersweep wie zuvor.

Fünfter Durchgang: Eingangslevel 10, Resonanz 5, Filtersweep.

Sechster Durchgang: Eingangslevel 10, Resonanz 10, Filtersweep.

Zum Abschluss führe ich nochmal den Filtersweep mit Resonanz 10, aber ohne Eingangssignal (Level = 0) durch, um die pure Eigenresonanz zu demonstrieren.

Links: A-123, rechts: A-123-2. Zum Vergleich wird der 24 dB – Ausgang des A-123-2 verwendet.

Verschiedene Flankensteilheiten

Ein Hochpassfilter mit verschiedenen Flankensteilheiten (24 dB, 18 dB, 12 dB und 6 dB) bekommt man nicht alle Tage. Wie deutlich unterscheiden sich die denn tatsächlich?

Wieder werden die Sägezahnschwingungen unserer drei A-110-1 VCOs verwendet, ein VCO ist wieder 1 Oktave nach unten transponiert. Es wird jeweils nur ein einzelner Ton ausgelöst, mit einer langsamen ADSR-Hüllkurve, die die Filtereckfrequenz von unten nach oben und wieder zurück moduliert (und ebenso den A-132-3 VCA). Ein A-152 hilft mir beim manuellen Umschalten zwischen den vier Filterausgängen. In jedem Durchlauf hören wir zunächst den 24 dB, dann den 18 dB, den 12 dB und schließlich den 6 dB – Ausgang.

Eingangslevel 5, Q = 0.
Eingangslevel 5, Q = 5.
Eingangslevel 5, Q = 10.
Eingangslevel 10, Q = 0.
Eingangslevel 10, Q = 5.
Eingangslevel 10, Q = 10.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -30 mA (-12V)

A-123 24dB High Pass

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Von allen Modulen, die aus dem einen oder anderen Grund nicht mehr produziert werden (meist war es die mangelnde Verfügbarkeit bestimmter Curtis-Chips, wie hier der CEM3320), war das A-123-Filter wahrscheinlich am schwierigsten zu ersetzen. Es gab schlichtweg keine anderen 24dB-Hochpassfilter, weder bei Doepfer noch bei anderen Herstellern.

Mittlerweile hat Doepfer mit dem A-123-2 allerdings einen Nachfolger auf den Markt gebracht, der auf einem Nachbau des CEM3320 basiert und im Funktionsumfang gegenüber dem ursprünglichen Modul deutlich erweitert wurde.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A123-IN

Ausgänge:

CTRL-A123-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A123-SW

Einsatz

Es erscheint zunächst etwas paradox: Ein Hochpassfilter (mit Resonanz!) kann man natürlich zum „Ausdünnen“ eines Signals verwenden, aber gleichzeitig auch, um ein Signal gezielt über die Eigenschwingung des Filters „anzudicken“ – wenn sich die Eckfrequenz des Filters in einem dafür geeigneten Frequenzbereich befindet.

Dazu wird eine relativ hohe Resonanz eingestellt, die Eckfrequenz sollte nicht allzu hoch sein und auch die Modulation der Eckfrequenz sollte eher moderat bleiben.

Klangbeispiele

Nachdem es mit dem A-123-2 einen gut ausgestatteten Nachfolger gibt, stellt sich die Frage, ob sich die beiden Module signifikant unterscheiden. Vorweg: Die Unterschiede scheinen mir eher marginal zu sein und stammen wahrscheinlich von unterschiedlicher Feinabstimmung der Module.

Als Eingangsmaterial verwende ich wieder 3 A-110-1 VCOs mit ihren Sägezahnschwingungen, eine davon ist 1 Oktave nach unten transponiert. Die Mischung geht gleichermaßen in das A-123 und das A-123-2 Filter. Die Selbstresonanz beider Filter wurde zuvor auf die gleiche Tonhöhe gestimmt. Beide Filter, sowie die nachgeschalteten A-132-3 VCAs werden vom gleichen A-140 ADSR moduliert.

Wir hören jeweils das A-123 Filter auf der linken Seite, das A-123-2 Filter auf der rechten Seite. Ich starte mit einem Eingangslevel von 5 (der noch nicht verzerren sollte) und einer Resonanz (bzw „Q“ beim A-123-2) von 0. Während ein einfaches Arpeggio spielt, fahre ich manuell die Filtereckfrequenz von unten nach oben und zurück – für beide Filter spannungsgesteuert, damit die Eckfrequenzen in etwa parallel verlaufen.

Im zweiten Durchgang ist das Eingangslevel wieder 5, die Resonanz aber auf 5 erhöht. Wieder der manuelle Filtersweep von unten nach oben und zurück.

Im dritten Durchgang ist das Eingangslevel noch immer bei 5, die resonanz ist aber auf 10 erhöht – gleicher Filtersweep wie zuvor.

Vierter Durchgang: Eingangslevel ist jetzt 10, Resonanz wieder auf 0 reduziert, gleicher Filtersweep wie zuvor.

Fünfter Durchgang: Eingangslevel 10, Resonanz 5, Filtersweep.

Sechster Durchgang: Eingangslevel 10, Resonanz 10, Filtersweep.

Zum Abschluss führe ich nochmal den Filtersweep mit Resonanz 10, aber ohne Eingangssignal (Level = 0) durch, um die pure Eigenresonanz zu demonstrieren.

Links: A-123, rechts: A-123-2. Zum Vergleich wird der 24 dB – Ausgang des A-123-2 verwendet.

Alternativen

Die naheliegendste Alternative ist der Nachfolger A-123-2, der zusätzliche Ausgänge für 18, 12 und 6 dB bietet.

Ansonsten wird man sich normalerweise mit einem 12dB-Hochpassfilter gut behelfen können, zumal es hier etwa mit dem A-121-2 auch Modelle mit der Möglichkeit der Selbstoszillation gibt, die das A-123 natürlich ebenso beherrscht hat. Um den klanglichen Unterschied zwischen 24dB und 12dB Hochpass zu verringern, kann man natürlich auch zwei A-121-2 in Reihe schalten, hat dann allerdings viel Material „im Rennen“ und muss die Eckfrequenzen und andere Parameter der beiden Filter sehr fein angleichen, ganz zu schweigen von Multiples für die parallele Ansteuerung per Steuerspannung.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-107 Multitype Morphing Filter

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Das A-107 war im Grunde ein Xpander Filter (A-106-6) mit stark erweiterten Filtermodi (36 Stück, statt „nur“ 16) und einer digitalen Steuerung für das Morphing zwischen verschiedenen Filtermodi. Das Filter selbst ist natürlich rein analog.

Das A-107 arbeitet mit »Filter-Chains«: Eine solche Kette besteht aus einer Reihe von 32 Filtermodi, die stufenweise »durchfahren« werden können. Zum Weiterschalten auf die nächste programmierte Stufe dienen entweder Trigger-Eingänge (»Step Clock« für den nächsten Schritt bzw. »Step Reset« zur Rückkehr auf den ersten Schritt) oder alternativ CV-Eingänge (je höher die Steuer­spannung, desto höher die angewählte Stufe in der Filter-Chain).

Der Übergang zwischen den Stufen kann vom harten Umschalten bis zum langsamen »Morphing« geregelt werden (ebenfalls über Steuerspannung oder manuell).

Die Filtertypen lassen sich in praktisch beliebiger Reihenfolge als »Chain« vorbereiten und abspeichern. Lediglich der Wechsel zwischen Filtertypen ohne Selbstoszillation (Nr. 1- 18) und solchen mit Selbstoszillation (Nr. 19-36) muss ohne Morphing auskommen, hier ist aus technischen Gründen nur Umschalten möglich. 64 solcher »Filter-Chains« lassen sich permanent abspeichern.

Bedienelemente

Das Filter hat 5 Sektionen zur Steuerung seiner Parameter, die jeweils identisch aufgebaut sind:

  1. Step zur Kontrolle der Position innerhalb der »Filter-Chain« (und damit für die Auswahl des Filtermodus).
  2. Mit Morph wird die Geschwindigkeit der Überblendung zwischen den Filtermodi bestimmt (ca. im Bereich von 0 bis 5 Sekunden steuerbar).
  3. Über die Frequ.-Sektion wird die Eckfrequenz bestimmt.
  4. Die Res.-Sektion dient zur Steuerung der Filterresonanz.
  5. Mit Amp. kann die Verstärkung des Filters (über einen VCA, der am Ausgang des Filters liegt) beeinflusst werden – das ist recht nützlich, da die Filtermodi aus technischen Gründen teils unterschiedlich laut sind, und man hier noch Anpassungen vornehmen kann.

Steuerung der 5 Parameter

Diese 5 Parameter haben alle die gleichen Bedienelemente – je 2 CV-Eingänge, ein Abschwächer für CV2 und einen manuellen Regler (hier am Beispiel der Bedienelemente für „Step“):

CTRL-A107-General-1

Weitere Eingänge

CTRL-A107-IN

Weitere Ausgänge:

CTRL-A107-OUT

Weitere Regler / Schalter (Display Mode und Programmierung):

Mit der Programmiersektion können sogenannte „Chains“ erstellt werden: Das sind festgelegte Abfolgen, bei denen für 32 „Steps“ jeweils ein Filtertyp eingestellt werden kann. Ein kleiner digitaler Stepsequencer für Filtertypen sozusagen. Im Speicher des Moduls können bis zu 64 solcher „Chains“ abgelegt und später wieder abgerufen werden.

Zur Programmierung der Chains dienen das Display und die darunter liegenden Taster. Mit ihnen kann man den aktuellen Step in der geladenen Chain auswählen, den Filtertyp für diesen Step festlegen, vorbereitete Chains aus dem Speicher laden und eine bearbeitete Chain im Speicher ablegen. Der Endlosregler „Value“ darunter dient dabei zur Auswahl des Steps (von 1 bis 32), zur Festlegung des Filtertyps (von 1 bis 36) für den aktuellen Step sowie zur Auswahl des Speicherplatzes (von 1 bis 64) beim Laden oder Speichern einer kompletten Chain.

CTRL-A107-SW

Um eine Chain zu programmieren, drücken Sie zunächst auf Step und stellen mit dem Value-Regler die Step-Nummer „S.01“ ein. Dann drücken Sie auf Filter und wählen mit dem Value-Regler den gewünschten Filtertyp für diesen ersten Step. Dann geht es wieder zurück zu Step, Sie stellen die Step-Nummer „S.02“ ein, wählen den Filtertyp, dann folgt der nächste Step usw.

Zum Speichern der eben erstellten Chain drücken Sie kurz auf „Prg“ und stellen mit dem Value-Regler die Speicherplatz-Nummer für diese Chain ein. Durch erneutes Drücken auf „Prg“ für mindestens 1 Sekunde wird die Chain dann auf dem gewünschten Speicherplatz abgelegt.

Analog funktioniert das Laden einer Chain: Sie drücken kurz auf „Chain“ und wählen mit dem Value-Regler die gewünschte Speicherplatz-Nummer aus. Durch erneutes Drücken auf „Chain“ für mindestens 2 Sekunden wird diese Chain dann geladen und kann verwendet werden.

Standardeinsatz

Das Filter ist prädestiniert für sequencergesteuerte Überblendungen von Filtertypen. Filter-Morphing klingt durchweg interessant, aber in der Regel nicht so spektakulär wie z.B. Wavetable-Sequenzen oder drastische klangliche Eingriffe mit BBDs oder Wave­shapern.

Filtermodi mit Selbstoszillation:

Nr.Filtertyp:A-106-6:
124 dB Tiefpass4L
212 dB Tiefpass2L
3Bandpass (6 dB Tiefpass, 6 dB Hochpass)2B
4Asymmetr. Bandpass (12 dB Hochpass, 6 dB Tiefpass)2H1L
5Asymmetr. Bandpass (18 dB Hochpass, 6 dB Tiefpass)3H1L
6Bandpass (12 dB Tiefpass, 12 dB Hochpass)4B
7Notch + 6 dB Tiefpass2N1L
8Allpass + 6 dB Tiefpass3A1L
92 Bandpässe, getrennt durch Notch/
10Tiefpass mit verschobenem Bandpass/
11Tiefpass + Notch I/
12»Zahn« (2 verschobene Bandpässe)/
13Tiefpass und zwei verschobene Bandpässe (mit unterschiedl. Amplitude)/
142 Bandpässe mit unterschiedlicher Amplitude/
15Tiefpass + Notch + Hochpass/
16Tiefpass + Notch II/
17Tiefpass + Soft Notch + Bandpass/
18Tiefpass + verschobener Bandpass (kleinere Amplitude)/

Filtermodi ohne Selbstoszillation:

Nr:Filtertyp:A-106-6:
1918 dB Tiefpass3L
206 dB Tiefpass1L
216 dB Hochpass1H
2212 dB Hochpass2H
2318 dB Hochpass3H
24Asymmetr. Bandpass (12 dB Hochpass, 6 dB Tiefpass)2H1L
2512 dB Notch2N
26Allpass (tiefe Frequenzen abgeschwächt)3A
27Notch + Hochpass/
28Soft Notch + nach oben verschobenes Bandpassfilter/
29Allpass (hohe Frequenzen abgeschwächt)/
30Hochpass mit »Stufe«/
31Soft Notch + nach unten verschobenes Bandpassfilter/
32Tiefpass + Soft Notch + Bandpass/
33Notch + Hochpass/
34Tiefpass + Notch + Hochpass/
35Soft Notch/
36Soft Notch (Variante)/

Alternative: A-106-6

Wenn Sie auf die digitale Steuerung verzichten können und nur am – sehr guten – Grundklang des Filters interessiert sind, dann ist das Modul A-106-6 eine gute Alternative. Auch ein Blick auf die benötigte Stromversorgung des A-107 (200 mA sind deutlich mehr, als jeder VCO benötigt) und die üppigen 26 TE machen vielleicht das schlankere A-106-6 Filter zur besseren Wahl für kleinere Systeme.

Beide Filter arbeiten mit der gleichen analogen Filterschaltung, beim später erschienenen A-106-6 wurde auf die aufwändige und teure digitale Steuerung (und einige der Filtermodi) verzichtet, um eine kostengünstigere Variante des A-107 Filters anzubieten.

Auch 16 Filtermodi sind ein Garant für Vielseitigkeit, wenn auch beim A-107 noch das ein- oder andere »Schmankerl« dabei ist, etwa in Form des Filtertyps »9«, der rein optisch an das Logo einer bekannten Fastfood-Kette erinnert.

Andererseits: Das A-107 Filter war schon ein Unikum, das die Möglichkeiten von Filterschaltungen auf ein extrem hohes Niveau gehoben hat.

Technische Daten

Breite26 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf200 mA (+12V) / -60 mA (-12V)

A-106-6 16-fold VC XPander Filter

Das Xpander Filter ist angelehnt an das Multimodefilter des Oberheim Xpander Synthesizers. Es ist mit seinen insgesamt 16 Filtermodi nicht nur extrem vielseitig, sondern klingt auch durchweg sehr gut. Wenn Sie für ein kleines Modularsystem nur ein einziges Filter möchten, dann sollten Sie ernsthaft über das A-106-6 nachdenken.

Das Filter besitzt 8 Einzelausgänge, die zwischen zwei Gruppen von Filtermodi umschaltbar sind. Welcher Modus an welchem Ausgang verfügbar ist, finden Sie in abgekürzter Schreibweise links bzw. rechts von der jeweiligen Ausgangsbuchse. Dabei steht »L« für Lowpass, »H« für Highpass, »B« für Bandpass, »N« für Notch (Bandsperre) und »A« für Allpass (das sind Filter, die lediglich die Phase des Eingangssignals verändern und über ein Zusammenmischen mit dem Original ein Kammfilter bilden – das ist ein Filter mit mehreren »kammartigen« Kerben) – im Prinzip das, was auch Phaser ermöglichen.

Die Flankensteilheit der Filter wird mit der Anzahl Pole angegeben: Ein Pol führt zur Frequenzabsenkung um 6 dB / Oktave, so dass z.B. ein 2 Pol Filter eine Flankensteilheit von 12 dB hat, ein 4 Pol Filter dann 24 dB.

Manche Filtermodi sind auch Kombinationen verschiedener Filter, z.B. ist ein »2H1L« Filter ein 12 dB Hochpassfilter, kombiniert mit einem 6 dB Tiefpassfilter (im Ergebnis ist das dann ein schief geratenes Bandpassfilter). Die Filtermodi auf der linken Seite (d.h. Filter Group Schalter nach links) sind durchwegs nicht zur Selbstoszillation fähig.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A106-6-IN

Ausgänge:

CTRL-A106-6-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A106-6-SW

Einer für alles

Mit dem Xpander Filter geht eigentlich alles an Standard-Einsätzen von Filtern: Es klingt gut in einer Synthesizerstimme oder für externes Audiomaterial, es kann die üblichen »Synthie-Bassdrums« und es ist aufgrund seiner vielen (gleichzeitig nutzbaren!) Filtermodi so etwas wie ein »Schweizer Offiziersmesser« unter den Filtern.

Poor man‘s A-107? (Morphing mit dem A-106-6)

Das Modul A-106-6 hat noch so etwas wie einen »großen Bruder«: Das mittlerweile leider nicht mehr produzierte A-107 Filter. Im (analogen) Kern sind beide sehr ähnlich, das A-107 hat aber zusätzlich noch eine speicherbare Digitalelektronik, um ein stufenloses Morphing zwischen verschiedenen Betriebsarten zu steuern, sowie 20 zusätzliche Filtermodi an Bord. Tatsächlich ist das A-106 ursprünglich als eine abgespeckte Version des A-107-Filtermonsters entstanden.

Mit Hilfe der separaten Ausgänge und einem Crossfader oder spannungsgesteuertem Mischer mit Morphing-Controller lassen sich aber auch mit dem A-106-6 (oder z.B. mit dem A-121) fließende Übergänge zwischen verschiedenen Filtermodi herstellen. Da die Ausgänge teils recht unterschiedliche Pegel haben, ist die Zwischenschaltung von Abschwächern / Verstärkern eine Überlegung wert (das kann ein A-107 zwar alles »on board«, muss aber pro Schritt programmiert werden).

Morphing mit den Einzelausgängen des A-106-6 Filters, der Eingang für den A-144 Morph Controller kann z.B. ein LFO oder ein A-198 Ribbon Controller usw. sein.

Phaser

Phaser sind Allpassfilter, denen das Originalsignal beigemischt wird. Ein »pures« Allpassfilter würde »nach nichts« klingen, der Effekt macht sich erst durch die charakteristischen Auslöschungen einzelner Frequenzen bei Mischung von Original und gefiltertem Signal bemerkbar (Kammfilter). Auch im A-106-6 ist das Allpassfilter eine Mischung von Originalsignal und gefiltertem Signal, die bereits die typische Klangcharakteristik eines Phasers hat.

Hartes Umschalten per Sequencer

Auch hartes Umschalten zwischen den Modi kann sehr reizvoll sein, z.B. wenn das Ganze im Takt von einem Sequencer gesteuert wird:

Der A-155 Sequencer steuert das Weiterschalten des 4-fach Switches A-151.

Klangbeispiele

In diesem Klangbeispiel werden die 8 Einzelausgänge des A-106-6 in die 8 Eingänge eines A-155 Sequencers geleitet, der Sequencer wird dazu verwendet, um zwischen den Ausgängen der Reihe nach umzuschalten.

Als Eingangssignal für das Filter werden die Sägezahn-Ausgänge von 3 A-110-1 VCOs verwendet, ein VCO ist um 1 Oktave nach unten transponiert. Die Eckfrequenz des Filters wird von einem langsamen LFO sowie von der schnellen Hüllkurve eines A-140 ADSRs moduliert. Die Resonanz des Filters (hier als „Q“ bezeichnet) wird von einem weiteren A-155 moduliert. Beide Sequencer sind synchronisiert, verwenden aber eine unterschiedliche Anzahl aktiver Steps bzw. werden mit unterschiedlich geteilten Triggern gesteuert.

Zunächst starten wir mit der rechten Filtergruppe (3A/1L, 2N/1L, 4B, 3H/1L, 2H/1L, 2B, 4L, 2L), nach 1 Minute wird zur linken Filtergruppe (3A, 2N, 2H/1L, 3H, 2H, 1H, 3L, 1L) umgeschaltet.

In einem weiteren Klangbeispiel verwenden wir ein ähnliches Setup, diesmal wird aber die Resonanz des Filters über Sample & Hold moduliert und das Eingangssignal wird in der zweiten Hälfte des Klangbeispiels in die Sättigung gefahren. Wieder hören wir eine Minute lang die rechte Filtergrupe (mit unverzerrtem Eingangssignal), eine Minute lang die linke Filtergrupppe (ebenfalls mit unverzerrtem Eingangssignal) und anschließend je eine Minute das Gleiche mit verzerrtem Eingangssignal:

Technische Daten

Breite12 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf50 mA (+12V) / -50 mA (-12V)

A-124 Wasp Filter

Das Wasp Filter setzt die etwas eigenwillige Filterschaltung des EDP Wasp Synthesizers aus dem Jahr 1978 ein. Das 12 dB Filter erzeugt bei höherer Resonanz ganz eigenartige, »wilde« Verzerrungen, die aber immer sehr gut dosierbar bleiben. Möglichkeiten und Struktur des moduls (nicht aber das Layout des Frontpanels) gleichen dem A-106-5 SEM Filter, der Klang ist jedoch komplett anders.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A124-IN

Ausgänge:

CTRL-A124-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A124-SW

Charakterdarsteller

Das Filter eignet sich gut für schneidende, etwas angezerrt wirkende Solo-Sounds, für Drums und Effekte. Aufgrund seiner etwas ungewöhnlichen Klangcharakteristik ist es weniger ein »Brot & Butter« Filter, sondern ein sehr guter Spezialist für auffälligere Klänge mit Charakter.

Selbstoszillation

Wer ein Wasp-Filter mit Selbstoszillation möchte, kann das Modul modifizieren (ein wenig Geschick und Erfahrung mit dem Lötkolben vorausgesetzt).

Für Selbstoszillation muss parallel zum bestehenden Widerstand (in der Abbildung markiert) ein 10 kOhm Widerstand eingebaut werden.

Mögliche Schwachstelle

Von Doepfer stammt der Hinweis, dass der verbaute Inverterbaustein CD4069 in seltenen Fällen ausfallen kann. Das Problem lässt sich leider nicht vermeiden, ohne dem Filter seinen typischen „Wasp-Klang“ zu nehmen. Der Inverter ist allerdings ein leicht zu beschaffendes Bauteil, lässt sich leicht ersetzen und kostet meist deutlich weniger als 1 Euro. Mein eigener A-124 ist übrigens schon seit weit über 10 Jahren ohne Störung im Betrieb…

Der 4069-Inverter auf der A-124 – Platine.

Klangbeispiele

In diesem Beispiel werden die Sägezahn-Ausgänge von drei A-110-1 VCOs eingesetzt, ein VCO ist eine Oktave nach unten transponiert. Die VCOs werden von einem A-155 Sequencer gesteuert, das Filter wird von einer ADSR-Hüllkurve und einem langsamen Sinus-LFO moduliert. Der Eingang des Filters ist auf Maximum gestellt.

Wir starten ganz ohne Resonanz, ich blende manuell von Tiefpass über Notch zum Highpass. Im Anschluss daran wird mit einem A-134-1 VC Panning/Crossfader vom LP/HP-Ausgang zum Bandpass überblendet. Jetzt wird die Resonanz des Filters bis zum Maximum erhöht. Danach hören wir wieder den HP/LP-Ausgang, ich regle wieder vom Hochpass über Notch zum Tiefpass und reduziere die Resonanz wieder bis Null.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe45 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -10 mA (-12V)

A-121 Multimode Filter

Das Modul wird nicht mehr hergestellt.

Das A-121 ist ein frühes, aber sehr gelungenes Filterdesign von Doepfer. Leider ist der verwendete Curtis-Baustein CEM 3320 nicht mehr lieferbar, so dass das Modul nicht mehr im Handel erhältlich ist. Schade, denn es hat einen eigenen Klangcharakter und einige interessante technische Eigenschaften.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A121-IN

Ausgänge:

CTRL-A121-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A121-SW

Hochpass mit Selbstoszillation

Eine klangliche Besonderheit: Das A-121 ist eines der wenigen Hochpass-Filter mit der Möglichkeit einer Selbstoszillation (das A-101-1 kann ebenfalls Selbstoszillation im Hochpass-Modus, ist aber ziemlich »empfindlich« bezüglich Einsatzpunkt und Clipping).

Genaues Tracking (1 V / Oktave)

Die Eckfrequenz und damit die Frequenz des Sinustones bei Selbstoszillation ist (zumindest bei meinem Exemplar) sehr genau steuerbar (1 V / Oktave). Damit lässt sich das Filter hervorragend als tonal spielbarer Sinus-Oszillator einsetzen.

Crossfading der Einzelausgänge

Wie alle Multimodefilter ist auch das A-121 sehr vielseitig einsetzbar. Ähnlich wie beim A-106-6 sind durch die 4 Einzelausgänge mit Hilfe eines spannungsgesteuerten Mixers oder Crossfaders auch fließende Übergänge zwischen verschiedenen Filtermodi realisierbar.

Das VCO-Signal wird gefiltert, über den A-134-1 Panner / Crossfader werden zwei Filtermodi überblendet.

Nachfolger

Für das Modul A-121 gibt es einen Nachfolger: Das Multimode-Filter A-121-2. Es ist mit 8 TE deutlich schmäler und bietet grundsätzlich fast die gleiche Funktionalität (einzige Einschränkung: nur ein Eingang zur Modulation der Resonanz). Allerdings klingt es deutlich anders als sein etwas „rauer“ Vorgänger.

Klangbeispiele

In diesem Beispiel werden die Sägezahn-Ausgänge von drei A-110-1 VCOs eingesetzt, ein VCO ist eine Oktave nach unten transponiert. Die VCOs werden von einem A-155 Sequencer gesteuert. Die Audio-Level für den Filtereingang sind vergleichsweise hoch, um die typische Anzerrung durch das Filter zu zeigen. Der Filterausgang geht noch in einen A-132-3 VCA, der von einem A-140 gesteuert wird.

Wir starten mit dem Notchfilter (0:00-1:22), danach Hochpass (1:22-2:53), Bandpass mode (2:53-4:30) und Tiefpass (4:30-6:17). In jedem der 4 Durchgänge beginne ich ohne Resonanz und einem sehr langsamen LFO, der die Filtereckfrequenz moduliert. Dann erhöhe ich langsam die Resonanz bis zum Maximum, füge ADSR-Modulation der Filtereckfrequenz hinzu, verringere die Resonanz wieder langsam bis auf Null und blende schließßlich aus.

Technische Daten

Breite12 TE
Tiefe55 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-106-5 12dB SEM Type VCF

Das A-106-5 ist ein 12dB Filter mit zwei getrennten Ausgängen für Lowpass / Notch / Highpass (überblendbar) sowie für Bandpass. Das Filter ist inspiriert vom Oberheim SEM-Filter. „SEM“ stand übrigens für „Synthesizer Expander Module“, der SEM war 1974 eine kleine Kiste ohne eigene Tastatur und ursprünglich dafür gedacht, einen „normalen“ Synthesizer wie z.B. den Minimoog zu ergänzen.

Das A-124 Wasp Filter hat übrigens ganz identische Optionen und Möglichkeiten, aber ein etwas anders gestaltetes Frontpanel-Layout. Ansonsten sind die beiden Filter klanglich deutlich verschieden, so dass sie eine schöne Kombination aus dem sehr »schmeichelnden« SEM und dem »harschen« Wasp ergeben.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A106-5-IN

Ausgänge:

CTRL-A106-5-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A106-5-SW

Schön, klassisch, rund

Das SEM-Filter ist ideal, wenn Sie ein »schön« klingendes, vielseitiges Filter suchen. Gut geeignet z.B. für klassische Sequencerlinien, die auch bei höherer Resonanz ihren Bass-Anteil nicht verlieren sollen.

Schnelle Änderungen der Eckfrequenz erzeugen Klänge, die einer Selbstoszillation eines Filters sehr ähneln (das SEM-Filter ist ansonsten nicht zur Selbstoszillation fähig).

Sonderedition

Vom A-106-5 ist eine Sonderedition erhältlich, bei der das Frontpanel cremefarben und die Drehregler schwarz anstatt grau sind.

Klangbeispiele

Überblenden der Filter-Modi

In diesem Beispiel werden die Sägezahn-Ausgänge von drei A-110 VCOs eingesetzt, ein VCO ist eine Oktave nach unten transponiert. Die VCOs werden von einem A-155 Sequencer gesteuert, das Filter wird von einer ADSR-Hüllkurve und einem langsamen Sinus-LFO moduliert.

Wir starten ganz ohne Resonanz, ich blende manuell von Tiefpass über Notch zum Hochhpass. Im Anschluss daran wird mit einem A-134-1 VC Panning/Crossfader vom LP/HP-Ausgang zum Bandpass überblendet. Jetzt wird die Resonanz des Filters bis zum Maximum erhöht. Danach hören wir wieder den HP/LP-Ausgang, ich regle wieder vom Hochpass über Notch zum Tiefpass und reduziere die Resonanz wieder bis Null.

Filter Ringing

Obwohl das SEM Filter nicht zur Selbstresonanz geeignet ist, kann man aus ihm mit einer schnellen Modulationsquelle in einem Steuerspannungs-Eingang das sogenannte „Filter Ringing“ erzeugen.

Zunächst hören wir einen A-106-5 (ohne Eingangssignal) durch einen A-132-3 VCA mit konstanter Verstärkung, der Gain-Regler des VCAs wird auf Maximum gedreht. Beim Erhöhen der Filterresonanz hören wir erwartungsgemäß keine Selbstoszillation, nur etwas Hintergrundrauschen (das hier viel lauter geregelt wurde, als wir es in einem realen Patch wahrnehmen würden). Dann füge ich einen A-140 ADSR als Modulationsquelle für die Filtereckfrequenz hinzu und wir hören die so erzeugten etwas knacksenden, geräuschhaften Töne. Zum Schluss wird der VCA von konstanter Verstärkung auf Modulation durch den selben A-140 umgestellt.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe55 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-106-1 Xtreme Filter

Das A-106-1 Xtreme Filter ist eine richtige Spaß-Kiste! Das technische Design ist inspiriert von den Filtern des Korg MS-20, geht aber sehr weit über diese hinaus: Sehr differenziert regelbares Clipping (Verzerrung) der Filterresonanz, getrennte Eingänge für Tiefpass- und Hochpass-Modus (vergleichbar mit dem A-101-1 Vactrol Filter), sowie einen auftrennbaren Feedbackweg (ähnlich wie beim A-108 48dB Filter).

Klanglich ist das Modul ziemlich speziell, die Resonanz verzerrt stark, die Filter (ein 12 dB Tiefpass und ein 6 dB Hochpass) schließen nicht ganz und tun auch sonst nicht unbedingt das, was man von einem »gut gebauten« Filter erwarten würde. Aber das möchte ja auch niemand bei einem Filter, das an den MS-20 angelehnt ist.

Bedienelemente

Eingänge:

CTRL-A106-1-IN

Ausgänge:

CTRL-A106-1-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A106-1-SW1

CTRL-A106-1-SW2

Gemeinsame Eckfrequenz für HP und LP

Das Filter ist sicher kein »Brot und Butter«-Filter für Standardsounds. Aber wenn es etwas abgedreht oder trashig klingen soll, dann glänzt das Xtreme Filter. Der Hochpass- und der Tiefpass-Modus sind nicht zwei separate Filter, sondern teilen sich sowohl Eckfrequenz als auch Resonanz. Dennoch lässt gerade die Kombination interessante Klänge zu, z.B. kann über den bipolaren »HP Lev.«-Regler manuell zwischen Notch- und Bandpass-Filter überblendet werden. Man darf dabei aber nicht »herkömmliche« Notch- oder Bandpässe erwarten, die Durchlässigkeit / Übersprechen zwischen HP und LP ist groß. Wenn diese Überblendung nicht manuell, sondern spannungsgesteuert ablaufen soll, wird vor einen der beiden Eingänge ein VC Polarizer (A-133) geschaltet und beide Eingangs­abschwächer auf etwa gleich große positive Werte eingestellt:

Mit einem Polarizer lässt sich eine automatische Überblendung zwischen Notch (beide Eingänge mit positiver Polarisierung), Lowpass (»HP«-Eingang gleich Null) und Bandpass (»HP« Eingang mit negativer Polarisierung) realisieren. Als Ausgangsmaterial dient ein A-110-1 Signal, das mit einem A-180-1 Multiple aufgesplittet wird.

Clipping

Ein Sägezahn von einem A-110-1 VCO wird im A-106-1 (Eingang „LP In“) bearbeitet: Eckfrequenz ist maximal, der Clippingregler „Cl+“ für den oberen Teil der Schwingungsform ist auf „0“ gestellt (maximales Clipping), „Cl -“ ist auf „10“ (kein Clipping).

Das Clipping des Eingangssignals kann getrennt für den oberen und den unteren Anteil der Schwingungsform (jeweils im Gegenuhrzeigersinn) geregelt werden. Unter Clipping versteht man ein relativ hartes Abschneiden / Glätten der Schwingungsformen am positiven (Cl+) oder negativen (Cl-) Teil der Schwingungsform. Bei Extreneinstellungen nähert sich damit fast jedes Eingangssignal einer Rechteckschwingung an.

Damit können asymmetrische Schwingungsformen wie etwa beim A-116 erzeugt werden. Die beiden Clipping-Regler sind leider etwas kontraintuitiv ausgelegt: Bei Reglerposition „0“ erfolgt das maximale Clipping, bei „10“ gar kein Clipping.

Selbstoszillation und Clipping

Normalerweise erzeugen Filter bei der Selbstoszillation vergleichsweise reine Sinusschwingungen. Normalerweise. Unser A-106-1 geht auch hier ganz eigene Wege.

Die folgenden Oszilloskop-Bilder zeigen die entstehenden Schwingungsformen bei Selbstoszillation des Filters mit verschiedenen Einstellungen der beiden Clipping-Regler:

CL+ =0, CL- =0.
CL+ =10, CL- = 10.
CL+ =10, CL- =0.
Bei höheren Frequenzen ändert sich die Schwingungsform der Selbstresonanz noch einmal deutlich (wieder CL+ =10, CL- =10).

Offener Resonanzweg

Ein A-188-1 BBD Feedbackweg im des Xtreme Filters.

Eine Besonderheit (ähnlich wie beim A-108) ist der offene Resonanzweg: Hier lässt sich über einen VCA eine spannungsgesteuerte Resonanz realisieren oder auch einfach ein weiteres Modul einschleifen.

MS-20 Reloaded?

»Nachbau« der Filtersektion des MS-20 mit zwei in Serie geschalteten A-106-1. Das linke Filter wird im Hochpass-Modus genutzt, das rechte im Tiefpass-Modus. Um nicht manuell den Nullpunkt des Reglers »HP Level« am rechten A-106-1 suchen zu müssen, wird ein Blindstecker verwendet (Stecker ohne Kabel oder Patchkabel, das nicht an eine zweite Buchse angeschlossen ist).

Die Filtersektion des MS-20 lässt sich mit zwei A-106-1 Modulen nachbauen – das Ergebnis wird naturgemäß etwas anders als das Original klingen (der im Übrigen während seiner Produktionszeit mit zwei recht unterschiedlich gebauten und klingenden Filtersektionen hergestellt wurde).

Damit hat man freilich noch lange keinen MS-20, die Oszillatoren waren recht speziell, eine der Hüllkurven hatte ein Delay, der LFO eine variable Schwingungsform, die zwischen aufsteigendem Sägezahn, Dreieck, absteigendem Sägezahn und beliebigen Zwischenstufen verändert werden konnte usw.

Klangbeispiele

Wir beginnen wieder einmal mit 3 A-110-1 VCOs, verwenden bei allen die Sägezahn-Ausgänge, ein VCO ist 1 Oktave nach unten transponiert. Die Mischung der 3 VCOs geht in den ersten A-106-1 (im Hochpass-Modus) und danach in den zweiten A-106-1 (im Tiefpass-Modus). Tonhöhen der VCOs und Trigger für die ADSRs werden von einem A-155 Sequencer gesteuert. Verschiedene Clipping-Level der Filter werden manuell geregelelt.

Während der ersten 2 Minuten ist nur ein einzelner A-106-1 im Einsatz, danach schalten wir auf 2 Filter um – zuerst Hochpass, dann Tiefpass:

Technische Daten

Breite14 TE
Tiefe40 mm
Strombedarf30 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-127BOM Breakout Module

Das Modul A-127BOM ist ein Auslaufmodell und wird künftig leider nicht mehr hergestellt werden.

Stand: April 2021

Das A-127 BOM ist eine Erweiterung für das A-127 Triple Resonance Filter. Es ergänzt das Modul um Einzeleingänge für jedes der drei Filter, sowie um separate Ausgänge (pro Filter) für Bandpass, Hochpass, Tiefpass und Notch. Das Original A-127 bot dagegen nur einen gemeinsamen Eingang für alle drei parallel geschalteten Filter, sowie individuelle Ausgänge für die drei Filter – diese zudem lediglich im Bandpass-Modus.

Ganz ehrlich: Um die Menge an Funktionalität aus dem ursprünglichen A-127 herauszukitzeln musste man als „Hobby-Löter“ schon sehr viele Stunden investieren (sowohl an Recherche zu den Möglichkeiten und erforderlichen Lötpunkten als auch für die aufwändige Realisierung). Von der Optik des oft eher „handgeschnitzt“ wirkenden Resultats mal ganz zu schweigen. Im Prinzip macht das BOM drei komplett unabhängige Multimode-Filter aus dem A-127. Und das ist durchaus eine praktische Angelegenheit.

Bedienelemente

Bei der ersten Produktionsserie waren die Beschriftungen der Ausgänge „HP“ und „BP“ für Hochpass- und Bandpassfilter vertauscht. In der aktuellen Produktion (wie auf der Abbildung) wurde das korrigiert.

Erste Produktionsserie bis ca. 2015.

Eingänge (3 mal, für jedes integrierte Filter des A-127 separat):

CTRL-A127BOM-IN

Ausgänge (3 mal, für jedes integrierte Filter des A-127 separat):

CTRL-A127BOM-OUT

Regler / Schalter:

CTRL-A127BOM-SW

A-127 erforderlich

Eigentlich selbstverständlich bei einem „Breakout-Modul“: Ohne das zugrunde liegende A-127 Triple Resonance Filter ist das Breakout Modul natürlich völlig nutzlos.

Anschluss gesucht

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es leider doch beim A-127 BOM. Richtig „einfach“ ist der Anschluss leider nur an einem neueren A-127, das auch den entsprechenden Sockel für das Flachbandkabel des A-127 BOM besitzt. Auf der Platine erkennt man es an dem Aufdruck „Version 4″. Bei älteren Versionen des A-127 müssen manuell vier Lötpunkte zwischen Filter und Breakout Modul verbunden werden. Das ist deutlich weniger Aufwand als bei jedem Selbstbauversuch, aber man sollte schon einmal einen Lötkolben in der Hand gehabt haben. Am richtigen Ende, hoffentlich.

Andererseits ist das auch in manchen Fällen praktisch, denn die erste Auflage des A-127 BOM hatte einen fehlerhaften Aufdruck auf der Frontplatte: HP und BP waren bei allen drei Filtern vertauscht! Wenn man nun selbst löten muss, dann kann man natürlich auch gleich die Zugänge zu HP und BP korrekt anlöten, so dass das Frontpanel wieder stimmt.

Technische Daten

Breite8 TE
Tiefe50 mm
Strombedarf20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)