A-101-3 Modular 12 Stage Vactrol Phaser

Der A-101-3 Phaser besitzt zwei Teileinheiten mit je 6 Phasenschiebern (Stages): Das Eingangssignal durchläuft die 6 in Reihe geschalteten Phasenschieber und am Ausgang können über einen »Mix«-Regler Original und geshiftetes Signal beliebig gemischt werden.

Der Ausgang des 6. Phasenschiebers wird noch für einen weiteren Zweck abgegriffen: Er kann als Feedback (mit dem eingebauten Polarisierer auch invertiert) wieder dem Eingang des ersten Phasenschiebers zugemischt werden. Zudem verfügt jeder Phasenschieber über einen separaten Eingang (»Feedback In«) und einen separaten Ausgang (»Stage Out«), so dass fast beliebige Phaserschaltungen realisierbar sind.

Der Signalweg ist dabei: Audio In → Stage 1 → Stage 2 → Stage 3 → Stage 4 → Stage 5 → Stage 6 → Ausgangsmischer (Original vs. phasenverschoben).

Nach Stage 6 gibt es für die Feedbackschleife des Phasers noch eine Abzweigung: Stage 6 → Polarisierer → zurück zu Stage 1 als Feedback.

Die zweite Teil-Einheit (rechte Seite des Moduls) ist grundsätzlich identisch aufgebaut, der Eingang für das Audiosignal ist aber (mittels Schaltbuchse unterbrechbar) mit dem Ausgang des 6. Phasenschiebers der linken Teil-Einheit verbunden.

Ähnliches gilt für die Steuerspannung: Der CV-Eingang, der die Phasenverschiebung von Stage 1 bis 6 moduliert, ist ebenfalls – unterbrechbar mittels Schaltbuchse – an den CV-Eingang für Stage 7 bis 12. angebunden

Und dann gibt es noch für jede Stage einen Einzelausgang und individuelle Eingänge für Feedbackschleifen – gigantisch!

Bedienelemente Stage 1-6:

Eingänge Stage 1-6:

  1. Feedback In (separat für 6 Stages Nr. 1 bis 6): Audioeingänge in die einzelnen Stages. Der Feedback­eingang des ersten Stages ist durch den Ausgang des Polarisierers vorbelegt, die entsprechende Buchse ist als Schaltbuchse ausgelegt. Jede Stage hat somit zwei Audioeingänge: Einen aus dem normalen Signalfluss des Phasers und – jeweils pro Stage dazu gemischt – einen Feedbackeingang.
  2. Audio In 1-6: Audioeingang für die linke Phaser-Einheit. Das Signal wandert dann durch die Stages 1-6 und wird dem Ausgangsmischer (Regler »Mix« und Buchse »Mixed Audio Out«) und der Feedbackschleife (Regler »Polarizer« und Buchse »Polarizer 1 Out«) zugeführt.
  3. CV In 1-6: Steuerspannungseingang zur Modulation der Phasenverschiebung, wirkt gleichermaßen auf die Stages 1-6. Die linke und die rechte Teil-Einheit des Phasers haben unabhängige Modulationseingänge.
  4. Shifted Audio In: An diesem Eingang liegt normalerweise das phasenverschobene Audiosignal aus Stage 6 an, bevor es im Mixer mit dem Original-Eingangssignal gemischt und dann an der Buchse »Mixed Audio Out« ausgegeben wird. Über die Schaltbuchse lassen sich aber auch andere Signale einspeisen (einzelne Stages oder verarbeitete Signale usw.)
  5. Polarizer 1 In (2 Buchsen): Auch an diesen Eingängen liegt normalerweise das phasenverschobene Audiosignal aus Stage 6 an. Hier geht es aber nicht an den Ausgangsmischer, sondern in die Feedbackschleife weiter. Das Signal wird dabei in der Amplitude angepasst (Faktor 0 bis 1). Links von der »12 Uhr«- Stellung des Reglers wird das Signal dabei zusätzlich invertiert, bevor es dann als Feedback-Signal verwendet wird, falls Sie das nicht manuell anders patchen. Der linke Eingang ist als Schaltbuchse ausgelegt, das Signal an der rechten Buchse wird dazu gemischt.

Ausgänge Stage 1-6:

  1. Polarizer 1 Out: An dieser Buchse kann das Ausgangssignal des Polarizers abgegriffen werden. Man kann z.B. den Ausgang des Polarizers der rechten Teil-Einheit (»Polarizer 2 Out«) in Stage 1 der linken Teil-Einheit einspeisen und erhält einen echten 12-Stage Phaser.
  2. Stage Out (separat für 6 Stages Nr. 1 bis 6): Individuelle Audio-Ausgänge für jede der 6 Phaser-Stages.
  3. Mixed Audio Out: Gesamt-Ausgang für die linke Teil-Einheit. Mit dem Regler »Mix« wird das Verhältnis von phasenverschobenem Signal (aus Stage 6) zum Eingangs-Audiosignal festgelegt. Wenn für Ersteres nicht der Ausgang von Stage 6 gewünscht ist (z.B. für einen 4-Stage Phaser), dann kann man ein entsprechendes Signal in die Buchse »Shifted Audio In« patchen.

Regler / Schalter Stage 1-6:

  1. Lev.: Abschwächer für das Audioeingangssignal (Buchse »Audio In 1-6«).
  2. CV: Abschwächer für die Steuerspannung (Buchse »CV In 1-6«).
  3. Shift: Manueller Regler für die Phasenverschiebung.
  4. Mix: Mit diesem Regler wird das Verhältnis von Originalaudiosignal und phasenverschobenem Audiosignal festgelegt. Bei typischen »Phaser«-Sounds ist das Verhältnis 50:50.
  5. Pol. 1 Regler: Hier wird das Feedback des Phasers geregelt – vergleichbar mit dem Resonance-Regler eines Filters. Hier hat man allerdings den Vorteil, dass das nicht ein einfacher Abschwächer ist, sondern das Signal auch invertiert werden kann (links von der »12 Uhr«-Stellung des Reglers). Normalerweise wird das Ausgangs­signal des Polarizers in die erste Phaser-Stage zurückgeführt – kann aber bei Bedarf frei gepatcht werden.

Bedienelemente Stage 7-12:

Eingänge Stage 7-12:

  1. Feedback In (separat für 6 Stages Nr. 7 bis 12): Vgl. »Feedback In« für Stages 1-6.
  2. Audio In 7-12: Vgl. »Audio In 1-6«. Diese Buchse ist allerdings eine Schaltbuchse, ohne Stecker liegt hier das Ausgangssignal der Phaser-Stage 6 (aus der linken Teil-Einheit) an.
  3. CV In 7-12: Vgl. »CV In 1-6«. Auch diese Buchse ist eine Schaltbuchse, ohne Stecker liegt hier das Steuerspannungssignal der linken Teil-Einheit an.
  4. Shifted Audio In: Vgl. »Shifted Audio In« der linken Teil-Einheit.
  5. Polarizer 2 In (2 Buchsen): Vgl. »Polarizer 1 In« der linken Teil-Einheit.

Ausgänge Stage 7-12:

  1. Polarizer 2 Out: Vgl. »Polarizer 1 Out« der linken Teil-Einheit.
  2. Stage Out (separat für 6 Stages Nr. 7 bis 12): Vgl. »Stage Out« für Stages 1 bis 6 der linken Teil-Einheit.
  3. Mixed Audio Out: Vgl. »Mixed Audio Out« der linken Teil-Einheit.

Regler / Schalter Stage 7-12:

  1. Lev.-Abschwächer: Vgl. »Lev.«-Abschwächer der linken Teil-Einheit.
  2. CV-Abschwächer: Vgl. »CV«-Abschwächer der linken Teil-Einheit.
  3. Shift-Regler: Vgl. »Shift«-Regler der linken Teil-Einheit.
  4. Mix-Regler: Vgl. »Mix«-Regler der linken Teil-Einheit.
  5. Pol. 2-Regler: Vgl. »Pol. 1«-Regler der linken Teil-Einheit.

12-Stage Phaser

Eigentlich ist es fast schade, den A-101-3 als schnöden »Normalo«-Phaser einzusetzen, aber er klingt wirklich gut: Ein Audiosignal in »Audio In 1-6« und als Ausgang den »Mixed Audio Out« von Stage 7-12 ergibt einen 12-Stage Phaser.

Für die Modulation der Stages wird ein LFO an den CV-Eingang »1-6« angeschlossen, die Buchse »Feedback In 7« wird mit einem Blindstecker (ein Stecker eines Kabels ohne angeschlossenes zweites Ende) belegt, damit die Feedbackschleife von Stage 12 zu Stage 7 unterbrochen wird – wir wollen ja nur ein Feedback von Stage 12 zu Stage 1:

Der A-101-3 Modular Vactrol Phaser wird von einem A-145 LFO gesteuert, alle 12 Stages werden in der Feedbackschleife durchlaufen (Blindstecker in »Feedback In 7« – hier gelb gekennzeichnet).

2×6-Stage Phaser (Stereo)

Das Audioeingangssignal wird über ein Multiple auf die beiden Eingänge verteilt. Nun leicht unterschiedliche Grundeinstellungen (»Shift«- und »Pol«-Regler), sowie zwei unabhängige LFOs als Modulationsquellen für die Modulation der zweiten Teil-Einheit und dann die beiden Aushänge breit im Stereobild spreizen:

Der A-101-3 als zwei unabhängige Phaser im Stereobetrieb.

»Klangforschung«

Spannend wird es, wenn man die zahlreichen Ein- und Ausgänge nutzt. »1-Stage-Phaser«: Um den Standardweg von der 6. Stage durch die 1. zu ersetzen, wird die erste Buchse »Stage Out« mit »Polarizer In« verbunden.

Der Feedbackweg vom Ausgang des Polarizers führt bereits zur 1. Stage. Nun wird der Ausgang der 1. Stage mit der Eingangsbuchse »Shifted Audio In« für den Original / Effekt-Mischer des Ausgangsteils verbunden. Das geht gut mit Hilfe der »Polarizer 1 In«-Buchse.

Ein »One Stage Phaser« mit dem A-101-3.

Hier eine Reihe von Oszilloskop-Bildern von Ausgangssignalen verschiedener Phaser-Konfigurationen, jeweils mit einem Sägezahn-Signal aus einem A-110 VCO als Input:

Ein Sägezahn aus einem A-110 im »One Stage Phaser« (Originalsignal oben, Ausgang des A-101-3 Phasers unten).
Gleiche Einstellungen wie zuvor, aber als »Three Stage Phaser« gepatcht (Originalsignal oben, Ausgang des A-101-3 Phasers unten).
Gleiche Einstellungen wie zuvor, aber als »Six Stage Phaser« gepatcht (Originalsignal oben, Ausgang des A-101-3 Phasers unten).

Klangbeispiele

Drei -110 VCOs (Sägezahn, ein VCO ist eine Oktave nach unten verstimmt) werden gemischt und mit einem A-132-3 verstärkt, den ein A-140 ADSR steuert. Das Ausgangssignal wird mit einem Multiple aufgeteilt und sowohl in den Stage 1-6 Input als auch in den Stage 7-12 Input vom A-101-3 eingespeist. VCO Frequenz und ADSR werden von einem A-155 Sequencer gesteuert. Das Shifting von Stage 1-6 wird vom Dreiecksignal eines A-143-3 moduliert, das von Stage 7-12 von einem weiteren A-143-3. Die LFO Frequenzen werden während der Aufnahme manuell verändert.

Die Ausgänge der Shifting Stages 5, 6, 9 and 12 werden in einen A-138m 4×4 Matix Mixer geführt. Die vier Ausgänge des Matrix Mixers (alle im Bipolar Modus) werden wieder in die Shifting Stage Inputs 1, 6, 7 and 12 eingespeist. Auf diese Weise kann ich Feedbacks und invertierte Feedbacks, Feed-Forwards und invertierte Feed-Forwards in recht komplexer Weise erzeugen. Die beiden Summenausgänge des Phasers sind dann einfach der linke und rechte Audiokanal mit einem 50:50-Verhältnis von Original/Shifted Signal. Nachdem die Resonanz von Vactrol-gesteuerten Geräten vergleichsweise laut sein kann, wurde am Ende noch etwas Kompression und Limiting (DAW) eingebaut.

Technische Daten

Breite 30 TE
Tiefe 65 mm
Strombedarf 50 mA (+12V) / -50 mA (-12V)

A-101-2 Vactrol Lowpass Gate

Ein Lowpass Gate (LPG) ist ein merkwürdiges Gerät. Es verwendet eine Vactrolschaltung und verbindet ein Tiefpassfilter mit einem Verstärker (VCA).

Warum dann nicht einfach ein Filter und einen Verstärker separat einsetzen? Das LPG lässt sich zwischen VCF, VCA und der Kombination VCF / VCA umschalten! Zudem ist das Modul mit einem Vactrol aufgebaut und klingt – auch als VCA – anders als herkömmliche Filter oder Verstärker. Die Trägheit der Vactrols führt zu einem »natürlichen« Ausklingverhalten des VCAs.

Das Modul steht übrigens in einer Reihe von Modulen, die deutlich von Konzepten des amerikanischen Synthesizer-Pioniers Don Buchla inspiriert sind (ohne ein Buchla-System ersetzen zu wollen): Die Zufallsgeneratoren A-149 / 1 und A-149 / 2 sind weitere Beispiele.

Buchla-Synthesizer unterscheiden sich in der Komplexität der Module, aber auch im Benutzerinterface deutlich von den mehr an Keyboards orientierten Modellen von Moog oder ARP.

Bedienelemente

Eingänge:

  1. CV In 1: Steuerspannungseingang für die Eckfrequenz (ohne Abschwächer).
  2. CV In 2: Steuerspannungseingang für die Eckfrequenz (mit Abschwächer).
  3. Audio In: Audioeingang.
  4. G1: Gateeingang zum Umschalten der Filtermodi. Wenn hier ein Gate­signal (z.B. von einem Sequencer oder einer Tastatur) anliegt, wird von VCF / VCA auf VCF (Lowpassfilter-Modus »LP«) bzw. von VCA auf VCA / VCF umgeschaltet (je nach per Schalter vorgewähltem Modus).
  5. G2: Gateeingang zum Umschalten der Filtermodi. Wenn hier ein Gate­signal (z.B. von einem Sequencer oder einer Tastatur) anliegt, wird von VCF / VCA auf VCA bzw. von VCF nach VCF / VCA umgeschaltet (je nach per Schalter vorgewähltem Modus).

Ausgänge:

  1. Audio Out: Audioausgang des Moduls.

Regler / Schalter:

  1. F/A: Regler für die Eckfrequenz bzw. für die Amplitude des Verstärkers – je nach gewähltem Modus. Bei Kombination VCF / VCA werden sowohl Eckfrequenz als auch Amplitude geregelt (von leise und stark gefiltertem Frequenzgang bis hin zu laut und offenem Filter).
  2. CV2: Abschwächer für den Steuerspannungseingang »CV In 2« für die Eckfrequenz.
  3. Lev.: Abschwächer für den Audioeingang.
  4. Res.: Regler für die Resonanz des Filters (bis hin zur Selbstoszillation im LP-Modus). Auch im Modus »VCA« kann eine Art »Resonanz« geregelt werden, sie betrifft das Nachschwingverhalten bei sehr kurzen Hüllkurven im Eingang »CV In 1« oder »CV In 2«.
  5. Function: Manueller Umschalter für die Betriebsmodi des Filters: VCF, Kombination aus VCF und VCA, VCA.

Umschalten per Sequencer

Das A-101-2 lässt sich sehr schön per Sequencer oder Zufallsgenerator zwischen den Betriebsarten umschalten.

Ein A-149-1 / 2 Zufallsgenerator schaltet zwischen den Betriebsarten des A-101-2 LPGs um.

Selbstoszillation nur im LP Modus

Das Filter ist nur im LP Betriebsmodus zur Selbstoszillation fähig. Der Filterklang ändert sich also deutlich hörbar beim Umschalten zwischen »LP« und »LP / VCA«.

Klangbeispiele

Wie in vielen anderen Demos verwende ich auch hier drei A-110 VCOs (alle Sägezahn, ein VCO eine Oktave tiefer), die von einem A-155/156 Sequencer gesteuert werden. Der Mix der drei VCOs geht in das A-101-2 LPG. Die LPG Modes werden von einem Zufallsmodul (A-149-2) umgeschaltet, das mit dem Sequencer synchronisiert ist. Die Filter-Eckfrequenz und / oder Verstärkung wird von einem weiteren Zufallsmodul (A-149-1), sowie einem A-140 ADSR gesteuert. Zuletzt geht das Audiosignal in einen A-132-3 VCA, der nicht unbedingt erforderlich wäre, da unser A-101-2 ebenfalls als VCA arbeiten kann, aber die beiden VCAs reagieren ziemlich unterschiedlich und zeigen dadurch ein paar interessante „Verhaltensweisen“.

Wir starten ohne Filter-Resonanz, einem moderaten LPG Input Level, und weder das LPG noch der A-132-3 werden vom A-140 ADSR moduliert. Dann wird die ADSR Modulation auf das LPG erhöht. Dann (um 0:50) wird die Filter Resonanz erhöht, sowie der Input Level (was zu leichter Verzerrung im LPG führt). Danach wird der A-132-3 vom A-140 moduliert (anstatt einfach konstant zu verstärken). Zuletzt folgen ein paar Veränderungen von Modulationstiefe und Resonanz.

Technische Daten

Breite 8 TE
Tiefe 50 mm
Strombedarf 20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)

A-101-1 Vactrol Multitype Input VCF

Das Vactrol Filter hat mehrere Besonderheiten. Am auffälligsten: Für jede der Betriebsarten Lowpass, Bandpass und Highpass existiert ein separater Eingang. Damit lassen sich mehrere ganz unterschiedliche Klangquellen in einem einzigen Filter auch unterschiedlich behandeln. Lediglich die Eckfrequenz und die Resonanz (und deren Steuerung) sind gemeinsam. Wem das zu viel ist: Die »BP«- und »HP«-Buchsen sind auf die »LP«-Buchse normalisiert, d.h. wenn nur ein Stecker im »LP« steckt, wird das Signal auf die beiden anderen Eingänge verteilt.

Die Schaltung ist angelehnt an das Filter des „Synthacon“-Synthesizers der Firma Steiner-Parker, der zwischen 1975 und 1979 gebaut wurde. An Stelle der im Original verwendeten Dioden werden hier allerdings sogenannte „Vactrols“ eingesetzt.

Damit wären wir schon bei einer weiteren Besonderheit: Vactrols. Ein Vactrol ist ein Photowiderstand, der in einer lichtdichten kleinen Kapsel mit einer Leuchtdiode verbunden ist. Je helleres Licht die LED ausgibt, desto geringer wird der Widerstand des Vactrols. Vactrols können ohne Verzerrung sehr weit ausgesteuert werden, sind aber relativ träge (d.h. reagieren langsam auf veränderte Steuerspannungen!) und haben keine eindeutige Kennlinie: das macht Schaltungen mit Vactrols klanglich sehr interessant, weil sie oft »weich« im Klang, aber auch ein wenig unberechenbar im Verhalten sind.

Bedienelemente

Eingänge:

  1. CVF In 1: Steuerspannungseingang für die Eckfrequenz (ohne Abschwächer).
  2. CVF In2: Steuerspannungseingang für die Eckfrequenz (mit Abschwächer).
  3. CVF In 3: Steuerspannungseingang für die Eckfrequenz (mit Abschwächer).
  4. CVQ In 1: Steuerspannungseingang für die Resonanz des Filters (ohne Abschwächer).
  5. CVQ In 2: Steuerspannungseingang für die Resonanz des Filters (mit Abschwächer).
  6. LP In: Audioeingang für das Lowpassfilter.
  7. BP In: Audioeingang für das Bandpassfilter. Wenn an dieser Schalt­buchse kein Stecker anliegt, wird das Eingangssignal von »LP In« verwendet.
  8. HP In: Audioeingang für das Highpassfilter. Wenn an dieser Schaltbuchse kein Stecker anliegt, wird das Eingangssignal von »LP In« (bzw. das von »BP In«) verwendet.

Ausgänge:

  1. Out1: Audioausgang des Filters.
  2. Out2: Resonanz-kompensierter Audioausgang des Filters. Bei höherer Resonanz / Selbstoszillation steigt normalerweise der gesamte Ausgangspegel eines Filters. Hier wird das Ausgangssignal entsprechend der Resonanz-Einstellung (Regler bzw. Steuerspannung) abgeschwächt.

Regler / Schalter:

  1. Frequ.: Regler für die Eckfrequenz (betrifft alle Filtermodi gleichzeitig).
  2. CVF2: Abschwächer für den Steuerspannungseingang »CVF In 2«.
  3. CVF3: Abschwächer für den Steuerspannungseingang »CVF In 3«.
  4. Emph: Regler für die Resonanz (Eigenschwingung) des Filters.
  5. CVQ2: Abschwächer für den Steuerspannungseingang »CVQ In 2«.
  6. LP: Abschwächer für den Audio­eingang »LP In«.
  7. BP: Abschwächer für den Audio­eingang »BP In« bzw. alternativ dazu für den Audioanteil aus »LP In«, der in das Bandpass-Filter geleitet wird.
  8. HP: Abschwächer für den Audio­eingang »HP In« bzw. alternativ dazu für den Audioanteil aus »LP In« (oder aus »BP In«), der in das Highpass-Filter geleitet wird.

Verschiedene Oktavlagen für die Eingangssignale

Mehrere unterschiedliche Klangquellen in den Filter-Eingängen bieten ungewöhnliche Gestaltungsmöglichkeiten: Versuchen Sie doch einmal drei Oszillatoren an den Eingängen:

  • »LP In« 2 Oktaven nach oben transponiert,
  • »BP In« in mittlerer Stimmung und
  • »HP In« 2 Oktaven nach unten transponiert.

Ein vollständiges Durchfahren der Eckfrequenz ergibt nun ein extrem breites Klangspektrum (besonders eindrucksvoll mit etwas höherer Filterresonanz).

3 A-110 VCOs als Eingangssignale für das A-101-1 Vactrol Filter.

Notchfilter

Ein Notchfilter (d.h. Kerbe im Frequenzgang) erhalten Sie, wenn alle drei Eingangs-Abschwächer auf die gleichen Werte eingestellt sind und nur der Eingang »LP In « benutzt wird.

Der Grund liegt darin, dass die drei Eingänge normalisiert sind, d.h. das Eingangssignal aus „LP In“ wird auch in „BP In“ und in „HP In“ verwendet. Wenn nur auf „LP In“ ein Stecker steckt, aber alle drei Eingangs-Abschwächer gleich weit aufgedreht sind, entsteht als Mischung der drei Filtertypen ein Notchfilter.

Verhalten im Bassbereich

Das Filter reagiert auch bei höherer Resonanz nicht mit einer Absenkung der Bassanteile des Eingangsmaterials! (Ausgang »Out1« verwenden)

Bedingt durch die Trägheit der Steuerung mittels Vactrols ist das Filter allerdings für typische »elektronische Bassdrums« nicht wirklich geeignet – der Verlauf der Eckfrequenz »schnappt« einfach nicht schnell genug. »Elektronische Tomtoms« (der typische Simmons-Sound) sind mit dem A-101-1 allerdings sehr schön realisierbar.

Verschiedene A-101-1 werden aufgrund der Bauteiltoleranzen der Vactrols auch unterschiedlich klingen. Mein A-101-1 zeigt z.B. keinerlei Verzerrung der Eingangsstufe (auch bei Abschwächer = 10).

Stark verzerrte Eigenresonanz

Lassen Sie sich von meiner Vactrol-Prosa nicht täuschen: Das Attribut »weich und verzerrungsarm« gilt ganz sicher nicht für die Selbstoszillation des Filters! Bereits kurz nach dem Einsetzen der Eigenschwingung beginnt das Sinussignal zu clippen und geht später in ein angenähertes Rechtecksignal über. In Kombination mit den Audioeingängen ergibt das recht wilde und »böse« Filterklänge, die z.B. sehr weit über das Verhalten eines A-124 Wasp Filters hinausgehen.

Klangbeispiele

Drei A-110 VCOs werden von einem A-155 Sequencer gesteuert, gemischt und dienen als Input für den A-101-1. Der Filter wird von der Steuerspannung für die Tonhöhe der VCOs moduliert, sowie von einem A-140 ADSR und einem LFO (langsame Dreieckswelle). Als Ausgang wird der Resonanz-kompensierte Out 2 verwendet.

Ich fange nur mit Lowpass Input an, blende über zu Bandpass und dann zum Hochpass. Die Resonanz wird manuell erhöht und wir können die ziemlich plötzlich einsetzende und sehr intensive Resonanz des Filters hören. So etwas kann für Special Effects, Bassdrums usw. nützlich sein. Etwas später wird die LFO-Frequenz bis in den Audiobereich erhöht (ca. 4-5 kHz): aber da das Filter mit trägen Vactrols arbeitet, folgt es der Modulationsfrequenz nicht allzu weit. Filter-FM im Audiobereich ist also nicht möglich.

Technische Daten

Breite 16 TE
Tiefe 50 mm
Strombedarf 30 mA (+12V) / -30 mA (-12V)