A-101-2 Vactrol Lowpass Gate

Ein Lowpass Gate (LPG) ist ein merkwürdiges Gerät. Es verwendet eine Vactrolschaltung und verbindet ein Tiefpassfilter mit einem Verstärker (VCA).

Warum dann nicht einfach ein Filter und einen Verstärker separat einsetzen? Das LPG lässt sich zwischen VCF, VCA und der Kombination VCF / VCA umschalten! Zudem ist das Modul mit einem Vactrol aufgebaut und klingt – auch als VCA – anders als herkömmliche Filter oder Verstärker. Die Trägheit der Vactrols führt zu einem »natürlichen« Ausklingverhalten des VCAs.

Das Modul steht übrigens in einer Reihe von Modulen, die deutlich von Konzepten des amerikanischen Synthesizer-Pioniers Don Buchla inspiriert sind (ohne ein Buchla-System ersetzen zu wollen): Die Zufallsgeneratoren A-149 / 1 und A-149 / 2 sind weitere Beispiele.

Buchla-Synthesizer unterscheiden sich in der Komplexität der Module, aber auch im Benutzerinterface deutlich von den mehr an Keyboards orientierten Modellen von Moog oder ARP.

Bedienelemente

Eingänge:

  1. CV In 1: Steuerspannungseingang für die Eckfrequenz (ohne Abschwächer).
  2. CV In 2: Steuerspannungseingang für die Eckfrequenz (mit Abschwächer).
  3. Audio In: Audioeingang.
  4. G1: Gateeingang zum Umschalten der Filtermodi. Wenn hier ein Gate­signal (z.B. von einem Sequencer oder einer Tastatur) anliegt, wird von VCF / VCA auf VCF (Lowpassfilter-Modus »LP«) bzw. von VCA auf VCA / VCF umgeschaltet (je nach per Schalter vorgewähltem Modus).
  5. G2: Gateeingang zum Umschalten der Filtermodi. Wenn hier ein Gate­signal (z.B. von einem Sequencer oder einer Tastatur) anliegt, wird von VCF / VCA auf VCA bzw. von VCF nach VCF / VCA umgeschaltet (je nach per Schalter vorgewähltem Modus).

Ausgänge:

  1. Audio Out: Audioausgang des Moduls.

Regler / Schalter:

  1. F/A: Regler für die Eckfrequenz bzw. für die Amplitude des Verstärkers – je nach gewähltem Modus. Bei Kombination VCF / VCA werden sowohl Eckfrequenz als auch Amplitude geregelt (von leise und stark gefiltertem Frequenzgang bis hin zu laut und offenem Filter).
  2. CV2: Abschwächer für den Steuerspannungseingang »CV In 2« für die Eckfrequenz.
  3. Lev.: Abschwächer für den Audioeingang.
  4. Res.: Regler für die Resonanz des Filters (bis hin zur Selbstoszillation im LP-Modus). Auch im Modus »VCA« kann eine Art »Resonanz« geregelt werden, sie betrifft das Nachschwingverhalten bei sehr kurzen Hüllkurven im Eingang »CV In 1« oder »CV In 2«.
  5. Function: Manueller Umschalter für die Betriebsmodi des Filters: VCF, Kombination aus VCF und VCA, VCA.

Umschalten per Sequencer

Das A-101-2 lässt sich sehr schön per Sequencer oder Zufallsgenerator zwischen den Betriebsarten umschalten.

Ein A-149-1 / 2 Zufallsgenerator schaltet zwischen den Betriebsarten des A-101-2 LPGs um.

Selbstoszillation nur im LP Modus

Das Filter ist nur im LP Betriebsmodus zur Selbstoszillation fähig. Der Filterklang ändert sich also deutlich hörbar beim Umschalten zwischen »LP« und »LP / VCA«.

Klangbeispiele

Wie in vielen anderen Demos verwende ich auch hier drei A-110 VCOs (alle Sägezahn, ein VCO eine Oktave tiefer), die von einem A-155/156 Sequencer gesteuert werden. Der Mix der drei VCOs geht in das A-101-2 LPG. Die LPG Modes werden von einem Zufallsmodul (A-149-2) umgeschaltet, das mit dem Sequencer synchronisiert ist. Die Filter-Eckfrequenz und / oder Verstärkung wird von einem weiteren Zufallsmodul (A-149-1), sowie einem A-140 ADSR gesteuert. Zuletzt geht das Audiosignal in einen A-132-3 VCA, der nicht unbedingt erforderlich wäre, da unser A-101-2 ebenfalls als VCA arbeiten kann, aber die beiden VCAs reagieren ziemlich unterschiedlich und zeigen dadurch ein paar interessante „Verhaltensweisen“.

Wir starten ohne Filter-Resonanz, einem moderaten LPG Input Level, und weder das LPG noch der A-132-3 werden vom A-140 ADSR moduliert. Dann wird die ADSR Modulation auf das LPG erhöht. Dann (um 0:50) wird die Filter Resonanz erhöht, sowie der Input Level (was zu leichter Verzerrung im LPG führt). Danach wird der A-132-3 vom A-140 moduliert (anstatt einfach konstant zu verstärken). Zuletzt folgen ein paar Veränderungen von Modulationstiefe und Resonanz.

Technische Daten

Breite 8 TE
Tiefe 50 mm
Strombedarf 20 mA (+12V) / -20 mA (-12V)